indalo

31.05.2010 um 22:57 Uhr

Roboter

von: indalo

Das Wochenende war mal wieder wunderbar. Ein perfekter Abschluss meiner gefühlten Semesterferien. Und morgen geht es wieder ins Leben, in den Alltag, der doch schon so lange keiner mehr ist.

Den Samstag verbrachte ich mit zwei Freunden. Es war überraschend angenehm, wenn ich auch erst im Nachhinein überrascht war. Wenn ich bedenke, was wir so taten und erlebten, dann erstaunte mich erst hinterher, wie gut es doch alles lief. Einfach wunderbar. Am Sonntag war dann mein Tag. Ein Tag für mich allein. Zwar nicht vom Aufstehen bis zum Schlafengehen, aber doch schon vom Aufstehen bis in die Abendstunden hinein. Es war ein Tag, wie ich ihn mir schon länger wünschte. Nichtstun. Irgendeine DVD gucken – oder genauer genommen eine meiner Lieblingsserien wieder durchgucken – und nebenbei irgendwas anderes machen. Als es Mittag war, beschloss ich, mal neben dem „in die Röhre glotzen“ noch was produktives zu tun. So bastelte ich ein Spiel. Kein selbstausgedachtes, nein, ein sozusagen raubkopiertes. Im Internet findet man ja allerlei, so auch jede Menge Fotos, die als Grundlage für das Abzeichnen dienten. Dies tat ich dann auch ganz gemütlich nebenher und am Ende des Tages war ich richtig stolz auf mein Werk. ICH hatte etwas gebastelt, etwas geschaffen, mit meinen eigenen Händen. Aus Müll habe ich ein Spiel gebaut, das mir wahrlich Freude bereitet. Ich mag Denkspiele. Keine Wissensspiele oder Intelligenztests, sondern einfache Denkspiele die mit Logik zu lösen sind und auch immer wieder Abwechslung bereithalten. Mit so was kann man mich gewinnen.

28.05.2010 um 23:09 Uhr

Über dreizehn Stunden

von: indalo

Heute war mal wieder so ein langer Tag. Ein furchtbar langer Tag. Meine Ohren klingeln, genau wie die Kassen. Beides positiv und negativ zugleich. Es ist schon erstaunlich, wie ich gerade die Fähigkeit besitze, überall was negatives zu sehen. Und das ist ernst gemeint. Egal, was mir gerade gesagt bzw. zugemutet wird, ich find immer n Haken. Es könnt immer besser laufen. Es geht mir gar nicht mehr darum, das Positive zu sehen. Und warum? Weil ich alles so grundlegend positiv sehe, dass man zur Abwechslung mal die schlechten Seiten beleuchten muss *gg*

Nachdem gestern nun also meiner kompletter Tagesplan übern Haufen geworfen wurde, habe ich heute einen spannenden Tag erlebt. Er war nicht halb so spannend wie ich es erwartet hatte, doch ich bin keineswegs enttäuscht. Auf einer ganz anderen Ebene wurde ich überrascht, wer weiß, vielleicht hab ich heute meinen Plan B gefunden. Meinen neuen Plan B. Doch darüber mache ich mir erst weiter Gedanken, wenn Plan A sich äußert, ob er aufgehen könnte oder nicht, bzw. aufgehen wird. Denn nach wie vor verfolge ich Plan A. Doch das ist nicht weiter wichtig, es sollte um den heutigen Tag gehen. Ich habe viel gelernt, sehr unterschiedliche Dinge. Doch auf jeden Fall habe ich mal wieder gelernt, dass ich echt kompatibel bin. Ob nun mit ner schrulligen Frau Anfang vierzig, nem hippen Mädel in den Zwanzigern oder nem knöcherigen Mann Ende fünfzig. Das waren heute so ziemlich meine Bezugspersonen. Die schrullige Frau war wirklich schrullig, aber kommunizieren konnten wir nichtsdestotrotz. Wenn auch mit Sprachmix.

Die Sprachbarriere stellte sich als quasi nicht existent heraus, da man mir nen Übersetzer zur Hand gab. Klar, kein Ding, spring ich halt zwischen irgendwelchen anderen Sprachen hin und her um ihr deutlich zu machen, was sie denn nun in dieser mir fremden Sprache weitergeben soll. Ich hatte Spaß, wirklich. Es war ein schöner Tag, doch irgendwie ist es schon zu normal geworden. Dabei war es auf eine Art mein erster Arbeitstag. Und schon Alltag? Erstaunlich.

Wieder einmal stellte ich am Ende des Tages fest: Ich mag mein Leben. Ich mag diesen Job mit all den Hürden und Barrieren, den Anstrengungen und Herausforderungen. Doch was ich wohl noch am Meisten mag – und wahrlich zu schätzen weiß! – sind meine Arbeitgeber. Ich fühle mich wohl dort, aufgehoben, irgendwie sicher. Sie trauen mir sehr viel zu, muten mir auch viel zu, doch letztlich geben sie mir ein großes Stück Verantwortung und damit ja auch Vertrauen. Ab und an denke ich, dass sie auch einfach keine Wahl haben. Letztlich denke ich das nicht nur, sondern weiß es. Und doch fühlt es sich einfach schön an zu wissen, dass sie mir all das zutrauen und mir solch wertvolle Aufgaben anvertrauen. Ich wachse mit meinen Aufgaben, und mit dem Vertrauen. Es ist so selbstverständlich wie wir miteinander umgehen. Und ich denke ein Großteil ihres Verhaltens mir gegenüber basiert auf meiner Einstellung ihnen gegenüber. Da ist so viel Natürlichkeit, so viel Spontanität und Flexibilität inbegriffen, dass sie wohl einfach froh sind, jemanden wie mich zu haben.

