indalo

30.07.2009 um 19:02 Uhr

Ich liebe meine Freunde

von: indalo

Ich liebe meine Freunde. Das ist eine klare und eindeutige Aussage. Keine Übertreibung, keine Verschönigung. Das ist es was ich empfinde. Liebe. Liebe in seiner reinsten und tiefsten Form. Manchmal bewundere ich meine Freunde, manchmal schau ich zu ihnen auf, manchmal bin ich ihnen unendlich dankbar. Zu anderen Zeiten bin ich unglaublich stolz auf sie, oder ich genieße es, sie in meinen Armen zu halten. Ich genieße ihre Nähe, ob körperliche oder geistige. Ich liebe meine Freunde, von ganzem Herzen.

Ein spezieller Freund von mir, man könnte ihn meinen besten nennen, hat mich in den letzten Wochen mehrere Male zu dem absolut ehrlichen Ausruf „Ich liebe ihn“ verleitet. Er ist toll, so wie er ist. Er ist mein Freund. Ich liebe ihn. Ganz einfach, ganz simpel. Ich fühle eine Nähe zu ihm, die mich mit nur wenigen verbindet. Das genieße ich.

Dann gibt es manche Frauen in meinem Freundeskreis, die mir auch ganz besonders nahe stehen. Doch ich könnte niemals mit ihnen zusammen sein. Als Freunde sind sie mir heilig, als Freunde sind wir unzertrennbar. Doch wir könnten keine Partner sein. Ganz unabhängig von äußeren Umständen oder Attraktivitätsfragen, sondern schlichtweg wegen unser Charaktere. Vor einiger Zeit hätte ich diesen Gedanken wohl noch seltsam gefunden, doch heute bin ich mir sicher, dass es vollkommen okay so ist. Es ginge nicht, und das ist in Ordnung.

Heute schrieb mir jemand. Ein Freund. Ein alter und doch neuer Freund. Ich könnte unsere Beziehung in keinster Weise beschreiben. Wir haben so gut wie nie Kontakt, wir wissen im Grunde nichts übereinander. Und doch steht er meinem Herzen so nah, dass eine simple Nachricht mich gefühlsmäßig k.o. schlägt. Uns verbindet etwas, nur eine Sache. Ein ganz tiefsitzendes Gefühl, ein Traum, eine Erinnerung. Ein Gefühl. Letztlich wohl auch eher ein Gefühl, dass sich nicht auf einander richtet, sondern ganz woanders hin. Aber eben in die gleiche Richtung. Und heißt es nicht oft, dass Liebe nicht bedeutet, einander anzuschauen sondern gemeinsam in die gleiche Richtung? Das ist eine Art von Liebe. Und auch wenn ich diesen jungen Mann kaum kenne, so fühle ich mich ihm so unendlich Nahe. Er ist im Besitz eines Teiles meines Herzen. Ich liebe ihn, und ich würde diesen Teil nicht zurück haben wollen, auch wenn es manchmal schmerzt.

Er ist nicht der einzige. Da gibt es noch mindestens zwei weitere Menschen auf diesem Planeten der sich Erde nennt, zu denen ich eine ähnlich geartete Liebe spüre. Ich kann sie nicht erklären, ich kann sie nicht in Worte fassen. Aber wer mein Gesicht sieht, wenn einer von ihnen vor mir steht, der wird verstehen. Das sind Momente in denen mir alles entgleitet und man mich wie ein offenes Buch lesen kann.

Doch zurück zu den Menschen, mit denen ich zwar nicht meinen Alltag, aber doch mein Leben teile. Sie sind wunderbare Menschen. Sie haben Fehler und Macken. Doch ich liebe sie, von Herzen. DAS ist Liebe. Das IST Liebe. Das ist LIEBE. Ich fühle mich ihnen nahe, ich kann ihnen blind vertrauen und mich fallen lassen. Sie machen mich zu dem glücklichsten Menschen auf der Welt. Sie lösen in mir diese vollkommene Ruhe aus, sie erlauben mir, so gelassen zu sein. Sie stärken mich, sie unterstützen mich. Mal mehr, mal weniger. Meine große Liebe, meine Freunde.

28.07.2009 um 19:56 Uhr

Lachen ist gesund

von: indalo

Boa, ich hab soeben eine Stunde am Telefon gehangen und mich schief gelacht. Sowas von. Total bekloppt. Die Themen waren eher tieftraurig bis hin zu vollkommen dramatisch, aber ich hatte schlichtweg nen Lachkrampf. Pure Verzweiflung wandelte sich in lautes Gelächter. Mein Telefonpartner hat Tonlagen angenommen, die ich so noch nicht gehört habe. Im Grunde ist sie vollends verzweifelt und ich Depp mach mich darüber lustig? *lach* So bin ich. So muss man mich nehmen. Und ich konnt’s mir auch nicht nehmen lassen ihr deutlich zu machen, dass ich auf genau diesen Zustand seit ein paar Wochen warte. Dass ich vor nem Monat nen Zettel hätte nehmen sollen und dort hätte festhalten sollen, was ich ihr in der Zwischenzeit so alles gesagt habe, oder sie mir. Sätze, die einfach nur lächerlich sind. „Das geht doch alles nebenbei“ – „Ja klar, das dann auch noch“ – „Sicher, warum nehmen wir nicht noch jenes hinzu?“ – „Ach, dann aber auch dieses hier.“ *lach* So ging das. Ich mahnte schlimme Zustände an, sie verwarf das mit „so mach ich das bestimmt nicht“ und erzählt mir heute in einem quietschenden Ton „genau so mach ich das“ *sich den Bauch hält vor Lachen*

Die pure Verzweiflung hörte man in ihrer Stimme, doch letztlich lachten wir beide darüber. Es ist zum Verzweifeln, ich wüsste gar nicht, wo ich mit den verheerenden Dingen der Gegenwart anfangen soll, wenn mich einer fragen täte. Es ist witzlos sich darüber Gedanken zu machen. Stattdessen sitze ich hier und krieg bald Muskelkater in den Wangenknochen. Ich erfreu mich des Lebens, mal der Freude mal des Leids. Lachen ist gesund!

27.07.2009 um 23:21 Uhr

Liebe auf den ersten Blick

von: indalo

Kennt ihr das? Glaubt ihr daran? Liebe auf den ersten Blick... Lasst euch diese Worte auf der Zunge zergehen. Gibt es sie?

In einem Film erklärte mal jemand, dass Liebe so funktioniert, dass man demjenigen in die Augen guckt und sofort weiß, das ist sie. Das ist die richtige Person. Alles was danach passiert, bestätigt nur, dass man von Anfang an richtig gelegen hat.

