The invisible ties – about blood
No way to insist in purity and “honour”. We should put our human parts in foreground, shouldn’t we?
No way to insist in purity and “honour”. We should put our human parts in foreground, shouldn’t we?
“Alle, die mit uns auf Kaperfahrt fahren,
müssen Männer mit Bärten sein...”
Frauen, so der Imam, sollen sich verhüllen, damit bei den Männer keine Fleischeslust erwacht. Gilt das umgekehrt auch für männliche Gesichter? Aber den Vollbart finden wir in allen Kulturkreisen, sowohl bei Cübbeli Ahmet Hoca als auch bei Heidis Alm-Öhi, den Sikhs, meinem Lieblingspenner aus der Lindenstrasse, den Amish und den orthodoxen Griechen und Slaven sowie den schaukelnden an Jerusalems Klagemauer. Müsste Käptn Ahab folglich auch einen Vollbart tragen, wie Barbarossa Lobesam im Kyffhäuser??
Der Vollbart steht für alt. (wer ihn trägt, sieht alt aus, würde mein Sohn sagen). In der Bibel wimmelt es von Vollbärten, er ist eines der typischen Zeichen für den Gott Abrahhams, Isaaks und Jakobs und wird von Dumbledore und Hagritt nur usurpiert.
Müsste dann der Che Guevara nicht glattrasiert gewesen sein? Ich bin sicher, der Subcommandante Marcos ist es unter seiner Maske.... Und Atatürk, wiewohl wie Tito Vaterfigur für ganze Völker, war bartlos. Der Bart steht auch für überkommene Vorschriften, die immer für ganze Gemeinschaften weitertradiert werden und beachtet werden müssen. Das Individuum hat da keine Chance – auf Emanzipation. Die Erneuerer in der Geschichte schneiden “alte Zöpfe” ab! Der Bart ist ab! sagen wir, wenn es uns endlich mal gelingt, die eine oder andere Überlieferung zu kappen.... Judith schlägt dem schändlichen Holofernes mit dem Bart gleich auch das Haupt ab. Die erotische Ausstrahlung kommt aus der Mähne, sagt uns die Werbung für Männerparfums. Aber diese Kinnmähnen sehen, na, nicht sehr verlockend? aus... Samsons Kraft kommt aus den Haaren, als sie ihm gekürzt werden, wird er schwach. Es ist dies keine eigenständig verfügbare Kraft sondern eine von Familie, Sippe, Stamm und Blutsstrom überlieferte (siehe meinen Artikel über Blut ). Der Weg hin zur modernen Entwicklung müsste also vom Vollbart zum Backenbart zum Schnurrbart bis hin zum glattrasierten Gesicht gehen? Eines der typischen männlichen Merkmale würde aber damit verlorengehen (die anderen müssen wir ja leider in der Hose verstecken....) Was aber ist mit denen, die vormals glattrasiert später den Vollbart trugen wie etwa George Harrison oder Cat Stevens? Sie stiessen auf Atavismen, oder? Da lobe ich mir Paul McCartney. Ja, er sieht inzwischen genau wie meine Tante aus. Die Gesichter von alten Leuten – beobachte es mal selbst! , wechseln oft das Geschlecht: Oma sieht mit einem Mal männlich aus und Opa hat weiche, milde Züge....schützt er sich mit einer Matte am Kinn und bewahrt so seine “Männlichkeit”?
Der Volksmund sagt es wiederum sehr treffen: puh, die Story is ja so alt, die hat ja schon einen Bart!