indalo

31.03.2010 um 15:58 Uhr

Auf der Intensivstation

von: indalo

Eigentlich wollte ich etwas schreiben. Etwas bestimmtes. Doch das ist mir schon wieder abhanden gekommen. Ich hatte ein Thema in meinem Kopf, etwas, das ich loswerden wollte. Doch dann bekam ich eine Mail mit schwerem Inhalt. Dann las ich etwas anderes, dachte darüber nach und wurde emotional. Und jetzt weiß ich schon wieder nicht mehr, was ich aufschreiben soll.

Der Tag ist gelaufen. Vorbei sozusagen. Jetzt fängt ein neuer Tag an, zumindest gefühlt. Was heute Vormittag geschah gehört der Vergangenheit an, schneller als man glaubt. Und ich realisiere nicht mehr, was geschieht. Ich handle nur noch. Eins nach dem anderen, so wie ich es mir vorgenommen hatte, so wie ich es mir gewünscht hatte. Es passt. Es scheint bis zum Ende zu passen. Und so beginnt jetzt ein neuer Abschnitt, der zweite sozusagen.
Es wird ein bisschen dauern, bis die Erleichterung ankommt. Sofern sie kommt. Denn ich weiß nicht einmal wirklich, ob ich beschwert war. Ich glaube das war es, was ich vorhin schreiben wollte.

Jetzt drehen sich meine Gedanken um den Menschen im künstlichen Koma, von dem mir eine Freundin gerade schrieb. Keine schöne Sache. Himmel sei Dank eine Sache, die ich mir nicht vorstellen kann. Das habe ich noch nicht erlebt, da kann ich nicht mitreden. Aber ich kann mitreden, wenn es um Intensivstationen geht. Ich mag Krankenhäuser nicht. Im Grunde sind es nur Gebäude, deswegen empfinde ich es als lächerlich, dass man prinzipiell gegen die Nutzung dieser Gebäude etwas hat, aber sie bekommen mir nicht. Mir wird ganz komisch, wenn ich mich in diesen Zimmern aufhalte. Und die Intensivstation ist am Schlimmsten. Damit hab ich keine guten Erinnerungen.

30.03.2010 um 14:04 Uhr

Tolles Lächeln, tolle Augen

von: indalo

Das Leben ist schön. Nein, ich bin noch nicht wieder gesund, aber ich fühl mich besser. Im Grunde sogar sehr gut. Ich habe zwar noch keinen Finger für die morgige Prüfung gerührt – was durchaus mehr als fatal ist – aber ich fühle mich gut.

Eben war ich draußen. Frische Luft und Sonne. Doch nein, deswegen ging ich nicht raus, sondern einfach weil ich nebenbei mal wieder zu viele Dinge erledigen muss und manche Pflichten nicht warten können. Und es war richtig gut, dass ich niemanden damit losschickte. Als ich das Amt verließ traf ich n neuen Bekannten. N lustigen Kerl. Freunde werden wir nie, aber Spaß haben kann man ja trotzdem. Und so quatschten wir ein wenig. Er wartete auf jemanden und ich war aufm Heimweg. Also alles kein Ding. Der junge Mann hat wirklich keine Ahnung auf was er sich mit dem Studium eingelassen hat. Er hat wirklich absolut keine Ahnung. Und damit meine ich nicht nur, dass er nicht weiß, was ihm alles bevorsteht, sondern schlicht und ergreifend, dass überhaupt nicht weiß, was mit dem Studium zusammenhängt. Das soll also gar keine Drohung sein, sondern einfach die Feststellung, dass man ihn mal aufklären muss, was er machen muss und was nicht. Spannend, wie naiv manche Menschen sich darauf einlassen. Aber wenn ich’s recht bedenke, war ich kein Stück besser. Und das ist gut so.

Dann kam dieser Jemand. Auf den er wartete. Sehr süßes Grinsen, tolle Augen. Er strahlte. Und war unglaublich süß. Mein Gesprächspartner ignorierte ihn eher, ich sagte Hallo. Daraufhin wollte dieser süße Kerl meinen Gesprächspartner Hallo sagen, jener verschob das auf später. Und so quatschten wir noch ein wenig. Irgendwoher kannte ich dieses süße Lächeln, doch da es so viele Möglichkeiten dafür gab, grübelte ich gar nicht weiter. Es hätte auch einfach von der Straße sein können. Doch als auch er – wie sein Gesprächspartner bei meiner ersten Begegnung mit ihm – mich nach einer Klausur fragte, war sofort klar, woher ich ihn kenne. Und er fragt danach. Das gefällt mir. Nicht, dass er nach der Klausur fragt, das ist mir völlig egal. Mir gefällt einerseits der Umstand, dass er sich beteiligen wollte, zwar nicht direkt am Gespräch, aber er wollte auch mal was sagen. Und andererseits gefällt mir, dass er ganz offensichtlich wusste, woher er mich kannte. Sympathisch. Es ist doch immer wieder schön, aufzufallen. Nicht immer wieder, aber meistens. Oftmals gefällt es mir, auch wenn ich es meist schon als gegeben hinnehme. Aber da hätte ich nicht auffallen dürfen, und wenn, dann gewiss nicht positiv. Doch er schien es nicht negativ zu nehmen, sonst hätte er wohl kaum gefragt.

Ach, wie auch immer. Mich machen lächelnde Menschen glücklich. Und dieser junge Mann hat ein sehr schönes Lächeln. Und tolle Augen, erwähnte ich das schon? Er gefällt mir. So sehr, dass ich nun den ganzen Tag gute Laune haben werde. Wobei die Sonne auch damit zu tun haben wird. Das Leben ist schön.

29.03.2010 um 18:40 Uhr

Verdammt, was will ich?

von: indalo

Letztes Jahr drehten sich meine Gedanken für Wochen nur darum, was mir die Zukunft bringt und was ich von ihr erwarte. Doch seit ein paar Tagen stell ich in Frage, was ich einst so dringend wollte. Knapp zwei Wochen, würde ich meinen. Also nein, es hat nichts mit meinem furchtbar angeschlagenen Zustand derzeit zu tun. Doch ich fürchte die schlechten Nachrichten zwecks Zukunft haben mich mehr beeinflusst als ich mir zunächst eingestehen wollte.

Ich sehe eine Zukunft für mich, die mir gefällt. Doch das erst in einigen Jahren. Die nächsten Jahre, bzw. all das, was in den nächsten Jahren alles schief laufen könnte, bereitet mir Sorgen. Ich stelle meinen Weg nicht in Frage, nicht den bisherigen, aber derzeit stelle ich das kommende Jahr in Frage. Ich stelle meinen Plan A in Frage. ICH stelle ihn in Frage, einfach so. Und ich kann die Ursache des Ganzen nicht mehr finden. Das Bild wird schwammig, ich weiß nicht mehr, was richtig ist, was für mich richtig ist. Ich verliere den Durchblick. Ganz eindeutig. Vielleicht ist es auch die Warterei, die mir so zu schaffen macht. Ich versuche mich dagegen zu wehren, mich abzuschotten gegen diese Unsicherheiten. Doch das scheint mir nicht zu gelingen. Denn einerseits verliere ich dabei den Kontakt zu mir selbst, und andererseits breitet sich die Unsicherheit gerade auf alles aus. Ich werde unsicher in dem, was ich möchte. Doch offengestanden hängt das damit zusammen, dass ich mir immer unsicherer werde, was ich erreichen kann. Ich zweifle. So viel und so sehr. Das ist nicht gut.

Jetzt kommen wir an den Punkt, an dem die Angeschlagenheit meiner Gesundheit die Überhand gewinnt und ich in Selbstmitleid verfallen möchte. Doch die Gedanken des Zweifelns an dem, was ich möchte, die waren schon vorher vorhanden. Und ich finde keine Antworten. Ich möchte Wunder, wahre Wunder.