Das gefiel mir sofort. Das gefällt mir noch heute. Das ist meiner Meinung nach Liebe. Sie entwickelt sich, ohne Frage. Doch das bedeutet nicht, dass man nicht sofort wissen kann, dass es richtig ist. Liebe schlägt ein, Liebe wirft aus der Bahn, Liebe begeistert, Liebe treibt in den Wahnsinn. Liebe tut so vieles, nur eins nicht: sich zufrieden geben. Doch das tun so viele... sie glauben, sich mit irgendwas zufrieden zu geben. Liebe ist umwerfend, ich sag’s euch. Das ist sie. Wer nicht umgeworfen wurde, der hat nichts falsch gemacht, er hat nur bisher etwas verpasst. Denn Liebe bringt das Herz zum Glühen, zum Hüpfen, zum Schlagen. Wer liebt, weiß wofür er lebt. Liebe...

Eine Freundin von mir lebt mit ihrem Partner zusammen. Einige Jahre müssten es schon sein. Ich habe den Überblick verloren. Doch... ach, sie sagt, sie liebt ihn. Er sagt, er liebt sie. Trautes Heim. Doch irgendwas gefällt mir nicht. Sie strahlt nicht, wenn sie von ihm redet. Sie strahlt überhaupt sehr wenig. Sie lacht, sie grinst, sie hat Spaß. Aber gibt es nicht mehr? Nein, Liebe muss nicht laut sein, Liebe kann sehr ruhig sein. Sie muss nicht darüber reden, aber man muss es fühlen können. Und bisher konnte ich das bei ihr nicht... früher schon, früher war sie ein verknallter Teenie. Bei ihm ist sie’s nie gewesen... und ich fürchte, sie gibt sich nur zufrieden... und ich hadere seit langem mit mir, ob ich das zulassen kann, zulassen darf. Ich will ihr nicht in ihr Leben reinreden... aber ich will mir auch in zehn Jahren nicht sagen lassen, dass ich doch früher was hätte sagen sollen. Schwierig.

Jetzt, nachdem ich zwei neue Filme gesehen habe, in dem es darum ging, dass die Hauptdarsteller ihr Glück finden... ja, jetzt denke ich wieder darüber nach. Denn das ist es, was ich mir für meine Freunde wünsche. Das ist es, was ich mir für jeden wünsche. Doch bei anderen hab ich damit nichts am Hut – bei meinen Freunden schon. Zwar nicht direkt... aber... wenigstens versuchen könnte ich es. Ach man. Ich sollte nicht darüber nachdenken.

Und so träume ich weiter von der Liebe auf den ersten Blick... oder Click.

26.07.2009 um 16:25 Uhr

Manchmal bin ich mir über die Konsequenzen meiner Handlungen nicht bewusst

von: indalo

Manchmal bin ich mir der Konsequenzen meiner Handlungen nicht bewusst.

Wer bin ich? Was mache ich? Und was folgt auf meine Handlungen? Das beschäftigt mich immer mal wieder. Früher, da verbrachte ich ab und an ein paar Stunden im Internet und redete dann mit meinen Freunden darüber, wie komisch ich die Leute finde, die so viel Zeit im Internet verbringen. Als hätten sie kein eigenes Leben mehr. Das machte mich traurig.
Bestürzt war ich dann, als ich feststellte, dass ICH zu diesen Leuten gehörte. Plötzlich verbrachte ich mehr Zeit im Internet als eben jene, die ich dafür bedauerte. Und dann stellte ich fest, dass ich ein Leben habe, trotz der Zeit im Internet. Also ist es möglich. So bedauerte ich die Leute weniger, bzw. bedauerte weniger Leute.

Jetzt, zu einer Zeit der Hochkonjunktur meiner Internetaktivität sollte ich wohl wieder darüber nachdenken. Habe ich noch ein Leben? Ja, habe ich. Gefällt mir dieses Leben? Ja, sogar sehr. Habe ich noch Freunde und Menschen, die Teil meines Lebens sind? Auf jeden Fall! Also alles im Lot.

Dann erinnere ich mich daran, dass ich einst jemanden sehr damit überraschte, dass ich ihr schrieb, dass ein Text, den sie vor sehr langer Zeit mal ins Internet stellte, mich berührte. Sie war total von den Socken. Heutzutage muss ich feststellen, dass ich zu diesen Textschreibern gehöre. Und das nicht erst seit gestern.

Vor langer, langer Zeit schrieb mir mal jemand, dass er eines nachmittags über mich nachdachte. Ich wusste damit nichts anzufangen. Jemand anderes teilte mir nicht viel später mit, dass er ständig an mich denken muss, wenn er ein Kind lachen sieht. Was hatte das zu bedeuten? Ich verstand es nicht. Und ich weiß auch noch nicht, ob ich es heute verstehe.

Da sagt mir jemand, dass er über diesen oder jenen Eintrag nachgedacht hat. Über meinen Eintrag? Über etwas, dass ich geschrieben habe? Über mich? Wieso? Ja, warum denken Menschen über mich nach? Wer bin ich denn schon?

Auf der anderen Seite weiß ich, dass es zumindest einen Menschen gibt, in dessen Leben ich eine viel zu große Rolle spiele. Ne zeitlang waren wir befreundet, dann verfeindet. Heute wissen wir nicht, wer oder was wir sind. Aber wir sind jemand füreinander. Freiwillig unfreiwillig. Da weiß ich, wer ich bin und was ich mache. Aber ansonsten? Bin ich gar nicht da... Irgendwer, der durchs Netz stromert. Nichts weiter. Ein Unbekannter, und auch unerkannt.

24.07.2009 um 21:45 Uhr

Ruhig geht's weiter

von: indalo

Ein weiterer Tag ist vergangen. Es gibt keine Erfolgserlebnisse zu verbuchen und auch sonst nichts zu vermerken. Die Freuden des gestrigen Tages währen bis zum heutigen Abend, meine Musik begleitet mich rund um die Uhr und ich beobachte das Wetter von früh bis spät. So in etwa sieht mein Tag aus. Plus Essen machen, abwaschen und jede Menge Emails schreiben. In den letzten wenigen Wochen hab ich wohl das Email schreiben der letzten Jahre nachgeholt. Täglich mehr als zehn längere Emails will schon was heißen. Kein Wunder, dass ich zu nichts komme.

Der Himmel sieht schön aus und dass ich einfach nur hier sitze und rausschaue, lässt mich diese Ruhe spüren. Ich weiß wirklich nicht, woher sie kommt. Ich weiß auch nicht, ob sie gerechtfertigt ist. Logisch gesehen müsste ich im Kreis laufen und am Rad drehen. Doch das tue ich nicht. Irgendwas verleiht mir diese immense Ruhe. Vielleicht kann ich manche Dinge besser zur Seite schieben als zuvor? Vielleicht bin ich auch gleichgültiger geworden, ich weiß es nicht. Doch ich sitze hier, habe nichts geschafft. Weiß, dass schon mehr als zwei Wochen vergangen sind und mir ohnehin Zeit fehlt. Und trotzdem stört es mich nicht. Es erstaunt mich, nicht immer wieder, nein, die ganze Zeit über.

