Neulich
Pressekonferenz unserer KünstlerInnengruppe bei Güneş. Bis um fünf Uhr hatte es noch geregnet, pünktlich um sechs kam die Sonne, und bis alle die Leute eingetroffen waren, war auch das Buffet wieder im Garten angerichtet. Sommerregen ist hier nicht vorgesehen und die Häuser und Gärten nicht dafür eingerichtet. Aber alles klappte vorzüglich. Im Blitzlichtschein lasen Zerrin und Somnur ihre Ansprachen, viele der Menschen kannte ich schon, darunter Ilhan Berk und Necet Damar mir besondere Genugtuung bereiteten. Warum? Weil ich des einen Gedicht aufsagen werde und weil der andere, der mich publiziert, nun eine gesteigerte Ansicht von mir und über mich mit davontragen wird. Ich redete mit zwei Architekten, der eine sieht aus wie ein verlängerter Heiner Geissler, der andere gehört (zu) Zerrin. Unser Heiner Geissler war aber Sevinçs Gatte, der Sevinç, mit der Dilek nun das Atelier teilt, und die wiederum auch von den meisten gekannt war. Ein Netz! bloß mir sind noch manche Maschen neu. Ich sprach mit Candan. Ihr neues Buch über Karien wird bald erscheinen. Wir tauschten archäologische Tips und Ansichten. Bettina kam fast zuletzt, sprach mit der auffallenden Amerikanerin. Von Dilek waren zwei sehr alte Freundinnen gekommen, zu ihrer großen Freude, Mine und Nihal, Klassenkameradinnen asu der Marmara_Universität. Wen interessiert das? Mich, denn ich muss es mir vergegenwärtigen. Das langweilt? Dann geht doch nach drüben! Also ferner waren natürlich die Frauen vom Kunstkommittee da: Göknur, Inci, Bilge (mit der ich deutsch sprach, da sie in München gelebt hatte), Çiĝdem, und Güneş selbst. Ahu war nicht da, die sonst immer wie die Tochter des Hauses am Schreintisch sitzt und telefoniert, aber wer sitzt hier nicht wie die Tochter des hauses am Schreibtisch? Dilek und Somnur sind ständig am Computer, Inci zählt Beiträge und sammelt Mitgliedsblätter, Somnur kocht Tee. Ich trank Rotwein, Ali Koca war mit Frau, Sohn Schwiegertochter und Enkel da. Sie sind Roma! dachte ich. Aber der Kleine hat tiefblaue Augen
