indalo

25.12.2012 um 10:01 Uhr

Für immer in meinem Herzen

von: indalo

Da war neulich eine Email in meinem Postfach. Ich sah, was es war. Ein Kommentar. Ein Kommentar zu einem Video. Ich habe ihn mir nicht angeguckt, ich wollte das in Ruhe machen. In Ruhe noch einmal das Video sehen. Und so saß ich gerade hier und folgte dem Link. Ich öffnete das Video und es war, als würde eine Flutwelle über mich hereinbrechen. Es erklang ein Lied, ich sah Fotos und Videos. Ich hörte Stimmen. Ich fühlte. So sehr. Es haute mich um. Zwischendurch klingelte mein Telefon, weshalb ich das Video und sämtliche Emotionen stoppte. Doch kaum ließ ich das Video weiterlaufen, sprudelten die Emotionen wieder raus. Für immer in meinem Herzen. So beginnt das Video. Und ja, ich weiß, dass der Macher des Videos das auch so meint. Für immer in meinem Herzen. Das wusste ich auch damals, als ich ging. Diese Zeit ist in meinem Herzen, vergraben und eingeschlossen in einer Kiste. Es tut weh. Doch, irgendwie tut es weh. Deswegen musste es damals in diese Kiste und dort muss es auch die meiste Zeit meines Lebens bleiben. Verschlossen, weil es wehtut. Mein Herz blutet. Und nur wer dabei war weiß, was es uns bedeutet. Nicht nur bedeutet hat, nein, auch noch bedeutet. Für immer. Denn heute tut es noch genauso weh wie damals.

“Du bist das Beste, du bist der beste Teil von mir. Du bist diese Liebe, die ich niemals gehen sehen möchte. Du bist das Beste, du bist der beste Teil von mir. Du bist diese Liebe, mein Grund zu leben.“

20.12.2012 um 10:45 Uhr

Ungeklärt

von: indalo

Es bleibt für mich ungeklärt, warum manche Dinge mich so beschäftigen. Ich finde keine Antwort darauf und habe noch keinen Lösungsweg gefunden. Demnach konnte ich ihn auch noch nicht antreten. Und ich suche… seit Jahren. Immer mal wieder steh ich da und frag mich, was das soll. Ob ich eine Antwort finden kann, finden will, finden soll… ich denke, ich will. Ich suche doch immer wieder. Ich weiß nur nicht, ob ich soll, ob es was ändert. Ob es etwas ändern kann. Ob es notwendig ist um etwas zu ändern.

Die Geschichte soll sich nicht wiederholen, und ich frage mich, ob es dafür schon zu spät ist.

18.12.2012 um 19:23 Uhr

Von tollen Chefs und Beförderungen

von: indalo

Dass ich meinen Job mag, das weiß ich schon länger. Absolut und grenzenlos. Doch diesmal soll es – auch nicht zum ersten Mal – um die Arbeitstelle gehen. Denn auch die ist grandios. Meine Chefin, ein Traum. Meine Kollegen, grandios. Das Klientel? Hmm, könnte besser sein. Nicht alles kann perfekt sein. Denn wäre das Klientel nicht so schwierig, hätten die Kollegen keine Chance, so grandios zu sein.

Mich fasziniert ungemein, wie mein Alltag funktioniert. Ganz egal, was ich möchte, ich finde immer jemanden, den ich fragen kann. Sicherlich hängt das auch mit meiner Fähigkeit zusammen, alles mögliche gleichzeitig zu machen, aber um die Gelegenheit dazu zu bekommen, muss auch alles andere laufen. Und das tut’s. Wann immer ich mir vorgenommen habe mit jemandem zu reden, habe ich diese Person auch gefunden. Und das liegt nicht an mir, auch nicht an den anderen, sondern an… am Glück? Daran, wie es hier funktioniert. Es ist toll, es ist grandios, ich liebe es.

