indalo

25.09.2013 um 20:49 Uhr

Wie du mir, so ich dir

von: indalo

Gestern um kurz vor Mitternacht
 „Danke, das war mal wieder schön und tat gut. Ich hoffe sie (Baby) schläft bald wieder ruhig, sodass ihr selbiges tun könnt. Gute Nacht!“

Gerade eben
„Fand ich auch! Er (Mann) meinte, man hat das an meiner stimmte gehört, wie gut mir das tat. Sie (Baby) schlief übrigens schon wieder als ich aufgelegt hatte :-).“

24.09.2013 um 23:31 Uhr

neunzig Minuten und ein Danke

von: indalo

Meine liebe Freundin, ich danke dir von Herzen für dieses Telefonat. Einfach so. Mal wieder hast du nur zurückgerufen, aber mal wieder war es so schön wie immer. Wir haben doch den richtigen Riecher füreinander, nicht wahr? Ich brauchte dieses Gespräch gerade, so belanglos es auch gewesen ist. Du warst einfach da, auch wenn ich nicht gerufen habe. Also angerufen, aber mich nicht beschwert. Ich möchte mich auch gar nicht beschweren, auch wenn ich wünschte, du würdest mal von dir aus anrufen.

Es geht, auch mit Kind.

24.09.2013 um 17:48 Uhr

unerwünschte Verbesserungsvorschläge

von: indalo

In letzter Zeit schweige ich sehr gern. Ich rufe niemanden an, weil ich nichts zu sagen habe. Ich merke, dass ich schweigend neben Freunden sitze und nicht rede. Manchen kann ich von meinem Tag erzählen, doch wen mein Job nicht interessiert, dem hab ich derzeit nichts zu sagen. Nicht, weil ich sie nicht mag oder sauer bin, sondern weil gerade nichts anderes in meinem Leben ist. Es beschäftigt mich nichts so sehr wie das. Also schweige ich lieber, bevor ich unnötige Dinge sage. Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.

Und wenn ich dann mit jemandem rede, stelle ich sofort die Sinnlosigkeit fest. Ich erzähle nur, wenn ich gefragt werde und wenn ich dann rede, bekomme ich nur zu hören, ich solle doch dies und jenes anders machen oder an diesem und jenem bin ich selbst Schuld. Ich weiß, deswegen rede ich ja nicht darüber. Dann fragt aber auch nicht. Nein, Kommunikation mit mir ist gerade ein Krampf.

So telefonierte ich eben eine halbe Stunde lang und legte nur mit dem Gedanken auf, dass ich mir schon wieder x Sachen anhören musste, die ich anders machen soll. „Iss nicht so viel Süßes, iss Gemüse.“ Ja, ich habe heute eine ganze Gurke gegessen und in den letzten Wochen mehrere Kilo Karotten. Nein, das ist bei meinem Gesprächspartner nicht angekommen, nur die Worte Gurke und Karotte, weshalb noch mal der Satz kam, ich solle doch eher so etwas essen als Süßes. Hä? Im Kreis geredet. Egal was ich mache, man muss mir sagen, was ich besser machen kann. Darauf habe ich keine Lust und deswegen verweigere ich Kommunikation. Es bleibt das Gefühl, es nichts und niemandem recht machen zu können.

Gibt es noch Menschen, die einfach zuhören? Die nicht defizitorientiert sind, und demnach zuhören, statt nicht vorhandene Fehler zu suchen? Ich möchte nichts ändern. Ich bin zufrieden so wie es ist. Es geht immer besser, es geht immer anders. Aber es muss auch nicht.

23.09.2013 um 19:02 Uhr

Noch ein Kind

von: indalo

Und die zweite Freundin hat ihr Kind bekommen. Mit einem schönen Namen, den ich im Sprachgebrauch trotzdem nicht nutze. Wie dämlich. Ich mag den Namen wirklich, doch irgendwie sage ich immer etwas anderes. Das tut mir furchtbar Leid. Doch womöglich ist in meinem Kopf wahrlich etwas schief gewickelt momentan. Ich werde das noch hinbekommen, die Kleine beim richtigen Namen zu nennen. Noch hört sie eh auf nichts.

