indalo

24.04.2014 um 22:14 Uhr

Zwanzig Jahre

von: indalo

Erstaunlich, wie das Leben manchmal so spielt. Jetzt habe ich mich doch glatt in weniger als zwei Wochen mit zwei verschiedenen Frauen getroffen, mit einer davon nach nur zwei Tagen, und die beiden trennen zwei Jahrzehnte.

Die erste sprach nie von einem Date, wir lernen uns einfach nur kennen und gucken, ob’s passt. Kann’s da eigentlich auch nur auf einer Seite passen? Ist das möglich?
Die zweite sprach vom Daten. Hatten wir ein Date? Muss ich meine Dateliste jetzt etwa erweitern? Was zählt eigentlich als Date und was nur als Treffen? Das sind nicht nur unterschiedliche Sprachen, in denen die Wörter heimisch sind, nein, sie haben verschiedene Bedeutung. Doch die Definitionen sind schwammig, sie gehen manchmal grenzlos ineinander über.

Gehöre ich dann jetzt doch zu den Leuten, die daten? Irgendwie bin ich älter geworden ohne es zu merken. Doch apropos Alter - macht das einen Unterschied?
Ich möchte behaupten, dass mir das Alter ziemlich wurscht ist und diese beiden Erfahrungen bestätigen das. Es sind andere Dinge, über die ich stolpere, Dinge, die absolut altersunabhängig sind.


„Hat sich dein Flattern denn jetzt ein wenig beruhigt?“

22.04.2014 um 19:59 Uhr

Hossa

von: indalo

Da stand ich heute morgen vom Rechner auf und sah eine ungelesene Email. Ich klickte darauf und mir wurde ganz anders. Was war das? Die hat doch nicht allen ernstes auf meine Email reagiert? Sie, der ich doch nur schrieb um ihr Hoffnung zu machen. Um ihr etwas von dem zurückzugeben, was sie mir gab. Ein kleines wenig Hoffnung.

Mir scheint, ich habe so richtig die Nase voll und bin auf Suche. Aktiv. Neulich auf einem Geburtstag wurde ich gefragt, ob ich auf der Suche nach einer Beziehung bin. Die eine auf dem Stuhl neben mir meinte in forschendem Ton „die Antwort interessiert mich jetzt auch“. Das irritierte mich. Ich dachte, das wäre klar. War es wohl nicht. Die nächste Frage war, wie ich diese Suche denn gestalte, und genau da liegt der Hase im Pfeffer. Vor ein paar Wochen, als meine Mutter mir von den Emails mit einem Unbekannten aus einem Kennenlernportal erzählte, sagte ich im Brustton vollster Überzeugung, dass ich dafür noch zu jung bin. Doch warum eigentlich? Warum hat es etwas mit dem Alter zu tun, wie man sich jemanden sucht? Ganz offensichtlich funktioniert das in meinem Alltag nicht.

Per Zufall erreichte mich dann vor wenigen Wochen diese Nachricht, die sogar schon zu zwei Treffen führte. Schönen Treffen, Erlebnissen, die mir Hoffnung machen. Es ist schön, Hoffnung zu haben, doch von Hoffnung hat man auch noch nichts in der Hand. Doch genügsam wie ich bin, reicht mir das erstmal.
So schön das auch ist und so sehr es zu mir passt, so sehr merke ich die Analyse meiner Person, oder Persönlichkeit? Irgendwas passt nicht. Was will ich eigentlich? Weiß niemand. Oder doch? Ich will so viel… und offensichtlich darf ich auch viel wollen, irgendwie scheint es das auch zu geben. Doch mein Problem ist, dass sich manches davon total und komplett widerspricht. Ist es dennoch möglich?

Nun denn, ich suche ja gar nicht so aktiv. Und so stolperte ich gestern im großen weiten Netz über etwas, das mich ansprach. Einfach so. Ich schrieb, einfach so. Ich erhielt sogar eine Reaktion, einfach so. Und dann schien es wirklich einfach, und flatterig. Will ich das denn überhaupt? Nicht denken! Einfach nicht denken, handeln. Mein Kopf kann viel, vor allem Achterbahnfahren, und er hat verdammt noch mal nichts zu sagen. Tun, erleben, empfinden. Alles andere ist unwichtig. Ich bin wichtig, und alles andere muss jetzt zurückstehen. Mal sehen, was daraus wird. Ich bin offen. Ich nehme mir die Zeit für Versuche. Scheiß auf die Zukunft, leb die Gegenwart. Jetzt. 

