indalo

28.02.2009 um 14:25 Uhr

10°?!

von: indalo

Als ich aufwachte schien die Sonne, als ich aus dem Fenster guckte sah ich blauen Himmel. So kann jeder Tag beginnen. Dann ma schnell anziehen und raus. Es wirkt noch recht kühl auf den ersten Metern, doch als ich den Schatten verließ, wurde es warm. Auf den Markt und mir das Gewusel ansehen. Solch Märkte haben was. Und ich bekam frische Erbsen – wie ich sie liebe. Weiter ging’s zum Bücher ausleihen, ich brauche schließlich was zu tun. Auf dem Heimweg eins dieser superleckeren Baguettes. Oh, wie ich sie hasse *lach* Da kauft man sich so nen Riesending und denkt, man isst den ganzen Tag daran. Doch dann ist es so lecker, dass man es schon halb aufgegessen hat, eh man die Zimmertür betritt. Verboten sollte das werden. Dann noch der leckere Camembert dazu und ich bin glücklich. Gaumenschmaus. Doch was war das? Ein Thermometer? Zehn Grad sollen’s sein?! Wo denn bitte das? Also hier nicht, hier ist’s wärmer. Kurzärmelig ist angesagt, und dennoch ist’s warm. In der Sonne, im Schatten ist es doch eher kühl. Dennoch ein Traumwetter. Ich bin begeistert, und wenn das jetzt noch länger anhält, steht meinem Wohlgefühl nichts im Weg. Ich liebe dieses Leben!

27.02.2009 um 20:39 Uhr

Die Venus als Sahnehäubchen auf der Mondsichel

von: indalo

Heute früh riss mich der Wecker aus dem Tiefschlaf. Oder auch schlechter Traum genannt. Es war mir nur recht. So stolperte ich unter die Dusche und freute mich auf das, was kommen sollte. Ein Tag am Meer. Das nenn ich doch mal nen schönen Plan. So watschelte ich den langen Gang entlang, stiefelte die Treppen runter und begrüßte die frische Luft. Auf zum Treffpunkt und Namen lernen. Wer sind die alle? Und wo kommen die her? Ganz egal, wir finden schon ne Basis. So wurde munter drauf losgequatscht und ich amüsierte mal wieder mir fremde Menschen. Das ist eins meiner liebsten Hobbies. Andere zum Lachen bringen. Es gelingt überall – wie schön. Am Ziel angekommen musste nur noch der Ozean gefunden werden. Ja, der OZEAN, kein Meer, kein(e) See, kein Fluss. Ein Ozean. Runter zum Hafen, vorbei am Schlamm und weiter über Felsen geklettert. Da, ich seh’s! Schuhe ratzfatz ausgezogen und drauf losgelaufen. Da, ich fühl’s. Eiskalt überschwemmt es meine Füße. Herrlich! Ich liebe Wasser, ich liebe Natur, ich liebe das Leben! So überzeugte ich noch andere, ihren Füßen Freiheit zu gönnen und wir guckten uns die Gegend an. Es war ein kleiner Strand, dafür ein sehr spannender. Da gab’s Dinge, die hab ich noch nie zuvor gesehen. Lila Seesterne zum Beispiel.

Aber auch andere für mich nicht zu identifizierende Kreaturen sind mir begegnet.

