indalo

31.12.2008 um 19:47 Uhr

Sechstes Zehntel

von: indalo

Auch dieser Tag nähert sich dem Ende. Der sechste Tag. Doch heute habe ich etwas geschafft. Ich habe mir nicht nur Essen gekauft, nein, ich habe sogar etwas geschrieben. Ja, ich bin weitergegangen auf dem Weg der Arbeit. So wie am vierten Tag. Wenn sich das spiegelt, wäre das schlecht... dann würde sieben, acht, neun und zehn ja genauso verlaufen wie eins, zwei und drei. Hoffentlich nicht. Zumal das eine vier und das andere drei Tage sind... Zahlen, ja ich mag Zahlen.

So, ich fühle mich aber nicht erleichterter. Die Nacht war beschissen, ich weiß nicht wie oft ich mit dem Gedanken spielte, mich übergeben zu müssen. Sowas blödes. Und der Tag war auch mies. Ja, ich bin krank. Es ist einfach zu viel. Und doch mache ich weiter... immer wieder... ich weiß nicht, wo meine Grenzen sind? Das stimmt, ich ignoriere sie. Für einen guten Zweck. Denn mit den qualvollen Tagen jetzt möchte ich mir schöne Tage im kommenden Jahr erkaufen. Und ich weiß, dass es funktioniert. Denn wenn ich jetzt all das hinter mich bringe, was auf meiner Liste steht, dann wird es mich im nächsten Jahr nicht mehr quälen. Das ist der Plan. Und ich weiß, dass er aufgehen wird. Deswegen kämpfe ich weiter... so lange, bis ich alles hinschmeiße. Man wird sehen. Auf bald.

30.12.2008 um 23:33 Uhr

Fünftes Zehntel, Halbzeit und Einjähriges

von: indalo

Heute ist das fünfte Zehntel vorübergegangen, damit ist die Halbzeit hinter mir... nein, das ist nichts positives, das ist was negatives. Denn es geht nicht darum, die Zeit hinter mich zu bringen, sondern die Arbeit zu erledigen. Geschafft habe ich heute nichts, rein gar nichts. Ja, ein bisschen Geld verdient und nette Gespräche gehabt, doch... keine Arbeit geleistet... wie ich mich damit fühle? Besser als erwartet. Doch der Schlaf wird mir zeigen, was ich wirklich darüber denke... mal schauen.

Ich bin jedenfalls so nah daran, Dinge hinzuschmeißen, wie noch nie. Vielleicht war ich da doch schon mal, keine Ahnung, ich erinnere mich so selten an derartige Dinge. Aber ich weiß, dass ich beim besten Willen keine Lust habe und ohnehin schon begonnen hatte, zu streichen. Die Bonuspunkte sind weg. Aber jetzt sogar an der richtigen Materie kratzen? Das geht zu weit. Und doch fühlt es sich so nicht an... ach, ich weiß auch nicht... zu viel... ich geh ins Bett... heute, so zum Einjährigen meines Blogs. Gute Nacht.

28.12.2008 um 23:15 Uhr

Es ist geschafft

von: indalo

Es ist geschafft. Weihnachten mit allem drum und dran liegt hinter mir. Ich bin wieder zu Hause. Ich liebe mein Zuhause und ich liebe diese Stadt. Ich tanze übern Bahnhof, wenn ich ankomme und freue mich, daheim zu sein. Es ist schön. Und dann noch zwei Stunden am Bahnhof sitzen und quatschen. Ja, es war schweinekalt und ich hätte mir gemütlichere Orte vorstellen können, doch dort zu sitzen war das beste, was ich hätte tun können.

Zuerst entdeckte ich einen urstkomischen Hut und guckte irritiert. Einen Meter weiter sah ich dann die schönsten braunen Kulleraugen, die ich kenne. Sooo süß. Und gleich die ganze Familie. Welch ein Strahlen :o)
Dann quatsch ich weiter und wie von Magie geleitet drehe ich mich um und seh... ja wen seh ich denn da? Jemanden, den ich seit nem halben Jahr nicht mehr gesehen habe, und von dem ich dachte, ihm mindestens das ganze nächste Jahr auch nicht mehr zu begegnen... vielleicht nie mehr... und so flog ich ihm entgegen, strahlte übers ganze Gesicht. Er freute sich auch ganz wahnsinnig und erzählte mir dann auch noch die schönsten News. Er ist vergeben. Doch da er nach wie vor der schüchterne junge Mann ist, den ich vor nicht allzu langer Zeit lieben lernte, wechselte er die Sprache für diese Mitteilung, damit niemand außer mir ihn versteht. Welch schöner Moment :o)

Und so kann ich mich nach stundenlangem DVD schauen nun endlich allein und in mein eigenes Bett kuscheln, sodass ich fröhlich, frisch und munter die kommende Woche begrüßen kann.

