indalo

26.04.2012 um 09:31 Uhr

Gestern ...ging's um Sex

von: indalo

Bin ich erleichtert? Nein. Bin ich froh darüber, dass es vorbei ist? Geht so.

So vieles möchte ich festhalten, doch es geht in so verschiedene Richtungen. Ich lebe so viel, dass es nicht zusammen passt. Es ist geschafft. Nein, es liegt hinter mir. Ich kann es nicht mehr ändern. Ich ärgere mich nicht, keineswegs. Nicht über mich. Ich habe nichts falsch gemacht, ich habe nichts zu bereuen. Ich hätte nicht mehr machen können. Ich gebe mich diesem Urteil geschlagen. „Es ist kein Urteil, es ist eine Beurteilung.“ Und in dem Wort Beurteilung steckt das Urteil. Das war’s. Es ist ein Urteil, ich kann nämlich nichts dagegen unternehmen. Es ist wie es ist. Und hätte ich mich nicht meinen Kollegen ausgetauscht, fände ich es jetzt auch nicht so ungerecht. Es war jetzt auch nicht… hmm, ich nahm’s einfach hin. Doch je mehr ich mit anderen darüber redete, desto unfairer war’s. Ich weiß nicht, was ich hätte besser machen können. Womöglich ist genau das der Grund dafür. Dass ich eben nicht weiß, wie’s besser geht. Denn damit kann man so vieles retten. Man darf alles falsch machen, man muss nur sagen, wie’s besser geht. Ich mach’s richtig und weiß nicht, wie’s besser geht. Und das ist schlechter als der erste Fall. Was soll’s, ich will mich darüber gar nicht ärgern. Jetzt kann ich mich gewiss nicht zurücklehnen, nicht ausruhen. Jetzt werden die nächsten Wochen wirklich schwierig. Emotional schwierig. Ich darf nicht nachdenken. Ich muss mich ganz definitiv davon abhalten, nachzudenken. Denn es nützt nichts. Es nützt wirklich nichts.

Und so kriege ich heute Besuch und bin ab Samstag selbst Besuch. Ich unternehme etwas. Ich besuche Menschen, die normalerweise nicht auf meiner Liste stehen. Menschen, die viel in mir auslösen werden. Menschen in meinem Leben, die eine sehr große Rolle spielen, doch deren Existenz nur wenigen bekannt ist. Ein großer und gut behüteter Teil meines Lebens.

Doch um gestern sollte es gehen. Um… ich weiß auch nicht worum. Letztlich war es ein schöner Tag. Ich wurde über sexuellen Fähigkeiten eines Kollegen befragt, über meine sexuelle Orientierung und man(n) erzählte mir, wie man(n) mit offener Hose vorm Waschbecken stand und es für ein Pissoir hielt. Und so bekommt der gestrige Tag mal wieder nicht das Thema, was eigentlich das Wichtigste sein sollte. Nein, etwas völlig anderes bestimmt den Tag. „Dann ist es jetzt doch Zeit für ein zweites Date.“ hieß es vormittags von einem Kind. Schon mittags setzten wir es in die Tat um. Das ging schnell. „So wird das aber nie was.“ warf ein anderer ein, als mein Kollege und ich uns unspektakulär begrüßten. Ja, da gibt es eine große Gruppe von Menschen, die uns einerseits schon als Paar sehen und andererseits daran arbeiten, dass wir es werden. Ja, ich glaube das alles werde ich eher in Erinnerung behalten als alles andere an dem Tag. Es ist nicht wichtig. Es ändert mich nicht, nur wieder einmal den Blick anderer auf meine Person. Bei manchen zum Guten, bei vielen zum Schlechten.

21.04.2012 um 12:36 Uhr

Mir ist schlecht

von: indalo

Seit Tagen schlafe ich schlecht. Seit Tagen habe ich Hunger, das ist nicht normal. Echt nicht. Ich kann drei Scheiben Schwarzbrot zum Frühstück verputzen und trotzdem knurrt mein Magen im Anschluss als hätte ich drei Tage nichts gegessen. Normal ist das nicht. Das Sattgefühl hatte ich schon ziemlich lange nicht mehr, egal wie viel ich gegessen hab.

Neulich wurde ich gefragt, ob ich bei Frust, Kummer oder Stress zu denen gehöre, die viel essen oder denen, die eben nicht mehr essen. Ich hatte darauf keine Antwort, weshalb ich letztlich meinte, dass es mal so und mal so ist. Mal stopf ich tonnenweise Schokolade in mich rein, mal vergess ich das Essen komplett. Doch so langsam wird mir klar, dass unwichtig ist, was ich esse. Auffällig ist, dass mein Magen mir Hunger signalisiert. Egal wann, egal wie. Prinzipiell verfolge ich die Theorie, dass wenn der Magen sagt, er möchte etwas haben, er das auch bekommt. Doch manchmal bin ich schlichtweg zu faul aufzustehen.

