indalo

30.01.2013 um 19:34 Uhr

Teamarbeit - was ist das überhaupt?

von: indalo

Erst wollte ich diesen Eintrag mit den Worten beginnen, dass ich kein Mensch für Teamarbeit bin. Doch während die Worddatei sich öffnete überschlugen sich meine Gedanken schon wieder und ich kam zu dem Schluss, dass ich einfach eine sehr klare Vorstellung von Teamarbeit habe. Und zwar dass Teamarbeit bedeutet, dass jeder seine Aufgabe hat. Ich verstehe unter Teamarbeit nicht, dass sich alle zusammensetzen und gemeinsam die Aufgaben erledigen, sondern dass sie fair geteilt werden und jeder seinen Job macht. Teamarbeit ist Arbeitsteilung. Für mich. Warum? Weil ich wie gerade erst erwähnt nur sehr schwer Dinge abgeben kann. Und wenn wir dann zusammen säßen, würde ich trotzdem alles machen. Wenn aber der eine seinen Teil bekommt und ich meinen, könnte ich mehr oder weniger ruhigen Gewissens nur meine Aufgabe erledigen. Anders aber eben nicht.

Ich könnte gerade die Wände hoch laufen und bin ganz und gar nicht glücklich.
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Das schrieb ich vor etwas mehr als einer Stunde. Jetzt? Jetzt bin ich glücklich. Ich war vorher auch nicht unbedingt unglücklich, ich war aber gewiss nicht glücklich. Unzufrieden trifft’s. Und ein wenig verärgert. Doch jetzt geht’s mir gut. Ich saß gerade lachend und freudig grinsend am Telefon. Danke meine Liebe, dass du mir den Tag verschönert hast. Den Tag und demnächst dann auch mein Leben. Und irgendwie wieder die Magie in meinem Leben bestätigt hast. Es gibt sie, diese unerklärlichen Dinge. Diese Träume, die einem etwas mitteilen wollen. Und das Aussprechen dessen, das es dann bestätigt.
Und gerade die letzten Tage dachte ich wieder darüber nach, wie ich das bei dir doch schon mal hatte. Auch wenn da irgendwas nicht hinhaute. Doch ich erinnere mich sehr gut daran, da gesessen zu haben und nach Luft zu ringen. Einfach so. Ein ganz grausiges Gefühl. Ich erinnere mich noch genau an den Moment. Und dann an die Verbindung, die mir erst später klar wurde. Der Versuch, nachzurechnen, ob es zeitlich passte. Der Autounfall, die Lebensgefahr. Ich glaube, du und ich, wir sind sehr eng verbunden. Auch wenn ich nicht weiß warum. Doch ich weiß, dass du in meinem Leben bleiben wirst. Wir werden zusammen alt. Mit grauen Haaren lachend in der S-Bahn sitzen und anderen Menschen Hoffnung geben, dass das Leben auch dann noch schön sein kann. Seit ich das erleben durfte, gehörst du für mich auf diesen Vierer. Du und sie haben einen festen Platz in den Visionen meines Lebens. Und ich möchte dir dafür danken, dass es dich gibt. Dass du in meinem Leben bist und ich in deinem. So richtig im Leben, nicht nur als Komparse.

28.01.2013 um 21:08 Uhr

Auf den Tisch hauen

von: indalo

„Du gehst ja ans Telefon.“ Ja, und jetzt? Jetzt bin ich rangegangen und du weißt nicht, was du sagen sollst. Warum hast du angerufen? Bist du davon ausgegangen, dass ich nicht rangehe?

Seit vielen Wochen haben wir nicht telefoniert. Vor über einem Monat hast du angerufen, es waren Feiertage, und ich bin nicht rangegangen. Ich hatte anderes zu tun und Feiertage sind gerade echt nicht für mich gemacht. Oder nie. Seither hast du nicht mehr angerufen. Aus meiner Sicht also kein Grund davon auszugehen, dass ich nicht rangehen würde.

Nach kurzer Zeit wolltest du wieder auflegen, sagtest, ich solle ins Bett gehen. Ja, ich wollte, aber ich wusste, dass ich nicht sollte. Du hast angerufen. Du rufst nur aus zwei Gründen an. Entweder es geht dir hundsmiserabel und du brauchst einige Zeit um in Gang zu kommen, oder du hast irgendwas erlebt, was du kurz erzählen willst. Da letzteres nicht zutraf, konnte es nur ersteres sein. Und so wartete ich bis du anfängst zu reden.

Ich weiß, ich schrieb vor nicht allzu langer Zeit, dass ich nicht reden möchte. Das hat sich nicht geändert. Doch wenn ein Freund reden möchte, dann höre ich zu. So bin ich. Egal was sonst so los ist. Nur werde ich kein Gespräch anfangen. Ich gehe auf niemanden zu um ihm von meinem Leben zu erzählen, weil ich weiß, dass ich sonst auch etwas aus seinem Leben hören würde. Und das vermeide ich solange es geht. Und doch wurde mir in den letzten fünf Tagen von Ehekrisen, eifersüchtigen Partnern und nun auch noch durchgeknallten Freundinnen erzählt. Ja, die Leben meiner Freunde sind gerade auch nicht nur Sonnenschein.