Heute bekam ich nu das vorletzte Ergebnis meiner Klausuren des letzten Semesters. Ein Ergebnis fehlt noch und ich empfinde es als pure Frechheit, dass die uns so lange damit sitzen lassen. So lange kann das Korrigieren beim besten Willen nicht dauern. Wie auch immer, ich habe so viel bestanden, so viel geleistet, doch ich kann darauf nicht stolz sein. Ich hake ab, was bestanden ist und nehme es als selbstverständlich hin. Ich freue mich nicht darüber. Ich sehe es nicht einmal als Erfolg, auch nicht, dass ich drei Klausuren an nur einem einzigen Tag bestanden habe. Hintereinander, ohne Pause. Nicht einmal das kann ich als Erfolg werten. Was ich bloß los mit mir?

Dann ist es eindeutig, dass der heutige Tag zu meiner Unsicherheit beiträgt. Es war von vornherein klar, dass er dazu beitragen würde. Seit ich wusste, dass ich die eine Klausur nicht bestanden habe, seit ich es schwarz auf weiß sah, auch wenn ich es wahrhaftig nicht glauben konnte, seit dem Tag war mir klar, dass der heutige Tag mit einer ähnlichen Prüfung nur zu meiner Unsicherheit beitragen würde. Und ich möchte einfach nur, dass es vorbei ist. Ich möchte mich nicht so ausgeliefert sehen, so hilflos fühlen.

27.03.2010 um 22:22 Uhr

Ein Anruf zur falschen Zeit

von: indalo

Jetzt geht es mir so richtig beschissen. So sehr, dass ich mich frage, wie das bis übermorgen wieder gut sein soll. Verdammt.

Der Tag war anstrengend. Nicht so sehr, dass ich mir denke, dass ich hätte zu Hause bleiben sollen. Das war alles in Ordnung. Doch dann wollte ich meine Stimme schonen. Netter Gedanke – nur wieso klingelt gerade heute mein Telefon? Mein Telefon klingelt wirklich nicht oft. Eher selten. Der Anruf gestern kam schon total ausm Hinterhalt. Doch heute? Ein eher normaler Anrufer, den ich sofort abwimmelte. Man musste nur meine Stimme hören und das Stichwort Antibiotikum, schon wurde aufgelegt. Doch keine zehn Minuten später klingelte es noch einmal. Nanu, was wurde vergessen? Doch statt der erwarteten Stimme hörte ich eine andere, von ganz weit weg. Von wirklich weit weg. Sie rief an, einfach so. Das konnte doch nichts gutes bedeuten. Und ich glaube, das bedeutet auch nichts gutes. Im letzten Jahr haben wir glaub ich kein Wort gewechselt, weder mündlich noch schriftlich. Einfach weil sie so ist, und ich das akzeptiert habe. Dann telefonierten wir Anfang des Jahres, sie erzählte, sie würden das Land besuchen und ich merkte, wie sehr sie mir fehlt. Da wusste ich auch nicht, dass sie jetzt noch einmal anrufen würde. Einfach so. Oder auch nicht einfach so, denn ich glaube sie musste reden. Sie brauchte jemanden zum Reden. Denn sie sagte es zum ersten Mal von sich aus: „Weißt du, was ich am Traurigsten an dieser ganzen Situation finde? Dass wir nicht einmal Zeit für Freunde haben. Wir haben hier keine Freunde.“ Ich weiß. Das weiß ich schon seit Jahren, doch was soll ich tun? Sie hat sich ihr Leben so ausgesucht und strotzte bisher vor Glück. Heute kam von dem Glück nichts an. Heute wirkte sie niedergeschlagen, erschöpft, kaputt. Denn das macht sie, sich kaputt. Seit Jahren. Eigentlich schon immer.
Ich habe akzeptiert, dass ich da nichts machen kann. Außer zuhören, wenn sie es möchte. Und heute brauchte sie das anscheinend. Nach all den Jahren. Erstaunlich. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich gerade selbst total erschlagen bin, oder ob es einfach so ist, aber diesmal stürmen meine Emotionen nicht durcheinander. Diesmal ist es einfach so. Ich fühle mit ihr, doch es berührt mich nicht direkt. Es verändert nicht mein Denken, und auch nicht mein Fühlen. Denn trotz all dem Mist in ihrem Leben, nicht nur gerade, sondern dauerhaft, ist sie immer noch glücklich. Die Basis stimmt, denn sie hat ihn an ihrer Seite. Und sie sagt, dass solange sie bei ihm ist, sie alles hat, was sie braucht. Das glaube ich ihr. Sicherlich könnt manches schöner sein, aber durch ihn hat sie eine Grundzufriedenheit, die nicht viele haben. Und das erkennt sie. Etwas, das ich sehr an ihr schätze und wofür ich sie oft auch bewundere.

Im Grunde sind wir doch total verschieden. Und es sind nicht unsere Unterschiede, die uns anziehen. Denn darüber reden wir nicht, über ganz viel reden wir nicht.
Es war schön, mit ihr zu reden. Es ist schön zu wissen, dass da draußen, auf einem entfernten Kontinent noch jemand ist, der meine Nummer kennt und sich ihrer bedient, wenn er oder sie es für nötig hält. Das ist ein schönes Gefühl, auch wenn es sehr selten ist und darum womöglich umso kostbarer. Eben auch weil es Jahre dauert, bis es auftaucht, und wieder Jahre dauern wird, bis es bestätigt wird. Man weiß auch nie, ob die Bestätigungen nicht eines Tages ausbleiben. Dinge, mit denen ich gelernt habe zu leben. Gut zu leben.

Doch jetzt werde ich mit mehr als zwei Stunden Verspätung dem Traumland entgegeneilen in der Hoffnung, dass ich diese Nacht nicht Schweiß gebadet aufwache, sondern mich stattdessen morgen besser fühle als zur Zeit. Gute Nacht.

26.03.2010 um 21:23 Uhr

Krank, ein Anruf und keine Trophäe

von: indalo

So richtig. So mit Arzt und Antibiotikum und so. Denn ja, ihr dürft alle stolz auf mich sein, ich habe mich zu einem Arzt begeben eh ich zu krank war um mich zu bewegen. Was bin ich stolz auf mich. Doch macht euch keine Hoffnungen – ich mach sie mir auch nicht – das wird nicht anhalten. Das war eine Ausnahme. Denn die nächste Woche, Montag beginnend, wird eine harte Woche. Da muss ich fit sein, keine Ausreden. Deswegen ging ich heute zum Arzt, nachdem mein Hals nun schon seit drei Tagen wehtut. Und es war auch höchste Eisenbahn. Vielleicht lerne ich ja doch daraus, wer weiß.

