Wahlen
Ernesto war nach dem Wochenende der Gemeinderatswahlen recht zufrieden. Zwar hatte die Blöde Partei wieder gewonnen, aber doch selbst 8% verloren und zu einigen interessanten Folgerungen Anlass gegeben. Sie hatte zum ersten Mal ihren Anteil an den Stimmen nicht steigern können. Sie hatte insgesamt 16 Gebiete verloren. Die Provinzen an der Küste und im Osten waren fest in der Hand der Opposition. Das Meer scheint die Intelligenz der Leute zu steigern. Auch in der Metropole, die zwar insgesamt, aber doch in einem Kopf-an-Kopf-Rennen, wieder in die Hände der Blöden Partei gefallen war, gingen viele Küstendistrikte an die Opposition über. Nur noch im Innern des Landes hatte die Blöde Partei ihre Stützpunkte. Die Bestechungsversuche der Blöden Partei hatten nicht gefruchtet. Die Leute nahmen zwar die Kühlschränke und Möbel, stimmten aber hinterher für die Gegenparteien. Hier und da hatte die Blöde Partei sich im Kandidaten vertan, so kippte sie in einer Provinz den verdienten Bürgermeister ihrer Partei, welcher darauf als Unabhängiger antrat und gewann. Im Ganzen gesehen war die folgende Situation eingetreten: Die Blöde Partei hatte nicht vermocht, die laizistische Intelligenzia der Küsten zu sich hinüberzuziehen. Ihre Stammwähler aus den armen Schichten wurden zudem zusehends sauer auf die neoliberale Politik der Blöden Partei, deren Anführer immer noch die Auswirkungen der weltweiten Finanzkrise auf unser Land leugnete. Gute Aussichten für die Parlamentswahlen in zwei Jahren! Elif und Ernesto waren ausserdem frohgelaunt, weil der Dorfvorsteher ihrer Wahl gewonnen hatte und auch das nahe Städchen den Bürgermeister gewechselt hatte. Ausserdem hatte die Blöde Partei auf der gesamten Halbinsel keinen Stich gekriegt J. Der neue Dorfvorsteher war zudem – wie es sich gehört – aus unserer Nachbarschaft, ein Bruder unseres dünnen Sammeltaxichauffeurs, der mit seiner übergewichtigen Frau echt wie Don Quijotte und Sancho Pansa aussah...... Sie bezogen von da her ihre Eier. Bestechung? Hihi