24.12.2008 um 13:20 Uhr

Immer wieder

von: indalo

Es gibt keinen Tag den ich im Hause eines Verwandten verbringe, an dem ich nicht denke: „Gut, dass ich die Stadt verlassen habe.“ Es ist traurig, aber wahr. Meine gesamte Verwandtschaft führt sich auf wie ne Horde Wildgewordener. Ich bestimmt auch, nehme ich an. Denn auch wenn ich es gerne verhindert hätte, so fließt doch deren Blut in meinen Adern. Doch wenn ich genauso wär, dann würde es mich nicht so in den Wahnsinn treiben, richtig?
Mantras in meinem Kopf: „Es sind nur noch ... Stunden.“, „Das wird ja wohl zu schaffen sein.“, „Alles wird gut.“, „Bald bist du wieder weg.“, „Es geht vorbei.“, etc. Erschreckend, nicht wahr? Ich sitze hier, an Heiligabend und kann den Gedanken, dass je weiter ich von hier entfernt bin, desto besser geht es mir, nicht verhindern.

Hmm, ich würde gerne so etwas sagen wie: „Schlimm, dass es so weit gekommen ist.“ Doch... dazu müsste ich mich an eine Zeit erinnern, in der es nicht so wahr. Denn ja, es trifft zu, man merkt sich das negative viel leichter als das positive. Und eben weil ich weiß, dass es so ist, komme ich immer wieder her. Jeder hat ne zweite Chance verdient, oder ne dritte, ne vierte, ne... ich-weiß-nicht-wievielte. Und außerdem geht es bei Weihnachten doch darum, an andere zu denken, anderen was gutes zu tun. Nur... manchmal frage ich mich, ob ich ihnen nicht den größten Gefallen täte, wenn ich wegbleiben würde. Denn ich pflege doch immer zu sagen, dass das beste Geschenk, was man anderen machen kann, ist, glücklich zu sein. Mehr wünsche ich mir von meinen Freunden nicht. Sie sollen einfach nur glücklich sein. ...doch nicht jeder denkt so. Leider... ach, ich möchte so viel ändern, so viel anders machen.

23.12.2008 um 16:19 Uhr

Es ist soweit

von: indalo

Es ist soweit. Sie hat einen anderen Namen. Das ist okay, das ist vollkommen in Ordnung. Ja, sie muss sich noch daran gewöhnen, kein Ding. Ist ja auch ne Überforderung, wenn man, gerade den ersten Fuß in die Tür gesetzt hat und schon fürn Postboten was unterschreiben soll. ...wenn man doch gerade erst seit einer Stunde verheiratet ist. So schnell kann man sich einfach nicht umgewöhnen. Kann ich verstehen.

Nun denn. Mein Wunsch wurde mir gewährt. Sie hat nicht gefragt. Das Personal vom Standesamt musste zwar davon anfangen, doch sie wollten es beide nicht. Sehr beruhigend. Und sie war gerührt. Es war schön zu sehen, dass sie gerührt ist. Also doch ein wenig mehr Emotion? Im Allgemeinen muss ich ihnen zugestehen, sich heute besser aufzuführen als noch vor wenigen Wochen. Auch er vergoss Tränen. Doch er gesteht es nicht ein, denn... so komisch es auch klingt, er ist der Einzige, der das romantisch betrachtet. Erschreckend, ich weiß. Und ich sehe nach wie vor die Bedenken, die ich hatte – wenn auch in etwas gemilderter Form. Vielleicht liegt es daran, dass der Schock so langsam nachlässt. Wer weiß. Sie ist wieder eine verheiratete Frau, so wie er wieder ein verheirateter Mann ist. Halleluja.

