indalo

28.05.2009 um 23:58 Uhr

Ein einziger Abschied vervierfacht sich

von: indalo

Diese Woche startete mit dem Gedanken, dass ich einen Menschen verabschieden muss. Doch jetzt stehe ich auf einmal vor dem Umstand, dass ich zwei Menschen verabschieden. Ja... im Grunde vier. Wieso das auf einmal? Wieso trifft es mich jetzt so? Wieso sitze ich in der Bahn auf dem Weg nach Hause und fühle meinen Gemütszustand von „glücklich und zufrieden“ zu „traurig und nachdenklich“ wechseln. Es tauchten Gedanken in meinem Kopf auf, die schon Monate nicht da waren. Auf einmal sah ich mich wieder mit der Vergangenheit konfrontiert. Bin ich nach all den Erfahrungen wirklich noch so naiv zu glauben, dass mir dieser Abschied nichts ausmacht?

...ja wirklich, so naiv bin ich. Es macht mir nichts aus, es ist kein Abschied für immer, ja nicht einmal für lange. Nur für kurze Zeit. Sie geht, wir kommen nach. Die anderen gehen woanders hin, doch mehr als ihren Namen und ein zwei Geschichten aus ihrem Leben weiß ich von ihnen doch nicht. So nah können sie mir nicht sein – wieso also sollte mich der Abschied jetzt so berühren? Nein, das kann einfach nicht sein. Es stört mich doch gar nicht. Und doch... und doch sitze ich in der Bahn und der junge Herr mir gegenüber schaut mich ganz sorgenvoll an. Ja, ich bin mir dessen bewusst, ich weiß, wie er mich gerade wahrnimmt. Tottraurig.

Es war schön sie heute zu sehen. Dass sie extra vorbei gekommen ist um mich noch einmal in den Arm zu nehmen, um mich zu ihrem Picknick einzuladen und einfach Hallo zu sagen. Lange hab ich sie schon nicht mehr gesehen. Und dann stolper ich auch noch über die zweite, ganz zufällig. Und sie drückt mich als würden wir uns Jahre kennen. ...ein bisschen fühle ich mich wohl auch so. Irgendwas verbindet uns, das ist toll. Doch wieso nur uns? Wieso umarmt sie mich sogar ein zweites Mal so eng, wenn sie die andere gar nicht umarmt? Was passiert hier? Was ist mir dieses Mal entgangen?

...manchmal frage ich mich wirklich, wer ich eigentlich bin.

25.05.2009 um 21:10 Uhr

wax, bloque, unga, blunga et le lapin

von: indalo

Trinkspiele, kennt ihr die? Diese absolut sinnlosen und völlig idiotischen Spiele, die man spielt, wenn man gemütlich in einer Runde sitzt und sich nichts zu erzählen hat? Ja am Besten ist das Anliegen eigentlich ein Besäufnis, und weil es zu langweilig ist, sich stillschweigend was hinter zu kippen, holt man Kinderspiele raus und lacht sich übereinander halbtot.

