Message in a bottle

12.06.2007 um 23:56 Uhr

Deeskalationsstrategien

von: hibou

Ach die bösen bösen G8-Gegner. Schwarz wie Blockschoko. Aber wir sind ja nicht so. Wir deeskalieren. Marine vor Heiligendamm (grundgesetzwidrig). Tornados überfliegen Anti-G8-Camp und fotografieren (grundgesetzwidrig). Falschmeldungen en masse: "zehn schwerverletzte Polizisten. Clowns spritzen mit Saeure". Kaefighaltung von Sichergestellten. Agent provocateur im Anarchistenblock ("Jetzt aber Steine auf die Bullen!). Geruchsproben. Keinerlei Verhaeltnismaessigkeit. Zaun wie in der Zone. Armes Deutschland, so bedroht.....

10.06.2007 um 07:00 Uhr

Lebenszeichen, dann Eissalon

von: hibou

Club E (assoziativ) Im Club E gab es vierzig Sorten Whisky. Als der beste galt Chivas Regal. Wir tranken natürlich Black & White. Der Club E lag an der linken Seite, wenn man in Marburg die Elisabethstrasse hochging, etwa gegenüber war ein Programmkino. Wir kauften zu fünft zwei Karten und gabe sie uns in der eng gedrängten Schlange nach hinten weiter. Es gab Hitchkock, die Vögel, oder aber “L’eau à la bouche” von einem vergessenen Regisseur. Die Hauptdarstellerin sah aus wie Brigitte Bardot und trug szenenlang nur ein Männerhemd, darunter man die ..backen mehr ahnte als sah. (Oder war das im “Gloria” gegenüber den Stadtsälen?) (Oder war der Club E in Wirklichkeit unten gegenüber unseren Zimmern und Doris bediente da?). Im Supermarkt nahebei kauften wir Tempo und klauten Thunfischdosen und saure Gurken im Glas. In den Kneipen gab es noch gekochte Eier, sie schwammen in Flüssigkeit wie Anatomiepräparate. Viele meiner Klassenkameraden studierten dann auch Medizin. Beim Walfisch lag das Luisabad. Tagsüber ging man da hin, wie die Musels in den Hamam. Nachts waren wir im Walfisch. D. wohnte in der breiten Querstrasse, ein verrückter Typ, der nebenbei Siebdruck machte. Anna wohnte über den Pferdeställen gegenüber der Volksbank. Es roch da streng nach Mist (Pferdemist ist hitzig). Anna empfing (Gäste) im Bett. Mich bat sie, ein paar Rollen Klopapier kaufen zu gehen. Mein Verhältnis zu ihr war ungeklärt. Einerseits waren wir verlobt, andererseits hab ich sie nur im Mondenschein auf der Terrasse von Schloss Rauischholzhausen geküsst. Es war das anlässlich eines internationalen und selbstverständlich extrem linken Studentenkongresses, bei dem wir als Übersetzer tätig waren. Ich übersetzte vom Italienischen ins Deutsche. Aber welche Sprache übersetzte sie? Zwischendurch traf man sich in der Milchbar Garbelotto (auch beim Luisabad). Wir lernten zwei hübsche Jungs aus Sardinien kennen. Anna verlor im Wal des Öfteren ihre Kontaktlinsen, man musste suchend und blind auf dem Dielenboden herumtappen, um sie wiederzufinden. Die vielen gestiefelten Männer, die wegen Harndranges hinaus zum Pissoir gingen, störten dabei sehr, traten zuweilen sogar – knacks – auf die sensiblen Glasschalen. Manchmal ging einer hinter der Reihe pissender Männer vorbei und zupfte kurz an den Hosenböden, so dass der ....... in die Hose rutschte und der .... innen am Bein runterlief. Anna hockte sich irgendwo auf die Wiese oder nachts aufs Trottoir. Sie hatte einen tadellosen Körper (Luisabad). Ihr Gesicht war aber oft weinerlich. Sie ging mit G., einige Wochen auch mit M., der aber ansonsten Susanne bevorzugte, welche er K. ausgespannt hatte....  Ihre Spur verlor sich Jahre später, und erst, nachdem sie mit H. in Indien gewesen war, in einer Münchener Eisdiele. Es war die Zeit, in denen das Schaschlik aufkam. Döner Kebap gabs noch nicht. Pizza schon.

05.06.2007 um 10:39 Uhr

zitat

von: hibou

Vielleicht ist der Anfang des Staates kein Vertrag, sondern eine Gefangennahme durch eine Räuberbande, die Beute machen will und uns nur deshalb am Leben lässt, weil wir ihr lebend nützlicher sind als tot. Wir müssen für sie schuften. Die Bande schützt uns, sie sorgt dafür, dass wir am Leben bleiben, aber nicht für mehr. Mit der Zeit erweist es sich als nützlich, wenn es dabei halbwegs gerecht zugeht, wenn man den einzelnen freiwillig tun lässt, was getan werden muss, und wenn die Banden sich nicht stürzen und umbringen, sondern sich ablösen, sich wählen lassen und uns in ihre Gemeinschaft aufnehmen. So sind wir Beute und machen Beute. Dafür lassen sie uns leben.“

(Hannes Böhringer)

05.06.2007 um 10:08 Uhr

vergleiche hinken

von: hibou

einerseits stimmt es, dass china bald ebensoviel schadstoffe in die atmosphaere puffen wird, wie die usa.

andererseits ist das noch wenig, wenn du bedenkst, dass in china 1,3 oder vielleicht inzwischen 1,4 milliarden menschen leben und arbeiten, in den usa dagegen nur etwa 400 millionen......