Tag 1 in Zagreb - die Ankunft auf Irrwegen
Stimmung: krank
Musik: keine - kopfschmerzen
moin.
Hier hatte ich ja bereits vom Start der Reise nach Zagreb geschrieben. Gestartet sind wir am 27. Dezember mittags um 12:30 (mit ner halben Stunde durch die Holländer verursachte Verspätung).
Angekommen sind wir am 28. so gegen 10 Uhr. Leider war unser Busfahrer nicht in der Lage, den vielen vielen Hinweisschildern zum Deutschen Empfang zu folgen, und so setze er uns direkt an den Messehallen ab. Zagrebački Velesajam - ein überaus wichtiges Wort, wie sich später noch rausstellen sollte.
Zagreb liegt ca 20km (wenn ich das richtig im Kopf habe, weit isses jedenfalls nicht) von der slowenischen Grenze entfernt - es war also tatsächlich schon hell, als wir in Kroatien einfuhren. Und durch die Grenze waren wir ja nu auch wach.
Die paar Kilometer durch Kroatien waren - nun ja. Man dachte eigentlich, wo ist man denn hier gelandet? Verstärkt wurde der Eindruck, dass alles so grau sei noch dadurch, dass es ziemlich nebelig war - aber insgesamt standen sehr viele sehr marode Häuser an den Straßenrändern.
Allerdings ist grau und marode nicht das einzige Bild, was wir aufnahmen - mitten zwischen ein paar grauen Blöcken standen nämlich hochmoderne Neubauten, zum Teil vollverglast, genauso wie hier halt.
Der Eindruck, dass Zagreb eine Stadt der Gegensätze ist, sollte sich auch später noch fortführen. Aber nun zurück zum Irrweg:
Nachdem man uns nu also mit Sack und Pack abgesetzt hatte - und auch noch in die falsche Richtung geschickt hatte, landeten wir erstmal am italienischen Empfang. Brachte uns leider nicht so wirklich weiter. Von dort aus schlugen wir und durch zur Information, wo man uns versuchte zu erklären, wo wir hinmüssen. Und dann machten wir uns auf den Weg....20 min später waren wir immer noch auf dem Weg....aber iiiiiiirgendwann, ja, irgendwann sahen wir dann die riesengroßen Hinweisschilder für die Busfahrer....Nun ja. Man muss nicht alles verstehen. Wir waren ja jetzt auch da.
Am Empfang erhält man eine kleine Einführung, wie das so abläuft die nächsten Tage, man kriegt ein "Programmheftchen" mit den Uhrzeiten und Liedern, seine Essensmarke und sein Tiket für die öffentlichen Verkehrsmittel.
Viel wichtiger ist jedoch die Unterkunft. Bei diesen Jugendtreffen werden die Leute - ähnlich wie beim Weltjugendtag - in den umliegenden Gemeinden untergebracht. Wenn man Pech hat, dann ist man auch schonmal locker 2 Stunden unterwegs, bis man an den Messehallen ist.
In Zagreb hatten wir das Glück, alle in Gastfamilien untergebracht zu sein, die andere alternative wären Sammelunterkünfte gewesen, also Turnhallen oder Gemeindesäale, wo dann 30 Leute oder so auf einmal untergebracht werden.
Da wir uns entschieden hatten, in den Chor zu gehen, standen wir vor dem ersten Problem. Wir passten nicht alle in eine Gemeinde rein. Dazu muss ich sagen, ich habe im Bus ne Gruppe aus Düsseldorf kennengelernt, an die ich mich gleich mal drangehangen habe, und so waren wir insgesamt 7. Aufgeteilt wurden wir dann 5 und 2 - mein nun "Gemeindekollege" kannte in der Gemeinde, in die wir kommen sollten nämlich schon jemand.
Nun gut.
man bekommt dann so einen Zettel ausgehändigt
Der erklärt einem, wie man mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu seiner Gemeinde kommt...