23.12.2008 um 00:44 Uhr

Drittes Zehntel

von: indalo

Das wäre dann wohl das dritte Zehntel gewesen. Vorbei, einfach so. Nein, ich habe nichts getan, nichts vom dem, was auf meiner Liste steht. Und ganz ehrlich? Ich habe auch nicht die geringste Lust dazu. Ich will einfach nicht mehr. Ich habe genug. Absolut genug. Ich brauche Urlaub. Ja, den brauche ich. Den und Gedankenfreiheit. Weniger Sorgen. Ruhe. Ich weiß, dass das alles bald kommen wird. Doch ich weiß nicht, ob ich es bis dahin überstehe. Doch, auch das weiß ich. Aber ich weiß nicht, ob ich bis dahin meine Pläne schaffe. Ich weiß es nicht. Und jetzt in diesem Moment ist es mir auch egal. Ich werde meine Folge zu Ende sehen uns ins Traumland verschwinden. In wenigen Stunden klingelt der Wecker und ich mache mich auf den Weg zu einem Termin, dem ich nicht beiwohnen möchte. Der Sache an sich schon, aber nicht so. Es widerstrebt mir. Und ja, ich wünsche mir für diesen kommenden Tag einfach nur, dass sie mir eine bestimmte Frage nicht stellt, bzw. mich zu einer bestimmten Sache nicht auffordert. Nur das. Nicht mehr, nicht weniger. Das ist der einzige Wunsch, der mir gewehrt werden könnte. Ich verlange nichts unmögliches.

Und so schwindet das dritte Zehntel... auf nimmer Wiedersehen.

21.12.2008 um 18:28 Uhr

Zweites Zehntel

von: indalo

Das zweite Zehntel geht dem Ende zu. Ich habe viel gemacht, doch nix geschafft. Ich fühle mich auch noch nicht schlecht. Der Berg vor mir ist zwar riesengroß, doch ich sehe ihn nicht. Nicht am Tag. In der Nacht verfolgt er mich, doch tagsüber ist meine größte Sorge, wie ich meinen Hunger stillen kann. Schon komisch, denn ich weiß, dass ich mich bald für diese zwei verschwendeten Tage verfluchen werde. Genau wie ich heute schon feststellen musste, dass ich eine wichtige Aufgabe nicht erledigt habe. Trotz all der Listen, trotz all der Erinnerungen ist mir etwas durch die Lappen gegangen. Fürchterlich.

So widme ich mich dann jetzt wohl der dritten Tafel Schokolade und vielleicht zur Abwechslung auch mal meinem Buch. Dem einen Buch, das ich unbedingt zu morgen durchgesehen haben muss. Es kann doch gar nicht so schwer sein... eigentlich... man muss es nur in die Hand nehmen, aufschlagen und durchblättern. Ein wenig lesen, ein wenig konzentrieren. Doch die Konzentration, die macht gar nicht mit. Sie ist störrisch und sieht ständig woanders hin. Da sind so viele spannende bunte Punkte in meinem Kopf. Die sind viel interessanter. Selbstbeherrschung, die ist gefragt. Auf in den Kampf mit dem inneren Schweinehund *tschakka*

20.12.2008 um 22:58 Uhr

Erstes Zehntel

von: indalo

Und weiter geht’s mit den erlösenden Nachrichten. Der Brief lag im Kasten, gestern schon. Abends – nach einem ganz wundervollen Tag – zog ich ihn raus. Das Grinsen verriet mich sofort. Post ausm Ausland. Überhaupt Post in meinem Briefkasten ist toll, aber wenn sie ausm Ausland kommt, dann ist sie doppelt toll.

Gestern war ein schöner Tag. Das stimmt. Sehr schön war er. Und überfällig. Wir haben einfach nur die gegenseitige Anwesenheit genossen. Rumgehangen, gegessen, gebrabbelt und Spaß gehabt. Und wohl gefühlt. So richtig. Wir drei, niemand sonst. Das Pärchen. Vor Jahren hieß es mal, Dreierfreundschaften seien nicht möglich. Seit einigen Jahren weiß ich, dass es geht. Drei auf einen Schlag. Es geht. Und jetzt, da es noch einmal möglich war, noch einmal viel intensiver, da weiß ich, dass alles möglich ist. Bei der Geschichte, die wir drei hinter uns haben, bei all den Erlebnissen, bei all den Kuriositäten ist es uns dennoch möglich, diese Bindung aufrecht zu erhalten. Wir sind füreinander da, wir stoßen einander an und halten uns gegenseitig. Irgendwie funktioniert es, auch wenn wir selbst nicht wissen, wie. Schön.