Tja, und heute? Da bekam ich wieder so viel Input, so viele Streicheleinheiten, so viel Bestätigung. Meine Chefin ist toll, das sagte ich schon. Doch ich möchte noch einmal betonen, wie toll sie ist. Nicht nur aus Eigennutz, gar nicht, sondern einfach, weil es ihr Verständnis ihres Jobs ist, sich um ihre Untergebenen zu kümmern. Ich trat letzte Woche mit einer sehr komplizierten Frage an sie heran. Viele verschiedene Antworten hatte ich schon gehört, doch sie war die erste, die mir die Antwort gab, mit der ich gerechnet habe. Die meiner Meinung nach richtige, die Antwort, die einem die Logik geben würde. Ich erwähnte, dass ich anderes gehört habe. Sie wollte sich darum kümmern. Als ich gestern noch mal kurz in ihrem Büro stand um zu erwähnen, dass noch jemand anderer Sicht war als wir, wurde es ihre Priorität. Schon heute zitierte sie mich zu sich um mir hinter verschlossener Tür die Antwort zu geben. Warum hinter verschlossener Tür? Weil ich sie auch dort fragte. Weil es… den Kollegen womöglich nicht gefällt, würde ich davon reden, dass ich noch nicht sicher sei, für immer zu bleiben. Ihr sagte ich es beim Bewerbungsgespräch und sie geht entspannt damit um. Ich glaube, sie schätzt meine Offenheit sehr. Und deswegen erfragte sie für mich jene Antwort. Eine Antwort, die wichtig ist, weil ich mir alle Wege offen halten möchte. Ich möchte nicht aus Versehen eine Entscheidung treffen. Ich möchte sie richtig treffen. Und sie unterstützt mich darin, auch wenn es vielleicht nicht das Beste für sie ist.
Davor ziehe ich meinen Hut.

Das zweite oder eigentlich erste Gespräch gab mir zu verstehen, wie sehr ich geschätzt werde. So richtig mag ich meinen Ohren nicht trauen, doch mir wurden Dinge verraten, die man nicht jedem sagen würde. Es geht um die Chefetage und deren Handhabung. Und darum, für welche Beförderung ich mich bewerben sollte. Ich wurde tiefgehend beraten und auf Grund der Umstände noch ein paar Tage vertröstet. Und dann hieß es, dass wenn man weiß, dass ich mich dafür interessiere, man ja auch in die Wege leiten kann, dass es schneller vorankommt. Und das nehme ich als sehr positives Zeichen. Ein Zeichen, mit dem ich in den Endjahresurlaub gehen möchte. Mit diesem positiven Gefühl. Und ich danke meinen Kollegen, Beratern und Chefs, dass sie es mir ermöglichen.

15.12.2012 um 20:15 Uhr

Die Karussellfahrt

von: indalo

Mein Kopf arbeitet. Unentwegt. Die Nächte werden kürzer und eindeutig weniger erholsam. Heute war mal wieder ein Arbeitstag. Einer dieser Tage, die ich erstaunlich gut hinter mich brachte, doch heute war da nur Leere. Der Tag verging, er war auch nicht zäh, doch ich hatte unglaubliche Schwierigkeiten, mich zu konzentrieren. Womöglich fehlte mir auch der Wille dazu. Da springt so viel umher und ich würde so gerne eine Entscheidung treffen. Ich springe wirklich hin und her. Selten war ich so unentschlossen. Meist wusste ich, was ich wollte, nur nicht, wie sehr. Jetzt weiß ich gerade nicht, was ich will und wofür. Oder warum.

So entstanden Bilder einer Karussellfahrt. Mein aktueller Zustand. Nein, ich habe nicht das Gefühl in einem Karussell zu sitzen und nicht aussteigen zu können. Nein, ich habe auch nicht das Gefühl, dass mir alles zu schnell ist. Ich will nicht aussteigen. Es ist mir auch nicht zu schnell, eher im Gegenteil, ich will schneller weiter sein. Ich solle Geduld haben. Hab ich Geduld mit mir? Ich finde schon. Aus einer Not heraus geboren entwickelte ich Geduld mit mir. Glaube ich. Doch habe ich dann Geduld mit mir oder der Not? Zu viele Fragen.

“Wann glaubst du hat die Karussellfahrt ein Ende?“ Das wurde ich gefragt. In ein paar Jahren, so hoffe ich. Jahrzehnte wollte ich dem nicht unbedingt geben. Aber Jahre, das schon. Doch womit fülle ich diese Jahre? Und weshalb fülle ich sie?