27.05.2010 um 21:07 Uhr

Was mich morgen wohl erwartet?

von: indalo

Wie erwähnt mag ich mein Leben. Und ich mag meinen Job. Er ist voller Überraschungen. Ich weiß, man sollte den Tag nicht vor dem Abend loben, und womöglich noch weniger am Vortag. Doch offengestanden freu ich mich schon jetzt ungemein auf den morgigen Tag. Es wird gewiss ein anstrengender Tag, doch er ist schon jetzt voller Spannung. Ich soll mit Menschen zusammenarbeiten, deren Sprache ich nicht spreche, und die meine Sprache nicht sprechen. Genaugenommen gibt es keine Schnittmenge. Wie die Kommunikation funktionieren soll, das werde ich dann ja morgen sehen. Ich bin gespannt. Er wird zu den erzählwürdigsten Tagen zählen, zumindest stell ich es mir derzeit so vor.

Letzte Woche bekam ich eine Email, ob ich arbeiten könne. Klar, kein Ding. Es folgte eine weitere, dann ein Anruf und wieder jede Menge Emails. Und heute rief man mich an um mir mitzuteilen, dass ich morgen etwas völlig anderes machen soll als in den letzten Tag geplant wurde. Innerhalb eines einminütigen Telefonats wurde alles auf den Kopf gestellt. Das ging aber schnell. Warum auch nicht, ich bin spontan. Und so werde ich den morgigen Tag in einer anderen Stadt verbringen, in einem ganz anderen Bundesland als einst geplant und letztlich eben auch mit Menschen einer mir fremden Nationalität. Das kann lustig werden.

26.05.2010 um 23:44 Uhr

Einfach so

von: indalo

Es ist schön, mein Leben. Ich mache nur das, was mir gerade einfällt. Spazier mal eben rüber zur Uni, wenn mir danach ist. Wenn mir nicht danach ist, dann lass ich’s sein. Ich geh schwimmen, wenn’s mir spontan in den Kopf kommt. Einfach so. Ich fahr hin, guck mir an, wie voll die Halle ist, und wenn ich dann doch keine Lust hab, dann fahr ich wieder. Mich hätte nicht einmal gestört, umsonst hingefahren zu sein. Doch ich bin geblieben, denn schwimmen tut gut. Es ist schön, diesen Teil von mir wieder zu haben. Mich mir selbst so nahe zu fühlen. Jetzt müssen noch ein paar gute Briefe diesen Monat kommen, und meinem Glück steht nichts mehr im Wege. Auch jetzt schon nicht, aber diese Briefe würden bedeuten, dass es auch weiterhin anhält, dieses Wohlgefühl.

25.05.2010 um 19:24 Uhr

Finderlohn

von: indalo

Am Wochenende verbrachte ich meine Zeit damit den Eltern einer Freundin und Verwandten von mir die Stadt zu zeigen. Ihnen ein paar interessante Hintergründe zu vermitteln und dies und das zu erzählen, was ich hier und dort aufgeschnappt habe. Während ich dies tat sah ich natürlich wichtig aus. So als wär ich jemand. Dies wiederum nahm meine Umwelt zum Anlass, mir wichtige Fragen zu stellen und mir sogar die Verantwortung für einen gefundenen Autoschlüssel zu übergeben. Da drückte man mir also einen Autoschlüssel in die Hand und ich sollte damit etwas anfangen. Was auch immer. Denn nein, ich habe keine Ahnung, wo die nächstbeste Polizeistation ist. Überhaupt weiß ich nicht, was man mit gefundenen Schlüsseln am Besten tut. Die Spontanidee, zu testen zu welchem Auto der Schlüssel denn gehören könnte, kam erst, als ich ihn genauer inspizierte. Denn es war ein neumodischer Schlüssel mit ferngesteuertem Türöffner. Also ging ich die Straße entlang und betätigte den Knopf. Eins der Autos reagierte letztlich auch. Aha, ein Smart. Und was jetzt? Oh, ich hab ja Zettel dabei und n Stift. Also Handynummer notieren und untern Scheibenwischen klemmen. Tadaaa. Also weiter ging die Stadtführung. Doch kann nicht jeder, der den Zettel sieht, einfach anrufen und behaupten es sei sein Smart? Hmm, wieder wurde eine Lösung gesucht. Problem entdeckt, Lösung gefunden. Ich frag den Anrufer einfach nach dem Schlüsselanhänger. Wunderbar. Auf dem Parkschein stand auch, gegen welche Uhrzeit der Besitzer sich wieder beim Auto einfinden sollte. Nur eine Viertelstunde nach Ablauf des Parkscheins klingelte also mein Handy. „Sie haben wohl meinen Autoschlüssel gefunden.“ – „Das kann gut sein.“ – „Da ist so’n... so ne Bulldogge dran. Aus Stoff.” – “Oh, das ist aber schön, dass sie mir das freiwillig sagen. Das wär sonst mein Test gewesen, damit niemand anderes den Autoschlüssel einsackt. Ich bin in fünf Minuten da.“ Und beim Auto angekommen rannte sie mir dann auch entgegen. Freudestrahlend. „Danke, dass Sie das Auto nicht gleich mitgenommen haben.“ – „Kein Ding, ich hab sowieso keinen Führerschein.“ grinste ich sie nur an. Doch selbst wenn ich einen haben würde, ich wäre nie auf die Idee gekommen. Nicht einmal der Gedanke, sich das Auto genauer anzugucken, kam mir in den Kopf. Ich bin wirklich nicht verbrecherischer Natur.
Die junge Frau drückte mir dann auch sogleich einen Finderlohn in die Hand. Normalerweise würde ich den nicht annehmen. Denn für mich ist es selbstverständlich, dass man so etwas für seine Mitmenschen macht. Doch an diesem Tag hab ich so viel gearbeitet und keine Anerkennung bekommen, dass ich es irgendwie schön fand, irgendwo Geld herzubekommen um die bevorstehende Bahnfahrt zu bezahlen. Außerdem hatte die werte Dame Geld, oder sie sah zumindest danach aus. Denn das ist etwas, worauf ich bei Finderlohn achten würde. Sieht mein Gegenüber nach Geld aus, darf er oder sie das auch gerne teilen. Würde ich uns eher gleichgestellt betrachten, würde ich das Geld nicht annehmen. Sowas ähnliches wie ausgleichende Gerechtigkeit. Nur danach fragen, das würd ich bei keinem.

