Message in a bottle

31.01.2006 um 13:33 Uhr

hamas zum zweiten - die tücken der demokratie

von: hibou

in aegypten hatte es sich schon angedeutet: der export von demokratie hat seine tücken. hatten die amerikaner nicht druck auf mubarak gemacht, gefälligst wirklich freie wahlen zuzulassen? und was dabei herauskam war, dass die muslimbrüder mit 20% zur zweitstärksten fraktion wurden. die brüder würden zu gerne scharia und kopftuch ganz durchsetzen. wäre es nicht besser, so mein freund assaf aus tel aviv, aufgeklärte diktatoren in ruhe zu lassen? führen freie wahlen nicht direkt in sheitans küche?

nun palästina: freie wahlen her! und schon siegte die hamas, nach unserem sprachgebrauch eine terroristische vereinigung. ach ja, was war mir der scheich yassin, hilflos im rollstuhl sitzend und mit fistelstimme der ungläubigen untergang verkündend, ungeheuer, allerdings nur, bis israelische raketen ihn gezielt in kleine stücke zerfetzten.

es half nicht viel (terroristisch nennen wir die massnahme freilich nicht). was tun? der westen droht, die hilfsgelder für das land (fast eine billion dollar/jahr) zu kürzen, zu stornieren, ganz zu beenden, wenn die hamas nicht so wird, wie wir es wollen.

wozu haben die leute da dann "frei" gewählt? waren sie nur missunterrichtet und von islamistischen demagogen verführt? ja, aber warum hat man sie dann erst abstimmen lassen?

der fehler an der sache ist aber: eu und usa haben eine heidenangst, das geld wirklich einzubehalten. das geht gar nicht, sagen manche. dann würde iran die palästinenser finanzieren. das wäre dann der gau des demokratieexports.

ach ja. wurde nicht auch ajatollah chomeini anno dunnemals von paris nach teheran geschickt?

es ist alles nicht so einfach.