indalo

21.10.2011 um 10:58 Uhr

Körperkontakt

von: indalo

Ich bin wieder an dem Punkt angelangt, an dem ich Körperkontakt über die Maßen wahrnehme. Wobei ich noch behaupten würde, dass es nicht an einem Mangel meinerseits liegt, sondern an den Personen, die mir dazu verholfen haben.

Du hast ihn verändert. Du glaubst gar nicht, wie sehr. Manchmal frage ich mich, wieso das so ist. Er hat mich sonst nie berührt, nicht angefasst, nicht gestreichelt. Es gab eine Umarmung zur Begrüßung, aber sonst nichts. Kaum Kontakt. Es war einfach so, ich kannte es nicht anders. Und jetzt, seit es dich gibt, kommt er mir näher. Legt seine Hand auf meine Schulter, umarmt mich gelegentlich und gibt mir n Kuss. Das hat er nie getan.
Anfangs wusste ich nicht, ob mir das recht ist, ob ich diese Veränderung begrüße. Ich war nicht dagegen, aber doch sehr irritiert. Doch mittlerweile sehe ich, wie gut es ihm gut. Dass er das braucht und vorher einfach nicht wusste, wie. Und ich glaube, für ihn waren die ersten Kontaktaufnahmen genauso irritierend wie für mich. Nur ob er darüber nachdenkt, das weiß ich nicht.

Und jetzt fängst du damit an. Hakst dich einfach so ein, als würden wir zusammen gehören. Ich habe ein überaus positives Verhältnis zu dir, ich hoffe das weißt du. Ich schätze deine Gegenwart, auch wenn ich weiß, dass sie mir seine ein wenig raubt. Doch Tage wie gestern sind nur durch dich möglich. Du hast ihn überredet, mich zu besuchen. Wir haben das geplant. Er ist dazu nicht im Stande. Nur wieso? Warum in aller Welt ist er so… verkorkst?

Ob ich darauf je eine Antwort finden werde, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass es mir erklärt, warum ich so bin. Und es gibt mir ein Recht, so zu sein.

19.10.2011 um 19:35 Uhr

Wie soll das weitergehen?

von: indalo

Unsere Beziehung zueinander wirft bei anderen seit sehr langer Zeit Fragen auf. Immer und immer wieder. Gerade neulich, als du das letzte Mal in meinem Freundeskreis auftauchtest, völlig unvermittelt und ohne Vorwarnung, verabschiedete sie sich mit den Worten: „Und, wie lange seid ihr schon zusammen?“ – „Sind wir nicht.“ War so ziemlich alles, was ich dazu sagen konnte. Und ich konnte dir nicht einmal mehr davon erzählen, weil ich nicht mehr damit umgehen kann. Ich kann diese Frage lächelnd verneinen, ich kann mich über diese Frage freuen, da sie weder vorwurfsvoll noch sonst wie negativ war. Es freute mich, dass sie mich das einfach so fragt, ohne böse zu klingen, oder missgünstig, oder sonst irgendwas. Ja, in der Hinsicht kann ich damit umgehen. Aber ich kann nicht mehr damit umgehen, es dir zu erzählen. Vielleicht konnte ich es auch nie, fällt mir gerade auf. Denn ich habe dir nie davon erzählt, dass jemand fragte. Es haben… nein, anders: Es waren immer deine Freunde, die fragten, nie meine. Meine fingen erst zu einem Zeitpunkt damit an, als ich schon nicht mehr wusste, wie ich damit noch normal umgehen kann.

Wir haben uns lange Zeit darüber amüsiert. Du hast mir Geschichten erzählt, ich habe zugehört, ich habe gelächelt. Manchmal haben wir uns darüber lustig gemacht, wieso andere nicht verstehen, dass man sich auch in einer Freundschaft so nah sein kann. Doch irgendwann hörte das auf, denn irgendwann wurde deutlich, dass es nicht nur eine einfache Freundschaft ist. Ich habe viel früher damit aufgehört, es amüsant zu finden. Mir wurde viel zu früh bewusst, in welche Richtung wir uns gerade bewegen. Im Grunde wusste ich es wohl schon von Anfang an. Aber ich wollte nicht darüber nachdenken. Ich habe mich bewusst dagegen entschieden und bin zugegebenermaßen auch stolz darauf, mal nicht nachgedacht zu haben.

