indalo

23.02.2010 um 16:54 Uhr

Bedürftig

von: indalo

Von meiner Euphorie gestern ist heut nicht mehr viel zu merken. Nicht, weil sie nicht mehr existent ist, sondern einfach, weil sie schon so lange her wirkt. Wenn mich jemand oder etwas daran erinnert, dass das erst gestern gewesen ist, dann kommt sie ein Stück weit zurück, aber letztlich wirkt es schon fast wie etwas aus der Vergangenheit. Mein Zeitgefühl spinnt zur Zeit sehr.

Doch darum sollte es hier nicht gehen. Sondern um Bedürftigkeit. Meine, genaugenommen. Denn zur Zeit merke ich, wie bedürftig ich manchmal bin. Ein Freund schrieb mir vor in paar Tagen, dass er für wenige Minuten in meiner Stadt sein wird. Sehr wenige Minuten. Er steigt um, am Hauptbahnhof. Und ja, er ist ein gut genuger Freunde, als dass ich mich für diese paar Minuten auf den Weg dorthin begebe. Obwohl ich mich derzeit sehr, sehr ungern aus dem Haus bewege. Doch mehr als die paar Minuten seiner Gesellschaft ging es mir um eine Umarmung. Denn ich brauchte eine Umarmung. Nicht, weil es mir schlecht ging, sondern einfach um dem Körperkontaktsdefizit entgegen zu wirken, das gerade zu entstehen scheint. Denn ich bin gerade etwas allein in dieser meiner Stadt. Ohne Umarmungen, ohne Gespräche. Und auch das ist ein wichtiger Punkt. Die einzige Stimme, die ich in den letzten Tage hörte, ist meine eigene. Und ab und an etwas durchs Telefon. Nicht viel. Und eben auch nur durchs Telefon. Das fiel mir alles gar nicht auf, bis ich gestern feststellte, dass die Musik in meinen Ohren, die aus so nem kleinen technischen Gerät kommt, Glücksgefühle in mir auslöste. Da stellte ich fest, dass es sehr ruhig geworden ist in meiner Umgebung.

Semesterferien sind schon komisch. Für manche das schönste überhaupt. Für mich sind sie meist schön, doch – wie ich neulich feststellte – hab ich nur ein einziges Mal in meinem Studium die Semesterferien an meinem Wohnort verbracht. Sonst war ich immer mehrere Wochen im Ausland oder sonst wo. Nur jetzt, da bin ich wieder hier. Deswegen laufe ich mal wieder Gefahr, zu vereinsamen. Also ja, ich bin bedürftig. Umarmungsbedürftig. Tonbedürftig. Und sowieso harmoniebedürftig.

22.02.2010 um 13:47 Uhr

Is dit geil

von: indalo

Is dit geil. Im Ernst jetzt. Der Wahnsinn!
Vorgestern Abend regte ich mich noch ganz fürchterlich auf und hatte mit mir zu kämpfen. Da war wieder diese Wut über Sinnlosigkeit, die Verzweiflung vor dem zu großen Haufen, den ich in zu kurzer Zeit bewältigen sollte und nicht zuletzt das Ärgern über mich selbst. Denn man konnte sich vorbereiten, das heißt man hätte vorbereitet sein können. All das nervte mich, vorgestern Abend noch. Gestern ignorierte ich das den Tag über. Ich beschloss, den heutigen Tag abzuwarten und mich erst dann weiter aufzuregen, wenn ich handfeste Grundlagen dazu habe. Oder eben alles im Winde verfliegen zu lassen, wenn ich das Glück haben sollte, dass – auch wenn die Gründe fürs Aufregen noch genauso existent sind – es sich für mich nicht lohnt, mich aufzuregen. Und so stand ich heute morgen auf, noch vor dem Weckerklingeln und machte mich fertig. Dabei dachte ich immer wieder „Das wird werden, das wird gut, ich kann das“. Und so wurde es auch, es wurde gut und ich konnte es. Alles. „Was is dit geil“ war alles, was ich denken konnte als ich das Gebäude verließ. Schon beim Lesen der Aufgaben überkam mich die pure Euphorie. Ja, das kann ich. Das weiß ich. Dazu weiß ich ganz viel. Und so lehnte ich mich zurück, atmete tief durch und genoss eine Weile lang dieses Gefühl. Das Wissen, dass ich diese Aufgaben bearbeiten können werde. Das alles benötigte Wissen in meinem Kopf ist, und das nicht nur im Kurzzeitgedächtnis. Ein schönes Gefühl. Und dann machte ich mich an die Arbeit und schrieb alles runter. Einfach so. Und als ich fertig war, ging ich, viel zu früh. Doch das macht nichts, ich sehe einfach keinen Sinn darin, bis zum Ende zu bleiben.