„Ich hab nach ner Wohnung geguckt.“ Na, das ist doch mal ne Aussage. Doch ich weiß, das ändert nichts. Du sagst viel, du machst wenig. Und wie ich dir gestern sagte, ist da ein klares Schema zu erkennen. Wenn du sagst, ich werde dir nicht übel nehmen, wenn du xy machst und der/diejenige es dann macht, du aber feststellt, dass es dir doch wehtut und du es ihm/ihr übel nehmen möchtest, machst du es trotzdem nicht. Wenn du aber sagst, ich werde dir übel nehmen, wenn du xy machst und der/diejenige es dann macht, wirst du es ihm/ihr trotzdem nicht übel nehmen, egal was es aus dir macht. Und genau deswegen stelle ich so viel von dem was du sagst, in Frage. Denn da stimmt was nicht, und das weißt du genauso gut wie ich.

„Aber ich hab doch gestern auf den Tisch gehauen und es hat nichts gebracht.“ Ich weiß ja nicht, wie du gestern auf den Tisch gehauen hast, aber ich habe noch nie erlebt, dass du das tust. Du weißt gar nicht, was es heißt, auf den Tisch zu hauen. Du weißt auch nicht, wie man das macht. Warum? Weil du dir nicht genug wert dafür bist. Man kann äußerlich auf den Tisch hauen. Das hast du vermutlich auch getan. Doch dir fehlt das innerliche. Dir fehlt die Erkenntnis und das Vertreten dessen, dass du was besseres verdient hast. Dass du das nicht mit dir machen lässt. Ich lasse viel mit mir machen, aber es gibt Menschen, die haben bei mir eine Grenze erreicht. Sie liegt nicht da, wo sie liegen sollte, doch immerhin weiß ich jetzt, dass es sie gibt. Und in genau den Momenten habe ich wirklich auf den Tisch gehauen. Etwas, das dir noch fehlt. Und auch etwas, was ich dir noch wünsche, auch wenn ich dir keineswegs wünsche, dass jemand deine Grenzen übertritt. Doch ich sehe dir seit Monaten dabei zu, wie du auf dir herumtrampeln lässt. Ich lasse mir von dir aber nicht sagen, dass dich niemand so nimmt wie du bist. Ich tue das seit Monaten und es fällt mir so schwer, dass ich an meine Grenzen gelange. Und genau da, als ich dir in dem Punkt widersprach, hab ich auf den Tisch gehauen. Und das hast du gemerkt, das hat dir Angst gemacht.

25.01.2013 um 19:14 Uhr

Es bricht mir das Herz

von: indalo

Mittlerweile bin ich schon einige Zeit zu Hause, beschäftige mich mit verschiedenen Dinge und versuche einfach nur abzuschalten. Doch in regelmäßigen Abständen stelle ich ein Gefühl fest. Ein Gefühl, welches ich nicht zu deuten vermag. Was ist es bloß? Und was will es mir sagen?

Erst überlegte ich, ob ich etwas vergessen habe. Es erinnert ein wenig an das Gefühl, was ich kenne, wenn ich hochschrecke, weil ich mich gerade an etwas erinnert habe, was ich tun muss. Ist das Adrenalin? Hmm. Doch ich habe nichts vergessen. Ich muss jetzt nichts tun.
Dann überlegte ich, ob es mit der heutigen Diskussion mit dem jungen Mann zu tun hat. Sicherlich beschäftigt es mich weiterhin, doch ich glaube nicht, etwas falsch gemacht zu haben und bin auch guter Dinge, dass es keine größeren Konsequenzen geben wird. Das ist also eigentlich erledigt, berechtigt jedenfalls nicht dieses immer wieder auftauchende Gefühl.

Doch so langsam schwant mir, wo es herkommt. Es gibt Veränderungen im Personal, was wiederum Veränderungen meiner Aufgabengebiete nach sich zieht. Sprich: ich gebe etwas ab. Ich war noch nie groß darin, etwas abzugeben. Nicht unbedingt zu teilen, wie man es mit Schokolade macht, aber beispielsweise Verantwortung kann ich nur schwer abgeben. Doch in diesem Fall geht es nicht um etwas konstruiertes wie Verantwortung, sondern das Zusammenarbeiten mit bestimmten Menschen. Und ich muss sagen, es bricht mir das Herz.
Schon vor einigen Wochen wurde ich langsam aber sicher darauf vorbereitet. Genau genommen sagte man mir klipp und klar, dass dies künftig nicht mehr in meinen Aufgabenbereich fällt. Ich protestierte, vergeblich. Ich protestierte auch nicht allzu vehement, weil mir durchaus klar ist, dass dies Teil meines Jobs ist. Veränderungen. Ich werde den Rest meines Lebens mit solchen Veränderungen leben müssen. Ständig und fortwährend in sehr regelmäßigen Abständen. Doch das ändert nichts daran, dass es mir das Herz bricht.
Wie gesagt weiß ich das schon länger. Dann gab es viel hin und her, doch vor ein paar Tagen wurde es offiziell und heute hat die letzte in der Hinsicht wichtige Person unterschrieben. Also verkündete ich heute auch den betreffenden Personen, dass wir künftig nicht mehr zusammen arbeiten werden. Und das machte es nicht leichter.
Ich habe vorher nicht darüber nachgedacht. Es wurde erst heute entschieden, dass ich diesen Schritt gehen werde, und zwar heute. Doch ich ahnte offensichtlich nicht, dass es mich so sehr treffen würde. „Gehen Sie?!“ kam die vollkommen entsetzte Frage. Nein, ich bleibe. „Aber warum dann?“ Das Entsetzen wurde zu Unverständnis. Ich verstehe, warum es so passieren muss, doch es ändert nichts daran, dass es mir – ja, ich wiederhole mich – das Herz bricht. Ich sagte diese Worte heute auch schon laut, zu eben jener Person, die mich ablöst. Doch wenn ich mich jetzt hier so sitzen sehe, Stunden später mit einem irgendwie immer stärker werdenden Gefühl, dann glaube ich, sie hat nicht verstanden, wie ernst ich das meine. Ich hab es ja selbst nicht verstanden.

