indalo

19.08.2017 um 14:44 Uhr

wenn wollen zu werden wird

von: indalo

Es hat sich etwas verändert. In mir. Ich fühle mich anders. Und es erstaunt mich. Denn es heißt nicht mehr „ich will“, es heißt „ich werde“. Und das scheint auch meine Freunde zu irritieren. Denn irgendwas war gestern anders. Ich gehörte plötzlich zu euch, ich habe die Seiten gewechselt, ist das nicht kurios? Sicherlich wusste ich, dass es kommen würde, doch ich habe nicht damit gerechnet, dass es jetzt passiert. Einfach so. Gefühlt von heut auf morgen. Hmm, das muss ich weiter beobachten. Denn für mich gibt es keinen Unterschied zwischen wollen und werden. Wenn ich etwas will, dann werde ich das auch tun. In dem Moment, in dem ich sagte „Ich will die Welt bereisen.“ war für mich sonnenklar, dass ich eine Weltreise machen werde. Doch diesmal stand etwas zwischen mir und meinem Wunsch, nicht wahr? Diesmal hing es nicht nur von mir ab, ob ich meinen Willen auch bekomme. Vielleicht ist es das. Vielleicht passiert das jetzt, weil ich die größte aller Hürden genommen habe. Alles, was jetzt kommt, entscheidet das Universum. Denn ich habe entschieden. Ich habe gemacht und getan. Nun geht es locker flockig weiter. Ich werde…

10.08.2017 um 21:17 Uhr

Der Moment gehört wieder mir

von: indalo

Das Leben ist ein komisches Ding. Mir fehlen die Worte, und doch möchte ich so dringend festhalten, was mich bewegt. All das, was mich in den letzten Tagen davon abgehalten hat, etwas aufzuschreiben. Denn es gab so viel, so verdammt viel. Und hoffentlich findet auch die ein oder andere Geschichte ihren Weg hierher, doch jetzt geht es vielmehr um das Ganze. Um das Leben, um mein Leben. Mein Leben, das immer wieder die sonderbarsten Wendungen nimmt. Wobei Wendung übertrieben ist, denn mein Leben wird weiter seinen Weg gehen. Den Weg, den ich vor so vielen Jahren eingeschlagen habe und nun fortwährend anpasse. Nichts davon war eine Kehrtwendung, oder ein abrupter Richtungswechsel. Es ging immer weiter voran. So auch jetzt. Und die letzten Tage waren einmalig, auch wenn sie gar nicht so besonders waren. Ich könnte vermutlich ein ganzes Buch darüber schreiben, würde ich es analysieren. Doch vieles nehme ich einfach nur wahr, vieles bewundere ich und nicke doch gelegentlich lächelnd mit dem Gedanken „Ich hab’s doch geahnt.“ Ich fühle mich so bestätigt in meinem Sein, in meinem Ich. Irgendwann dachte ich, dass es mich wieder gibt. Mich, den Menschen, der ich bin. Der Mensch, der mit so viel Freude und Gelassenheit, mit so viel Individualität und doch sozialem Umfeld, begeistert und unbeirrt seinen eigenen Weg geht. Denn ich habe mich keine einzige Sekunde verstellt, ich habe nichts auch nur ansatzweise für irgendwen gemacht. Ich habe mich zu irgendwelchen Leuten an den Tisch gesetzt, wenn ich es wollte, ich habe mich in die Bar begeben, wenn mir danach war, und mich zurück gezogen, wenn ich es brauchte. Ich weiß wirklich nicht wieso, aber der Begriff Trendsetter hat sich stark in meinem Kopf festgesetzt. Ich habe diverse Menschen angezogen wie ein Magnet. Egal wo ich saß, es dauerte nicht lange, bis sich eine Gruppe um mich formte - und dabei starrte ich nur aus dem Fenster. Ich habe niemanden unterhalten und war doch ständig Gegenstand der Unterhaltung. Mir scheint, meine Ausstrahlung hat einen ihrer Höhepunkte erreicht. Und das gar nicht mal gegen Ende der Reise, es begann mit der Landung am Flughafen und der Frage der Übernachtung. Es folgte eine persönliche Begrüßung meiner Person durch einen Teil des Personals im Restaurant, und ich bin jetzt noch nicht darüber hinweg, dass frau sich an mich erinnert. ICH erinnere mich nicht an sie, und SIE hat seit dem mehr als tausend Leute bedient. Und selbst die bösen Zungen, dass sie alle Passagiere registriert haben und mit Leichtigkeit die Fotos als Vorbereitung angucken könnten, kann ich zum Schweigen bringen, da niemand sonst sich erinnert. Ich habe nicht einmal die obligatorische Flasche Wein bekommen, die viele andere an Bord bekamen, da der Name im System war. Sie allein guckte mich an und reagierte prompt. Ich war viel zu irritiert um angemessen zu reagieren.

Wie dem auch sei, es geht also nicht nur darum, wie ich jetzt bin, sondern auch darum wie ich vor vielen Monaten war. Und wohl auch darum, dass dieser Teil überlebt hat. Es ist so viel kaputt gegangen in mir, dass ich wahre Mühe hatte und habe, mich zu finden. Einzelne Ereignisse haben mich total aus der Bahn geworfen - auch Positive. Ich weiß immer noch nicht, was mich noch erwartet, es gibt weiterhin offene Fragen, neu aufgetauchte Fragen, die irgendwann vielleicht rückblickend beantwortet werden. Doch die letzten Tage haben es geschafft, dass ich wieder im Moment lebe. Ich kann über die Zukunft reden, ich kann von der Vergangenheit erzählen, und ich schaffe es zeitgleich im Moment zu sein. Und zwar nur im Moment. So sehr, dass ich überwältigende Begegnungen und tiefe Gefühle nicht einmal mehr festhalte. Ich begann diese Reise unglaublich aufgewühlt, da lebensverändernde Dinge passierten. Einschneidende Ereignisse, die ich nur als weltbewegend bezeichnen kann. Ich platzte innerlich. Vor Freude, vor Stolz, vor Faszination. Und ich fragte mich, wann und wie das bloß ein Ende finden würde. Unvorstellbar. Doch die letzten Tage machten es möglich. Ich dachte nicht mehr darüber nach, was für zauberhafte Dinge kurz zuvor passierten, es ist gänzlich aus meinen Gedanken gestrichen worden. Und das ist etwas Gutes. 

07.08.2017 um 22:46 Uhr

Dirty Harry und die Rentiere

von: indalo

Wenn es Waffeln zum Frühstück gibt, gibt es dazu auch Eisbären. Da gibt es einen ganz klaren Zusammenhang. Denn heute gab es Waffeln zum Frühstück und mein persönlicher Kellner freute sich mehr für mich als ich. Nicht, weil ich mich nicht freute, sondern weil man sich gar nicht so sehr freuen kann wie er. Aber so ist er, voller Lebensfreude. Doch eigentlich begann mein Tag mit dem Weckerklingeln um sechs Uhr morgens. Eine Stunde vor dem Weckruf. Ich vernahm nur die Stimmen meiner Zimmergenossen, dass man doch eh draußen nichts sieht, und schon war wieder Ruhe. Eine Stunde später kam der Weckruf und kurz darauf die Ansage, dass Eisbären am Strand zu sehen sind. Aha. Die Erfahrung hat gezeigt, dass Eisbären hier bereits viele Kilometer in der Ferne entdeckt werden, sondern ich stur liegen blieb. Doch da ich ja Hoffnung auf Waffeln hatte, schälte ich mich doch aus dem Bett und erklomm die vielen Stufen nach oben. Ja doch, da bewegen sich Punkte. Einer rennt weg, ganz weit weg. Zwei bleiben da und wir nähern uns. Ich rieche schon die Waffeln und geh frühstücken. Das wird schon noch mit den Bären. Und so sah ich sie wieder einmal von meinem Stammplatz aus, während ich warmknusprige Waffeln mit Obstsalat genoss. Einfach herrlich.

Spontan wurden die Tagespläne umgeworfen und wir in Zodiacs verfrachtet um uns den Eisbären zu nähern. In vier Kreisen näherten wir uns auf siebzig Meter und lernten so unseren Dirty Harry kennen. Der bewachte seine Beute nämlich vor einem viel kleineren Eisbären, und in der vierten Runde rochen wir den Walrosskadaver auch. Dirty Harry war zwar satt, aber abgeben wollte er nichts. Nicht einmal Zeit für ein Bad hatte er, sodass er eher einem Braunbären als einem Eisbären glich. 

Nach dem Mittag ging’s an Land, von Rentieren war die Rede. Als ich das erste entdeckte, war ich schon hocherfreut und fotografierte es in der Ferne. Niemand sagte mir, dass hinter dem nächsten Felsen noch eins steht, und zwar zum Greifen nah. Es kam auch immer näher, sodass uns irgendwann nur fünf Meter trennten. Phänomenal. Ich hab grandiose Fotos und Erinnerungen, zog dann aber noch weiter um auch andere Rentiere zu begutachten. Rentier… Reh… Antilope… für mich macht das alles kaum einen Unterschied. Bin ich ignorant? Vielleicht. Anmutig finde ich sie ja trotzdem, egal was sie nun sind. Und - ja, die Arbeit verfolgt mich überall hin - ich zog den Vergleich, dass ich bei Menschen genauso ignorant bin. Wesen auf zwei Beinen, was anderes sehe ich im Job nicht, was anderes interessiert mich da auch nicht. 