So begann die Woche mit einem Erfolgserlebnis. Wobei das Erfolgserlebnis durch das Gefühl, einfach nur furchtbares Glück gehabt zu haben, ein wenig geschmälert wird. Nein, nicht das gute Gefühl, das wird nicht geschmälert, aber der Teil der Freude, der auf dem Erfolgserlebnis beruht. Das ist nicht weiter schlimm, denn nichtsdestotrotz ging ich frohen Schrittes nach Hause. Wundervoll. Ich habe eine so gute Arbeit abgegeben, dass ich auf die Aussage „Wenn du irgendwo ne 1,0 machst, lädste ein, ne?“ nicht mehr bedenkenlos „Ja“ sagen kann. Ich werd’s tun, ich werd sie einladen, sollte ich irgendwo ne 1,0 haben, das steht außer Frage, aber allein der Gedanke, dass dies möglich ist, brachte mich zum Zögern. Erstaunlich. Auf einmal wirkt das alles so einfach, so machbar, so schaffbar. Jetzt muss nur noch die nächste Woche gut gehen, dann dürfte nicht mehr so viel schief laufen. Wobei ich weiteres womöglich unterschätze. Und, was ich unbedingt festhalten möchte: Auch bei dieser Klausur kann ich ganz eindeutig sagen: „Ich hätte sie vor Beginn meines Studiums mit dem selben Aufwand der letzten Tage genauso schreiben können wie jetzt.“

19.02.2010 um 20:43 Uhr

Von schlechten Erinnerungen, Beschlüssen und Wundern

von: indalo

Eben las ich ein paar alte Einträge. Ausm letzten Jahr, ausm Sommer. Einen sehr schönen Eintrag, und einen sehr unschönen. Von damals, als mein Körper meinte zu streiken. Als ich mich wohl fühlte mit allem, zufrieden und glücklich war, und doch irgendwas nicht stimmte. Was das war, das weiß ich bis heute nicht. Mittlerweile ist es einfach ein Teil meiner Geschichte. Wenn auch ein ungeklärter, einer, über den ich nicht freiwillig rede. Denn er ist mir noch zu ungeheuerlich.
Mittlerweile, also insbesondere nachdem ich jetzt diesen Eintrag mit so viel Abstand gelesen habe, und auch die danach, könnte ich mir vorstellen, dass... es nicht das beste war, zu gehen. Dass der gesamte Auslandsaufenthalt aus den falschen Gründen angetreten wurde. Dass es nicht so sehr das war, was ich wollte. Vielmehr etwas, das ich wollen wollte.
Das alles heißt nicht, dass ich es bereue, aber ich merke immer wieder, dass ich nicht unbedingt strahle, wenn es um diese Zeit geht. Nicht im Ganzen. Aber die ganzen vielen kleinen Momente, die einzelnen Tage, die einzelnen Wochen, die einzelnen Erfahrungen und Erinnerungen. Da strahle ich. Nur das Gesamtbild, das ist nicht perfekt. Und so nehme ich das jetzt als Erklärung, als Begründung für diesen fatalen Moment, der mir damals so viel genommen hat. Diesen einen kurzen Moment, der irgendwie noch heute Konsequenzen nach sich zieht.

