indalo

31.01.2008 um 11:41 Uhr

Hautnah erlebtes

von: indalo

Heute ist der 31. Januar. Der letzte Tag des Monats. Er ist vorbei. Januar 2008 kommt nie wieder. Vor ein paar Stunden ist die Sonne das letzte Mal in diesem Monat aufgegangen. Und ich hab’s verschlafen. Wieder einmal. Doch das ist nicht schlimm, denn die Sonnenuntergänge scheinen mir die schöneren zu sein. So farbenfroh, so magisch wie sonst kaum was auf der Welt. Und wenn ich mir die Fotos so angucke, die im Laufe der Zeit entstanden sind, dann versinke ich in dieser Magie. Bezaubernd sind sie. Nicht jedes Foto kommt der Schönheit der Realität nahe, aber manch eines hat seinen eigenen Charme. Und für die restlichen gilt „Denk’s dir einfach noch wundervoller!“.

 

Und so ist es mit vielen Dingen im Leben. Fotos geben nur höchst selten die Geschehnisse richtig wieder. Genauso wenig wie Erzählungen. Manches kann man nicht in Worte fassen. Oder wohl eher vieles. Ich kann mir noch so viel Mühe geben, manche Situationen meines Lebens zu beschreiben, meinem Gegenüber ist es dennoch nicht möglich, zu fassen wieso dieser Moment so unbeschreiblich ist. Oftmals komme ich mir gar doof vor, wenn ich solch ein Geschehnis wiedergebe. Manchmal führt das zu richtiger Frustration, so wie neulich. Doch manchmal seh ich das Glänzen in den Augen des Anderen. Und dann weiß ich... dann weiß ich, dass ich verstanden wurde. Nicht, weil mir endlich die richtigen Worte einfielen, nicht unbedingt, weil mein Gesprächspartner mich besonders gut oder lange kennt, nein. All das sind sekundäre Faktoren. Der primäre Auslöser für dieses Funkeln ist der einfache Umstand, dass diese Person eben jene Gefühle selbst schon mal hatte. Sich in meinen Worten wiedererkennt und an eine selbsterlebte Situation erinnert. Mitfühlt, nicht nur nachempfindet. Aufgeht, statt aufzunehmen. In Gedanken versinkt, und nicht aufhorcht.

30.01.2008 um 20:16 Uhr

Der angekettete Elefant

von: indalo

Da ich gestern endlich die Links wiederfand, die mir anzeigten, wann jemand einen weiteren Kommentar (zu meinen Kommentaren zu anderen Blogs) schrieb, wurde ich wieder an die Geschichte vom angeketteten Elefanten erinnert. Ich habe sie jetzt einfach mal frei übersetzt und aufgeschrieben. Gefunden habe ich sie in dem Buch „Déjame que te cuente...“ von Jorge Bucay. Logischerweise gebe ich keine Garantien für die Vollständigkeit der Übersetzung, es geht wie immer nicht um die Wahrheit, sondern um das, was ich daran für wichtig erachte. Hier also meine Version, die trotz allem dem Original bestmöglichst entspricht.

 

Der angekettete Elefant

Als ich klein war, liebte ich den Zirkus, und am Besten gefielen mir die Tiere. Dem Elefanten, der wie ich später erfuhr, auch von anderen Kindern bevorzugt wurde, schenkte ich die größte Aufmerksamkeit. Während der Vorführung glänzte das riesige Tier durch ungewöhnliches Gewicht, Größe und Kraft... Aber nach seiner Vorstellung und bis kurz vorm erneuten Auftreten, wurde er mit Hilfe einer Kette, die an einem kleinen Haken im Boden befestigt war, um den Fuß gefangen gehalten. Der Haken war nur ein kleines Stück Metal, das nur wenige Zentimeter im Boden verschwand. Und obwohl die Kette mächtig war, schien es offensichtlich, dass ein Tier, das einen Baum umschubsen kann, sich mit Leichtigkeit von diesem Haken befreien und somit fliehen kann. Dieser Umstand beschäftigte mich weiterhin. Was hielt ihn also auf? Warum flüchtete er nicht? 

Als ich fünf oder sechs Jahre alt war, vertraute ich noch in die Weisheit der Erwachsenen. So fragte ich meinen Lehrer, meinen Vater und meinen Onkel nach dem Rätsel des Elefanten. Einer von ihnen erklärte mir, dass der Elefant nicht flüchtete, da er dressiert sei. Also stellte ich die folgende Frage: Wenn er dressiert ist, wieso wird er dann angekettet?Ich kann mich nicht erinnern, eine befriedigende Antwort bekommen zu haben. Mit der Zeit vergaß ich das Rätsel mit dem Elefanten und dem Haken, und erinnerte mich erst, als ich mit Leuten zusammensaß, die sich die selbe Frage gestellt hatten. So entdeckte ich zu meinem Glück vor ein paar Jahren, dass jemand weise genug war um die Antwort zu finden: 
Der Zirkuselefant flüchtete nicht, weil er schon angekettet war, als er noch sehr, sehr klein war.

Ich schloss die Augen und stellte mir das hilflose angekettete Elefantenbaby vor. Ich bin mir sicher, dass der Elefant zu jener Zeit an der Kette zog und kämpfte um sich zu befreien. Und trotz seiner Kräfte, war es zu schwer für ihn. Ich stellte mir vor, wie er es am nächsten Tag wieder versuchte, und am nächsten, und am nächsten,  ... Bis er an einem Tag, einem schrecklichen Tag für sein Leben, seine Machtlosigkeit akzeptierte und sich seinem Schicksal hingab.  

