indalo

16.07.2012 um 08:46 Uhr

Es ist soweit

von: indalo

Es ist soweit. Der Tag ist gekommen. Endlich. Und mit jedem Tag mehr, mit jeder Aktion mehr, ist es wirklich Zeit. Ich laufe weg, ich eile davon. Ich kann einfach nicht mehr.

Meine Wohnung ist übergeben und ich bin zutiefst erfreut, dass es problemlos klappte. Am Tage meines Umzugs sah es nämlich nach einem stressenden Vermieter aus. Ach was, es sah nicht nur so aus, nein, er stresste da schon unglaublich rum. Als ich am nächsten Tag die Wohnung übergab, fürchtete ich, dass es weitere Diskussionen geben würde. Doch die gab es nicht. Überraschenderweise wurde alles abgenickt. Gut, dass ich mich da nicht reingesteigert habe und einfach dachte, dass wenn er stresst, ich mich dann damit beschäftigen werde. Die Diskussion vom Vortag wurde noch einmal aufgerollt, doch ich hab ihn direkt platt gemacht. Da hat er keine Chance. Die Stellen, die er mir vorwerfen wollte, die gab es schon bevor ich einzog. Und ich hab Fotos.

Das ging also alles reibungslos über die Bühne. Doch stressen tun mich meine Kollegen. Diejenigen, die dasselbe Prozedere hinter sich haben. Heuchelei, so nannte man es gestern. Und das trifft es sooo sehr. Sie heucheln. Und damit kann ich nicht. Selbst nachdem ich sie drauf anspreche und klipp und klar sage, dass ich mich daran weder beteiligen will, noch werde, machen sie weiter damit. Geschenke für jemanden sollte es nur geben, wenn sie verdient sind. Ansonsten entsteht ein falsches Bild, nämlich dass sie verdient wurden. Dass gute Arbeit geleistet wurde, wo dies nicht der Fall war. Und das war nicht der Fall. Doch ich möchte mich darüber nicht aufregen, ich möchte mich auch nicht mehr fragen, ob ich herzlos bin. Denn was die tun ist Heuchelei. Und ich möchte damit nichts zu tun haben. Ich möchte so auch nicht behandelt werden.

Es ist Zeit. Und es ist soweit.
Mal sehen, ob ich die Steine purzeln höre, oder ob sie wirklich gar nicht so schwer sind, weil ich’s doch gut verarbeitet habe. Ich werde gespannt lauschen, und das auch noch ein paar Tage. Auch wenn ich leichten Fußes gehe, so finde ich es doch schade, dass ich diese doch recht vielen Monate aus meinem streiche. Einfach so. Nur an eins werde ich mich erinnern, mit Freude erinnern. Und das werde ich in meinem Herzen einschließen, denn darauf wird vieles für mein zukünftiges Berufsleben bauen. Und das sind die guten Erfahrungen, die ich mit den Kindern gemacht. Die strahlenden Augen, die traurigen Augen, die lieben Worte, das ehrliche Gefühl. Keine Heuchelei. Nein, da hat (fast) niemand geheuchelt. Ich weiß, dass die Komplimente, die ich bekam, ehrlich waren. Genauso wie die Beleidigungen und Vorwürfe ehrlich waren.

Ich werde hoch erhobenen Hauptes gehen, wohl wissend nichts falsch gemacht zu haben und stolz darauf, trotz aller Windmühlen mir treu geblieben zu sein. Stolz auf die ehrlichen Worte, die mir manch einer zur Verabschiedung sagte. Manch ein Kind. Denn die Erwachsenen, ob Chef oder Kollege, verabschieden sich nicht einmal…

12.07.2012 um 16:40 Uhr

Danke, dass sie es mir so leicht machen, zu gehen.

von: indalo

Ich gehe. In nur wenigen Tagen. Für immer. Nein, ich werde nicht die Stadt meiden, ich werde vermutlich zu Stippvisiten wiederkommen. Oder zum Flughafen. Aber ich werde sonst nicht wiederkommen. Nicht so, wie ich jetzt hier war. Auch wenn ich es nie richtig war.