Das hat jetzt so geklungen, als wäre ich kein Freund dieser Spiele, nicht wahr? Falsch interpretiert! Ich mag diese Spiele. Diese und die Hallo-wach Spiele. So, und weil ich sie so gerne mag und trotzdem ständig vergesse, wollte ich die letzten beiden, bzw. das letzte gemischte einfach mal festhalten. Das geht so:
Man sitzt im Kreis und intoniert seine schupfende Handbewegung nach rechts oder links mit dem Wort „wax“. Der jeweilige Sitznachbar, also entweder rechts oder links, je nachdem wohin man ge„wax“t hat, gibt dann in die gleiche Richtung weiter. So kann man das im Kreis spielen und jeder muss aufpassen, wann er an der Reihe ist. Doch da dies zu Langeweile führen kann, gibt es den „bloque“. Da wird einem „wax“ mit einem „bloque“ entgegnet und die „wax“-Richtung wird gewechselt. Also andersrum im Kreis. Man darf einen „bloque“ aber auch genauso zurück„bloquen“. Gestikuliert wird der „bloque“ mit Hilfe eines erhobenen Armes. Wichtig ist, sowohl beim „wax“ als auch beim „bloque“, dass es der richtige Arm sein muss. Kommt das „wax“ von links, „bloque“t man mit links und „wax“t mit rechts. Simpel.
Wenn alle dieses Prinzip verstanden haben – geht sogar schon mit erhöhtem Alkoholpegel recht schnell – wird „unga“ eingeführt. Das funktioniert ähnlich wie „wax“, nur halt ganz anders. Wenn man an der Reihe mit dem „wax“en ist, kann man mit beiden Armen einen Hut aufm Kopf symbolisieren und schon ist nicht mehr der direkte Nachbar, sondern erst der nächste betroffen. Dies führt schon zu leichten Verwirrungen, immerhin hat man schon drei Auswahlmöglichkeiten. Wenn genug getrunken wurde, erklärt man schnell noch „blunga“. Ganz einfach. Das ist das ge„bloque“te „unga“, was so viel heißt, wie dass man es nicht an den Nachbarn zurückschickt, der einen gerade ge„wax“t hat, sondern an den davor. Hier wird der „bloque“nde Arm am Ellenbogen mit der Faust des anderen Arms unterstützt.

Wenn einem dieses Spiel dann zu langweilig ist, spielt man den „lapin“. Das heißt so viel wie Hase. Einer hält sich die Hände seitlich an den Kopf und wackelt fröhlich rum als hätte er Hasenohren. Der rechte Sitznachbar erhebt dazu den linken Arm und wackelt mit der Hand und der linke Sitznachbar den rechten Arm. So hat man einen Hasen mit vier Ohren. Sinn muss das keinen ergeben, nur lustig aussehen.
Der Hase kann nun entweder eine Hand auf den Schoß legen, oder mit beiden Hände auf einen anderen im Kreis sitzenden An- oder auch Betrunkenen zeigen. Legt er die rechte Hand in den Schoß, muss der rechte Sitznachbar das mit seiner linken Hand genauso tun. Der linke Sitznachbar muss die zweite Hand erheben, sodass er der Hase ist und sein linker Nebenmann tut es ebenso mit der rechten Hand. Das wäre die eine Variante. Bei der anderen wirft er das Hasendasein jemandem zu, sodass dieser schnell beide Hände an die Kopfseiten halten und fröhlich wackeln muss, ebenso wie die Sitznachbarn das mit jeweils einer Hand tun. Wer pennt, der trinkt.

Damit hätten wir zwei Spiele, die man auch wunderbar kombinieren kann. Statt weiterzu„wax“en, kann man auch einfach die Hände erheben und Hase spielen. Sehr lustig sieht das aus. Besonders wenn ein paar glasige Augen einen ganz erwartungsvoll anblicken und darauf warten, dass man etwas tut, wenn man schon längst auf die betreffende Person gezeigt hat. Schnell hört man Gelächter und kann sich ein Grinsen nicht verkneifen. Auf Grund mangelnder Reaktionsfähigkeit mancher Menschen und vielen Fehlern beim „wax“en, verspricht ein jeder Abend feuchtfröhlich zu werden.

Viel Spaß!

24.05.2009 um 21:22 Uhr

Einer der schönsten Momente meines Lebens

von: indalo

Es war wieder soweit, ich war Surfen. Drei Tage am Meer, was gibt es schöneres?

Man stelle sich bitte den schönsten Traum vor, einen Ort an dem man immer sein wollte, etwas, das man immer erleben wollte. Fertig? Und jetzt fliegt ein Schmetterling vorbei und gibt dem Ganzen noch mehr Magie. Ja das war’s, einfach magisch. Einfach wunderbar. Jede Beschreibung, die ich hier vornehmen könnte, würde dem nicht im Geringsten nahe kommen. Am Freitag gab es DEN Moment. Es war perfekt. Besser, als ich es mir je hätte erträumen können.

