Tübke ist tot...
Stimmung: pensiv

Der Strand von Ostia wie ihn Tübke nicht malte
.. wie ich es der Presse entnehme. Damals schrieb ich über sein Bild "Am Strand von Ostia". Ist lang her. Nachlesen? Gehe ins Archiv August 1991
Stimmung: pensiv

Der Strand von Ostia wie ihn Tübke nicht malte
.. wie ich es der Presse entnehme. Damals schrieb ich über sein Bild "Am Strand von Ostia". Ist lang her. Nachlesen? Gehe ins Archiv August 1991
Musik: living in the past
Musik: beethoven
so ein wunder da an meiner badezimmerkachel: die fruchtfliege! gerade mal so zwei milimeter lang und kaum einen breit, mag mir die hauchzarten gelenke gar nicht vorstellen. aber: fliegt, tankt selbst auf, stellt sogar neue exemplare seiner art her. rückstaende fast gleich null. kosten?
hat der bush da in den usa nicht jede menge forscher, techniker und entwickler? warum stellen die so riesige, teure, umweltverschmutzende und dazu noch tödliche sachen her?? wie waers mal mit so was? variante mit stachel.. und dann ab mit ihr in den irak, saddam hussein stechen und ihm demokratieserum unter die haut spritzen. waere bestimmt kostengünstiger als so ne riesige armee, und alles für die katz! und dazu würde n flugzeugtraeger von ca zwei zenimeter genügen.
manno!!
Stimmung: morbido
Musik: Io sono un Italiano
Wollen wir uns in die Akten legen?
Früher waren die Menschen kräftigere Gerüche gewöhnt, denke ich zuweilen, wenn ich den säuerlichen Wohnmobilduft in unserem Feuerbacher Büro, schon beim Öffnen der Tür, ja schon vorher ahnungsweise (habe ich meinen Schlüsselbund heute dabei?) wahrnehme. Ist es eine soziale Erscheinung, daß man immer geruchsempfindlicher wird?
Jetzt gibt es bereits Duft-Enten in den öffentlichen Toiletten, so Flakons mit Geruchsneutralisierer oder sogar Düsen, welche beim Öffnen oder Schließen der Tür eine Portion Parfüm versprühen. Bald wird man solche Stoffe wohl dem Essen beifügen, damit wir geruchlos scheißen?
Vor mir in der Schlange an der Kasse steht jemand, habe vergessen, ob Mann oder Frau, welcher eine Flasche Wodka und eine Schachtel Hakle-Feucht aufs Band legt.....
Stimmung: zeitgemaess
Musik: lost in space
Was uns räumlich nah, ist groß, je weiter die Dinge entfernt sind, desto kleiner werden sie.
Die Zeiten, in denen wir leben, erscheinen uns klein, sie werden aber um so größer, je weiter wir uns von ihnen entfernen.
Auch nehmen wir Einzelheiten, die wir als Zeitgenosse übersahen, mit der Zeit genauer wahr, können vieles erst näher beleuchten und beurteilen, wenn etwas Zeit dazwischen getreten ist, während wir im äußeren Raum die Lupe suchen, um die nahen, großen Dinge, noch zu vergrößern, heranzuziehen.
Wenn die Zeiten erst ganz weggerückt, werden sie gar golden. Räumlich entferntes verschwindet aus dem Gesichtskreis ins Dunkel. Ausnahme: die unentdeckten Länder der Welt sind weiße Flecken!
Stülpt sich also die räumliche Perspektive in die Zeit um? Es scheint so zu sein.
Zum ersten Mal benutzten wir die Grillterrasse in Gülümhans Garten, nun schon eine vertraute Runde – Gülümhan, Güldehan, Rikkat, Baysan, Gökhan und wir beide – und doch fällt mir in diesen Nachmittagsstunden viel auf, vielleicht, weil ich nicht so viel mitrede. Güldehan zum Beispiel. Sie ist eine putzige Dame, die redet wie ein Baby in der Werbung, die die Augen rollt und ganz glücklich lächelt, wenn sie ihren liebsten Badestrand endlich beschrieben hat. Sie wirkt so lieb und harmlos. Aber auf ihrem T-Shirt steht “Jungle”, in dynamischer Kursivschrift über ihren Busen laufend. Richtig! Da ist doch etwas, das passt: sie hat wahre Elefantenohren. Gökhan, sonnengebräunt und jovial, macht sexuelle Anspielungen anhand der Wurstspießchen, bringt dann das Thema zwanglos auf die alten Römer und beneidet diese um ihre Festmähler und Orgien. Vielleicht, sagt Dilek später, wäre er was für Gülümhan?, deren Sohn derweil über Handy aus dem Haus anruft und nach Pommes und Ketchup verlangt. Ich mustere Rikkat.
Rikkats Beschreibung
Sie hat ein rechteckiges Gesicht, gerade, buschige Augenbrauen, starke (Lach)Fältchen und vor allem einen schwarzen Flaum rings um die Ohren, welche ganz wenig elefantig sind und, da sie die Haare straff zurückgekämmt und mit einer blauen Tülle zum kurzen Pferdeschwanz gefasst trägt, voll sichtbar sind. Heute hat sie einen hellblauen Trikotpullover mit hellbraunem Revers und vierlöcherigen weißen Knöpfen an. Busen und Bauch sind hübsch kugelig, der Hintern in den Jeans birnenförmig. Die Hosen haben ebenfalls himmelblaue Reverse. Siehst Du, sage ich zu Dilek, man muss nicht spiddelig sein, um hübsch zu wirken! Rikkat wartet lange auf ihren Baysan, der sein Boot pinselt. Sie lacht, sie redet, dann streicht sie mit beiden Händen ihre Stirn, von der Mitte zu auswärts.
Wir erzählen vom Bridgeturnier in Mumcular und vom Besuch in Ali Koçaks Haus. Wie sie alle sangen und die Arme über dem Kopf hin und herbewegten! Und wie der greise Ilhan Bergk auf seine Bilder trat, festen Schrittes.
Stimmung: optional
Musik: for real by ATENA!
Das ist schön, dass Du hier liest. Uns gehts gut, wir haben zwei Katzen im Haus und zusammen fünf erwachsene Kinder ausser Haus. Im Garten blühen grade die Kakteen (in malvenblütengrösse) und die Malven (in kaktusblüten...), beide in fast demselben rosa. Ich werd in Türkisch veröffentlicht, gerade eben "Manisa lalesi" (Kronenanemonen), wo natürlich der Adonis und die Venus drin vorkommen. Die Leute sind echt scharf auf Mythologie. Im Übrigen verteidigen wir so gut es geht die Republik gegen schleichende Islamisierung (Glaub kein Wort von dem, was in der Presse über Erdogan steht. Ist ein ganz falscher Hund). Die Berge haben samtene Luft, im Meer plantschen Hol- und Englaender. Wir essen weisses Bohnenmus, Zucchini an Olivenöl kalt, scharfe Paprika und Siskebap, trinken dazu rubensfarbenen Schaumwein (Villa Doluca)
So viel für heut... :-)
Grüsse nach Wien (aber nicht an Frau Ferrero)
hibou