Musik: lo lo lo lo looonely
Die Dichte der Welt oder Was ist zwischen Innen und Außen?
Da draußen in den Weiten des Alls tut sich unglaublich viel. Sonnen werden geboren, Sterne stürzen in sich zusammen, Schwarze Löcher verschlucken Masse wie gierige Ungeheuer. Mit unseren Teleskopen vermögen wir bis in Entfernungen von Millionen Lichtjahren da hinauszuschauen und Messungen vorzunehmen.
Was wir leicht vergessen: was wir da sehen, ist auch Jahre, Jahrhunderte, Jahrmillionen her, denn so lange hat der Lichtstrahl ja gebraucht, uns die Nachricht von der Supernova hierherzubringen. Gut: wir wissen, was da mal passierte. Frage: was ist JETZT da draußen? Fragen wir die Menschen der Zukunft, sie werden es in sounsoviel Zigtausend Jahren mittels ihrer dann noch sehr viel präziseren Instrumente in Erfahrung bringen.
Der Sternhimmel, samten und funkelnd im ersten Herbstnachtfrost ist ein Bild, nur ein Bild der (fernsten) Vergangenheit.
Wenigstens wisse wir ja, wer wir sind! Wirklich? Unser Körper hat sich in seiner Zellsubstanz in den 30, 40, 50 Jahren unseres Lebens schon etliche Male vollkommen ausgetauscht. Auf Grund von Informationen hat er dabei sein Aussehen einigermaßen bewahrt, wenigstens seit der Pubertät, wenn auch einige Runzeln seither aufgetreten sind.
Man stelle sich ein Labyrinth im Park vor, vielleicht wurde es schon im Barock angelegt. Die Buchsbäume, mit denen es Gestalt gewann, sind alt, vielfach beschnitten, vielleicht längst durch Jungpflanzen ersetzt. Die Form aber hat es bewahrt. Was also ist dieses Labyrinth? Eine pure Idee. Und was bin ich? (und weshalb überlege ich, was ich bin?? Denn das unterscheidet mich schon wieder prinzipiell von der auch wirksamen Idee des Labyrinths).
Zoom
Der Rätsel nicht genug. Da draußen im unendlichen All, das sich zudem rasant ausdehnt, ist, das wissen wir, alles in allem genommen zu 99,9% Leere, ein großes Vakuum mit Spuren von Sternenstaub
Gehen wir ganz nach Innen, ins Reich des Allerkleinsten. Auch dort: Leere! Elektronen huschen vorüber. Atome schweben...aber längst sind sie uns unter unserm Forscherfleiß zu Protonen, Neutronen, dann zu andern Minipartikeln wie Quanten und Quarcks zerronnen, und selbst diese, was sind sie? So gut wie nichts!
Aber jetzt der dicke Hund: Gehen wir auf den Maßstab 1:1, in die Gegenwart, ins Hier und Jetzt, da wo wir leben, hier! Alles voll! Zu viele Möbel, zu viele Bücher, die S-Bahn überfüllt, auf’m Volksfest kann man kaum einen Schritt in der Masse tun. Istanbul! Kalkutta! Mexico - City!! Menschen und Dinge und Häuser und Maschinen dicht an dicht. Müllhalden bis zum Horizont! Wie kann das angehn? Das erklär mir mal.