Himmelherrje, ich muss Distanz wahren. Für mich.
Doch ich weiß auch, dass gerade das jetzt der Grund dafür ist, warum ich meinen Job so gut mache. Warum jemand völlig fremdes mich einige Zeit beobachtet um mir dann zu sagen, welch gutes Verhältnis ich doch zu meinen Mitmenschen habe. Ich empfinde das als völlig normal, doch die Reaktion meines Gegenübers zeigt mir, dass es etwas besonderes ist. Besonders herzzerreißend.

24.01.2013 um 22:27 Uhr

Meine Gesichtsausdrücke

von: indalo

Hmm, warum bin ich jetzt hier? Warum schreibe ich diesen Eintrag? Womöglich, weil ich noch nichts ins Bett gehen möchte. Da würde ich wieder nachdenken. Mir alles mögliche durch den Kopf gehen lassen. Von heute, für morgen. Einfach alles. Auch die letzten Tage. Ich ärgere mich die letzten Tage über jemanden, der sehr wichtig für mich ist. Ich ärgere mich so sehr, dass ich auf den Tisch hauen möchte. Ich tue es nicht, weil es nicht der richtige Zeitpunkt. Jetzt werdet ihr sagen, dass nie der richtige Zeitpunkt ist. Das mag sein, doch jetzt ist der falsche. Jetzt werde ich weiter warten, so lange, bis es nicht mehr geht. Oder eben bis nächstes Wochenende. Auch wenn ich noch nicht weiß, ob ich es bis dahin schaffen werde. Denn es ärgert mich schon sehr, und das mehrmals täglich.

Eigentlich möchte ich nämlich von meinen überaus spannenden Tagen erzählen. Und meine Tage sind gerade sehr, sehr spannend. Doch… ich rede mit einer Wand. Oder einem leeren Raum. Mit mir selbst, wie’s scheint. So wie ja auch hier. Und deswegen kam ich diesmal direkt hierher. Um meine Gedanken zu notieren, um festzuhalten, dass ich heute ins Büro meiner Chefin zitiert wurde. Sie wollte, dass ich mich setzte, doch ich hatte nicht viel Zeit. Arbeitsbedingt. Also bekam ich die Kurzfassung. Sie hat mit meiner Windmühle ein einstündiges Gespräch geführt. Mein gestern gesetzte und diskutiertes Ziel hat sie durchgesetzt. Sie hat umgesetzt, was ich erst gestern Mittag an sie heran trug. Ja, ich mag diese Frau. Sehr. Doch nichts desto trotz werde ich abwarten, wie es weitergeht. Denn alles kann sie auch nicht beeinflussen. Ich für meinen Teil weiß noch nicht, wie ich mich damit fühle. Es waren kurze, knackige Worte, die sie mir sagte. Und ich stand ihr gegenüber, wusste, was der Inhalt sein würde und überlegte zweimal beim Zuhören, dass ich grinsen sollte. Dass ich Freude zeigen sollte. Doch ich freute mich nicht. Zumindest kam da keine körperliche Reaktion, nur eine dann erzwungene. Doch ich wollte ihr zeigen, was es mir bedeutet, was sie (für mich) getan hat. Und ich werde ihr morgen noch einmal sagen, dass… na ja, das eben.

Doch warum ich das alles gerade anbringe, ist das Thema der, oder eher meiner Gesichtsausdrücke. Vor vielen, vielen Jahren, in einem anderen Land – nicht etwa in einem Land vor unserer Zeit – sagte man mir, oder eher über mich in meiner Gegenwart, dass man ja nie wüsste, was ich verstanden hätte und was nicht, da man mich nicht lesen könne. Aha. Ich überlegte lange, was ich damit anfangen sollte. Nur ein Jahr zuvor sagte jemand über mich „Wenn Blicke töten könnten…“. Es scheiden sich also die Geister. Doch das glaube ich gar nicht mal, es liegt nicht an den Geistern, ich glaube, es liegt an mir. An mir und der Thematik. Das schon oft erwähnte Tier in mir, welches sich manchmal einfach nicht im Zaum halten lassen will. Ich kann scheinbar ziemlich ausdruckslos gucken, doch in manchen Momenten muss ich mich nicht anstrengen um mit nur einem Blick zu vermitteln, dass da etwas ist, was raus will. Und wenn dieses Feuer in mir entfacht (wird), dann bin ich ein offenes Buch. Dann weichen Menschen vor mir zurück, starren mich nur fasziniert an und ich komme nicht weg von dem Bild des brüllenden Löwens, der andere in Starre versetzt.