Nun habe ich das also gelesen, es wurde mir sozusagen wieder in Erinnerung gerufen. Wieso ich gerade im Sommer nach Einträgen suchte, das weiß ich nicht. Was sich hinter dem Titel verbarg, erinnerte ich nicht. So fand mich der Eintrag, nicht ich den Eintrag. Und auch daraus ziehe ich jetzt wieder meine ganz eigenen Schlüsse. Denn heute ist ein Tag, an dem ich mich frage, wie das alles funktionieren kann. Ich stelle meine Entscheidung nicht in Frage, ich fühle mich gut, gesund und munter. Doch die Logik, die passt nicht. Mein Kopf fragt sich gerade, wie in aller Welt das gut gehen kann. Und ob es gut gehen wird. Ich zweifle. Ja, ich zweifle.
Seit Wochen fürchte ich die beiden kommenden Montage. Den letzteren noch mehr als den ersteren. Vielmehr. Schon die ganze Zeit weiß ich, dass das schwierig wird. Jemand besonderes bat mich darum, zu versprechen, dass ich im Laufe dieser Zeit ich selbst bleibe. Ich versprach. Auch wenn ich wusste, dass genau diese Zeit jetzt, diese zwei Wochen, heikel werden. Die ganze Zeit war ich ruhig, doch heute wurde mir klar, was ich alles auswendig lernen muss. Denn verstehen reicht nicht. Und das ist etwas, was mir partout nicht einleuchten will. Verständnis ist doch viel wichtiger als Vollständigkeit der Begriffe. Aber nunja.

Ich hätte früher anfangen können. Womöglich sollen. Ich hatte die Zeit, letztes Wochenende. Doch ich nutzte sie nicht. Erst war es etwas unbewusstes, doch ich ließ bewusst mein Unterbewusstsein entscheiden. Ich nahm mir die Zeit für mich. Um ich zu sein, um ich zu bleiben. Ich ruhte mich aus, ich entspannte. Ich beschloss, Kräfte zu sammeln und Energie zu tanken höher zu stellen als Wissen zu speichern. Ob es die richtige Entscheidung war, das werde ich in ein paar Monaten erfahren. Bis dahin bleibe ich dem Vorsatz „Eins nach dem anderen“ treu. Denn das war es doch, worauf ich mich freute. Endlich mal nur eins nach dem anderen machen, nicht zwei Sachen parallel. Also werde ich das einfach so tun, auch wenn es womöglich ein Fehler ist. Wenn es von der Logik her falsch ist und ich schon lange vorher wusste, dass es so nicht funktionieren kann. Wir werden sehen. Ich wünsche mir ein Wunder. Eins dieser Wunder, das ich ab und an zu vollbringen vermag. Möge es jetzt wieder eintreten. Möge dies ein Jahr voller Wunder sein. Ich glaube daran, und ich wünsche mir, nicht enttäuscht zu werden. Ich verspreche auch, nicht arrogant zu werden.

18.02.2010 um 21:52 Uhr

Indalo, nicht Indi

von: indalo

So, aus gegebenem Anlass muss ich das Folgende dann doch mal niederschreiben.

Als ich mich hier angemeldet habe, gab ich mir selbst einen Namen. Einen Namen meiner Wahl, einen, den ich mir ausgesucht bzw. wohl eher ausgewählt habe. Er bedeutet für mich etwas, er bedeutet mir etwas. Indalo. So wollte ich mich nennen, so hab ich mich genannt und... hmm... eines Tages fragte mich hier jemand, ob er mich Indi nennen dürfte. Ich bejahte, denn grundsätzlich ist es mir egal, wie ich genannt werde. Aber *überlegt* Ich glaube das trifft nur zu, wenn es um verschiedene Namen geht. Denn ich mag keine Spitznamen. So gar nicht. Auch im echten Leben nicht. Also ich mag keine... Verschandelungen des Namens. Spitznamen ja, wenn sie etwas bedeuten, wenn sie einen Hintergrund haben, wenn irgendwas. Aber nicht einfach nur Abkürzungen. Ich glaub das ist mir nichts und ich hab schon mehrmals Danksagungen an meine Eltern verteilt, dass sie mir einen Namen gegeben haben, den niemand verschandelt.