21.04.2014 um 21:10 Uhr

Ein gefiltertes Projekt

von: indalo

Letzte Woche hab ich zum ersten Mal seit langer Zeit zum Tagebuch gegriffen, weil ich ein Bedürfnis hatte. Im Allgemeinen wird mein Tagebuch seit langem vernachlässigt, ja fast ersetzt durch diesen Blog. Ich schreib hier vieles rein, was ich sonst im Tagebuch festhalten würde. Doch jetzt war es mal wieder so weit, dass ich etwas einfach nur schreiben musste ohne dass irgendwer irgendwas dazu schreiben kann. Ich wollte mir etwas notieren, was niemanden etwas angeht und was auch niemand beurteilen darf. Ich wusste nicht, dass es das noch gibt. Ich wusste nicht, dass ich noch filtere. Zu viel habe ich hier geschrieben, zu viel habe ich preisgegeben. Doch das, das war noch mehr nur für mich als all das andere hier.

Mein Projekt, meinen Körper besser kennenzulernen, funktioniert wirklich gut. Es ist gar kein großes Projekt, es läuft auch eher nebenbei, aber es ist spannend zu merken, zu spüren, worauf mein Körper wie reagiert. Und dabei fällt mir auf, dass ich gar nicht nur meinen Körper kennenlerne, sondern auch mich. Nach all den Jahren, die ich auf diesem Planeten nun schon verbracht habe, nehme ich mir die  Zeit, mich noch besser kennen und dabei eben auch lieben zu lernen. Denn wenn ich mich schon nicht mag, wie soll ich es bei anderen zulassen können?

Vielleicht ist es das, was das Wandern ausgelöst hat. Das Bedürfnis, meinen Körper kennen zu lernen. Ihn zu würdigen, ihn zu schätzen. Denn da hat es definitiv angefangen. Ich hab ihn auf die Probe gestellt und wir haben gemeinsam bestanden. Mein Körper die Anstrengung und das Dehnen der Grenzen, und ich den Test, ob ich Grenzen akzeptiere und auf dieses Geschenk der Natur achte. Und das tue ich.

Und so merke ich bei jener Frau noch mehr, was mich interessiert, was mich anspricht und was ich mir wünsche vom Leben, und von anderen. Es überrascht mich, was es zusätzlich noch für Kriterien gibt, Dinge, die ich nie aufgelistet hätte. Und es freut mich einfach zu sehen, dass es noch andere Menschen da draußen auf der Suche gibt. Es macht mir Hoffnung. Der Umstand an sich, und dass ich ganz entspannt viele Stunden mit jemandem reden kann. Sie kennenlernen kann ohne mich verrückt zu machen. Es ist ein Selbstversuch bei dem ich noch wenig Vorstellung habe, wie er enden wird. Wobei das wie eine Lüge wirkt, denn ich habe viele Vorstellungen, nur eben keine konkrete. Ich habe kein Ziel, keinen Plan, den ich verfolge. Und das möchte ich auch nicht. Ich gebe mich dem hin und werde irgendwann ja sehen, wo ich gelandet bin.

19.04.2014 um 22:46 Uhr

Ist das nicht schön?

von: indalo

Es ist mir vollends bewusst, dass ich mich wiederhole. Und ich tue es gerne. Ich liebe mein Leben. Und mich. Ich find mich toll, ich mag mich und genieße gerade so vieles, dass ich an so sonnigen Tagen wie heute gar nicht weiß, wohin mit mir. Ich bin glücklich.

Vor einigen Jahren fragte ich mich, woran man merkt, dass man glücklich ist. Dass man wirklich glücklich ist und nicht nur im Sinne des positiven Denkens das Unschöne ignoriert. Meine Antwort war - wie ich gerade vor ein paar Tagen in einem alten Blogeintrag las - wenn man sich nichts schöneres als die Gegenwart vorstellen kann. Und das ist wieder oder immer noch so. Es gibt für mich nichts schöneres als die Gegenwart. Die Zukunft kommt, das ist okay. Ich fürchte sie nicht, doch ich sehne sie auch nicht herbei. Ich möchte nirgends anders sein, ich möchte nichts hinter mir haben und auch nicht zu einer bestimmten Zeit zurück. Sicherlich gibt es Dinge, die ich gerade nicht perfekt finde, und es gab schöne Zeiten in meinem Leben, die ich definitiv nicht missen möchte. Aber ich möchte nirgends anders sein als da, wo ich in meinem Leben gerade bin.