Ich habe das Bedürfnis, darüber zu reden. Doch ich habe das Bedürfnis mit jemand Neutralem darüber zu reden. Ich möchte nicht mit Freunden reden, aber auch nicht mit völlig Fremden. Ich möchte mit jemandem reden, der mich ein wenig kennt, der aber vor allem das System kennt, in dem ich arbeite. Jemandem, der mir womöglich noch ein paar Informationen geben kann, der aber hauptsächlich mit ein wenig Verständnis von außen auf meine Situation guckt und mich dann berät. Oder mir die richtigen Fragen stellt. Irgendwas, Hauptsache es entsteht Kommunikation. Denn in meinem Kopf ist es rund, sodass alles im Kreis geht.

14.12.2012 um 21:21 Uhr

Mein Kind

von: indalo

Sie hat „Mein Kind“ gesagt. So, und anders. Zu mir. Über mich. „Ich passe immer auf meine Kinder auf.“ Und sie meinte mich. Mich.

Womöglich habe ich doch einen Mutterkomplex, wer weiß das schon. Ich könnte jedenfalls dahin schmelzen, weil sie mich zu ihren Kindern zählt. Mich. Nicht nur ihren Schwiegersohn, auch mich. Ich bin begeistert. Und geschmeichelt.

Vor vielen, vielen Jahren habe ich eine fremde Frau in mein Leben aufgenommen und ihr eine Mutterfunktion zugestanden. Bis heute. Das war eine Sache, die können viele verstehen. Doch ist es genauso einfach zu verstehen, warum ich die Mutter einer Freundin in ihrer Mutterfunktion akzeptiere? Ich kenne sie nicht von Kindesbeinen an. Ich war schon noch Kind, aber doch recht groß. Und ich weiß, dass sie ihrer Tochter damals erklärte, dass nur die Familie zählt. Man solle aufpassen, was man seinen Freunden erzählt, nur die Familie bleibt für immer. Ich nahm es nicht persönlich, ich wusste, dass es nur ihre Art zu denken war. Und umso erfüllte es mich mit stolz, als sie anfing, mir Dinge aus ihrer Vergangenheit anzuvertrauen. Doch erst vor ein paar Jahren musste ich feststellen, dass nicht nur ich mir meinen Weg in ihre Welt gebahnt hatte, sondern sie auch in meine. Ihr wurde eine Wichtigkeit zu teil, die mir gruselte. Es war so, das konnte ich nicht leugnen. Und jetzt zu hören, dass sie mich zu ihren Kindern zählt, bestätigt nur, was ich damals schon fühlte. Wir sind verbunden. Einerseits durch ein ähnliches Verständnis von Liebe, andererseits durch die Liebe zu derselben Person.

12.12.2012 um 14:56 Uhr

Problem erkannt, Gefahr noch lange nicht gebannt

von: indalo

Man sagt immer so schön, Erkenntnis ist der erste Schritt auf dem Weg zur Besserung. Ich predige das auch regelmäßig. Doch was, wenn man diesen geschafft hat, aber keinen Schritt weitergeht? Wenn man stehen bleibt und sich nicht bewegt? Auch über Jahre nicht?

Gestern war ein beeindruckender Tag. Gestern war ich beeindruckend. Heute bleibt das Gefühl. Ich bin beeindruckend. Ich bin beeindruckt. Was war gestern? Ein zweistündiges Gespräch über meine Person. Meine Fehler, mein Unverständnis, mein Unvermögen. Ich hörte mir dies nun schon mehrere Male an. Ich nahm es mit einem Grinsen hin. Auch gestern. Das Gespräch lag nicht in meiner Hand, es gab einen Vermittler und Berater. Ich war eine Partei und sprach nur, wenn es gewünscht war. Es war schon beeindruckend, was man da zu hören bekommt. Welch ein Bild andere von einem haben. Und erschreckend. Heute wurde ich gefragt, wie ich das gestrige Gespräch empfand. Ich schwieg eine Weile, bis ich sagte, dass ich es ganz gut fand aber auch nicht weiß, was das gebracht haben könnte. Ich weiß nicht, was die Folgen sind. Ob es Folgen gibt. Ich weiß nur, dass es so nicht weitergehen kann. Das war also die eine Baustelle. Eine, an der ich auch an mir arbeiten muss. Denn so sehr ich mich auch bemühe, und so viele Steine mir dabei in den Weg gelegt werden und wurden, so sehr weiß ich auch, dass ich Fehler begangen habe. Fehler an Stellen, an denen ich sie nicht machen darf. Kleine Fehler, zwischenmenschliche Fehler. Nichts, was anderen auffällt oder sie mir vorwerfen, doch etwas, das mein Problem ist. Mein ganz persönliches, an dem ich arbeiten muss. Dringend.