Doch jetzt überlege ich, dass ich einfach Essen nachfüllen muss. Bequemlichkeit hin oder her. Denn mir scheint, dass all die Energie, die ich gerade habe, all die Euphorie, die Freude und die Anspannung eben auch körperlich anstrengend sind. In den letzten Tagen hatte ich immer wieder das Gefühl, vor Energie zu platzen – doch irgendwoher muss die ja auch kommen. Also essen. Ganz viel essen. Was schwierig ist, wenn ich normalerweise schon zwei bis dreimal am Tag ne warme Mahlzeit zu mir nehme. Zumindest wenn ich zu Hause bin. Und das ist das nächste Stichwort. Es geht mir ja so unglaublich gut. Doch wenn ich zu Hause bin, sieht das anders aus. Dann geht es mir nicht prinzipiell schlecht, aber gerade dieses Wochenende ist dafür prädestiniert, dass es mir mies geht. Das sagte mir schon mein Körper, als mir gestern Nachmittag mal wieder echt schlecht wurde. Bus fahren bringt mein Inneres gelegentlich aus dem Gleichgewicht, und wenn, dann ist meist auch irgendwas aus dem Gleichgewicht. Und so gut ich mich auch fühle, so wenig bin ich im Gleichgewicht. Und dass meine Stirn glüht, ist sicherlich auch kein gutes Zeichen. Mir geht’s zwar nicht schlecht, aber mir ist schlecht. So richtig. Was womöglich auch mit all den leeren Süßigkeitsverpackungen um mich rum zu tun hat. (Nein, die sind nicht leer, weil ich das alles gerade gegessen habe. Das ist nicht das Problem.) Immer wieder auf die Verpackung zu gucken, immer wieder das Bild im Kopf und die Erinnerung des Geschmacks im Mund auszulösen, bringt meinen Magen echt durcheinander. Ich muss essen, obwohl mir schlecht ist.

Und das Fazit des Ganzen: So gut es mir auch geht, so nervös, aufgeregt und hilflos fühle ich mich seit einiger Zeit. Ja, mir wird ein Stein vom Herzen fallen. Ja, ich werde erleichtert sein, wenn es vorbei ist. Und ja, bis es soweit ist, wird es mir so gehen, wie eben beschrieben. Achterbahnfahren mit meinem Magen. Und am Besten ganz viel Arbeiten. Denn solange ich arbeite, geht es mir gut. Das Zuhausesein, nachdenken zu können, das macht mir zu schaffen.

19.04.2012 um 09:58 Uhr

Ich sollte es genießen, und mir scheint, ich tue es auch

von: indalo

Mir kam gerade die phänomenale Erkenntnis, dass ich diesen Prüfungsmist genießen sollte. Ja, doch. Es ist das letzte Mal in meinem Leben, dass ich derart geprüft werde. Insbesondere, da ich die Prüfung eines Bewerbungsgespräches ja schon hinter mir habe. Das war was. Vier Bewerbungsgespräche, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Ich glaub, auch da hab ich eine große Spannbreite an Erfahrungen sammeln können.

Wie auch immer, das wäre geschafft. Jetzt bleiben nur die letzten Prüfungen. Überprüfungen. Die letzten Male, die mir jemand wirklich was antun kann. Schon gestern hatte ich den Gedanken, dass jetzt ansteht, worauf ich seit Jahren hinarbeite. Das die finale Prüfung vor der Tür steht und mir das gar nicht bewusst war. Es ist soweit, das endgültige Urteil wird demnächst in mehreren Schritten gefällt. Faszinierend.

Und jetzt, da mir das bewusst ist, denke ich mir, dass ich es genießen sollte. Es ist zwar auch anstrengend, nervenaufreibend und emotional fordernd – aber hey, das ist Verliebtsein auch. Und ich kenne Menschen, die nach ein paar Jahren Beziehung von sich gaben „Manno, ich werde nie wieder verliebt sein, nie wieder diese Aufregung erleben.“ Das nahm ich schmunzelnd hin, wohl wissend, dass ich das noch erleben darf. Doch das jetzt, das werde ich dann nicht mehr erleben. Es ist auch nicht so schade drum, ich bin froh, wenn’s vorbei ist. Aber das muss mich ja nicht daran hindern, das Aufgewühltsein zu genießen. Meinen Spaß damit zu haben. Und womöglich weiß mein Inneres das schon ne Weile. Denn mir geht’s unbeschreiblich gut. Ich fühle mich voll, gefüllt, erfüllt. Ich lebe ein erfülltes Leben.