Doch ist das nicht genau das, was ich vor einigen Wochen sah? Mich ruhig in meiner Wohnung sitzend und nebenbei arbeiten? Arbeiten für meine Zukunft, für das, was ich will. Und um dafür arbeiten zu können, muss ich erst einmal herausfinden, was das ist. Das habe ich wohl getan. Ich habe Schritte gemacht, dich mich zu einem bestimmten Weg hinführen. Noch habe ich mich dafür nicht entschieden, doch die ersten Schritte sind getan. So halte ich mir wenigstens die Möglichkeit offen. Mehr möchte ich gar nicht.

Und so lasse ich den Tag ruhig ausklingen. Nehm mir vielleicht noch eine wissenschaftliche Bettlektüre und werde mich dann dem Traumland widmen. Wer weiß, welche Überraschungen es dieses Mal für mich bereit hält. Von Albträumen bin ich ja mittlerweile eine Weile verschont geblieben. Das fühlt sich gut an. Es bestätigt mir die innere Ruhe.

23.07.2009 um 14:28 Uhr

Ich ein Streber?

von: indalo

Heute war ein guter Tag. Nein, heute IST ein guter Tag. So viel ist gutgegangen. Alles, was ich mir für heute vorgenommen haben – na gut, fast alles – ist erledigt. Ich konnte die freudige Nachricht einholen, ein paar Klausuren bestanden zu haben – und dann auch noch mit guten Noten. Ich bin stolz auf mich. Doch schneller als ich diesen Satz denken kann, kommt der Gedanke „das war ja wohl zu erwarten.“ DAS nervt mich. Wie kann man bloß so doof sein? Na, wie auch immer, dennoch freu ich mich. So viel anderes konnte ich in Erfahrung bringen, so viel anderes bestätigen lassen. Endlich hab ich die Bescheinigung, dass ich diesen blöden Sprachkurs nicht mehr machen muss. Was ne Zeitersparnis! Darüber freu ich mich, insbesondere, weil es heute morgen sowie vor einem Jahr noch hieß, niemand sei dafür verantwortlich. Jetzt hab ich eine Frau überfallen, sie mit ner Fülle von Zetteln erschlagen und erfolgreich verwirrt, sodass sie mir die entsprechende Bescheinigung ausstellte. Wundervoll.

Doch das Beste kommt noch. Ich habe eine Motivation gefunden. Eine große. Geld, ja, wieder einmal geht es um Geld. Aber es motiviert mich nun einmal, etwas davon sparen zu können. Nein nicht nur etwas, sogar vier (VIER!!) stellige Summen! DAS nennt man Motivation. Das kann ich schaffen, irgendwie ist das möglich. Ich weiß nur noch nicht wie. Aber der Ansporn bringt Leben in mich. So soll es sein. So kann es klappen. Ich freu mich, ich bin motiviert und begeistert. Fasziniert ohnehin. Ja, manchmal fasziniere ich mich selbst. Vielleicht bin ich ja doch ein Streber, ich mit meinen Vierern *gg*

22.07.2009 um 17:15 Uhr

Schicksalsschläge können mir nichts mehr

von: indalo

Also ehrlich. Was hier so alles passiert. Was in diesem Jahr so alles passiert. Oder auch insgesamt. Das ist zu viel für einen einzelnen Menschen. Das ist alles zu viel, und zu viel auf einmal. Doch... das ist mir gerade sowas von egal. Nehmt mir alles, lasst es liegen, mir könnt ihr nichts mehr. Ich bin so gelassen und fernab aller Trauerspiele, da stört mich nix. Nur meinen Rechner selbst, den muss ich behalten. Wenn auch die Infos alle fort wären, dann wär ich aufgeschmissen. Der muss bleiben. Aber Menschen? Ihr dürft alle gehen. Bücher, ihr dürft alle verbrennen. Möbel, verrottet ruhig. Das stört mich alles nicht. Mein Leben besteht sowieso nur noch bruchstückhaft, meine Erinnerungen sind lange nicht lückenlos. Doch das ist eben die Fehlerhaftigkeit der Menschen. Nichts schlimmes, wahrlich nicht.

Herrje, mir ist das alles grad so egal. Sowas von Banane.

21.07.2009 um 14:41 Uhr

Du warst hier und sie ist fort

von: indalo

Du warst hier, bei mir. Ich habe dich nicht darum gebeten und ich weiß nicht einmal, ob ich es wollte. Aber du bist hier gewesen. Einfach um da zu sein, hast du gesagt. Weil ich dir mitteilte, was passiert ist. Nein, ich konnte es dir nicht erklären, ich habe es nicht einmal versucht. Worte versagen nach wie vor, wenn es darum geht, dieses Geschehnis zu beschreiben. Mir fehlen die Worte, mir fehlt der Sinn. Ich weiß ja nicht einmal, was geschehen ist. Oder was es bedeutet. Das fragtest du. „Was bedeutet das?“ Ich weiß es nicht. Aber ich möchte darüber auch nicht Rätseln. Ich möchte kein Rätselraten betreiben, ich möchte darüber nicht reden. Sie ist gegangen. Irgendwohin. Nicht erst jetzt, nein, schon vor einiger Zeit. Aber jetzt ist sie bockig, jetzt ist sie stur und redet wirres Zeug, das ich nicht mehr verstehe. Jetzt ist es vorbei, einfach so. Einfach so? Nein, nicht einfach so. Denn einfach ist gar nichts.

Oh, wie mir diese Worte bekannt vorkommen. Drei Jahre ist es her... drei lange Jahre und sie hallen immer noch in meinen Ohren wieder, auch wenn ich sie nie stimmhaft vernahm. Sie sind so präsent, so akut, so aktuell vielleicht. Ich habe sie nie wirklich verkraftet. Auch nach drei Jahren nicht. Und jetzt, da sie wiederholt wurden, aus einem anderen Mund, da gewinnen sie wieder an Bedeutung. Doch nicht richtig, denn was bedeutet das alles schon?

“Ich weiß nicht weiter, ich weiß nicht wo ich bin“ singt doch irgendwer so schön. Das trifft wohl zu. Doch... ich bin nicht traurig, ich bin nicht am Boden zerstört. Nicht offensichtlich jedenfalls. Es ist wie es ist. Ich trage meine Schuld an dieser Entwicklung. Sicherlich auch nicht zu wenig. Doch wie auch immer, das ist alles nicht wichtig. Ich sollte nicht darüber nachdenken und ich tue es auch verhältnismäßig wenig. Es nützt doch alles nichts.