06.08.2017 um 09:04 Uhr

Snowbow

von: indalo

Erst ein Knacken, dann doch noch eine Durchsage. Es ist morgens um sieben, dichter Nebel und auf Grund der Wetterbedingungen sind wir über Nacht so langsam unterwegs gewesen, dass wir erst in vier Stunden ankommen. Während ich darüber nachdenke, dass sie das Frühstück dann auch nach hinten schieben könnten, vergeht tatsächlich mehr Zeit als ich denke, und plötzlich ist es kurz vor acht. Dann aber los, denn nach meiner Rechnung sollte es heute wieder Waffeln geben. Leider rechnen sie an Bord anders, sodass es ein eher trauriges Frühstück wird. Keine Waffeln und nicht einmal arme Ritter. (Ja, ich jammere gerade auf sehr hohem Niveau.) Der Blick aus dem Fenster variiert von Minute zu Minute. Bei Zeiten sieht man kaum weiter als zehn Meter, doch manchmal entdeckt man sogar den Horizont. Doch das Spannendste ist die extrem ruhige See. Alles spiegelt sich, nichts bewegt sich. Es hat etwas Beruhigendes. Und so langsam kommt auch ein wenig Sonne durch. Das ist Grund genug um sich warm einzupacken und auf Deck die Sicht zu genießen. Und während alle nach vorne starren in der Hoffnung, Eisbären oder Wale zu sehen, bewundere ich lieber den perfekten Kreisausschnitt über dem vermutlichen Horizont. Das ist doch ein Regenbogen, oder nicht? Aber von Farbe keine Spur, er ist genauso weiß wie der Nebel. Und weil rainbow einfach die falsche Bezeichnung ist, nenne ich ihn snowbow. Korrekt wäre vermutlich eher fogbow, aber snowbow klingt so viel schöner!

Und ein echtes Post Scriptum:

Keine drei Tage später erfahre ich, dass es den Begriff fogbow bzw. Nebelbogen tatsächlich gibt. Für mich wird der erste Nebelbogen meines Lebens aber immer ein snowbow bleiben. 

05.08.2017 um 22:38 Uhr

Zwei Geburtstage und eine Art Sonnenuntergang

von: indalo

Wenn man in die Arktis fährt und nach einem Tag wunderbaren Sonnenscheins noch einen Eisbären hat, der nicht nur auf einen zukommt, sondern auch noch wunderbar für die Kamera post, dann fragt man sich doch glatt, was man noch erwarten darf. Die Reise hatte kaum begonnen, und wir hatten bereits zwei grandiose Tage. Nun sind zwei weitere vergangen, und es fühlt sich wie eine halbe Ewigkeit an. Im Positiven, versteht sich. Denn schon am frühen Nachmittag reden wir vom Vormittag als wär es gestern gewesen. Und als unser Reiseleiter meint, dass drei Tage in Folge mit Eisbären schon etwas sehr Besonderes sind, dann kann ich gar nicht fassen, dass es wirklich schon drei Begegnungen mit Eisbären waren, und das in nur drei Tagen!

Heute entdeckte der gute Mann auch noch einen arktischen Fuchs. Wie er das am Steuer eines Zodiacs und im Vorbeifahren gemacht hat, ist mir ein Rätsel, aber ich war live dabei. Entgegen meiner Vorstellung war der Fuchs nicht weiß, dafür entpuppten sich die weißen Punkte auf den Klippen als eine Eisbärin samt Jungem. Wir kamen dichter ran und konnten sie beim Klettern beobachten. Faszinierend. Auch das Junge war gut dabei, auch wenn beide eher ausgehungert waren. Ob sie den Sommer überleben, steht in den Sternen. Das ist dann eben der Kreislauf des Lebens. 

Am Nachmittag stolperten wir (zumindest bemerkte ich erst spät meine Umgebung) über eine große Gruppe männlicher Walrösser - oder Walrosse? Ohne Internet kann ich das nicht einmal nachgucken. Doch das soll keine Beschwerde sein, denn ich genieße dieses zeitlose Leben. Ich achte weder auf Tage, noch auf Zeiten. Am Morgen werden wir geweckt, die Essenszeiten kann man gar nicht verpassen und zu jedem Ausflug wird man extra aufgerufen. Es ist Urlaub, wie er im Buche ist. Und doch bin ich oftmals hundemüde. So müde, dass ich mich aufs Bett werfe und vor mich hinschlummer. Ist es das Schaukeln des Schiffes? Die Unmengen an Essen, die man auch verdauen muss? Die viele Seeluft? Oder womöglich doch die Anstrengung der Aufregung? Dabei fühle ich mich gar nicht so überwältigt, während ich meine Umgebung betrachte. Es ist ein schlichtes Aufsaugen und entspannt genießen. Es ist ein wunderschöner Fleck auf der Erde, den ich irgendwann wieder besuchen werde. 

03.08.2017 um 12:00 Uhr

Drei Grad am dritten August

von: indalo

Ich träume. Rums. Krrrccchh. Stille. Es ist Viertel vor sieben, sagt jemand. Das war Eis. Wir sind angekommen. In einer Dreiviertelstunde würde es den Weckruf geben. Aber das laute Kratzen des Eises nehm ich lieber. Ich bleibe liegen, denn wir werden nur noch tiefer ins Eis fahren, es wird genug zu sehen geben. Mein Bett ist warm und gemütlich, ich werde langsam wach. Und ich habe Hunger. Dann kommt der Weckruf mit Temperaturansage. Drei Grad am dritten August. Kurz darauf folgt die Info, dass ein Eisbär gesichtet wurde. In die Klamotten und aufs Deck. Ja, doch, in der Ferne erahne ich den Eisbären. Meine Mitreisenden haben Feldstecher und Ferngläser, ich habe bloß meine Augen. Der Punkt bewegt sich nach links, angeblich auch auf uns zu. Es ist kurz vor acht, gleich gibt’s Frühstück. Und während die anderen den Punkt in der Ferne beobachten, geh ich zum Essen. Ich rieche Waffeln, frische, warme Waffeln. Ich hänge meinen Parka über den Stuhl an meinem Lieblingsplatz am Fenster und beim Blick nach draußen sehe ich einen Wal. Wirklich? Ich gucke weiter hin. War es doch ein Delfin? Gibt es hier überhaupt Delphine? Ich weiß es nicht. Es wird ein Wal gewesen sein. Und gleich noch einer. Ein Foto gibt es nicht. Das brauche ich auch nicht mehr. Das hier ist für mich, das muss ich niemandem zeigen, und ob mir jemand glauben wird, dass ich Wale sah während alle den kleinen Punkt in der Ferne beobachteten, ist für mich nicht mehr relevant. Ich ruhe in mir. 

Kaum dass ich mir eine der wohlriechenden Waffeln holte und zu meinen Lieblingsplatz gehe, höre ich aus einem Walkie Talkie „one o’clock, one o’clock“. Ganz egal, was da sein würde, ich nehme meinen Teller und flitze zum Frontfenster. Der Eisbär ist so nah, dass ich ihn mit Leichtigkeit entdecke. Die Waffel genieße ich noch, dann geht’s raus. Ich stelle schnell meinen Teller auf meinen Platz und sammel zwei verirrte Passagiere ein. Dann kommt die Fotoshow des Eisbären. Er findet uns unheimlich faszinierend - oder lecker? Erst schwimmt er, dann schwingt er sich auf die Eisscholle, schüttelt sich, schlendert umher und präsentiert sich von allen Seiten. Einfach majestätisch.

Noch bevor alle eingesammelt werden, setze ich mich wieder an den Tisch. Natürlich mit der nächsten frischen Waffel. Die Richtung des Schiffs betrachtend, werde ich noch während des Frühstücks den Bären sehen können. Also gibt es noch nen großen Teller mit Obstsalat - inklusive Erdbeeren. Und ich setze mich um mein Frühstück zu genießen, als sich ein Mann zu mir gesellt um mir von seiner Walsichtung zu berichten. Na, dann war ich ja nicht allein mit meiner Entdeckung. Die Unterhaltung am Tisch nimmt seinen Lauf, doch ich richte meinen Blick lieber aus dem Fenster. Die Landschaft - oder Eisschaft? - ist so schön. Und da taucht der Bär wieder auf. Als ich meine Sitznachbarn darauf hinweisen möchte, werde ich mehr oder weniger ignoriert. Zweiter Versuch. Und statt den Bären, sichten sie einen Wal. Da sind also noch mehr unterwegs. Doch wieso sehen sie den Bären nicht, der ist sooo nah. Das ist beeindruckend. Und ich beiße genüsslich in meine Waffel. Wer kann das schon von sich behaupten: Frische Waffeln, leckere Erdbeeren und ein Eisbär, der am Fenster vorbei schlendert. Ich gehöre zu den glücklichsten Menschen auf diesem Planeten, dessen bin ich mir sicher. 

Und gerade, als ich mich um zehn Uhr irgendwas auf einem dieser wunderbaren Drehsessel niederlasse, kommt eine Durchsage, dass ein Zwergwal vor uns rumtreibt. Nun weiß ich also auch, dass ich morgens einen Wal gesichtet hattet, denn wenn es ein Zwergwal war, ist es nicht verwunderlich, dass ich zuerst an einen Delphin dachte.

Der Vortrag um elf zum Thema Eisbären ist so aktuell, dass Fotos von unserem Bären eingepflegt sind. Denn auch wenn es ein wilder, frei rumlaufender Bär ist, so haben wir alle das Gefühl, dass es unser Eisbär ist. Es ist ein junger Bär, eindeutig männlich und vermutlich drei Jahre alt, maximal fünf. Und es ist ein gesunder Bär, durchschnittlich dick und wohlauf. So wie wir. Gesund, munter und voller Lebensfreude. 