Ein lauer Sommertag, keine Wolke am Himmel und kaum ein Lüftchen zu spüren. So hing ich im Atlantik an mein Brett geklammert und sah wie die Sonne unterging. Der Himmel glühte in seinen schönsten Farben. Um mich herum gab es nur salziges Wasser und ein paar bekannte Gesichter paddelten umher. Hinter mir der Strand mit warmen Sand und vor mir die Sonne, die sich schlafen legte. Und gerade als ich dachte, es könnte nicht schöner werden, flog ein Schmetterling vorbei. Graziös und elegant. Wie kommt ein Schmetterling aufs Meer? Gehören die nicht an Land, irgendwo ins Grüne?

[Schnitt]

Weißt du, warum es richtig war, dass ich mit dir zusammen war? Aus dem einfachen Grund, dass ich damals an dich dachte. Damals, als ich in dieser fremden Stadt umher lief und mich gerade von meinen Freunde abgesetzt hatte. Als ich mir diesen Ort allein anschaute und mich auf einen Platz setzte. Als ich der Musik lauschte und dieses immense Gebäude vor mir bestaunte. Damals, als ich die Atmosphäre aufsog und glücklich mit mir und meinem Leben war. Genau in dem Moment dachte ich an dich, genau da wünschte ich mir, dass ich diesen Moment mit dir teilen könnte.
... und das ist meine Antwort auf die Frage, wieso es richtig war, mit dir zusammen zu sein.

Heute sitze ich hier und lasse den letzten perfekten Moment an meinem Auge vorbeiziehen und fühle, dass es mir an nichts fehlte. Dieser Moment hier, der gehörte mir allein. Es gibt niemanden in, oder auch außerhalb meines Lebens, den ich mir in dem Moment herbeigesehnt hätte. Niemanden, mit dem ich den schönsten Moment seit langem hätte teilen wollen. Er gehörte mir allein, und das ist gut so. Ich war glücklich in diesem Augenblick, glücklich mit mir und zwar mit mir allein. Ich ruhe in mir.

22.05.2009 um 16:32 Uhr

Auf und davon

von: indalo

So saß ich heute in der Uni und schrieb fröhlich vor mich hin. Ich merkte, wie Stück für Stück ein Grinsen in meinem Gesicht entstand. Ich bin glücklich. Einfach so. Die Sonne scheint seit gestern so wunderbar, dass es mir einfach gut gehen muss. Da können keine Krankheiten, keine schlechten Neuigkeiten und auch sonst keine Sorgen mir irgendwas. Ich liebe die Sonne, ich liebe das Leben. So dachte ich vor mich hin, was mich alles erwartet und immer wieder dachte ich an Zuhause. Zuhause. Da wo ich demnächst wieder hinfahre. Dann beende ich meinen Urlaub und kehre heim. In mein Zuhause. Oh wie freue ich mch. Es ist irgendwie schade, dass ich schon jetzt mit meinem Kopf so sehr zu Hause bin, doch es ist umso schöner zu fühlen, wie sehr ich mich auf zu Hause freue. Sei es meine heißgeliebte Dusche, der große Balkon, mein Riesenbett, die kleine eigene Küche oder einfach nur die Sonnenuntergänge und die vorbeiziehenden Wolken. Sei es der Hauptbahnhof, der schon bei meinem ersten Aufschlagen mein Herz gewonnen hatte, oder der Weg zum nächsten Einkaufsladen vorbei an befreundeten Häuser. Vielleicht auch einfach die bekannte Umgebung, die nette zufälligen Begegnungen oder auch die ganzen Pläne, die ich für die nächsten Monate gemacht habe. Auf all das und so viel mehr freue ich mich. Ja, ich freue mich so richtig!

Und jetzt, in diesem Moment freue ich mich am allermeisten auf das bevorstehende Wochenende. Atlantik, ich komme *drauflosstürm*

18.05.2009 um 18:48 Uhr

Verzeihen

von: indalo

Es beschäftigt mich gerade ein wenig. Ich würde ja glatt sagen, ich weiß nicht genau warum, doch ich habe eine gute Idee. Kennt ihr das? Man liest ein gutes Buch und merkt, wie ich irgendwas regt, wie man plötzlich über manche Dinge nachdenkt, sie aber auch nicht so richtig greifen kann? Jetzt habe ich es geschafft, es irgendwie zu benennen. Verzeihen, darüber denke ich nach. Nicht, weil es irgendwas mit meinem derzeitigen Leben zu tun hat, nicht weil irgendwas verziehen werden sollte, was nicht verziehen wurde, sondern einfach weil verzeihen eine so wunderbare Tätigkeit ist. Etwas, das man lernen muss.

