indalo

31.08.2008 um 09:56 Uhr

Gestern

von: indalo

Gestern habe ich doch tatsaechlich einen Haufen Geld fuer Dinge ausgegeben, die ich nicht einmal haben wollte. Doch es war einfacher, das zu tun, als gegen an zu reden. Ja, auch ich gebe mich ab und an geschlagen, bin zwar ehrlich und sag meine Meinung, bzw. trage meine Widersprueche vor, doch tue letztlich das, was von mir gewuenscht ist. Warum eigentlich? Tue ich doch sonst nicht. Doch gestern hatte ich einfach keinen Elan, mich zu wehren. Macht doch was ihr wollt, wenn ihr meint alles besser zu wissen, ist mir doch egal. Ich werde in den naechsten Wochen nicht ruhen und euch weiter davon zu ueberzeugen suchen, dass es falsch war. Nur weil ich noch nicht eure jahrzehntelange Berufserfahrung habe, heisst das nicht, dass ich keine Ahnung habe, was erwartet wird. Ganz im Gegensatz zu euch habe ich naemlich schon mit Kindern gearbeitet und weiss, dass man dazu nicht die schicksten Klamotten anziehen sollte. Auch nicht in der OEffentlichkeit oder im Job. Nein, nein, und nochmals nein!

Trotzdem ich etwas tat, dass meiner Person widerspricht, ging's mir damit gut. Ich fuehlte mich nicht unterwuerfig oder sonst wie gedemuetigt. Ganz im Gegenteil, ich hatte noch einen wunderbaren Tag. Nichts besonderes, einfach nur rumgedaddelt und Spass gehabt. Und ich bin Trampolin gesprungen. Das wollte ich immer mal machen - ja ich bin ein Kind! Und als ich mich erschoepft hingelegt hab, stachelte das die Jungs nur noch mehr an, so lange darauf rumzuspringen, bis ich durch die Gegend flog *lach* Amuesant, amuesant! Und abends bin ich dann noch die Strasse einmal rauf und runter gelaufen. Endlich mal wieder bei entspannter Temperatur ein wenig Sport - wie gut das doch tat.

Alles in allem geht's mir hier wirklich gut. Das Leben koennt nicht besser sein und ich moechte taeglich mehrmals sagen, wie wunderschoen es ist. Ich werde wirklich nicht muede, das zu denken - an gute Dinge sollte man sich auch nicht gewoehnen.

28.08.2008 um 12:27 Uhr

Wie sehr darf ich schwaermen?

von: indalo

Wie sehr darf ich ihr vorschwaermen? Wie detalliert sollte ich davon berichten, wie gut es mir geht? Wird es ihr wehtun? Wird sie neidisch? Sollte es so sein? Ich weiss es nicht... ich moechte ihr erzaehlen, wie toll alles hier ist, wie sehr ich diesen Teil meines Lebens geniesse, wie sehr ich diese Persoenlichkeit von mir mag. Aber ich habe Angst, ihr damit unnoetig weh zu tun. Ich moechte ihr zeigen, wie gut es mir hier ergeht, sie wissen lassen, dass sie sich nicht um mich sorgen braucht, aber ich fuerchte, ihr damit wehzutun. Und das muss ja nun auch nicht sein. Sie wuerde mich gerne so von ihr reden hoeren, mich bei sich haben und nicht in der Weltgeschichte rumtuckern sehen. Sie wuerde gerne so viel tun, aber sie hat so vieles nicht getan. Das wird nicht mehr zu kitten sein, der Zug ist abgefahren, bzw. ist damals das Flugzeug geflogen. Das Flugzeug, dass mich an den Ort brachte, in das Haus, zu der Person, die mich gluecklich machte. Eine ereignisreiche und auch sehr horrorvolle Zeit erwartete mich, doch es ging mir gut, trotz all des Unheils. Und genau deswegen komm ich so gern in meine Heimat zurueck. Ich merke, wie ich ein anderer Mensch bin, wie mir unterschiedliche Dinge wichtiger werden. Ich weiss gar nicht, ob irgendwer diese Seite an mir kennt... irgendwer ausser ihr, die sie erlebt. Faszinierend. Und doch ist alles andere keine Show, keine Maske, alles andere bin genauso ich wie das hier. Nichts ist falsch, und doch so gegensaetzlich...