24.05.2010 um 23:57 Uhr

Nichts geben und so viel bekommen

von: indalo

Liebe Mitfahrer in der Bahn, ihr sollt euch keine Sorgen machen! Es geht mir gut. Falls ihr das hier – wieso auch immer lesen solltet, möchte ich euch sagen, dass das keine traurigen Tränen waren. Das waren Tränen der Freude. Eine tiefsitzende Emotion, die sich irgendwie Luft machen wollte. Der Anblick der Natur war umwerfend, und das Gefühl im Herzen spülte das Wasser an die Oberfläche.

Mein Wochenende war... perfekt. Es war wunderbar, wunderschön und irgendwie einmalig. Es war aber auch wie immer, denn ich war glücklich. Noch vor ein paar Wochen schrieb ich jemandem, dass ich Anfang Juni schon längst wieder wie eh und je rumspringen werde und mein Leben mit jedem Atemzug genieße, und ich muss sagen, das halt ich ein. Denn ich bin wieder so sehr ich, wie es nur geht. Ich fühle mich pudelwohl in meiner Haut. Im Sinne von Leben. Ich würde mein Leben gegen kein anderes tauschen, egal wie viel ich an diesem auszusetzen habe. Die Summe ist positiv, ich schreibe keine roten Zahlen. Es sei denn es ist das Rot der Liebe.

Als ich am Wochenende jemandem erzählte dass ich mir hier die richtigen Freunde suchte – die eine bastelt mir meine Karten, die ich zu Geburtstagen verschicke, die andere kocht und lädt mich zu den feinsten Mahlzeiten ein – da fragte mein Gegenüber sofort: Und was machst du (für sie)? In meinem Kopf hallte ein lautes Nichts wieder. Ich tue nichts für sie. Weder bastel ich, noch koche ich, noch mache ich ihre Hausaufgaben oder gebe ihnen sonst irgendetwas greif- oder fassbares. Ich gebe ihnen nichts. Und doch gebe ich ihnen so viel. Mich. Einen Teil von mir. Einen Teil meines Herzens tragen sie mit sich rum, einen Teil meines Lebens. Geantwortet habe ich, dass ich den seelischen Mülleimer spiele. Das ist auch wahr, aber das ist nur die Antwort, die ich gab, weil mir eine Frage gestellt wurde, die mehr als ein Nichts als Antwort erwartete. Doch ich tue nichts für sie. Nichts, was in unserer materiellen Welt von wert ist. Man kann es nicht kaufen und auch nicht verkaufen. Es ist, oder es ist nicht. Und hier ist es, ganz eindeutig.

So ist mein Leben. Ich biete meinen Freunden nichts. Ich biete ihnen nur die Gesellschaft eines der glücklichsten Menschen, die es geben kann. Denn das bin ich. Glücklich. Von Kopf bis Fuß. Genauso wie ich von Haarspitze bis Fußnagel erschöpft bin. Ich bin heute aus sechszehn Meter Höhe gesprungen. Ich, ein Mensch mit Höhenangst. Einem mir unerklärlichen Phänomen, das mir Menschlichkeit verleiht. Denn ich verstehe, dass es nicht zu verstehen ist, ich fühle, dass es Dinge gibt, die nichts mit dem Verstand zu tun haben. Etwas, das mir so viel Verständnis für andere verleiht. Verständnis für die unerklärlichen Dinge, für die unfassbaren Dinge. Genauso wie ich nicht begreife, wie die Person in der Bahn jedes Mal zu mir rüberblickte, wenn ich sie anguckte. Woher weiß man, dass man angeguckt wird? Was spielt sich da ab? Wie funktioniert das?

22.05.2010 um 00:26 Uhr

Des nachts

von: indalo

Es ist soweit weg, der ganze Mist der letzten Wochen. Als wäre es nie gewesen. Verdrängt? Vergessen? Einfach so? Alle meine Prophezeiungen wurden wahr. Es erstaunt mich nicht, aber gibt mir eine gewisse Befriedigung zu wissen, dass ich mich weiterhin darauf verlassen kann. Und andere es auch können. Denn ich hielt, was ich versprach. Wenn ich auch tat, was ich befürchtete. Und doch hab ich es geschafft. Es durchgestanden. Bis jetzt. Weiter wollte ich nicht kommen. Jetzt hab ich mein Leben wieder begrüßt, wurde überfallen und stecke mittendrin. In einem Wust von Leben. Ist das herrlich, ist das schön. Und nächste Woche wird toll. Diese war ja noch fast anstrengend. Irgendwie. Es gab noch lang aufgeschobene Pflichten und andere Aufgaben. Doch das ist jetzt vorbei. Nur noch ganz wenig steht auf der Liste. Oder auch viel, je nach Liste. Aber nichts, was ich muss. Jetzt kommen fast nur noch Dinge, die ich will. Insbesondere während des bevorstehenden Wochenendes. Ich habe tolle Pläne. Wunderbare Pläne. Und so wie’s heute aussah, spielt auch das Wetter mit. Grandios. Leben, ich liebe dich!

20.05.2010 um 13:06 Uhr

WM Shirt

von: indalo

Am 11. Juni dürfte das ganze Land, bis auf ganz wenige Ausnahmen wieder nur eines im Kopf haben: Fußball. Und ein passendes Shirt für alle Fans gibt es von unserem Sponsor T-Shirt-Drucker im hauseigenen Shirt-Shop “Die Shirt Welt“.

