indalo

28.07.2014 um 02:56 Uhr

2h22 in Greenwich

von: indalo

Es ist mitten in der Nacht. Eben war es noch 2h22 in Greenwich. Jetzt vergeht schon die Zeit während ich versuche diesen Text zu swypen. Ich erinnere mich noch genau daran, wie ich fasziniert und irritiert zugleich meinem Bruder beim Swypen zusah. Jetzt ist es total normal für mich. Erstaunlich, wie unser Hirn funktioniert.

So, warum sitze ich um diese Uhrzeit mit meinem Handy auf meinem eingeräumten Zelt und tippe diese Zeilen? Vermutlich zur Beschäftigung. Ich könnte noch zweieinhalb Stunden schlafen. Doch ich bleibe wach. Ich würde ohnehin nicht gut schlafen, mir wäre kalt. Das Zelt darf ich hier vermutlich nicht aufschlagen und den Schlafsack mag ich nicht rausholen. Noch ist er zu schön und sauber für einen solchen Ort. Nächstes Jahr wird sich das wohl ändern. Und ich mich dazu.

Am Horizont erkenn ich das große goldene M. Rund um die Uhr geöffnet. Lohnt sich das wirklich? Ist dies für das Personal tatsächlich nur eine Nacht wie jede andere auch? Überall liegen Bälle, Menschen schlafen auf ihren Isomatten und viele tragen das gleiche grüne Tshirt. Ja ich bin in Irland, nein, es ist nicht St. Patrick's Day. Es ist das Ende eines wunderschönen Urlaubs in einer anderen Welt. Plötzlich war ich da, auf einmal mittendrin und schon war es wieder vorbei. Doch mehr als einmal überkam mich ein unglaubliches Gefühl. Ich bin froh, diesen Schritt getan zu haben. Es war zauberhaft und vermutlich war es so einmalig, weil ich es ganz allein tat - doch ich wünschte so sehr, dies mit den mir nahe stehenden Menschen teilen zu können. Ich möchte ihnen diese traumhafte Welt zeigen. Nicht, weil ich sie als Teil dieser Welt wünsche, sondern weil ich sie daran teilhaben lassen möchte. Ich würde ihnen diese umwerfenden Gefühle gönnen - doch würden sie es ebenso wahrnehmen?

Ich bin anders. Sowohl in der Welt, in der ich lebe, als auch in dieser Auszeitwelt. Für die einen zu anders, für die anderen zu gleich. Doch irgendwo dazwischen bin ich. In mir, in meiner Mitte.

In zwei Stunden klingelt der Wecker, mach ich nochmal die Augen zu?

15.07.2014 um 23:42 Uhr

dieser Ort aus meinen Kinderaugen

von: indalo

Gestern besuchte ich meine Tante. Einfach so. Das habe ich noch nie getan. Noch nie. Und es war so natürlich, so entspannt, so gut. Ich halte nicht viel von Familie, ich halte mich auch nicht daran, sie beisammen zu halten. Überhaupt nicht. Ich weiß, dass ich irgendwo da draußen Familie habe, doch ich habe kein Bedürfnis, sie in mein Leben zu integrieren. Immerhin erkenne ich sie noch, zumindest lief ich meinem Onkel neulich vollkommen unerwartet über den Weg und irgendwas sagte mir, dass dies mein Onkel war. Und er war es tatsächlich. Doch meine Tante, diese Tante, die ist schon lange anders. Sie ist die älteste Blutsverwandte, die ich noch habe. Und doch ist sie mir von vielen am Nächsten. Ich weiß nicht, womit es begann, doch über Jahre haben wir uns Briefe geschrieben. Mittlerweile kann sie nicht mehr gut schreiben oder meine Sauklaue lesen. Jetzt gibt es nur noch Postkarten, von mir an sie. Und erst in der Mitte des Textes stelle ich fest, dass ich größer und deutlicher schreiben muss.

Nun denn, ich habe sie besucht, und wir gingen spazieren. Langsam, vorsichtig und plötzlich vorbei an einer alten Wohnung. Ich bog in die Straße, wie schon einige Male in den letzten zwei Jahrzehnten. Doch zum ersten Mal aus dieser Richtung. Das Haus sieht anders aus, es wurde eingekleidet in unschöne Farben. Und ich stand vor der Tür, als eine ältere Frau fragte: „Kann ich Ihnen helfen?“ - „Nein, wir gucken nur, wer noch hier wohnt.“ - „Wieso?“ - „Ich hab vor zwanzig Jahren hier gewohnt.“ und als ich sie mit Namen ansprach, fragte sie verwirrt, wer ich sei. Ich nannte ihr den Nachnamen, die Wohnungstür direkt gegenüber von ihrer, das weiß ich noch. Ich habe sie erkannt. Ich… auf einmal wusste ich, dass sie es war. Auf der Straße hätte ich sie nie erkannt, doch als sie vor mir stand und so forsch fragte, da war es glasklar. Ein Gefühl, eine Erinnerung. Nach all den Jahren. Und sie wusste noch den Namen meines Bruders, ich bin fasziniert. Und ich solle schön grüßen… Das habe ich heute auch getan.