01.08.2017 um 15:41 Uhr

Die Aussagekraft einer Umarmung

von: indalo

Bevor ich mich auf das nächste Abenteuer einlassen kann, muss ich wohl wirklich ein paar Worte festhalten. Denn es geht mir seit dem Beginn meiner Durchreise unaufhörlich durch den Kopf. Erst war es die Bedeutung einer Umarmung, doch mir scheint, Aussagekraft ist aussagekräftiger. Denn es geht mir darum, was alles mit einer einzelnen Umarmung gesagt werden kann. 

Ich bin ein Mensch der Worte, der Fragen, des Diskutierens. Alles kann analysiert werden, doch nichts lässt sich hundertprozentig greifen. Wir müssen sehen, fühlen, anfassen, eh wir verstehen können. Und so wichtig mir Worte auch sind, so sehr weiß ich trotzdem um ihre Beschränktheit. Denn was diese eine besondere Umarmung alles zu sagen vermochte, hätte viel zu viele Worte gebraucht. Worte kann man hinterfragen, diese Umarmung nicht. 

Es war Freude, es war Dankbarkeit, es war Liebe, es war Unterstützung, es war Geborgenheit, es war Zustimmung, es war Sicherheit. Ja, ich glaubte auch den Worten zuvor, aber allein der Umstand, dass nicht ich diese Umarmung initiierte, sprach Bände. Ich hätte es getan, ich wollte es auch, doch ich fühlte mich viel mehr umarmt, als dass ich umarmte. 

Was andere wohl dachten, als sie uns sahen? Konnte jemand die Bedeutung erfassen? Oder auch nur erahnen? Unvorstellbar, was wir da kommunizierten, doch vielleicht war zumindest die Intensität für andere deutlich. 

Vor Jahren schrieb ich etwas zu dem Wert einer Umarmung, doch ich möchte betonen, dass  auch wenn diese Umarmung unheimlich wertvoll war, ihre Aussagekraft viel bedeutungsvoller ist. Sie löschte alle Fragen in mir, alle Zweifel. Ich war vorbereitet, hatte Argumente noch und nöcher, und sie lösten sich alle in Luft auf, als ich in dieser Umarmung steckte. Wie weggepustet. Und mein rationales Ich könnte das niemals verstehen, aber es ist besonnen genug um es zu akzeptieren. Ich kann fühlen und geschehen lassen. Ich kann nicht nur mit Mimik und Gestik kommunizieren, ich kann es auch mit Schwingungen. 

Und nun begebe ich mich beschwingt ins nächste Abenteuer. Vor einem Jahr gebucht, und nun ist es so weit. Ich möchte nicht einmal „endlich“ sagen. Es ist einfach so weit, und das ist gut. 

31.07.2017 um 19:26 Uhr

Auf Durchreise

von: indalo

Es begann mit einem Sprint zum Busbahnhof. Die halbe Stunde barfuß auf heißem Asphalt würde sich später in Form einer riesigen Blase rächen - doch davon ahnte ich nichts, als ich mich schwitzend in den Bus setzte. Eine halbe Stunde verfrüht trafen wir in Warschau ein, ein Grund zur Freude? Sicherlich. Aber die halbe Stunde würde ich brauchen, um die richtige Straßenbahn zu finden. Bis einer, der vermutlich auf der Straße lebt, mich auf Polnisch ansprach. Ich warf ihm nur „English?“ entgegen und schaute weiter verwirrt umher. „Direction?“ kam es nach kurzer Überlegung zurück und ich zeigte auf die Straßenbahn und zeigte ihm zwei Mal drei Finger. „Three three?“ Ich nickte zustimmend. Er ging in die Ecke der Betrunkenen und kam kurz darauf zurück um mir die Richtung zu zeigen. Wie nett. Und will er jetzt Geld von mir? Vielleicht, aber falls dem so ist, ignoriere ich das gekonnt. Und als ich später meiner Gastgeberin davon erzählte, fiel mir auf, dass der gute Mann mich vermutlich zu seines Gleichen zählte. Wie ich da stand, einen unförmigen Rucksack auf dem Rücken, barfuß mit verschmutzten Füßen und einer Isomatte im Arm. Ja, man könnte mich für einen Bettler halten. 

Am nächsten Morgen ging’s früh los, man bestätigte mit mehreren Tags und einem Yes, dass ich im richtigen Bus sitze und am Busbahnhof angekommen, ergattere ich einen Platz in der ersten Reihe. So weit, so gut. Wir fahren bis zur nächsten Stadt und machen eine vierzigminütige Pause, da der Verkehr so gut lief. Von mir aus. Genug Zeit, mir Obst fürs nächste Frühstück zu besorgen. Doch als wir auch an der zweiten großen Stadt vorbei sind, hält der Busfahrer auf einer Raststätte. Irgendwas mit Klimaanlage. Aha. Er will sie wohl reparieren. Motor aus, Motor an, kurz warten und dann alle wieder rein. Weiter geht’s. Nicht viel später, immer noch in Polen, halten wir wieder an einer Raststätte. Die polnischen Fahrgäste sind sichtlich erregt, ich verstehe kein Wort, sehe aber, wie drei Herrschaften ihre Koffer aus dem Gepäckraum holen und sie in einem Auto verstauen. Wie ist das so schnell passiert? Mit Hilfe einzelner Fahrgäste kommen die Informationen „Klimaanlage zu schwach“, „Fahrer fühlt sich unsicher“ und „wir warten auf den nächsten Bus aus Warschau“ bei mir an. Ich beschließe also, meinen Gedanken, mir eine Mitfahrgelegenheit zu suchen, in die Tat umzusetzen. Das Glück ist mir hold, der zweite Mann, den ich anquatsche, sagt direkt zu. Also flitze ich zurück zum Bus, gestikuliere wild vor dem Gepäck herum und bekomme so den Busfahrer dazu, mir meinen Rucksack zu geben. Für die Isomatte musste er noch einmal klettern. Dann renne ich voll bepackt über die Tankstelle und er winkt in meine Richtung. Wunderbar. Am Auto angekommen nimmt er meinen Rucksack und ein zweiter Herr begrüßt mich, eh ich ins Auto steige und sie Spanisch sprechen höre. Liebes Universum, du bist toll!

Kaum rollen wir von der Raststätte, stehen wir im Stau. Egal, selbst wenn der Bus irgendwann kommen würde, müsste er genauso in diesem Stau warten. Ungesicherte Unfallstelle zwischen der Grenze und Frankfurt (Oder). Das hieß es auch immer wieder im Radio. Kein Ding, ich werde schon nach Hause kommen. Und sobald es frei wurde, flogen wir mit hundertsechzig über die Autobahn. Einmal gab’s noch einen Fahrerwechsel und dann waren wir auch schon da. Man setzte mich an der nächstbesten S-Bahn Station ab und ich hatte zwar hin und her überlegt, ob ich mich da abholen lasse (die Blase war doch recht unangenehm), doch das bereit gelegte Tagesticket am Automaten sagte mir, dass ich alles richtig gemacht habe. Die S-Bahn rollte ein, als ich die letzten Stufen zum Bahnsteig herabstieg und auch das Umsteigen lief problemlos. 

Zu Hause angekommen machte ich mir Haferbrei, aß von meiner leckeren Schokolade und entschied dann doch, direkt ins Bett zu gehen und am nächsten Morgen zu packen. Also breitete ich die Isomatten aus und bedauerte den toten Käfer im Schlafzimmer. Meine Blume hat meine Abwesenheit auch eher schlecht als recht überlebt, sodass ich sie - ebenso wie mich - gut tränkte eh ich mich schlafen legte. 

Am Morgen machte ich in einer Stunde alles fertig, schnitt noch die Möhren für den Tag und nahm was von meinem selbst gemachten Brot mit. Und dann schlüpfte ich in Socken und Schuhe. Das war komisch. Nach weniger als zehn Stunden verließ ich meine Wohnung wieder, frisch geduscht, mit Socken, Schuhen und Rollkoffer. Das fühlte sich wirklich komisch an. Nicht falsch, nur ungewohnt. Denn mein letzter Urlaub ist irgendwie das komplette Gegenteil vom nächsten. Und so richtig umgeschaltet habe ich auch noch nicht. Der deutsch sprechende Amerikaner im Anzug hat nicht geholfen, mich aber an die Spanier mit der guten deutschen Aussprache erinnert. Das Leben ist schon verrückt. Und ich gleich dazu. Denn während meiner ersten Zwischenlandung buche ich kurzerhand einen Flug für Oktober. Reisen bekommt mir - auch wenn es süchtig macht. Und nach den letzten fünfzig Stunden hab ich sicherlich ne Überdosis genommen, doch eh ich wirklich angekommen bin, vergehen noch mehr als zwanzig weitere. 

29.07.2017 um 17:47 Uhr

Some things are meant to be

von: indalo

Da fliegen einzelne Sätze durch meinen Kopf. Gefühle steigen auf, stolpern übereinander und vereinen sich zu einem riesigen Chaos. Leben. „Now I want to hug you.“ und „Your heart is racing.“ waren die ersten wichtigen Sätze. „Yes.“ Und das musste ich verdauen. „Enjoy.“ und das wollte ich versuchen. Aber das ist alles so surreal. Ich bin übermüdet, körperlich schwer angeschlagen und emotional verworren. Und dann war da diese Show. Erst der nullte Akt: Ein Ball. Dann der erste Akt: Die Zeichensprachlerin. Und es folgten elf weitere. Bestimmt zweimal bekam ich den Mund nicht mehr zu. Es war berauschend. Berauschend genug um zum ersten Mal meine Gedanken zu bündeln. Auf das, was vor mir geschah. Nicht das, was in mir geschieht. Das hat keine Show davor geschafft. Nur die Arbeit hat mich gänzlich zentriert. Und die Arbeit hat so richtig Spaß gemacht. 