Heute Abend fuhr ich mit der S-Bahn nach Hause und guckte aus dem Fenster. Überall sah man Feuer, die Sonne ging langsam unter und der rote Ball spiegelte sich in der Fensterscheibe. Ich wollte raus. Raus an die frische Luft und spazieren gehen. Den Geruch von Lagerfeuer in der Nase, die Natur um mich herum. Ich konnte es gar nicht erwarten, auszusteigen und schlug sogleich jemandem vor, spazieren zu gehen. Und das taten wir. Weit mehr Zeit als ich dachte, erst im Tiefdunkeln kam ich zu Hause an. Und es tat so gut. Der Sonnenuntergang über den Feldern, die Umrisse der Bäume vor dem immer dunkler werdenden Himmel. Unsere Welt ist so schön - wieso nehmen wir sie so selten wahr? Es war traumhaft. Ich konnte nur alle paar Meter sagen „Ist das nicht schön?“ Es war so schön. Ein wenig so, als wenn der Himmel wieder weiter war. Ich nahm einfach so viel wahr, die Umgebung, die Luft, die Sterne.

Ich bin glücklich und es gibt keinen bestimmten Grund dafür. 

14.04.2014 um 21:53 Uhr

Er geht

von: indalo

Am Freitag in den letzten Zügen des Arbeitstages eröffnete mir einer meiner Chefs in einem vier Augen Gespräch, dass er gehen wird. Ich konnte ihn nur angucken, Worte blieben aus. Gedanken rasten durch meinen Kopf. Nein, keine Krankheit, keine Rente, ein anderer, bevorzugter Arbeitsort. Okay. Er redete ohne Aufforderung weiter, erklärte mir seinen Entschluss und betonte, es habe nichts mit den Kollegen zu tun. Doch in meinem Gespräch eben, in dem ich davon erzählte, konnte ich dieses Gefühl benennen, oder greifen. Ein Gefühl von Verrat. Ich fühle mich verraten von ihm. Es traf mich sehr, diese Verkündigung. Ich schätze ihn als Mensch und als Arbeitgeber. Er wird mir fehlen. Doch da bleibt dieses Gefühl, dass er ja nach einer anderen Arbeitsstelle gesucht hat, aktiv. Darüber kann er nicht gestolpert sein. Er sagte selbst, er hat sie gefunden. Wer findet, sucht. Manchmal nur unbewusst, doch in diesem Fall bewusst, aktiv. Und da fühle ich mich verraten.

Es kam aus heiterem Himmel. Statt der angekündigten zwei Minuten saßen wir weit mehr als ne halbe Stunde zusammen. Wir redeten über vieles, kamen vom Hundertsten ins Tausendste und es war wieder einmal ein gutes Beispiel dafür, wie gut er mir gefällt, wie sehr unsere Wellenlänge passt. Beruflich und privat – auch wenn wir nie auf die Idee kämen, privat etwas zu unternehmen.

Ich sollte mich für ihn freuen, ich weiß. Vielleicht schaffe ich das auch, wenn ich über den Schreck hinweg bin. Doch das wird noch dauern. Denn bisher kann ich mich mit denjenigen, die diesen zukünftigen Verlust nachempfinden können, nicht austauschen. Er möchte es den Leuten persönlich sagen, nicht Gerüchte verbreiten. Wieder so eine Sache, die ihn auszeichnet.

Und neben all dem persönlichen Verlust, den ich darin sehe, gibt es auch die Frage, wer ihn ersetzen wird. Wer wird da mein neuer Chef? Mit wem werde ich die nächste Zeit arbeiten müssen? Und ja, ich sage müsse, da es ohnehin keine Wahl gibt. Ob es nun ein guter Ersatz ist oder nicht. Ach man, ich brauche Beständigkeit, zumindest ein wenig. Und das nun auch auf dieser Ebene etwas so kurzfristig und absolut nicht absehbar verändert wird, macht mich unruhig. Ich träumte sogar davon und es blieb kein gutes Gefühl nach dem Traum.