„und hey, du bist ein toller mensch, wenn es darum geht, dich in bezug auf sowas mitzuteilen“

23.01.2013 um 23:04 Uhr

Ehekrisen, verpetzte Windmühlen und schmeichelnde Komplimente

von: indalo

„Hab ich dir eigentlich schon gesagt, dass du toll bist?“ – „Öh, weiß nicht, bestimmt.“ – „Na, aber ich glaub nicht in dem Maße, wie es angebracht wäre.“

Das bringt mich zu der Frage, was denn angebracht wäre. Und woher die Frage? Lass mich nicht nachdenken. Lass mich nicht überdenken, was ich hier gerade tue. Worüber wir hier eigentlich reden. Ich kann das nicht aufnehmen, ich kann das nicht… in Gänze umfassen oder an mich heran lassen. Da ist eine Mauer. Eine dicke, fette Mauer zwischen dem was du mir erzählst und meiner Realität. Denn das du nach nur wenigen Monaten Ehe deine Beziehung in Frage stellst, kann ich nicht hinnehmen. Nicht verstehen. Nicht wollen. Nein. Schon gar nicht, wenn wir vorher so viele Gespräche geführt haben, so oft geklärt haben, dass er der Richtige ist. Du hast Angst, ich merke das. Ich kann mir seine Ängste auch bildlich vorstellen. Ich kenne ihn, viel länger als dich. Und doch erzählst du mir davon. Mir. Nicht den Menschen, die du seit Jahren kennst. Nein, mir. Dem Menschen, der auf seiner Seite steht. Und auf deiner. Ich stehe nicht zwischen den Stühlen, ich stehe im Wir, also im Ihr. Denn was anderes wünsche ich euch nicht. Ich wünsche euch, gemeinsam glücklich zu werden. Euer Leben weiter aufzubauen, nicht aufzugeben und diese Gedanken nicht überzuwerten. Du hast Angst, ich merke das. Doch ich kann es nicht begreifen. Ich höre, was du sagst, doch ich fühle nicht, was du denkst. Ich habe keine Angst. Warum nicht? Womöglich, weil ich nichts zu verlieren habe. Denn bei euch beiden bin ich mir ziemlich sicher, dass ihr beide in meinem Leben bleibt – auch wenn ihr unterschiedliche Wege geht. Für mich ganz persönlich macht es also keinen Unterschied. Vielleicht habe ich auch einfach keine Angst, weil ich es nicht glauben kann. Nicht wahrhaben will. Denn nein, ich kann mir das alles gerade nicht vorstellen. Ja, gerne werde ich mit ihm reden. Wie erfolgreich das sein wird, weiß ich nicht. Ich kenne ihn gut, ich kenne ihn lange. Und ich konnte auch schon viel in ihm bewegen. Doch nichtsdestotrotz haben wir unsere Differenzen, vor allem in der Kommunikation. Doch ich wünschte, es gäbe sie nicht. Ich wünschte, er würde verstehen, sich darauf einlassen und Einsicht zeigen.

Doch ich kann darüber nicht nachdenken. Ich will doch die ganze Zeit schon nicht reden. Weil ich böses ahnte. Weil ich nicht kann, weil’s nicht geht. Ich kämpfe so viele Kämpfe, und eben auch viele, die nicht meine sind. Gerade heute habe ich mehrfach gesagt, dass ich Kämpfe kämpfe, die ich nicht begonnen habe und die im Grunde auch nichts mit mir zu tun haben. Und das schon seit Monaten. Doch jetzt ist der Punkt erreicht, an dem ich nicht mehr allein kämpfen will. Der Punkte, an dem ich zu meiner Chefin ging und deutlich formulierte, was schon länger bis hin zu lange vor meine Füße geworfen wird. „Wenn was ist, komm zu mir. Trag das nicht so lange mit dir rum.“ – „Ich weiß. Ich kann damit leben, dass er so mit mir redet, solange er weiterhin seinen Job macht. Doch wenn es so wie jetzt gegen meinen Job geht, gegen die Menschen in meinem Job, für die ich entschieden habe zu arbeiten, dann ist Schluss.“ Sie nickte nur. Ich glaube, sie verstand. Ich fühlte, dass sie verstand, und doch bin ich mir nicht sicher, dass es sich ändert wird. Und wenn es sich ändert wird, wenn ich dieses kleine, für dieses Gespräch gesetzte Ziel erreiche, frage ich mich, warum. Warum ändert es etwas, wenn ich etwas sage? Warum bei mir und nicht bei meiner Kollegin? Das wäre dann die nächste Baustelle, die nächste Windmühle. Und ich kann Windmühlen nicht mehr sehen – was mich aber zu der Überlegung brachte, ihm eine Windmühle zu schenken. Denn etwas anderes ist er für mich nicht.

Und das war alles nur dieser Tag. Der gestrige war ähnlich umwerfend. Es war ein erster Tag, aber eben auch ein Tag, an dem eine Art Chefin vor mir stand, die in einer anderen Rolle meine Arbeit beobachten wollte. Ja, gestern ging im Universum mal wieder gehörig etwas schief und ich komme nicht umhin, mich mal wieder zu fragen, warum gerade mir immer so etwas passiert. Das Jahr hat genauso turbulent begonnen wie es weitergeht. Und es sind noch keine drei Wochen ins Land gegangen.

„Es ist beeindruckend, was du alles mitbekommst.“
…und genau das könnte mein Untergang werden.

18.01.2013 um 21:33 Uhr

Sonnenschein

von: indalo

Da ich meinem Gedächtnis nicht mehr traue, weiß ich nicht, ob es hieß „unser Sonnenschein“ oder irgendwas anderes mit Sonnenschein. Aber ich weiß, dass man dieses Wort in meine Richtung sagte. Mich meinte. Und zwar von oben. Entweder ganz oben, oder der Stellvertreter. Doch ich glaube, es war die Chefin selbst, die mich mit meinem Namen begrüßte und ein Sonnenschein dazu packte.