Das war alles, was mich bis vor kurzem beschäftigte. Den Tag verbrachte ich damit, nichts zu tun. Denn was soll man auch tun, wenn man krank ist? Meine Hauptbeschäftigung ist fit werden. Montag muss ich einfach fit sein. Doch dann bekam ich Besuch. Schon wandelte sich meine Hauptaufgabe. Ich musste reden, ich wollte reden. Schon der Anruf aus heiterem Himmel zwang mich zu reden. Der Anruf ist überhaupt erwähnenswert. Es ist schon komisch, wenn einen jemand anruft, der einen bestimmt schon einige Jahre lang nicht angerufen hat. Das heißt nicht, dass man keinen Kontakt hatte, nein, man sah sich sogar mehr oder minder regelmäßig. Doch telefonieren war einfach nicht üblich, nicht einmal existent. Doch heute kam dieser Anruf, und es war eigentlich klar, dass er was zu bedeuten haben müsste. Spannend. Doch hier nicht weiter wichtig. Der Besuch. Tschuldigung, es bleibt kryptisch. Der Besuch, die Besucherin hatte Redebedürfnis. Und so entstanden wieder die komischsten Gespräche. Über Sex, über Gefühle, über Ängste, über Liebe, über Sex, über Freundschaften.
All so was. Da redeten zwei Menschen miteinander über Themen, über die sie nicht reden sollten. Da erzählte sie mir eine Geschichte, unsere Geschichte, doch so, als würde sie sie mir neu erzählen. Von damals hat sie geredet und meine Vermutungen, die ich schon zu Beginn hatte, bestätigt. Das ist jetzt Jahre her, doch erst heute wurde deutlich, dass ich damals schon Recht hatte. Es ahnte, es vorausahnte. Und sie auch. Ich glaube ich war mir nie sicher, dass sie es genauso früh ahnte wie ich, denn ihre Worte versprachen immer etwas anderes. Sie, die andere, sie ist keine Trophäe. Das begründete sie mir heute. Sie ist keine Trophäe, nicht für sie, sie war eher der Versuch, etwas zu beweisen, was nicht zu beweisen ging. Deswegen beobachtete ich das damals auch eher distanziert. Ich empfand es als komisch, ab und an gab es mir zu denken, doch letztlich nahm ich es gelassen hin. Und weil ich jetzt weiß, wie es endet, kann ich ruhigen Gewissens sagen, dass ich es schon damals tief drinnen wusste. Die Unsicherheiten der Oberfläche gut ignorieren konnte. Jetzt wieder weniger Unsicherheiten habe, auch für die Zukunft, so hoffe ich zumindest. Denn „die muss es echt drauf haben!“

25.03.2010 um 19:10 Uhr

Ich liebe diese Stadt

von: indalo

Meine Wohnung ist ein Traum, das erwähnte ich schon. Meine Dusche ist meine große Liebe – zumindest mit dem alten Duschvorhang. Mein Balkon? Das Nonplusultra. Doch all das ist bekannt, das dürfte ich mehrfach schon von mir gegeben haben. Doch sagte ich schon, dass ich diese Stadt liebe?

Bisher war jede Stadt einfach nur eine Stadt. Ein Ort an dem man wohnt und im Bestfall lebt. Aber mehr auch nicht. Bis auf mein Heimatort, der ist mir heilig. Dort hab ich die ersten Jahre meines Lebens verbracht und schützend und liebevoll hab ich die Gegend noch heute in Erinnerung. Auch wenn sie sicher anders ist. Von da an wanderte ich von Wohnort zu Wohnort. Es gibt Orte, die ich liebe, aber das liegt dann nicht an den Städten, das liegt an den Bewohnern oder den natürlichen Umgebungen wie etwa die Nähe zum Meer. Aber diese Stadt hier, die hat alles, was ich brauche. Ja sogar alles, was ich liebe. Nur ein einfacher Einkauf kann mich erheitern. Dabei geht es nicht darum, dass mir bekannte Menschen begegnen, das tun sie so gut wie nie, nein, dabei geht es darum, dass mir verschiedene Menschen begegnen und oftmals eben auch Menschen, die mir auf Anhieb sympathisch sind und ein Lächeln entlocken. Das war bisher nicht überall so, fast sogar sehr selten. Hier geh ich ausm Haus und kauf das Notwendigste ein und komm mit so viel mehr zurück. Mit einem Lächeln. Und ja, es ist ein Lächeln, das von tief drinnen kommt.
Wenn ich dann noch um die Ecke biege um meinen Heimweg anzutreten und auf einen wunderschönen Sonnenuntergang zulaufe, der von einem historischen Gebäude geziert wird, dann kann ich mich nur verlieben, da kann ich nichts gegen tun. Da stören mich auch nicht Bauarbeiten am Straßenrand oder der große, hässliche Wagen mitten in der Fußgängerzone. Das stört mich dann nicht, auch wenn ich weiß, dass es da ist.

So möchte ich an diesem wunderbaren Tag, an dem ich auf meinem Balkon lag und spielte, an dem ich ausm Haus ging und mir einen Jobangebot anhörte, an dem ich einkaufen ging und lächeln musste, auch wenn mein Hals furchtbar kratzt und meine Stimme kaum wahrnehmbar ist, ja an diesem trotz allem oder gerade wegen allem so wunderbaren Tag möchte ich festhalten, dass ich diese Stadt liebe und schon jetzt traurig darüber bin, dass ich sie eines Tages verlassen werde. Man kann nicht alles haben. Oder vielleicht doch?

24.03.2010 um 19:44 Uhr

Mein Balkon und der Frühling

von: indalo

Heute war ein richtig schöner Tag. Bis auf das Kratzen im Hals.
Viel zu früh bin ich aufgewacht und in den Tag gestartet. Viel zu früh war ich schon mit sämtlichen morgendlichen Ritualen fertig, sodass ich dann einfach DVD guckte um dem Tag ein wenig Anlaufszeit zu gönnen. Dann verließ ich das Haus und erledigte ein paar Dinge. Ganz entspannt. Zu Hause angekommen nahm ich mir wieder mein Buch und las. Auf dem Balkon. Den hab ich bestimmt schon vorgestellt und oft genug von meiner überschwänglichen Liebe ihm gegenüber geschwärmt. Denn ich guckte extra so lange DVD und trödelte außer Haus rum, bis Sonne auf meinen Balkon schien. Und so saß ich da und las mein Buch. In der Sonne. Zwar noch langärmlig, aber dennoch einfach nur angenehm. Ich liebe meinen Balkon. Ich liebe die Sonne und den zwar nicht ganz blauen aber eben auch nicht grauen Himmel. Es war ein schöner Tag. Und gerade als ich mir die Radieschen in ner Schüssel auf den Hocker neben mich auf dem Balkon stellte, klingelte das Telefon. Sie kommt vorbei, wenn auch nur für ne Umarmung. Ob sie Eis mitbringen könne. Sehr schön, so setzten wir uns auf den Balkon und aßen Eis. Es ist nicht das erste Eis des Jahres, aber das erste Eis, das ich in der Sonne genossen habe. Auf meinem Balkon, erwähnte ich das schon? Auf dieser wunderbaren Freifläche. Ich freue mich so ungemein auf den Sommer, auf die schönen Zeiten, die ich auf dem Balkon quatschend verbringen werde. Auf die Zeiten, die ich dort sitzen werde und mir die Sonne ins Gesicht scheinen lasse. Darauf freue ich mich. Sooo sehr.

23.03.2010 um 20:46 Uhr

Manchmal fehlt sie mir

von: indalo

Manchmal fehlt sie mir. Vielleicht liegt es an den Fotos, die mir gerade jemand gab. Vielleicht liegt es an der DVD, die ich gerade gucke und schon immer mit ihr verband. Vielleicht liegt es daran, dass ich neulich mit jemandem über Beziehungen redete, und sie dabei erwähnte, vielleicht erwähnte ich sie auch nur, weil sie mir gerade fehlt?

Es ist schon ein paar Jahre her, dass sie in mein Leben trat. Ein paar Jahre und ein paar Tage. Doch vergessen kann ich sie nicht. Manchmal fürchte ich, dass ich jetzt mehr daraus mache als es in der Vergangenheit war, aber manchmal fürchte ich auch, dass ich es nicht als das in Erinnerung behalten kann, was es für mich war.

Manchmal träume ich von ihr. Ganz unterschiedlich. Ich erinnere mich immer noch an den ersten Traum, den ich Monate später hatte. Der war so komisch, den kann ich nicht vergessen. Doch seit dem, also in den letzten Monaten, träumte ich immer mal wieder davon, dass wir uns wieder näher kämen. Ja sogar körperlich nahe.
Wie absurd das doch ist, wenn ich bedenke, dass sie so gar nicht in meinem Leben ist. Sie gehört zu den wenigen Menschen, von denen ich nur allzu gerne wüsste, was sie gerade machen. Ihr würde ich gerne noch einmal begegnen, sei es einfach nur um zu sehen, wie es ihr geht. Und es ist einer meiner größeren Wünsche, noch einmal mit ihr zu reden. Gar nicht im Sinne von einem letzten Gespräch, oder einem klärenden Gespräch. Einfach nur mit ihr reden, als würden wir uns gerade erst kennen lernen.

