Sonntag, 25. Juni, Time machine
Musik: Time Machine, Beggars Opera
Früh bin ich wieder auf den Beinen, schaue mir die Pond noch einmal an, nutze die Waschräume im Besucherzentrum und kaufe meine Postkarte. Hätte ich gestern im Café ein paar Cent billiger bekommen. Als die anderen Touristen anrücken, bin ich schon wieder auf dem Weg. Immer am Fluss Gard entlang geht es wieder in Richtung Autobahn. Viel Wein wächst hier, und das heißt – kaum Schatten für Wanderer. Mein Hut tut, was er kann, aber ich bin innerhalb weniger Minuten patschnass und für jede noch so kleine Wolke dankbar. Am frühen Nachmittag erreiche ich Beaucaire. Der Fluss liegt da wie geschliffener Stahl, die beiden Burgen, vor allem die auf der anderen Seite von Tarason, sehen aus wie übrig gebliebene Pfeiler einer mächtigen alten Brücke. Ich versorge mich mit Essen und beschließe, auf der westlichen Seite des Flusses zu bleiben. Bis Arles kommen kaum größere Ortschaften, und so mache ich gar nicht den Versuch, einen Fernsehplatz zu bekommen. Mir geht Avignon nicht aus dem Kopf. Mit zwei Tagen Verspätung schleicht sich das Mittelalter in meinen Kopf. Ich überlege, wie das wohl wäre, in dieser Zeit gelebt zu haben. Besser? Interessanter? Aufregender? Oder wäre es für mich nichts als eine Schinderei gewesen, beim Bau des Papstpalastes zum Beispiel? Ich komme zu der Erkenntnis, dass die „normale“ Bevölkerung damals nicht viel zu lachen hatte. Ich singe „Time Machine“ und überlege, wie die Päpste wohl gelebt haben und was sie wirklich angetrieben hat. Ich mache noch eine längere Pause und gehe dann noch lange nach der Dämmerung, weil die Temperatur jetzt ein wenig angenehmer ist. Nicht so angenehm sind die vielen Stechmücken. Schließlich finde ich einen schönen Platz direkt am Fluss.
Km: 25,8, Kasse: Euro 393