Ich glaube, ich wurde in meinem Leben noch nicht als Sonnenschein bezeichnet. Bis heute.

17.01.2013 um 12:20 Uhr

Pläne

von: indalo

Da sind schon wieder so viele Pläne in meinem Kopf. Der nächste Urlaub ist geplant. Gestern Nacht wurde die Unterkunft gebucht, nachdem letzte Woche schon die Bahntickets dran waren. Doch, damit fühl ich mich gut.

Doch ganz nebenbei bin ich bei den Auslandsplanungen für den Sommer. Das ist nämlich gar nicht der nächste, sondern im Bestfall der übernächste Urlaub. Viel hab ich vor, doch wie viel ich davon dann auch gebacken kriege, weiß ich noch nicht.
Vor zwei Jahren schon hab ich zaghafte Planungen gemacht. Ich will zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt an einem ganz bestimmten Ort sein. Nur stand damals der Zeitpunkt noch nicht fest, und ja noch weniger, wie es bei mir beruflich weitergehen würde. Jetzt steht beides fest und es steht sich natürlich auch im Weg. War ja irgendwie klar. Lange Zeit hab ich gebangt, doch als ich die Information bekam, war es gar kein richtiges Aus. Ich wollte die Hoffnung gewiss nicht aufgeben. Und so tue ich es bis heute nicht, weiß nur nicht, wie vermessen es ist, frei bekommen zu wollen. Ob ich dafür freigestellt werden kann?
Der andere, erst seit diesem Jahr fixe Plan würde auch eine Freistellung benötigen. Nicht zwingend, aber es würde diesem Plan, bzw. der entspannten Herangehensweise dieses Planes sehr entgegen kommen. Aber gleich zweimal mich innerhalb kürzester Zeit freistellen zu lassen ist wahrlich vermessen. Nun muss ich also einen Kompromiss finden. Oder einfach dreist sein.

Was mich jedoch am Meisten stört, ist, dass bevor ich da irgendwelche weiteren Pläne machen kann, ich ja erst einmal abwarten muss. Das Bewerbungsgespräch zum Beispiel. (Gestern bedankte sich meine Chefin für die eingegangene Bewerbung. Nein, sie sagte nicht einfach nur Danke, sie sagte „Deine Bewerbung habe ich erhalten. Ich danke dir.“ Und das war nur im Vorbeigehen mit kurzer Berührung durch Hand am Rücken. Nichts offizielles, nur etwas persönliches.) Oder wie ich überhaupt mit den bevorstehenden Veränderungen zurecht komme. Innerlich könnte ich auch abwarten. Ich habe noch einige Monate Zeit und dass ich diesen Plan umsetzen werde, steht fest. Doch ich würde irgendwie gerne die Flugtickets buchen. Nachher muss ich am Ende mehr zahlen, als ich möchte oder eben müsste, wenn ich jetzt buchen könnte. Und schon mache ich mir wieder viel zu viele Gedanken und vor allem zu viel Stress.
Aber ein weiterer Blick auf die Suchmaschinen für Flüge verrät mir, dass der Preis auch für Flüge jetzt oder gar über Ostern normal zu sein scheint. Demnach sollte es dann im Sommer auch nicht so viel höher sein, nicht wahr? Na, ich versuch einfach, das zu vergessen und die nächsten Wochen oder eher Monate zu überleben. Denn das wird nicht einfach sein.

14.01.2013 um 16:58 Uhr

Ich bin ein Arsch

von: indalo

Ehrlich, ey. Ich bin echt ein Arsch.

Letztes Jahr, ich glaube so im September, wurde ich zu einer Hochzeit eingeladen. Mündlich. Das Datum hatte man mir wohl schon genannt, das weiß ich nicht mehr so genau, doch unabhängig davon, hätte ich es ohnehin vergessen. Irgendwann im Sommer diesen Jahres.
Hinzu kamen viele Verirrungen und Verwirrungen bezüglich dieser Hochzeit. Denn eigentlich hatten sie schon dieses, also letztes, Jahr geheiratet. In einem gar nicht so kleinen Kreise. Doch es sollte noch eine größere Feier geben. Ich nahm das alles achselzuckend hin und machte mir noch keine Gedanken darüber. Im Dezember bekam ich dann die schriftliche Einladung. Soso. Ab da fragte ich mich, wie ich da drumherum kommen kann. Ich möchte nicht zu einer Hochzeit gehen, zu der ich nicht wirklich gehen möchte. Vielleicht oder gar womöglich nehm ich das alles zu ernst, doch ich würde auf meiner eigenen Hochzeit auch niemanden haben wollen, der nur des Anstands wegen kommt.
Als man mich dann Ende des Jahres fragte, bzw. eher aussagte, dass ich kommen werde, schwieg ich. Das kam nicht vom Brautpaar, sondern von anderen geladenen Gästen, die meiner Meinung nach auch nicht unbedingt dahinter stehen. Ich wollte nicht reagieren, denn ich wollte keineswegs zusagen. Also fragte ich mich weiter, wie ich es schaffe, nicht zu der Hochzeit zu gehen, ohne damit einen Streit vom Zaun zu brechen. Ich habe überhaupt nichts gegen das Brautpaar, sich gelegentlich zu treffen und sich auszutauschen ist nett, aber deswegen würde ich mich trotzdem nicht richtig fühlen auf der Hochzeit. Und so überlegte ich hin und her. Sollte ich gehen? Sollte ich absagen? Was sollte ich in die Absage schreiben?
Und dann kam mir vorgestern Nacht der Gedanke, dass ich gar nicht hingehen kann, weil ich zu der Zeit im Ausland sein werde. Gestern wachte ich schon mit dem komischen Gefühl auf, ein Arsch zu sein – es blieb auch den Tag über. Selbst heute hat es sich nicht geändert, als ich auf dem Weg zur Arbeit darüber nachdachte, wie ich meine Absage nun formulieren soll.