27.08.2008 um 18:47 Uhr

Wieder woanders

von: indalo

Nun denn, neues Land, neuer Kontinent. Oder warte,  beides alt, wenn auch jung. Wie man's halt moechte. Ich hab jedenfalls meine 24 Stunden Reise tadellos ueberstanden und geniesse das angenehme Klima Amerika's. Erstaunlich, 24 Stunden unterwegs und kaum Muedigkeit. Sieben Stunden verschobener Rhythmus und keine Spur zu merken. So ist das. Bin das ja gewohnt, ne?

Fliegen... ich liebe Fliegen. Hab jede Menge tolle Filme gesehen und war durchgaengig beschaeftigt. Und konnte damit auch gut verkraften, dass der Platz neben mir nur frei war, weil die Frau, die dort haette sitzen sollen, in der vorhergehenden Woche verstarb. Eine traurige Geschichte...

Bus und Bahnfahren war auch nett. Sogar die Boote. Und den Fussmarsch uebern Flughafen geniesse ich jedes Mal. Alle moeglichen Fortbewegungsmittel wurden genutzt, das nenn ich ma fortschrittlich!

...und nun bin ich einfach nur k.o. Die ersten Tage waren anstrengend, aber schoen! Ich werde sie definitiv weiterhin geniessen und mich wohlfuehlen. Heimat ist halt doch was schoenes *smile*

21.08.2008 um 20:08 Uhr

Ausnahmezustand trifft auf Sturheit

von: indalo

Ich gehör zu den sturen Menschen, die nicht einsehen, bevor sie das Land verlassen noch mal alle zu treffen oder wenigstens anzurufen. Auch wenn ich manches Mal für einige Zeit verschwinde, muss ich deswegen doch nicht mehr mit manchen Menschen tun, als ich es ohnehin täte. Wieso muss der Ausnahmezustand einberufen werden? Wieso fangen so kurz vor räumlichen Trennungen alle immer an, wie blöd zu rotieren, wenn sie sich sonst auch in den nächsten Monaten kein Stück bewegt hätten? Was soll so was?

 

„Oh, du gehst ins Ausland?“ – „Jo.“ – „Dann müssen wir uns vorher unbedingt noch einmal sehen.“ Aber wieso denn? Wir würden uns für den Zeitraum, den ich fort bin, auch nicht treffen. „Bevor du gehst ruf ich noch mal an!“ Achso, aber die letzten sechs Monate kanntest du meine Telefonnummer auch nicht. Komisch, findest du nicht auch?

 

Aber statt mich aufzuregen, bzw. aufzublasen, nehm ich das mit einem Schmunzeln hin und warte ab. Denn anrufen tun sie ja doch nicht, und auf ein Treffen kommen sie auch nicht zurück. Alles bloß Floskeln, zumindest bei einigen. Andere verhalten sich nämlich wirklich wie im Ausnahmezustand, womit sie bei mir auf Granit beißen. Vielleicht bin ich deswegen ein schlechter Mensch, vielleicht habe ich ein kaltes Herz, doch wer es auf Dauer wärmt, der trifft mich auch in solchen Situationen.

20.08.2008 um 21:38 Uhr

Liebe ohne Beziehung

von: indalo

Sie... spukt mir immer mal wieder im Kopf herum. Zur Zeit gerade nicht so viel, wie dieser Text vermuten lassen wird. Dennoch möchte ich etwas loswerden, etwas festhalten. Ob ich sie liebe? Ich könnte es nicht verneinen. Bejahen? Sicherlich ohne schlechtes Gewissen, aber nicht mit dem Zweifel, ob es wirklich wahr ist. Denn irgendwo bleibt der Zweifel, und wenn es der Zweifel aus Selbstschutz ist, der nur existent ist, weil ich Angst davor habe, jemanden zu lieben, der nicht in meinem Leben ist.

 

...der nicht in meinem Leben ist. Welch Falschaussage! Sie ist in meinem Leben und wird es auch noch lange sein. Vielleicht nicht für immer, aber noch ein Weilchen. Sie bleibt der Mensch, den ich anrufe, wenn ich verzweifelt bin und hoffe, dass sie mir helfen kann. An meinem schlimmsten Tag in diesem Jahr rief ich sie an. Ich wollte keinen Trost, ich wollte kein Mitleid, ich wollte Hilfe. Sie konnte sie mir nicht bieten, doch das war nicht ihre Schuld. Sie hätte es gern getan. Bemerkenswert... sie hätte gerne etwas für mich getan, was mir nahestehende Menschen nicht fertig brachten. Was die Menschen, die mich lieben sollten und von denen alle wissen, dass sie eine große Rolle in meinem Leben haben, entweder nicht wollten, oder auch nicht konnten. Aber manche wollten nicht... sie hätte gewollt, sie hätte ehrlich und wirklich gewollt!