Es macht mich glücklich, die Eltern so glücklich zu sehen. Der Papa ist stolz wie Bolle. Stolzer kann man gar nicht sein. Die Mama? Ich glaub, die steht noch zu sehr unter Schock. Ängstlich sind sie beide. Aber ich habe nicht den geringsten Zweifel daran, dass sie das hinbekommen. Oh, wie stolz er erzählt, dass er sie drei Stunden auf dem Arm hatte. Und ich glaube, kaum jemand hört den Stolz in seinen Worten oder kann ihn nachvollziehen. Es geht gar nicht darum, dass er seine Tochter im Arm hielt, sondern dass er sie im Arm hielt. Dass er so kurz nach der Geburt schon ganz allein für sie verantwortlich war. Wahrscheinlich hatte er die totale Panik, doch er hat es geschafft. Natürlich nicht ohne dringend auf Klo zu müssen. Und wie er vor sich hingrinst und wirklich und tatsächlich ausspricht, was ihn so bewegt: „Wie das klingt, meine Tochter.“ Ja, er ist stolz.

Es macht mich nachdenklich, dieses neue Kind. Es bewegt so viel, und auch wenn es lange bekannt ist, so ist es doch überraschend. Wie die frischgebackene Mutter im Nachbarbett sagt: „Man kann sich gar nicht satt sehen.“ und ich mir das nur zu gut vorstellen kann. Die unendliche Liebe. Und wie die zwei Exschwangeren nur noch von den ihren reden. „Na meine hat das auch.“ Mindestens einer von beiden möchte ich unterstellen, dass sie noch Schwierigkeiten hat zu sagen „meine Tochter“. Denn das ist mindestens so ungewohnt wie „mein Mann“ nach der Hochzeit.

Auf der anderen Seite hörte ich gerade eine Frau kurz vor der Rente sagen: „Ich hab ja nun auch keine Kinder oder Enkel.“ und ich weiß nicht, ob sie das ärgert. Wird es mich eines Tages ärgern? Und mache ich mir darüber nur Gedanken, weil ich gerade wieder im Krankenhaus auf der Babystation war und man da gar nicht anders kann?

Bald wird es noch ein Kind geben und spätestens dann sind sie in der Überzahl. Nicht zahlenmäßig, aber was die Wichtigkeit angeht. Und ich ertappe mich schon jetzt bei dem Gedanken, dass das mal aufhören muss mit dieser uneingeschränkten Wichtigkeit. Ja, es wird anders, wenn Freunde Kinder kriegen. Ja, das ist okay. Aber ist es dauerhaft so? Oder muss ich mich nur einige Jahre gedulden?

Was passiert beim zweiten Kind?

16.09.2013 um 19:03 Uhr

selbstzufriedenes Arschloch

von: indalo

Womöglich mecker ich gerade wirklich zu viel. Und allem Anschein nach bin ich nur eins dieser selbstzufriedenen Arschlöcher, die einfach nur recht behalten wollen. Denn nein, es nützt nichts, noch fürs Protokoll etwas festzuhalten. Das Protokoll liest niemand. Das tue bzw. tat ich nur für mich. Für mich und das Arsch in mir, welches am Ende sagen möchte „Ich hab’s euch doch gesagt.“ Und so nehme ich mir die Zeit, nach einer fast durchgängig positiven Beurteilung des Kundenservice noch folgenden Text zu formulieren.

“Meine Beurteilung bezieht sich wirklich NUR auf diesen letzten Kontakt, nicht auf den allgemeinen Kundenservice. Und da ich annehme, dass dies dann in der Statistik als "rundum zufriedene Kunden" auftauchen wird, möchte ich dennoch anmerken, dass ich mich nur an Sie gewendet habe, wegen eines chronischen Fehlers (es war nicht das erste Mal, dass versucht wurde, Kosten auf mich als Kunden umzulegen) ihres Services.