Und ich möchte gehen. So sehr, dass jeder Tag es gerade schlimmer macht. Heute schleichen die Tage wieder, auch wenn das albern ist. Im Grunde bin ich schon weg. Und ich gehe gern. Und dafür möchte ich den Menschen hier danken. Dafür, dass sie es mir so leicht machen zu gehen. Ich werde nicht traurig zurückblicken, ich werde gar nicht traurig sein. Oder doch, ein wenig. Darüber, dass mir nichts aus diesen vielen Monaten bleibt. Was nicht stimmt, es war nicht alles schlecht. Gewiss nicht. Ich habe ganz viel geliebt. Aber dafür hab ich vieles auch gehasst. Wirklich gehasst. Da ist so viel Energie bei draufgegangen, so viel kaputt gegangen, dass es gut ist, dass es vorbei ist. Dass ich mir wieder näher kommen kann, dass ich die Frage „Bekommste irgendwann deine innere Ruhe wieder“ bejahen kann und nicht spontan verneine. Denn das tue ich. Es ist so eingebrannt, das Fluchen, die Schimpfwörter, die gedachten Aggressionen. So möchte ich nicht sein und so möchte ich auch nicht durch mein Leben gehen. Ich möchte es hinter mir lassen und ich glaube, das wird mir gelingen. Denn eigentlich liegt es schon lange hinter mir. Schon vor einige Monaten kehrte ich nicht hier her zurück, ich war nur auf Zwischenreise. Schon da fühlte es sich so an. Doch trotzdem ändern die letzten Tage noch mehr, ich merke, dass ich entwurzelt werde. Nicht, weil ich in dieser Stadt oder mit sonst irgendwas von hier verwurzelt wäre, aber ich bin es mit meiner Wohnung. Mit dem Inhalt meiner Wohnung. Es wird mir auch nicht leid tun, die Wohnung herzugeben. Zu viele Schwierigkeiten. Jeder, aber auch wirklich jeder macht es mir leicht, zu gehen. Und jede neue schlechte Nachricht oder Begebenheit, die ich in dieser Stadt erlebe, reiht sich dort ein. Ich nehme sie mit den Worten: „Danke, dass sie es mir so leicht machen, zu gehen.“ hin. Mein Gesprächspartner seufzt resigniert: „Das ist jetzt das Allheilmittel, was?“ Ja, ist es. Doch eigentlich ist es eher Resignation.

11.07.2012 um 21:14 Uhr

Mistkerl

von: indalo

So ein Mistkerl. Ha, ich fass es nicht. Mir fiel kurzfristig ein, dass ich ja mal jemanden fragen könnte, der das gleiche System durchlaufen ist wie ich, was sie denn für eine Note bekommen hat. Nicht im Ganzen, das interessiert mich nicht, nur bei einer Sache. Ich hätte nicht fragen sollen. Schon als es mir einfiel dachte ich, dass ich nicht fragen sollte. Die Wahrscheinlichkeit besagte, dass mir die Antwort nur Kummer bereiten würde. Und doch musste ich fragen um Klarheit zu haben. Um mich aufregen zu können. Und so werde ich mit Wut gehen, mit ganz viel Energie und nie in Versuchung geraten, zurück zu blicken. Zu viel Mist ist geschehen, zu viele Mistkerle sind mir begegnet. Und er reiht sich ein. Schon lange. Ich überlegte lange, was er mir für eine Note geben würde. Der Tag, an dem ich erfuhr, dass er diese Note festlegen würde, war ein schwarzer Tag. Wirklich, ein ganz schwarzer Tag. Doch nach einiger Zeit rappelte ich mich auf und kam zu der Erkenntnis, dass er mir gar nicht so sehr schaden kann. Nicht schaden, aber gut tun wird er mir auch nicht. Und so bekam ich das Ergebnis und empfand Genugtuung. Er traute sich nicht, mir etwas schlechteres zu geben.

Ha, und da klingelte das Telefon und ich schickte meine Wut übers große Wasser. Jetzt bin ich nicht mehr wütend, aber bescheiden find ich die Situation nach wie vor. Mistkerl. Moment, ich sollte einfach das hier drüber noch mal lesen, dann komm ich womöglich wieder in Stimmung.