Doch etwas gutes hat das Ganze. Es wird nicht wieder vorkommen. Niemand kann mir mehr auf diese Art den Boden unter den Füßen nehmen. Niemand hat mehr diese Macht, diese Kraft oder diese Intensität. Nein, da ist niemand mehr, der meinem früheren Ich so nah war. Niemand, der diesen Menschen kannte.
Doch keine Sorge, ich werde genauso offen und frei auf neue Menschen zugehen, wie ich es in den letzten Jahren getan habe. Ich werde mich nicht verschließen und auch nicht verkriechen. Nicht mehr als bisher. Es ändert nichts mehr, es macht mich nur weniger verwundbar. Denn die Wunde ist nun schon da.

20.07.2009 um 11:00 Uhr

Du darfst gehen

von: indalo

Sowas aber auch. Sie hat mich verlassen. Oder zumindest wollte sie das. Oder sie wollte es nicht, tut es aber? Ich bin verwirrt. Aber ich saß gestern da und fühlte, dass etwas ganz arg nicht stimmt. Einzelne Sätze sind gefallen, ich habe kaum etwas verstanden. So wie die gute Ally McBeal immer einen Müllcontainer im Kopf hat, wenn sie mal wieder jemand sitzen lässt. Der andere sagt es noch gar nicht richtig, aber man weiß es. Ja, man fühlt es.

Herrje, wieso muss ich das den Damen vom Grill immer aus der Nase ziehen? Wieso muss ich diese bösen Sätze immer erst selbst sagen, eh sie mir nickend zustimmen? Dieses blöde Spiel hatte ich doch schon mal. „Verlass mich, geh, lass mich allein, das ist es doch, was du willst?“ – „Wie kommst du auf die Idee, dass ich gehen wollen würde?“ und das in einem entsetzten Ton. Wie ich auf die Idee komme? Weil es so ist. Weil du dich windest und genervt bist. Weil ich dir zu viel bin, eine Last auf der Schulter. Ja, ich bin ungemein anstrengend. Doch ich hätte nicht gedacht, dass der Tag vor der Tür stünde, an dem ich dir zu anstrengend geworden bin. Nein, das hätte ich nicht gedacht. Und ich formulierte es nicht, denn ich bemühe mich ungemein, dich nicht fortzujagen. Ich bin lieb, ich bin nett, ich achte auf das, was ich sage. Nicht einmal nüchtern werde ich. Wie auch immer ich das mache, wie auch immer ich das schaffe. Es kostet nicht einmal allzu viel Kraft.

Weißt du, du darfst gehen. Ich komm alleine klar. Im Grunde bin ich glücklich mit meinem Leben, da möchte ich in deinem nicht stören. Du darfst gehen. Auch wenn ich einst sagte, ich würde das nicht überstehen. So bin ich erwachsener geworden und habe wohl diesen Traum aufgegeben. Nicht aufgegeben, aber beiseite geschoben. Denn nein, ich kann nicht aufhören daran zu glauben, dass es uns beide bis in alle Ewigkeit geben wird. Ich kann nicht glauben, dass es vorbei sein soll. Aber du darfst gehen. Und du brauchst nicht einmal meine Erlaubnis dazu, nein. Und du hast es getan, du bist gegangen. Das war nicht okay. Bei dir ist das was anderes. Du bist der letzte Mensch an dem ich auf diese Art festhalte. Du bist das Überbleibsel meiner kindlichen Träume. Und wenn du gehst, dann ist alles vorbei. Für immer. Denn ich werde nie wieder so jung und naiv werden, wie ich damals war, als ich zuließ, dass du mir so nah kommst. Aber nein, nicht du, nicht wir werden für immer vorbei sein, denn das ginge nicht. Nur alles an sich.

19.07.2009 um 20:49 Uhr

Blogigo geht wieder

von: indalo

Wow, der Blog geht wieder. Welch Wunder. Und vor lauter Schreck hab ich vergessen, was ich schreiben wollte... vorhin hatte ich nen Gedanken, jetzt ist er weg – oh Schreck.

18.07.2009 um 11:12 Uhr

Wie weit reicht euer Heimatgefühl?

von: indalo

Das ist meine heutige Frage. Gestern hatte ich mir noch was anderes für heute überlegt, doch dies ist mir natürlich entfallen...

Also, wie weit reicht es? Von der Behausung ausgehend, in der ihr aufgewachsen seid. Das ist die Heimat, nicht wahr? Für manche vielleicht auch der Ort an dem sie jetzt leben. Wie immer ihr es handhabt. Diese Räumlichkeiten sind ein Teil eines Dorfes oder einer Stadt. Zählt auch diese als Heimat? Oder vielleicht nur die Straße in der ihr gewohnt habt oder noch wohnt? Machen wir das ganze größer. Beziehen wir es aufs Bundesland. Würdet ihr auch das noch als Heimat bezeichnen? Vielleicht sogar das ganze Land? Ist Deutschland eure Heimat? Wenn Deutschland nun als Heimat bezeichnet wird, wieso dann nicht gleich Europa? Das Bundesland ist ein Teil Deutschland, Deutschland ein Teil Europas – müsste doch übertragbar sein, oder nicht? Kommen wir zum letzten uns vorstellbaren Schritt. Wenn nun von Behausung auf Ort, von Ort auf Bundesland, von Bundesland auf Land und von Land auf Kontinent geschlossen wird, dann können wir auch gleich den ganzen Planeten als Heimat angeben, nicht wahr? So, und was hält uns jetzt also davon ab, zu sagen, Dänemark sei unsre Heimat? Oder Marokko, vielleicht auch China? Wieso ist Chile nicht unsere Heimat, oder Quebec? Wer von euch würde das sagen? Und wieso? Wo liegen die Grenzen des Heimatgefühls und warum?

An alle nicht Deutschen Blogleser, verzeiht, ich wollte es der Einfachheit halber nur auf ein Land beschränken.

17.07.2009 um 17:33 Uhr

Meine Sicht der Welt ändert sich

von: indalo

Vor etwas mehr als drei Jahren beschwerte ich mich über die Dreistigkeit mehr als ne handvoll Klausuren in nur einer Woche zu schreiben. Heute schrieb ich Klausur Nummer vier und fünf dieser Woche. Freiwillig. Ganz ohne Murren. Vielleicht hing es damit zusammen, dass es freiwillig war, aber vielleicht bin ich auch einfach älter geworden und seh die Dinge aus einer anderen Sicht.

Ich weiß nicht, was bei diesen Klausuren herauskommen wird. Es ist mir auch egal. Ich bin auf der sicheren Seite, in diesem Teil meines Studiums können sie mir nichts mehr. Das beruhigt ungemein, auch wenn die Erleichterung nie wirklich zu spüren war. So langsam bemühe ich mich, das wert zu schätzen. Sage mir täglich, dass gut ist, was ich gemacht habe, was ich geschafft und auch geschaffen habe. Mich habe ich geschaffen. Stück für Stück, jedes Jahr ein bisschen mehr. Zu einem Menschen bin ich geworden, zu einem, den ich mag. Es ist nicht so, dass ich früher ein Unmensch war, oder sonst irgendwas Nichtmenschartiges. Und doch fühle ich mich jetzt mehr Mensch, mehr als Jemand. Ich weiß, dass ich allein für das verantwortlich bin, was ich mache. Ich allein arbeite daran und ich allein verdiene mir die Lorbeeren. Das gefällt mir.