Manchmal denke ich an ihre Augen, in denen ich gerne wieder versinken möchte. Manchmal denke ich an ihre Gesichtausdrücke, die so unterschiedlich sein konnten. Oder ihre Haare, ihre Klamotten, ihr Auftreten. Sie im Ganzen.
Oder wie wir dastanden, auf diesem dunklen Weg und sie mich anstarrte. Wie sie nicht wusste, was sie sagen sollte, nicht einmal wusste, was sie sagen wollte oder gar dachte. Wie hilflos sie dastand und ich genau wusste, was sie fühlte. Wie ich mich selbst in ihr wiedererkannte und doch genau wusste, dass sie das nicht sieht und womöglich auch nie sehen wird. Wie sie sich in den Arm nehmen ließ, aber nicht fallen ließ. Wie sie loslassen wollte, aber nicht konnte. Daran denke ich manchmal und frage mich, ob sie es in den letzten Jahren gelernt hat, vielleicht den Menschen gefunden hat, bei dem sie’s kann. Und dann frage ich mich wieder, ob ich das je erfahren werde. Ob ich überhaupt ein Recht dazu habe, es erfahren zu wollen.

21.03.2010 um 18:02 Uhr

Ich kann die Kinder nicht weinen sehen

von: indalo

Ana ist mager, hat schwarze Augen, dunkelbraune Haut und glattes Haar. Sie ist schweigsam und gefügig, aber im Bett hat sie Feuer im Leib. Ich habe mich in sie verliebt, bevor ich sie kennen lernte. Aus dem Mund ihres eigenen Ehemannes habe ich alle ihre starken und schwachen Seiten und selbst ihre intimsten Geheimnisse erfahren; ohne es zu wollen, hat er mir das alles ein Mal erzählt, als ich etwas für ihn erledigte.
Sie glaubt, es war Zufall, dass ich in ihrem Leben auftauchte, als der andere sich in Schall und Rauch auflöste und sie ohne eine Erklärung sitzen ließ, mit Schulden, einem dreijährigen Sohn und einer Tochter auf dem Arm. Ich machte ihr den Hof, zog zu ihr und begann für sie zu sorgen. Jetzt führe ich ein fast normales Leben. Es sind zwar nicht meine Kinder, aber das spielt keine Rolle; nur wenn ich sie weinen sehe, könnte ich sie umbringen.
Mein Chef hat mir eine Arbeitszeit genehmigt, die den Bedürfnissen meiner Familie entgegenkommt; ich habe Zeit, die Kinder zum Gymnasium und Ana zur Grundschule zu bringen, wo sie unerrichtet. Am Nachmittag holt sie dann ihre Kinder ab, während ich auf der Arbeit bin. Fast immer esse ich allein zu Mittag; ich esse genüsslich und langsam, was sie mir in Plastikbehältern mitgibt, damit ich nichts auf der Straße für das Essen ausgeben muss. Sie kocht lecker; ihr macht es Spaß, mich mit Yucca und gebratener Schweineschwarte, gerösteten Bananen oder Süßspeisen zu überraschen.
Wenn ich nach Hause komme, haben die Kinder schon ihre Aufgaben gemacht und sehen fern; fast immer setze ich mich dann zu ihnen. Mir gefallen der Rosarote Panther und Bugs Bunny, sie stehen mehr auf Zeichentrickfilmen mit Robotern. Telenovelas und Filme, in denen nur geballert wird, habe ich ihnen verboten; es passieren schon genug Schweinereien auf der Straße, das muss man sich nicht auch noch zu Hause antun. Ana unterstützt mich dabei, denn sie hält das auch für gut für ihre Kinder und sie weiß, dass ich ausraste, wenn sie mir nicht gehorchen.
Nach dem Abendessen spielen die Kinder noch eine Weile, dann baden sie sich, putzen sich die Zähne und gehen ins Bett. Um diese Uhrzeit spült Ana das Geschirr, bügelt die Schuluniformen und putzt die Schuhe, und ich lese die Seite mit den Tagesereignissen in den Zeitungen. Das ist ein geheimes Ritual, bei dem ich die Ruhe meines Hauses mit den Abgründen vergleiche, die sich hinter all diesen Nachrichten verbergen. Heute wurden zum Beispiel auf der Landstraße zum Pazifik zwei Tote gefunden. Nach den Presseberichten handelte es sich um ein Stundentenpärchen, das gefoltert wurde. Am Körper des Studenten fehlten der Kopf und die Fingernägel, er hatte blaue Flecken, Stiche und Verbrennungen. An dem der Studentin wurden Anzeichen von Vergewaltigung, Schnitte und Würgemale festgestellt. Was nicht in der Zeitung steht, ist, dass er Unverschämtheiten schrieb und dass sie der Kopf einer dieser Gruppen war, die sich für die Verschwundenen engagieren. Die Presse sagt auch nichts über die Schreie, die Tränen und das Flehen, während sie ihr all das vor seinen Augen antaten.
Deshalb ertrage ich es nicht, die Kinder weinen zu sehen: Ihr Jammern erinnert mich unweigerlich an die Verhöre und an das Gesicht ihres Vaters, als wir ihm Elektroschocks verpassten.

von Carlos Paniagua aus „Papayas und Bananen“

20.03.2010 um 19:16 Uhr

Der heutige Tag mit der Stasi

von: indalo

Es heißt immer mal, es gibt Dinge, die sollte man nicht auf nüchternen Magen zu sich nehmen. Und dazu zählen nicht nur Getränke, nein, auch Informationen. Ich möchte behaupten, dass das, was ich heute erlebte, mir nicht geschadet hat. Deswegen würde ich auf diese Weisheit nicht zurückgreifen wollen. Aber ich glaube zu verstehen, was damit angedeutet werden soll.

Die letzte Nacht war kurz. Sie war nicht nur kurz, weil ich spät ins Bett ging oder früh wieder aufstand, sondern auch weil ich im Bett noch sehr lange wach gelegen habe und vieles Revue passieren ließ. Antworten fand auf Fragen, die ich nicht greifen konnte. Mir mancher Dinge bewusst wurde, manche in Worte fassen konnte und allgemein aufgewühlt war. Ich glaube deswegen genoss ich früher immer die nächtlichen Spaziergänge nach Hause. Da hatte ich Zeit, runterzukommen und konnte im Bett liegend einfach einschlafen und musste nicht erst verarbeiten.
So habe ich also um und bei drei Stunden geschlafen. Das ist kein guter Schnitt und auch nichts, worauf ich stolz wär. Aber ich bereue es auch nicht, der Abend war es mir wert, der Morgen auch. Selbst wenn ich in ein Fettnäpfchen trat, das schon nicht mehr Fettnäpfchen genannt werden sollte. Es war okay, ich fühlte mich dennoch wohl dabei. Nur ihre Frage, als sie in der Tür stand, im Prinzip auf der Flucht. Die simple Frage: „Hast du Angst?“ gab mir zu denken.

„Natürlich habe ich Angst. Ich bin ein Scheidungskind, ein zweifaches – wenn’s nach mir geht.“ wäre womöglich meine grinsende Antwort gewesen, wenn ich wach genug gewesen wäre um schnell zu reagieren und sie nicht gerade auf der Flucht. Es hätte aber genauso gut die ernstere Antwort geben können, dass manche Ängste nicht gefühlt sind, aber ich dennoch auf vieles vorbereitet bin und zumindest im Kopf mal die möglichen Konsequenzen durchgegangen bin, Konsequenzen, über die ich nicht nachdenken möchte. So weit, so gut. Ich verließ das Haus mit dem Gedanken „Ich hab Mist gebaut.“ Ich fühlte mich nicht schuldig, und doch fühlte ich mich irgendwie. Ihre Augen, ihr Blick, ihre Reaktionen. Ihre direkten Gedanken danach. Sie formen ein eigenes Bild, das sich keiner Worte bedienen kann. Und mich versetzen sie in eine abwartende Position. Trotz allem noch gelassen abwartend.