Doch so langsam frage ich mich, wie das weiter gehen soll. Wieso jetzt, nach all den Jahren? Weil du mir ganz beiläufig erzählst: „Sie möchte mal n Tag mit uns verbringen.“ Ich reagierte mit einem simplen „Aha.“ Meine Gedanken drehten sich im Kreis, zwischen schmunzeln und ärgern. Ich habe das Gefühl, dass du unsicher wirst. Die Erklärungen, wie es zu ihrem Wunsch kam, werden ausschweifend. Doch in meinem Kopf bleibt nur ein Gedanke: Sie will mich kennen lernen.
Ich will niemandem vorgestellt werden. Ich bin da, oder ich bin nicht da. Aber ich werde nicht vorgestellt, vorgeführt, und am allerwenigsten mit den unausgesprochenen Worten: „Das ist sie.“ Du wirst es nicht sagen, oh Himmel, das würdest du nicht wagen. Und doch werde ich mich so fühlen. Beobachtet. Wie bei all den letzten Mal, als ich anderen vorgestellt wurde. Manchmal möchte ich einfach nicht, dass mein Ruf mir derart vorauseilt. Ich möchte diese besondere Stellung nicht haben.

So verrate mir, wie soll das weitergehen?

17.10.2011 um 22:07 Uhr

Das Tor zu neuen Welten

von: indalo

Ich weiß, ich schrieb schon von meiner neuesten Liebe. Gerade erst, vor ein paar Tagen. Es ist keine Woche her, dass ich sie aus diesem kleinen Schlitz der dichtesten Packstation zog. Doch ich muss es noch mal sagen: Ich liebe dieses Gerät!

Mir eröffnen sich gerade Welten, von denen ich vor kurzem noch nicht einmal zu träumen wagte. Im Laufe meiner Recherchen wurde mir bewusst, dass ich mir damit die Tür zu einer mir bisher verborgenen Welt öffne. Tausende von Klassikern kann man überall im Netz kostenlos – und legal! – runterladen. Ich beschloss, meiner Allgemeinbildung mal etwas Gutes zu tun. Das werde ich auch, nach und nach. Doch jetzt fasziniert mich die Welt der Fremdsprachen. Seit Jahren möchte ich nur Bücher in anderen Sprachen geschenkt bekommen – nur klappt das leider nicht. Jetzt, da mir die große Weite des Internets offen steht und ich mir um Versandkosten keine Gedanken mehr machen muss – und auch nicht um den nächsten Umzug *lach* – kann sich die Leseratte in mir austoben. Oh, ist das schön.

Die letzten Tage hab ich schon damit zugebracht, Bücher zu lesen. Sowohl Klassiker als auch schlichte Romane. Es ist toll. Es geht mir gut. Auch wenn es mir so viel Zeit raubt, die ich für andere Dinge verwenden sollte. Das hier ist für mich. Und eines Tages wird sich die Aufregung auch legen, da bin ich mir sicher.  

16.10.2011 um 20:11 Uhr

Musik für alle Sinne

von: indalo

Musik spielt eigentlich keine große Rolle in meinem Leben. Diverse Freunde sind immer wieder entsetzt, wie wenig ich damit am Hut habe. Ich bin ihr nicht abgeneigt, aber… sie spielt eben keine große Rolle. Und doch gibt es da bestimmte Lieder, die mich ins Taumeln bringen. Von einem hab ich neulich erst geschrieben. Doch jetzt ist etwas anderes Anlass dieses Beitrags. Eine Zusammenstellung auf meinem MP3 Player. Meine Musikzusammenstellung, die schon seit ein paar Jahren so existiert – würde Musik eine größere Rolle spielen, wäre sie sicherlich mal aktualisiert worden.

Es gibt Wochen und Monate, in denen ich keine Musik höre. Überhaupt nicht. Doch manchmal fällt mir auf, wie ruhig es um mich herum wird. Erst neulich las ich einen alten Beitrag, in dem ich davon erzählte, Musik spielen zu lassen, weil es sonst zu ruhig um mich herum ist. Heute schaltete ich meinen MP3 Player ein, weil ich meinen wunderbaren neuen Lautsprecher testen wollte. Außerdem musste ich abwaschen und fand, das bot sich an. Und so lausche ich nach wie vor der Musik und merke, wie sie mich auf eine Reise nimmt. Die eine Stimme erinnert mich immer wieder an jene besondere Frau meines Lebens. Jedes einzelne ihrer Lieder, das in dieser Zusammenstellung beinhaltet ist, erinnert mich an sie. Manche mit Freude, andere mit Trauer, und wieder andere mit Ärger. Wie auch immer, diese Stimme lenkt meine Gedanken zu ihr. Und es ist die Stimme, nicht nur die Lieder.
Dann gibt es aber wieder andere Musik, die kurze Zeit später spielt, die mich an einen ganz bestimmten Ort befördert. Einen Platz zwischen vielen Hochhäusern, irgendwie im tiefsten Süden, direkt neben einer Straße. Immer wieder lande ich genau an diesem Ort, und ich kann nicht sagen warum. Ich sitze auch nicht da, ich gehe über diesen Platz. Immer und immer wieder. Doch das ist nicht alles. Hinzu kommt der Geruch von undefinierbaren kleinen Gebäckstücken, genauso wie der Geschmack, der ein wenig mit Käse zu tun. Auch das wird ausgelöst von dieser Musik. Und es fasziniert mich immer wieder, wie alle meine Sinne darauf anspringen. Auch nach all den Jahren noch.