Eine Aktion, bei der ihr so ein Shirt kostenlos bekommen könnt, findet ihr samt Erklärungen auf Shirtblog.de

Sponsored by: http://www.t-shirt-drucker.de

Da ich immer gern etwas umsonst kriege, wollt ich das jetzt auch mal ausprobieren. Obs geklappt hat, kann ich euch in ein oder zwei Wochen berichten. Ich bin gespannt. Den Formalien dürfte es allemal entsprechen, also versucht's ruhig selbst ;-)

18.05.2010 um 23:19 Uhr

Leben leben

von: indalo

Meine Augen brennen, meine Schultern schmerzen und ich bin hundemüde. Und glücklich. Ich habe soweit das schlimmste hinter mir. Im Grunde habe ich eigentlich alles hinter mir. Was jetzt noch vor mir liegt ist ein Kinderspiel, oder aber ich sehe nur die Spitze des Eisbergs. Wer weiß.

Den letzten Samstag hinter mir lassen zu können ist einfach wunderbar. Seit dem habe ich wieder ein Leben. Nachmittags hab ich begonnen, nichts mehr zu tun. Nur noch das zu tun, was ich möchte. Das, worin ich einen Sinn sehe. So fuhr ich zu Freunden und blieb einfach mal mehr als dreißig Stunden. Einfach so. Bis zur nächsten Nacht. Doch die verbrachte ich dann in meinem Bett, wenn auch nicht allein. Den Montag nutzte ich um eine alte Gewohnheit wieder aufzunehmen und ein wenig Geld zu verdienen. Der Tag war zu schnell vorbei. Denn eigentlich wollte ich auch meiner Wohnung das verdiente Leben wieder einhauchen. Doch das muss bis morgen warten. Morgen wird nun der ersehnte Tag, an dem ich mich zurücklehnen kann, meine lang aufgeschobenen Aufgaben beginne und zeitgleich hoffentlich auch beende, um dann auf den Tag zu warten, an dem ich von morgens bis abends nur in meinem Bett rumgammel und nichts tue, was ich nicht ausdrücklich in dem Moment möchte. Einfach mal wieder durchhängen. Mit mir allein sein. Die Schäden der letzten Monate reparieren und einen Standpunkt finden, den ich vertreten kann, vertreten will. Das sollte noch diesen Monat passieren. Denn auch wenn ich jetzt wieder ein Leben habe, so habe ich – wie es typisch für mich ist – dieses Leben auch schon wieder voll verplant. Jeden Tag ist irgendwas los. Egal was, solange es ich ein wenig nett anhört bin ich dabei. Hauptsache unter Menschen sein, was erleben, das Leben nutzen und... ja was und? Leben. Einfach leben.

14.05.2010 um 17:15 Uhr

Manchmal reichen ein paar Worte

von: indalo

Manchmal reichen ein paar Worte.

Gestern eskalierte mal wieder eine Situation. Und ich kümmerte mich nicht darum. Es war abzusehen, dass die Kommunikation mal wieder gegen den Baum laufen würde. Dann seh ich das Resultat und fragte nach dem Ursprung. Es wurde mir erklärt, was dahinter steckte und ich beschloss, mich rauszuhalten. Etwas, das ich der betreffenden Person mitteilte. Es folgte eine Nachfrage, ich reagierte. Ich gab meine Gedanken zum Besten. Stetig in der Sorge, nun selbst Zielscheibe des Angriffs zu sein. Ich wurde es nicht. Stattdessen erntete ich Schweigen. Ich ignorierte es. Ging trotzdem ins Bett und heute wurde rückgängig gemacht, was gestern verbockt wurde. Das Resultat ist ein Feines. Zumindest oberflächlich. Was die tieferen Schichten angeht, vermag ich die Folgen nicht abzuschätzen. Aber darum werde ich mich demnächst kümmern.

So freue ich mich, dass ich wieder einmal in der Stille des Hintergrunds etwas erreichen konnte. Dass ein paar Worte offensichtlich gute Konsequenzen hatten. Und vor allem freu ich mich, dass ich Distanz wahren konnte. Dass ich nicht darüber nachdachte, nicht die Folgen fürchtete und mich auch sonst ganz gut dabei fühlte. Bis auf die jeweiligen Momente, wenn sich die Email öffnete. Und daran möchte ich auch nicht unbedingt arbeiten, denn diese kurzen Momente zeigen mir, dass auch wenn ich das ganze recht distanziert betrachten kann, es für mich von Bedeutung ist. Dass es mir nicht egal ist.

12.05.2010 um 23:52 Uhr

Schon so spät

von: indalo

Es ist gleich Mitternacht und ich liege wach. Wach in meinem Bett. Meine Augen schlafen schon. Ich sehe manches verschwommen und muss mich konzentrieren, damit der Schleier verschwindet. Das bedeutet, ich bin müde. Das bedeutet, meine Konzentration ist am Ende und ich kann den wachen Zustand nicht nutzen um mir Wissen anzueignen. Dazu habe ich ohnehin keine Lust, aber ich hätte große Lust zu schlafen. Mal wieder eine Nacht durchschlafen. Einfach so. Das wär’s.

In meinem Kopf wandern die Gedanken. Von der Arbeit zu den Freunden über die Uni bis hin zur Vergangenheit. Doch eigentlich freue ich mich gerade viel zu sehr auf die Zukunft. Die nahe Zukunft, man sollte sie Gegenwart nennen. Ich lebe in der Gegenwart, auch wenn das nicht immer heißt, dass ich sie leiden kann. Und gerade jetzt mag ich die Tage nicht. Einzelne schon, aber nicht die Gesamtheit. Es wirkt wie eine Zeitverschwendung. Ich habe das Gefühl, meine Zeit zu verschwenden und ich weiß nicht, was ich dagegen tun kann. Ich möchte nur noch, dass es aufhört. Egal wie. Und ich glaube, dass ich wirklich an dem Punkt angekommen bin, an dem es mir wieder egal ist. Was soll’s. Ich werd schon was finden. Es ist mir egal. Die dunkle Phase ist überwunden, schon seit weit mehr als nur ein paar Stunden.