Soweit zu meinem Morgen. Ich verließ die Stadt. Mechanisch. Es ist so gewohnt, diese Wege zu gehen, die vorbeiziehenden Felder und Seen zu betrachten und mich in meine Welt zu verziehen. Kurz nachdem ich also in der nächsten Stadt ankam, hatte ich dann auch einen Termin. „Stasi-Museum“ nannte er sich. Ich wusste nicht recht, was ich erwarten sollte, ich wusste auch nicht, was mich erwarten würde. Ich hatte darüber nicht nachgedacht. Was auch – im Nachhinein betrachtet – nicht nötig war. So begab ich mich an diesen Ort an dem ich vor ein paar Jahren einige Male gewesen bin, und an dem ich seit dem fast regelmäßig vorbeilief ohne wirklich zu wissen, was sich dahinter verbarg.
Dunkel weiß ich, was Stasi ist, was Stasi war. Nein, ich habe damals nicht gelebt und auch sonst nicht viel mitbekommen. Doch den Reaktionen der anderen Menschen heute nach zu urteilen, hatte ich wohl doch noch das beste Bild von damals.

So saß ich in einem Verhörzimmer mit zwanzig anderen, verschiedene Generationen und verschiedene Nationen waren vertreten. Ich gehörte definitiv zu den jüngsten und somit meiner Meinung nach auch zu denjenigen, die am wenigsten Ahnung haben sollten. Es wurde viel erzählt. Manches waren Fakten, manches Anekdoten. Ich war nicht schockiert, nichts von alldem schockierte mich. Ich hörte es mir an, nahm es in mein Bewusstsein auf, dass doch irgendwie zu wenig Schlaf und wohl auch Nahrung hatte. Nüchtern eben. Ich fühlte mich nicht erschlagen und nicht gelähmt. Es war damals so, doch wieso ist das für manche noch neu? Die angewiderten Gesichter zu beobachten, das war meine selbstgewählte Aufgabe. Den Schrecken in den Augen meiner Mitmenschen. Die Aufregung in ihren Stimmen, das Ereifern darüber, wie fürchterlich das alles gewesen ist. Wie pervers. Das wurde häufig gesagt. Doch pervers – so möchte ich anmerken – ist in meinen Wortgebrauch etwas anderes. Nunja.
Ich möchte nicht beschönigen, was ich hörte. Aber ist das alles so neu? Ich habe derzeit ohnehin meine die-Welt-ist-grausam Phase. Ich betrachte vieles gerade... hmm, ich betrachte viele Schattenseiten der Menschen, der Menschheit, der Gesellschaft. Doch unabhängig davon – wurden wir nicht alle über den Nationalsozialismus aufgeklärt? Ist das, was die Stasi machte, (so viel) schlimmer? Wie gesagt, ich möchte es weiß der Himmel nicht beschönigen oder als normal darstellen. Es war grausam, ohne Frage. Und vieles kann man sich einfach nicht vorstellen, wenn man es nicht erlebt hat. Der Verlust von dem Gefühl für Zeit und Raum, der gehört für mich zu den Dingen, die ich beim besten Willen nicht einschätzen kann. So sah und hörte ich vieles heute. Zwischendurch verlor ich mich in meinen Gedanken, ich merkte, wie ich die Kontrolle meiner Gefühle verlor und wusste nicht – bzw. weiß immer noch nicht recht – ob es wirklich mit Schlafmangel zu begründen ist. Ich glaube es nicht, denn das trug höchstens zu der Intensität bei. Denn ich stand da und lauschte, doch ich lauschte nicht nur den Worten dieses Mannes, ich lauschte meinen eigenen Gedanken während ich die anderen beobachtete. Und das war wohl das erschreckendere für mich. Über die Aussage, dass die Inhaftierten mit Linealen geschlagen wurden, konnte ich nur schmunzeln. Schmunzeln! Wie kann man über so etwas schmunzeln? Wie, das sei dahingestellt. Aber dass es geht, das weiß ich. Manchen Dingen, die ich höre oder sehe, kann ich nur mit Sarkasmus begegnen, teilweise sicherlich auch mit Zynismus. Und das sollte mir zu denken geben, ja, das gibt mir zu denken.

20.03.2010 um 09:44 Uhr

Eine Reaktion

von: indalo

Vor wenigen Tagen stellte jemand meine Freunde in Frage, meine Freundschaften. Nicht böswillig, es fehlte nur einfach das Verständnis. Logisch, was ich zuvor schrieb würde mich auch dazu bringen, in Frage zu stellen wie auf diese Weise noch ehrliche und aufrichtige Freundschaften Bestand haben können. Die Logik lässt auch mich im Stich. Ich sah mich nicht in der Lage, darauf zu reagieren, weder verbal noch emotional.

Gestern war ich bei meinen Freunden. Umgeben und inmitten der Menschen, die er am Meisten anzweifelte, oder auch als einziges. Ich dachte nicht darüber nach, ich vergaß das Hinterfragen. Ich war einfach nur bei meinen Freunden, wie sonst auch. Ich fühlte mich wohl, geborgen, aufgehoben. Ich fühlte mich richtig an Ort und Stelle, ich fühlte mich.
Abends im Bett, als ich noch stundenlang wach lag und mir alles und nichts durch den Kopf ging, fielen mir Reaktionen ein. Reaktionen auf diesen „Vorwurf“. Es ereignete sich gestern wieder einmal etwas, das mich in der Tiefe dieser Freundschaften bestätigte. Wir spielten ein Spiel, ein lustiges aber auch anstrengendes. Man musste schauspielern können. So versuchten wir, einander etwas vorzumachen. Doch ein einziger Blick in die Augen der Person neben mir, und ich wusste genau, was los war. Ein Blick in ihre Augen und ich fühlte die Wahrheit. Es ist nicht der Umstand, dass manch einer von ihnen nicht lügen kann. Nein, es geht darum, dass ein einziger Blick uns verbindet. So tief, dass ich es mit Worten nicht beschreiben kann. Und es war nur ein Spiel.

So lag ich abends im Bett und konnte reagieren, emotional reagieren und mich wie so oft schützend vor meine Freunde stellen. Meine Freunde sind mein Leben. Immer und immer wieder. Dabei geht es nicht darum, dass ich nicht wüsste, was ich ohne sie täte. Nein, dabei geht es darum, dass sie ein Teil von mir sind und jeder von ihnen einen Teil von mir besitzt. In ihrer Nähe kann ich einfach ich selbst sein. Ich kann einen ganzen Abend, eine ganze Nacht lang schweigend dasitzen und werde akzeptiert. Ich kann die Abendunterhaltung allein gestalten, und keiner würde sich wundern. Sie kennen mich, sie lieben mich, sie lieben mich, mit meinen Macken, meinen Eigenheiten, meinen Launen.

Heute morgen erzählte ich einer Freundin etwas über ihren Freund, was sie definitiv von ihm hätte erfahren sollen. Was sie von ihm hätte erfahren müssen. Ich hätte im Traum nicht daran gedacht, dass sie davon nichts weiß. Ihr Blick, ihr Verhalten verriet, dass sie von nichts wusste, und dass das was Großes ist. Sie ging. Ich blieb. Besagter Freund, ihr Partner, mein Freund, stand auf und ich erzählte ihm, was zuvor geschah. Es war sein gutes Recht das zu wissen und sich darauf vorbereiten zu können, was geschehen würde, wenn sie wieder nach Hause kommt. Er war gewiss nicht erfreut, aber er warf es mir auch nicht vor. Es war halt so wie es ist, er akzeptierte es. Auch das spricht für mich für Vertrauen, für Nähe, für Verständnis.