Dieser große und mächtige Elefant, den wir im Zirkus sehen, flieht nicht, weil der Ärmste glaubt, er könne nicht. Er besitzt die eingebrannte Erinnerung von seiner Hilflosigkeit, die er kurz nach seiner Geburt verspürte. Und das Schlimmste ist, dass er diese Erinnerung nie ernsthaft in Frage stellte.
Niemals... niemals wieder versuchte er, seine Kräfte zu messen.

  

Sätze wie „Genau das versuche ich seit Jahren besagter ‚Freundin’ zu erklären“ oder „Dafür möchte ich die Erwachsenen immer schütteln, denn wie oft hörte ich schon Sachen wie „das mach ich seit Jahren so, das kann ich nicht ändern“?“ brauche ich wohl nicht noch dranhängen. Die Geschichte spricht für sich.

Statt weiterer Kommentare also lieber eins von den gewünschten Bildern zum neidisch machen ;-) eins

  

29.01.2008 um 12:10 Uhr

Eine Bitte an die Menschheit

von: indalo

Begründet auf meine Ernüchterung von Gestern, habe ich eine Bitte. Eine Bitte an die Menschen um mich herum, eine Bitte an die Menschheit an sich, aber auch eine Bitte an mich selbst. Denn ich habe wohl öfters schon genau das gemacht, was mir gestern nicht gut getan hat. Und erkannt habe ich das nur, weil jemand das mal nicht gemacht hat. Jemand mal ehrlich war, ehrlich zu sich selbst und zu mir. Wovon ich überhaupt rede?

 

Tut euren Mitmenschen den Gefallen, Schwächen einzugestehen. Auch mal zu sagen „ich war damit genauso überfordert wie du es bist“ oder „mir geht’s grad genauso komisch wie dir“. Ja, viele tun das, ich tue das auch. Aber ich meine andere Dinge, Gelegenheiten, die viel seltener sind als die Angst vor ner Klausur oder vor nem Gespräch mit jemanden. Irgendwas, das ganz tief sitzt, so tief, dass es euch vielleicht nicht mal bewusst ist. Mir war es teils nicht bewusst. Teils schon, aber teils nicht bewusst genug.

 

Wahrscheinlich ist dies irrelevant, oder überflüssig. Aber für mich ist es gerade wichtig. Denn den einen Abend wird mir dieses Geschenk gemacht, und ich nehme es nicht einmal wahr. Erst weil mir am nächsten Tag das genaue Gegenteil widerfährt, sehe ich das Glück des Vorherigen. Erkenne erst so, wie gut es tut, wenn einem jemand sagt „Was meinst du, wie es mir damit ging?“ Wie es einen innerlich befreit, weil man ja doch nicht allein damit ist. Weil jemand genauso überfordert war, und zwar emotional überfordert.

 

Mein Innenleben ist durcheinander. Meine Sprache ist ein Scheiterhaufen. Jemand meinte Anfang des Jahres zu mir, ich scheine durcheinander zu sein. Vielleicht war ich es, aber eigentlich doch nicht. Nicht annähernd so durcheinander wie ich es jetzt bin. Aber in etwa so konfus wie gezählte Male in meinem Leben. Sie sind rar, verdammt rar, aber dafür umso intensiver.

28.01.2008 um 18:24 Uhr

Ernüchterung

von: indalo

Ich glaube, mir ist gerade einiges klargeworden. Da wollte ich gerade eine lustige Erzählstunde einschieben, und dann ging es nicht. Es war plötzlich nicht mehr aufregend und spannend, es war klar und deutlich. Und deprimierend. Das muss ich jetzt erstmal wieder sacken lassen. Und dann klar kriegen, sodass die Euphorie wiederkommen kann. Sodass der Spaß und die Freude wieder den Vorrang nimmt.

27.01.2008 um 15:26 Uhr

Was für ne Nacht!

von: indalo

Was für ne Nacht! Auf alle Fälle eine, die in die Geschichte eingeht. Ich komme auf ca. 4.5 Stunden Schlaf und konnte in der kurzen Zeit gar nicht alles verarbeiten. Der Abend begann schon tagsüber und die Gespräche waren einmalig. Es wurde in unserer Wohnung wohl noch nie so offen über Sex geredet. Gewiss nicht von irgendwelchen Vormietern! Und als dann noch ne Freundin kam, war alles zu spät. Meinem Mitbewohner fielen zeitweise die Augen ausm Kopp, so heiß ging’s her. Und als wir dann bei dem Geburtstag ankamen, waren wir definitiv die Lustigsten! Nach nicht allzu langer Zeit stand natürlich wieder die Polizei vor der Tür und wir flüchteten ann Strand. Das war die Gelegenheit, um sich unbemerkt davon zu schleichen. Auf zu einem Geheimtreffen am Taxistand. Und von dort aus weiter. Zu Fuß! Schon der Hinweg war sehr aufschlussreich. Doch die Bar dann, die toppte alles bisher Dagewesene. Es in Worten zu beschreiben liegt mir nicht, die Atmosphäre war umwerfend. Das Klientel hat mich umgehauen und ich weiß, wo ich die nächste Woche verbringen werde!