13.04.2012 um 08:01 Uhr

Hibbelig

von: indalo

Ich bin total hibbelig. Es ist alles in Bewegung. Jede Faser meines Körpers vibriert. Mein Leben ist im Aufbruch. Ich ziehe um. „War es komisch für dich, zurück zu fahren?“ Nein. Ich bin nicht zurück gefahren. Ich bin nicht mehr hier, das Hier, diese Stadt, ist nur ein Zwischenstopp. Ich bin schon weg, innerlich bin ich schon lange weg. Jetzt so richtig. Ich richte meine Wohnung ein, ich plane gesellige Abende mit meinen Freunden in meinem zukünftigen Wohnzimmer. Ich baue mein Leben gerade aus – in meinem Kopf. Noch ist es Zukunft, doch diese Wohnung sagt mir so sehr zu, dass ich mich schon darin wohnen sehe. Dass ich schon dort wohne. Nicht mehr hier.

Und nicht einmal der Gedanke, dass ich meiner Familie dann definitiv häufiger begegne, schreckt mich ab. Ich kann sogar mit dem Gedanken leben, dass man einfach spontan vor der Tür steht. Erstaunlich… einfach erstaunlich.

Es geht mir gut. Es geht mir richtig gut. Auch wenn ich nervös bin. Ich fühle mich. Ich fühle mein Leben. Und all diese Streicheleinheiten für meine Seele tun unglaublich gut. „Ich glaube die anderen wissen es nicht so sehr zu schätzen, dass du zurückkommst, wie ich.“ – „Das stimmt, denn ich glaube, sie wissen es gar nicht zu schätzen.“ Ich glaube wirklich, dass sie es nicht wissen. Sie denken, ich wäre nie gegangen. Doch das bin ich. Viele Monate und Jahre war mein Leben woanders. Jetzt bringe ich es an den Ort zurück, wo ich meine Freunde fürs Leben gefunden habe. Und ich werde mit offenen Armen empfangen. Nicht nur privat, nein, auch beruflich. Und diese Euphorie lässt mich durchs Leben schweben. Es ist die richtige Entscheidung. Ich nehme diesen Job nicht nur, weil er sich anbietet, sondern weil ich mich wohl damit fühle. Schon als ich das Stellenangebot las, bewegte sich mein Inneres.

12.04.2012 um 13:26 Uhr

Weil es mich glücklich macht

von: indalo

Ich hab n Job. Vorhin bekam ich eine Email meiner zukünftigen Chefin. Direkt nach dem Lesen griff ich nach dem Telefon und rief sie an. Sie begrüßte mich freudestrahlend am Telefon. Ja, sie mag mich. Sie will mich. Wir finden zueinander.

Gestern sagte ich noch ein wenig zögerlich zu. Gestern wollte und sollte ich mich ja melden. Dann gab’s noch einiges hin und her, ich war schon entschieden, konnte mich aber nicht entscheiden. Ich war gestern noch bei zwei weiteren Vorstellungsgesprächen von denen auch das zweite echt gut lief. Sehr schöner Ort, sehr guter Ruf, doch, da würde ich auch gerne arbeiten. Nur die Distanz zu meinem Lebensmittelpunkt wäre größer. Was seine Vorteile hat, durchaus. Hin und her, vor und zurück. Wie soll man sich da entscheiden.

Die Argumente fliegen durch meinen Kopf, womöglich sollte ich sie aufschreiben. Vielleicht eine Liste machen. Pro und Contra. Doch seit wann fälle ich meine Entscheidungen so? Noch bevor ich die Email heute bekam, rief ich meinen Vater an. „Papapapapapa, ich hab n Job.“ Er freute sich für mich. Ich erzählte ihm von all den Bewerbungsgesprächen, von den Argumenten, die mir spontan einfielen und ließ es auf ihn wirken. Er meinte, ich hätte mich für den Job von gestern entschieden. Ich verneinte vehement. Ein Zeichen. Nein, ich hatte mich nicht dafür, nur eben auch nicht dagegen entschieden. Bei den anderen Vorstellungsgesprächen wurde klar, dass ich da nicht unbedingt hin möchte. Das eine keinesfalls, das andere nur, wenn gar nichts geht. Sozusagen um den Fuß in der Tür zu haben.