So kommen wir zu einem Fazit: Meine Freunde sind meine Freunde. Freundschaften, die in die Tiefe gehen, jede auf eine ganz andere Art. Meine Freunde sind nicht die besten Menschen, aber sie sind gewiss auch keine schlechten Menschen. Sie haben ihre Fehler, manche sind größer, andere kleiner. Doch eins kann ich jetzt in Worte fassen: Meine Freunde müssen nicht stark sein, sie müssen nicht so sein wie ich. Sie müssen nicht kämpfen bis zum bitteren Ende, sie müssen nur auf meiner Seite stehen, komme was wolle. Sie müssen nicht automatisch mit mir in den Krieg ziehen, sie müssen nicht alles für die gleichen Ziele im Leben geben wie ich. Nein, das sind für mich keine Bedingungen für Freundschaften. Aber sie müssen hinter mir stehen, wenn es um mir wichtige Dinge geht. Sie müssen sich nicht schützend vor mir stellen, nicht neben mir kämpfen, wohl aber hinter mir stehen, wenn ich sie brauche, wenn es wichtig ist und sich lohnt.

18.03.2010 um 17:21 Uhr

Ich sollte was tun

von: indalo

Nicht nur habe ich gerade einen Plan für sechs Monate dieses Jahres gemacht, nein, ich habe auch die nächsten zwei Wochen einmal überschlagen. Und was da alles auf mich zukommt, das ist nicht mehr schön. Das ist wirklich nicht schön. Meine Freizeit ist quasi nicht existent. Doch der Druck ist auch noch nicht genug da. Ich sehe zwar, was alles auf mich wartet, aber ich schaff’s auch noch nicht, zu irgendwas Nein zu sagen. Genauso wenig wie ich anfange, den Berg abzuarbeiten.

Ich selbst habe den Berg aufgeschaufelt. Es sind nicht die Dinge, es sind nicht die Umstände. Es ist doof gelaufen, dass das jetzt alles auf einmal ist, aber was soll’s. Ich habe mich dafür entschieden, und dadurch bin ich klar im Vorteil. Denn ich will all das, deswegen klage ich auch nicht. Und doch sollte ich langsam beginnen. Mich meinen Aufgaben widmen und aufhören, mich davor zu drücken.

17.03.2010 um 15:13 Uhr

Passend erschreckend

von: indalo

Paris (afp) - Scheinwerferlicht und Kameras, eine junge Moderatorin mit einem hinreißenden Lächeln, ein tobendes Publikum - "La Zône Extreme" ("Gefahrenzone") kommt zunächst daher wie viele andere Quizshows. Ganz gewöhnlich ist die Sendung dennoch nicht. Denn wenn der in einer Kabine eingesperrte Kandidat Jean-Paul eine Frage nicht richtig beantwortet, bekommt er zur Strafe von einem anderen Kandidaten Stromschläge versetzt. Bei 20 Volt geht es los, dann steigt die Ladung unerbittlich, bis auf 460 Volt. Jean-Paul stöhnt vor Schmerz bei jedem Stoß lauter auf, beginnt zu schreien, bittet, das Spiel zu beenden, und gibt dann plötzlich keinen Laut mehr von sich.

Eine neue Ära der Fernsehunterhaltung? "La Zône Extreme" hat es als Quizshow nie gegeben, sondern nur als Experiment französischer Forscher. Stromschläge wurden in Wirklichkeit keine ausgeteilt, Jean-Paul war ein Schauspieler, der den Schmerz nur vorspielte. Die bekannte Moderatorin Tania Young, die zweifelnde Kandidaten ungerührt zur Fortsetzung des Spiels drängte, war eingeweiht. Die Kandidaten aber, die die Fragen stellen durften und bei falschen Antworten die Hebel mit den Volt-Zahlen umlegten, wähnten sich tatsächlich in der Testsendung für eine neue Quizshow. 81 Prozent von ihnen gingen bis zum bitteren Ende und zur höchsten Voltzahl in einem Spiel, das längst einer Folterszene glich.

Die Idee zu dem Experiment hatte der Filmemacher Christophe Nick, sein Dokumentarfilm "Spiel des Todes" über die vermeintliche Quizshow wird am Mittwochabend im öffentlich-rechtlichen Sender France 2 ausgestrahlt. Dabei griff Nick auf das berühmte Experiment des Sozialpsychologen Stanley Milgram zurück. Dieser hatte Anfang der 1960er Jahre herausfinden wollen, wie sehr Menschen bereit sind, einer Autorität zu gehorchen und dabei unmenschliche Dinge zu tun. Bei Versuchen an der US-Eliteuniversität Yale machte er Testpersonen glaubhaft, sie müssten im Dienste der Wissenschaft Stromschläge an andere Probanden verteilen. Die Bereitschaft der meisten Probanden, auch sehr starke Stromschläge auszugeben, schockierte damals die Öffentlichkeit.

Der Filmemacher Nick übertrug das Experiment in die heutige Fernsehwelt. Er stellte sich die Frage, inwieweit das Fernsehen in der Lage ist, Menschen zu manipulieren. Seine Schlussfolgerung: "Das Fernsehen kann fast jeden dazu bringen, alles zu machen. Das ist eine erschreckende Macht." Eine Macht, die allzu oft missbraucht werde: Bereits heute gebe es in vielen Ländern Fernsehshows, in denen Menschen dazu gebracht würden, entwürdigende und gefährliche Dinge zu tun.

Der Psychologe Jean-Léon Beauvois, der das Forscherteam leitete, geht noch einen Schritt weiter. In dem Dokumentarfilm spricht er von einer "Masse der Fernseh-Individuen", die von der selben Werbung, den selben Serien, den selben Quiz- und Talkshows geformt und in ihrem Denken und Handeln geprägt worden sei. "Das ist eine Form von Totalitarismus."

Die insgesamt 80 Kandidaten, die teilnahmen, nimmt Nick dagegen in Schutz: "Man merkt: Sie wollen das nicht machen. Sie versuchen alles, um die Moderatorin dazu zu bringen, das Spiel abzubrechen." Trotzdem: "Sie gehorchen und gehen bis zum Ende." Verantwortlich ist für Nick das ganze Umfeld der Show: Kameras, Publikum, die Moderatorin. "Die Leute sagen sich: Ich bin im Fernsehen, ich muss machen, was von mir erwartet wird." Geld spielte keine Rolle, denn es gab nur eine Aufwandsentschädigung für die Teilnahme, aber kein Preisgeld.

Hinterher hätten sich die Kandidaten über sich selbst erschrocken gezeigt, aber auch eine wichtige Lektion gelernt, sagt Nick. "Der Versuch hat bei einigen das Leben verändert." Und sie wollen offenbar auch, dass andere von ihrer Erfahrung profitieren: Nur drei der Kandidaten gaben kein Einverständnis dafür, in dem Dokumentarfilm gezeigt zu werden.

Quelle: http://de.news.yahoo.com/34/20100317/tod-quizshow-kandidat-als-folterknecht-045b8e8.html

Noch Fragen? 

16.03.2010 um 21:08 Uhr

Glückskinder und traurige Prognosen

von: indalo

Jemand bezeichnete sich heute mir gegenüber als Glückskind. Das gefiel mir. Selten hör ich von anderen, dass sie sich selbst glücklich schätzen. Sonst hört man immer nur alle jammern.
Ich persönlich halte mich für sehr glücklich. Gerade die letzten Tage haben das wieder bestätigt. Ich habe Freunde, die zusammenhalten. (Ob sie das auch noch in Zeiten der Not tun, wird sich bei Gelegenheit zeigen. Zumindest was meine direkten Verbindungen angeht, glaube ich daran.) Eine Familie, die... so langsam zu einer Familie wird. Heute konnte ich mir zum ersten Mal seit langem vorstellen, dass meine Eltern zur selben Zeit am selben Ort sind. Vor einigen Jahren habe ich mir geschworen, dass ich es nicht wieder dazu kommen lasse. Zumindest solange ich es verhindern kann und sich nichts ändert. Doch es scheint sich etwas zu ändern, und zwar zum Positiven. Die Umstände sind bescheiden, sie werden von Zeit zu Zeit auch immer bescheidener. Die Zukunft ist irgendwie aussichtslos und doch wird das Gefühl besser. Und das ist mir wichtig. Mit den Problemen der Umstände können wir klarkommen, wenn wenigstens das Gefühl stimmt. Und ja, ich sage wir.