Auf dem Heimweg hieß es dann „You are my best friend right now.“ Und… ich war… verwirrt. Überrascht. Irritiert. Es gibt zig Variationen von Freundschaft, das weiß ich wohl, doch dass ich nun die Superlative sein soll, das passt nicht in mein Weltbild. „I always liked you. Even before I knew your name.“ Und da ist wieder die Feststellung, dass ich überzeuge. Einfach so. Und bis heute weiß ich nicht genau, woran es lag, aber mir ging es andersherum genau so. Vor vielen, vielen Jahren. Und damals ahnte ich nicht ansatzweise, was noch folgen würde, was das Leben noch für uns bereit halten würde. 

Der Spaziergang brachte noch weitere Gedanken hervor. Es steht im Raum, dass ich die Patenschaft für den dritten Zwerg übernehmen soll. „It’s not about money or presents, we have a different idea. It’s like asking you to be part of the family.“ Ich fühle mich geehrt. Ein wenig verwirrt, aber geehrt. Immer noch verwirrt. Und es hieß „Is that going to be weird?“ Ich glaub, schon da war es alles zu viel für mich. Das verarbeitet mein kleines Herz nicht so schnell. Nein ist die Antwort, denn das Eine hat mit dem Anderen doch nichts zu tun. Komisch finde ich es schon, aber ganz unabhängig von allem anderen. 

Zu Hause angekommen unterschrieb ich noch eben den Vertrag um dann zum Zähne putzen zu verschwinden. Als ich gefiltertes Wasser gegen kochendes tauschte, hieß es „I asked. The answer is Yes.“ Und auch wenn mein kleines Herz schon vorher viel zu verarbeiten hatte, so war klar, dass es jetzt noch mehr zu tun hat. Wie jetzt? So einfach? So schnell? 

Ich legte mich mit Wärmflasche ins Bett und lauschte meinen Gedanken. Man, war das spannend!

Am Morgen eilte ich in die Halle um mein Busticket zu besorgen, quatschte mit einer vorbei laufenden Bekannten über einige Beobachtungen meinerseits die sie bestätigte und wollte dann zum Frühstücken zurück, als sie Müll sammelnd, vorn über gebeugt auf der Wiese stand. Ich blieb stehen und guckte sie an, als sie auf mich zukam und mich ganz fest umarmte. „Ich habe das also nicht geträumt?“ - „Nein, hast du nicht.“ Also erzählte ich von meinem Aufwachen mitten in der Nacht, als mich die Surrealität des Ganzen wieder traf und ich hoffte, dass es Realität war. „Also ich hab ganz viele Fragen, aber Ja.“ Und ich redete vor mich hin. Es ging irgendwie darum, allein zu sein und es war weniger Skepsis als Bewunderung, hatte ich zumindest den Eindruck. Niemand zweifelt, wie kommt das bloß? „Es braucht ein Dorf. Hast du das?“ - „Ja, das habe ich.“ Und ich redete weiter. Die Themen sprangen, später gab’s Frühstück und bei der Verabschiedung am Nachmittag sagte ich nur „Du hattest so viele Fragen, oder hab ich die womöglich schon beantwortet?“ - „Ich hatte drei große, und die hast du irgendwie schon beantwortet. Über die Details können wir dann noch reden.“ Und ich rauschte davon, sprintete zum Busbahnhof und saß drei Minuten vor Abfahrt im Bus. Nun rauschen Wiesen und Felder an meinem Fenster vorbei, während ich versuche, dieses surreale Erlebnis zu verarbeiten. Zu verinnerlichen. Denn das ist alles unheimlich wichtig. 

 

„Dann hast du noch einen Wunsch frei.“ und kein Wort darüber, dass jetzt die wahren Beweggründe klar wären. Nein, eher noch mehr Bestätigung. „Du bist zu einem Teil der Familie geworden. Er nennt dich Mama.“ Doch das tat er direkt bei unserer ersten Begegnung in ihrem Zuhause. Es waren seine ersten Worte an mich, als er aus dem Mittagsschlaf erwachte. Ja, auch noch am Abend zuvor, als ich ihn auf den Arm nahm und ihm den Mond und einen Stern zeigte. „Stern.“ und mein Herz hüpfte. Er hat Stern gesagt. Was war das schön. Dann sagten wir dem Mond noch gute Nacht, eh ich ihn seiner Mama übergab, die mir ein von Herzen kommendes Danke entgegen flüsterte. Der Abend war zu viel für sie. 

23.07.2017 um 23:12 Uhr

Herzenswunsch

von: indalo

„Du hast uns so viel geholfen in letzter Zeit.“ war der Anfang der kurzen Unterhaltung. In mir passierte viel mehr als die nächsten Sätze ahnen ließen. „Ohne dich wär das hier nicht möglich gewesen.“ - „Doch, ich glaube, das hätte er auch allein geschafft.“ - „Nein, das glaube ich nicht.“ Und es war keine Bescheidenheit, die mich das sagen ließ. Ich bin mir sicher, dass er das auch allein geschafft hätte. Absolut. Aber sie hat genauso Recht, denn das hätte er nicht. Ein Widerspruch? Nein. Denn meine Gedanken waren weiter gefasst als ihre. Sie implizierte, dass er das nicht in dieser kurzen Zeit geschafft hätte. Ich hingegen meinte nur, dass er es grundsätzlich allein geschafft hätte. Ich meinte aber auch, dass er immer einen Weg findet - in diesem Fall bin ich der Weg. Doch wir diskutierten das gar nicht weiter. Sie nannte dieses extremst erfolgreiche Projekt noch Herzenswunsch und „Wenn du einen Herzenswunsch hast, dann bitte Bescheid sagen.“ Und… drei Dinge gingen mir durch den Kopf. Eine Kleinigkeit, die mich aktuell umtreibt. Eine bestimmte Zahnbürste. Eine Großigkeit, eine Reise. Und etwas, das ich wirklich Herzenswunsch nennen kann und für dessen Umsetzung ich jemand anderen brauche. Ersteres ist zu banal, zweiteres können sie mir wohl kaum erfüllen, und letzteres möchte ich keinesfalls im Austausch für etwas. Ich möchte es, ich wünsche es mir von Herzen, aber es muss mir ohne Gegenwert gegeben werden. Und auch da bestätigt sich die These, dass meine Ansprüche verdammt hoch sind. Das weiß ich. Aber es sind nun einmal meine Ansprüche. 

Nun habe ich in diesem Gespräch keins der drei Dinge genannt. Ich habe gar nichts genannt. Sie schulden mir nichts und ich möchte auch nicht, dass sie das Gefühl haben, mir etwas schuldig zu sein. Ich merkte aber, dass dies meine Pläne, sie in den nächsten Tagen etwas zu fragen, ins Straucheln brachte. Denn irgendwie hätte es einen Bezug zueinander, den ich nicht möchte. Auch ohne die letzten Wochen wollte ich diese Frage stellen. Oder diese Bitte formulieren? Nein, als Erstes wird es nur eine Frage sein. Je nach Antwort folgt eine Bitte. 

14.07.2017 um 01:36 Uhr

als einziges

von: indalo

Es fällt mir schwer, mich an alles von heute zu erinnern. Ich weiß nicht mehr, wie oft man mir heute gesagt hat, dass ich der einzige Mensch bin, der... oder mit dem... und ich möchte es nicht glauben. Ich möchte verdammt nochmal nicht so einzigartig sein, ich möchte, dass auch andere meine Ideale vertreten oder eben auch so handeln, wie ich es für richtig halte.

Doch dieser Eintrag sollte keineswegs negativ sein, schließlich ist Einzigartigkeit auch etwas Schönes. Und ich möchte des nachts festhalten, wie gepudert ich mich wieder fühle. Denn es war ein grandioser Tag. Bereits morgens war ich auf Arbeit und saß mit zwei Kollegen zusammen. Ich schilderte die Situation und bekam ganz viel Mitleid, ja, auch Mitgefühl. Dann wurde ich vollends fasziniert, machte ein wenig meinen Job um anschließend mit den gleichen Kollegen auszuwerten, was in der Zwischenzeit geschah. Es hagelte Lob, aha, soso. Und dann betrat ich einen dunklen Raum, in dem ein Tisch für mich hergerichtet wurde. Es stand ein riesiges Blech Kuchen darauf, Schokolade, mit extra viel Schokolade, und mit einem Spruch beschrieben. Einem oft zitierten Satz meinerseits. Doch noch schöner war das Foto, bzw. der fehlerhafte Text auf der Rückseite. Es rührte mich, sodass die im Wasserkocher platzierte, marmorierte Rose fast schon an Beachtung verlor. Doch ich überlege noch, wie ich sie konservieren kann - denn sie ist bedeutend. Sie bedeutet mir sehr viel. Die Geste, nicht die Blume. Denn - und ja, ich weiß wie doof das ist - ich bekomme als Einziges eine solche Verabschiedung. Und ich bin gerührt, ich war es auch vor dieser Info.