 

Alles in allem, war das ne Nacht fürs Selbstbewusstsein. Ich fühlte mich noch nie so bestätigt, noch nie so richtig in meinem Element. Und irgendwann kam die Enttäuschung, der Faustschlag inn Magen. Da tanzt sie mich an, ich Honk natürlich nicht drauf vorbereitet und ohnehin komplett überfordert mit der Situation, und dann fragt sie mich, was ich da überhaupt wolle. Mit so einer einfachen Frage hat sie bei mir echte Empörung ausgelöst. Und meine Gedanken in Bewegung gebracht. Ja, was könnte ich wohl nachts um 4 in einer Bar (oder Club oder wie immer man diesen Ort bezeichnen könnte) machen, wenn ich den Raum nach netten Frauen absuche? Ich könnte die Gesichter scannen und mit sämtlichen Vermisstenanzeigen vergleichen, ich könnte aber auch einfach auf der Suche nach ner Frau sein. Nur so ne Idee.

 

Nach einem netten Heimweg landete ich dann in meiner leeren Wohnung. Keiner da. So ein Mist. Bin ich doch zu früh nach Hause gekommen. Ein Blick auf die Uhr verriet mir, es ist schon 6h. Gar nicht so lange her, dass ich das letzte Mal so lange weg war. Und sämtliche meiner Freunde würden nen Eid drauf schwören, dass ich spätestens um 1 oder 2h immer im Bett liege *lach* Doch keine 5min später höre ich die Tür. Na, dann werf ich mich doch noch mal ins Wohnzimmer. Hätte ich vielleicht lassen sollen. Meine Mitbewohner taumelten herein, mehr Alkohol als Blut in den Gefäßen. Und notgeil. Herrje. Meine Mitbewohnerin torkelte mir also plötzlich halbnackt entgegen und rief meinem Mitbewohner zu, sie würde sich genau jetzt ihres BHs endledigen. Sie hatte ein wenig damit zu kämpfen – wohl zu unser aller Glück. Als sie mich entdeckte, erschrak sie fast zu Tode. Himmel, was tue ich bloß im Wohnzimmer – in meiner Wohnung!! Und weiter wollen wir es nicht ausführen. Die Verzweiflung und die Tränen erwähnen wir nicht. Auch nicht die komischen Sätze. Nein, es ist nicht weiter geschehen. Wir gingen zu Bett.

 

Und wie ich schon abends prophezeite, wachte ich mit der Frage auf, ob das wirklich alles passiert ist.

Oh

mein

Gott!

26.01.2008 um 14:59 Uhr

Zwei Gruppen von Menschen

von: indalo

Ich möchte die Menschen (wieder einmal?) in zwei Gruppen teilen. Ich will sie nicht in Schubladen schieben oder behaupten, man ist entweder schwarz oder weiß, nein, ich möchte nur auf einen Unterschied aufmerksam machen:

 

Die eine Hälfte konzentriert sich auf die Menschen, die sie liebt. Sie beachten sie, umsorgen sie und sind ihnen treu. Neue Menschen sind suspekt, eher Feind als Freund. Wobei Feind das falsche Wort ist, aber Fremde sind eben Fremde. Jene Hälfte von Menschen weiß seine Familie und Freunde zu schätzen, meldet sich regelmäßig und möchte auf dem neuesten Stand sein.

 

Die andere Sorte von Mensch ist hinter allem her, was neu ist. Sie sehen einen Menschen und denken „Ein Fremder ist ein Freund, den du noch nicht kennst“. Sobald sie jemanden kennen lernen, müssen sie ihn/sie zu ihrem Freund machen, umschwärmen diesen Unbekannten. Doch sobald man sich dieser Freundschaft sicher ist, wird der Kontakt vernachlässigt, denn wozu in etwas Arbeit stecken, was man schon erobert hat?

 

Wie gesagt, man muss nicht entweder Gruppe A oder Gruppe B sein, aber vielleicht erkennt der ein oder andere ja seine Tendenz. Doch was ich noch dazu erwähnen möchte: Die zweite Kategorie hat keinen ‚Feind’ vor sich, wohl aber manchen hinter sich. Denn wer sich Menschen vertraut macht und dann sitzen lässt, richtet damit mehr Schaden an, als wenn er jene Person einfach in Ruhe gelassen hätte.

   

Mich persönlich betrifft dies in der Hinsicht, dass ich wirklich erlebe, wie manche Menschen in der Welt umherlaufen und denken „du liebst mich, also darf ich dich auch so behandeln“. Es tut mir Leid, wenn dies verurteilend klingt, aber wie bescheuert ist das bitte?! Wenn mir jemand sympathisch ist, dann zeige ich ihm das und behandele ihn nicht wie nen Stück Dreck, sobald er mir eine ähnliche Sympathie entgegenbringt. Genauso wie man immer sagt, an seiner Beziehung muss man arbeiten, so muss man auch in Freundschaften Arbeit reinstecken. Denn wer das nicht tut, steht irgendwann alleine da.

25.01.2008 um 17:55 Uhr

Egoist

von: indalo

Nein, ich weiß nicht, was richtig ist. Ich weiß nicht, was ich besser machen sollte. Ich kann die Dinge nur so angehen, wie ich es tue. Vielleicht ist es falsch, vielleicht haben alle anderen recht, und wir sind krank. Doch ich darf nicht über dich entscheiden, oder über dein Leben. Solange du sagst, du willst mich weiterhin bei dir haben, werde ich bleiben. Und wenn andere es schaffen sollten, mich dir auszureden, dann ist das vielleicht das richtige. Dann sollte ich das vielleicht akzeptieren. Und du auch. Ich werde mich nicht dazwischen drängen, ich werde dich zu nichts überreden. Ja, ich werde dir sagen, dass ich bei dir bleiben möchte, ich werde auf eine unterschwellige Art um dich kämpfen, aber ich werde dich nicht rütteln und schütteln um dich zur Vernunft zu bringen, ich werde dich nicht anflehen, denn ich könnte dir nen Haufen Gründe nennen, wieso du mich bannen solltest. Doch der Haufen der Gründe, wieso wir zusammen bleiben sollte, der ist größer. Und aus meiner persönlichen Sicht wird er es bleiben. Deswegen werde ich bleiben.