Und so schlender ich durch meinen Tag und tue eins nach dem anderen. Der Tag ist vorbei. Ich weiß nicht, wo er hin ist, doch ich weiß, dass er nötig war. Einiges habe ich geschafft, vieles nicht. Ein Zehntel ist vorbei. Doch ich bin keinen Schritt vorangekommen, meinem Ziel für diese zehn Tage nicht näher gekommen. Viel zu viel anderes erwartete mich. Und noch so viel schreit mir entgegen, wenn ich meinen Blick schweifen lasse. Wie das alles werden soll, das weiß ich nicht. Ich weiß, dass es muss. Ich weiß, dass es wird. Irgendwie. Vielleicht nicht alles, aber zumindest das ein oder andere sollte machbar sein. Ich muss es schaffen. Für mich. Nicht für andere, nur für mich allein. Es wird gut. Ich darf nur nicht anfangen, rückwärts zu zählen. Je mehr ich zähle, desto mehr Stress mache ich mir... lass es sein...

16.12.2008 um 17:46 Uhr

Unterkunft

von: indalo

Die Post ist da. Zwar nicht in Briefform, aber als Mail. Die erlösende Antwort. Ich habe ein Zuhause gefunden. Nein, keine Heimat, oder was man sonst noch alles unter Zuhause verstehen kann, sondern ein Dach überm Kopf. Ein Zimmer, in dem ich wohnen werde. Die nächste Reise darf beginnen. Jetzt steht wirklich nichts mehr im Weg. Ja, die finanzielle Frage... aber gut, nicht fragen, einfach handeln.

Ach wie schön es ist, so eine erlösende und befreiende Nachricht zu bekommen :-)

14.12.2008 um 19:09 Uhr

Hochzeitsankündigung

von: indalo

In neun Tagen. Zehn-Minuten-Telefonat. Das war’s. „Wollt ihr dabei sein?“ Das war die Frage. Schweigen war meine Reaktion. „Sag was.“ – „Wozu?“ Weiteres Schweigen. „Ich schweige.“ – „Ich will nur, dass du das weißt und nicht Heiligabend überrascht bist, dass wir geheiratet haben.“ Schweigen. Was soll ich dazu sagen? „Ich warte darauf, dass du gleich sagst, dass das nur ein Witz war.“ – „Das ist kein Witz.“ – „Das ist dein Ernst?“ – „Ja.“ Weiteres Schweigen. Es muss ein Witz sein. Es muss einfach ein Witz sein. Sprachlosigkeit. Ausm Hintergrund kommen seine Worte, die darauf schließen lassen, dass es kein Witz ist. „Willst du dabei sein?“, fragt sie. „Wann denn?“ – „Am 23.“ – „Dezember?“ – „Ja.“ Bin ich im falschen Film? In mir drin ist zwar noch lange nicht Dezember, aber das Datum verrät mir, dass der eben angesprochene Tag in neun Tagen ist. In weniger als neun Tagen werden sie heiraten, sogar verheiratet sein. Einfach so. Das kann nicht wahr sein. Das geht nicht. „Die Frage ist, ob du willst, dass wir dabei sind.“ – „Du musst wissen, ob du herkommst.“ – „Nein, es gibt nur eine Frage. Meine Pläne stehen, doch wenn du willst, dass ich dabei bin, dann werde ich wohl dabei sein. Also möchtest du mich dabei haben?“ – „Ja.“ – „Okay.“ Habe ich... hab ich gerade gesagt, ich sei bei ihrer Hochzeit dabei? Bei ihrer zweiten und seiner dritten Hochzeit? Bei einer Hochzeit, die ich vor ein paar Jahren noch für möglich oder gar wahrscheinlich hielt, doch seit geraumer Zeit nicht einmal in Erwägung ziehe? Ich bin fassungslos. Im wahrsten Sinne des Wortes. So fassungslos, dass ich meinen Engel zu mir zitiere um es jemandem sagen zu können. Ich glaube das habe ich noch nie getan. Ich habe mir oft gewünscht, sie wäre da, doch ich habe sie nie so dringlich gebeten, da zu sein. Und sie kam sofort. Erst war sie verwirrt, doch mit einem Satz verstand sie sofort, wieso ich es tat. Sie ist mindestens genauso geschockt. Sie will heiraten. Nein, sie wird heiraten. Einfach so. Aus finanziellen Gründen. Nicht aus Liebe, denn das kann keine Liebe sein. Ich ertrage keine zwei Tage in der Umgebung dieses Paares. Dieser Verlobten, sollte ich ja jetzt sagen. Will sie ihn wirklich heiraten? Sie bekommt einen neuen Namen... mein Leben lang hieß sie so, wie sie jetzt noch heißt. Und dann anders? Das ist zu viel. Zu viel in meinem Kopf, zu viel in meinem Leben. Sie heiraten. Einander. Das hätte ich nicht mehr für möglich gehalten. Doch ich hätte sie wohl ernst nehmen müssen, als sie meinte „Es kommt kein Besserer mehr.“ Doch statt darauf einzugehen, zog ich mich zurück und baute auf die Zeit. Sie ließ mich im Stich. Ich werde nicht Trauzeuge! Ich werde diese Hochzeit nicht bezeugen. Nicht, dass es zur Debatte stünde, nicht, dass sie gefragt hätte, doch ich will es nicht tun. Ich würde ihr das Herz brechen, doch wahrscheinlich würde sie deswegen gar nicht erst fragen. Das ist gut.