So, ja, er traute sich also nicht mir ne schlechte Note zu geben, aber es hätt auch besser sein können. Macht nichts, ich kann damit leben. Er wird seine Gründe haben, so dachte ich. Und ich habe kein Problem damit, streng bewertet zu werden. Ich habe aber sehr wohl ein Problem damit, ungerecht behandelt zu werden. Und als ich jetzt erfuhr, dass jene Person eine bessere Note hat als ich, erwachte der Löwe in mir. Nee, das geht nicht. Ich möchte nicht darüber diskutieren, wer seinen Job besser macht, ich maße mir nicht an, darüber zu urteilen, wie sie ihren Job macht. Es geht mir einzig und allein um diese eine Note, darum, wie man sich einsetzt, was man für andere tut, etc. Und ich habe weiß der Himmel eine Menge für meinen Arbeitgeber getan. Ich hab sie in einem viel zu guten Licht dastehen lassen und besagte Vergleichsperson hat nichts, aber wirklich auch rein gar nichts dergleichen getan. Und das kann nicht richtig sein. Hätte sie die gleiche Note bekommen, wäre das auch okay gewesen. Aber nicht, dass sie eine bessere hat. Das ist Willkür. Eine Willkür, auf die er nicht zu reagieren vermag. Als ich ihn darauf ansprach, ob er mir sagen könne, wie ich mich verbessern kann, hieß es nur, über diese Note wird nicht diskutiert. Ich wiederholte, dass ich doch nur Verbesserungsvorschläge hören möchte und er blieb auf dem Standpunkt, dass darüber nicht geredet wird und das nicht Gegenstand eines Gesprächs ist. Er hatte Angst. Entsetzen in seinen Augen, denn er wusste nichts zu sagen. Ich habe den Vergleich gar nicht erwähnt, auch wenn es nur darum geht. Aber ich würde sehr gerne wissen, was er bei ihr sieht, was er bei mir nicht sah. Einfach nur das. Ich möchte nicht behaupten, perfekt zu sein, ich erwarte keine Perfektion von mir und noch weniger von meinen Noten. Und ich erwarte auch nicht, dass er perfekt ist. Er darf Fehler machen, aber seine Reaktion zeigt mir, dass das gewiss kein Fehler war. Es war Absicht. Ich habe ihm zu oft widersprochen, ihm zu oft meine Meinung gesagt und überhaupt eine gehabt. Ja und Amen sind nicht Bestandteil meines Wortschatzes. Nie gewesen, egal in welcher Situation. Sie werden es auch nicht. Ich kann besser mit mir leben, wenn ich das sage und tue, was ich für richtig halte. Egal wie oft ich dafür gegen Windmühlen kämpfen muss.

08.07.2012 um 20:53 Uhr

... , ich liebe dich, weil du so bist wie du bist.

von: indalo

„Wie sehr hasst du mich eigentlich gerade?“ – „Sehr.“ kam die stöhnende Antwort. Ja, das tut sie. Mit Recht. Denn ich bin gnadenlos zu ihr. Sonst kennt sie mich als den verständnisvollen Gesprächspartner, der ihre Handlungen und Entscheidungen für sie logisch macht und sie in allem unterstützt. Aber schon Anfang der Woche, am Dienstag, als ich stundenlang bei ner Behörde wartete, traf ich mehr Aussagen als ich Fragen stellte. „Du sollst mich doch unterstützen und mir sagen, dass ich alles richitg mache.“ – „Nein, wenn du dich derart daneben benimmst, dann sag ich dir das.“ Schweigen. „Du bist n Idiot.“ Schweigen. Und dann legt sie kurze Zeit später auf. Nicht nur als Reaktion darauf, sondern in Bezug auf das ganze Telefonat. Ich hab sie durchgängig zur Sau gemacht. „Meine Antwort wird dir nicht gefallen.“ – „Jetzt hast du die besten Chancen, du musst dir definitiv keine Sorgen darum machen, dass ich hier laut werde.“ Nicht, dass das sonst ein Problem wäre, aber damit konnte ich sie wenigstens aus der Reserve locken.

Erstaunlich finde ich daran, mit wie viel Humor ich die aktuellen Geschehnisse nehmen kann. Eigentlich müsste ich haareraufend dasitzen. Doch ich tu’s nicht. Das ist so idiotisch, das kann ich nur mit Humor nehmen. Noch. Denn wenn sich das jetzt wieder über Monate zieht, geht mir die Geduld aus. Vor allem da mein Sozialkontaktspuffer in den letzten Monaten echt geschrumpft ist. Bis hin zu einer Briefmarkendicke. Doch seit ein paar Tagen wird er wieder dicker und wächst. Das ist gut, sehr gut sogar. Und so kann ich ihre Idiotien und ihr Arschlochgehabe hinnehmen. Boa, was ist sie grad mies. Nicht zu mir, nein, nein, zu anderen. Wenn sie mich schlecht behandelt, merkt sie das nicht. Und auch das kann ich lachend sagen.