 

Ich habe angefangen, Egoist zu sein.

24.01.2008 um 13:16 Uhr

Bloglos?

von: indalo

Jetzt sitze ich zum ersten Mal hier und frage mich, was ich denn in meinen Blog schreiben könnte. Ich könnte ihn heute einfach ausfallen lassen, klar. Aber wie gesagt, werde ich das schon früh genug tun, also sollte ich die Chance jetzt noch nutzen. Immerhin bin ich gerade im Internet. Ich versuche mir Anregungen zu holen, doch nichts springt mich an. Alles etwas langweilig und nichtssagend. Im Grunde steht mir der Tag auch erst noch bevor.

 

Und da passierte es gerade. Eine Freundin lief vorbei und ich sprintete hinterher um sie einzuholen. Tolles Mädel. Die rumstehenden Menschen starrten mich etwas irritiert an, laufen ist hier etwas komisches... Aber gut. So konnte ich wieder mit ihr reden. Das freut mich! So hat mein mir bevorstehender Tag also begonnen und ich kann doch noch etwas bloggen.

 

23.01.2008 um 21:03 Uhr

Heute

von: indalo

Ich habe das Kriegsbeil begraben. Es geht mir wieder gut. Ich habe meinen Frieden mit der Situation gemacht. Zwar nicht über meinen üblichen Weg, der da wäre, die betreffende Person direkt drauf anzusprechen. Sondern erst mal so, dass ich das Problem an der Wurzel gepackt und geklärt habe, und ich jetzt mit ihr ein Gespräch führen kann, in dem ich ihr ruhig vortragen kann, was mich gestört hat und was ich mir anders gewünscht hätte.

 

Und dann ist mir noch was komisches passiert. Ich habe mich vor langer Zeit auf einer Seite angemeldet und mich nie weiter drum gekümmert. Drauf gekommen bin ich durch ein paar Freunde, die immer wieder meinten, ich solle dorthin gehen. Jetzt, nach wirklich verdammt langer Zeit, hat mir jemand geschrieben. Jemand der den Namen und das Alter einer dieser Freunde hat, wegen der ich mich dort angemeldet habe. Also ging mein spontaner Gedanke dahin, dass sie sich dort noch mal anders angemeldet hat, und jetzt auf ‚anonyme’ Art Kontakt mit mir aufnimmt. Gründe könnte es viele geben. Und besonders da diese Person einen ziemlichen Aufwand betrieben hat, damit ich mit ihr in Kontakt trete(n kann), dachte ich, sie würde mich schon kennen. Sie richtete eine spezielle Email Adresse für mich ein, schickte mich auf andere Seiten und bat um nichts mehr als eine Email. Kommunikationslustig wie ich bin, antwortete ich natürlich. Und die Neugier trieb mich auch auf all diese anderen Seiten, wo ich letztlich Sternzeichen und Größe entdeckte. Beides stimmt nicht (!) mit jener Freundin überein. Nun stehe ich also vor der Frage, ob sie es ist oder nicht. Ich könnte sie direkt fragen, doch das würde dem Ganzen ja den Reiz nehmen, also spiele ich jetzt weiter dieses mysteriöse Spiel und lass mich überraschen, was dabei rauskommt *g*

22.01.2008 um 15:59 Uhr

Die Wunder eines Satzes

von: indalo

Da denke ich gestern zum ersten Mal darüber nach (und spreche es aus/schreibe es auf), dass Montag ja der Tag des Mondes ist, und schon lächelt mich abends ein wunderschöner Vollmond an. Sogar nachts ist der Himmel bewundernswert!

 

Aber nun muss ich die Sau rauslassen – sofern mir das möglich ist. Ich bin offiziell schlecht gelaunt. Mich kotzt gerade einiges an, allem voran Leute, die sich um nichts kümmern und am Ende profitieren wollen. Ich gehöre zu den Menschen, die bei Schwierigkeiten als erstes aufhorchen und Probleme so schnell wie möglich beseitigen möchten. Und ich erlebe gerade zum x-ten Mal, wie man das ausnutzt. Sich aufregen, mich vorschicken und dann so tun als wäre nie etwas gewesen. Darauf warten, dass ich mich zum Arschloch mache und – was ja noch das schönste ist – mir dann unter die Nase reiben, dass man sich selbst ja keine Feinde gemacht hat. „Mich mag er.“ Ja nee, is klar. Du lästerst ja nur hinter seinem Rücken, ich sag ihm ins Gesicht, dass ich ein Problem mit seiner Handhabung dieser Situation habe.