Im Internet ist mir das bisher auch noch nicht passiert. Womöglich weil ich immer nur zweisilbige Namen hatte. Drei Silben überfordern offensichtlich. Hier habe ich drei Silben.
In - da - lo. Ich mag diese drei Silben. Aber ich mag und möchte demjenigen, dem ich damals zusagte, er dürfe mich auch Indi nennen, dies nicht wieder nehmen. Denn das ist okay. Bei ihm. Bisher war es irgendwie auch bei anderen okay, bzw. habe ich es hingenommen. Wobei ich irgendwann kurzzeitig den Gedanken hatte, der werte Herr würde diesen Namen im Privaten nutzen (dies ist kein Vorwurf!). Spätestens da hätte es mir wohl auffallen sollen.

Doch heute, heute ist es an der Zeit etwas zu sagen. Denn vor ein paar Tagen nannte mich jemand Indi, der meiner Meinung nach nicht das Recht dazu hatte. Wobei es auch nicht um Recht oder Unrecht geht. Nur stellte ich da fest, dass Leute anfangen, mich Indi zu nennen, weil andere es tun. Nicht weil... keine Ahnung weswegen. Jedenfalls ist der Spitzname nicht dadurch entstanden, dass ich Kontakt zu dieser Person hatte. Und das gefiel mir nicht. Doch auch da schwieg ich noch. Aber heute, als mich Menschen Indalo nannten, mit genau diesem Namen über mich redeten, da merkte ich, wie es mir gefiel. DASS es mir gefiel. Und so sollte es sein. Denn an dem Gefallen, den ich daran gefunden habe, merke ich, wie wenig mir Indi gefällt. Und so möchte ich darum bitten, mich bei meinem selbstgewählten Namen zu nennen. Oder sonst wie kreativ zu werden. Aber nicht einfach nur faul. Denn ich bin nicht Indi, ich bin Indalo. Und das bleibt auch so.

15.02.2010 um 19:53 Uhr

Update

von: indalo

Ich schulde euch noch das ein oder andere Update. Oder mir. Zumindest gibt es einiges, das ich noch nachholen sollte und wollte.

Das Outing zu Weihnachten? Die beiden Mädels, die es ihren Eltern sagen wollten? Ich hatte mir Sorgen gemacht, mit ihnen gebangt und gezittert. Und das obwohl ich sie eigentlich nicht kenne. Und dann saßen wir neulich irgendwann mal wieder zusammen und ich fragte, ob ich die Auflösung hören darf. Denn eigentlich... wär ich nicht der Mensch, dem sie so was erzählen würden. Und so wurde ich aufgeklärt. Besonders erstaunlich empfand ich daran, dass keiner der anderen im Raum, die richtigen Freunde dieser Mädels, bisher gefragt hatte. Das finde ich irgendwie traurig.
Wie auch immer, sie haben es beide nicht bis zum Vater oder weiteren Familienmitglieder geschafft. Oh, das stimmt nicht, eine hat’s auch der Tante gesagt. Doch die Mutter war die jeweils die erste. Und leider wurden die Befürchtungen wahr. Bei der einen wurde und wird das bis heute ignoriert. Die Aussage wurde gemacht und keiner reagierte. Bis heute nicht. Es wird ignoriert. Wie kalt ist das? Wie muss man sich fühlen, wenn man jemandem sagt, mit wem man sein Leben verbringt und dann nur Schweigen erntet? Keine Anteilnahme, kein gar nichts. Das muss doch fürchterlich sein.
Die andere? Sie redete mit ihrer Mutter, unter vier Augen, bei einem Spaziergang. Diese reagierte, doch sie hält es für ne Phase. Hmm... Phase hin oder her, sie meinte zu ihrer Tochter, sie sollte es dem Vater lieber nicht sagen, da dieser höchstwahrscheinlich damit reagiert, dass er – solange diese Phase anhält – keine Tochter mehr habe.
Traurig, einfach nur traurig.