"Ich habe Neuigkeiten.", sagte sie. "Ach du Schande.", sagte ich. Sie heiratet. In neun Tagen. Einfach so. Seit Dienstag überlegen sie. Seit fünf Tagen steht die Frage im Raum. So eine Entscheidung trifft man in fünf Tagen? Ich nicht. Niemand sonst. Hoffe ich. Das ist also das Ende der Geschichte, sie heiraten. Dieses Jahr noch.

14.12.2008 um 00:33 Uhr

Vierzehn Worte

von: indalo

Eine Mail, eine sehr kurze Mail, erreichte mich soeben. Es waren vierzehn Worte. Nicht eins mehr, nicht eins weniger, genau vierzehn. Vierundfünfzig Zeichen an der Zahl. Das reicht. Mein Herz wird warm, ich fühle mich geliebt. Es ist nichts besonderes, es ist nichts großartiges, nichts informatives. Nur ein einziger einfacher Satz. Wie eine Geste. Als würde man sich gegenüber sitzen und einfach lächeln. So ein Lächeln, das kein Wort ersetzen könnte. Genau so eine Mail ist das. Ich brauche keine Frage danach, wie es mir geht, ich brauche keine Aussagen darüber, wie es ihr geht. Nur dieses Zeichen, nur das trage ich in meinem Herzen. Es fühlt sich so unglaublich gut an, geliebt zu werden. In ihrem Herzen zu sein, für immer. So wie sie in meinem ist, bis in alle Ewigkeit.  

 

06.12.2008 um 23:30 Uhr

Welch Glück

von: indalo

Ein schöner Tag, dieser heutige Tag. Ein Glückstag. Ein Tag, der mich zum Lächeln bringt. Ich habe etwas großes zustande gebracht, und doch wirkt es für manch einen unbedeutend. Heute, am Tag des Nikolaus, habe ich meine Begeisterung für die Mathematik wiedergefunden. Dieses olle Schulfach, was definitiv die Wahl des Hassfachs gewinnt. Ja, dieses Fach, dass sich um Striche und Zahlen kümmert, um viel zu viele Fremdwörter und ganz gewiss auch um Genauigkeit. Ein jeder erinnert sich an seine Schulzeit und entweder ist es eine positive Erinnerung, oder eine negative, nur selten eine gleichgültige. Meine Erinnerungen sind dem Fach gegenüber sehr positiv, den Lehrern sehr zwiegespalten. Doch wie dem auch sei, eine gewisse Leidenschaft für die Mathematik hab ich schon immer gehabt. Bis ich bei meinem Studium angelangt bin und mir jegliche Freude genommen worden ist. Es gab keine Zahlen, es gab Buchstaben. Und weil das lateinische Alphabet nicht reicht, nehme man das Wort Alphabet auseinander und erhalte alpha und beta als Buchstaben. Ja richtig, das griechische Alphabet wird herangezogen. Das A und O. Ja, das alpha und omega. Denn weil ein Mathematiker in seinem Studium nicht genug zu tun, lernt er nebenbei noch schnell griechisch. Und ich kann euch verraten, dass manch ein Professor nach langjähriger Berufserfahrung noch Schwierigkeiten mit dem ein oder anderen Buchstaben hat. Es gibt da so einen Speziellen, der im Grunde nur Gekrakel ist. ...so viel zum Griechischen.
Die Mathematik, darum ging es heute. Nicht um Zahlen, sondern um Zeichnungen. Alles, was mit Zirkel und Lineal konstruiert werden kann. Auch Konstruktionen genannt. Da ich nicht gerade zu den Menschen gehöre, die besonders genau arbeiten und mich sowieso grundsätzlich nur mit briefmarkengroßen Zeichnungen durchs Leben schleiche, entschied ich mich kurzerhand, nicht Zirkel und Lineal zu benutzen, sondern das Gerät, welches mir mein Studium so viel leichter macht. Der Computer. Was für eine wundervolle Erfindung! So, da gibt es Programme mit denen man ganz wunderbar konstruieren kann, denn die Befehle, die man gibt, kann man alle auch mit Zirkel und Lineal ausführen. Und so kämpfte ich mich durch die vielen Operationen, Stück für Stück. Und siehe da: Es funktioniert! Ich hätte natürlich auch einfach glauben können, dass es funktioniert, ich hätte einfach irgendein Bild ausm Internet kopieren und ausdrücken können, doch wo wäre da der Spaß? Sicherlich hätte ich mir damit einige Stunden gespart, doch genauso auch die Freude des Erfolgs. Es macht Spaß, eine Lösung zu finden. Es macht Spaß – endlich wieder! Oh möge dieses Gefühl ein Weilchen anhalten...