 

Es widert mich an, wie falsch manche Menschen sind. Ich möchte schreien, denn anders weiß ich mir gerade nicht zu helfen. Und dann ärgere ich mich ohnehin wieder darüber, dass ich mich überhaupt darüber ärger. Verdammt. Sollen die doch bleiben, wo der Pfeffer wächst, oder lieber Chili. Ich bin es leid, für andere den Kopf hinzuhalten, für andere zu klären, was sie wissen wollen. Ich setze meinen Willen durch und jetzt erwarten sie, dass ich für sie mitkämpfe? Nein, sie wissen, dass ich es tue, da wir in der selben Situation stecken. Kein Problem, doch wieso dann mir in den Rücken fallen? Wieso mir dann großkotzig erzählen, man würde ja ruhig alles bezahlen, wenn sie doch genau wissen, sie täten es nicht? Wieso mir berichten, wie gut sie sich mit dem Feind verstehen, wenn es doch eh alles nur falsch ist?

 

So oft schon habe ich etwas für sie geregelt. So oft schon hab ich mich um ihre Wünsche gekümmert. Und ich tue das gerne, man muss mich nicht einmal darum bitten. Aber ihr dusseliges mir inn Rücken fallen, damit hat sie sich’s wohl echt verscherzt. Und das wird mir jetzt gerade erst bewusst, obwohl sie es schon vor Tagen gesagt hat.

 

Erstaunlich, wie man mit nur einem Satz so viel zerstören kann.

21.01.2008 um 12:41 Uhr

Montag

von: indalo

Montag. Der Tag des Mondes. Dann bin ich mal gespannt, ob ich heute den Mond sehen werde. Die Sonne strahlt jedenfalls über den ganzen Himmel. Und als ich heute morgen ausm Fenster guckte, spiegelte sie sich auf der andere Seite der Bucht wieder. Es sah aus, als würden die Häuser brennen. Doch ohne Rauch, einfach nur ein kräftiges Glühen. Wunderschön. Genauso wie die Sonnenuntergänge. So viele habe ich schon verpasst, doch jeder einzelne den ich gesehen habe, hat diesen Verlust wett gemacht. Fotos gibt es schon zu viele, und doch zu wenige. Am Liebsten möchte ich eine ganze Wand so anmalen. Doch kein Maler kann diese Pracht wiedergeben. Schon gar nicht jeden Tag ein anderes Kunstwerk. Genauso wenig wie ich die Wellenbewegung mitnehmen kann. Doch am Liebsten möchte ich alles um mich rum haben. Immer mit mir tragen und nie zurücklassen müssen.

20.01.2008 um 14:24 Uhr

Sie versteht mich besser

von: indalo

Was bedeutet das? „Ich verstehe dich besser.“ Rede ich deutlicher? Habe ich eine klare Aussprache? Wie kann das angehen, wenn ich doch für manch einen Deutschen schon zu schnell rede? Wenn meine Sätze teils so kompliziert sind, dass man am Ende schon vergessen hat, wie sie anfingen?

 

Ich nehme es als Kompliment, dass sie das gesagt hat. Und ich werde künftig drauf achten, woran es liegen könnte. Denn letztlich möchte ich ja verstanden werden. Auch von jemandem, der meiner Muttersprache nicht hundertprozentig mächtig ist.

 

Eben jenes Kompliment kann ich ihr aber auch zurückgeben. Jegliche Sprache, die ich aus ihrem Mund höre, ist leichter zu verstehen als die eines anderen. Vielleicht hat es aber auch einfach nur damit zu tun, dass wir einen ähnlichen Akzent haben? Denn selbst bei dem Vergleich mit Menschen, die meiner Meinung nach genauso reden wie ich, schneide ich ihrer Meinung nach ‚besser’ ab. Dabei kommen wir (die Vergleichsperson und ich) aus der gleichen Region, sprechen die gleichen Sprachen. Wichtig! ...da man durch das Erlernen einer weiteren Fremdsprache selbst die eigene Muttersprache abwandelt. Zumindest ich.

19.01.2008 um 18:19 Uhr

Technik

von: indalo

Unglaublich. Meine Wenigkeit und die Technik. Darüber könnte man Romane schreiben. Oder wissenschaftliche Arbeiten. Und ich würd den Verfasser sogar dafür bezahlen, wenn er mir dann die Lösung zu diesen Problemen liefern würde. Ich halte mich für einen mehr oder weniger intelligenten Menschen, auf alle Fälle nen logisch denkenden. Und ich habe auch einen Faible für Rätsel, bei manch einem lässt die Lösung auf sich warten, aber letztlich kommt sie eigentlich immer. Doch hier, da fühle ich mich überfordert. Ich bin nicht mal in der Nähe einer Lösung, sie „liegt mir nicht auf der Zunge“, sie scheint nicht einmal zu existieren.

 

Doch Himmel sei Dank ließ sie mich gestern erst nach meinem wunderbar langen Gespräch im Stich. So konnte ich auf die einreden, sie zutexten und vielleicht ein paar Dinge besser machen. Und sie konnte mir im selben Moment den Boden unter den Füßen nehmen. Mich umpusten wie ein Papiermännchen. An sich keine schöne Sache, warum also etwas, was mich erfreut? Das Gespräch mit ihr war diese Ernüchterung wert. Besonders da sie nicht lange anhielt. Ich wurde umgeweht, aber stand im Handumdrehen wieder auf.

18.01.2008 um 13:25 Uhr

Freunde?

von: indalo

Die Dingen häufen sich. Gestern kam ein Freund meiner Mitbewohnerin und kochte für uns. So kann das Leben weitergehen. Besonders toll finde ich ja, dass in unserer Wohnung immer die Herrschaften kochten, nicht die Damen. Und immer Menschen, die ich mag.