Irgendwann einmal habe ich ein Zitat gelesen, welches sinngemäß aussagte, dass man sich nur selbst schadet, wenn man auf jemanden sauer ist. Man frisst es in sich hinein oder bringt sich um einen netten Menschen. Denn ja, Menschen sind wir alle. Wir machen Fehler, manchmal große, manchmal kleine. Und manchmal sind die Fehler so groß, dass man glaubt, dass man sie nie verzeihen könnte. Oft, sehr oft habe ich das gedacht. Es gibt Dinge, die kann man niemals verzeihen. Das dachte ich. Doch wieso eigentlich nicht? Wieso kann man manche Dinge nicht verzeihen? Für so viele Dinge habe ich Verständnis, für so viele Dinge kann ich Erklärungen liefern und sie begründen. Im Bestfall mit dem Satz „Sie wussten es einfach nicht besser.“ Wieso also sollte es noch Dinge geben, die nicht verziehen werden können?

So sitze ich jetzt hier und frage mich, was ich eigentlich nicht verzeihe. Etwas konkretes fällt mir nicht ein, aber ein konkreter Mensch. Es gibt einen Menschen in meinem Leben, dem ich vieles noch vorhalten möchte, es aber nie in Worten tue. Wozu denn auch? Es ist Geschichte, es ist Vergangenheit. Es macht keinen Sinn, es ihr vorzuhalten – ich glaube Vorwürfe macht sie sich ohnehin schon. So bin ich also schon längere Zeit damit beschäftigt, ihr zu verzeihen. Das ist nicht einfach und keinesfalls leicht. Ich bin auf sie zugegangen, habe mich offen auf sie zu bewegt und wurde wieder verletzt. Manches hat sie einfach noch nicht gelernt. Doch auch sie ist manches Mal auf mich zugekommen. Ab und an konnte ich es beobachten. Wir haben heute ein Verhältnis, zumindest etwas, das man so nennen kann. Und doch, bei all dem guten Willen saß ich immer wieder da und dachte „Aber das, das verzeihe ich ihr nie.“ Heute, bzw. jetzt in diesem Moment, weiß ich nicht mehr genau, was es ist. Ein Gefühl, eine verdrängte Erinnerung, ein Schatten in meiner Geschichte. Doch jetzt, wo mir schon vor ein paar Tagen durchn Kopf ging, dass ihr ja einfach mal ein Brief schreiben könnte, jetzt, nachdem ich nach diesen wenigen Tagen immer noch darüber nachdenke und auch in meinen Gedanken weiterkomme, ja, jetzt denke ich mir, dass ich ihr vielleicht einfach alles verzeihen sollte. Einfach so, weil der Groll, die Wut und die Trauer mich auch nicht weiterbringen.

16.05.2009 um 09:22 Uhr

Sag mal weinst du oder ist das der Regen, der von deiner Nasenspitze tropft?

von: indalo

Warum weinst du, wenn du mein Zimmer verlässt? Warum wagst du es nicht mehr, mich anzusehen, sondern springst wortlos auf, wenn der Wecker zu verstehen gibt, wie viel Zeit vergangen ist? Sag mal weinst du?

14.05.2009 um 11:53 Uhr

Ich bin stolz auf dich

von: indalo

Ich bin stolz auf dich. So sehr, dass ich mich frage, woher ich mir das Recht nehme, stolz sein zu können. Wie kann man überhaupt stolz auf jemand anderen sein? Wie funktioniert das? Ist Stolz nicht etwas, das man empfindet, wenn man etwas erreicht hat? Ich habe mit dir nichts erreicht, das hast alles du allein gemacht. Und doch verlassen heute nicht zum ersten Mal die Worte „Ich bin stolz auf dich“ meine Lippen. Schon neulich war ich so unglaublich stolz auf dich, so froh über deine Erfolge. Heute kein bisschen weniger als beim letzten Mal. Was du leistet ist enorm und damit setzt du die Messlatte für mich sehr hoch an. Das wiederum beunruhigt mich, doch darüber möchte ich mir erst Gedanken machen, wenn es soweit ist.