Und dann arbeitete ich weiter, naja, oder tat so als ob. Und mir wurde ganz viel... naja, einfach ganz viel entgegen gebracht. War es Sympathie? Ich weiß es nicht. Vielleicht kann ich es auch nur nicht als solches annehmen, aber ich gehe mit sehr viel Begeisterung aus diesem ersten Teil des Tages. Dieser Kuchen, ich hätte ihn gerne behalten. Für immer. Und dann passierten noch viele andere Dinge, bis ich kurz vor Mitternacht von jemandem erst umarmt und dann gelobpreist werde. Nee, also das war viel. Es wurde mehrfach laut und deutlich gesagt, dass nur ich allein die Fairness besaß zwischen Können und Sympathie zu trennen. Ich möchte das nicht glauben, aber ich bade in der Anerkennung, die mir heute aus mehreren Ecken sehr deutlich entgegen gebracht wurde. Es tut mir gut, sehr sogar. Und trotzdem brauche ich jetzt Abstand. Ich fühle, wie sehr das alles an meinen Nerven zerrt. Vielleicht bin ich nach all dem Ärger des vergangenen Jahres nicht mehr daran gewöhnt, mich gut zu fühlen. Wobei immer noch kein einziger Tag vergeht, ohne dass ich bedauernd über diesen Verlust nachdenke. 

08.07.2017 um 13:50 Uhr

Noch ne kurze Nacht

von: indalo

Da hat mich der eine lange Abend diese Woche schon sehr durcheinander gebracht, nun folgte noch eine. Ein gemütlicher Abend auf Arbeit mit Reisebericht und ein Kollege, der ein Gespräch beginnt. Den selben Kollegen bat ich morgens zu einem klärenden Gespräch, sodass die Verknüpfungen mal wieder auffällig sind, aber meiner Meinung nach nicht kausal. Wie das so ist, wurden wir unterbrochen, ich brachte noch etwas weg und als ich den Heimweg antreten wollte, fuhr er gerade mit dem Auto auf mich zu. "Da reden wir, ich will das Gespräch noch beenden und du bist plötzlich weg. Das geht so nicht." schleudert er mir entgegen, als er aus dem Auto springt. Wir setzen uns auf eine Bank, ich werfe ein, dass wir das Gespräch wohl kaum beenden, aber sicherlich fortführen können, und viele Stunden später sitzen wir immer noch da. Erst geht es um Arbeit, doch dann auch ums Leben. Und als ich formuliere, dass mein Leben gerade sehr turbulent ist, dreht er sich gespannt und mit auffordernder Miene zu mir. "Will ich das jetzt wirklich ausbreiten?" Ich entscheide mich für den hektischen und gegen den emotionalen Bereich. Er schreibt seiner Frau, damit sie sich keine Sorgen macht, und ich hoffe, dass zumindest er die Wahrheit schreibt. Ich bin strikt dagegen, wenn jemand Zeit mit mir verbringt und währenddessen seine Frau anlügt. Damit kann ich nicht um. Noch weniger des nachts, wobei das letztlich nichts zur Sache tut. Unser Beisammensein hat doch nichts verbotenes, oder doch? Bzw. bekommt es etwas sehr verruchtes, wenn es mit einer Lüge in Verbindung gebracht wird. Ich lebe keine Lügen, und so gut ich Dinge auch für mich behalten kann, so wenig will ich Geheimnisse leben oder gar eins sein.

 

Des nachts geht's also nach Hause, zum ersten Mal initiiert er eine Umarmung. Ich bin nicht dagegen, aber auch nicht dafür. Es war ein beladener Tag, um zwei Uhr nachts liege ich im Bett, schlafe aber trotz großer Erschöpfung nicht ein. Mein Kopf rotiert, mein Körper will Entspannung. Kurz nach sechs werde ich wach, ich fühle mich geschlaucht. In zwei Wochen beziehe ich mein Zelt, tauche ein in ein anderes Leben. Ich brauche Abstand, und ich werde ihn bekommen.

06.07.2017 um 17:34 Uhr

Das Reh springt hoch, das Reh springt weit

von: indalo

Oh scheiße, scheiße, scheiße. Was…? Nein! Wie? Hmm… Scheiße. Einfach machen. Ja. Aber nicht alles machen. Nicht denken, agieren. Und ich habe Nein gesagt. Ich habe Nein gemeint. Ich habe Nein gewollt. Aber ich wollte auch Ja sagen. Ein Teil von mir wollte so sehr Ja sagen. Aus Neugier, aber auch aus einem Bedürfnis heraus. Ich hätte das gebrauchen können, es hätte mir gut getan, es wäre wichtig gewesen. Aber es war auch wichtig, bei meinem Nein zu bleiben. Scheiße, was ist das bloß? Und was wird daraus. „Du bist es mir Wert.“ Verdammt. Ich nahm die Zärtlichkeit und die Streicheleinheiten, aber mehr nicht. Und es war auch beides nicht relevant für mein Ego. Ich bin doch ein guter Mensch, aber ich bin aus einer anderen Welt, ich gehöre in eine andere Welt. Scheiße. Ja, das ist manchmal einfach nur Scheiße. 

Letztes Wochenende verbrachte ich wieder bei zwei Menschen, die auch nicht in die normale Welt passen. Aber die haben ihre Welt gefunden, sie haben ihre Auszeiten in ihrer Welt, und mir wurde erst kürzlich klar, dass das im Gegensatz zu mir steht. Und es scheint gerade die aktuellste Schlagzeile meines Lebens zu sein: Ich habe meine Welt nicht gefunden. Ich habe mir mein Leben gut eingerichtet, mich in dieser Welt zurecht gefunden, aber es ist nicht meine Welt. Für die einen zu anders, für die anderen zu gleich. Das habe ich schon vor drei Jahren festgehalten. Und es ändert nichts. Es ist so, ich kann versuchen es zu leugnen, aber ich kann es nicht ändern, ich will mich nicht ändern. 

Und nachdem der gestrige Abend sich bis weit nach Mitternacht zog, erwachte ich heute morgen mit der Feststellung, dass ich noch weiße Kleidung brauche. Nach einigem hin und her Gerenne fand ich sie noch, sodass ich voll bepackt zur Arbeit ging. Es war irgendwie mechanisch, es lief, es funktionierte. Und als der eine Pavillon in sich zusammenbrach, machte ich einen Satz und hielt das Dach. Ich weiß nicht, wie es funktioniert, aber es funktioniert immer wieder. Denn als ich gerade meinen Stand sicherte und nach Hilfe Ausschau hielt, stand bereits ein Kollege mit Klebeband neben mir. Ich bin entzückt. Das Essen ist grandios, die Feierlichkeit neigt sich dem Ende und dann möchte sich das Reh von mir verabschieden. Wir sprachen kurz vorher über ihre Zukunft, doch sie wollte mich später zum Abschied unbedingt umarmen. Doch als ich sie gerade im Arm habe, beginnt sie zu schluchzen. Oh weia. Und sie weint immer mehr. Das geht mir nah. So ganz anders als der gestrige Tag. „Sie waren in der schwersten Zeit meines Lebens für mich da.“ und so selbstverständlich ich das auch finde, trotzdem denkt ein Teil von mir „endlich erinnert sich mal jemand an früher“. Denn normalerweise wird immer nur den aktuellen Bezugspersonen gedankt, die Vergangenheit, so wichtig sie auch für die Gegenwart ist, ist eben vergangen. Ich wünsche ihr das Beste, und so sehr wie wir miteinander, aber auch gegeneinander gekämpft haben, kann ich guten Gewissens sagen, dass sie alles meistern kann. Und das freut mich. 

Also wirbele ich weiter durch den Raum, als ich von Mutter und Tochter gebremst werde. Das Kind mit einer Blume in der Hand, die sie - zu meinem Erstaunen - mir überreichen möchte. Beide versichern mir, wie wichtig der Anfang war, dass sie sich so willkommen und aufgenommen fühlte, dass ich den Stein ins Rollen brachte und sie das eben nicht vergessen haben. Hach je. Man muss wirklich nur ein paar Jahre durchhalten. Fünf um genau zu sein. 

Mein Leben ist anstrengend. Auf allen Ebenen stehe ich unter Spannung. Es passieren Dinge, die… ich nicht in meiner Zukunft sah. Es überraschen (und schockieren) mich zeitgleich andere Sachen, die ich nicht für möglich halten möchte. Grausame Welt, anstrengendes Leben und ein strapaziertes Ich. Und trotz allem, wegen allem, mit allem geht es mir gut. Erstaunlich, wie die Contenance kommt und geht. 

05.07.2017 um 20:38 Uhr

Der sterbende Blauwal

von: indalo

Ein ganz normaler Tag. Viele Gespräche, viel Chaos. Es wird gelacht, es wird gemeckert, die Stunden vergehen. Dann sitzen ein paar Kollegen und ich in einem Raum um zu konferieren. Ein ganz normaler Tagespunkt. Alles irgendwie entspannt, bis einer sagt: „Dann möchte ich doch die Gelegenheit nutzen um euch von dem Vorfall von heute zu berichten.“ Starker Drogenkonsum einer Vierzehnjährigen, der im Krankenhaus endete. Die Stimmung ist bedrückt. Ich bin geschockt. Erst Recht als ich den Namen erfahre. Also… irgendwie auch nicht, es passt ins Bild der letzten Wochen. Doch dann kommt der größte Schreck, der irgendwie einschneidend bleibt. Denn das war kein Versehen, das ist das Produkt einer neuen App für Jugendliche, in der ihnen bis zu fünfzig Herausforderungen gestellt werden, von denen die letzte tödlich endet. Und das ist der neueste Trend. Am Puls der Zeit. Wir machen weiter, jeder verdaut die Nachricht so gut es geht. Noch sind ja alle am Leben. Nein, noch besser, die nächste Vierzehnjährige bringt nämlich bald neues Leben. Schwanger, in dem Alter. Das Ultraschallbild ist eindeutig. Aber diesmal ist es nicht meine Nachbarin. Und es geht weiter, wir machen weiter. Denn irgendwie sind wir das schon gewohnt. Verwunderlich oder nicht.