Es war wunderbar. Die Natur entdecken und nebenbei Menschen aus verschiedenen Ländern kennen lernen. Außerdem waren sie sehr unterschiedlich, meist weiblich, doch nicht immer zickig. Dennoch ängstlich und scheu. Doch das macht nichts, denn man findet auch so seinen Weg. Und dann war da dieser Felsen. Riesengroß und wunderschön. Da hält mich ja nichts am Boden, der wird erklettert. Genau wie der Baum zuvor. Kaum sitze ich dort oben und genieße die Sonne auf meinem Gesicht, folgen die anderen. Man kann wirklich nur schwer allein sein. Und ich bin ein Magnet für Menschen. Wieso auch immer das der Fall ist, es ist nicht mehr abzustreiten. So genieße ich das Beisammensein auf einem Stein. Nur die Mutigen wagten sich darauf, manch ein besagtes scheues Wesen zierte die Landschaft zu unseren Füßen. Ich liebe das Rauschen im Hintergrund. Oder die Möwen. Doch irgendwann muss man weiter. Doch meine Füße werden nicht eingesperrt, ich laufe auch quer durch den ganzen Ort auf nackter Sohle. Natur, Sonne, ein wenig Wind. Doch ich schwieg. Kein Wort sagte ich. Mir war nicht danach – doch würde man mir das gönnen? Ich liebe die Ruhe, das Schweigen, das Wohlfühlen. Und auch die Dunkelheit. Jetzt jedoch war Sonne angesagt, und Strand und Wasser. Wunderbar. Dann hier noch ein wenig hinsetzen, dort noch die Sonne genießen. Doch dann fuhr der letzte Bus, auf nach Hause. Kaum saßen sie, hielten die meisten ein Nickerchen. Nur zu, ich genieße die Atmosphäre des Tages. Dann musste man sich trennen und ich machte mich auf den Weg nach Hause. Es wurde dunkel, so richtig schnell. Und in meinem Zimmer angekommen konnte ich ein Foto von der Venus über der Mondsichel machen. Sie war nicht nur das Sahnehäubchen zum Mond, nein auch das Sahnehäubchen dieses wundervollen Tages.

26.02.2009 um 14:48 Uhr

Mein Rhythmus bleibt!

von: indalo

Soeben erhielt ich eine Mail. Von weit weg. Nein, diesmal nicht tief getroffen, sondern einfach nur erfreut. Vor einer Stunde schrieb ich einen verwirrenden Text. Eine Mail an eine wichtige Person, an eine Person in einem hohen Amt. Ich wollte wissen, was aus meinem Studium wird, wie es weitergehen soll und was diese ganzen Änderungen zu bedeuten haben. Nicht ganz so offen dargestellt, sondern mit einfachen simplen Fragen, die ich am Ende noch einmal auflistete. Zuvor gab’s die hoffentlich nicht lange Einleitung in meine Situation. Nicht zu viel verratend, aber eben das wichtigste sagend. In Kürze bekam ich eine Antwort. Ich fühlte, dass ich sie hatte. Komisch, wie immer.

Jedenfalls geht es mir jetzt wieder besser. Kurz bevor ich das Land verließ bekam ich schlechte Neuigkeiten, wurde über Fristveränderungen aufgeklärt und sah meinen Auslandsaufenthalt gefährdet. Vor einer Woche erhielt ich eine weitere Nachricht, die diese Gerüchte bestätigte. In mir arbeitete es. Ich sollte abbrechen, gehen, fahren. Nein. Ich wollte nicht. Ich spürte, wie diese schlechten Nachrichten nichts an meinem Vorhaben ändern konnten. Mein Standpunkt ist fest, ich will hier keinen Tag früher weg als ich muss. Das zeigte mir dieser Umstand. Und jetzt, mit dieser neuen Mail, seh ich wieder Hoffnung darauf, dass es gut ausgeht. Dass es zwar nicht perfekt läuft, aber dennoch bestmöglich. Die Umstände sind wie immer erschwerend, aber ich finde den besten Weg. Und als ich mich fragte, wieso man mir erst wieder einen solchen Schrecken einjagen musste, sprang mir folgender Gedanke durch den Kopf: „...weil es nicht einmal problemlos laufen kann, aber es immer wieder einen Weg gibt.“ Ja, es gibt immer einen Weg, immer eine Lösung. Sie ist nicht immer hübsch, aber auch nicht hässlich. Und außerdem weiß ich so mal wieder, wie viel es mir bedeutet, zu bleiben. Mein Leben nach meinem Rhythmus zu leben, und nicht nach dem mir vorgegebenen.