 

Und so ist sie nach wie vor ein Teil meines Lebens, ein Teil meiner selbst. Sie ist mir wichtig, das würde ich nie leugnen. Ich liebe sie, das ist möglich und auch wahrscheinlich. Doch... und jetzt kommt der springende Punkt: Ich würde mit ihr nicht zusammen sein wollen. Nicht jetzt, und nicht die nächsten paar Jahre. Ich könnte es nicht. Sie und ich haben unterschiedliche Vorstellungen vom Leben, wir brauchen gerade unterschiedliche Dinge. Und vielleicht... vielleicht wusste sie das damals, als sie ging. Vielleicht hat ihr irgendwas gesagt, dass es so ist. Möglich wäre es, auch wenn es alles andere als bewusst gewesen wäre. Das würde dann auch erklären, warum sie gleich ganz gegangen ist. Warum sie es nicht fertig bringt, mit mir zu reden, mich an ihrem Leben teilhaben zu lassen und ein Teil meines Lebens zu sein. Es wäre nicht genug, es wäre nicht das, was sie wöllte. Und so bin vielleicht letztlich doch ich Schuld daran, dass wir jetzt da sind, wo wir gerade sind. Vielleicht... wer weiß...

15.08.2008 um 16:34 Uhr

Der Ton macht die Musik

von: indalo

Meinte ich nicht gerade gestern Abend, dass es Zeiten gibt, in denen mir alles egal ist? Alles und jeder? Wieso sitze ich dann hier und biete an, den Abend mit jemandem zu verbringen, der gerade eine schlechte Phase im Leben hat? Wieso tue ich das, obwohl ich gerade meine hart erarbeitete Motivation nutzen sollte um diese blöde Aufgabe, die mir seit Wochen im Kopf herumschwirrt, zu erledigen? So viel zu „kann kommen wer will“... Denn es ist nicht ein „kann kommen wer will, mir doch egal“, sondern die Frage, wie man auf mich zukommt. Ob man mich provoziert, ob man von mir erwartet, etwas zu unternehmen, oder ob man einfach nur erzählt was los ist und ich zu dem Schluss komme, dass da jemand dringend ein offenes Ohr braucht. Oder auch einfach nur eine Umarmung.

 

Der Ton macht die Musik. Und solange Menschen die gleichen Töne hören, solange können sie miteinander auskommen. Nicht etwa wie der Typ von neulich, der mir an Kopf warf, ich würde rumpöbeln, als ich eine simple Frage stellte. Für ihn war es rumpöbeln, für mich war es Interesse an seiner Person – wir liegen auf unterschiedlichen Oktaven, ein Schlussstrich meinerseits folgte.

 

Ja, das kann ich. Ich kann Bindungen, die nicht sinnvoll sind und über die man sich mehr ärgert, als dass man sich freut, durchaus beenden. Und wer immer mir in der nächsten Zeit blöd kommt, wird das am eigenen Leib erfahren. Wobei ich mich frage, ob es nur in der nächsten Zeit so ist, oder für immer. Sicher bin ich mir da nicht, daher nutze ich die vorsichtigere Variante und beschränke es auf einen Zeitraum – einen unbestimmten wohlgemerkt.