Dann begab ich mich an einen Ort, in einen Raum, zu einigen Menschen um über einen Vorgesetzten zu reden. Jenen, der mich schon in den ersten Tagen in diesem Job zur Verzweiflung brachte. Kaum hatte ich angefangen, wurde ich weder ernst genommen noch respektvoll behandelt. Abgebügelt, abserviert und einfach desillusioniert. Meinem Empfinden und meiner Erinnerung nach, habe ich mich tierisch darüber aufgeregt um dann zu beschließen, dass ich abwarte. Dass ich erstmal das ganze System zu verstehen versuche um dann zu handeln. Ich erinnere mich nicht daran, mich in den letzten zwei Monaten aktiv über diese Problematik aufgeregt zu haben. Der ein oder andere Gesprächspartner sieht das interessanterweise anders, doch unabhängig von den Begebenheiten möchte ich meinem Gefühl trauen. Dem Gefühl, welches besagt, dass ich damit umgehen kann. Dass ich mit ihm umgehen kann.
So, jedenfalls begab ich mich dorthin ohne auch nur ansatzweise zu wissen, worauf ich mich da einlasse. Ich betrat die Höhle des Löwen und wurde gefüttert mit Informationen. Überwältigt. Das trifft es. Ich wurde und war überwältigt. Ich konnte gar nicht alles aufnehmen, was ich zu hören bekam. Zu Beginn äußerte ich mich, doch dann überließ ich anderen die Flur. Doch als nach ein paar Stunden meine Kollegen angegriffen wurden, als gesagt wurde, sie würden sich nicht mehr engagieren, fühlte ich es wachsen. Das Bedürfnis, etwas zu sagen. Ich merkte, dass man es mir auch ansehen musste. Ich meldete mich also zu Wort und begann zu reden. Ich steigerte mich rein, ich redete mich in Rage. Mit Leidenschaft. Und da war es wieder, das Tier in mir, welches manchmal geweckt wird. Ich redete und redete, gab Dinge von mir, von denen ich mir auch bis gestern nicht erträumt hätte, dass ich sie meinen Kollegen um die Ohren werfe. Ich sagte, das mir etwas so gar nicht passt, dass ich mich persönlich angegriffen fühlte und mir – obwohl ich nie Karriere machen wollte und auch nach wie vor nicht will – schon vor ein paar Monaten dachte, dass ich Karriere machen muss, und das nur, damit dieser Mann aus diesem Job fliegt.