Abgesehen davon würde ich auch behaupten, Glück zu haben. Doch die Prognosen, die mir heute in Aussicht gestellt wurden, sind alles andere als gut. Sie zwingen mich fast dazu, alles sein zu lassen was ich möchte und einfach nur dafür zu sorgen, dass ich ein Leben aufbauen kann. Doch das möchte ich nicht. Ich möchte mich diesem System nicht unterwerfen, ich glaube weiterhin ganz fest daran, dass alles gut wird. Es muss gut werden, auch wenn ich blauäugig über die Klippe springe – so wie viele andere es gerade getan haben und tief stürzten. Es bestürzt (!) mich zutiefst, mitanzusehen, was in unserem Land los ist. Mir fehlen die Worte, und das wobei ich noch nicht betroffen bin. Noch nicht. Und es reicht mir auch nicht zu hoffen, dass es bei mir anders wird, denn das löst das Problem nicht, das ganz offensichtlich vorliegt. Auch insbesondere nach den Berichten des Wochenendes, nach den Erzählungen einer Freundin, die als Deutsche seit Jahren in Griechenland lebt und jetzt auf Grund der EU-Diskussionen mit Steinen beworfen wird, sehe ich keine rosige Zukunft. Diese Welt klingt manchmal nur furchtbar und grausam und das allein löst in mir den Wunsch aus, mich abzuseilen. Wieso in aller Welt wird diese Deutsche – seit Jahrzehnten mit einem Griechen verheiratet – jetzt mit Steinen beworfen? Was kann sie für die politischen Auseinandersetzungen unserer Länder, sie, die in Griechenland lebt? Was geht in den Köpfen vor? Was beschuldigt ihr Bruder (in Deutschland lebend) sie, dass in ihrem Land (er meint Griechenland) Mist gebaut wird? Geht es um Nationalität, um Macht, oder um Einzelpersonen? Bin ich zu individualistisch? Ich verstehe nichts von Politik und ich möchte auch behaupten, dass es nicht viel helfen würde, wenn ich etwas verstünde.
Noch einmal von Null anfangen. Mit unserem heutigen Wissen, aber ohne uns von unseren schlechten Erfahrungen führen zu lassen, sollte es doch möglich sein, eine Welt mit Zukunftsperspektive zu erschaffen. Doch wir sind ja nicht einmal in der Lage, unsere jetzige Welt in die richtige Bahn zu lenken. Traurig. Und ich möchte einfach nur wieder vergessen.
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Vor einigen Tagen eröffnete ich einem langjährigen Freund, dass ich der Meinung bin, er sei behütet aufgewachsen, wir sind behütet aufgewachsen. Er wollte das nicht so recht glauben. Und da sprudelte es aus mir heraus, hätte man mich zuvor gefragt, ob ich ihm all das je erzählen würde, so hätte ich verneint. Aber mir fielen plötzlich all diese Unglücke ein, all diese Schandtaten, die ich erlebt oder quasi-erlebt habe. Von Toten ganz zu schweigen. Ich öffnete ihm die Augen in eine Welt, die er gar nicht kennt und die für so viele Realität ist. In einen Teil meiner Vergangenheit, in ein paar meiner Geschichten. Nur ein paar, mit allen wollte ich dann doch nicht rausrücken. Und es zeigte mir: Ich habe nicht vergessen. Ich kann all das nicht vergessen. Vielleicht will ich das alles auch nicht vergessen. Und doch möchte ich manchmal unbeschwerter sein, leichter durchs Leben gehen und mich nur darum sorgen, was ich für den nächsten Tag einkaufen muss.

12.03.2010 um 23:44 Uhr

Hochzeitstag

von: indalo

Nein, nicht meiner. Aber der eines befreundeten Paares. Vor einigen Jahren gaben sie sich das Ja-Wort. Es war eine schöne Feier, eine gemütliche Feier. Keine große Hochzeitssause, jedenfalls nicht so groß, wie man sie sich vorstellen würde. Es wirkte alles so natürlich. Es gefiel mir sehr, denn im Mittelpunkt des Tages stand die Liebe, nicht die Feier. Das vergessen viele. Es soll immer alles perfekt sein, dabei stresst sich das Brautpaar zu sehr. Es war ein entspannter Tag an dem die Braut die wohl ruhigste und gelassenste Person war. Sehr sympathisch. Nicht umsonst hält unsere Freundschaft über riesige Distanzen – ob räumlich oder zeitlich.

10.03.2010 um 22:32 Uhr

Daten und Termine

von: indalo

In meinem Kopf spukt es von Zahlen. Daten, Termine, Verabredungen. Alles voll davon. Ich krieg keine Struktur darein, habe permanent das Gefühl, irgendetwas zu vergessen. Ich mach zu viel, das weiß ich. Aber ich möchte das alles. Ich möchte keins davon aufgeben, und eins ist mir immer besonders wichtig: Ich habe eine ganz klare Hierarchie. Eine meiner Aufgaben hat die höchste Priorität, eine andere schließt sich an. Und am Ende, da kommt das Verrückteste von allen, das ist die Zusatzaufgabe.

Seit Tagen möchte ich meinen Terminkalender füllen, seit Wochen blätterte ich nicht weiter. Die Wochen vergingen, mein Leben schritt voran, aber nicht meine Organisation. Damit häng ich also Wochen hinterher. Chaos. Und doch scheint es noch zu funktionieren. Ja, ich habe vergessen, um wie viel Uhr ich einen Termin am Dienstag habe, aber morgen werde ich das erfragen. Immerhin hab ich mir das Datum gemerkt. Stück für Stück hol ich jetzt die Detailinformationen dazu, um den groben Rahmen wieder auszubauen. Ich darf nichts vergessen, dazu ist mir das alles zu wichtig. Mensch, Mensch, ab und zu sollte ich wieder n Gang runterfahren. Und doch fühle ich mich gerade total entspannt. Wäre da nicht der fortwährende Gedanke ich müsste etwas tun, wäre alles gut. Dann wär’s wunderbar. Doch zu wissen, dass ich noch nicht Herr meiner Lage bin, dass ich immer noch abhängig von den Meinungen und Beurteilungen anderer bin, das ist schon ganz schön anstrengend. Aber auch das wird ein Ende haben. So darf ich nur bei meinem ganzen im Kreis Gelaufe nicht vergessen, ordentliche Sommerpläne zu machen. Dieser Sommer soll mein Sommer sein. Und jedes Mal, wenn ich darüber nachdenke, fällt mir eine neue Sache ein, die ich schon seit Beginn meines Studiums machen möchte. Nur leider sind diese Sachen alle langwierig, erstrecken sich über einige Wochen. Nunja... So ist das wohl. Wieder muss ich priorisieren, denn auch wenn ich einen schönen und auch langen Sommer vor mir habe, so muss ich trotz allem Abstriche machen. Alles wird nicht möglich sein, jedenfalls nicht mit der Ruhe, die es verdient. Listen müssen her. Also werde ich mich den Listen in meinem Kalender widmen und dann morgen oder übermorgen mal die ganzen Daten und Termine eintragen, die auf verschiedenen Zetteln durch meine Wohnung geistern. Eine Struktur muss her!