14.08.2008 um 23:46 Uhr

zählen oder quälen?

von: indalo

Es gibt Zeiten in meinem Leben, da ist mir alles egal. Da könnt jeder an meiner Tür klopfen und sagen „Wenn du nicht sofort mit mir ein klärendes Gespräch führst, will ich dich nie wiedersehen.“, und ich würd mich umdrehen und davon gehen. Womöglich nicht jeder, aber doch ein Großteil meiner Freunde. Ja, Freunde. Selbst die richtig guten müssen wohl ab und an hinten anstehen. Oder auch nicht? Ich weiß es nicht, es wurde bisher nicht getestet. Aber andere Freunde, eher Bekannte, die haben das schon so oft getestet, dass es mir zum Hals raushängt. Ja, sie sind mir wichtig, auf eine Art. Aber permanentes Rumgezeter und Gejammer, ständiges Provozieren und Austesten – dazu habe ich keine Lust. Ich stehe im Leben, bin überhäuft mit Aufgaben, da sollte es mich schmerzen, wenn jemand geht? Jemand, der sowieso nicht weiß, was mich tief im Innern bewegt? Wie viele solcher Menschen gibt es schon? Wenige, sehr wenige. Für die kämpfe ich, für die würde ich immer zurückstecken – doch die würden es auch nicht erwarten!

 

Und so stelle ich wieder einmal fest, wie unterschiedlich ich zu meinen Freunden stehe. In solchen Phasen der Egalität wird deutlich, wer zählt und wer nur quält. Ich bin für dich da, wenn du mich brauchst – aber missbrauche mich nicht ständig! Jammerlappen! Weichei! Dein Leben ist nicht so schrecklich wie du immer meinst. Ich bin der einzige Mensch, der dich wirklich kennt? Der wirklich an deiner Seite steht? Ich hoffe nicht! Denn wenn ich dir mehr gebe als alle anderen, bekommst du so gut wie nichts. Das tut mir Leid für dich, aber ich kann es nicht ändern, es wäre nicht ehrlich. Es ist besser, wenn ich gehe, wenn ich dich freigebe und du endlich die Notwendigkeit siehst, dir Menschen zu suchen, für die du der wichtigste Mensch auf der Welt bist. Geh weiter, gehe dorthin, wo du glücklich bist, dort wo du zählst und dich nicht selbst quälst!

13.08.2008 um 23:16 Uhr

Wieder ein dreizehnter

von: indalo

Was für ein Tag. Nicht umsonst fällt mir auf, dass es ein 13. ist. Ich bin glücklich. Es war ein schöner Tag. Vielleicht nicht unbedingt ein Tag, den ich mir merken werde, aber nichts desto trotz ein schöner Tag, mein Tag.

 

Es passierten keine großartigen Dinge, ich schlug mich mit dem Alltag rum und drückte mich vor meinen Aufgaben. Und doch sprang ich glücklich durch die Wohnung. „Na, wie viel Bücher hast du heute gelesen?“ – „Gar keins.“ – „Was hast du dann getan?“ – „Ich habe ziemlich viel erledigt.“ – „Dein Grinsen verrät mir, dass es um irgendwas anderes geht als das, was du tun solltest.“ Dass mein Grinsen auch so hörbar sein muss... tz... doch es stimmt, mein Grinsen verriet alles. Ich habe eine Menge geschafft, die Pläne für die nächsten Tage sind gemacht, hier die eine Behörde, dort die nächste. Es läuft. Auch die nächsten Monate sind grob geplant, was will man mehr? Eine der nervenaufreibendsten Aufgaben der nächsten Zeit habe ich hinter mich gebracht und bin stolz auf mein Werk. Ja doch, das gefällt!

 

Und dann... mein absoluter Lieblingsfilm *smile* Ich habe es endlich geschafft, einen Film wieder anzusehen, den ich seit... boa... vielen, vielen Jahren nicht mehr gesehen habe. Meine Kindheit kam ein Stück zurück. Er hatte am Ende vielleicht nicht den Effekt, den man hätte erwarten können, aber bei der Vorfreude, die ich empfand, konnte es nicht mehr besser werden. Es macht mich glücklich, mich so freuen zu können... so sehr, dass man schon beim Hallo durchs Telefon hört, dass ich vor Freude fast zerplatze. ...wegen einer scheinbaren Kleinigkeit.

12.08.2008 um 22:03 Uhr

Lektion der fünf Kugeln

von: indalo

Stell dir vor, dass das Leben ein Spiel ist, in dem du fünf Kugeln jonglierst. Diese Kugeln heißen Arbeit, Familie, Gesundheit, Freunde und Rechtschaffenheit. Und du hältst sie alle in der Hand. Aber eines Tages begreifst du, dass die Arbeit ein Gummiball ist. Wenn du ihn fallen lässt, springt er wieder hoch. Die anderen vier Kugeln - Familie, Gesundheit, Freunde und Rechtschaffenheit - sind aus Glas. Wenn du eine von diesen Kugeln fallen lässt, wird sie unwiderruflich beschädigt, zerspringt vielleicht sogar in tausend Stücke. Und selbst wenn sie nicht zerspringt - sie wird nie mehr so sein wie früher. Wenn du die Lektion der fünf Kugeln erst einmal verstanden hast, hast du den Anfang für ein ausgeglichenes Leben gemacht.

