logbuch lautumbruch
km11,5
auf dem weg zur eva. ich muss zur monatsabrechnung in die büchsenstraße. an der kasse wartet vor mir herr aydogdu, mein alptraum. er hatte ein jahr lang unter mir im keller gewohnt. er lieh sich zu jeder tages- und nachtzeit bier und margarine von mir. die margarine geriet ihm in der bratpfanne in brand, und sein kellerzimmer mit. oft brach er seine eigene türe mit dem kuhfuß auf, weil er die schlüssel verloren hatte. sogar nach seinem rauswurf bat er mich ab und zu, ihn doch im flur schlafen zu lassen. heute sah er gepflegt und nüchtern aus. hallo! aber mehr lieh ich ihm nicht. ob gott existiert? vermutlich schon, denn er konnte arabisch, seinem propheten den koran zu diktieren. es ist gar nicht so leicht. der lautumbruch bei den verschiedenen pluralformen! suk-aswaq, dukhan-dukakin, tadschin-tudschar!!! wer sollt das erfunden haben. es gibt ihn. die evangelische gesellschaft aber sucht ihn noch immer. beim stehbäcker spielen die bedienung und ich mit unserem lächeln ping-pong sie ist hellblond, bronzehäutig, hat weißgrünen lidschatten und heißt hülya.