14.10.2011 um 19:04 Uhr

Diese Woche

von: indalo

…war vollgepackt mit wichtigen und großen Sachen. Sie war anstrengend, vor allem aus der Sicht anderer. Ich selbst habe vergessen, wie ich mich gefühlt habe. Und das ist gut so. Ich freue mich – und das ist der Grund für diesen Eintrag – diese Arbeitswoche mit dem Gedanken „Ich bin gerne, was ich geworden bin.“ zu beenden. Es geht mir gut bei dem Gedanken an meinen Job. Ich fühle mich dort richtig aufgehoben, wenn auch nicht von allen Seiten anerkannt.

Im Grunde bin ich nicht der Mensch, der bei anderen über die Missstände bezüglich der Vorgesetzten klagt. Im Freundeskreis sehr gerne, aber eigentlich nicht im Rahmen des Berufsalltags. Doch heute gab ich zum zweiten Mal zum Besten, was mich stört. Beim ersten Mal tat ich es nicht ironisch, ich schüttete vielmehr mein Herz aus. Bei einem anderen Vorgesetzten. Ich hatte das gewiss nicht vor, ich habe das noch weniger geplant, doch ich bereue es nicht. Der gute Mann saß vor mir, nachdem ich ihm ein paar „rechtliche“ Fragen stellte, und sagte appellativ: „Ich bin übrigens ganz entspannt was meine Kollegen angeht und mir ist wohl bewusst, dass wir einige schwarze Schafe darunter haben.“ – „Ja, die gibt es.“ seufzte ich. Und dann fragte er. Ganz direkt. Er fragte mich nach dem Namen meines anderen Vorgesetzten. Er wollte es wissen. Und nachdem ich ihm den Namen nannte – womit ich bei weitem kein Problem habe – konnte ich an der Stelle nicht aufhören. Ich musste weiterreden und ihm mein Herz ausschütten. Es war eine spannende Erfahrung, und ich ging mit dem Gedanken nach Hause, dass ich etwas getan hatte, was ich eigentlich nie wollte. Ich will nicht auf Grund von Sympathie oder Mitleid am Ende ein besseres Gutachten bekommen als mir zusteht. Doch es ist geschehen, was geschehen ist. Und in Anbetracht der Tatsache, dass jene Person, die nicht sieht, wie ich diesen Job behalten kann, an völlig falscher Stelle aus dem Nähkästchen plaudert, finde ich das völlig okay. Sie ist zu weit gegangen. Sie rückt mir seit Monaten auf die Pelle und ich bin an dem Punkt angelangt, an dem ich nicht mehr wissen möchte, warum. Sie ist mir gerade so sehr zuwider, dass ich überlege, meine Kollegen zu meiden, wenn sie ebenfalls anwesend ist. Ich will mit ihr nichts zu tun haben. Punkt.

So saß ich also auch heute in einem Raum mit Menschen, denen ich normalerweise nichts davon erzählen würde, was diese Woche gelaufen ist. Doch sie haben gefragt, und ich nehm das mittlerweile mit Humor. Es freut mich zu sehen, wie sie sich darüber aufregen. Wie sie mir sagen, dass sie sich niemand besseren in diesem Job vorstellen können, ja, dass sie niemand besseren haben. Das kam von Herzen. Sie haben sich von innen heraus aufgeregt und mich verteidigt. Wenn ich so darüber nachdenke, tut es gut, das erlebt zu haben. Doch ich wusste vorher schon, dass sie so reagieren würden. Und ich hätte mich dazu nicht äußern sollen. Doch ich bin auch nur ein Mensch und darf Fehler machen. Basta.