Aus "Tagebuch für Nikolas" von James Patterson

11.08.2008 um 22:57 Uhr

Wenn jemand euer Leben in Frage stellt

von: indalo

Wenn jemand euer Leben in Frage stellt – wir reagiert ihr?

Wenn nicht nur irgendwer dahergelaufenes sagt „machste nicht was falsch im Leben?“, sondern ein euch wirklich nahestehender Mensch Äußerungen von sich gibt, wie etwa „Bist du wirklich glücklich in deiner Beziehung?“ oder „Ist das die Liebe deines Lebens? Soll es so bis ans Ende weitergehen?“, würde euch das verunsichern? Oder wäre es einfach nur eine Frage, reine Neugier des anderen, weil ihr seit langem nicht geredet habt?

10.08.2008 um 19:47 Uhr

Glückseligkeit

von: indalo

Ich war gestern draußen. Das, was ich tun sollte, konnte ich nicht mehr tun, und das, was ich tun wollte, konnte ich noch nicht tun. Und so ging ich raus und traf mich mit nahestehenden Menschen. Vorher bekam ich einen Anruf, ob ich mit ihnen auf die Veranstaltung gehe, die gerade unser Städtchen ziert. „Versuch es mir schmackhaft zu machen, und ich werde sehen, ob ich komme“, sagte ich. Man machte es mir schmackhaft, nicht zuletzt, weil es im Rahmen einer Stunde sein sollte. Es wurde länger, wie jedes Mal. Doch das macht nichts, denn das war es mir wert.

 

So standen wir an einer Konzertbühne, immer wieder schön, die Menschen davor zu beobachten. Die Bühnisten waren mir egal, das Publikum hatte meine Aufmerksamkeit. Dann schlenderten wir weiter, vorbei an Fressbuden mit Herzhaftem und Süßem. Der Geruch forderte meine Willenstärke heraus. Ich gewann :-) Und immer weiter, bis es dunkel war. Dann sah ich zwischen zwei Buden hindurch eine freie Fläche, auf der ein paar Leute tanzten. Ich ging zwischen die Buden und lehnte mich an eine Lampe. Ein paar Frauen Anfang zwanzig tanzten vor sich hin. Eigentlich ja genug Grund, meine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Schlecht sahen sie auch nicht aus. Doch... jemand anderes zog mich in seinen Bann. Ein älterer Mann, graue Haare hatte er schon, und Großvater muss er auch gewesen sein. Er tanzte. So frei, so locker, so entspannt. Es war umwerfend. Er wiegte sich zur Musik und schwang mit seinen Beinen umher. Dann war das Lied zu Ende, doch ich konnte meine Augen nicht von ihm lösen. Er tanzte zwar die ganze Zeit nicht mehr so, doch er wippte weiter über die Fläche. Seine – wie ich annehme – Frau tat es ihm nach. Nicht ganz so graziös, wie ich finde, doch nichts desto trotz wunderbar. Der kleine Junge, den die beiden umgarnten, stand lange stocksteif da. Dann ließ Opa ihn fliegen und er strahlte übers ganze Gesicht. ...und ich bekam feuchte Augen. Es war so schön mitanzusehen. Es war rührend... sie strahlten so viel Glückseligkeit aus.

 

Irgendwann riss ich mich los, und wir gingen weiter. Hielten kurz an einer der großen Bühnen und standen später in einer Menschenmenge als das Feuerwerk losging. Es war bestimmt schön, doch nichts im Vergleich zu dem, was ich vorher sah. Ich konnte nur noch daran denken, wie sehr es mich ge- und berührt hat, diesen Tänzern zu zusehen.

08.08.2008 um 20:27 Uhr

Warum das Glück mit den Dummen ist

von: indalo

Es huscht das Glück von Tür zu Tür,
klopft zaghaft an: - "Wer öffnet mir?"

Der Frohe lärmt im frohen Kreis
und hört nicht, wie es klopft so leis.