 

So war also ihr Freund da. Doch da kommt es wieder durch, die Frage nach Freundschaft. Sind die beiden wirklich befreundet? Eine freundschaftliche Beziehung hat viele Gesichter, sie kommt in allen Farben und Formen. Daher kann man diese beiden Menschen auch Freunde nennen. Doch aus meiner Sicht führen sie eine schräge Beziehung. Obwohl ich weiß, dass er sie mag, und sie ihn definitiv anhimmelt, frage ich mich manchmal, ob er sie nicht ausnutzt. Sie tut alles für ihn, er scheint aber nur aufzutauchen, wenn es ihm gerade passt. Und sind es nicht gerade die Freunde, bei denen man sich rundum wohlfühlt, wo man sein kann, wie man ist? Wieso ist sie dann jedes Mal so anders, wenn er in der Nähe ist? Wieso kämpft sie noch darum, ihn zu beeindrucken? Das macht sie bei manchen ihrer „Freunde“. Bei mir nicht (mehr).

 

Gibt es etwa wirklich noch Menschen, die keine gleichberechtigte Freundschaft zwischen Mann und Frau haben können?

17.01.2008 um 12:27 Uhr

Ein Blick sagt viel mehr als Worte es könnten

von: indalo

Gestern passierte es wieder. Es geschah etwas, an dass ich mich sicherlich nen Weilchen erinnern werde. Ein Moment, ein Blick, von dem ich anderen berichten werde. Eine Geschichte, die mehr als einmal erzählt wird. Sie ist nicht sonderlich spannend, und viele werden gar nicht wissen, wovon ich rede. Doch für mich ist sie von Bedeutung, und nur das allein zählt.

 

Ich lag im Schlabberlook im Bett und hatte mich schon auf nen ruhigen Abend eingestellt. Das Telefon klingelt – oje. „Na, was geht? Sollen wir nicht heute vorbeikommen? Sind schon unterwegs.“ Herrje. Rausreden? Keine Chance. Also aufspringen, Mitbewohner aufscheuchen und sich was anziehen. Wobei letzteres nur getan wurde, weil man ja noch einkaufen muss. Ansonsten präsentiere ich mich problemlos im Schlafzeug. Meine Mitbewohnerin packte der Aufräumwahn – ich hab ihr Zimmer noch nie so ordentlich gesehen! Aber wir erwarteten ja auch hohen Besuch. Einen Koch hatte ich zu uns bestellt. Endlich mal vernünftiges Essen. Wenn ich nicht schon letzte Woche sein Essen genossen hätte, würde ich jetzt sagen, das beste Essen seit über 4 Monaten.

 

So standen wir ne Stunde später zu siebt in unserer Küche und ich guckte meine private Kochsendung. Im Fernsehen zieht es mich nicht so an, da fehlt mir die Kommunikation mit dem Koch. Und so hechselte er gerade das Gemüse, als seine Schwester mein Armband bewunderte und mich fragte, woher es denn sei. Aus Deutschland. Simple und doch zufriedenstellende Antwort. Doch die Neugier trieb sie weiter. Von wem ich es denn habe? (Wir überspringen den Teil mit der blöden Gegenfrage...) Von meiner Exfreundin. Ein tiefer Blick in die Augen. Manchmal spürt man richtig, wie die Augen des Gegenübers krampfhaft versuchen, in dir zu lesen. Und so redete ich weiter. Wieso sollte ich es abnehmen, nur weil Schluss ist, wenn es mir doch gefällt? Stille. Die Reaktion lässt auf sich warten, man ist ja noch in Gedanken versunken. Doch dann ein schneller Satz. Die Ringe hab ich von meinem Ex Freund. Und dann noch ein forschender Blick. Nein, ich rede nicht unaufgefordert weiter. Wenn niemandem was besseres einfällt, dann müssen wir alle diese Stille ertragen. Sie ist kurz, und im Grunde auch nicht bedrückend. Doch manchmal, da schwebt was in der Luft, was nur die Anwesenden fühlen können. Und vorbei.

 

Alles eine Sache von einer Minute. Nichts aufregendes, und doch etwas bedeutendes.

16.01.2008 um 11:03 Uhr

Stolperstöcker

von: indalo

Obwohl es mir jetzt grundsätzlich wieder gut geht, schmeißt man mir einen Stock nach dem anderen zwischen die Beine. Ein Wunder, dass ich noch nicht gestolpert bin, aber rudern muss ich schon ganz schön mit den Armen.

 

Ich möchte nicht behaupten, ich wäre abhängig von der Technik. Stattdessen eher abhängig davon, nicht zu wissen, was los ist. Nicht zu verstehen, wieso sie ständig den Geist aufgibt. Diese Unwissenheit bringt mich um den Verstand. Und dann noch der Mangel an Lösungsmöglichkeiten. Ja, ich könnt mir nen neuen Rechner kaufen, doch wer hat schon das Geld dazu? Besonders da mein Rechner mich gar nicht im Stich lässt, es ist das Ladekabel! Und davon könnt man sich nen neues leisten. Doch was nützt dies, wenn das neue nach nur 2 Wochen den Geist aufgibt? Und dann nen neuer Adapter, der nicht mal 24 Std. hält. Ist das fair?!