Und dann kam sie, womöglich erneut, die Erkenntnis. Ich bringe es nicht fertig für mich zu kämpfen. Ich schaffe es nicht, anderen Grenzen zu setzen. Ich hörte mir an, was er mir sagte, ich ließ es mit mir machen. Ich unternahm nichts. Ich war fasziniert von den Gesichtsausdrücken meiner Kollegen als ich wiedergab, was mir jener Mensch vor ein paar Monaten an den Kopf war. Beleidigungen, könnte man meinen. Ich war fasziniert, weil ich es nicht als so schlimm erachtete. Und würde ich darüber nachdenken, mir wirklich vorstellen können, dass es zu jemand anderem gesagt werden würde, hätte ich anders reagiert. Ich habe gerade im letzten Jahr sehr deutlich die Erfahrung gemacht, dass ich Dinge hinnehme, die man mir (an)tut. Dass ich fasziniert zugucke, wie mein Gesprächspartner die Wände hochläuft, wenn ich etwas erzähle, und ich nur achselzuckend dastehe. Das habe ich sehr deutlich erlebt und der gestrige Tag machte es mir wieder bewusst. So bewusst, dass ich in Worte fassen kann, dass ich unfähig bin, für mich zu kämpfen. Dass ich keine Grenzen setzen kann und in meinem Leben so gut wie nie tat. Ich kam gestern nach Hause und war so aufgewühlt und aufgebracht, dass ich nicht wusste, wohin mit mir. Ich wollte raus, raus ins Dunkle, raus ins Kalte, raus in die Nacht. Und wären meine sonstigen Spaziergänger nicht gerade schwanger und/oder krank zu Hause, hätte ich versucht, jemanden rauszukriegen. Ich konnte nicht schlafen. Ich habe die Nacht über so vieles nachgedacht. Und kam immer wieder zu dem Punkt meines Unvermögens. Es ist so. Das weiß ich schon lange. Ich muss lernen, Nein zu sagen. Und einmal in meinem Leben tat ich dies. Ich ging. Ich ging, als es schon zu spät war, aber ich ging. Und dieser Moment, diese Geschichte, die ist so unheimlich wichtig für mich, dass ich sie keinem erzählen kann. Sie ist so bedeutungslos, für andere. Und für mich bedeutet sie das Leben. Ich habe es nie gelernt, und ich bin in meinem Leben nur so weit gekommen, weil ich immer Menschen fand, für die ich mich einsetzen konnte. Ich habe mich selbst ausgetrickst. Ich konnte meine Wünsche und Träume verfolgen, mich für mein Leben einsetzen, weil ich mich mit Menschen umgab, die genauso behandelt wurden. Weil ich für die anderen kämpfte. Genau wie gestern. Den ganzen Abend saß ich seelenruhig da, war entsetzt, entgeistert und fassungslos ob der Geschichten, doch erst als jemand meine Kollegen – aus meiner Sicht – ungerechtfertig angreift, leg ich los. Für sie, und für mich. Wenn auch indirekt.

Damit will ich gar nicht sagen, ich sei selbstlos. Das bin ich nicht. Mir geht es einzig und allein um die Erkenntnis, unfähig zu sein, für sich selbst einzutreten. Und daran muss ich arbeiten. Denn wenn ich das könnte, wenn ich das gekonnt hätte, wäre es nie zu dem gestrigen Gespräch am Vormittag gekommen. Das war mein Fehler. Ich ließ Dinge mit mir machen, die niemand mit sich machen lassen sollte, und die ich nie mit jemand anderem machen lassen würde.

11.12.2012 um 10:07 Uhr

Ich kämpfe

von: indalo

Da brodelt schon wieder etwas in mir. Veränderung. Fortschreiten. Pläne. Ich habe so viele Pläne, das versteh ich selbst nicht mehr. Ich bin, wo ich hinwollte. Ich mag die meisten Bedingungen meines Jobs. Doch irgendwie… da ist noch mehr. Da sind ungeklärte Fragen, verschiedene Wünsche. Jetzt habe ich meine Chefin gestern um ein Gespräch gebeten. Ich war ein wenig hibbelig, allein schon bei diesem Vorgespräch. Sie fragte mich nach einem Stichwort, ich stotterte vor mich hin und redete mich raus, dass ich das selbst noch überlegen. Verschiedenes. Immer mal wieder möchte ich mit ihr reden, mich hinsetzen und mich aufklären lassen. Es gibt noch so viel, das ich nicht verstehe. Und so viel, das ich möchte. Für mich. Sie nahm hin, dass ich ihr kein Stichwort nannte. Ob sie sich Gedanken macht? Vermutlich. Worüber, das kann ich nur ahnen. Ich jedenfalls habe eine Stichwortliste begonnen. Und kaum, dass ich ein paar Stichworte niederschrieb, tauchen neue auf. Es wird ein heikles Gespräch, denn irgendwie wird es auch darum gehen, dass ich diese Arbeitsstelle womöglich verlassen will. Auf Dauer ist das für mich nämlich noch nicht geklärt. Noch weniger bei den Problemen, die mir gerade den Schlaf rauben. Es dreht sich im Kreis. Bin ich das Problem? Ich und meine Unfähigkeit in Bezug auf bestimmte Dinge. Kann ich das lernen? Möchte ich das lernen? Oder ist es womöglich doch nur eine Ausnahme, einfach ein wenig Pech? Ich möchte kein Problemfall sein, doch ich habe das Gefühl, mich dazu entwickelt zu haben. Denn ich spreche meine Probleme an und möchte damit nicht alleine dastehen. Niemand lässt mich damit allein dastehen. Im Gegenteil, ich habe schon so viele Kollegen involviert, dass ich das kaum koordiniert bekomme. Da will der eine wieder helfen, da steht der nächste schon in der Tür und ich weiß so schlecht, um wen ich mich da kümmern soll. Oder besser gesagt: Wer sich gerade um mich kümmern soll. Schon heute steht das nächste Gespräch an. Ein Gespräch, von dem ich nicht weiß, was mich zu erwarten hat.