Dann fahre ich nach diesem langen Tag zu meinem Zahnarzt, nachdem ich kurz meine Sachen zu Hause abgeworfen habe. Gestern verbrachte ich schon weit über zwei Stunden in nem Labor und versuchte ihnen zu verdeutlichen, was das Problem mit meinen Zähnen ist. Sie haben mich nicht verstanden, oder sie wollten mich nicht verstehen. Also setzte ich bei ihm erneut an. Schon wieder wurde ich nicht verstanden, dabei bin ich mir sicher, dass ich klare Worte und deutliche Sätze von mir gebe. Ich zeige sogar, was ich meine, nutze meine Hände und meinen Kiefer. Sind denn alle so schwer von Begriff? Das frustriert mich, aber viel mehr bin ich verzweifelt. Ich kann es nicht leiden, wenn ich mich nicht verständlich machen kann. Er wollte mich aber verstehen, auch wenn er mir die Worte im Mund rumdrehte. Letztlich kamen wir auf den Punkt und ich spürte eine starke Erleichterung, als ich endlich wieder normal zubeißen konnte. Ich war so erleichtert, dass es mich überraschte. Denn die Intensität spricht doch für die vorherige Anspannung. Trotzdem verbrachte ich ne schweißgebadete Stunde auf seinem Stuhl. Anschließend stand ich beim großen Supermarkt vor verschlossener Tür - ja gibt’s denn das? Also radelte ich nach Hause, und erst als ich fast zu Hause bin erinnere ich mich an diese blöde App. Und meine Stimmung fiel in den Keller. Grausame Welt. Wirklich, was für eine grausame Welt. Vielleicht bin ich ja doch zu weich für diesen Wahnsinn. Denn als ich meine Wohnungstür aufschließe, möchte ich eigentlich nur noch umarmt werden. Ich überlege, wen ich anrufen kann, doch ich möchte keine Predigt, keine Erklärungen, keine Aufmunterung. Ich möchte einfach nur jemandem in die Arme fallen und verstanden werde. Ich weiß, dass ich für diese Situation nicht die Verantwortung habe, ich weiß, dass egal was passieren wird, es nicht meine Schuld sein wird, aber ich darf es doch trotzdem furchtbar finden. Denn es ist zum Fürchten. 

Bevor ich dermaßen überwältig ins Bett gehe, möchte ich mich an das Schöne von heute erinnern. Naja, auch das beginnt mit Tränen. Wenigstens nicht meinen, aber in diesem Fall war ich der Auslöser. Und dass die betroffene Person wutschnaufend den Raum verließ, richtete sich eindeutig gegen mich. Also suchte ich einen Kollegen, der für sie zuständig ist. Netterweise - und das liebe ich so an dieser Arbeitsstelle - war er bereits auf dem Laufenden und wollte ebenfalls zu mir. Wir führten also ein zwanzig minütiges Wortgefecht zu dem Thema und trennten uns gezwungenermaßen, ohne die Situation abschließend geklärt zu haben. Ich brütete also weiter, konsultierte meine Unterlagen und blieb auf meinem Standpunkt, genau genommen verfestigte er sich. Ich ließ unser Wortgefecht Revue passieren und kam zu der Erkenntnis, dass ich wirklich unheimlich gern mit ihm zusammen arbeite. Er war so gar nicht meiner Meinung, er war sogar aufgebracht, das spürte ich deutlich, doch die Situation eskalierte nicht. Ein oder zwei Mal war es kurz davor, ich verteidigte mich und zeigte dadurch, dass ich mich angegriffen fühlte. Wir blieben professionell, und mir gefiel die Herausforderung. Bei der nächsten Begegnung erzählte ich ihm von meiner Recherche und sagte etwas wie „ich weiß ja nicht, ob wir unser Gespräch noch fortführen wollen, bzw. unter der Maßgabe noch müssen“. Dann unterbrachen uns mal wieder andere Kollegen und als ich mich wieder zu ihm drehte, fragte er: „Habe ich mich falsch verhalten?“ Sein Blick sprach Bände, ich wusste zwar nicht, womit ich das bei ihm ausgelöst habe, aber ich wusste, dass ich mich auf eine Gratwanderung begab. Denn er fürchtete, mich verärgert zu haben, was er nicht hat, aber ich wollte ihm ebenso vermitteln, dass er auch nicht weiter hätte gehen dürfen. Also sagte ich ihm, wie schön ich unser Gespräch fand, dass ich der von uns so heiß diskutierten Person (und anderen) mitteilen werde, wie viel Glück sie mit ihm haben, da er sich so stark für sie einsetzt. Es fielen noch ein paar Worte eh er mich umarmte und ich mich zu dem nächsten Kollegen drehte, was der Erste mit den Worten „Jaja, ich weiß ja, dass du lieber mit ihm redest.“ kommentierte, worauf ich bockig sagte „ich habe DICH gerade umarmt“, der nächste grinsend kommentierte „kleiner Finger, ganze Hand“ und ich nur kopfschüttelnd meinte „Männer an dieser Arbeitsstelle“. 

Ich mag meine Kollegen, und starte meine Freizeit heute lieber mit dem Gedanken daran, als an irgendwas anderes. Und eines Tages werde ich auch (wieder) einen Menschen in meinem Leben haben, der mich umarmt, wenn ich es brauche und mich einfach ich sein lässt. 

27.06.2017 um 22:56 Uhr

Schwiegertochter

von: indalo

Darüber werde ich so schnell nicht hinwegkommen. Das ist böse, das ist richtig böse. Deine Schwiegermutter sagt an ihrem Geburtstag zu deiner Mutter: „Dann wirst du ja jetzt auch bald Schwiegermutter.“ Geistesgegenwärtig antwortet sie, dass sie ja schon Schwiegermutter ist, offensichtlich vom Kind ihrer Gesprächspartnerin. Doch diese sagt nur: „Nein, bald wirst du Schwiegermutter.“ Und das kann nur eins bedeuten. Und ich finde so vieles daran eine Frechheit, dass ich dir nur sagen kann: „Da darfst du wirklich beleidigt sein.“ Du tust es ab, doch ich glaube, es tut dir gut, dass mich das so entsetzt. Denn das ist ja wohl entsetzlich!

Doch viel wichtiger als dieser Müll sind du und ich. Du für mich. Du in meinem Leben. Denn ich kam heute Abend um halb neun nach Hause und las noch eine Nachricht von dir, dass du dir deinen Geburtstagscocktail womöglich abholen möchtest. Ich war kaputt, erschöpft, entnervt und morgen wird ein besonders langer Arbeitstag. Doch irgendwie… du würdest gern… und… das geht nur heute… Also antworte ich, du klärst das kurz und dann geht’s wirklich nochmal los. Und du erzählst mir all diese doofen Geschichten, all diese Ärgernisse und zu guter Letzt von deiner Schwiegermutter. So viel negative Energie, doch ich stelle fest, dass ich hell wach bin, total im Moment und nur bei dir. Du gibst mir Energie. Auch wenn es noch ne Stunde später ist, ich das Haus wieder verlassen musste und dabei sogar noch halbwegs passabel aussehen soll, ist die Erschöpfung verflogen. Erst als ich wieder zu Hause ankomme, möchte ich nur noch in einen tiefen Schlaf verfallen. Geht nicht, für morgen steht noch einiges an. Doch das war es mir Wert, das bist du mir Wert. 

In letzter Zeit bestehen unsere Treffen zwar nur noch daraus, uns gegenseitig auf den neuesten Stand zu bringen, und auch das gelingt uns eher schlecht als recht. Aber das ist halt eine Phase im Leben, die wir auch bestens meistern. Es werden wieder andere Zeiten kommen, irgendwann. Vielleicht auch erst in einigen Jahren, doch so lange gibt es die Liste in deinem Handy mit meinem Namen im Titel. Die Liste, die zwischen unseren Begegnungen immer länger wird und bei jedem Treffen abgearbeitet wird. Die Geschichten, die wir uns erzählen wollen, nicht müssen. Wir wollen. Du willst. Mich. 