Der Trübe seufzt: "Ich lass nicht ein,
nur neue Trübsal wird es sein."

Der Reiche wähnt, es pocht die Not,
der Kranke bangt, es sei der Tod.

Schon will das Glück enteilen sacht,
denn nirgends wird ihm aufgemacht.

Der Dümmste öffnet just die Tür -
da lacht das Glück: "Ich bleib bei dir!

Gefunden auf http://www.gluecksfall-im-alter.de.vu

06.08.2008 um 13:37 Uhr

Als du über deine Zukunft nachdachtest

von: indalo

Als du über deine Zukunft nachdachtest, als du dich gefragt hast, was du den Rest deines Lebens machen möchtest, woran dachtest du? Oder wenn du dich das jetzt fragst, genau in diesem Moment: „Was möchte ich in den nächsten Jahrzehnten tun?“, was antwortest du? Und wie kommst du zu dieser Antwort?

 

Wenn man Studenten danach fragt, warum sie sich für dieses Studienfach entschieden haben, bekommt man die unterschiedlichsten Antworten. Die einen wählten ihre Lieblingsfächer aus der Schule, die nächsten nahmen das, was einfach schien. Andere landeten in dem Studienfach, der ihr NC hergab, und manch ehrlicher Student sagt „ich studiere, weil man mit Abi doch studieren sollte“. Wirklich? Sollte man das? Warum sollte man das?

 

Leute im Arbeitsleben haben oftmals keine Antwort auf die Frage, wieso sie geworden sind, was sie sind. Viele erfolgreiche Chefs denken sich, sie tun das, was sie tun, weil sie es am besten können und es Geld bringt. Ein Manager hat doch bestimmt keine Zeit, darüber nachzudenken, sondern rennt fleißig weiter durchs Leben. „Ich brauchte einen Job, eine Karriere, um meiner Familie etwas bieten zu können.“ Haben diese Menschen nie darüber nachgedacht, dass sie ihrer Familie mehr bieten könnten, wenn sie einfach mal da wären? Wenn sie Zeit für sie haben und nicht nur Geld?

 

Und Schüler? Schüler verzweifeln über der Frage, was sie später machen wollen. Oder aber sie haben einen Traum, bei dem sie ohnehin nicht glauben, dass sie ihn erreichen können. Ein Achtklässler hat sich mit dieser Frage gewiss noch nicht beschäftigt, außer vielleicht in der Grundschule, wo jeder Schauspieler, Sänger oder Lehrer werden möchte. Realschüler stehen spätestens in der 10. vor dieser Frage, Gymnasiasten denken womöglich nicht vor dem letzten Schuljahr darüber nach. Wieso auch? Man hat ja noch Zeit.

 

Sicherlich hat man die. Doch man nutzt sie nicht. Man steht früher oder später vor dieser Frage und weiß nicht, was man mit dem Rest seines Lebens anfangen soll. Vielleicht übernimmt der ein oder andere die Firma der Eltern. Doch will er das? Ist es das, was ihn glücklich macht? Oder ist das praktisch, angenehm und lohnend?

 

Als du darüber nachdachtest, was du später einmal tun willst, wusstest du um all die Möglichkeiten, die du hast? Oder waren Argumente wie Ort, Zeit und Geld wichtiger? Wichtiger als das eigene Glück, als das Wohlbefinden und die Zufriedenheit? Warum werden wir, was wir werden? Bestimmt hatten wir eine Wahl, doch hatten wir die große Wahl? Die Wahl, ob wir Entwicklungshelfer in Afrika, Surfer in Australien, Polarforscher auf Grönland, Bauingenieur in Asien, Übersetzer in Nordamerika oder Plantagenbesitzer in Südamerika sein möchten? Oder sahen wir nur Europa, ja gar nur Deutschland? Das Land, in dem wir geboren wurden, meinetwegen noch Österreich und Schweiz – da wird immerhin die gleiche Sprache gesprochen. Doch gucken wir wirklich so wenig über den Tellerrand? Sehen wir nicht die Welt in ihrer Ganzheit? Es wird doch einen Sinn haben, dass wir heutzutage so mobil sind und die Chance haben, die Welt zu erkunden, ehe wir uns auf etwas festnageln... oder etwa nicht?