Sprich: Würden Sie mir nicht in regelmäßigen Abständen fälschlicherweise etwas in Rechnung stellen, müsste ich mich auch nicht an Sie wenden, hätte demnach auch keine positive Rückmeldung zum Kundenservice gegeben, wäre stattdessen aber ein zufriedenerer Kunde.“

In der Hoffnung, dass irgendwo noch jemand mit Grips sitzt und sich dies zu Herzen nimmt. Dass noch irgendwer wirklich etwas ändern möchte statt Statistiken zu fälschen und Geld zu scheffeln. Dass jemand sich durchsetzen kann und die Welt mal wieder angenehmer wird, sonst krieg ich doch eines Tages ein Magengeschwür. Zur Zeit nicht, denn ich habe in mancherlei Hinsicht die Scheuklappen aufgesetzt und sage, ich kümmere mich um mich und mein direktes Umfeld. Und ich will nicht untergehen, deswegen setze ich Grenzen und beschwere mich. Allein heute bin ich mit ein paar Gleichrangigen und auch Vorgesetzten aneinander geraten. Ja, ich mache meinen Mund auf. 

12.09.2013 um 20:19 Uhr

Souverän

von: indalo

„Was, du bist erst seit einem Jahr hier? Du wirkst so souverän.“ war eins der Komplimente der letzten Tage. Ich muss es festhalten, weil es mir schmeichelt. Und weil ich heute an die guten Dinge denken muss. Denn heute stand ich schnaubend im Büro meines Chefs und ließ Dampf ab. Ich suchte ihn zuvor und als jemand meinte, er sei gerade nicht da, konterte ich nur: „Ist wohl besser für ihn.“ Ich war sauer. Und das habe ich ihm unumwunden gesagt, zusammen mit der Info, dass ich an dem Punkt bin, dass es sein Job ist und nicht meiner, den Kollegen in den Hintern zu treten. Dass er etwas machen muss, weil der Gedanke „Dann mach ich’s halt nicht“ in meinem Kopf auftaucht und es das nicht sein kann. Was er einsah. Nur was und wie er es jetzt regelt, bleibt spannend. Egal, die positiven Dinge.

Ein Jahr bin ich nun dabei und weiß schon länger, dass neue Kollegen damit nie rechnen würden. Sie nehmen mich anders wahr, älter vor allem. Mit mehreren Kollegen hatte ich dieses Thema in den letzten Wochen und allesamt schätzten mich um einige Jahre älter. Die letzte dachte, es wäre ein Fettnäpfchen und setzte hinzu: „Nicht, weil du so aussiehst, sondern weil du so viel weißt.“ Ich weiß und es stört mich so gar nicht. Es schmeichelt mir.

Doch noch viel mehr als die nachgesagte Souveränität schmeichelt mir ein anderes Kompliment, oder einfach der Umstand, von dort überhaupt ein Kompliment zu bekommen. Ich wurde gelobt, das hat man mir gesagt und ich merkte, wie das etwas ändert bei mir. Dieses Kompliment, so unbedeutend es auch sein mag, hat viel mehr Gewicht als all die Nettigkeiten, die ich gerade per Email bekomme. („vielen Dank für die gut organisierten und dargestellten Ergebnisse.“, „das hast du ja toll vorbereitet“ und „Ich bewundere dich zutiefst!“) Diese Nettigkeiten prallen bei mir ab, sie wirken eher wie Honig, der mir ums Maul geschmiert wird. Dieses andere Kompliment lässt meine Brust schwellen, es lässt mich strahlen. Womöglich auch, weil es nicht mir, sondern über mich gesagt wurde. Ich würde es genau richtig machen, einfach weiter reden, nie schreien. Bei mir funktioniere es. Das stimmt, es ist so viel besser geworden, so viel einfacher. Und es erfüllt mich mit großer Freude, dass nicht nur ich das bemerke – offen gestanden bemerkte ich es erst nach dem Kompliment so richtig.

Oder auch neulich Nacht als jemand meinte: „Du leuchtest ja auch, aber du leuchtest nicht nur, du strahlst.“ Ja, immer wenn ich dort bin, strahle ich, und manchmal braucht es jemand anderen, der mir das sagt. Der mir das spiegelt. Denn auch wenn ich noch so müde war, so ging gewiss ein inneres Strahlen aus mir hervor.

