Gestern gingen wir mal wieder zum Strand. Zuerst die Dorfstrasse hinunter (wir wohnen ca. 24 km von Grand Turk entfernt), am Café vorbei, dann die Abkürzung durchs hohe Gras ("Osy osya osy" gegen Schlangen murmelnd), an Salims Rikscha-Stand vorbei den pfützenreichen Weg an den Dutzenden von bellenden Hunden bis zu unserem, naja, zweiten Wohnzimmer namens "Friend's Beach" längs. Saadi und sein Onkel (der mit ihm gleichaltrig ist, er hat die Tante seiner Frau geheiratet, diese ist Tatarin und lächelt nur mit den Augen über hohen Wangenknochen) waren draussen aufm Steg angeln, die Frauen wie es sich gehört im Geschäft hehe... Aber auf diese Weise bekamen wir nach einer Weile Wolfsbarsch vom Grill, frisch gefangen, dazu Chips und Salat. Derweil der Grill sich erwärmte lasen wir, ich hatte "Lettre" dabei und erfuhr von der digitalen Ortlosigkeit dieser modernen Zeiten. Wie wahr! Sobald wir ins weltweite Netz gehen, brauchen wir nur noch die Fingerspitzen am Touchscreen, an der Maustaste oder über dem Manual zu bewegen, und es ist völlig egal, wo wir grade weilen!!
Dieses "egal" hier gefiel mir ausnehmend. Es roch nach der Glut von Holzkohle, das Meer plätscherte so am Strand rum, die Sonne lachte lauthals, Sütlac bellte jeden Fremden energisch aus. Ich erfuhr weiter, dass das Fritiern von Fisch und Gemüse den Briten lange unbekannt war (sie kochten bloss mit Wasser), bis dass eingewanderte Juden vom Mittelmeer diese Technik nach England brachten. Sofort teilte ich das Saadi mit. Der beschloss spontan, sein Strandlokal in "Fish n Chips" umzubenennen. Nach Stunden schlenderten wir nach Hause, kauften noch Linsen bei Sherife... Asphodelos und Riesenfenchel, Kirschen und wilde Birnen standen in voller Blüte und die Mandeln waren schon erntereif.
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I may have slept for an hour
I may have slept for a day
For a woke in a bed of white linen
And the sky was the colour of clay |