Herrje, wo kommen die Reime her? Das fiel doch neulich noch schwer. Nun denn, es ist Zeit ins Bett zu gehen. Möge der Wind die Gedanken verwehen.

10.05.2010 um 19:57 Uhr

Übersprudelnde Fernweh

von: indalo

Mich überkommt gerade eine Fernweh, das ist unglaublich. Dabei geht es gar nicht um die Ferne, es ist vielmehr die Sehnsucht. Ich sehne mich nach etwas, nichts bestimmten, nur irgendwas. Weg, irgendwohin, etwas erleben, leben. Das wünsch ich mir grad. Und das hängt nicht damit zusammen, dass ich gerade nicht lebe. Nein, gerade heute war ein wunderbarer Tag, der mir mal wieder zeigte, wie viel reifer wir doch alle werden. Ein Freund, ein wirklich guter Freund, man könnte ihnen meinen besten nennen, bot mir mal eben an, in die Ferienwohnung seiner Eltern zu fahren. Einfach so. Also, nicht ganz einfach so, ich fragte ihn schon nach dem Ort. Aber das Angebot kam von ganz allein. Als wäre es das normalste der Welt. Und das ist es auch! Das ist es nur bisher nicht gewesen. Und es freut mich, dass es dazu gerade wird. Was natürlich nicht meine Dankbarkeit schmälert, nicht dieses wunderbare Gefühl im Herzen, welches mir zeigt, wie schön die Welt doch sein kann und wie wichtig meine Freunde darin sind. Einfach wundervoll.

Als nächstes sah ich irgendwo im weiten Netz ein Bild, eine Naturlandschaft. Nichts besonderes, und doch besonders schön. Ich klickte darauf und landete in einem Fotoalbum. Einem Fotoalbum gefüllt mit Fotos aus dem Land, wohin ich unbedingt reisen möchte. Wo ich das nächste Kalenderjahr verbringen möchte. Und da kam wieder dieses Gefühl, dieser unbändige Wunsch, dorthin zu fahren. Mein so tiefsitzender Wunsch, meine Lebensplanung, die darauf ausgerichtet ist. Es bedeutet mir wirklich sehr viel und ich weiß nicht, was ich dafür tun kann, es auch zu erreichen. Die Sehnsucht, die so intensiv ist, dass man manchmal nicht zwischen Freude und Schmerz unterscheiden kann. Diese Fotos, sie lösten so viel in mir aus. So intensiv.

Und dann geh ich weiter durch diese vernetzte Welt. Da schreibt mir jemand von tollen Möglichkeiten, die ich im nächsten Jahr haben könnte. Dass ich mit meinen Erfahrungen keine Probleme haben sollte, genommen zu werden. Wie liebevoll das gemeint ist, wie schön sich das anfühlt. Doch dann kommen die großen Fragen, ob das überhaupt möglich ist. Denn für manche Dinge wird man zu alt und schreitet auch im Berufsleben zu weit fort. Wenn ich erst einmal mit meinem Studium fertig bin, was durchaus in diesem Jahr der Fall sein wird, dann werden mich manche ablehnen, weil ich ja nicht mehr zu den jungen Menschen gehöre. Denn dann bin ich was, so heißt es zumindest. Auch wenn ich mich kein Stück anders fühle. Das ist schon verrückt, denn im Grunde habe ich noch so viele Pläne, die nicht für fertige im Berufsleben stehende Menschen gemacht sind. Pläne, die ich gerne realisieren möchte und das Gefühl bekomme, die Chance verpasst zu haben. Dabei bin ich doch bei weitem noch nicht so alt, noch nicht so weit, noch nicht so reif.

Chaos, denn die Gedanken springen umher. Befinden sich mal hier, mal dort. Doch ich lebe, ich liebe, und zwar das Leben. Meins. So wie ich es mir ausgesucht habe. Denn man kann nicht alles machen, schon gar nicht alles gleichzeitig. Und ich habe bisher viel aus meinem Leben gemacht. Und wenn es so weitergeht, wenn mein Wunsch, mein Traum in Erfüllung geht, dann hab ich noch mehr aus meinem Leben gemacht. Mehr als ich vor ein paar Jahren zu träumen gewagt hätte. Mehr als man mir bei meinem Möglichkeiten zugetraut hätte. Denn die wahre Kunst ist doch, aus dem Nichts etwas zu schaffen. So weit geh ich nicht, denn ich habe mehr als nichts, ich habe etwas, und daraus mach ich mehr. So viel wie geht. Ich träume, und ich lebe diese Träume. Bisher zumindest.

09.05.2010 um 16:01 Uhr

Nach all den Jahren

von: indalo

Da ist immer noch dieses Gefühl in meinem Herzen, wenn ich Fotos von ihr seh. Ist das normal? Wird das nie weggehen? Wird es mich ein Leben lang begleiten, immer wieder aufleben, wenn ich auch nur ein Foto erblicke von dem ich weiß, dass sie darauf abgelichtet ist? Nach all den Jahren spüre ich die Regung meines Herzens bei ihrem Anblick. Nach all den Jahren denk ich manchmal, wie schön es doch wär, noch einmal mit ihr zu reden. Sie in den Arm zu nehmen, auf ihrer Brust zu liegen und sie atmen zu hören, oder einfach in ihr Gesicht zu schauen. Nach all den Jahren...