Dann liegt mein Gespräch schon in der Vergangenheit. Das zu dem Brief, DEM Brief. Das zu dem ich in eine andere Stadt eingeladen worden bin. Leider musste ich beim Gespräch feststellen, dass sie mich auch ohne das Lesen meiner Bewerbung eingeladen haben. Dass sie – es sei denn sie haben sich erfolgreich dumm gestellt – mich nicht trotz der Schwierigkeiten mit meiner Bewerbung und Person eingeladen haben, sondern einfach so, einfach weil ich mich beworben habe. Das war ein wenig beängstigend, ihre Aussage, dass sie das dann wohl noch einmal prüfen müssen, nahm ich nicht sehr positiv auf. Doch ich bleibe guter Dinge, denn unabhängig davon ist das Gespräch gut gelaufen. Ich musste viel zu früh aufstehen um dorthin zu gelangen, aber das war’s wert. Ich bleibe im Rennen – zumindest hab ich bis heute nichts anderes gehört. Jetzt heißt es Monate lang warten. Man bekommt keine Zwischeninfo, man würde nur eine Absage bekommen. Wissen die eigentlich, was sie einem damit antun? Wenn noch mehr solcher Dinge geschehen, entwickel ich eine Briefkastenphobie. Denn gute Infos würde er ohnehin nicht enthalten, wenn dann nur Absagen. Tolle Wolle.

Und zu guter Letzt hat das Ende meines Studiums begonnen. Die letzte Phase wurde eingeläutet. Es geht dem Ende zu, Schritt für Schritt. Und ich bin wirklich die Gelassenheit in Person. Im Kopf stören mich manche Dinge, im Kopf weiß ich, dass das gar nicht gut gehen kann, doch im Gefühl bin ich ruhig. Zumindest bis heute war ich es. Bin ich es. Wie die nächste Woche aussehen wird, das erlebe ich dann. Doch bis dahin bin ich auch hier guter Dinge. Ich schwanke in meinen Erwartungen. Eigentlich hatte ich mir fest vorgenommen nichts zu erwarten, eigentlich habe ich bisher auch nichts erwartet. Doch mittlerweile, bei all den Geschichten, die ich so gehört habe, bei all den Gedanken, die man sich so macht, fürchte ich, dass ich Erwartungen entwickelt habe. Leider auch schon wieder recht hohe. Und ich kann es bei weitem nicht einschätzen... absolut nicht. Da ist alles drin. Von genial über gut bis hin zu negativ. Nicht bei jedem Schritt, schon gar nicht beim ersten, das kann kein negatives Ergebnis nach sich ziehen. Aber wer weiß, wie’s um die nachfolgenden steht. Es bleibt spannend. Und wie ich vermutete, vermute ich auch weiterhin, dass ich am Ende dastehen und mich fragen werde, ob’s das jetzt wirklich gewesen sein soll.

14.02.2010 um 20:36 Uhr

Kleine Momente

von: indalo

Da verließ ich eben das Zimmer und sie grinste mich an. Lächelte mir zu. Irgendwas davon. Einfach nur so. Und es war, als würde die Zeit anhalten. Alles drumherum verschwand, ich sah nur noch ihr Gesicht, ihr Lächeln, ihre strahlenden Augen. Ihre Seele, die mich in dem Moment grüßte. Von Herz zu Herz.

13.02.2010 um 23:21 Uhr

Fünf Jahre

von: indalo

Den ganzen Tag habe ich... gefeiert. Nichts getan. Viel getan. Letztlich nur das getan, was mir gerade recht war. Irgendwas. Doch nichts von dem, was ich tun sollte. Mir war nicht danach. Ich hatte aber auch kein schlechtes Gewissen. Oder doch? Verdränge ich es nur so gut? Ich habe keine Ahnung... letztlich ist es auch egal, ich habe mich den Tag über gut gefühlt und freue mich nun auf eine geruhsame Nacht.

Und als ich so den lieben langen Tag vor mich hindödelte, stellte ich immer wieder fest, was für ein besonderer Tag es ist. Der Geburtstag einer guten Freundin, oder zumindest einer, die zu einer guten Freundin werden kann. Der Jahrestag eines Paares, das sich mittlerweile hat trauen lassen. Schöne Dinge sind passiert, an diesem Tag. An diesem Tag vor einigen Jahren. Nicht nur in dem Leben anderer, mir wichtiger Menschen. Nein, auch in meinem Leben. Auf den Tag genau ist es fünf Jahre her, dass ich... ein Leben begann. Ein anderes. Mein Leben. Ich verließ die Stadt, ohne meine Freunde. In dem Wissen, ich könnte wiederkommen, aber ohne die Sicherheit, dass ich je wiederkommen würde. Bis heute bin ich nicht zurückgegangen. Vielleicht werde ich es eines Tages tun. Genug Zeit ist ins Land gegangen, mittlerweile könnte ich zurückgehen. Es wäre in Ordnung für mich. Doch bevor ich irgendwo Fuß fasse, bevor ich mich niederlasse und Wurzeln schlage, muss ich noch mal weg. Wer weiß, vielleicht wird es das letzte Mal sein. Doch offengestanden bezweifle ich das noch. Wir werden sehen. Ich werde sehen.