Ich bin im Streit mit mir selbst, weil ich der Meinung bin, dass ich absagen sollte, weil ich es nicht richtig fände hinzugehen. Auf der anderen Seite würde das unnötig Gefühle verletzen. Nun freue ich mich also, einen richtigen, und allgemein anerkannten Grund zu haben, absagen zu können. Doch irgendwie ist das arschig.

13.01.2013 um 11:10 Uhr

Was Gedanken ausmachen können

von: indalo

Eigentlich möchte ich sagen, dass ich immer noch stinkendsauer bin. Was die sich da am Freitag geleistet haben, war echt unter aller Sau. Und ich war sauer. Doch ich bin es nicht mehr. Oder doch? Habe ich es einfach nur runtergeschluckt? Oder es wirklich verarbeitet und durchdacht? Denn letztlich habe ich ja mal wieder erkannt, dass ich mich auch einfach über mich selbst ärgere. Doch müsste ich mich nicht über die anderen ärgern, würde ich es auch nicht über mich selbst tun. Fakt ist, dass meine Energien in Dauernutzung sind, und meine Beherrschung, für die ich gerade ziemlich viel Energie brauche, auch.

So stellte ich also schon gestern fest, dass der Abstand und ein paar Gedanken dazu, mich beruhigten. Gedanken sind kraftvoll. Doch noch viel mehr fasziniert es mich in Bezug auf diese Beförderungsstelle, von der ich nie so richtig wusste, ob ich sie wollte. Meine Chefin hat mir sehr deutlich gemacht, dass ich sie wollen und auch bekommen soll. Doch nichtsdestotrotz frage ich mich, ob ich sie denn auch bekomme, wenn ich mich bewerbe. Da tauchen dann Versagensängste auf, die für die momentanen Gedanken verantwortlich sind, die mir fortwährend sagen, dass es auch definitiv seine Vorteile hätte, wenn ich nicht befördert werden würde. Dann hätte ich nämlich mehr Ruhe, zumindest offiziell. Doch unabhängig davon, lasse ich mich ja gleiten und leiten. Ich beschloss also, mich zu bewerben und brauchte ein Konzept – was immer das sein mag. Und so setzte ich mich gestern Abend hin und versuchte, ein solches zu Stande zu bringen. Ich schrieb und dachte und schrieb und dachte, bis ich entnervt bei meinen Nachbarn vor der Tür stand, die nun regelmäßig für unruhige Nächte verantwortlich sind. Wir führten ein erstaunlich nettes Gespräch von dem ich mir wirklich Besserung versprach. So ging ich zurück in meine Wohnung und schrieb weiter. Zwischendurch freute ich mich n Keks über die Formulierungen, die mir so einfielen. Herrje, was schreib ich da für einen Stuss. Doch, es machte Spaß. Ich war erstaunt darüber, dass ich beim Schreiben Freude entwickelte und mir diese Zusatzaufgabe sehr gut vorstellen kann. Schlussendlich ging ich ins Bett um mal darüber zu schlafen. Gedanken wollte ich mir keine machen, nur schlafen. Heute morgen setzte ich mich wieder davor und war erstaunt, dass es sich so flüssig las. Und das, obwohl ich gestern viele Sätze nur zu Ende brachte um sie am nächsten Tag gewiss zu überarbeiten. Bei ein paar Formulierungen tat ich dies auch, doch lange nicht so viel, wie gestern noch gedacht. Und jetzt hab ich eine fertige Rohversion inklusive Gliederung, die ich nun – nicht ganz ohne mulmiges Gefühl – einem Kollegen schickte. Ob er antworten wird oder nicht, macht keinen allzu großen Unterschied. Heute Abend werde ich die Bewerbung ins große weite Netz stellen und dann mal sehen, wie es weitergeht.

Ich wage zu behaupten, dass ich es mir nicht schön geredet habe. Das war nie mein Ziel. Es war nur spannend zu beobachten, dass es immer schöner wurde. Doch, ich kann mir das richtig gut vorstellen. Ich kann mich wachsen sehen an der Aufgabe, denn ich fühlte mich schon wachsen, als ich mich nur gedanklich damit beschäftigte. Ich bin gut – nur wieso vergesse ich das immer wieder?

11.01.2013 um 19:24 Uhr

Ich möchte nicht reden

von: indalo

Mein Kopf rast, ich stehe mehrmals am Tag da und atme tief durch. Ich ignoriere Fragen, die mir gestellt werden. Ich ignoriere Menschen, die mich ansprechen. Herr, lass Geduld vom Himmel regnen. Ich brauche Geduld. Sooo viel.