07.05.2010 um 11:50 Uhr

Es kommt wieder Leben in mich

von: indalo

Ich merke gerade, wie ich wieder auflebe. Einerseits erschreckt es mich, weil es doch bedeutet, wie... hmm... wie ich doch die letzte Zeit durchs Leben schlich. Ich fühlte mich wie ein geschlagener Hund, der sich an Hausecken entlang schleicht. Nein, diese eine Woche ging es mir wirklich nicht gut. Die Zeit davor war auch nicht gerade ein Zuckerschlecken, zumindest nicht, wenn ich gerade merke, wie das Leben wieder in mich kommt. Wie ich im Kreis wirbel und alles mögliche zur gleichen Zeit erledige. Da hab ich heute schon Briefe geschrieben, Telefonate geführt und Emails verteilt. Alles wichtige Dinge. Unterlagen gescannt, kopiert, ausgedruckt. Ich komm gerade ungemein voran und es fühlt sich gut an. Der einzige Haken ist, dass ich was anderes tun sollte. Dass ich mich auf die nächste Prüfung vorbereiten muss, zu der ich überraschenderweise doch zugelassen bin. Nun muss ich sie nur noch auf wundersame Weise bestehen. Meine Einstellung schwankt sehr zwischen „Ich habe nicht die geringste Ahnung wie das funktionieren soll.“ und „Eigentlich kann das doch gar nicht so schwierig sein.“ Und wenn ich dann an dem Punkt angekommen bin, an dem ich mir denke, dass ich das schon irgendwie schaffen werde, fällt mir wieder ein, dass ich es nicht nur irgendwie schaffen muss, sondern vermutlich besser als nur schlecht. Denn sonst hat mir die Zulassung nichts genützt. Doch auch darüber werde ich mir zu gegebener Zeit Gedanken machen. Jetzt heißt es erst einmal die neu gewonnene Energie bündeln und umlenken, sodass ich einfach das beste daraus machen kann. Wie auch immer das dann im Endeffekt aussehen wird.
Hach Leben, ich freu mich auf dich. Sehr bald gehörst du wieder ganz mir!

06.05.2010 um 10:24 Uhr

Mein gestriger erster Arbeitstag

von: indalo

Gestern war nun also mein erster Arbeitstag. Ein schöner Tag, rundum. Ich wurde zwar einmal unberechtigterweise angemacht, aber darüber konnte ich hinwegsehen. Auch über die zweite Beschwerde, denn ich kann nicht alles wissen oder richtig machen. Zumal mir ja auch niemand was dazu sagte. Ich nahm das einfach hin, gehört halt dazu. Im Gegenzug bekam ich auch einige Streicheleinheiten fürs Ego. Denn obwohl es mein erster Arbeitstag in einem mir völlig neuen Job war, wurden mir sofort die problemhaften Aufgaben übergeben, zu denen andere scheinbar nicht in der Lage waren. Mir wurde Vertrauen entgegen gebracht, und auch Kompetenz zugetraut. Das fühlte sich gut an.

Dann hab ich noch nette Bekanntschaften mit schrägen Vögeln gemacht. Der eine meinte, ich würde das wie ein Profi händeln, es würde gar nicht auffallen, dass es mein allererster Arbeitstag ist. Das gefiel mir. Als einige Zeit später noch jemand anderes ähnliches von sich gab, strahlte ich noch mehr. Ich bin ein Naturtalent – wenn man mir nur klar sagt, was meine Aufgabe ist. Es freute mich, so viele strahlende Gesichter zu sehen, so viel Lob zu bekommen und voll den Durchblick zu haben. Ich fühl mich wohl dort, und ich wünsche mir, dass das auch von meinen Arbeitsgebern so aufgenommen wurde. Denn ich möchte wieder kommen, immer und immer wieder. Ein schöner Job. Ich könnt ihn glatt dauerhaft machen. Gutes Geld gibt es nämlich obendrein.

Doch es schlaucht auch ganz schön. Ich war viel zu viele Stunden auf den Beinen. Als ich irgendwann meine Füße kaum noch spürte, fragte ich mich, was das Gesetz dazu sagt. Gibt es eine feste Arbeitszeitenregelung? Oder darf man mal eben über zwölf Stunden an einem Tag arbeiten? Bei meinem letzten Job gab es eine feste Regelung, über die man sich regelmäßig hinwegsetzte. Doch ob die auch hier gilt?
Letztlich nicht so wichtig, denn ich habe kein Problem damit, so lange an einem Tag zu arbeiten. Dafür ist es ja auch nicht jeden Tag. Und man bekommt eben auch mehr Geld. Denn ab einer gewissen Stundenzahl ist es egal, ob man noch ne Stunde dranhängt oder nicht. Und man spart sich die Fahrzeit, die man hätte, würde man zweimal anreisen müssen. Also mir gefällt’s so ganz gut. Und es ist auch irgendwie sehr schön, so viel Geld verdient zu haben. Ich bin gespannt, wann es auf meinem Konto landen wird.

Ganz besonders gefielen mir die Kollegen. Bunte Vögel waren wie gesagt dabei. Ich hatte Spaß. Mit Kunden und mit Kollegen. Und es schmeichelte ganz besonders, als einer meiner Kollegen sich speziell von mir verabschiedete, und das obwohl ich kaum fünf Minuten an seiner Seite gearbeitet hatte. Es schmeichelte mir, er und sein Lächeln. Positives Feedback serviert man doch immer mit einem Lächeln. So ist es am Schönsten. Und die anderen Kollegen warfen mir auch ein Lächeln ums andere zu. Ich sagte schon, dass ich glücklich war? Ein tolles Arbeitsklima. Selbst wenn wir alle unterschiedliche Jobs, vor allem zu unterschiedlichen Bedingungen verrichten, so gibt es einen gewissen Zusammenhalt. Ich fühle mich aufgehoben. Ich fühlte mich richtig an Ort und Stelle. Und als dann noch der Freund einer sehr guten Freundin mehrmals zu mir rüberkam um sich mit mir zu unterhalten, wusste ich, dass es ein besonderer Tag war. Der junge Mann hat in meiner Gegenwart bisher kaum ein Wort gesagt, er ist einfach nicht der Gesprächigste. Doch dann kam er plötzlich zu mir, einfach so. Grundlos. Nur um mit mir zu reden. Das hatte was. Und ich nahm es einfach hin, ich hatte keine Zeit, mich darüber zu wundern. Es war so natürlich. Und auch sehr schön.