24.02.2009 um 12:34 Uhr

Bücher

von: indalo

Welch wunderbare Erfindung. Ich liebe Bücher. Aus ganzem Herzen. Sie öffnen Türen in neue Welten, sie geben einem Stoff zum Nachdenken und erklären einem auch das ein oder andere. Sie entführen einen in ein anderes Leben, lassen einen fühlen und helfen einem leben. Sie geben einem Auszeit, sie greifen einem unter die Arme. Manche geben Hoffnung, andere Freude. Manchmal vertreiben sie die Langeweile, oder aber sie lehren einen. Mal über Geschichte, mal über das Leben, mal einfach Sprachen. Rechtschreibung, Ausdrucksweise und jede Menge andere Dinge. Bücher sind wunder!

"Das beste Buch ist das, welches dem Leser seinen eigenen Reichtum fühlbar macht." - Waldemar Bonsels

23.02.2009 um 22:05 Uhr

Unsere Augen reden

von: indalo

Dir zu zusehen schmerzt. Dir in die Augen zu sehen und die Verzweiflung zu bemerken tut weh. Was soll ich tun? Was kann ich sagen? Du weißt... eigentlich weißt du alles, was du wissen musst. Eigentlich siehst du es auch genauso wie ich. Doch du sagst etwas anderes. Du sagst, du möchtest immer so weiter machen, nie aufräumen, nie klaren Tisch machen. Doch das stimmt nicht. Du hast einfach nur Angst. Diese Mauer, hinter ihr verbirgt sich alles, das weißt du, das sagst du, das empfindest du als gut und richtig. Sicherlich hält sie nen Weilchen, aber du weißt genauso gut wie ich, dass sie Löcher hat. Wenn sie diese Löcher nicht hätte, würde sie umkippen. Demnach nein, sie wird nicht auf dich fallen und dich erschlagen, sie wird nur immer wieder manche Dinge durchlassen und dir Tage wie neulich bescheren. Tage, die du nicht erklären kannst, Emotionen, die für dich keinen Sinn ergeben. Das weißt du. Ich weiß, dass du das weißt. Und ich habe es dir dennoch gesagt. Einfache Sätze, einfache Dinge in Zusammenhang bringen. Mehr muss ich nicht. Dich einfach nur ansehen, das Gesicht nicht verziehen, meine Augen reden lassen. Das ist alles, was du brauchst. Mein Blick sagt mehr als tausend Worte, für dich jedenfalls. Jedem meiner Sätze widersprichst du, für alles hast du eine Begründung, eine Ausrede parat, doch meinem stummen Blick, dem hast du nichts entgegen zu setzen. Du siehst mich an, ohne Trotz, ohne Angst, ohne Widerspruch. Und es fällt alles zusammen, dein Blick, deine Barrikade. Ich gehe keinen Schritt weiter, ich öffne dir die Hintertür. Du siehst sie, du nimmst sie wahr, aber du schreitest nicht hindurch. Immer wieder erstaunlich. Doch noch etwas. Du erzählst mir, wie du auf ihren vorwurfsvollen Blick mit schlichten Worten konterst. Du greifst an, für mein Verständnis. Bei ihr tust du das. Bei ihr verteidigst du dich mit einem Angriff. Bei mir nicht, nicht ein einziges Mal. Selbst als ich dir die Möglichkeit biete, nimmst du sie nicht einmal wahr. Nicht einmal im Traum würde dir einfallen, dich mir gegenüber zu rechtfertigen oder gar zu verteidigen. Du weißt, dass du das nicht musst. Ganz egal was du tust, ganz egal für wie bescheuert ich manch eine deiner Verhaltensweisen empfinde, hier wirst du geliebt. Auch wenn ich dich manchmal hasse, so werde ich nicht aufhören dich zu lieben.