So habe ich also den Tag gefeiert ohne wirklich zu wissen warum. Manchmal überlistet mich mein Unterbewusstsein. Der Tag ist es wert, gefeiert zu werden.

11.02.2010 um 22:16 Uhr

Bekocht

von: indalo

Heute war ein guter Tag. Nicht überdurchschnittlich gut, aber eben gut.
Nach einer endlich mal erholenderen Nacht hab ich früh morgens schon zum Buch gegriffen und weitergelesen. Hab es sogar beendet bevor ich mich dem Freizeitvergnügen hingab. Was war ich stolz auf mein Durchhaltevermögen.

Dann startete ich in den Tag und meldete, dass ich ab sofort jederzeit gerne bekocht werde. Also... sie bot an, bzw. fragte mich, wann sie für mich kochen dürfe. Hach, was fühl ich mich geschmeichelt. Und dann kam sie auch irgendwann. Irgendwann. Halb verhungert war ich *gg* Und so stürzte ich mich voller Freude auf das Überraschungsessen. Sehr lecker hat’s geschmeckt. Ich mag diese Zeit. Da gibt’s so viele Überraschungen. Kleine Geschenke, liebe Aufmerksamkeiten, jede Menge nette Worte. Ich werde momentan so richtig verwöhnt. Das gefällt mir.

Und ansonsten hab ich jede Menge Schokolade gegessen. Eine spannende Email beantwortet und dabei wieder viele Gedanken gehabt. Doch meine Gedanken kreisen ohnehin. Um so vieles. Und dann auch wieder nicht. Eigentlich... eigentlich ist kein Raum für Gedanken, ich mache einfach das, was ich von mir erwarte. Also nicht direkt nur was erwartet wird, sondern was ich für mich als richtig erachte in Anbetracht der Erwartungen, die an mich gestellt werden. Ob das gut ist, und ob ich am Ende mit mir zufrieden bin, das werde ich dann irgendwann sehen. Bis dahin dauert’s. Kommt Zeit, kommt Rat.

09.02.2010 um 19:00 Uhr

Damals als die Gewässer zufroren

von: indalo

Wisst ihr noch, damals? Als man noch eine vernünftige Kindheit hatte? Als man noch draußen spielte und sich die Knie aufschrammte? Als man über Felder und Wiesen jagte und vor dem Bauer floh? Damals, als man im Sommer draußen zeltete und im Winter Schlittschuh laufen ging? Als man im Herbst im Laubhaufen spielte und im Frühling nicht mehr über Seen laufen konnte? Damals... ist jetzt.

Ich lese immer wieder von damals, den guten alten Zeiten. Generationen über mir reden davon, würden jetzt nicht geboren werden wollen, vermissen die gute alte Zeit. Oft genug ertappte ich mich selbst bei diesem Gedanken. Oft genug fand ich damals schön. Damals war gar nicht so schön. Damals hatte auch seine Schwierigkeiten. Ganz klar. Und mein Damals, mein Damals als es noch richtig kalt war im Winter, mein Damals mit Schnee im Winter, mit Schlittschuhlaufen und Schneeballschlachten. Dieses Damals ist Jetzt. Denn jetzt, in diesem Winter war ich zwar noch nicht Schlittschuhlaufen, aber ich war Rodeln. In Deutschland. In einer Stadt in der es lange nicht mehr wirklich kalt war. Schon gar nicht über längere Zeit. Doch jetzt frieren Flüsse und Seen zu.
Heute bin ich über einen See gelaufen. Einen großen See. Einen See, der scheinbar sogar mit einer Fußgängerfähre Menschen von einem Ufer zum anderen bringt. Über genau so einen See bin ich gelaufen. Weil ich konnte. Weil wir einen richtig kalten und wunderschönen Winter haben.