Nie hätte ich behauptet, ein geduldiger Mensch zu sein. Immer schon merkte ich, dass ich insbesondere mit älteren Menschen keine Geduld habe. Mit Kindern meistens schon. Doch – und es erschreckt mich immer mehr – scheine ich auch diese zu verlieren. Wobei ich noch hoffe, dass es einfach an der Häufung liegt. Ich könnte meinen Kollegen aufs Dach steigen, ich könnte meinen Vorgesetzten regelmäßig was an den Kopf knallen und von anderen mich im Beruf umgebenden Menschen wollen wir lieber nicht reden. Es läuft einiges schief und die meiste Zeit ärgere ich mich nur darüber, dass ich mich überhaupt ärgere. Dass ich es mir zu Herzen nehme. Das sollte ich nicht tun. Meine große Lektion – neben dem Laufen lassen in meinem Privatleben – ist Distanz wahren. Das muss ich lernen, das weiß ich doch schon so lange. Doch alles auf einmal geht nicht. Ich brauche Geduld. Geduld mit mir. Und die hatte ich auch noch nie.

Und so stapfte ich vorhin nach Hause und wollte gleich weiter arbeiten. Zu Hause angekommen hatte ich keine Lust. Ich wollte mich betäuben und dies tat ich. Bis das Telefon klingelte und man mir die nächsten Gedanken in den Kopf pflanzte. Es geht um Geld, welches ich (zurück)zahlen soll. Im Grunde ist mir Geld echt wurscht, aber mich nervt, mich jetzt schon wieder mit derartigem auseinandersetzen zu müssen. Ich will nicht mehr. Und dass bei unserem zweiten Telefonat die Worte fallen „Man muss auch mal drüber schlafen“ hilft nicht. Ich WILL darüber nicht schlafen. Ich will nichts mehr in meine Nacht nehmen, über nichts mehr nachdenken, nichts ausklamüstern. Ich will einfach nicht mehr. Ich will Alltag. Stupiden, blöden Alltag. Ich will MEIN Leben, nicht die Verwirrungen und Verirrungen mit dem Leben anderer. Nein, ich möchte nicht reden. Nicht, weil ich nicht über all das Chaos reden will, sondern weil ich nichts aus dem Leben von irgendwem hören möchte. Ich kann es nicht aufnehmen, ich habe keine Ruhe, keine Geduld und kein offenes Ohr. Es tut mir Leid, aber momentan geht einfach nichts.
Es geht mir nicht schlecht, ich habe auch nicht das Gefühl auf dem Zahnfleisch zu gehen, es ist nur einfach alles unheimlich anstrengend und ich möchte nicht dauerhaft gespannt wie ein Flitzebogen sein. Mein Job ist gerade stressig und ich war so frei mir heute noch mehr aufzuhalsen. Ich weiß, dass es meine Entscheidung war und ich weiß, warum ich sie getroffen habe. Ich weiß, dass es meine „Schuld“ ist, ich möchte mich auch nicht beklagen, ich möchte einfach nur, dass verstanden wird, dass meine Tür gerade geschlossen ist. Ich möchte gerade nicht mehr zuhören, ich möchte nicht geben, eigentlich möchte ich nur mal nehmen. Einfach nur nehmen. Doch wenn ich meine sonstigen Gesprächspartner im Geiste durchgehe, fällt mir nichts passendes ein. Denn jeder und jede würde mich gerade über das eigene Leben auf den neuesten Stand bringen. Sie haben alle gerade genug zu tun, es ist genug in Bewegung und nur das wenigste davon ist einfach nur schön. Aber ich kann nichts mehr aufnehmen, da ist kein Puffer, keine Toleranz mehr. Ich sage Stopp und entscheide mich deswegen für den Rückzug. Nicht weil es mir schlecht geht, sondern weil ich keine Grenzen überschreiten möchte.

08.01.2013 um 18:30 Uhr

Ihr Wunsch für mich

von: indalo

Gestern stapfte ich nach Hause mit dem dringenden Wunsch, etwas loszuwerden. Heute stapfte ich nach Hause und fragte mich, ob ich meine Gedanken unterwegs hinter mir lassen könnte. Ein wenig hat’s geklappt, doch so richtig will es mir nicht gelingen, abzuschalten.

Nach dem gestrigen Tag suchte ich heute meine Chefin auf. Ich schlug ne Stunde vor Arbeitsbeginn auf um sie noch zu erwischen. Wie das Schicksal so will, hatte sie Zeit. Ich schloss die eine Tür, sie die andere und ich setzte mich mit den Worten, dass ich gestern wirklich überfordert war. Und das war das Stichwort. Mehr sagte ich für die nächste Viertelstunde nicht. Gelegentlich nickte ich oder verdrehte die Augen, aber sie war diejenige die redete. Ich wurde überfahren von ihren Gedanken. War es das, was ich wollte? Was wollte ich eigentlich?

Meine neueste Devise ist gleiten lassen. Ich möchte durch mein Leben gleiten und nicht selbst lenken. Ich habe genug gelenkt, ich habe genug getan, ich möchte nicht mehr. Deswegen ließ ich auch die Zeit entscheiden. Die Zeit, die entschied, dass ich mich nicht für die Beförderung interessiere. Meine Chefin hat ihren Standpunkt nun sehr deutlich gemacht. Wir sind keine Freunde, und doch gibt es eine große Sympathie. Heute sah ich in ihren Augen Wünsche für mich. Einerseits Wünsche, die sie für sich und dieses Unternehmen hat, aber andererseits auch Wünsche für mich. Vor ein paar Wochen oder auch Monaten, ziemlich früh nach meinem Start dort, erwähnte ich, eine Pause zu wollen. Wir redeten kurz darüber und sie gab mir die nötigen Unterlagen. Sie weiß, dass ich gehen möchte, wenn auch nur vorübergehend. Und doch möchte sie mich unbedingt befördern. Und so holte sie einmal in diesem Gespräch tief Luft. Es war nicht durchdacht, nicht geplant, es kam von tief unten. „Ich möchte, dass du dich hier wohl fühlst. Ich möchte, dass du wiederkommst, wenn du gehst. Ich möchte, dass es dir hier gut geht.“ Und ich war bewegt. Ich glaube ihr, dass sie es auch für mich möchte. Dass sie wirklich möchte, dass es MIR gut geht.

