Bloomsday noch immer. Fern der WM übersetze ich grad das Märchen „Peronnik der Einfältige“, lese die Zeitungen und staune. Die Türkei bettelt noch immer vor Europas Toren. Die EU gibt grad immer so viel, dass die „Reformen“ weitergehen, das heisst, dass die Türkei brav nach der Pfeife tanzt. Ich schäme mich, wenn der zyprische Premier Papadopulos – wahrlich kein Engel – mal wieder mit Veto droht. Wer hat bitte vor einem Jahr den Wiedervereinigungsplan abgelehnt? An der Stelle der Türkischen Regierung würde ich die EU-Bewerbung zurückziehen, und zwar mit Knall. Mit einem Mal würde man in Brüssel mit dem Bitten anfangen....
Kolumnist Burak B. schreibt fiktive Zeitungsüberschriften für 2026:
- bei den EU-Verhandlungen über einen Beitritt der Türkei wurde heute das 109 Kapitel einvernehmlich ad acta gelegt. In dem Kapitel ging es um die Standards türkischer Küchen (die noch der Verbesserung bedürfen) sowie um den Cholesterinspiegel der hiesigen Menschen
- ein nicht registrierter Delphin bewegt sich in Sprüngen zwischen Kos und Bodrum und löst damit einen militärischen Zwischenfall der Griechischen und der Türkischen Luftwaffe aus
- Der Sohn des früheren Präsidenten Talabani (der bei einem Treppenhauseinsturz ums leben kam) fordert die Unabhängigkeit für Kirkuk. Die Zeichen dafür aber stehen nach dem Verlauf des 6. Irakkrieges nicht gut.
- Yiğit Erdoğan, Sohn des einstigen Türkischen Premiers und Führer der YAKP (Neue Gerechtigkeitspartei, Emblem: zwei Lampen) zettelt eine Debatte um das Kopftuchverbot in öffentlichen Gebäuden an
- Touristen an der Südküste fliehen aus All Inclusive Hotels und werden trotz Grossalarms erst nach Stunden vor einheimischen Dönerbuden gefunden. Alle scheinen sie glücklich und wohlgenährt
- Die Neue Neue Lira wird um 20% abgewertet
- In Deutschland werden Integrationskurse für Türken der vierten Einwanderergeneration gefordert. Gleichzeitig sollen Zuwanderer schon vor der Einreise in die Bundesrepublik „Ey Alder“ verstehen und sagen können
- Die gesamte Infrastruktur des Wintersports in den Alpen ist fest in Türkischen Händen
- In Bodrum löst der eingeritzte Spruch über dem Gefängniseingang des Schlosses „Hier, wo Gott nicht ist“ eine Kontroverse zwischen Armee und Mufti-Ämtern aus. Es geht darum, wo Gott denn sei.
- Imams und Regierung sind sich nicht einig, ob Handy, I-Pod und Palmtop über oder unter der Burka angebracht werden sollen....
(Habe Buraks Kolumne etwas erweitert)