„Ich wunderte mich schon, dass du wieder anrufst.“ – „Du bist toll.“ – „Wieviel Überwindung hat dich das gerade gekostet?“ – „ … , du weißt dass ich dich liebe.“ *lach* „ … , ich liebe dich, weil du so bist wie du bist.“ und erst dann in einem sarkastischen Ton: „Sei ruhig weiter schonungslos ehrlich zu mir und bring mich zum Nachdenken.“
Ja, ich weiß dass du das tust. Ich weiß, dass ich dir unglaublich wichtig bin. Doch ich möchte nicht darüber nachdenken, wie lange es diesmal anhält. Nicht das Wichtigsein, denn das bleibe ich. Doch der Kontakt, das Erzählen, die Nähe. Ich fürchte, du wirst wieder gehen. Wenn sich die Wellen gelegt haben und du dich für eine der Frauen entschieden hast. Endgültig. Nicht nur vorgeschoben. Mann, bist du grad scheiße.

05.07.2012 um 22:04 Uhr

Worauf bist du stolz?

von: indalo

Worauf bist du stolz in deinem Leben? Egal ob beruflich oder privat, ob persönlich oder in der Gemeinschaft. Völlig offen. Worauf bist du stolz?

04.07.2012 um 20:21 Uhr

Abschied

von: indalo

Ich glaube, ich habe eben ein wenig Abschied genommen. Ich stieg aus dem Bus aus, steckte meinen neuen und fertig unterschriebenen Arbeitsvertrag in den Briefkasten und kaufte ein wenig Nahrung. Ich stand im Laden und wusste nicht recht, was ich da sollte. Also kaufte ich irgendwas. So schlenderte ich Buttermilch trinkend nach Hause. …und wurde melancholisch. Ein lauer Sommerabend, wie im Süden. Ich hatte kein Ziel, keine Planung und fragte mich, wozu ich nach Hause gehe. Die Ernüchterung kam irgendwie. Denn zu Hause sitzen bringt mir gerade nicht viel. Ich will weg. Ich will anfangen mit meinem neuen Leben und nicht noch das alte fristen. Ich möchte nicht die Tage zählen, auch wenn ich am Wochenende unter der Dusche feststellte, dass die Anzahl der Male, die ich diese Dusche noch betreten werde, gezählt sind. Endgültig. Ich erschrak bei meiner eigenen Aussage, dass ich nächste Woche umziehe. Auf einmal kommt es so plötzlich. Auf einmal ist es da. Was ich absolut nicht schade finde, kein Stück. Ich bin auch nicht traurig, dass ich gehen werde. Nur weiß ich noch nicht, wie ich mich verabschieden soll. Ob ich mich verabschieden soll. Von wem? Sollte ich jemandem danken? Wem und wofür, ohne dass es blöd rüberkommt. An wen denke ich nicht? Und wann mach ich mich vom Acker. Ja, da wurden einige Fragen losgetreten.

Heute habe ich eine Kollegin von mir zum ersten Mal richtig angesehen. Ich habe sie zum ersten Mal wahrgenommen und fand das ganz schön traurig. Denn ich hatte schon mit ihr geredet, aber das war nur zwischen Tür und Angel. Dieses Leben im Vorbeigehen ist manchmal schon erschreckend. Und ich bin ich genauso, und ich will es auch nicht ändern. Nur jetzt, ab jetzt sollte sich etwas ändern. Ich habe keine Ausreden mehr, keine Ausflüchte, jetzt muss ich anfangen zu leben. Ich muss aufhören, mir mein Leben zu denken. Ich muss akzeptieren, dass manche Dinge eben nicht mein Leben sind, oder eben nicht, solange ich darüber nachdenke. Denn im Grunde hab ich schon viele Punkte meiner zu-erleben-Liste abhaken können. Auch wenn mir das wahrlich nicht bewusst ist.

Ja, ich sollte heute nichts mehr tun. Ich sollte einen Film einlegen und ins Bett gehen. Vielleicht sieht die Welt morgen schon anders aus. Wieder energetischer und weniger melancholisch. Das kam so plötzlich und unerwartet.

03.07.2012 um 13:24 Uhr

begehrt

von: indalo

Manchmal fühle ich mich richtig toll. Gut, grandios und einfach so, als wär ich toll. Als bin ich es. Darüber müssen womöglich andere urteilen, aber ich fühle mich so. Toll, einfach toll.