Die Schwierigkeit in Zagreb ist, das nicht alle, vielmehr die wenigstens Stationen mit Namen versehen sind. Nun hatten die fleißigen Helfer, die seit Monaten in Zagreb das Treffen vorbereiten zwar Schilder aufgehangen - aber halt nicht überall.
Wir mussten einmal umsteigen - waren uns nicht sicher, ob wir jetzt rausmüssten, waren also leicht ratlos, studierten den Zettel, versuchten draußen was zu erkennen - da sprach uns eine ältere Kroatin an, sagte den Namen der Station, zeigte nach draußen, und half uns so, den richtigen Weg zu finden.
Wenn man dann an seiner Endhaltestelle angekommen ist, hat man noch so einen Zettel hier:
Der erklärt einem, wie man zu der Kirche kommt, wo man dann die endgültigen Quartiere zugewiesen bekommt. Wir brauchten ihn eigentlich nicht mal, weil man gaaaaaaaanz viele nicht zu übersehende Schilder für uns aufgehangen hatte - und so waren wir sehr bald da.
Dort begrüßte man uns erstmal mit einer Tasse warmen Tee und superleckerem Gebäck - und wir stießen auch auf die Bekannte meines Mitreisenden, die ihrerseits aus dem Bus schon 2 Leute mitbrachte.
Da in Taize streng nach Geschlechtern getrennt wird, sind wir 3 Mädels in eine Familie gegangen und die beiden Jungs in eine andere.
Nach ein paar Minuten Wartezeit wurden wir dann abgeholt - unsere Gastmutter sprach kaum Deutsch oder Englisch - aber mit ihrer Tochter konnten wir uns auf Englisch unterhalten.
Dort bekamen wir erstmal einen Kaffee *juchuuuuuuu* und unser Zimmer - die Tochter hatte für uns ihr Zimmer geräumt.
Bei Kroaten ist es wohl ein absolutes Unding, Gäste auf dem Boden auf Luftmatratzen schlafen zu lassen - auch wenn jemand der nach Taize fährt kaum etwas anderes erwartet. Jedenfalls - wir hatten RICHTIGE Betten! Was waren wir glücklich!
Lange konnten wir nicht bleiben, denn wir hatten nachmittags noch Chorprobe, wo wir dann feststellen durften, dass es ziemlcih schwierig ist, komplett neue Lieder in kroatisch zu lernen. Aber nun ja.
Danach gab es dann den berühmten Marsch zur Essensausgabe - 2x am Tag zieht nämlich eine Karawane um die Messehallen, erst zur Halle 1, wo es Futter gab, und dann zur Halle 6, wo man Essen konnte.
In der Essensausgabehalle sah es dann so aus (das Bild ist vom Mailandtreffen und von der Taize-Homepage geklaut, aber bei uns war es ähnlich)
Was man dann so bekam war folgendes:
- warmes Dosenfutter (ich hatte Glück und habe kein Mal die Kohlroulade erwischt, dafür hatte ich 3x Bohnen mit Wurst, hier zu sehen ist "Reis", wobei das mehr Gemüsepampe mit ein wenig Fleisch und Reis war....)
- 1 Flasche Wasser (nicht zu sehen)
- 1-2 Brötchen
- Belag fürs Brötchen, in diesem Fall Käse, wenn man Pech hatte, bekam man merkwürdige Wurst
- 1 Apfel
- gelegentlich 1 Ei
- Keeeeeeeeekse
- gelegentlich 1 Jogurt
so sah das dann aus:
Nun - Essen in Taize ist essbar, mehr auch nicht, aber man wird durchaus satt davon, und abgenommen hab ich auch noch nie.
Gespeist wird in kleiner gemütlicher Runde... in der Regel auf dem Boden sitzend.
Nun ja - einfach halt. Aber wie ich schon sagte, man wird satt, und verhungert ist dort noch niemand. Danach gehts dann weiter zur Messe, also Gebet in den Messehallen, aber dazu mach ich nen eigenen Bericht, sonst wird das hier zu lang.
so long - miss japan loving her normal food again