Und so möchte ich darauf zurückkommen, dass ich meinen Arbeitstag mal wieder mit dem Gedanken beendete, dass ich richtig bin in diesem Beruf. Ich bin dafür geschaffen, völlig egal, was andere sagen. Und es macht mich stolz zu sehen und zu fühlen, dass die mir wirklich nichts können. Auch nicht mit einer solchen Drohung.

12.10.2011 um 19:56 Uhr

Paket abgeholt

von: indalo

Meine neue große Liebe… ich halte sie in den Händen, und so absurd es auch sein mag, sie hilft mir über die Qualen dieser Woche hinweg. Seit einigen Tagen nimmt sie meine gesamte Freizeit ein, mehr in Gedanken als anderswo. Doch erst heute hielt ich sie zum ersten Mal in der Hand. Dieses kleine und wirklich feine technische Gerät. Ich finde nichts daran auszusetzen, auch wenn es Verbesserungsmöglichkeiten gibt. Doch vielleicht gibt es sie auch gar nicht, vielleicht hab ich nur einfach noch nicht alle Tricks raus. Ich werde auch heute nicht mehr alles herausfinden, vermutlich erst im Laufe der Zeit, wenn ich es benötige. Oder gar nie – dann ist’s auch nicht wichtig. So freue ich mich jetzt einfach, eine neue Freude in meinem Alltag zu haben, die mir taktile und geistige Streicheleinheiten bescheren kann. Einen neuen Begleiter für all meine Reisen, denn ja, es ist ein ebook Reader geworden :-)

11.10.2011 um 23:11 Uhr

Alkohol

von: indalo

Als ich gerade meine Zähne putzte, machte ich mir Gedanken darüber, dass ich gerade zu verstehen beginne, wieso Menschen sich bis zur Besinnungslosigkeit besaufen. Mir ist danach. Sehr sogar. Oder einfach krank melden. Auch das wär ne Lösung.

Ich möchte gerade, dass diese Gedanken aufhören. Dass sie sich nicht mehr im Kreis, dass sie meine Launen und Persönlichkeit nicht so vergiften würden. Dass ich nicht als negativer Mensch bezeichnet oder gesehen werde. Bin ich es? Bin ich es vielleicht viel mehr, als mir bewusst ist?

Schon gestern liebäugelte ich mit dem Gedanken, mich krank zu melden. Nicht, weil mir mein Job zu viel ist, nein, weil mir diese Rahmenbedingungen nicht zusagen. Weil ich dieses System verachte und verabscheue. Weil ich mich nicht verbiegen und anschließend brechen möchte. Doch gerade frage ich mich ernsthaft, welche Wahl mir noch bleibt. Ich habe mich nicht krank gemeldet, ich bin pflichtbewusst. Nicht, weil ich mich meinen Vorgesetzten verpflichtet fühle, sondern weil ich mich meinen Untergebenen verpflichtet fühle. Und zwar nur denen. Was ja genau mein Problem mit diesem System ist. Und das Problem des Systems und dessen Angehörigen mit mir.

So brachte ich den Tag hinter mich und es ging mir verhältnismäßig gut. Sehr gut sogar, wenn man bedenkt, dass man mir heute im übertragenen Sinne die Kündigung androhte. Ja, so schlecht soll ich sein. So schlecht, dass ich in diesem Beruf nichts zu suchen habe. Doch, für diese Kritik ging es mir wohl zu gut. Denn nein, auch das löste keinen Gedanken an Alkohol aus. Der kam erst jetzt, wo ich mich mit morgen beschäftige. Mit der Vorbereitung auf ein Treffen mit einem weiteren Vorgesetzten, von dem ich gerade nicht einmal weiß, ob er mir ähnliches sagen wird. Doch es ist auch nicht die Angst davor, die mir Alkohol nicht nur im chemischen Sinne als Lösung näher bringt, nein, es ist die Unfähigkeit, mich mit unsinnigen Dingen zu beschäftigen. Die Unfähigkeit über meinen Schatten zu springen, und gerade auch die Unfähigkeit, meine Sicherungen vorm Durchbrennen zu bewahren. Ich steuere schon seit ein paar Wochen darauf zu und bin jetzt wohl an dem Punkt angelangt, an dem ich die Augen schließen möchte und mir nur noch wünsche, am Ende anzukommen. Herrje, wie oft war ich an diesem Punkt in meinem Studium? Ich weiß, ich komme am Ende heil heraus. Ich bin arrogant genug zu sagen, dass ich das hier alles schaffe. Nur meine Seele, die wird noch mehr Schaden erleiden. Und wozu das Ganze? Für meine Überzeugung es besser machen zu können…

06.10.2011 um 20:21 Uhr

Ich habe erkannt

von: indalo

So langsam verstehe ich, was die anderen immer damit meinten, dass Freunde sich aus den Augen verlieren, sobald sie n Partner haben. Bei dem ein oder anderen bin ich durchaus schon darauf gestoßen worden, kam aber immer zu der Erkenntnis, dass das eben keine richtigen Freunde waren. Insbesondere, da sie heute nicht mehr zu meinem Leben zählen. So kam es eben dazu, dass ich letztlich doch nie verstand, was andere meinten – bis ich es wirklich verstand.