Der gestrige Abend hat damit sicherlich einiges zu tun. Ich fühlte mich begehrt, gewollt und unheimlich anziehend. Und für mein Gegenüber war ich das auch, nicht zuletzt, weil man immer will, was man nicht haben kann. In dem Moment, in dem ich eine klare Grenze aufzeigte, flogen die Komplimente nur noch in meine Richtung. Ich weiß nicht, ob ich sie annehmen konnte, aber immerhin konnte ich mich bedanken. Und grinsen. Sowieso musste ich sehr viel grinsen. Anfangs noch die zaghaften Versuche, herauszufinden, was ich denke. Das Ansehen auf besondere Art, weil man ja zu flirten versucht. Ich versuchte, mich zu beherrschen und es nicht so analytisch zu betrachten. Es ging. Ich konnte den Abend genießen, das Essen, die Unterhaltung, die Offenheit. Doch ich musste sehr schnell alles klar stellen, denn ich will kein Arsch sein.

Und doch bin ich es. So richtig. Je nach Standpunkt bin ich ein richtiges Arschloch. Denn ich überlasse jedem selbst die Entscheidung. Ich bin offen, ehrlich und direkt. Ich stelle klar, was möglich ist und was nicht. Und wenn man mir dann nicht glaubt, wenn man sich trotzdem Hoffnungen macht, dann ist das nicht mehr meine Sorge. Ich tue das nicht aus Rücksichtslosigkeit, sondern weil ich so behandelt werden möchte. Denn wie kürzlich erwähnt, wünsche ich mir nichts mehr als so behandelt zu werden, wie ich andere behandel. Und in meinem Leben haben schon einige Entscheidungen für mich getroffen, die sie nicht hätten treffen sollen. Das möchte ich nicht und darum tu ich es auch nicht.

Außerdem spiele ich auch gerne, unter anderem mit dem Feuer. Vor allem aber auch mit Anziehung und Komplimenten. Selten in Worten, ich verteile Komplimente eher anders. Aber mit Anziehungskraft spiele ich gerne, was ich aber durchaus von der Spielerei mit Menschen abgrenzen möchte. Denn die Regeln stelle ich klar. Wer dann nicht damit klarkommt, soll mir das sagen. Und ich frage auch, ständig. „Das Angebot würd ich gern wann anders annehmen, aber du musst sagen, ob das okay ist.“ Und dann erwähnte ich, dass ich für einige Zeit eine Unterkunft bräuchte und wenn er nichts dagegen hat, ich gerne bei ihm nächtigen würde. Und ich sagte mehrmals mit einiger Zeit Abstand, dass er mir gerne sagen darf, dass es ihm damit nicht gut geht. Das wär okay. Aber das muss er mir sagen, dazu kenne ich ihn zu wenig.
Vielleicht bin ich egoistisch, vielleicht auch einfach nur n Arsch. Aber im Moment und gerade heute kann ich gut damit umgehen. Ich genieße einfach nur die Aufmerksamkeit, die mir zuteil wird. Von vielen Menschen, vor allem aber von fremden Menschen. Und deswegen genieße ich mein Leben, weil ich diese Aufmerksamkeit annehmen kann ohne mich bedroht zu fühlen und weil ich nicht von jeder lächelnden Person die Telefonnummer haben möchte.

01.07.2012 um 09:40 Uhr

ungläubig bei schlechten Nachrichten

von: indalo

Schlechte Nachrichten sind nichts für mich. Es fällt mir unheimlich schwer, sie zu glauben. Das hatte ich schon einmal bei dem Thema Tod erwähnt. Ich glaube es einfach nicht. Und auch bei anderen schlechten Nachrichten, die mir gerade präsentiert wurden, bin ich skeptisch, zweifle und frage mich, ob das n schlechter Aprilscherz ist. Aber würde jemand wirklich mit so etwas scherzen? Warum fällt es mir so schwer, das zu akzeptieren?