05.08.2008 um 18:17 Uhr

Versuche gar nicht erst, es anderen recht zu machen

von: indalo

Es war einmal ein Ehepaar, das einen 12-jährigen Sohn und einen Esel hatte. Sie beschlossen zu verreisen, und die Welt kennen zu lernen. Zusammen mit ihrem Esel zogen sie los. Im ersten Dorf hörten sie, wie die Leute redeten: "Seht Euch den Bengel an, wie schlecht er erzogen ist... er sitzt auf dem Esel und seine armen Eltern müssen laufen." Also sagte die Frau zu ihrem Mann: "Wir werden nicht zulassen, dass die Leute schlecht über unseren Sohn reden. "Der Mann holte den Jungen vom Esel und setzte sich selbst darauf. Im zweiten Dorf hörten sie die Leute folgendes sagen: "Seht Euch diesen unverschämten Mann an! Er lässt Frau und Kind laufen, während er sich vom Esel tragen lässt. " Also ließen sie die Mutter auf das Lastentier steigen und Vater und Sohn führten den Esel. Im dritten Dorf hörten sie die Leute sagen: "Armer Mann! Obwohl er den ganzen Tag hart gearbeitet hat, lässt er seine Frau auf dem Esel reiten und das arme Kind hat mit so einer Rabenmutter sicher auch nichts zu lachen!" Also setzten sie ihre Reise zu dritt auf dem Lastentier fort. Im nächsten Dorf hörten sie die Leute sagen: "Das sind ja Bestien im Vergleich zu dem Tier, auf dem sie reiten. Sie werden dem armen Esel den Rücken brechen!" Also beschlossen sie, alle drei neben dem Esel herzugehen. Im nächsten Dorf trauten sie ihren Ohren nicht als sie die Leute sagen hörten: "Schaut euch die drei Idioten mal an. Sie laufen, obwohl sie einen Esel haben, der sie tragen könnte!?"

04.08.2008 um 16:59 Uhr

Der Philosoph

von: indalo

Der Philosoph ist eine beunruhigende Persönlichkeit. Es ist, wie wenn eine Person neben uns stünde, die während wir uns mühen, die Spaghetti nach altem Familienrezept zu kochen, uns davon zu überzeugen suchte, es sei besser, es abzuändern... Auch wenn wir ihm nicht folgen, hat diese lästige Person unser unschuldigen Vertrauen untergraben und uns gezwungen, uns bewusst zu werden, dass unsere Handlungsweise eine Wahl voraussetzt, und die Verantwortung für diese Wahl zu übernehmen. Auch wenn wir (vielleicht aus Trotz) weiterhin ganz traditionell kochen, wissen wir jetzt, dass wir auch anders hätten verfahren können, und der Zweifel wird uns immer dann martern, wenn wir eine Unvollkommenheit am Ergebnis unserer Arbeit feststellen, jene unsympathische Person könne doch recht haben.

Ermanno Bencivenga

03.08.2008 um 21:51 Uhr

Kekse

von: indalo

Frosch und Kröte essen Kekse, die Kröte zuvor gebacken hatte. Sie essen und essen, bis Frosch, den Mund voller Kekse, schließlich sagt: „Ich glaube, wir sollten aufhören zu essen. Wir werden sonst krank.“ Kröte stimmt zu, will aber noch einen letzten Keks essen. Sie essen einen. Dann essen sie einen allerletzten Keks. Frosch sagt, sie benötigen Willensstärke. Auf Kröte´s Frage „Was ist Willensstärke?“ antwortet Frosch: „Willensstärke heißt, mit allen Kräften zu versuchen, etwas nicht zu tun, was man wirklich gern täte.“ Frosch tut die übriggebliebenen Kekse in eine Büchse und erklärt, sie würden keine mehr essen. „Aber wir können die Büchse öffnen“, sagt Kröte. „Stimmt“, gibt Frosch zu. Frosch holt eine Leiter und stellt die Büchse auf ein hohes Regal. „Aber wir können mit der Leiter hinaufsteigen“, erklärt Kröte. Schließlich geht Frosch verzweifelt nach draußen und verfüttert die restlichen Kekse an die Vögel. „Jetzt haben wir keine Kekse mehr“, sagt Kröte traurig. „Nicht einen einzigen.“ „Ja“, sagt Frosch, „ aber wir haben eine Menge Willensstärke.“

Arnold Lobel, Frog and Toad Together, New York, 1972