Heute hatte ich eine schöne Begegnung. Jemand stand neben mir und schaute mich mit großen Augen an. Es wirkte als würde sie zu mir aufschauen. (Wieso eigentlich?) Sie würde mich noch kennen (aha?), aus einem Kurs (da war ich doch nur einmal?) und ich hätte ihr so lieb geholfen (ich?). Sie strahlte mich an, das war schön. Es fühlte sich gut an. Und nachdem wir ein bisschen Smalltalk geführt haben und ich ihr viel Glück fürs Bestehen der Klausur wünschte, begab ich mich ins nächste Stockwerk und grinste vor mich hin. Eine schöne Begegnung, eine, die mich zum Lächeln bringt. Ich bin ihr aufgefallen, einfach so, wegen meiner liebenswerten Art *gg* Ich mag mich. Ich mag diesen Menschen, der anderen auffällt, ich mag den Menschen, den andere bewundern und eben auch den Menschen, der völlig selbstverständlich anderen hilft. Es ist nichts besonderes, es sind Kleinigkeiten, völlig unbedeutend und für mich umso unverständlicher, dass viele sie nicht für andere tun würden. Wie traurig ist unsere Gesellschaft manchmal? Wie schwer kann es sein, ganz einfache Infos zu finden und weiterzuleiten? Wieso ist es für manche so schwierig? Ich versteh es nicht, ich versteh es wirklich nicht... aber eins, das versteh ich: Ich mag mich.

14.07.2009 um 22:16 Uhr

Noch nie zuvor

von: indalo

...war ich mit meinen Gedanken so sehr in der Zukunft. Mein ganzer Tag ging dafür drauf, es dreht sich alles nur darum. Kein Gedanke entschwindet mehr woanders hin, die Gegenwart wird auf einmal nebensächlich und ich verliere mich in der Zukunft.

Sagt, ich sollte es lassen und ich werde nicht gehorchen. Man muss die Gegenwart leben, das weiß ich. Doch anscheinend brauche ich von meiner Zukunft gerade den passenden Tritt in den Hintern um mich in meiner üblichen Manier um die Gegenwart kümmern zu können. Das kann doch alles nicht so aussichtslos sein, wie die anderen es darstellen?!

13.07.2009 um 23:15 Uhr

Zwei Kreuze

von: indalo

...konnte ich heute setzen. Ganze zwei Punkte werden von meiner Liste gestrichen. Und wisst ihr was? Das geht voll an mir vorbei. Interessiert mich so gar nicht. Unwichtig. Nichts anderes. Absolut unwichtig. Hab mal eben zwei Klausuren hintereinander geschrieben, beide ne ganze Weile vor Ende abgegeben und kein Plan, was dabei raus kommt. Eigentlich würde ich ja schon sagen, dass es zum Bestehen reicht, aber wenn ich die jetzt mal eben mit links bestanden habe, dann frage ich mich allen ernstes wie manch einer beim achten Versuch immer noch versagt. Aber gut, die Voraussetzungen sind ja andere.

Jedenfalls ist meine Liste um zwei Punkte ärmer und ich kein Stück erleichterter. Aber auch nicht besorgter, denn mein Leben ist um zwei Wochen reicher, bzw. die Zeit um zwei Wochen fortgeschritten. Wo die letzten zwei Wochen geblieben sind, ist mir ein Rätsel. Aber wundern soll man sich ja nicht. Die Ruhe herrscht noch vor. Heute hatte ich mein erstes Treffen mit dem dazugehörigen Prof und ich bin gewiss nicht schlauer. Meine Wohnung ist mit vierzehn Büchern beschwert worden und Mittwoch folgen weitere. Doch Ahnung hab ich keine. Nur Ruhe. Jede Menge davon. Und das obwohl gestern ein Eltern-Kind-Gespräch mit mir geführt wurde. Zwei Freunde saßen vor mir und redeten auf mich ein als wäre ich ein unerzogender Teenager der die Ausmaße seines Verhalten nicht begreift. Es war nicht schlimm und auch nicht beängstigend, eher spannend und interessant. Es freut mich zu sehen dass sie so gut zusammen funktionieren, doch mit mir reden sie mit einer Wand. Mein Gefühl hat gesprochen, ich werde hören. Die Ruhe ist da, sie ist der kontinuierliche Beweis dafür. Vielleicht fall ich ja auf die Nase, doch daraus kann ich dann lernen. Momentan wächst die Naivität in mir. Ja doch, ich habe das Gefühl naiv zu werden *mit den Schultern zuck*

Nunja, so ist das. Auf die zwei Kreuze müssen noch einige weitere folgen. Wieviele es letztlich werden möchte ich wohl nicht festhalten. Vielleicht streiche ich die ein oder andere Aufgabe spontan. Mal abgesehen davon dass die Punkte nicht miteinander zu vergleichen sind. Die einen sind in zwei Stunden erledigt, die anderen brauchen Monate. Kein Vergleich. Aber sie gehören zusammen, müssen alle abgehakt werden. Oder zumindest der Großteil. Möge es flott vorangehen. Zumindest in dieser Woche folgt ein weiteres. Bis dahin.

10.07.2009 um 10:02 Uhr

Zukunft

von: indalo

Gestern stand Zukunft auf dem Programm. Zwar nicht so ganz widererwartend nach meinem Eintrag zum Studium, aber doch irgendwie überraschend. Als ich abends im Bett lag fragte ich mich, was mich eigentlich dazu bewegte. Womöglich war es einfach nur der Umstand, dass ich über die Datei stolperte, der ich vor Monaten mal einen signifikanten Namen gegeben habe. Nun existiert sogar ein Ordner namens „Möglichkeiten nach dem Studium“. Was ein origineller und alle Wege öffnender Name das doch ist. Möglichkeiten... ja, hier geht es um Möglichkeiten, nicht um Verpflichtungen. Und gerade tauchen in meinem Kopf die Probleme auf. Hmm. So einfach wie das gestern alles aussah, ist es wohl nicht. Soso. Doch darüber sollte ich jetzt gerade nicht nachdenken! Nein. An sich sollte ich mich noch nicht mit der Zukunft beschäftigen. Die Gegenwart ist zeitfüllend genug.

