without a trace
Ich hatte morgens mit Nena geredet. Die Leute hier sind offen, laut, nun endlich nach den vielen Kriegen sehr politisiert. An jeder Ecke wird die Zukunft diskutiert, und selbstverständlich weiß jeder am besten, wie es weiterzugehen hätte. Jeder kennt seine Nachbarn, ein kleines Fest sollte doch noch zu schaffen sein, man besucht sich. Musik! tanzen....
Mir fällt auf, dass es viel weniger Hunde als in Deutschland gibt, eigentlich außer einigen verwilderten kaum welche. Vielleicht sind die Menschen bei euch einsamer, sagt Nena.
Die Siesta nehmen wir im weitläufigen Park von Kalemegdan, zwischen der Statue des Siegers, dem Grab Ali Paschas und dem türkischen Uhrturm. Die Aussicht geht auf Save und Donau und über die Blöcke Novi Beograds am anderen Save-Ufer bis zum Hügel von Zemun. Hier oben wechselten die Herren häufig, wurde – wie in der ganzen Stadt - ein steter Rhythmus von Zerstörung und Aufbau eingehalten. Und doch, sagt Ljubica, galt Belgrad – die weiße Stadt – lange als pazifistisches intellektuelles Zentrum, wo Serben, Moslems, Juden und Armenier auskömmlich zusammenlebten. Wird sie’s wieder?
"He who wants to conquer the fortress must first conquer his own soul. The path through the soul leads us to Belgrade, one of the oldest, most battered cities in the world. When Le Corbusier said, that Belgrade was the ugliest city with the most beautiful location, he was looking at the result of centuries of destruction. Those who love and know this city today. know it not from what they have seen or touched. Its greater, perhaps finest part has disappeared without a trace and we shall never see. photograph or touch it again. But the part of it that is gone, that can never be reconstructed, belongs to history too, the history that is inside us." (Milorad Paviº )