09.03.2010 um 22:48 Uhr

Schwimmen

von: indalo

Endlich war ich mal wieder schwimmen. Ewig muss es her sein, dass ich mal in nem Schwimmbad war. Ewig und drei Tage. Denn es wunderte mich wirklich sehr, dass das Wasser, welches mich umgab, nicht salzig war. Denn die letzten Male, die ich durch Wasser sprang waren Nordsee, Mittelmeer, Atlantik und natürlich die Ostsee. Wobei die Nordsee wohl nicht so richtig zählt. Aber joa, ein Schwimmbad hab ich laaange nicht mehr von innen gesehen.

Seit Wochen ist in meinem Kopf Sommer. Ich liebe den Schnee, ich mochte diesen Winter, doch strahlend blauer Himmel bedeutet für mich Sommer. Ich erschrak einige Male als ich den Schnee sah. Denn für mich fühlte es sich nach Sommer an. Und so entstand der Wunsch zu schwimmen. Nur ganz so abgehärtet, dass ich bei Minus- oder knappen Plusgraden ins Meer springe, bin ich nun wirklich nicht. Schwimmbad war also die einzige Rettung. Und endlich hab ich’s durchgezogen. Hab mir alles rausgesucht und bin dann auch hingefahren. Schöne Sache. Ich liebe es, schwimmen zu gehen. Aber es war doch sehr voll. Ein eigenes Schwimmbad muss her. Also Geld, Reichtum, das brauche ich, um mein privates Schwimmbecken zu haben. So ist der Plan Wer möchte mir Geld schenken?

07.03.2010 um 23:49 Uhr

Vorsicht, besonders kryptisch

von: indalo

Ich bekam meinen freien Tag. So mehr oder minder. Ein Tag voller DVD, ein Tag voller Gedanken. Ich kann gut denken, wenn ich so ne Serie guck. Denn bei ner Serie werden ständig die alltäglichen Probleme gewälzt. Und wenn man dann Folge nach Folge guckt, dann bekommt man die volle Ladung. Also auch eine volle Ladung an Gedanken.

Es gab die Aussage, dass wir es beide nicht verhindert haben. Das stimmt, ich habe es nie verhindert, aber ich habe es auch nicht verstärkt. Und ich möchte es seit geraumer Zeit verhindern, zumindest verhindern, dass es sich intensiviert. Doch dafür muss ich aufhören ich zu sein, und das möchte ich nicht.
Du wolltest nicht, dass sich etwas ändert. Ich auch nicht. Du hattest Angst davor, es würde sich etwas ändern. Ich auch. Und ich habe sie immer noch. Denn ich möchte nicht, dass sich etwas ändert. Und damals, als du das geschrieben hast, da dachte ich nur „Es ändert sich nichts, solange du nichts änderst.“ Das ist jetzt einige Monate her. Und jetzt, in den letzten Tagen springt es mich an. Jetzt ist es soweit, dass sich Dinge geändert haben. Denn es wurde ausgesprochen, und das gibt dir die Möglichkeit, es auszuleben. Das Ausleben ist die Veränderung. Und ich bin nicht sicher, ob du das merkst, ob du das wahrnimmst. Doch noch weniger weiß ich, was die Intention dahinter ist. Warum lebst du es jetzt aus. Warum guckst du mich so an, auf diese Art? Ich kann das nicht. Ich gucke weg, denn ich will das nicht. Und du solltest das merken, du solltest darauf reagieren. Doch du tust es nicht. Also muss ich reden... muss ich diese Worte an dich richten, die Worte, vor denen ich mich schon so lange fürchte. Doch derzeit sehe ich keinen anderen Weg, auch wenn ich noch nicht sehe, wie ich das anstellen soll. Abwarten. Einfach abwarten.

06.03.2010 um 23:27 Uhr

Die Fressorgie geht weiter

von: indalo

Da dachte ich, mein Durchfressen diese Woche hätte ein Ende. Falsch gedacht. Heut bekam ich nicht nur ganz viel Kuchen, nein, auch einen Anruf - man würd mich gern zum Essen ausführen. Aha? Na, da sag ich doch nicht nein. Ich ahnte auch, wo es hingehen würde. Umso erfreuter eilte ich unter die Dusche um ne halbe Stunde später das Haus zu verlassen. Grandios. Noch ein Essen für mich. Und was mach ich morgen? Endlich mal wieder kochen? Ich sach ja, ich freu mich drauf mal wieder n Tag allein zu sein. Vom Aufwachen bis zum Einschlafen. Ja, das brauch ich mal wieder.

Und heute ist’s sternenklare Nacht. So wunderschön, wenn auch sehr kalt. Da möchte ich glatt aufm Balkon übernachten, doch dafür sollte ich bis zum Sommer warten. Meine Geduld wird erprobt. Hach, ich liebe sternenklare Nächte :-)

05.03.2010 um 21:33 Uhr

Meine Woche außer Haus

von: indalo

Die Müdigkeit ist nicht fern. Im Gegenteil, ganz nah. Die letzte Nacht war auch nicht gerade lang, auch nicht kurz, einfach alles in allem wohl weniger existent.

Diese ganze Woche, die – zumindest was die Werktage angeht – nun vorbei ist, habe ich kaum zu Hause verbracht. Ein sehr schöner Ausgleich zu den Wochen davor, wo ich meine Wohnung im Grunde nie verließ. So verbrachte ich den Montag größtenteils außer Haus, aß jedenfalls nicht wirklich daheim. Dienstag war ich ja nun auch den ganzen Tag weg und Mittwoch bin ich dann endlich dazu gekommen, hier mal wieder grund zu reinigen. Das tat gut. Dauerte auch nicht sehr lange, vielleicht ne Stunde, wenn überhaupt. Und dann war ich zum Essen eingeladen. Zu einem richtig schicken Essen! Im Ganzen sogar ein vier-Gänge-Menu mit den leckersten Sachen. Ich war begeistert und hatte keine Ahnung, was mich erwartete, als es hieß „Wir wollen kochen.“ Ich sagte ja, die Menschen kochen gerne für mich. Und so verließ ich Mittwoch Nacht deren Wohnung, bzw. betrat Mittwoch Nacht meine Wohnung, endlich mal wieder allein, und murmelte mich in mein Bett, voll und rund.
Nächsten Morgen erwachte ich, dödelte rum und stellte fest, dass ich auch schon wieder das Haus verlassen muss. Ich war zum Essen eingeladen. Das dritte Mal in dieser Woche wurde für mich gekocht. Drei völlig verschiedene Mahlzeiten, drei sehr besondere Mahlzeiten, jede auf ihre Art. Dienstag war’s ein Essen, das mir schon vor Monaten versprochen wurde. Fast nen Jahr ist es her. Mittwoch gab’s ein Riesenmenu vom Feinsten und Donnerstag? Da gab’s Essen mit Erinnerung. Sehr lecker, wenn auch sehr einfach. Und die drei Treffen, die drei Freunde? Sehr unterschiedlich. Sie haben alle mehrere Gemeinsamkeiten, zumindest ähnliche Verbindungen zu mir, doch sie sind sehr verschieden und auch untereinander nicht befreundet.

Und heute? Da machte man mir Mittag zum Frühstück und der eine brachte Kuche vorbei, die nächste lud auf Torte ein. So war ich auch heute gut genährt. Das macht dann wohl wett für die letzten Wochen. Oder fett *lach* Wie auch immer. Es war bisher eine schöne Woche. Eine anstrengende, aber eine wunderbare. Denn Menschen wieder zu sehen, die man eine ganze Weile auf Abstand hielt, das tut gut. Nähe zu spüren, Freundschaften zu pflegen, das muss ab und an sein.
Doch jetzt freue ich mich ehrlich gesagt auch wieder auf einen oder zwei Tage ganz allein in meiner Wohnung. Nur ich und das, wonach mir gerade ist. Mögen diese beiden Tage bald kommen ;-)