22.02.2009 um 19:59 Uhr

Orléans

von: indalo

Ein Mitbringsel aus Orléans

20.02.2009 um 22:26 Uhr

Wieder daheim

von: indalo

Es gibt nichts schöneres, als zu Hause anzukommen. Der Moment, in dem man vertraute Gewässer betritt und von bekannten Gesichtern begrüßt wird. Die ersten Schritte auf einem Gebiet, in dem man sich blind zurecht findet. Das ist Heimat. Und da bin ich.

So viel könnte ich schreiben. Von einem Abend mit einem langen und aufklärenden Gespräch. Von einem Morgen voller Überraschungen. Von einer Reise voller neuer Erfahrungen. Ich könnte berichten von den Dingen, die ich gesehen habe, ich könnte wiedergeben, was ich gehört und gelernt habe. Es läge an mir, von der Entspannung und der Ruhe zu schreiben, oder von den spontanen Aktionen.
Auf der anderen Seite steht es mir auch frei, in eine Diskussion einzutauchen, die ich nicht begonnen habe. Über Dinge zu schreiben, die mich beschäftigen und das Feuer in mir zwar schüren, aber genauso auch dämpfen. Vielleicht neue Reden zu schreiben und der Welt meine Gedanken zu erzählen.

Doch da ich mich weder für das eine noch für das andere entscheiden kann, da ich weder in dem Buch des Abends las noch meinen Film schaute, werde ich mich nun meinem Schlaf hingeben und all diese Einzelteile verarbeiten. Man wird sehen, was davon das Tageslicht nicht scheut.

14.02.2009 um 14:43 Uhr

...

von: indalo

Manchmal hasse ich dich. Nicht dafür, was du dir antust. Das ist dein Leben, deine Entscheidung, dein Hilfeschrei. Aber dafür, was du ihr antust. Dafür, dass sie mir in die Arme fällt und nur noch gehalten werden will. Dafür, dass ich dastehe und kämpfen muss. Dafür, dass ich den Schmerz in ihren Augen sehe, dafür, dass ich nicht nur dir nicht helfen kann, sondern auch ihr nicht. Dafür, dass ich dich fragen möchte, wie du nur so bescheuert sein kannst, und dich selbst verrätst. Dafür, dass ich dich anschreien möchte und nicht kann. Dafür, dass ich dich in den Arm nehmen möchte, wenn ich dich so sehe. Dafür, dass du in meinen Armen liegst und dich fragst, ob ich es nicht merke. Manchmal hasse ich dich für das, was du tust, auch wenn ich dich niemals dafür hassen könnte. Für sie tue ich es, denn sie leidet. Wegen dir. Und du weißt es, du spürst es und dennoch passiert es wieder. Dennoch tust du ihr das an. Niemals absichtlich, aber immer wieder unbewusst. Lass sie aus dem Spiel... wieso? Wieso muss sie es mitbekommen? ...manchmal hasse ich dich wirklich.

13.02.2009 um 12:23 Uhr

Bitte sag's niemandem

von: indalo

Nähe, Wärme, Gedanken. Langsames Auflösen des Knotens, trotz der Angst entdeckt zu werden. Wohlfühlen. Vertrautheit. Vertrauen. Erleichtert aufstehen, sich schwerelos fühlen, sorglos. Zumindest solange man in diesen vier Wänden bleibt. Rumschäkern, Spaß haben. Ein Blick. „Was in aller Welt ist das?“ Entsetzen in der Stimme des anderen. Panik, was diese Tonlage auslöst. Rattern im Kopf. Sorgen, Angst. Dann die Richtung der Augen verfolgen und Erkennen. Erkennen, das man selbst diesen entsetzten Ausruf ausgelöst hat. Sich ertappt fühlen, Scham, Angst, Panik, Unruhe. Ein Blick in die Augen, weggucken. „Ich habe nicht gefragt.“ Ausreden suchen, Geschichten erfinden und schließen mit „Damit komm ich bei dir nie durch.“ Wieder ein Blick in die Augen. Gequältes Grinsen beiderseits. Angst in den Augen. Schmerz, Unruhe, Besorgnis. Es ist wieder soweit, neue Wunden klaffen. Das kann keine Katze gewesen sein, und auch kein Versehen.