Letzte Nacht machte ich die Feststellung, dass ich gemobbt werde. Aber mal ernsthaft. Ich fange an zu zweifeln und das auf Grund augenscheinlich falscher Aussagen. Meine Güte ist diese Welt grausam. Und eigentlich bin ich doch ein sehr positiver Mensch, habe Hoffnungen aller Art. Doch gerade wird mein Weltbild echt mies und ich sehe schwarz. Ich beobachte so viele Dinge, die schief laufen, so viele Regeln, die missachtet werden. Mir bleibt nur noch zu sagen, dass ich verstehe, warum unsere Gesellschaft den Bach runter geht. Aber tut sie das denn wirklich? Das sagte man doch schon vor Jahrhunderten… eigentlich glaube ich nicht daran, doch ich rede so. Vom Untergang. Das soll’s nicht sein. So will ich nicht sein.

06.12.2012 um 20:18 Uhr

Der erste Schnee

von: indalo

Schon letzte Woche schneite es das erste Mal, als ich draußen war. Es war richtig schön. Gestern Abend, im Dunkeln, spazierte ich mit einer Freundin durch die Siedlung und den angrenzenden Park. Es schneite. So sehr, dass etwas liegen blieb, aber nicht so sehr, dass es störte. In der Dunkelheit dauerte es eine ganze Weile, bis ich begriff, dass ich auf Schnee laufe. Es war richtig schön.

Nachdem ich sie nach Hause brachte, stapfte ich allein zu mir. Es fing an unter meinen Füßen zu knirschen, welch wunderbares Geräusch. Warum wissen das so viele nicht zu schätzen?
Es hat geschneit, so sehr, dass es auch heute morgen noch zu sehen war. Auch heute Nachmittag noch konnte ich das Knirschen unter meinen Füßen fühlen. Auch wenn die Kälte viele Gefahren mit sich bringt, so genieße ich den Schnee.

Ruhe. Viele Menschen verbinden diese Jahreszeit mit Ruhe und Gelassenheit, auch den Schnee. Man sagt, es wird ruhiger. Vielleicht stimmt das auch, doch meine innere Ruhe hat wenig mit dem Schnee zu tun. Die Aufregung im Herzen ist wieder gegangen. Ich bin wieder ruhig und gelassen, zufrieden mit meiner Wahl und Entscheidung. Ich vergleiche weniger, oder gar nicht mehr. Ich bin auch wieder gesund. Woran all das liegt, vermag niemand zu sagen. Genesen tut man mit der Zeit, das ist normal. Womöglich lässt mich die Zeit auch vergessen zu vergleichen, denn davor war es doch auch nicht wichtig. Vielleicht hängt es auch mit den Kollegen zusammen, die mir Beförderungen und Zusatzaufgaben anbieten – dabei habe ich doch gerade erst dort angefangen. Vielleicht war es auch die Bezugnahme meiner Chefin auf mich und meine Freude, vor versammelter Mannschaft. Wieder einmal das Gefühl vermittelt zu bekommen, jemand zu sein, gesehen zu werden. All das, was ich womöglich nicht von meinem Chef bekommen würde, hätte ich den Job, den die anderen jetzt haben. Da wär ich auch jemand, sehr sogar, aber eben nicht für den Chef. Hier bin ich es für den Chef, und das schmeichelt mir. Sie schmeichelt mir. …und wär sie nicht verheiratet, würd ich mir womöglich Gedanken machen.