Dennoch drehen sich meine Gedanken gerade nur darum. Und ich muss mich entscheiden, dieses Jahr noch. Wo möchte ich hin? In den fernen Nordwesten, Kanada genau genommen? Oder den tiefsten Südosten, Australien oder Neuseeland? Beides würde mich sehr reizen. Dann gibt es noch die Wahl des Norden, eins der skandinavischen Länder. Auch sehr schmackhaft. Der Süden steht wie immer auch zur Wahl, doch dort bin ich ja schon gewesen. Würde mir sprachlich jedoch am Meisten bringen, nur leider steht Südamerika nicht auf der Liste. Also vielleicht doch der tiefste Osten? China? Da würde ich vor sprachlichen Problemen stehen. Aber es wäre mal eine ganz andere Variante.
Doch geht es ja nicht nur um die Wahl des Landes, nein, sondern um die Wahl eines Programms. Denn das Programm entscheidet über das Land und jedes Programm hat andere Voraussetzungen. Meine Chancen für Australien, Neuseeland und Kanada stehen sehr schlecht. Dazu müsste ich mein Studium wohl noch erweitern. Vielleicht sollte ich das tun? Wäre sowieso eine Überlegung wert *grübel* Doch selbst wenn ich das täte, wären meine Chancen nicht viel besser. Das mit China scheint zwar keine besonderen Einschränkungen zu haben, reizt mich auf eine ganz besondere Art, wäre aber am Allerwenigstens nützlich. Gleich hintendran die skandinavischen Länder. Dort ist man um Längen flexibler, das würde aber nur in den nächsten zwei Jahren in Frage kommen. Zwar keine Alterseinschränkung, aber eine berufliche. Hier könnte ich aber wiederum in den Süden gehen. Das hätte ja auch was. Aber wenn ich schon mal die Möglichkeit habe, mich gen Norden zu bewegen, dann sollte ich das tun. In den Süden kommt man noch oft genug!

Fragen über Fragen. Eine Entscheidung muss bis Ende des Jahres gefällt werden. Doch dazu brauche ich noch Informationen. Was von all dem bringt mich dem Ende meiner Ausbildung näher? Was würde mir jetzt was bringen, was erst später und ausschließlich im persönlichen Bereich? Wie mache ich das mit dem restlichen Semester? Studier ich einfach noch länger? Häng gleich das nächste Fach ran? Nur ein Semester wäre mir dafür gegeben... Dann steh ich vor erneuten finanziellen Fragen.

Und hier noch die größte aller Fragen: Sollte ich wirklich schon wieder das Land verlassen?

08.07.2009 um 20:56 Uhr

Mal was zum Studium

von: indalo

Fertig? Geschafft? Wie soll dieser Eintrag heißen? Ich weiß es nicht. Irgendwas anderes muss her. Denn ich bin zwar am Ende einiger Sachen angekommen, aber geschafft bin ich nicht. Und fertig seh ich auch nicht aus. Und das will echt was heißen! In der letzten Woche habe ich kaum eine Nacht mal fünf Stunden durchgeschlafen. Wieso, weshalb, warum? Das ist eine gute Frage. Uhrzeiten mit ner vier am Anfang sind mir eigentlich recht fremd, doch die letzten Tage suchten sie mich immer wieder heim. Ich wurde wach, einfach so. Spannende Sache sag ich euch. Und ich mag’s doch so, ohne Wecker wach zu werden. Ja, es geht mir gut damit. Und heute ist sowieso ein guter Tag. Ich mag ihn. Heute früh war ich bei einem Professor. Es grenzt schon an ein Wunder, dass ich dort gewesen bin, dass ich dort sein durfte. Doch das schönste (nein, nicht verwunderlichste) waren die guten Neuigkeiten. Jetzt ist es offiziell. Ach nein, warte, noch nicht offiziell, aber bestätigt worden. Ein großer Teil meines Studiums liegt hinter mir. Ich habe etwas geschafft, was ich vor ein paar Monaten noch nicht für möglich hielt. Vor einigen Jahren, als ich noch naiver Ersti war, konnte mich nichts davon abhalten, zu studieren. So schwer kann das ja alles nicht sein. Doch im Laufe der Semester lernte ich erst die Ausmaße dieses Studiums kennen. So viel mehr als ich dachte, so viel Angst einflößender als ich für möglich hielt. Manchmal ist es gut, naiv zu sein. So wurde aus einem naiven Ersti ein besorgter Student, der trotzdem frohen (oder auch weniger frohen) Mutes weitermachte. Angst machen durften sie mir nicht, soweit kam das noch! Dann gab es dunkle Tage, und schwarze Tage. Zeiten in denen ich nicht mehr wusste, was schlimmer war. [Jetzt weiß ich auch einen Titel zu diesem Eintrag. Es ist schön, sich einfach treiben zu lassen...] Lange Zeit dachte ich, es würde nur einem Fach scheitern. Später stellte ich fest, dass die größeren Hürden im anderen Bereich stehen. Es wechselte sicherlich öfter mal. Bis vor kurzem dachte ich, es würde an einem Mann liegen. Viele Semester wusste ich, dass nur er allein mir Probleme bereiten könnte. Dies wiederum tat er zur Genüge, doch heute hoffentlich zum letzten Mal. Erst wenn es offiziell ist, wenn ich all meine Scheine von ihm in den Händen halte, erst dann kann ich sicher sein. Doch schon jetzt fühle ich mich gut, nicht aufzuhalten sozusagen. Doch nachdem das nun geschafft ist, seit dem Tag an dem ich beschlossen (ja, beschlossen, nicht erfahren) habe, dass ich mit ihm und seinen Seminaren durch bin, steh ich vor einem anderen Problem. Sein Gegenpart im ersten Fach. Auch dieser macht mir gerade das Leben schwer, wenn auch auf ganz andere Art. Er ist lieb, er ist nett und ich habe das Gefühl, mich mit ihm zu verstehen. Selbst meine äußerst kritiklastige Email aus dem letzten Jahr hat er gut aufgenommen. Doch jetzt steht mir noch so viel mit ihm bevor. All seine Kurse muss ich noch besuchen. Er ist der letzten Haken meines Studiums, die letzte Hürde. Doch diesmal habe ich keine Angst, es nicht zu schaffen. Nein, ich bin mir sicher, dass ich es schaffen werde. Die einzige Frage ist, wie viele Anläufe ich brauchen werde. Die Zeit wird es zeigen. Bis dahin heißt es, daran zu arbeiten, nicht darüber nachzudenken.

So, das war jetzt ein längerer Ausflug. Eigentlich wollte ich doch von anderen Dingen schreiben. Denn das war ja nur das erste Ereignis. Das zweite schöne Ereignis, das aber auch das vierte sein kann, ist der Umstand, dass ich endlich ein Hochzeitsgeschenk für die Feier am Samstag habe. Eins, mit dem ich zufrieden. (Auch wenn ich schon jetzt fürchte, dass die Braut daran etwas auszusetzen haben wird. Doch das schöne an Menschen, denen man nie gerecht werden kann, ist, dass man es irgendwann auch nicht mehr anstrebt.)