11.04.2014 um 19:13 Uhr

Ich bin nicht wie du

von: indalo

Wir diskutieren über das Leben, wie man zurecht kommt, was man draus macht und was die Zukunft bringen könnte. Und da sagst du mir ruhig, ernst und vielleicht ein wenig bedrückt: „Ich bin nicht wie du.“ Ich nicke. „Ich weiß.“ Ich weiß, dass wir unterschiedlich sind. Doch ist es nicht phänomenal, dass du mir das jetzt so sagst, so als würdest du mich damit zu etwas auffordern wollen, als würdest du dir Akzeptanz wünschen, ohne je zu akzeptiert zu haben, dass ich nicht so bin wie du? Ohne mich so sein lassen zu können, wie ich bin.

08.04.2014 um 21:53 Uhr

von meinen Kollegen

von: indalo

Jetzt komm ich endlich dazu festzuhalten, was ich schon längst notieren wollte. Es ist an der Zeit, einen Personalrat zu wählen. Alle paar Jahre passiert das wohl, für mich ist das der erste Durchgang. Allzu lange bin ich ja nun noch nicht dabei. Und als die Prozedur so erklärt wurde, fragte ein Kollege, ob man sich nur selbst aufstellen kann oder ob man auch jemand anderen nominieren darf. Letzteres ist nicht erlaubt, was er irgendwie schade fand. In mir entstand recht schnell das Gefühl, dass er jemand bestimmten nominieren wollte und dabei an niemand anderen dachte als an mich.
Wenige Tage später sprach mich eine damit zusammenhängende Kollegin an, wie es denn mit mir und dem Personalrat aussieht. Ihre Stimme wäre mir sicher. Auch wenn das gewiss manche Vorzüge und Sicherheiten bietet, so lehnte ich dankend ab. Es ist nicht so, dass mir das nicht mal durch den Kopf ging – damit gehen manch spannende Zusatzaufgaben einher – doch es gibt Grenzen für alles, und da ist meine Grenze erreicht. Die Neugier und das Runduminteresse werden von dem Überlebenswillen meiner Freizeit platt gemacht. Nein, die Zeit habe ich nicht, oder möchte sie nicht investieren. Ich habe genug zu tun, ich habe genug Zusatzaufgaben, sodass ich mich momentan bitte nur um meine Probleme kümmere, nicht noch um die von allen anderen. Die Scheuklappen trage ich schon eine Weile und empfinde sie als sehr gesund.

Dann geht eine Kollegin in Mutterschutz – das ist bei uns echt ansteckend in den letzten Monaten – und schon mehrere Personen möchten, dass ich ihr Aufgabengebiet übernehme. Auch hier reizt es mich sehr, doch auch hier lehne ich ab. Sollte die oberste Etage mich direkt darum bitten, würde ich es vermutlich tun, aber insbesondere im Hinblick darauf, dass ich bald schon wieder weg bin, empfinde ich es nicht als sinnvoll, mich da einzufuchsen um es im nächsten Jahr jemand anderem zu erklären.

Doch was mich dazu bringt, nun gerade heute diese Dinge zur Datei zu bringen, ist etwas heute zu mir gesagtes. Eine Kollegin, die zu den Dinosaurier unter uns gehört, umarmte mich, ließ die Hände an meinen Schultern und sagte klar und deutlich: „Ich arbeite gerne mit dir zusammen.“ Na Mensch, wenn das kein Kompliment ist.

07.04.2014 um 19:58 Uhr

Verliebt

von: indalo

Verliebt in das Leben, mein Leben. Ja, schon länger. Es ist ein Gefühl von Freude, von Wohlgefühl und Besinnung. Ich komme sehr gut mit mir und meinem Leben zurecht. Doch etwas anderes veranlasste mich zu diesem Titel. Es kam nicht ganz spontan, ich überlegte schon, titellos zu sein. Denn verliebt ist eine Übertreibung, etwas, das ich mich (noch) nicht traue. Doch nichtsdestotrotz bin ich verliebt, zumindest verliebt in eine Vorstellung, in einen Gedanken, in eine Möglichkeit.

Ich lerne da gerade jemanden kennen, der mir sehr gefällt. Jemanden, der auch in mein Leben passen könnte – so glaube ich zur Zeit. Letzte Woche habe ich den wohl interessantesten Menschen seit ein paar Jahren kennen gelernt. Er hat mich in seinen Bann gezogen eh ich wusste, wie mir geschah. Wir passten wie Arsch auf Eimer. Doch unsere Leben passen nicht und das ist auch nicht schlimm. Doch bei der anderen Person, jener Frau, die mir Emails schreibt, die von Mal zu Mal länger werden und kein Ende zu nehmen scheinen, scheint auch das Leben zu passen. Ich suche nicht bewusst danach, doch sehr unbewusst. Ich bemerke den immer wieder auftauchenden Gedanken „das passt super zu mir“. Sie gefällt mir, sie interessiert mich und ich will gar nicht sagen, dass ich aufpassen muss mich nicht zu verlieben, doch ich merke, dass dem Gedanken, dass da mehr draus werden könnte, schnell die Frage folgt, wie es denn bei ihr aussieht.