12.02.2009 um 23:41 Uhr

Dunkle Flure

von: indalo

Mein Leben, das Chaos. Nicht nur das Chaos, das ich anrichte, nein auch der Rest. Alles ist Chaos, das Leben ist Chaos. Meins obendrein. Was für ein Tag, was für ein Durcheinander, was für ein Chaos. Ich wiederhole mich, nicht wahr? Da sind zu viele einzelne Geschichten in meinem Kopf. Erst springe ich im dunklen Flur über acht Beine und merke, wie diejenigen darüber rätseln, wer ich denn sei. Reagiere, dass sie schon ganz richtig vermuten, verschwinde aber dennoch in meinem Zimmer. Mit ner Freundin. Einige Zeit später verlassen wir Hals über Kopf mein Zimmer, stürmen in den Flur wo plötzlich der Nachwächter vor mir steht und mich anfunkelt. Oh je, keine Zeit für den. Der ist hier?! In meinem Stockwerk? Dann kann er ja nicht am Eingang sitzen. So fliege ich den Gang entlang und stürme aus dem Gebäude um die drei davor stehenden Damen ins Gebäude zu schleusen. Das ist der Clou schlechthin. Im Erdgeschoss teilen wir uns auf, ein Pärchen nimmt die eine Treppe, das andere die zweite. Mist, auf der anderen Treppe steht doch besagte Freundin, die keinem dieser drei übern Weg laufen soll. Verdammt, und irgendwo geistert noch der Nachtwächter rum. Keine Zeit für Gedanken, ich schleife die mir völlig unbekannte Frau einfach hinter mir her und schiebe sie mehr oder minder elegant in mein Zimmer. Kurze Zeit später trifft das zweite Pärchen ein. In irgendnem Stockwerk habe ich jemandem gewunken von dem ich glaubte, es sei die eine Freundin. Doch war sie es? Ich weiß es nicht. Kein Nachtwächter in Sicht, alle in meinem Zimmer. Ja Hallo, wer bist denn du nun? Und übrigens, das hier ist mein Chaos. Und mein Leben.

11.02.2009 um 16:15 Uhr

Küss mich nicht

von: indalo

Ich kann’s dir nicht erklären, und ich möchte es dir nicht erzählen. Es ist so, ich merke, dass es nicht gut ist. Und doch wieder ist es das. Auf eine Art. Aber auf eine Art, die nicht sein sollte. Nicht weil ich sie mir verbiete, oder doch? Auf alle Fälle weil sie nicht von dir angestrebt ist. Damit löst du etwas in mir aus, von dem ich mir sicher bin, dass du es nicht auslösen möchtest. Und wenn ich dir genau diesen Satz sage, wirst du mich fragen, wie ich mir da so sicher sein kann. Und ich würde antworten, dass ich mir einfach so sicher bin, so verdammt sicher, dass ich um keinen Preis hinterfragen werde, ob ich Recht damit habe. Denn damit würde ich dir wehtun. Dir zu sagen, was du auslöst, das geht nicht. Drum hab einfach Vertrauen, glaube mir und hör auf mich, wenn ich sage: Küss mich nicht.

09.02.2009 um 15:56 Uhr

Mein Jahresrückblick

von: indalo

Ich habe soeben sieben Orangen gegessen, ein ganzes Baguette und nen halben Camembert. Das sollte ich öfter tun. Mein Magen grummelt nicht, weder weil er Hunger hat, noch weil ihm schlecht ist. Nein, er ist einfach nur selig. Vielleicht finde ich so langsam einen Essensrhythmus? Das ist mir ja nicht gegeben, überhaupt ein Rhythmus welcher Art auch immer. Ständig steht alles Kopf, ständig wird alles übern Haufen geworfen. Irgendwann wird sich mein Körper für all das, was ich ihm in den letzten Jahren so angetan habe, bedanken. Aber bis dahin habe ich hoffentlich noch Zeit.