Und deswegen ist damals nicht nur damals. Deswegen ist heute genauso gut wie damals.
Denn auch ich habe draußen gespielt, habe mir die Knie aufgeschlagen und bin weitergelaufen. Habe gezeltet, Baumhäuser gebaut und Nachtwanderungen gemacht. Auch ich spielte auf einem Feld und lief vor dem Bauern mit der großen Harke davon. Auch ich. Obwohl genug ältere Generationen meinen, dass all diese Erfahrungen meiner Generation nicht vergönnt waren. Auch ich, auch wenn ich aus Sicht so vieler Menschen ein sogenanntes Stadtkind bin. Ja, auch ich habe all das getan, und wenn es das richtige ist, dann können Kinder dieses Jahrtausends das auch tun. Erleben, was wir damals für gut befunden haben. Wenn auch manches nur im Nachhinein.

06.02.2010 um 17:23 Uhr

Ich bin in einem Buch

von: indalo

Kennt ihr das, ihr lest ein Buch und seid ergriffen? Das, was ihr da lest, das geht euch total nah? So ging es mir, vor zwei Tagen. Dieses Buch drang in mich ein, es war ein Teil von mir. Ich verschlang es, an nur einem Tag. Und es nahm mich auf eine Gedankenreise. Immer und immer wieder. Und auch immer wieder aufs neue.

So laß ich dieses Buch, zum ersten in meinem Leben. Ich hielt es in den Händen und hab es den ganzen Tag nicht wirklich weg gelegt. Ich musste es lesen, aber ich wollte auch. Es war eine Mischung. Und die ganze Zeit beim Lesen dieses Buches dachte ich darüber nach, dass da ein Teil meines Lebens erzählt wird. Ein Bereich meines Lebens, aber auch ein gewisser Lebensabschnitt. Ich suchte mich in diesem Buch. Und ich fand mich. Ich fand meine Geschichte in diesem Buch. Nein, nicht nur eine Geschichte wie die meinige, wirklich und wahrhaftig meine Geschichte. Mein Leben, meine Vergangenheit.

Nachdem ich diese Geschichte zweimal gelesen habe und alle Fakten überprüfte, kam ich zu dem Schluss, dass es meine Geschichte ist. Dass ich diese Person bin, deren Leben beschrieben wird. Fakten. Ja, die Fakten stimmten. Nur der Name nicht. Das war ein anderer. Ich habe einen neuen Namen. Mir wurde von einer fremden Person ein Name gegeben. Vielleicht wird auch dieser Name ein Teil von mir. Wer weiß.
Jedenfalls telefonierte ich mit meiner Mutter. Gerade eben. Ich fragte sie, ob ein gewisser Name ihr etwas sage. Sie bejahte. Womit sie ihn in Verbindung bringe? Mit xy natürlich. Xy war das Thema des Buches. Ein Teil meines Lebens, ein Teil von mir. Ja, sie kannte den Namen wirklich. Ja, der Name, die Person mit diesem Namen gehörte in mein Leben, eine ganze Zeit lang. Diese Person ist ein Teil meiner Geschichte, meiner Vergangenheit. Also ist es wahr. Es ist meine Geschichte. Ich wollte es nicht glauben, eh ich diesen Namen überprüfte. Je öfter er mir durch den Kopf ging, desto bekannter kam er mir vor. Doch das ist nur ein Gefühl. Mein Gefühl. Ich sollte darauf hören, das weiß ich ja schon. Und so bestätigte sie, was ich schon längst wusste. Was ich schon beim Lesen dieses Buches wusste, fühlte, ahnte.

Das Leben ist verrückt. Heute, nach all den Jahren, nach all der Zeit finde ich meine Geschichte in einem Buch. Einen Teil meiner Geschichte. Einen Teil von mir selbst.