Danke, dass du diese Zeit mit mir teilst. Danke, dass du mich daran teilhaben lässt, dass ich mitfiebern kann und dir so nahe bin wie lange nicht mehr. Es tut gut das zu fühlen.
...auch wenn ein Teil von mir die Zeit fürchtet, in der es wieder anders sein wird.

14.05.2009 um 00:51 Uhr

Ihr Geruch und das Armband

von: indalo

Sie will mir nicht aus dem Kopf gehen. Weder sie noch ihr Geruch. Da kam sie angeschwebt mit einem Lächeln auf den Lippen. Ich war mir – wie ich zu meiner Schande gestehen muss – zu erst nicht einmal sicher, ob sie es war. Doch als sie mich sah und lächelte, da wusste ich es. Ja, das ist sie. Sie kam auf uns zu und hielt Smalltalk. Erst gab’s noch Küsschen, die darf man nicht vergessen. Als sie schon gehen wollte erinnerte sie sich an meine Arbeit und fragte, was dabei rausgekommen sei. Sie ist toll. Und noch einige Zeit nachdem sie die Lokalität betrat schwebte ihr Geruch vor meiner Nase. Nein, das ist nicht nur meine Einbildung, nicht nur eine Erinnerung, nein, es hängt in meinen Klamotten. Sie, ihr Geruch, ihr Lächeln. Ich mag sie.

Jetzt, Stunden später liege ich in meinem Bett und denke an sie. Sie riecht toll. Sie ist definitiv ein guter Mensch. Ja, auf dem Heimweg dachte ich, es müsse mehr so Menschen geben wie sie. Sie gefällt mir. Und... hier taucht ein weiteres Zeichen auf: Vor einigen Wochen löste sich mein Armband ein Stück weit. Das Armband welches ich mit einem ganz bestimmten Menschen verbinde. Ich betrachtete es in den letzten Monaten öfter mal mit dem Gedanken „erst wenn es abfällt bestimmen weder sie noch meine Erfahrungen mit ihr mein Leben“. Jetzt, heute Abend, in genau diesem Moment hat es sich gelöst. Es gab keinen bestimmten Grund dafür, der Knoten ist einfach aufgegangen.

Gestern las ich alte Blogeinträge. Ich machte mich richtiggehend auf die Suche nach ihnen. Nach denen, die keine Freude ausstrahlen. Einen suchte ich, andere fand ich. So las ich auch den, in dem ich all die Fragen zu den Zeichen stellte, in dem ich die Erinnerung an das eine Mal festhielt, wo ich mich allem Anschein nach so gewaltig in die Irre führen ließ.
Nun frage ich mich, ob das etwas zu bedeuten hat...

11.05.2009 um 21:03 Uhr

Danke Danny

von: indalo

Soeben habe ich die beiden neuesten Einträge von unserem lieben Danny gelesen. Eben die neuesten Ereignisse zu seinem Großvater. Was... für bewegende Einträge. Ich bin begeistert. Und so sitze ich hier und lasse meine Gedanken schweifen. Das Internet ist schon eine schöne Sache. Denn das, was ich hier lese und gelesen habe, das ist das wahre Leben. Das ist nicht nur ein Buch, das sich jemand ausgedacht hat. Nein, das hat jemand erlebt. Jemand, der es zu schätzen weiß. Welch wunderbare Momente, welch herzerwärmende Geschehnisse.