Einen Jahresrückblick möchte ich machen, jetzt, heute, in diesem Moment. Warum jetzt? Weil ich so langsam sagen kann, dass ein neues Jahr begonnen hat. Meine Zeitrechnung ist völlig fürn Popo, aber der Einschnitt war da. Er kam gleitend und mit fließendem Übergang, aber es gab ihn. Wir haben ein neues Jahr, 2009 nennt es sich.

Mein letztes Jahr... wann begann es? Wann endete es? Versetzt, so viel ist klar. Und wieder einmal war es so voller Ereignisse, dass ich mich frage, wie das alles nur ein Jahr gewesen sein konnte. Nur ein einziges Jahr meines Lebens, und ich fühle mich um Jahre gealtert. Dabei war es ein ruhiges Jahr, so im Ganzen. Bis auf das Ende, das war... schockierend. Ansonsten schipperte es so vor sich hin. Erst machte ich es mir in einer Traumwohnung im Süden gemütlich. Genoss die Sonne, das Meer, die Luft, die Menschen, die Atmosphäre. Dann machte ich mich auf den Heimweg, kam schneller an, als ich losfuhr. Plötzlich war alles vorbei, ein Traum endete. Noch heute bekomme ich dieses beklemmende Gefühl, wenn ich mir manch ein Foto anschaue, noch heute denke ich mit einem Herz voller Gefühle zurück. Doch schon erwartete mich mein nächstes Leben, ein altes, ein neues – entscheiden konnt ich mich nicht. Mein Leben erwartete mich so, wie ich es Monate zuvor verließ. Die Veränderungen warteten auf mich, wollten dass ich dabei bin, sie miterlebe. Und das tat ich. So stand plötzlich wieder alles kopf, und ich schaute zu. Doch nach einer handvoll von Tagen mussten mein Leben und ich feststellen, dass es so viel besser kam als erwartet. Meine schwachen Momente wurden nicht zu Fehltritten, Himmel sei Dank. So nahm irgendwie alles seine Wendung zum Guten.

Und irgendwie war’s dann plötzlich vorbei, einfach so. Es knallte um mich rum, es wurde bunt und ich musste feststellen, dass das Jahresende gefeiert wurde – oder der Jahresbeginn? Doch bei mir noch lange nicht. Bei mir hieß es noch weiter ackern. Und das tat ich. Durchgängig. Ohne Pause und ohne Ende. Nur das zeitliche Ende war immer absehbar. Und nun ist es gekommen. Auch der Sprung wäre gemacht. Tja, und nun muss ich feststellen, dass ich zwar die schönste Wohnung der ganzen Stadt gefunden habe, aber weder etwas davon habe, noch hatte. Ich konnte sie nicht richtig genießen, weil ich wie immer zu viel zu tun hatte. Ich konnte es nicht auskosten, weil ich meine Grenzen mal wieder testete. Und kaum bin ich im Ausland angekommen, kaum habe ich ein bisschen mehr Freizeit, frage ich mich, wieso ich mir das immer wieder selbst antue? Wem möchte ich etwas beweisen? Wem habe ich mit dem vergangenen Jahr etwas gezeigt? Und vor allem was?
Dass ich alles schaffen kann, dass ich alles bekomme, was ich auch wirklich will. Dass ich Glück haben kann, oder Pech, und trotzdem am Ziel ankomme. Dass schlaflose Nächte zwar ihren Preis, aber auch ihren Verdienst haben. Dass alles möglich ist!