03.12.2012 um 18:51 Uhr

Ich mache nicht mehr etwas, ich bin etwas

von: indalo

Gestern war ich zu Besuch bei Leuten und traf auf deren Kinder meines Alters. Also Menschen meiner Generation, die sogar noch ein paar Jahre älter sind. Ich wusste, es würde mal wieder um die Frage gehen, wer wie weit in seinem Leben ist. Und da fiel mir spontan auf, dass sich bei mir nicht mehr die Frage stellt, was ich mache (Studium/Ausbildung), sondern was ich bin (von Beruf). Die Grundvoraussetzung ist eine andere und irgendwie war es äußerst komisch, in dieser Runde als einziges Vertreter eines Berufes zu sein. Nicht nur vorübergehend irgendwo zu arbeiten, gar arbeitslos zu sein oder Aushilfsjobs zu haben. Womöglich verstand ich gestern ein wenig besser, warum ich schon letztes Jahr völlig entgeistert angesehen wurde, als ich meinte, welchen Beruf ich habe, bzw. dass ich eben mein Studium schon beendet hatte und bares Geld verdiene. Und zwar jeden Monat das gleiche – was aber auch einschließt, dass ich weder Weihnachts- noch Urlaubsgeld bekomme. Nur um die heutige Diskussion aufzugreifen, die in meiner Anwesenheit geführt wurde. Doch was kümmert es mich, vor ein paar Jahren wusste ich nicht einmal, dass derartige Bonusgelder existieren, bis heute habe ich es nie bekommen – was sollte ich also vermissen?

01.12.2012 um 23:58 Uhr

Meine Einweihung

von: indalo

Vor kurzem ging der letzte Gast. Meine Freunde waren hier, in meiner Wohnung, zur Bewunderung meiner Couch. Ja, ich mag meine Couch. Meine Wohnlandschaft. Hmm, sie sollte einen Namen bekommen. Die Augen waren groß und wurden größer, ja, das Ding ist riesig, ich weiß. Und so toll.

Wie auch immer, darum ging’s gar nicht. Die ersten sind gegangen. Lange blieben sie nicht, gerade gestern waren wir noch länger unterwegs. Doch das macht nichts, mich verwundert ja schon, dass sie überhaupt da waren. Denn… na ja, die erste Einweihung, die ich versuchte, war so furchtbar, dass ich so schnell keine weitere machen wollte. Das ist schon viele Jahre her, doch die Freunde sind die gleichen geblieben. Es war anstrengend, sie davon zu überzeugen, mich in meiner Stadt zu besuchen. Irgendwie klappte es, aber es war nicht mein Fall. Dann versuchte ich es gar nicht mehr, den Stress wollte ich nicht noch einmal. Doch als ich in die nächste Stadt zog und nun mehrere Jahre ins Land gegangen sind, dachte ich, ich versuch’s noch mal. Außerdem war die Stadt ja dann auch dichter… Sage und schreibe drei Personen haben es geschafft zu kommen. Das konnte man nicht Einweihung nennen, und ich tat es auch nicht. Bei Einweihungen gibt es Geschenke, das wollte ich nicht. Und so lud ich dieses Mal einfach nur ein. Einfach so, weil mir danach war. Ja, mir war danach meine Couch zu präsentieren. Außerdem hatte ich keine Lust auf einzelne Besuche und wollte das irgendwie im Ganzen machen. Gedacht, gesagt, getan. Ich lud ein. Nicht zu einer Einweihung. Und es kamen einige. Ich bin fasziniert. Ich war ein wenig nervös, muss ich gestehen. Da ich das mit solchen Festivitäten, bzw. dem Ausrichten solcher Festivitäten bisher noch nicht hatte, wusste ich so gar nicht, wie viel Essen ich brauchte. Natürlich würde es am Ende viel zu viel sein. Doch ich war nicht nervös im Sinne von Herzklopfen, ich überlegte mir nur schon jede Menge Ausflüchte – für alle Fälle. Doch es war gut, aus meiner Sicht. Sie waren da, sie gingen früh, sie aßen wenig, aber ich bin zufrieden.