Kommen wir zu Nummer drei. Ein Brief ist heute angekommen, ein Brief mit dem Stempel RegionalBrief. Das konnte nur eins bedeuten. Denn dies ist ab heute wirklich offiziell. Ein wichtiger Brief vom Landesinstitut. Es geht los. Ab heute muss ich anfangen. Ich habe es nicht getan. Ich werde es auch vor nächster Woche nicht tun. Dazu habe ich zu viel im Kopf.

Bei Nummer vier bin ich nicht sicher, ob es mich freuen soll oder nicht. Sowieso weiß ich nicht genau, was ich davon halten soll. Eine Freundin hat sich mir anvertraut. Oder eher über den ein oder anderen Fakt in Kenntnis gesetzt. Keine guten Neuigkeiten, aber womöglich zu erwartende. Es freut mich, dass sie das Gespräch mit mir gesucht hat, aber es freut mich nicht, was sie zu sagen hatte. Ändern kann ich nichts, nur zu hören. Und das habe ich getan.

Direkt danach habe ich mein Projekt der letzten Tage beendet. Hat es eine Woche gedauert? Nur fünf Tage? Genau weiß ich es nicht. Das ist auch nicht wichtig. Es wird mehr wert haben als die Zeit, die ich investiert habe. Ein Fotobuch habe ich geschaffen. Und seit ich es online in Arbeit gegeben habe, warte ich gespannt auf die Email, dass es im Laden angekommen ist. Total überflüssig, vor nächster Woche wird das sowieso nix.

Nachdem das Hochladen beendet wurde, konnte ich meinen Rechner wieder benutzen. Das sechste Ereignis des Tages. Eine Nachricht. Eine kurze aber heftige Nachricht. Sie trieb mir wieder die Tränen in die Augen. Sie, dieser eine Mensch, der mich in den letzten Monaten zu mehreren Einträgen veranlasst hat, hat sich gemeldet. Es tut ihr Leid. Sie weiß. Das sagt sie. Doch was weiß sie? Was ist es, das ihr Leid tut? Weiß sie das? Weiß sie, was ihr Leid tut? Oder ist das ein pauschales Leid tun?
Es ist offensichtlich, dass es damit nicht getan ist. Es berührt mich tief, aber es ändert noch nichts. Ich bin nicht bereit, sie mit offenen Armen zu empfangen. Aber eben auch nicht mit verschränkten. Ich werde es ihr so leicht wie möglich machen ohne es zu leicht zu machen. Denn nein, ich bin nicht leicht zu haben. Aber ich will sie zurück, und dies ist kein Spiel, dies ist eine Notwendigkeit. Ich fehle ihr schon lange, nicht erst jetzt, da wir an verschiedenen Orten sind. Heißt das, sie hat Zeit nachzudenken? Wird sie gerade noch weicher? Arbeitet es in ihr? Geht es ihr gut? Ich mach mir Gedanken, vielleicht sogar Sorgen.
Ich werde auf sie warten.

Das war’s. Das waren die sechs Ereignisse des Tages. Wobei die erste Email mit Fotos auch wichtig war, und die Email der Mutter. Doch beides war nicht weltbewegenden. Zumindest in meiner Welt haben sie nichts verändert. So bin ich ab heute projektlos und muss mich wohl oder übel meiner Liste widmen. Kreuze setzen, darauf freue ich mich. Eins nach dem anderen. Stück für Stück und Schritt für Schritt. Alles wird gut, so wie ich es vor einigen Wochen schrieb. Es fühlt sich gut an. Auch wenn dieser eine Mann noch zwischen mir und einem erfolgreichen Studium steht, so bin ich zuversichtlich.

05.07.2009 um 22:51 Uhr

Vierter und fünfter Juli

von: indalo

Ein schönes Wochenende liegt hinter mir. Gerade verausgabt sich die Natur im Bereich der Farbenpracht. Der Himmel wechselte von leichtem Hellblau über zartes Rosa bis hin zu Orangetönen und jetzt einem dunkleren Blau. Ein Meisterwerk der Kunst!

Erfolgreich war ich in den vergangenen achtundvierzig Stunden gewiss nicht. Punkte von der berühmten Liste konnte ich keine streichen. Doch immerhin habe ich etwas angefangen. Den ersten Schritt in der Richtung gemacht. Aber auch nur die angenehmen Dingen. Diese unangenehmen, im Grunde alle studientechnischen Dinge, lasse ich noch außen vor. Wie lange ich mir das erlauben kann, das weiß ich nicht. Irgendwann wird mich die Panik überfallen, das sehe ich schon jetzt. Doch noch genieße ich das Rumliegen, das Schmökern und Basteln. Es gefällt mir zumindest einen Moment lang das Gefühl zu haben, vollkommen frei zu sein in meiner Wahl für die Aufgabe des Tages. Das fühlt sich gut an.

Und so lasse ich dieses Wochenende im Nichts verlaufen... widme mich noch ein bisschen meinen selbstgewählten Aufgaben und gehe irgendwann schlafen. Es ist Zeit, Motivation zu finden.


...schon vergesse ich vor lauter Entspannung und Datenlosigkeit den Geburtstag meiner mom...gut, dass für sie der Tag jetzt erst beginnt :-)

03.07.2009 um 11:15 Uhr

Zwischenmieter

von: indalo

Ich hatte einen Zwischenmieter. Ich habe jemandem erlaubt, in meiner Wohnung zu leben, in meinem Bett zu schlafen und von meinen Tellern zu essen. Aus finanziellen Gründen, ganz klar. Doch das heißt nichts schlechtes, und eins kann ich ganz klar sagen: Ich habe es nicht eine Minute bereut. Die Tage des Einpackens der persönlichen Dinge waren nicht zu viel, das Auspacken jetzt stört mich auch nicht mehr als der Rahmen erlaubt. Ich hatte keine Bedenken während ich fort war, ich hatte keine Angst davor, wieder zu kommen. Alles war in Ordnung.

Jetzt wieder hier zu sein, an meiner Wohnung vorbei zu gehen, ist schön. Selbst als sie ihm noch gehörte und ich gefragt wurde, ob es komisch ist darüber nachzudenken, konnte ich nur sagen: Es ist meine Wohnung. Nein, es ist nicht komisch, es ist dennoch meine Wohnung. Er wohnt dort, das habe ich ihm erlaubt, dafür zahlt er, doch gehören tut sie mir.