Glücklich im Job, was will man mehr. Ich freue mich auf den Sommer, doch das ist gewiss nichts neues. Es wird ein wunderbarer Sommer, das hab ich schon lange im Gefühl. Auch wenn ich noch viele Tage so kaputt sein werde wie heute. Ich spüre jede Faser meines Körpers, außer den Bauch. Dem geht’s bis auf den Hunger gut. Ich bin also so richtig k.o. Glücklich k.o.

04.05.2010 um 23:29 Uhr

Simplizität

von: indalo

Gestern dachte ich plötzlich „ey, ist das simpel.“ Einfach so. Denn es war einfach, es war simpel. Da laß ich drei Seiten und dachte „Du liebe Güte, DAS soll ich alles können?“ Eine Stunde später versuchte ich, mich an diese ganzen Inhalte zu erinnern und ich konnte sie wiedergeben. So ziemlich fehlerfrei. Logisch schlüssig. Ich weiß echt nicht, was gerade mit meinem Gehirn los ist, aber seit einer Woche funktioniert das besser denn je. Ein Hoch, wie ich es noch nicht erlebte. Wobei ich überhaupt spannende Dinge erlebte. Denn auch wenn es immer heißt, was man einmal konnte, lernt sich wieder leichter, so hätte ich nicht gedacht, dass es sich so leicht wieder lernen lässt. Ich habe Dinge verstanden, nachvollzogen und derart verinnerlicht, dass ich sie reproduzieren kann, Dinge, die ich in den letzten fünf Jahren nicht verstehen konnte. Auf einmal ging das. Als hätte jemand einen Schalter in meinem Kopf umgelegt. Ich könnte dazu jetzt einen Haufen Theorien aufstellen, jeder Menge Gedanken ihren freien Lauf lassen. Doch die Zeit dazu fehlt. Es ist bald Mitternacht und nur wenige Stunden später muss ich wieder aufstehen. Ich bin auch bescheuert. Manchmal bin ich echt bescheuert für das, was ich mir selbst auferlege. Doch ich brauche das. Ich brauche das wirklich. Es tut mir gut, und der morgige Tag wird meine Belohnung für die heutige Leistung.

Ich kann definitiv sagen „Weg mit den Büchern, nie wieder.“ An dem heutigen Tag hab ich mit etwas abgeschlossen, was mich einige Jahre gequält. Wahrlich gequält. Es hat mich dazu gebracht an mir zu zweifeln, an meinen geistigen Fähigkeiten, an meiner Berufswahl, an meiner Intelligenz. Doch ich habe es bezwungen, und das sogar richtig gut. Ich bin stolz auf die heutige Leistung, zumindest so stolz, wie man nur sein kann, wenn man etwas nicht richtig realisiert hat. Es ist keine Erleichterung zu spüren, es hinter mir zu haben. Das ist mir ziemlich egal. Es störte mich nicht, es vor mir liegen zu haben. All meine Vorstellungen, all meine Behauptungen bewahrheiten sich. Ich bin gut. Ich bin wirklich gut. Und doch, für den Moment, und zwar einen Moment, der so lange andauern wird, bis ich mich der nächsten Hürde widmen werde, kann ich stolz auf mich sein. Andere werden das Ergebnis belächeln, denn sie haben keine Ahnung, was es bedeutet. Für mich ist das groß. Verdammt groß. Auch wenn es sich noch nicht so anfühlt. Es fühlt sich simpel an. Und das war’s auch. Es grüßte mich die Simplizität des Faches. Und ich bin glücklich und zufrieden. Vor allem mit mir selbst.
Heute war ein schöner Tag. Gute Nacht.

03.05.2010 um 14:07 Uhr

Gefühle verblassen

von: indalo

Da ist es wieder, dieses Gefühl im Herzen, in denen Beinen, in den Armen. Schon letzte Woche tauchte es auf, genau eine Woche vor Stichtag. Es ist ein Gefühl, das man nicht beliebig hervorrufen kann. Es ist aber auch kein Gefühl, das man beschreiben kann. Es ist einfach da, ich erkenne es, ich kenne es und ich weiß es zu deuten. Aber ich könnte anderen nicht deutlich erklären, was ich empfinde. Wie ich es empfinde. Warum ich es empfinde hingegen ist klar. Ziemlich sogar.

Heute erwischte ich mich dabei, wie ich einem Studienanfänger sagte, dass ich „leider schon fertig bin, so gut wie zumindest.“ Woher stammt dieses kleine Wort? Leider. Wieso leider? Seit wann bezeichne ich es als schade, fast fertig zu sein? Was passierte da mit mir?
Humorvoll könnte ich jetzt entgegnen, dass er mir echt gefiel und mein Studienende bedeutet, dass ich ihn ja womöglich nicht wiedersehe. Aber das ist doch bitte nur die humorvolle Erklärung. Denn das kann’s nicht sein. Offensichtlich ist ein Teil von mir nicht ganz glücklich darüber, fast fertig zu sein. Nur wieso? Hab ich wirklich vergessen, wie ich mich all die Jahre gequält hab? Wie anstrengend es war und wie oft es mir den letzten Nerv geraubt hat? Das kann ich nicht vergessen haben! Das habe ich auch nicht vergessen, in meinem Kopf ist es noch vorhanden. Aber die Gefühle dazu scheinen zu schwinden. Gefühle verblassen.

Auch das Gefühl des heutigen Tages wird verblassen. Ich werde mich mit Glück noch daran erinnern, mich heute so gefühlt zu haben. Doch vermutlich werde ich auch das vergessen. Nur die Logik wird mir sagen, dass ich mich so gefühlt haben muss. Ein wenig zumindest.

02.05.2010 um 17:24 Uhr

Die Freuden der Mathematik

von: indalo

Das Leben ist schön. Die Sonne scheint, ich verbrachte einige Zeit auf dem Balkon und habe geistige Leistungen erbracht bei denen ich fürchtete, dass ich dazu nicht mehr in der Lage sei. Ja, das Leben ist schön.