Doch die Freude, die ich in der Stimme meiner zukünftigen Chefin hören konnte, überzeugte mich. Die Freude spiegelte sich in mir wider. Die Argumente bleiben, pro und contra. Auch hier gibt es Gegenargumente, ein sehr großes sogar. Doch ich bin bereit, das auszuprobieren, ich nehme die Herausforderung an. So bleibt mir als Antwort auf die Frage, warum ich mich letztlich für das erste Vorstellungsgespräch entscheide, nur die so einfache Antwort: Weil es mich glücklich macht. Ich fühle mich gut mit der Entscheidung. Ich fühle mich willkommen, gemocht und bestätigt. Und ein wenig hab ich den Bonus, dass die mich die nächsten zwei Jahre auf Händen tragen werden, da sie mich wollen. Für lange. Und ehrlich wie ich bin, stellte ich beim Gespräch klar, dass ich womöglich wieder weggehen werde. Alle anderen schlagen die Hände überm Kopf zusammen, wenn man n Job will, sollte man sagen, wie toll das alles doch ist. Nein, ich spiele lieber mit offenen Karten und sage, was ich will und was die Zukunft bringen kann. Und trotz dessen wollen sie mich, trotz dem Wissen, dass ich in zwei Jahren womöglich wieder gehe. Sie wollen mich wirklich. Und am Telefon sprach sie schon wieder davon, dass sie dann ja daran arbeiten können, mich zu überzeugen. Ein Schmunzeln ging mir über die Lippen. Ich fühle mich geehrt.

Und dass mir gerade eben der nächste mit den Worten „sehr gerne machen wir Ihnen nach dem sehr netten Vorstellungsgespräch ein Stellenangebot“ und „Sie passen gut in unser junges Team“ Honig ums Maul schmiert, fühlt sich gut an. Doch bevor einer Angst um das davonfliegen meines Egos hat, ich bin mir wohl bewusst, dass sie mich auch einfach brauchen. Bestimmt habe ich auch überzeugt mit meinen offenen Karten und meiner ehrlichen Art, aber nichtsdestotrotz hatte ich wohl auch keine Konkurrenz. Wenn jedoch die zweiten von gestern mich auch wollen, dann schick ich mein Ego ins All, denn das würde so richtig was bedeuten. Doch auch dann würde ich bei dem Job bleiben, dem ich jetzt zugesagt habe. Denn ich stehe zu meinem Wort, und nehme die Herausforderung gerne an. Jetzt muss ich nur noch die Prüfungen bestehen, besser als bestehen. Denn ohne die richtigen Noten bringt das alles nichts. In zwei Wochen weiß ich mehr.

10.04.2012 um 14:42 Uhr

Glück, Glück, Glück

von: indalo

Glück haben ist was tolles. Und ich habe gerade Glück. Ganz viel. Zwei Bewerbungsgespräche habe ich hinter mir, gleich das erste lief super. Total toll. Und ich glaube, die wollen mich. Und ich glaube, ich will sie. So ganz klar ist mir das aber noch nicht. Gleich werd ich noch nen Spaziergang machen um mit jemandem ausführlich zu reden. Nicht nur allgemein und aus meiner Sicht, sondern direkt über die Arbeitsstelle. Das wär was. Ouh man. Und die wollen sich heute entscheiden. Ich dann morgen. Denn morgen soll ich anrufen und wir bereden alles. Oh Hilfe. Ein wenig Überforderung bleibt. Besonders nach den letzten zehn Tagen, die mich emotional bis an meine Grenzen gefordert haben. Ich fühle mich wie en gespanntes Gummiband, gedehnt bis an die Grenzen. Jeder Mensch, der mir begegnete, war eine neue Baustelle. Ich wurde mit schlechten Nachrichten überhäuft, die man sonst nur aus dem Fernsehen hört. Ein schlechter Film war das, und doch so real. Und da wünsche ich Glück.

Dann bekam ich vor nicht einmal einer Stunde ein Wohnungsangebot und von dem, was ich bisher weiß und sehen kann, ist die Wohnung perfekt. Perfekt für mich. Sofort angerufen, Termin gemacht und morgen werd ich wissen, ob die Begeisterung, die ich jetzt schon habe, ihre Perfektion erreicht.

Doch nichtsdestotrotz brauche ich noch ein wenig Glück, denn ich wünsche mir noch eine andere Arbeitsstelle. Dass der Chef sich zumindest meldet und mir eine Chance gibt. Ich stand heute spontan vor der Tür und bewarb mich initiativ. Leider konnte ich die Unterlagen nur abgeben. Möge er sich melden. Möge ich dann ruhigen Gewissens dem ersten Job von heute zusagen. Ich habe gerade so viel Glück, dass ich nicht nach noch mehr fragen mag. Auch wenn noch nichts in trockenen Tüchern ist, so fühle ich mich gut. Sehr gut. Vor allem da es familiär gerade nett ist. Ja, ich kann nett sagen. Und das ist erstaunlich. Alles wird gut, ich kann es fühlen.