30.08.2008 um 12:14 Uhr
26.08.2008 um 16:17 Uhr
Sammlung zum Spruch des Tages
Hibou will den Geist seiner Zeit beschreiben, und muss so zu einer Manufaktur der Geistesgegenwart werden. Dazu leistet er sich den Luxus einer kritischen Distanz....
Der Text ist von vollkommener Durchsichtigkeit, bedächtig, pathoslos. Er ist der wahre, der realistische Utopiker der Philosophie, einer, der sich und anderen nicht zu viel verspricht, wenn er Indizien möglicher Besserung bemerkt.
Wir wünschen uns – wie könnte es anders sein – wiederum seine funkelnden Beiträge, getragen von Originalität, Überzeugungskraft, Wissen, Weisheit, Temperament, Schönheit und Prägnanz....
“Aber immerhin besaß er genug Phantasie, um zu wissen, dass das, was er erlebte, wert war, darüber zu schreiben. Das ist auch eine Form von Phantasie.”(Philip Roth)
"Vermischung stiftet Frieden!"(Chantal Mouffe)
Oben K. reist in die Zukunft. Da ist die Welt auch noch net viel besser geworden. In einer Stadt Washington hört er einen Mr. Bush reden: "Sie hassen unsere Freiheit. Unsere Redefreiheit, unsere Wahlfreiheit und unsere Versammlungs- und Meinungsfreiheit... Wir lassen uns nicht von ihrer geheuchelten Frömmigkeit täuschen. So etwas haben wir schon einmal gesehen. Sie sind die Erben all der mörderischen Ideologien des 20. Jahrhunderts. Indem sie menschliches Leben im Dienst ihrer radikalen Visionen opfern, indem sie alle Werte zugunsten des Machtstrebens aufgeben, folgen sie dem Weg des Faschismus... Und sie werden diesen Weg bis zu seinem Ende gehen: zum namenlosen Grab für die ausrangierten Lügen der Geschichte..."
Wie heisst es im Märchen, dachte Kundura, "du hast gerade dein eigenes Urteil gesprochen!"
"Demokratische Formen lassen sich erst sicher in betracht ziehen, wenn die Gefahr einer Beteiligung der Bevölkerung überwunden ist."(Noam Chomsky)
"Der Wind kommt auf, es bleibt nur der Weg des Schreibens." (Paul Valéry)
"Der Schritt verkürzt den Weg, der letzte Schritt auf den Berg lässt den Gipfel verschwinden."(Bruce Lee)
“Ilovegodjesus”(Fatmata schreibt mit ihren neuen, batteriegetriebenen Armen)
“Siempre a tus ordenes te saluda brazo en alto”(Samaranch an Franco)
“Es kommt mir vor, als wäre die Hoffnung ein bettelnder Gott”(Nimrod)
“Das Leben ist eine Wolke, die entsteht, der Tod eine Wolke, die sich auflöst”(Bulut)
16.08.2008 um 07:10 Uhr
Rüdiger Suchsland übers Rauchen
"Es gab einmal eine Zeit, da musste man übers Rauchen nicht streiten. Es war die beste Zeit. Die Raucher Jean-Paul Sartre, Ernst Bloch und Hannah Arendt lebten und dachten noch, Juliette Greco sang in Pariser Kneipen und Jean Seberg drehte dort "Bonjour Tristesse", der Raucher Jean-Paul Belmondo war jung, die Raucher Fidel Castro und Ernesto "Che" Guevara machten die Revolution sexy, das Rat Pack rauchte, trank und sang, der Raucher Erik Ode war "der Kommissar", die Raucher Ernest Hemingway und Heinrich Böll bekamen den Nobelpreis, die Raucherin Ingeborg Bachmann schrieb einige der besten Texte der deutschsprachigen Literatur, die Raucher Brecht, Benn und Frisch schrieben den Rest, der Raucher Willy Brandt wurde Kanzler, und Deutschland war geteilt. In den Fernsehstudios der Bundesrepublik durfte rauchen, wer wollte, statt Wasser gab es dort noch Wein und die Gedanken waren auch besser. Es war die Zeit, in der die Menschen sogar auf dem Mond landeten, und der Westen freier war, denn je. Es war eine Zeit, in der die Zukunft noch schön war und nicht nur später."
12.08.2008 um 13:23 Uhr
an die eigene nase fassen
George W. Bush zum russischen Eingreifen in Südossetien: "Ein bewaffneter Einmarsch in ein anderes Land ist im 21. Jahrhundert nicht mehr akzeptabel"
HAHA HAHA HAHA HAHA HAHA HAHA HAHA HAHA HAHA HAHA HAHA HAHA HAHA HAHA
07.08.2008 um 10:11 Uhr
Rauchen (Gedanken eines Nichtrauchers)
Musik: smoke gets in your eyes
Rauchen ist gesundheitsschädlich, und es ist sogar allgemein bekannt, dass selbst Passivraucher Schaden nehmen können. Das ist anders als beim Alkohol, wo der Abstinenzler nie dran denken würde, seines Freundes ausgekotztes Bier nochmal zu trinken. Nun hat sich plötzlich vielerorts der Staat dieses Problems angenommen. Und das mit Vehemenz! Warum ist es nicht gesetzliche Pflicht, aufs Auto zu schreiben: Vorsicht! Autofahren kann tödlich sein! Und auf den Schemel: Vorsicht! Hausarbeiten können.....
Das Problem ist: was kann man und was soll man alles gesetzlich regeln? Dass sogar die Italiener und die Türken sich einstweilen an Rauchverbote halten, heisst noch nicht, dass diese richtig und gerechtfertigt sind. Ich würde mir solch’ jakobinische Erziehungsdiktatur eher auf anderen Gebieten wünschen.... Und wer sagt uns, dass nicht als nächstes fettes Essen verboten wird (ausser in Eckkneipen)?
Zudem wird durch solche Verfügung die Menschheit in zwei künstliche soziale Gruppen geteilt: die Raucher gehn vor die Tür und kommunizieren eher untereinander – zusätzlich werden sie aber nebenbei in kleinen, stickigen, verglasten Räumen öffentlich zur Schau und an den Pranger gestellt. Vergleichbar wäre ein Pflichtschild um den Hals der Männer: Ich bin Puffbesucher. Ich bin Porschefahrer. Ich esse Fritten!
Kann Verantwortung gesetzlich geregelt werden oder lassen Gesetze uns nicht vielmehr unverantwortlich handeln? (siehe zum Beispiel die Alkoholprohibiton in den USA) These: Verantwortung kann bloss durch ein Gefühl für Recht und Unrecht entstehen. Durch ein Gesetz werde ich das aber niemals erreichen, sondern nur über die Einsicht. Wie sind all die Greenpeaceler, Antimondialisten und Fastfoodgegner zu ihren Einsichten gekommen? Durch Gehirnwäsche, sagst Du? Naja aber nicht durch Gesetze.