 

Und dann leih ich mir den Laptop von ner Freundin um meine Mails zu lesen. Auch keine erfreulichen Nachrichten. Da schreibt mir mein berühmter Sorgenfall, dass sie gerade auf schmerzhafte Weise feststellen muss, dass sie sich vor allem und jedem rechtfertigen muss, sie offensichtlich nicht von ihren Freunden akzeptiert wird und sich jetzt distanzieren muss, um dem Schmerz zu entgehen. Ich bin der einzige Mensch, der sie akzeptiert und ihr volle Rückendeckung gibt. Das schreibt sie. Doch stimmt das? Wo ich mich doch frage, ob ich ihr überhaupt eine Freundin bin...

 

Die nächste Mail beinhaltet die Verzweiflung einer meiner besten Freunde. Sie hat wohl was an Kopf geknallt gekriegt, dass ihr nicht so ganz passte. Kann ich verstehen. Möchte jetzt gerne mit ihr reden. Ihr helfen, Gesellschaft leisten, meine Sicht der Dinge sagen. Doch wie, wenn die Technik nicht mitmacht? Wie, wenn ich von der Außenwelt abgeschnitten bin und sie so viele Kilometer von mir entfernt ist?

 

Und heute Morgen Mail Nr. 3. „Hallo, meld dich dringend, ich hab da wichtige Fragen.“ Fragen, die ich nicht beantworten möchte, Fragen, deren Antwort sie auch nicht hören will. Und weitere Sorgen. Ich möchte darauf adäquat reagieren, mir die Finger wund schreiben um nicht nur halbherziges von mir zu geben. Doch die Technik, die Technik...

15.01.2008 um 20:53 Uhr

Und wieder einmal schlugen sie zu

von: indalo

Und wieder einmal schlugen sie zu, die technischen Probleme. Ich bin vielleicht nicht der größte Freund von Technik, aber definitiv kein Feind. Wenn sie von Nutzen ist, begrüße ich sie herzlichst. Doch aus mir unerklärlichen und für mich unerfindlichen Gründen, spielt sie mir öfter mal nen Streich. So wie jetzt. Mein Ladegerät hat einfach so, absolut grundlos den Geist aufgegeben. Mich würde wirklich mal interessieren, womit diese Dinge zusammenhängen. Es wirkt wie ne Art Verschwörung, oder so, als würde jemand mit mir spielen und meine Reaktionen abwarten. Und diese Gedanken kamen mir, bevor ich die Truman Show gesehen habe, und auch vor der Matrix Triologie.

 

Und jetzt sitze ich auf meinem Bett und denke darüber nach, ob ich das Haus verlasse oder nicht. Ich könnte raus in die Dunkelheit, mich auf den kalten Steinboden setzen und diesen Eintrag in meinem Blog schreiben. Ich könnte aber auch einfach zu Hause bleiben, mir die halbe Stunde Spaziergang sparen und stattdessen ne warme Dusche nehmen. Ist es nicht schön, wenn man vieles könnte?

 

Doch ich werde mich auf den Weg machen. Denn ich werde diesen Blog schon früh genug vernachlässigen. Also solange ich noch die Freiheit habe, mich davon zu schleichen, werde ich dies auch tun. Und deswegen durftet ihr das hier heute schon lesen ;-)

14.01.2008 um 12:41 Uhr

Kulturunterschied oder dreister Mann?

von: indalo

Da saß ich gerade eine drei viertel Stunde in seinem Büro. Geredet und geredet hab ich. Tolle Fragen musste ich natürlich auch stellen. Ich weiß ja, wie man sich drückt. Einfach so tun, als hätte man sich ernsthaft mit den Unterlagen auseinander gesetzt. Wenn man Fragen stellt, wirkt man wissbegierig, und interessiert sowieso. Das freut ihn dann. Gut, das hätte ich geschafft. Doch was passierte dann? Er kam auf mich zu. Näher und näher. Unsere Nasen berührten sich fast. Was ist das denn? Schon mal was von dem persönlichen Bereich gehört, in den niemand ungefragt eintreten darf? „Ein Kuss?“ fragte ich. „Ich möchte mich nur verabschieden“, antwortete er. Hilfe. Tür, wo bist du? Raus, frische Luft, das war zu viel. Und so flüchtete ich. Weniger geschockt als man wohl sein sollte. Denn hier herrschen andere Sitten, soweit hab ich das schon verstanden. Aber die Lippen eines Fremden und mir ohnehin suspekten Mannes kommen mir nicht in die Nähe. Nein. Nein. Nein. Es leben die Kulturunterschiede – herrje, ich bin gerne Ausländer. Da darf man sich so viel erlauben. Man kennt die Sitten ja nicht. Und vieles macht man einfach mit, auch wenn es gegen die eigenen Gewohnheiten verstößt. Aber alles muss man ja auch nicht mitmachen.

13.01.2008 um 14:22 Uhr

Unordnung

von: indalo

Menschen mögen mich. Das ist nichts neues. Doch neu für mich ist, dass sie mich wegen meiner Unordnung lieben. Gestern hatten wir Besuch. Und die eine sprang auf mein Bett und meinte „Hier bleib ich, hier fühl ich mich wohl!“. Begeisterung stand ihr ins Gesicht geschrieben. Komisch. Als ich Kind war, wurde ich immer zur Ordnung erzogen, alles wurde probiert. Mir wurde ständig gesagt, die Menschen würden mich nicht mögen, wenn es bei mir so aussieht, sie würden über mich lachen und hinter meinem Rücken reden. Interessanterweise hat mich das nie davon abgehalten, im Chaos selbst zu wohnen. Mir ist noch niemand begegnet, bei dem es ‚schlimmer’ aussieht. Und viele haben es versucht. „Du bist unordentlich? Ha, da musste erst mal mein Zimmer sehen.“ Und ich betrat deren Zimmer und konnte sofort die Farbe des Untergrundes ausmachen. Ha. Und die haben alle Schreibtische, die sie zum Arbeiten benutzen. Meiner wurde zur Ablagefläche umfunktioniert. Selbst meine Matratze liegt nicht richtig auf dem Lattenrost, weil ich es als Nachttisch nutze – und ich besitze schon einen großen Nachttisch.