23.06.2017 um 20:30 Uhr

Eine kurze Nacht endet unter dem Roller

von: indalo

Meinen Chauffeur des Nachmittags faszinierte ich auf der Hinfahrt damit, dass ich nachts um drei Uhr dreißig den ersten Termin hatte. Im Ausland. Denn ich erwachte keine zwölf Stunden zuvor noch im Süden. Naja, mein Wecker riss mich aus dem gut zweistündigen Schlaf. Es war kein guter Schlaf, da ich verärgert zu Bett ging. Doch dass ich nach dem nächtlichen Flug dann direkt eineinhalb Stunden beim Zahnarzt verbringe, das ist schon keine gute Kombi. Da stimmte ich dem Herren zu. Aber was soll ich machen, es passte anders einfach nicht. Dass ich in der vergangenen Woche mehr Schmerztabletten zu mir genommen habe als in den letzten zehn Jahren, ließ ich unerwähnt. So machten wir also eine halbstündige Spazierfahrt und er brachte mich zu meinem nächsten Termin. Wieder einmal ein Wildfremder, mit dem ich einfach so quatschen konnte. Ich brauchte wohl auch Ablenkung, denn einerseits war ich hundemüde, und andererseits ging mir zu viel durch den Kopf. Der nächste Termin drehte sich zwar auch um Zähne, war aber schmerzfrei. So schöne Zähne, transpa und mit irgendwas, das ich bereits wieder vergessen habe. Aha. Dann fuhr mein Chauffeur mich kurz am Geldautomaten vorbei eh er mich bei meiner ersten Fahrstunde absetzte. Er kriegte sich gar nicht mehr ein. Kaum geschlafen, ein ätzender Zahnarzttermin, Schmerzmittel und drei Spritzen später, keine vernünftige Mahlzeit und dann jetzt die erste Fahrstunde? Ob das gut gehen kann? Ich bin weder lebensmüde noch wahnsinnig, aber wieder einmal passte einfach nichts anderes. Und so erklärte er mir in aller Seelenruhe den Roller. Ich lachte in mich hinein, denn die Dinge, die ich nicht wusste, konnte er mir auch nicht erklären. Er nahm das vierte Licht gar nicht wahr, aber immerhin die überflüssigen Scheinwerfer. Dann drehte ich so noch ein paar Runden vor seinen Augen und dann ging’s in den Straßenverkehr. Momentchen Mal, ich dachte, ich dürfte nicht auf die Straßen, auf denen siebzig erlaubt ist? Nunja. Und dann war da diese enge Straße, in die ich nach links abbiegen sollte. Und ein Bordstein. Ja verdammt, ich guckte den Bordstein an. Und da kam ein Auto. Also wenn ich schon nicht vorher rumkomme, dann leg ich mich doch wohl dichter an den Bordstein als den Mittelstreifen. Das fand der gute Mann nicht so witzig. Ja, der Roller liegt auf meinem Fuß ohne Motorradstiefel, trotzdem geht’s dem gut. Also schnell rausziehen und aufspringen, damit er sieht, dass es mir gut geht. Also hockte ich vor dem Roller und überlegte, wie ich ihn am Besten wieder in die Senkrechte bekomme, als er schon neben mir stand „Auf den Fußweg, auf den Fußweg. Du sollst auf den Fußweg.“ Und ich weiß nicht, ob ich wirklich langsam reagierte oder es mir nur so vorkam, aber als nächstes stand ich auf dem Fußweg und guckte ihm dabei zu, wie er den Roller abstellte. Linker Fuß, check. Irgendwas war noch rechts, aber auch das ließ schon nach, check. Ich glaube, er fragte fünfmal nach. Ja, es ging mir gut. Wirklich. „Weißt du jetzt, wofür du die ganze Kleidung hast?“ Naja, also… wie gesagt lag mein Fuß unter dem Roller und trotzdem ist alles in Ordnung. Aber ja, er lag auch nicht direkt auf dem Knöchel. Nachdem er sich noch ein paar Mal versichert hat, dass es mir gut geht, fragte er, ob ich weiterfahren möchte. Klar. Sicher? Ja. Und mal ehrlich, rein psychologisch wär’s der völlig falsche Moment zum Aufhören. Doch ich glaube, ihm ging ganz schön die Pumpe. Denn als ich einige Zeit später einem parkenden, unbemannten LKW näher kam, bellte er mir mehrmals ins Ohr „Nicht so nah ran, nicht so nach ran“, was mich dermaßen verunsicherte, dass ich einfach anhielt. Sollte ich dem linken, fahrenden LKW nicht näher kommen, oder dem rechten, parkenden? Meiner einer fand den mitten auf zwei Spuren fahrenden LKW unheimlicher als den rechts neben mir, das hätte auch einfach ne Wand sein können, und wieso soll ich der nicht auf Armlänge näher kommen. Er für seinen Teil wollte mich vor dem rechten warnen, und dann vor meiner Bremsung. Aber die geht nun wirklich auf sein Konto. Und als er mir einige Zeit später rauchend seine Predigt hielt, war für mich wirklich klar, dass der Zahnarzttermin mir zwar zeigte, wie schwach mein Nervenkostüm ist (und wie schnell es Betäubungsmittel absorbiert), es aber auch nach all diesen Strapazen dem Straßenverkehr standhält. 

Erstaunlich, da fahr ich in drei bis vier anderen Ländern völlig unfallfrei und leg mich hier direkt hin. Ich glaube, ich bin einfach nicht dafür gemacht, etwas unter Anleitung zu tun. Blödes, bürokratisches Deutschland.

21.06.2017 um 09:37 Uhr

Te echo de menos

von: indalo

Es war ankommen, hier, in diesem Land. Es warst du, im Supermarkt, in der Pizzaabteilung. Es hat mich umgehauen, dieses Gefühl. Ich vermisse dich so sehr. So verdammt sehr, dass ich es nicht in Worte fassen kann. Vor drei Jahren war ich schon hier, mit anderen. Es war toll, es war ein Erfolg, doch ich erinnere mich nicht daran, dich da auch so vermisst zu haben. Was war da anders als jetzt? Der selbe Ort, die selben Straßen, die selben Supermärkte. Ich habe seitdem so viel gesehen, so viel erlebt - vielleicht ist es das? Womöglich schlussfolgerte ich aus der letzten Reise, dass es aufgehört hat, so sehr weh zu tun. Doch es ändert nichts, die Jahre ziehen ins Land, die Kiste ist die meiste Zeit gut verschlossen, doch ein Blick auf die Pizza, über die wir immer wieder diskutierten, und die Kiste springt auf, lässt alle Gefühle raus. Du wirst immer Teil meines Lebens sein, ganz egal was passiert, ganz egal wie viel Zeit vergeht. Vergessen werde ich dich nie, aber ich dachte, die Gefühle verblassen mit den Jahren. Vielleicht hoffte ich auch einfach, sie würden verblassen. Denn es war der schlimmste Abschied meines Lebens, es war der endgültigste. Ich vermisse dich, mein wunderschönes Leben. Und der Spruch im Truck hatte ja so recht... you will never feel completely whole again. And I don't.

12.06.2017 um 22:12 Uhr

Vierte Verspätung meines Lebens

von: indalo

Wieder einmal weiß ich nicht im Geringsten, wo ich anfangen soll. HIIIILFE, mein Leben überholt mich gerade wieder. Was für ein Tag. Und nachdem ich das nach acht Stunden Arbeit mit den Worten „mal sehen, was heute noch so passiert“ abschließen wollte, erzählt mir mein hoch geschätzter Kollege, dass er für einige Jahre weg will. Ich dacht, der will mich verarschen. Das passt mir ja so gar nicht. Aber was passte heute eigentlich?

Gestern noch stellte ich freudig fest, dass ich schon lange durchschlafe und erst am Morgen (wenn auch manchmal zu früh) wach werde. Dann wurde ich heute wach, ohne Klingeln und begab mich Richtung Bad. Es war hell, aber hey, im Sommer wird es früh hell. Also guckte ich auf keine Uhr, denn dann rechnet man ja doch nur wie viel man noch zum Schlafen hat. Grober Fehler. Denn ich legte mich wieder ins Bett, die zwei Wecker werden schon klingeln. Und so schlief ich selig wieder ein, bis ich dann doch irgendwann mal auf die Uhr guckte. Nach neun. Was? Wie jetzt? Ein Blick aufs andere Handy verrät, dass mein Chef bereits versucht hat, mich zu kontaktieren. Nicht schon wieder. Verschlafen… ich?! Das passt nicht. Verdammt. Aber warte! Ich war pünktlich wach, ich wette ich war zur richtigen Zeit im Bad. Hätte ich doch nur auf die Uhr geguckt. Man ey. Also kam ich mit zwei Stunden Verspätung auf Arbeit an. Du lieber Himmel. Mein Chef streckte mir zuerst die Hand entgegen „Herzlichen Glückwunsch“ und ich murmelte nur ein „Achso, erst das Gute?“ vor mich hin, eh ich mich mit reuigem Blick für meine Verspätung entschuldigte. Aus mir unerklärlichen Gründen hat er nicht für eine Vertretung für meine Person gesorgt - wusste er, dass ich noch kommen würde? Und er lachte mich an: „Ach, ich finde es schön zu sehen, dass du auch mal Fehler machst.“ Und ich meine, er sagte noch „Sonst ist immer alles perfekt.“, aber da bin ich mir gerade nicht sicher. Gemeinsam gingen wir dann zur Chefin, die mir nicht gratulierte, sondern hin- und hergerissen war, zwischen vielem, nehme ich an. Ihr Stresslevel dürfte zu meinem passen, denn ich habe ja nun eine neue wichtige Rolle, die auch nur vergeben wurde, weil nächste Woche ein Termin ansteht, für den man jemanden in dieser Position braucht. Blöd nur, dass ich nächste Woche auf Dienstreise bin. (Das wollte ich schon immer mal sagen :)) ) Ein Vögelchen hat ihr dies schon am Morgen geflüstert, sodass sie noch während des Gesprächs mit mir eine Nachricht an alle Kollegen verfasste: aus den Zweiplatzierten wird nun als Stichwahl eine Vertretung gewählt. 

Mich persönlich nervt tierisch, dass ich meine erste Amtshandlung direkt abgeben muss. Ein großer Scheiß ist das! Andererseits - ich suche ja immer das Positive - muss ich mir nun keine Gedanken um meine Neutralität machen. Etwas, das die betroffene Person anscheinend auch beschäftigt, denn der gute Herr umarmte mich heute mit den Worten „Jetzt kann ich dich ja umarmen. Jetzt, wo du nicht mehr für mich zuständig bist. Das wär ja sonst komisch.“ Tja mein Lieber, das wird auch hinterher komisch sein. 