„Wenn du kommst, sind wir vermutlich getrennt.“ Und sie redete weiter. Einfach so. Nach ein paar Sätzen musste ich sie mit den Worten „Ich bin noch nicht über den Schock hinweg, dass ihr euch trennen wollt.“ unterbrechen. Das sagt sie mir einfach so. Natürlich nicht einfach. Ich glaube sie weinte zwischendrin. Aber nicht wegen der Ehe, die gerade gescheitert ist, sondern wegen der Einsamkeit, die sie fühlt. Nicht in Bezug auf ihren Mann, nein, in Bezug auf Freunde. Sie hat keine. Ich glaube, genau bei der Aussage verließ sie ihre Fassung. Sie bekommt nie Besuch. Das kommt mir seit Jahren Spanisch vor, aber ich denke mir ja immer, jedem das seine. Soll jeder sein Leben so führen, wie er möchte. Ich kann nicht ohne Freunde, und sie hat es nur einige Jahre durchgehalten. Die ersten davon hatte sie mich, doch auf Grund der großen räumlichen Distanz wurde das weniger. Es hat nicht aufgehört. „Wir sind gut befreundet und ich weiß nicht, wo du wohnst.“ Ich finde es sehr schön, dass sie das so sagt und auch so sieht. Und doch erschreckend, dass sie mich nicht über so wichtige Ereignisse in Kenntnis setzt. Dass ich wieder einmal nur durch Zufall erfahre, was im Leben meiner Freunde passiert. Dass hatte ich im Januar schon mal. Da war’s aber noch aktuell, da hab ich dann die ganze Trennungsphase miterlebt, konnte ihr beistehen. Doch jetzt? Jetzt erzählt sie mir, dass das schon seit einem Jahr der Gedanke ist. Seit wann es wirklich feststeht, weiß ich nicht. Womöglich möchte ich das auch gar nicht wissen. Vielleicht erfahre ich das ja, wenn ich da bin. Wenn wir live reden können und nicht durch irgendwelche Mobilfunkwellen unterbrochen werden. Denn das wurden wir mehrmals.

Und ich wache auf und frage mich, ob das wirklich passiert ist. Ob die sich jetzt wirklich trennen. Nach zehn Jahren. Doch noch mehr beschäftigen mich die dunklen Geheimnisse, die es seit Jahren gibt. „Ich erinnere mich noch genau, wie du immer meintest, dass du nicht verstehst, warum wir nicht einfach heiraten, wenn wir uns doch lieben. Da stellte er mich vor die Wahl, ihn zu heiraten oder eben nicht. Da sagte er, wenn ich ihn heirate, weiß er, dass ich ihn liebe und ist nicht mehr so eifersüchtig.“ Will sie mir damit sagen, dass er ihr keine Wahl ließ und sie ihn deswegen heiratete? Warum? Ich bin schockiert, dass er wirklich dermaßen eifersüchtig zu sein scheint. Aber ich bin noch entsetzter, dass sie das eigentlich schon so lange weiß und trotzdem mitmacht. Dass sie jetzt erst denkt: „Wenn ich ihm in den zehn Jahren nicht helfen konnte, werd ich es nie können.“ Da hat sie womöglich recht. Wieder eine Beziehung, die auf Ausreden basierte. Sie hat vieles entschuldigt, hingenommen und gedacht, wenn endlich alles fertig ist, können sie normal leben. Doch es hat nicht funktioniert. Und ich wünsche meiner lieben, mir sorgenbereitenden Freundin, dass es ihr nicht so gehen wird. Dass sie nicht auf einmal aufwacht und feststellt, dass das nicht das richtige ist. Dass sie keine Entschuldigungen für ihren Mann sucht, die ihr irgendwann ausgehen. Meine Beziehung lief nicht anders. Ich habe viel durchgehen lassen, weil unser beider Leben alles andere als normal war. Doch als ihr Leben an Normalität gewann und ich zumindest vorübergehend eine Ruhephase hatte, wurde mir sehr schnell klar, dass es nicht passt. Wir hätten das Spiel auch noch n halbes Jahr spielen können, doch auch sie sah ein, dass ich nicht richtig bin. Wir haben nicht gepasst, wir sind zu unterschiedlich. Und so denke ich mir, dass ich was richtig gemacht habe. Ich bin keine weitere Beziehung eingegangen, solange mein Leben keine Normalität hatte. Oder noch nicht hat. Denn die kommt erst später. Und im nächsten Leben, was mir ja gerade bevorsteht, bin ich dann bereit. Bereit, mich auf jemanden einzulassen. Und das mit dem Wissen, was ich will. Nämlich jemanden mit einem eigenen Leben. Doch die Erfahrung zeigt, dass es davon nur wenige gibt. Erschreckend, wie ich finde.