 

Doch! Und jetzt kommt was ganz wichtiges. Es ist nicht dreckig. Wobei man vielleicht dazu erwähnen sollte, dass Staub bei mir nicht unter Dreck fällt. Ich habe mal im Fernsehen gesehen, wie sie in verschieden Familien gegangen sind, wo Bananenschalen, gebrauchte Tampons und ähnliches überall – Boden, Couch, Küchentisch (welches bei den Tampons für mich unverständlich ist) – rumlag. Da schimmelte in alle Ecken irgendwas vor sich hin. Ich hatte selbst nen Mitbewohner, der Obstfliegen in der Küche züchtet, weil er nie abgewaschen hat. Oftmals konnte man den Topfinhalt gar nicht mehr erkennen, so lange schimmelte er schon. Aber keine Sorge. Ich nutzte diese Küche nicht mehr, sie gehörte ihm allein. Weder hatte ich Lust, mit ihm darüber zu diskutieren, noch wollte ich irgendwas in dieser Küche anfassen. So weit würde es bei mir nie kommen. Ich streite nicht ab, dass ich schon mal schimmelndes Toast hatte, aber es wird regelmäßig abgewaschen, Müll landet immer im richtigen Behälter und wird fast täglich rausgebracht. Und wenn ich nen Haustier hätte, würde ich mich auch darum kümmern. Da käme es nicht dazu, dass der Hund aufn Boden, aufs Bett, auf die Couch kackt, wie es mir gerade gestern wieder berichtet wurde.

 

Ich bin unordentlich und stolz darauf. Manch einer kann das nicht verstehen, unter anderem ein Großteil meiner Freunde – die es aber immerhin dulden. Ich hingegen kann diesen Dreck nicht verstehen. Aber da ich mich nicht ändern würde, erwarte ich es auch nicht von diesen Leuten. Ich ziehe nur einfach meine Konsequenzen daraus. Und wenn Menschen anfangen, mir den Rücken zu kehren, weil sie den Saustall nicht mehr ertragen, dann würde ich mir überlegen, was mir mehr wert ist. Doch bis dahin bleibe ich das Genie, das das Chaos beherrscht!

12.01.2008 um 13:05 Uhr

Noch ne Einbahnstraße

von: indalo

Du machst mich wahnsinnig. Merkst du das? Ich ziehe mich gerade zurück, und du weißt, dass ich öfter mal meine Ruhe brauche. Doch du kommst hinterher, immer weiter. Du willst mir immer näher sein als du bist. Ich kann das nicht. Es ist zu viel für mich. Ich habe einfach keine Lust dazu. Und es macht mich rasend, dass du so reagierst. Es erinnert mich so an diese andere Person. Du kämpfst um etwas, dass du nicht haben kannst. Es macht mich traurig, zu sehen, wie du dich erfolglos abmühst. Und kaum einer würde mir glauben, denn es scheint doch so einfach zu sein, dir diesen Erfolg zu geben. Doch es wäre nicht ehrlich. Deine Art, dein ständiges Kämpfen, ununterbrochenes Bemühen. Es macht es alles noch schlimmer. Einer deiner Freunde fasste es mir gegenüber wunderbar zusammen „Ihre Unsicherheit stößt ab“. Es klingt hart, es urteilt ungemein, doch es ist wahr. Du bist so unsicher, so verloren in der selbst, dass es einen anwidert. Ich möchte schreien, wenn du sagst „Wir“. Denn dieses Wir existiert nicht. Es gibt dich, und es gibt mich. Doch was ich mache, beinhaltet dich nicht. Und deine Meinung muss ich auch nicht teilen. Wenn du jemandem sagen möchtest, was du denkst, dann tu es für dich. Halt mich da draus.

  

„Seit ich dich kenne, hab ich so viel über mich gelernt.“ Das sagtest du mir gestern. Für dich bin ich ein Spiegel. Jemand, der dich reflektiert, der dir aufzeigt, was du tust, und manchmal auch, wieso du dies tust. Doch wie es bei Spiegeln so ist, sieht man nur sich selbst. Den Menschen auf der anderen Seite des Spiegels, mich, kennst du nicht. Und doch glaubst du dies. Glaubst, wir würden einander so gut kennen. Wir wären eine Einheit. Doch du bist nur eins mit deinem Spiegelbild in mir. Und es liegt nicht an mir. Ich habe andere Seiten, und ich bin mittlerweile auch bereit, sie zu zeigen. Doch du willst sie nicht sehen. Du willst nichts von mir hören. Manchmal merkst du es, doch nie richtig. „Tschuldigung, wenn ich das Thema wechsle, aber... (ist das Wetter nicht schön?)“ Du entschuldigst dich für etwas, was du nicht begreifst. Dieser Satz kommt jedes Mal, wenn ich dir aus meinem Leben berichte, wenn ich dir etwas von mir erzähle. Einbahnstraße. Spiegelbild. Davon habe ich nichts. Weder brauche ich das, noch will ich das.