Was muss es für einen alten Mann bedeuten eine Familie zu finden? Nach all den Jahren nicht mehr so allein zu sein. Wie schön muss es sein, wie umwerfend. Ein Wunder, dass der gute Mann keinen Herzinfarkt erlitten hat, das läuft doch unter dem Kapitel „zu schön um wahr zu sein.“ Und so schwelge ich in meinen Erinnerungen. Es ist gut drei Jahre her als ich den ältesten Mensch meines Lebens das letzte Mal sah. Sie ist noch keine hundert, aber über neunzig ist sie schon. Sie ist der älteste Mensch den ich kenne, der älteste zu dem ich eine Beziehung habe. Und dies möchte ich hier betont wissen: Sie ist bei weitem nicht der senilste oder lebensunfähigste. Sie ist... uralt aus meiner Sicht. Sie ist klein, sie ist gebrechlich. Doch sie trägt Turnschuhe. Sie ist lebendig und munter. Ich bewundere sie aus vollem Herzen. Für mich ist sie eine Freundin. Zwar auch irgendwie Oma, aber doch mehr eine Freundin. Denn letzten Endes kümmern wir uns gemeinsam um den Menschen der uns verbindet. In unseren Köpfen haben wir uns verschworen und uns geschworen immer auf sie auf zu passen. Diese alte Frau bedeutet mir mehr als man für möglich halten könnte. Ich habe sie nur ein paar Mal gesehen, doch sie hat im Sturm mein Herz erobert. Sie war für mich sofort Familie. Und sie wird es immer sein. In meinem Herzen.

06.05.2009 um 22:13 Uhr

Drei Angebote besonderer Art

von: indalo

Das ist doch mal ne Begrüßung, wenn man nach Hause kommt: „Wie geht’s?“ *kurzes Geplänkel über Müdigkeit* „Ich weiß ja, dass dir das widerspricht, aber ich hab unheimlich Lust dich zu küssen.“ – „Wie jetzt?“ – „Ich hab Lust dich zu küssen.“ – „Daraus wird aber nichts.“ – „Weiß ich ja“ *beugt sich nach vorn* – „Nee, im Ernst. Aber ist ja ganz schön ehrlich.“ – „Ja, hab ich nun einmal Lust zu.“ – „Vielleicht solltest du wirklich schlafen gehen.“ – „Meinst du?“ – „Ciao.“
Und so verschwand ich in meinem Zimmer mit einem amüsierten Gesichtsausdruck. Irgendwas liegt in der Luft. Ist es der Frühling? Oder vielleicht doch einfach der Gedanke, dass man seine Chance nutzen sollte, solange man noch am selben Ort ist?
Ich weiß es nicht, ich weiß es nicht... aber das ist schon das dritte Angebot für was-auch-immer, das ich in den letzten guten zwei Wochen bekommen habe. Erstaunlich. Das erste kam ganz unauffällig von einem Bewohner meines Hauses, das zweite auf einer Fahrt, ebenso von einer Person, die meine Behausung teilte. [Das war schon kein Angebot mehr, das läuft eher unter aufs-Bett-schmeißen.] Und jetzt von dem Menschen, mit dem ich seit Monaten Wand an Wand schlafe. Nur so als Anmerkung: Aus dem Weg gehen ist in diesem Fall wirklich nicht mehr drin. Es ist besser so, mein Bett gehört mir allein, und auch du schläfst heut allein!

05.05.2009 um 22:07 Uhr

05.05.

von: indalo

Mich beschleicht das Gefühl, dass es ewig her ist, seit ich hier etwas schrieb. Die Daten sagen anderes aus. Und doch... fühle ich mich entfernt von hier. Hier soll heißen Internet. Hier heißt ein Teil meines Lebens. Ich bin aktiv, ich rumore, ich brummkreisel. Es gab schon wieder zwei Abende an denen ich vor lauter Gedankenchaos nicht schlafen konnte. Es passiert zu viel. Ich bin einerseits zufrieden, aber andererseits ist es mir auch schon wieder zu viel. Das Leben war doch gerade noch so seicht, so entspannt und friedlich. Doch jetzt es mich mit. Natürlich alles auf einmal. Und ich verrate euch auch warum: Weil ich es so brauche. Ich bin am Produktivsten, wenn ich gefordert bin. An allen Ecken und Enden müssen die Töpfe kurz vorm Überkochen sein, erst dann wird das Essen gut. Lasst es euch schmecken!