Herr Brosch (Somnamboulevard)
In einem großen, blumengeschmückten Schiff gleiten wir gemächlich die Elbe aufwärts. Der Fluss hat lachende grüne Ufer mit Parks, Statuen, Lusthäuschen. Der Flusslauf erweitert sich bald zu einem Binnensee, welcher in der Sonne golden glänzt, bald verengt er sich unter dem Nadelöhr einer Brückenwölbung. Wir gelangen endlich in ein Hafenbecken direkt neben Herrn Broschs Haus. Dieser hatte auch das Schiff gesteuert. Alle die Dutzende von Insassen, die ich nicht mehr mit Namen erinnere, steigen zum Haus empor. Das Obergeschoss ist offen, besteht aus Pergolen, grünen Lauben, Mauern öit Steingartenpflanzen, Brunnenbecken. Wir sind zu Gast. „Wie Herr Brosch das alles führen kann, wo er doch noch gar nicht verheiratet ist!“, sagt ein Rektor neben mir. „Herr Brosch wird nie heiraten“, entgegne ich. Wir spazieren schließlich noch zum nahen Ort, besichtigen einen mozarabischen Kirchenkomplex. „Das es das hier gibt!“ „Die gleichen Mauersteine wie an Herrn Broschs Haus!“ Vom Kirchenschiff stehen nur noch die beiden Säulenreihen und die Seitenwände. Es neigt sich im Osten tiefer. Davor ein Baptisterium mit ovaler Vorhalle, reichlich zwei Meter unter dem heutigen Niveau. In dieser Grube tummeln sich ausgewachsene, lebhafte Löwen. Einer von ihnen springt über die Brüstung auf die Besucherplattform mitten unter die Leute. Sein Fell und seine Mähne sind gepflegt und geschmeidig. Trotzdem wird uns etwas angst. Ich frage den Cicerone, wo der nächste Briefkasten sei. Eintritt: 5.40