Die letzten Bekanntschaften, die auf schriftlichem Verkehr beruhten und dabei die Option auf mehr hatten, habe ich sehr schnell dazu bewogen, dass wir uns treffen. Ich wollte einfach keine Illusion aufbauen, die nur zu leicht zerstört werden kann. Auch jetzt weiß ich schon seit längerer Zeit, dass ich einem Treffen keineswegs abgeneigt bin. Doch bin ich bereit dafür? Möchte ich die Illusion, die ich habe, gegebenenfalls aufgeben? Oder genieße ich noch ein wenig den Traum, das Verliebtsein in die Vorstellung. Nicht von ihr, wohl aber von der Möglichkeit. Ich weiß es nicht, doch ich möchte auch nicht alles lenken. Ich bot die Möglichkeit, ein Treffen vorzuschlagen, ihrerseits. Jetzt ein zweites Mal, mal sehen, ob sie darauf anspringt. Ich weiß, ich möchte nicht ewig so verharren. Das ist mehr als einmal gegen den Baum gelaufen und ich kann gut auf eine Wiederholung verzichten.

Insofern möchte ich festhalten, dass ich träume. Dass ich mir vorstellen kann, jemanden für meine Seite zu finden, auch wenn da viele berechnende und auch voreilige Gedanken sind, die ich verdrängen möchte. Ich möchte weder planen noch manipulieren. Wenn’s so sein soll, dann bitte. Wenn nicht, dann eben nicht. Doch die Ungeduld verrät mir, dass sie einen bestimmten Punkt getroffen hat, der gerade keine Ruhe geben möchte. Ich versuche es mit ruhiger Gelassenheit zu nehmen. Ohne darüber zu reden, zu philosophieren oder es zu zertrampeln. Deswegen hier. Für mich. Für mich allein.

02.04.2014 um 13:33 Uhr

Schlafmangel führt zu Taumel

von: indalo

Als ich mich heute morgen erhob, nachdem der Wecker mich brutal in die Gegenwart holte, taumelte ich erst. Schon beim bloßen Heben des Kopfes drehte sich alles. Mir war weder schlecht, noch hatte ich irgendein anderes beklemmendes Gefühl. Es drehte sich nur einfach. Ich drehte mich, ich taumelte.

Lange hatte ich keine so kurze Nacht, glaube ich. Und vermutlich gerade deswegen erinnere ich mich nicht an dieses Gefühl. Wobei ich auch glaube, das so nicht zu kennen. Vor einigen Jahren hab ich selten viel geschlafen, doch trotzdem war mir nicht schwindelig.

Warum hab ich überhaupt so wenig geschlafen. Ich leb doch schon länger nach der Devise, dass nichts wichtiger ist als ausgeschlafen zu sein. Sonst übersteh ich meinen Tag eher schlecht als recht. Warum also? Ach ja, da war dieser Mann. Ein unglaublich interessanter Mensch. Er suchte einen Schlafplatz und ich wollte zwar nein sagen, doch ich fand keinen Grund außer meiner nicht vorhandenen Zeit. Und ich möchte nicht, dass Zeit mir die Möglichkeit nimmt, Erfahrungen zu sammeln. Ich möchte nicht aus Zeitgründen nein sagen. Und genau das schrieb ich ihm. So schlug er gestern Abend nach einigem Hickhack bei mir auf und wir redeten und redeten und redeten. Ich ahnte, es würde interessant werden. Und ich sollte recht behalten. Diese Begegnung gehört zu jenen, die niemals enden sollen. Ich vermisse ihn schon jetzt, einfach weil die Wahrscheinlichkeit, ihn wieder zu sehen, eher gering ist. Es war berauschend, inspirierend und tat unglaublich gut. Ich wurde belebt, wieder einmal. Doch jetzt, heute, ist die Welt um mich herum dumpf, und ich frage mich, ob der Schlafmangel oder diese eindrucksvolle Begegnung für den Taumel verantwortlich ist.