Gerade in letzter Zeit könnte ich einen Teil dieses Freundeskreises auf den Mond schießen. Eher die Frauen, nicht die Männer. Doch heute geht’s mir wieder gut mit ihnen, auch wenn ich noch angeschlagen bin. Nicht mit allen, aber so mit dem Freundeskreis als solches. Es wird gerade wieder besser. Ich fühl mich wohl. Man muss eben mehr handeln als reden, mehr erleben als denken. Und zusammen sind wir stark. Nur wenn wir uns längere Zeit nicht sehen, entstehen Kluften. Und er. Mein immer wiederkehrender Er. Wir zwei, wir passen schon echt gut zusammen. Und so wie er sich heute aufgeführt hat, so fühlte ich wieder dieses Wir. Vermutlich werden wir nie darüber reden, es nie analysieren oder auswerten, doch das macht nichts. Ich möchte nicht reden, nicht denken, nicht spekulieren, ich möchte fühlen. Ihn. In meinem Leben, in meiner Nähe. Ich möchte in seine Augen sehen und mich gesehen fühlen, seine Umarmungen spüren und sein Interesse erleben. Er und ich, vor so vielen Jahren angenähert und seither immer wiederkehrende Wellen der absoluten Vertrautheit und Nähe. Er und ich, ein Wohlgefühl.

01.12.2012 um 13:25 Uhr

Warum oder worauf werde ich getestet?

von: indalo

Gestern war anstrengend, sehr sogar. Lange – auch wenn es gerade mal ein paar Tage waren – wartete ich auf diesen Tag. Er hielt nichts, was er versprach. Allem voran war (und bin ich immer noch) ziemlich angeschlagen. So sehr, dass ich früher die Arbeit verließ. Es hatte einfach keinen Sinn. Da passte dann wieder, dass ich pünktlich für den Postboten zu Hause war, aber das war’s dann auch. Abends spazierten wir ziemlich lange durch diesen Ort. Es war schön, es tat gut. Am Ziel angekommen sahen wir sogleich bekannte Gesichter, sie rollten noch im Auto neben uns her. Das Gebäude betreten wurden wir begrüßt, erst wir, dann die bekannten Gesichter, und diese sogar mit den Worten „Da ist ja unsere neue Kollegin.“ Ja, da ist sie. Die neue Kollegin. Sie, die dort nie arbeiten wollte. Sie, die eigentlich nie diesen Beruf wollte und dort landete, weil sie ihren Traum aufgab. Sie, die nun auch noch eine Wohnung genau dort hat, wo ich hinziehen wollte. So stellte ich mir mein Leben vor, mein Ankommen, mein Zurückkommen. Genau dort arbeiten, genau dort wohnen. Und nicht nur in dem Stadtteil, sondern auch um die Ecke von einer alten Bekannten. Sie kriegt alles, was sie nie haben wollte, alles, was ich wollte. Und das sagte ich gestern. „Du bekommst echt alles, was ich wollte, nicht wahr?“ Sie schwieg, sie überging es. Alles, was ich wollte.

Und warum? Warum passiert das gerade? Warum wird es mir gerade dermaßen unter die Nase gerieben? Warum sagt er auch noch: „Und man sieht, es ist möglich.“ Blödmann. Ich weiß, dass mein Traum möglich ist. Doch warum erfüllt sich mein Traum für sie, wenn sie es doch gar nicht will? Kann mir bitte einer erklären, was hier schief läuft? Und vor allem warum?

Mir fehlen die Worte, mir fehlen die Erklärungen und ich weiß auch nicht, warum damit unsere Freundschaft auf die Probe gestellt wird, die ohnehin schon seit Jahren nur noch am seidenen Faden hängt. Womöglich ist es mein Gesundheitszustand, oder besser gesagt bin ich mir ziemlich sicher, dass es diesem geschuldet ist, aber es gibt Gedanken, die alles hinschmeißen wollen. Alles. Und das kann’s nicht sein. Dazu war ich vor kurzem noch zu glücklich, zu begeistert von meinem Job und meiner Chefin. Was ist das Ziel dieser Übung? Wird auch noch die andere genau dorthin ziehen, wo ich schon so lange wohnen wollte?

Zeit ist relativ. Wünsche ändern sich, Menschen ändern sich. Doch was… doch was…
Ich verstehe es nicht und ich würde gerade gerne verstehen. Oder habe ich das selbst angerichtet, mich selbst als Marionette in dieses Spiel begeben? Weil ich etwas wollte, weil ich dafür kämpfte? Was soll das? Wann werde ich aufgeklärt? Und hab ich die Geduld, so lange zu warten?