Außerdem ist es amüsant und spannend, jede kleine Ecke zu betrachten. Ich hielt ihn für sehr sauber, doch da habe ich mich getäuscht. Auf den ersten Blick war nichts zu erkennen. Es war nicht gesaugt oder gewischt, doch das ist okay. Doch nach und nach kommt es ans Tageslicht und ich wollte die kleinen Mängel, die ich ihm mit einem Grinsen durchgehen lasse, festhalten. Vom Staub wollen wir nicht reden, doch die beiden Bettlaken im Schrank fand ich amüsant, genau wie die Grillwürste, die im Gefrierfach festgefroren (mit einer zwei Zentimeter dicken Eisschicht...). Die alten Turnschuhe unterm Küchenschrank wurden auch grinsend ans Tageslicht befördert. Der Dreck am Wasserhahn und in der Dusche sind mir jedoch ein Rätsel. Oberflächlich gut sauber, aber wenn man genau hinguckt, sieht man die Mängel. Nicht einmal ich – und ich putze seeehr ungern – schaffe es in zwei Jahren, diese Art von Dreck zu hinterlassen. Die Waschmaschine war mit einem komischen Film überzogen; da fällt mir ein, dass ich bis heute nicht reingeguckt habe... Der Spülkasten ist ähnlich beschichtet. Was das bloß sein kann? Und mein geliebter Balkon sieht fürchterlich aus. So fürchterlich, dass ich ihn nicht betreten werde, eh ich ihn im Zimmer kniend geputzt habe. Genau das tat ich heute morgen, zumindest in Teilen. So sehr liebe ich meinen Balkon. Dann kommt noch die Dusche dran, meine andere große Liebe. Die Wände streiche ich jetzt nicht extra, auch wenn die rundherum ums Bett ein interessantes Muster aufweisen *fg*

So, das Fazit? Ich bereue es nicht. Es war eine wunderbare Entscheidung und ich zähle mich zu den glücklichen Menschen, einfach schon weil ich jemanden gefunden habe. Und der Blick aufs Konto tut ungemein gut *smile*

02.07.2009 um 09:47 Uhr

Es ist schön, jemand zu sein.

von: indalo

Es ist schön, jemand zu sein.

Letzte Woche bin ich zurückgekehrt. Nicht nur aus einem fernen Land, sondern sogar bis in alte Zeiten zurück. An einen Ort, wo ich einst lebte. Vor einigen Jahren. Schön ist es dort gewesen. Ich habe mich wohl und willkommen gefühlt. Ich war jemand. Man kannte mich, man grüßte mich. Wie es dazu gekommen ist, wann genau sich der Moment einstellte, das weiß ich nicht. Aber ich war jemand. Wann immer ich dorthin ging, traf ich bekannte Gesichter. Manche waren Freunde, andere Bekannte. Es war eine schöne Zeit, die mir über die schwierigen Phasen des Lebens hinweg geholfen haben.

Die letzten Jahre war ich natürlich kein Niemand. Aber es war anders, ich war woanders und andere Menschen umgaben mich. Auch hier wurde ich schnell zu einem Jemand. Doch ein anderer Jemand. Ich kämpfte mehr mit mir selbst, hatte andere Zweifel und Sorgen. Das Leben wurde schwieriger, aber auch schöner. Je nach Bereich des Lebens. Heute, hier und jetzt bin ich auch jemand an diesem Ort, in dieser Welt.

Dann ging ich fort. Ich begann von vorne. Als Niemand in einer weiteren Welt. Das ist okay, immer wieder. Doch es ist auch immer wieder ein Neubeginn. Es kostet Kraft, auch wenn man es nicht merkt. Im Nachhinein fühle ich, dass es anstrengend gewesen sein muss. Denn einfach nur ein Gebäude zu betreten und sich stark und groß zu fühlen zeigt doch, dass man vorher nicht ganz so groß und stark war. Ich war nicht klein und auch nicht schwach, das will ich nicht sagen. Absolut nicht. Aber ich bin gewachsen als ich durch die Flure ging und sofort freudig begrüßt wurde. Mit jedem Gespräch, mit jeder Umarmung, mit jedem Lächeln wuchs ich innerlich. Es fühlt sich einfach unglaublich schön an, festzustellen, dass man für all diese Menschen auch in all den Jahren nicht an Bedeutung verloren hat. Es war nicht gerade das Schönste zu merken, dass man für manche genauso unbedeutend wie eh und je geblieben ist, doch das wurde durch all die anderen freudigen Blicke locker wettgemacht. So quatschte ich mit alten Bekannten und fühlte mich gut. Auf dem Spaziergang der mich mit jedem Schritt ein wenig mehr von diesem wundervollen Ort entfernte, konnte ich nur denken: „Es ist schön, jemand zu sein.“ Das wollte ich festhalten.

01.07.2009 um 10:08 Uhr

Zuhause - zu Hause

von: indalo

Das bin ich. Zu Hause in meinem Zuhause. Beides in einem. Wie schön! Oft und lange lagen diese beiden Orte weit auseinander. Ich hatte ein Zuhause und fühlte mich dort nicht zu Hause. Oder ich fühlte mich zu Hause an einem Ort, der nicht mein Zuhause war. Auf eine Art, aber nicht so, wie jetzt. In bin zurück in meiner Wohnung, bei meiner Dusche, bei meinem Balkon. Es ist schön auf meinem Bett zu liegen und den Himmel anzuschauen. Ich liebe diese Wohnung und ich bereue absolut und gar nicht, mir für diese Zeit einen Zwischenmieter gesucht zu haben. So konnte ich dieses Prachtstück behalten und musste dafür nicht zahlen. Sicherlich gibt es die ein oder andere kleine Veränderung, insbesondere den Balkon muss ich noch putzen ehe ich ihn betreten kann. Doch das macht nichts. Das macht alles nichts. Das ist mir das Geld wert, und eben das schöne Gefühl, wieder in meine Wohnung zurück zu kehren. Das ist wunderbar!

Nun bin ich also wieder hier, in meiner Stadt. Ein paar Tage schon. Wie es sich anfühlt? Als wäre ich nie fort gewesen. Das ist nicht so dahin gesagt, das ist die einzig mögliche Beschreibung. Ich gehe durch die Straßen und treffe all die bekannten Gesichter vom letzten Jahr. Manche grüßen mich und wissen nicht einmal, dass ich nicht hier war. Andere fragen mich, ob ich denn noch studiere, sie haben mich länger nicht gesehen. Und wieder andere schließen aus meinem Verschwinden einen Auslandsaufenthalt und freuen sich auf ein weiteres Semester mit mir. Das ist schön, genau so gefällt es mir. Manche wissen’s, andere nicht, manche kümmert’s, andere nicht. So laufe ich durch mein Leben. Mein Leben.

In den letzten Tagen konnte ich auch jede Menge erledigen. Unterschriften wurden gesammelt, Pläne abgearbeitet und typisch deutsches Essen haben wir gespeist. Nicht einmal den Stopp bei Mc Donald’s konnte ich mir verkneifen. Es wurde geschlemmt und gelacht. Es war schön. Eine gute Zeit, nötige Zeit. So langsam könnte man meinen, ich wäre angekommen. Jetzt heißt es nur noch Kisten auspacken, Unterlagen sortieren und alles ist wie vorher. Nur ich nicht, ich bin älter und weiser *fg*