Sie hat mich beraten, sicherlich auch zu ihren Gunsten. Aber sie hat mich beraten und unterstützt. Und sie unterschrieb mir auch gleich den Antrag auf ne Auszeit. Anstandslos.

07.01.2013 um 14:59 Uhr

WAS war DAS??

von: indalo

Ja, was war das bloß?
Ich bin eigentlich nicht der Mensch, der seine Emotionen im Kollegium ausbreitet. Aber als die gute Frau auf mich zustürmte als ich den Raum betrat und mir Mitleid und Entsetzen entgegenbrachte, brachte ich nur ein völlig entgleistes „Was war DAS?“ raus. Ja, was in aller Welt war das?!

Da hatte ich zwei Wochen Urlaub und hab echt Motivationsschwierigkeiten. Die letzten Tage zogen sich nur so dahin, bis es heute endlich wieder losging. Ich hab mich ganz gut geschlagen, bis ich das Gebäude betrat. Wie das in Unternehmen so ist, gibt es Chefs und Abteilungsleiter, die ja auch irgendwie Vorgesetzte sind. Mit dem einen gibt es da ja so ein paar Schwierigkeiten, gelinde gesagt. Wie auch immer. Ich stand da gemütlich rum und kopierte vor mich hin als die Chefin höchstpersönlich auf mich zukommt um mir nicht nur ein frohes neues Jahr zu wünschen, sondern um mich zu fragen, warum ich mich nicht für die Beförderung beworben habe. Da war was. Ich habe es nicht vergessen, aber ich habe entscheiden lassen. Ich wollte den Urlaub abwarten und wenn es mich beschäftigt und reizt, wollte ich mich bewerben. Wenn nicht, dann nicht. Aus vielerlei Gründen kam es nicht dazu, und ich überlegte noch, meiner Chefin eine erklärende Email zu schreiben. Ich tat es nicht. Und so begrüßte sie mich mit eben jener Frage. Ich erklärte ihr von der angedachten Email, von meinem Vorhaben und letztlich ja dann auch von meiner Entscheidung. Auch eine Entscheidung, die die Zeit für mich traf. Sie hat die Bewerbungsfrist verlängert und wartet auf meine Bewerbung. Ich erklärte ihr, dass mich etwas anderes mehr interessieren würde. Nämlich eben diese Probleme mit jenem Abteilungsleiter zu lösen. Beides geht nicht. Denk ich. Sie verstand, wenn auch nicht alles. Da kam der gute Mann plötzlich vorbei und gesellte sich dazu. In mir sträubte sich alles dagegen, ihn mit ins Gespräch zu nehmen, meine Chefin übernahm dies leider für mich. Keine gute Entscheidung. Wir drucksten alle um die Wette rum und ich bin verzweifelt. Das Gespräch endete mit allseitigen Verwirrungsbekundungen und die zwei verschwanden im Büro der Chefin. Ich war verwirrt. Und ich war verwirrt, dass die zwei verwirrt waren. Ich bin hier doch die Ameise, die die Chefs. Müssen die nicht mehr wissen als ich. Und so ging ich weiter und wurde von jener Kollegin, die den größten Teil des Gesprächs mitbekam in Empfang genommen. Sie war ähnlich überfordert wie ich und konnte mein entsetztes „Was war DAS?“ nur allzu gut nachvollziehen. Ich suchte den Personalrat auf, hier ist gerade ganz furchtbar etwas schief gelaufen. Ich fand ihn sofort – das liebe ich echt an diesem Unternehmen. Jeder ist immer genau da, wo man ihn haben möchte – und leider auch öfter als dass man es möchte. Und so redete ich mit ihm und bekam wieder neue Informationen, die er mir letztes Jahr noch vorenthielt. Was wird hier gespielt?!
Diesen Informationen folgend wollte ich mich mit einem Kollegen unterhalten um den es ging, der jedoch nichts besseres zu tun hatte als mich zu meiner Beförderung zu beglückwünschen. Gleich platzt mir der Kopf. Nicht vor Wut, das nicht. Aber vor Entsetzen.

Zu guter Letzt begegnete mir noch der Kollege, der durch meine offensichtlich sehr gewollte Beförderung entlastet werden soll, und löcherte mich. Wir führten zwischen Tür und Angel ein noch verwirrenderes Gespräch und er bekniete mich, diese Beförderung zu nehmen.
Ich wollte doch nicht. Soll ich jetzt doch?
In meinem Kopf habe ich gerade erst angefangen zu arbeiten. Gehören Beförderungen nicht in einen späteren Lebensabschnitt? Ich bin noch jung. Was sehe ich nicht? Was übersehe ich? Und wo in aller Welt ist der Haken?

Der Tag ist noch nicht ganz rum, aber ich fühl mich schon wieder völlig überfahren. Das Jahr hat nicht unbedingt gut angefangen. Es kann doch nicht jetzt schon wieder alles zu viel sein.