06.02.2009 um 22:07 Uhr

Ausklamüstert

von: indalo

Es ist geschehen. Es ist passiert. So lange habe ich daran geglaubt, so lange habe ich darauf gehofft. So verdammt lange hat es mich beschäftigt, mich den Schlaf gekostet, mir die Nerven geraubt. Ja fast hat es mich kaputt gemacht. Das ist das schwierige an der Hoffnung. Sie stirbt zuletzt. Sie bleibt, sie ist da, sie quält. Sie ist wundervoll, sie hilft einem so oft, doch wer lange hofft, wer lange vergebens hoffen kann, der weiß, wie schrecklich das wehtun kann. Nur wer wahrlich lange hofft, kennt die negativen Seiten. So habe ich sie kennen gelernt und irgendwann den Punkt erreicht, an dem ich offiziell das Handtuch geworfen habe. An dem ich sagte: Es reicht, es ist mir egal, ich werde für diese Hoffnung keinen Finger mehr rühren, so sehr sie auch jucken mögen. Ich war nie an dem Punkt, an dem ich dachte, dass es nie mehr etwas werden würde, ich war nur an dem Punkt, an dem ich nicht mehr daran arbeiten würde, nie mehr. Das ist schon ein sehr schwieriger Punkt für mich. Der wohl schwierigste, denn der des Aufgebens ist unmöglich, mir jedenfalls nicht möglich.
Wie auch immer, hier sitze ich nun heute und fühle mich bestätigt. In Allem. Ich hatte Recht, mein Gefühl hatte Recht und auch wenn der Weg sehr lang war, sehr chaotisch, zwischendurch sehr unschön und dunkel, so war es doch der richtige.

Wir haben es geschafft. Wir haben geredet, ruhig und sachlich. Manchmal verletzend, doch nie absichtlich. Wir haben es geklärt. Sie glaubt mir, endlich. Es ist mir nun gelungen, ihr zu erklären, ihr zu verdeutlichen, wer ich bin und was ich will. Es war mir endlich wieder möglich, ihr Vertrauen zu gewinnen. Welch wunderbares Ereignis. Welch schönes Gefühl.

05.02.2009 um 08:18 Uhr

Eine weitere Hochzeit

von: indalo

Was für ein Tag, der gestrige. Das Gespräch hat begonnen, jenes, auf das ich seit Jahren warte. Erstaunlich. Und es geht so leicht von der Hand. Ich kann die Bedeutung des Ganzen noch nicht greifen. Ich weiß nicht, was es für mich heißt, was jetzt folgt. Wird es mir alles nehmen? Dazu ist es angedacht. Doch... wird das funktionieren? Oder wird es auch mir endlich erklären, was geschah? Mir nach so langer Zeit eine Laterne zur Verfügung stellen, die zumindest den Weg hinter mir beleuchtet? Es bleibt abzuwarten.

Doch darum schreibe ich in aller Frühe nicht. Ich bin wach, hellwach. Seit gut neunzig Minuten. Genug geschlafen habe ich bei weitem nicht. Im Gegenteil, es waren nur ein paar Stunden. Doch ich fühle mich gut. So langsam bin ich nur noch erkältet und nicht mehr krank. (Wer kommt eigentlich ständig auf die Idee, ne Erkältung als krank zu bezeichnet?) Warum ich schreibe? Das möchte ich euch sagen. Es gibt gute Neuigkeiten. Sehr gute, sehr schöne. Eine meiner besten und längsten Freundinnen wird heiraten. Dieses Jahr, in meinem Wunschmonat. Dass sie heiraten wird ist nichts neues, es war klar. Es war im Grunde auch schon klar, dass es dieses Jahr sein würde, ja sogar der Zeitraum war schon ausgesprochen. Doch jetzt, seit gestern, ist es offiziell. Sie sind verlobt. Er kniete sich ganz schlicht vor sie und begann diesen Heiratsantrag mit den Worten „der ist jetzt ernst gemeint“. Schön, einfach nur schön. Sie ist glücklich, er ist glücklich, ich bin glücklich. Das erste Mal, dass ich verstehe wieso Menschen sich immer so freuen, wenn geheiratet wird. Das erste Mal, dass ich nichts anderes fühle als pure Freude und Glück. Eine weitere Hochzeit – ob es wohl die einzige dieses Jahr sein wird?