Heute sitze ich hier und lese die x-te Mail meiner herzallerliebsten Freundin. Sie war zu einem Zeitpunkt meines Lebens so wichtig, dass sie mein Leben war. Sie machte es aus, den Alltag, die Gedanken, einfach alles. Und dann hörte es auf. Ich merkte die Veränderung Stück für Stück. Es kam sogar so weit, dass ich um sie kämpfte. Mit ihr kämpfe. Dass ich ihr sagte, dass ich keine andere Wahl habe, als abzuwarten. Unser Leben war im Aufbruch, es gab nichts mehr, was alltäglich war. Das war eine aufregende Zeit und trotzdem spürte ich, wie sie verschwand. Ich wusste nicht, was es war. Ich wollte einfach nicht glauben, dass es an ihrer neuen Freundin lag. Ich wollte es nicht wahrhaben. Sie war zutiefst erschüttert, als ich ihr sagte, dass ich darauf warte, dass Ruhe einkehrt, eh ich mir weitere Gedanken über unsere Freundschaft mache. Das ist nun schon drei Jahre her. Seitdem haben wir nie richtig darüber geredet. Sie hat es mal angesprochen, aber nur kommentiert, nicht besprochen. Und heute, wo ich mich doch gerade mit meinem nahezu besten Freund auseinandersetze und zeitgleich eine dieser wundervollen und so wohltuenden Emails von ihr lese, fällt mir auf, dass dies die Antwort ist. Sie ist immer noch da. In meinem Leben. Sie ist immer noch wichtig und ich bin ihr immer noch wichtig. Und ich begreife, dass sie erst von ihrer Freundin getrennt sein muss um wieder Zeit für mich zu haben. Sie schreibt Mails… das hat sie noch nie getan. Aber sie war auch noch nie so lange räumlich von ihrer Partnerin getrennt – egal welcher davon.

Und ich ertappe mich bei dem Gedanken, dass ich mir wünsche, dass mein lieber Freund einige Zeit ohne seine Frau verbringen soll. Einfach um den Zweifeln adieu sagen zu können, um zu sehen, dass er sich wieder mir widmen würde.
…wie unschön, so was an seinem Hochzeitstag zu denken.

05.10.2011 um 21:24 Uhr

Das kommende Wochenende

von: indalo

Ich möchte, dass es vorbei geht. Das kommende Wochenende. Ich möchte es hinter mir haben, nicht mehr darüber nachdenken. Ich möchte damit abschließen. Ich möchte schon gesehen haben, was passiert, und mir keine Hoffnungen mehr machen.

Mir scheint, das ist es, was mich seit einiger Zeit in Schach hält. Immer wieder denke ich daran, immer wieder beschäftigt es mich, immer wieder nimmt es meine Gedanken auf eine Reise. Mal in die Vergangenheit, mal in der Gegenwart, mal in die Zukunft. Und ich mag nicht mehr. Ich mag mir keine Gedanken mehr darum machen, ob ich für die zwei was besonderes bin. Ich mag mich das nicht mehr fragen, denn mit jedem neuen Tag, mit jedem neuen Ereignis, werden die Antworten düsterer. Ich fürchte, ich komme zu der Erkenntnis, dass ich einfach nur irgendwer bin. Ich fürchte diese Erkenntnis. So sehr, dass ich nicht einmal nachfragen mag. Nicht ihn. Vielleicht sie, doch das liegt dann nur daran, dass ich da schon weiß, dass ich abgestiegen bin. Vor langer Zeit.

“Wir sind seine besten Freundinnen.“ sagten die zwei einfach so. Und sie hatten keine Ahnung, wie das bei mir ankam. Es würde mich verletzen, wenn es so wäre. Und ich sage extra „wenn es so wäre“, denn ich kann nicht einmal in Gedanken den Satz aussprechen, dass es so ist. Nein, das kann ich wirklich nicht.