02.02.2010 um 21:14 Uhr

Fertig

von: indalo

Seit heute bin ich fertig. Fertig mit diesem Semester, fertig mit den Klausuren. Fertig. Einfach so. Ich habe eine große Anzahl an Klausuren geschrieben. Von einer weiß ich schon, dass ich sie bestanden habe. Auf die Ergebnisse der anderen muss ich noch ein Weilchen warten. Doch das stört mich nicht. Ich warte nicht mehr auf Ergebnisse. In meinem Leben habe ich schon so oft und so lange auf Zensuren gewartet, dass es wirklich nicht mehr schön ist. Meine Freunde fragen mich immer noch in regelmäßigen Abständen, wann ich denn etwas von meiner großen und wichtigen schriftlichen Arbeit erfahre. Und ich antworte jedes Mal geduldig, dass es erst im Sommer der Fall sein wird. Wenn man bedenkt, dass es vier Monate her ist, dass ich diese Arbeit eingereicht habe, und bis heute kein Ton an mein Ohr gedrungen ist, wirkt das schon merkwürdig. Doch es stört mich nicht. Ne Freundin von mir möchte nachfragen... ich nicht. Ich will’s gar nicht wissen. Nicht aus Angst. Ganz einfach, weil ich es ohnehin nicht ändern kann und es jetzt zu wissen nichts ändert. Ist sie gut verlaufen, lehn ich mich zurück. Ist sie schlecht verlaufen, bringt es mir auch nicht mehr viel, jetzt noch was zu tun. Egal wie, es wäre nicht unbedingt motivierend. Denn nein, eine gute Note motiviert mich nicht dazu, weiter zu arbeiten, mehr zu arbeiten. Ich will keine gute Note, ich brauche keine gute Note um glücklich zu sein. Ich will nur meinen Abschluss. Und das meine ich so. Demnach ist es wohl Selbstschutz, dass ich nicht nach der Note frage. Ja, womöglich ist es das.

So, und nun bin ich fertig. Nun kommt die Zeit, in der ich mich dem System hingebe. Einen Fuß vor den anderen setze und einfach gucke, wo ich ankomme. Ob es mir gefällt unterwegs, ob ich weitergehen möchte. Wobei das nicht die Frage sein wird, denn schon vor langer Zeit habe ich beschlossen, dass ich diesen Weg gehen werde. Es ist verankert, in mir drin. Es ist wie es ist. Es wird nicht mehr in Frage gestellt, es gab genügend Bestätigungen unterwegs. Was hinter mir liegt, war gut. Es war ein schönes Semester, ein erfolgreiches Semester. Auch ein sehr anstrengendes, doch nichtsdestotrotz ein schönes. Ich hatte Erfolg auf ganzer Linie, vor allem mit mir selbst. Ich habe mich wieder besser kennen gelernt, wieder etwas über mich gelernt. Ich konnte über mich staunen, mich bewundern. Mich lieben. Ich war stolz auf mich und bin es heute noch. Es war gut. Und jetzt ist es fertig.

01.02.2010 um 22:48 Uhr

In zwei Wochen

von: indalo

Heute in zwei Wochen geht es los. Heute in zwei Wochen beginnt das Ende meines Studiums. Und was fällt mir dazu ein? Nichts. Was ich empfinde ich? Nichts. Vor wenigen Minuten fiel mir auf, dass es schon in zwei Wochen ist. Die erste Prüfung. Und es stört mich so gar nicht. Ich habe dafür bisher keinen Finger gerührt, auch nicht für die darauffolgenden. Und es interessiert mich auch nicht. Es ist mir total egal, ich habe das gute Gefühl, dass es schon wird. Ich mache mir keine Sorgen, keine Gedanken. Es fiel mir in einem Nebengedanken ein. Es ist einfach so, es macht mir keine Angst, und nichts. Ist das wirklich so? Sind das die Hormone? Ist das normal? Andere sahen gestresster aus und redeten doch anders. Hmm. Ich fühle mich nicht gestresst, ich fühle mich nicht in Panik. Ich habe das Gefühl ich werde einfach hingehen, irgendwas schreiben und wieder gehen. Ohne Panik, ohne Angst. Das ist kurios. Ich sollte aufgeregter sein, hibbeliger, nervöser. Oder einfach gedankenvoller. Es wird an mir vorbeigehen, ich werde wohl kaum merken, wie es an mir vorbeizieht. Genauso wenig wie ich gerade auch nur das leiseste Zeitgefühl habe. Welcher Tag ist heute? Wie spät ist es?