02.12.2008 um 20:24 Uhr

Nichts neues

von: indalo

Ich habe die Büchse der Pandora geöffnet, oder so ähnlich. Ich bin in die Vergangenheit gereist und nun holt sie mich ein, sie lässt mich nicht los. Meine Gedanken springen immer mal wieder zurück zu meinen Erinnerungen, in allen Ebenen. Es ist verwirrend, es ist... ihr Gesicht zu sehen, wenn ich darüber rede... das ist komisch. Zu hören, wie sie sich etwas in den Bart nuschelt und nach wiederholtem Nachfragen erst sagt: „Wieso entscheidet sie sich nicht endlich für dich?“ Es ihr Leid tut, das gesagt zu haben, sie Angst davor hat, mich dabei anzusehen. Es ist keine Frage, es ist eine Aussage. Eine, auf die ich nicht mehr zu reagieren vermag. Es geht nicht. Es gibt nichts mehr zu sagen, es gibt nichts mehr zu denken, es gibt kaum noch etwas zu fühlen. Einerseits ist es so lange her, andererseits immer wieder präsent. Ich bin ein Teil ihres Lebens, auch jetzt noch, doch... nicht wirklich. Im Kopf bin ich bestimmt immer mal wieder, in den Gedanken, in den Erinnerungen, doch nie in den Taten. Es ist so blöd, darüber nachzudenken und zeitgleich mit verschiedensten Menschen über Liebe zu reden. Die eine will ihre Liebe vergessen – doch geht so was? Kann man Liebe vergessen? Jemals? Kann sie nicht nur schwinden, sich mindern, zurückgehen oder ähnliches? Doch vergessen... einfach nur vergessen? Das geht nicht... wenn das ginge, hätte ich es getan. Wenn es möglich wäre, dann wär es geschehen. Denn ich habe viel vergessen, sehr viel. Und auch viele Dinge, die man normalerweise nicht vergisst, große Dinge, wichtige Dinge. Ich habe Gefühle vergessen, ich habe Erinnerungen vergessen, ich habe Schmerz vergessen, aber Liebe... die habe ich bis heute nicht vergessen. Nach all der langen Zeit habe ich sie nicht vergessen. Zwischenzeitlich denke ich nicht daran, doch es ist immer da. Jemand anders fragt sich, ob er verliebt ist oder liebt. Fragt nach dem Unterschied und wie man es bemerken könnte. Man kann es nicht bemerken, nicht verstehen, man kann es nur fühlen. Und noch jemand ganz anders möchte indirekt auch wissen, was Liebe ist. Fragt sich, ob die eigene Beziehung auf Liebe basiert, oder auf anderen Dingen. Auf Versprechen, auf Zusagen, auf Hoffnung oder Angst. So viele Fragen, so viele Meinungen, so viele Standpunkte. Ich habe meinen Standpunkt, er bringt mich nicht weiter, doch ich muss auch nicht weiter, denn hier an diesem Ort fühle ich mich wohl.