11.09.2013 um 21:40 Uhr

Was ich mit nach Hause nehme

von: indalo

Letzte Nacht lag ich wach. Seit langem mal wieder. Ja, ich freue mich, schon länger keine Schlafprobleme mehr zu haben. Es wirft mich jetzt auch nicht aus der Bahn, dass es einmal vorkam, doch die Tatsache, dass ich sonst einfach tot umfalle, macht es dann nicht besser. Ja, ich bin erschöpft. Doch warum lag ich letzte Nacht wach? Mir gingen viele Dinge durch den Kopf, doch nicht mehr, als die letzten Wochen. Ich griff zum Tagebuch und schrieb. Danach konnte ich schlafen, wie fast immer. Doch was mich wach hielt, das fand ich nicht heraus.

Heute weiß ich, was mich wach halten könnte. Heute nehme ich mal wieder viel mit nach Hause. Ich muss Distanz wahren, ich muss es lernen. Ich finde, ich habe viele Fortschritte gemacht. Ich finde, ich bin schon sehr weit gekommen. Doch dass ein Witwer das Land verlässt, ja gar den Kontinent, und sein Kind allein zurücklässt, das lässt mich nicht los. Und das ist nur eine der Geschichten, die mir in den wenigen letzten Wochen zu Ohren gekommen ist. Und ich sehe dieses Kind an und freue mich, es überhaupt zu sehen. Freue mich, es lachen zu sehen. Denn noch geht es, das Lachen. Nur wie lange? Wie ehrlich?

Male ich mir die Situation schlimmer aus, als sie ist? Was kann ich überhaupt tun? Was wird von mir erwartet?

Und Himmel, wie viele Menschen jammern bloß auf hohem Niveau. Dieses Kind hat Grund zu jammern und tut es nicht. Nein, dieses Kind kämpft weiter, jeden Tag. Und lässt sich nichts anmerken. Nur wer genau hinguckt, der merkt etwas. Nur wer sensibel ist, kann mitfühlen.

09.09.2013 um 17:55 Uhr

Ich will meckern dürfen

von: indalo

Mir ist wohl bewusst, dass ich mir das selbst eingebrockt habe. Ich weiß, dass ich diese Entscheidung getroffen habe, auch wenn ich nicht unbedingt in Gänze wusste, was es nach sich ziehen könnte. Und auch wenn ich es mir so ausgesucht habe, so möchte ich trotzdem meckern dürfen, wenn mir danach ist. Wieso darf ich mich nie beschweren? Wieso heißt es dann immer „Selbst Schuld“? Dann darf sich doch niemand beschweren, wir sind an den meisten Dingen selbst Schuld. Wir haben uns ausgesucht zu leben, zu atmen, zur Arbeit zu gehen. Verdammt, ich will mich über den heutigen Tag aufregen und ne Resonanz kriegen, die mich zufrieden stellt. Die versteht, warum mich das so aufregt und es mir nicht vorhält. Ich beschwer mich ja nun nicht täglich, und es ist auch nicht jeden Tag das gleiche, also hör mir doch einer zu. Oder soll ich es in mich rein fressen? In meine Nächte mitnehmen? Mich verkriechen? *grummel*

08.09.2013 um 22:21 Uhr

Das schlafende Baby

von: indalo

Vor ein paar Tagen telefonierte ich mit einer Freundin. Sie ist vor ein paar Monaten Mutter geworden und seitdem nichts anderes mehr. Plötzlich erzählte sie mir von einer Kamera, mit der man die Kleine beim Schlafen beobachten kann. Komische Vorstellung. Sie gab mir die Adresse durch. Es klappte nicht auf Anhieb, doch auf einmal hatte ich das schlafende Kind auf meinem Bildschirm. Es sollte mich nicht wundern, doch das tut es. Was mit unserer Technik heute alles auch für den einfachen Mann möglich ist, fasziniert mich immer mal wieder. Und eben dachte ich, guckste mal, ob die Kamera heute noch angeschaltet wurde. Und siehe da, es dreht sich ein schlafendes Kind vor meinen Augen. Ich brauche weder Fernsehen noch einen Bildschirmschoner. Es ist zauberhaft, wie die Kleine sich dreht. Es freut mich zu sehen, wie das Bäuchlein sich beim Atmen hebt und senkt. Ja, ich liebe kleine Kinder und sollte viel, viel mehr Zeit mit ihnen verbringen. Sie jetzt zu beobachten ist immer noch komisch. Doch ich kann nicht anders als zu denken: „Himmel, ist die schön.“ Das wollte ich festhalten. Ein wunderschönes Baby, dass sich nur durch Bewegungen von einer Puppe unterscheidet.