So kann es mich nur amüsieren, dass mir jemand wildfremdes gerade eine Email schrieb und einen Stil nutzte, als würden wir uns ewig kennen. Und ich kann es mit einem Grinsen hinnehmen, dass jemand, der mir über zwei Monate nicht geschrieben hat, nun nach genau zwei Wochen auf eine Antwort drängelt. Wäre das nicht schon immer so gewesen, so würde es mir vermutlich nicht auffallen. Doch es war schon immer so, und ich habe mich größtenteils damit abgefunden. Ich werde reagieren, wenn ich Zeit dazu habe. Das muss sie lernen.

Nun hab ich heut schon Wäsche gewaschen, mir mal wieder was zu essen gemacht und werde vielleicht noch saugen, damit sich die frische Bettwäsche auch lohnt. Ein produktiver Tag. Wobei nicht einmal die Haushaltssachen die Produktivität ausmachen, sondern die ganzen Zettel, die um mich herumfliegen und zu einem großen Teil in meinen Kopf kopiert wurden. Manches hab ich verstanden, anderes einfach nur auswendig gelernt. Die letzten Seiten ignoriere ich gekonnt, und hege trotzdem die Hoffnung, dass es gut gehen wird. Nur leider hege ich eben wirklich die Hoffnung, dass es gut gehen wird. Ich habe schon wieder Erwartungen, sie sind einfach da, ich kann nichts dagegen tun. Doch auch dieses Mal zählt wieder nur, dass ich nicht von mir enttäuscht bin, und das werde ich nicht sein. So wie vor ein paar Monaten, als ich hoch erhobenen Hauptes den Beratungsraum verließ, obwohl ich noch mal wieder kommen sollte. Er konnte nicht beurteilen, was ich alles geleistet hatte, und das, was ich geleistet habe, war gut. Für mich war das gut und wertvoll. Das konnte er mir auch nicht madig machen. Und so wird es jetzt auch sein. Ich habe so viel verstanden, so viel selbst bewiesen, dass ich es selbst kaum glauben mag. Und: Es macht Spaß. Ich habe ein wenig den Spaß an diesem Fach wiederentdeckt. Das Knobeln, das Basteln, die Erfolgserlebnisse. Es ist alles noch da, es wartet nur darauf, gefunden zu werden. Und ich bin nicht blöd, denn ich kann das!

01.05.2010 um 19:07 Uhr

Ana, Axio, Erik und Lina

von: indalo

In meinem Kopf bewegen sich mal wieder haufenweise Gedanken. Ein gutes Zeichen, wie ich finde. Denn es sind keine negativen Gedanken, keine Weltuntergangsszenarien, sondern einfach Pläne und Überlegungen. Ich versuche herauszufinden, was alles möglich ist. Was ich mit den nächsten Wochen meines Lebens anfangen kann, oder gar mit den nächsten Monaten. Ich versuche dabei positiv zu bleiben, auch wenn mir negative Dinge gesagt wurden. Ich würde sagen, ich hab ein Stück von mir selbst wiedergefunden. Darüber könnte man Luftsprünge machen, aber ich bin vorsichtig, zu groß ist die Gefahr, dass ich dieses Stück bald wieder verliere. Ich erwarte es nicht, ich betrachte es nur als möglich. Und das sogar ziemlich gelassen.

Vor einigen Minuten dachte ich darüber nach, dass ich schon ein bisschen toll bin. Was ich damals geleistet habe, als ich genau wusste, was ich wollte und brauchte, das war schon einmalig. Der Sommer meines Lebens, an dem ich das unmögliche möglich gemacht habe. Vor zwei Wochen wollte ich mich daran erinnern, doch ich konnte es nicht. Die Fakten waren noch in meinem Kopf, doch kein Gefühl dazu. Keine Freude darüber, kein Stolz. Es war halt so, denn damals war ja noch alles anders. Das ist einerseits schon ein paar Jahre her, andererseits waren die Umstände ganze andere und überhaupt kann man nicht davon ausgehen, dass nur weil es damals gut ging, es auch diesmal gut geht. So dachte ich, so fühlte ich. Ich dachte nicht einmal so weit, denn mein Kopf folgt keiner Struktur oder Logik mehr. Ich fühle mich zwar nicht ausgebrannt, aber ich weiß, dass ich es bin. Die einfachsten Dinge gelingen mir nicht mehr. Ich kann beobachten, wie meine Leistungen stückweise abnehmen, auch wenn ich weiß, dass ich sonst dazu in der Lage wäre. Es ist wie ein Mathelehrer mir einst erzählte. In einem Halbjahr hat er ne Eins, ne Fünf und dann wieder ne Eins geschrieben. Weder er noch der Lehrer konnten sich das erklären. Manchmal ist das so, und das muss man einfach akzeptieren. Ich kann das akzeptieren, ich konnte das auch zu Schulzeiten akzeptieren. Man muss nicht immer gut sein, darum geht es mir auch gar nicht. Und ich habe gerade auch keinen Nerv, mir wieder Gedanken darüber zu machen, was genau mich aus dem Gleichgewicht gebracht hat. Es ist nicht mehr wichtig, es ist Vergangenheit. Und irgendwann laufe ich auch nicht mehr Gefahr, mich durch ähnliche Dinge aus dem Gleichgewicht bringen zu lassen. So hoffe ich zumindest. Für die Gegenwart gilt nur noch „Augen zu und durch.“

Und so denke ich über meine Freunde nach, über Ana, Axio, Erik und Lina. Ich weiß nicht, ob wir wirklich Freunde sind, ich weiß nur, dass sie mich eine ganze Zeit meines Lebens begleitet haben. Manchmal haben wir uns gut verstanden, oftmals aber auch nicht. Für manche Zeit waren sie meine größten Feinde, doch dann verbündeten wir uns wieder. Es wechselte. Doch ich möchte sie in guter Erinnerung behalten, jeden auf seine Art. Es folgten noch zwei weitere, Jahre später. Doch die vier, die gehören für mich zusammen. In einen Sommer, einen weitentfernten Sommer.