Sagte ich schon: „Du lieber Himmel?“ Das waren die ersten vierzig Minuten meines Tages. Danach blieb es spannend, von schwangeren Kolleginnen, deren Bereich ich übernehmen könnte und wöllte, über meckrige Verlierer der Wahl der letzten Woche bis eben zu meinem Kollegen, der uns verlassen will. Und, was irgendwie noch viel spannender ist, mir das unbedingt erzählen wollte. Da waren noch andere… ach ja. Eine meiner Vorgesetzten ist alles andere als meine Freundin. Wir haben schon diverse Auseinandersetzungen hinter uns, in den meisten Fällen, weil ich etwas zur Sprache brachte. Jetzt kommt sie auf mich zu und sagt, dass sie etwas Unverschämtes gelesen hätte. Ich wusste sofort was sie meinte, auch wenn das vor Mooonaten verfasst wurde. Ein Angriff mir gegenüber, den ich mit meinem Angreifer nie klärte, da ich - nach reifer Überlegung - entschied, wütende Menschen wüten zu lassen, da ich nichts mit dem Angreifer zu tun hatte. Betroffene Personen auf die ich einwirken kann, wirkte ich ein, aber für den Verfasser verspüre ich keine Verantwortung. Besagte Vorgesetzte hätte sich das anders gewünscht, schwenkte aber auf Grund meiner Begründung um, stimmte mir zu und versicherte mir, dass ich ihren Rückhalt gehabt hätte, wenn ich gegen den Angriff hätte vorgehen wollen. 

An dieser Stelle endet die Beschreibung und beginnt die Spekulation. Hat sie das wirklich gerade jetzt gelesen? Oder wählte sie diesen Zeitpunkt, weil sie wusste, dass ich heute etwas durch den Wind bin und dadurch womöglich gefügiger? Oder wollte sie mir ihre Unterstützung zusichern, da ich jetzt offiziell das Vertrauen der Kollegen genieße? Ich werde nicht schlau aus dieser Frau. Ich weiß nur, dass ich ihr nicht trau’ - was ein Reim. 

11.06.2017 um 10:16 Uhr

64 Stunden barfuß und ein Elbspaziergang

von: indalo

Es war letztes Wochenende. Da war ich nur barfuß unterwegs. Ich kam abends an und zog meine Schuh aus. Dann lief ich rum, das ganze Wochenende, nicht ein einziges Mal dachte ich überhaupt an meine Schuhe. Nicht einmal, als ich Montagmittag meinen Rucksack aus dem Zirkuswagen holte und draußen fertig packte. Ich hatte meine Wasserflasche aufgefüllt und mich verabschiedet, ich war fertig. Und als ich gerade Richtung Bahnhof gehen wollte, kam mir die Erkenntnis, dass ich meine Schuhe mitnehmen sollte. Naja, und anziehen. Denn im Bus ist es meist nicht so schön, barfuß zu sein. Ich war wirklich wieder einmal total in meiner Welt, und es wär schön, das auf diese Weise zu bestätigen. 

Ein paar Tage vorher machte ich mir Sorgen, ob ich für diese entscheidenden Tage gewappnet bin. Direkt davor fühlte ich mich gewappnet. Währenddessen nicht unbedingt. Besonders die ersten vierundzwanzig Stunden waren die reinste Achterbahnfahrt. Freude, Angst, Schmerz, Wut, Trauer, Hoffnung. Da war alles dabei. Reue? Nein. Aber auch das Wissen, dass ich das erst nach dem Wochenende entscheiden kann. Und jetzt ist nach dem Wochenende. Es ist nichts Neues danach passiert, doch trotzdem bereue ich es keineswegs. Es war die richtige Entscheidung, für mich. Ich mache mir immer noch Gedanken, gar Sorgen, aber um andere Dinge. Das Leben wird nicht langweilig, in diesem Fall leider, und als mein Gesprächspartner am Telefon auf der Rückfahrt sagte „Ich möchte wirklich nicht in deiner Haut stecken.“ konnte ich - auf einen Bereich meines Lebens bezogen - nur zustimmen. Sagte aber auch, dass mein Leben endlich wieder gut, gar grandios ist. Denn das Telefonat war wichtig, es war heilsam und machte den Elbspaziergang danach überhaupt erst möglich. Mit dem Durcheinander in mir wäre ich nicht mit ihm spazieren gegangen. Denn er möchte da rausgehalten werden, und das hätte ich nicht bewerkstelligen können, wenn ich nicht zuvor meine vielen Gedanken jemandem hätte äußern können. Und so konnte ich am frühen Abend noch einen lieben Freund treffen und mit ihm am Wasser einen Krebs entdecken, mich ins Gras setzen und später noch ein kleines Versteck erkundschaften. Als wir aus dem Gestrüpp wieder ans Wasser traten und ein großes Containerschiff an uns vorbei Richtung Sonnenuntergang fuhr, umarmte ich ihn ganz fest und sagte „Du sollst bleiben. Für immer.“ und wie er eben so ist, hieß es „Da mach dir mal keine Sorgen drum.“ Mach ich auch nicht. Aber ich wollte es gesagt haben. 

Wir redeten über alles - außer das Wochenende - und er sprach unsere Unterschiede an. „Du änderst so viel, ich brauche da mehr Beständigkeit.“ hieß es. Also fragte ich, sehr interessiert: „Bedeutet das im Umkehrschluss, dass ich nicht beständig bin?“ Er überlegte. Auch laut. Und das Ergebnis lautete: „Nein, das kann man so nicht sagen.“ Und als ich meinte, dass unser Freundeskreis größtenteils meinetwegen immer noch besteht, konnte er mir nur zustimmen. Also mag ich vielleicht unbeständig wirken, bin aber in meinem sozialen Umfeld die Beständigkeit in Person. Und diese Differenzierung ist mir sehr wichtig. 

09.06.2017 um 16:49 Uhr

And the winner is

von: indalo

Du lieber Himmel. Da sind noch zwei ungeschriebene Einträge in meinem Geiste, doch dieser muss heute sein. Denn da hat mich meine Chefin ja dazu angestachelt, mich selbst aufzustellen - was ich nicht getan habe! - und dann kopiert sie den Wahlzettel ohne mich. Der Fehlerteufel hat sich eingeschlichen, ich sei auf die zweite Seite gerutscht. Unwahrscheinlich, aber was soll’s. Ich glaube ihr, dass sie es nicht absichtlich gemacht hat und bin daher eher froh, dass sie mich und nicht einen anderen Kandidaten weggelassen hat. Doch weil ein Kollege gleich am Morgen seine Stimme für mich abgeben wollte, fiel es sofort auf und es wurde schnell korrigiert. Und dann stand vier Tage lang die Wahlurne auf dem Tisch. Schon als ich meine Stimme abgegeben habe, stand ich vor der Frage, ob ich das denn wirklich sein möchte. Und warum eigentlich? Dann entschied ich mich, für mich abzustimmen, da die anderen für mich keine Option waren. (Beim letzten Mal wählte ich einfach gar nicht, da mir keine Option so wirklich gefiel.) Und dann beobachtete ich die Box immer wieder. Möchte ich das wirklich sein? Vertrauensperson. Was bedeutet das? Was bedeutet das für mich? Der Titel klingt toll. Ich mag es, wenn Menschen mir vertrauen - aber möchte ich wirklich das machen, warum wir gerade jetzt neu wählen? Nein. Also ja. Aber nein. Denn da werde ich mich ganz schön anstrengen müssen, private und berufliche Wünsche nicht zu vermischen. Ich traue mir zu, fair zu bleiben, aber ich werde bewusst erst nach abgeschlossenem Verfahren (und dann auch je nach Ausgang) meine persönliche Meinung kundtun. Nun fragte ich mich die letzten Tage, ob ich Joker ziehen soll, da ich von mindestens einer Person weiß, dass sie mich wählen würde, wenn sie einen Wahlzettel in die Hand bekäme. Ich entschied mich nie dafür, da ich immer wieder dachte: Wenn ich wirklich die Vertrauensperson sein soll, dann auch nur, weil die Mehrheit für mich ist. Auch ohne mein sonstiges Gefolge. 

Dann schaute ich gestern wieder eine Serie in der es um Bewerbungen bzw. positive Rückmeldungen ging. Da dachte ich darüber nach, dass es einfach Menschen gibt, die immer alles bekommen. Diese doofen Menschen, die das nicht einmal zu schätzen wissen. Und manchmal stelle ich fest, dass ich einer dieser Menschen bin. Ich bin schon so oft gewählt worden von meinen Mitmenschen. Das begann in der Grundschule, zog sich durch die Schule bis zum Ende und jetzt im Job ist mir das auch schon mehrfach passiert. Ich war gerade mal ein paar Wochen da und bekam sofort wichtige Aufgaben. Und es scheint kein Ende zu nehmen, denn kaum dass ich heute auf die Couch fiel, bekam ich eine Nachricht auf dem Handy „Cool! Herzlichen Glückwunsch!“ mit Daumen hoch und Blumenstrauß. Hä, wieso gratuliert meine hochschwangere Kollegin mir? Wozu? Wenn dann hat doch sie das Kind bekommen. Ach warte, Moment, Freitagmittag, ist die Wochenendmail schon raus? Und siehe da, es gibt eine Mail. Ich wurde gewählt. Und irgendwie wusste ich das gestern schon. Danke für das Vertrauen, wir werden sehen, ob ich den Erwartungen gerecht werde.