Es ist unglaublich, ihr beim Schlafen zu zusehen.

07.09.2013 um 16:32 Uhr

gemieden

von: indalo

Gestern stand ich auf einem Fest, welches ich meiden wollte. Warum, das weiß ich gar nicht genau. Mir fielen viele Gründe ein, doch was der wahre Grund war, vermochte ich nicht zu sagen. Letztlich auch nicht wichtig, ich bin schlussendlich dort gewesen und das ganze nur, um gemieden zu werden. Denn das wurde ich. Ich sah jemanden nach Jahren wieder und… nein, ich freute mich nicht, denn in diesen Jahren wurde ich ja schon gemieden. Also wusste ich nicht, was mich erwarten würde, konnte mir aber nur schwer vorstellen, dass ich offenkundig ignoriert werden würde. Schon zwei Tage zuvor sah ich sie und dachte mir, dass sie mich genauso wahrgenommen hat. Und nicht nur einfach so wieder ging, sondern gerade deswegen gegangen ist. Schon da unterstellte ich eine gewisse Vermeidungstaktik. Gestern jedoch war es keine Unterstellung mehr, ich wurde gemieden. So sehr, wie noch nie. Zumindest noch nie so von jemandem, zu dem ich eine wie auch immer geartete Beziehung führte. So tauchte ich regelmäßig in ihrer Nähe auf und vertrieb sie ständig. Als ich mich zu ihr setzte, nahm sie mich wahr, sprach ein paar Worte und vertiefte sich wieder in die Arbeit um im Anschluss zu verschwinden. Weitere Vermeidungsstrategien wurden angewendet. Erstaunlich. So saß ich zwischenzeitlich nur da und dachte, dass es nicht mehr zu leugnen sei. Ich wurde gemieden. Das… war komisch, traurig irgendwie. Doch ich wollte mich davon nicht beirren lassen. Ich ruhe so sehr in mir, dass ich wirklich denke, wer mit mir nichts zu tun haben will, der verpasst etwas. Das kratzt dann nicht an meinem Ego, auch wenn ich es nicht schön finde. Ich gab mich also geschlagen, was mich nicht davon abhielt, mich des Nachts wieder zu ihr zu stellen. Und so begann sie doch noch ein Gespräch. War es der Alkohol? Die Zeit zum Nachdenken? Sie erklärte mir – was ich mir schon selbst zusammenreimte – die letzten Jahre. Nicht den Abend, nicht die Nacht, aber eben die ganze Zeit davor. Wie auch den Abend zwei Tage zuvor. Sie rechtfertigte sich nicht, sie schüttete mir nur ihr Herz aus, auf so zauberhafte Weise. Ich war müde, müde vieler Dinge, sodass ich ziemlich verloren daneben stand und gar nicht wusste, was ich sagen sollte. Doch was immer ich tat, es war nicht falsch. Sie fragte, ob meine Email Adresse noch die gleiche sei. Sie sprach von zukünftigen Verabredungen. Ich war zu müde um mich zu freuen, und bin es vermutlich immer noch. Es geht gar nicht darum, sie wieder zu sehen, mich fasziniert und beschäftigt, wie sehr meine Gedanken dort sind. Wie sehr sie bei ihr sind, bei ihr und all den dazugehörigen Erinnerungen und Vorstellungen. Sie sind nicht weg, ich habe sie nie aufgegeben. Und es ist auch nicht wichtig, was in zehn Jahren davon passiert ist und was nicht, mir gefallen die wieder erweckten Wünsche und Träume. Ich mag sie. Ich mag sie sehr.