04.02.2009 um 09:41 Uhr

Mal wieder

von: indalo

Oh Hallo. Das ist ja mal wieder typisch. Kaum dass ich ihr einen Beitrag widme, meldet sich die andere. Einfach so. Aus dem Nichts. Nein, ich frage sie nicht, was dahinter steckt oder wodurch es ausgelöst wurde. Denn es gibt keinen Grund dafür, das weiß ich schon. Es liegt ganz einfach an den Gedankenübertragungen, an der Verbindung die trotz allem zwischen ihr und mir herrscht. Sie und ich, egal zu welcher Zeit, egal an welchem Ort, völlig unabhängig davon, was in unser beider Leben los ist, wir können uns gegenseitig spüren. Manchmal ist es gruselig, manchmal ist es unglaublich, unglaublich spannend oder unglaublich bescheuert. Früher hatte ich immer wieder meine Zweifel, dachte ständig, dass es zu abgefahren ist um wahr zu sein. Doch mittlerweile... schon seit Jahren... weiß ich, dass es einfach wahr ist. Vor zwei Jahren habe ich mich spätestens dafür entschieden. Da gab es einen Traum. Sie träumte genau das gleiche wie ich. Und, jetzt kommt das spannende, wir hatten zu dem Zeitpunkt schon über einen längeren Zeitraum keinen Kontakt. Es war... nicht zu fassen, dass obwohl wir absolut keinen Kontakt hatten, wir in der selben Nacht den genau gleichen Traum hatten. Es gibt Dinge, die würde ich nicht glauben, würde ich sie nicht selbst erleben. Dieses Ereignis gehört dazu. Und das war nur das Ende der Geschichte.

03.02.2009 um 21:22 Uhr

Ich habe die Wahl

von: indalo

Neulich Nacht lag ich im Bett und dachte „Ich habe die Wahl.“ Jawoll, so ist es. Ich allein habe die Macht der Entscheidung. Und mal abgesehen davon, dass ich Entscheidungen nicht unbedingt leicht fälle, so bin ich froh darüber, in dieser Hinsicht die Gewalt zu haben. Ich allein kann entscheiden, ob ich meinem Gefühl traue oder nicht. Es liegt an mir, ob ich jetzt sage „Ich wurde verarscht, ich bin darauf reingefallen, eigentlich hat sie gar keine Gefühl für mich.“ Das könnte ich beschließen. Doch das möchte ich nicht. Stattdessen gehe ich den Weg, auf dem Scherben liegen, auf dem ich links und rechts kleine Einzelteile meiner selbst liegen sehe und immer wieder kopfschüttelnd denke „Wenn sie doch all diese Gefühl für mich hat, wenn sie doch weiß, dass ich auf sie aufpassen könnte und auch würde, wieso hat sie dann so eine Angst davor?“ Ich habe mich für diesen Weg entschieden, vor langer Zeit. Ab und an geriet ich in Versuchung ihn zu verlassen und durch das Dickicht zu gehen, um mich von dem Schmerz zu entfernen. Doch stattdessen kehrte ich immer wieder auf den Weg zurück, den Weg, der mein Gefühl als leuchtende Sonne über sich hat. Denn würde ich diesen Weg einmal verlassen, so könnte ich nie wieder sicher sein, ihn gefunden zu haben. Ich könnte nie wieder mit vollster Überzeugung sagen, dass mein Gefühl mich nicht betrügt, dass es immer ehrlich zu mir ist und mir den richtigen Weg zeigt. Und da mir dies mehr wert ist als ein heiles Herz, folge ich dem Licht mit dem Wissen: Ich habe die Wahl.