Dann ging die Erinnerungstour weiter. Der Schrottplatz ist weg. Die Bäume in denen das Baumhaus war, sind verschwunden. Die damalige Baustelle ist mittlerweile ein mehr oder minder altes Haus und mein tiefes Loch im Boden, mein damaliges Versteck reicht mir gerade bis zur Brust. ich sehe diesen Ort noch immer aus Kinderaugen. Obwohl ich in den Jahren ein paar Mal dort gewesen bin, ist immer noch alles anders. Ich möchte es in Erinnerung behalten, wie es damals war. Ich möchte diese Bilder nicht überspeichern, die Gefühle behalten. Ich möchte für immer wissen, wie es ist, die Welt aus Kinderaugen zu betrachten. Ich möchte Gespenster sehen, wenn ich dort entlangschreite, die Gespenster der Kinder, die wir damals waren. Die Mauer, der Schrottplatz, die alte Sandkiste, das kleine Wäldchen, die Schaukel, die zum Baum hoch schwang, die kleine Anhöhe von einem Wohnhaus zum Nächsten. Damals war sie steiler, gefährlicher… heute wirkt das alles so klein, so überschaubar, so wenig abenteuerlich. 

Ich hatte eine gute Kindheit, es war eine schöne Zeit dort. Und ich erinnere mich gerne an so viele Abenteuer, an so viele Erfahrungen, an so viele Geschichten. Der Witz von Fritzchen und der Bratpfanne… der Bauer mit der Heugabel… das Feuer, die Turnhalle, die Amselnester… Erdbeeren mit Sahne, Hefeteig auf der Heizung und das Zähne putzen bei laufendem Fernsehen… so viel, und doch auch so viel nicht. Nie verstanden zu haben, dass meine Tante im selben Ort wohnt, nie diese Verbindung gemacht zu haben, die nun schon so lange offensichtlich ist. Und meine Tante, die mich noch immer mit liebenden Augen betrachtet. Meine Tante, die mich als Mensch sieht, mit dem sie sich gut versteht. Ja, meine Tante, die eine Freundin sein könnte und trotzdem nie gewesen wär, weil es für sie um Familie geht.

Tja, und so verbrachte ich viele Stunden mit ihr, weit mehr als ich vermutet hätte. Es gab Eis, leider kein Zimt, es gab Zitronenkuchen und einen Liter Sprudelwasser. Es gab Erzählungen vom letzten Sommer und vom nächsten Jahr. Und natürlich, pünktlich, der allabendliche Anruf meiner Cousine. Auch ich sprach mit ihr, kurz. Es war überraschend nett. 

Doch dann brach ich auf. Ich musste noch einen Gutschein einlösen und mich dann für einen abendlichen Spaziergang verabreden. Er endete auf einer Bank am Wasser. Mit Mücken, die nicht stachen. Und mit ganz viel Geruch in meiner Nase. Immer und immer wieder kam ihr Geruch bei mir an und ich nehme es hin, ich lasse es laufen, ich denke nicht. Sie macht es mir sehr leicht, auch wenn es ihr nicht immer leicht zu fallen scheint. 

Und so hibbelte ich im Dunkeln zum Bahnhof. Sie ging grinsend neben her. Ist es Faszination? Irritation? Manchmal graut mir davor in einem bekannten Schema zu landen. Da blitzen Erinnerungen auf, Gefühle, Beobachtungen. Doch ich ignoriere sie, ich bleibe ich. Auch, oder gerade nach so einem Tag.

10.07.2014 um 19:50 Uhr

Beziehungsstatus

von: indalo

Das muss so sein, nicht wahr? Ich krieg das nicht klar. Das ist auch nicht schlimm. Das ist gut so. Ich will keine klare Antwort, ich will machen. Doch ich will nicht verletzen. Weder mich noch irgendwen sonst. Wobei ich das bei mir am Ehesten in Kauf nehmen würde. Glaube ich. Wissen tu ich das nicht. Denn was von alledem ist eine Schutzreaktion?

Immer wieder tauchen Bilder in meinem Kopf auf und es zieht an unterschiedlichen Stellen meines Körpers. Da ist Bewegung drin, ganz viel. Ich fühle mich nicht schlecht, ganz im Gegenteil. Ich fühle mich Herr der Situation und hüpfe durch die Gegend wie ein Gummiball. Kein Flummi, also kein ständiges Auf und Ab, nein, ein Gummiball, der einfach rumhüpft. Es ist schön. Es geht mir so gut, dass es meinen Freunden auffällt. Apropos Freunde… ich möchte nicht darüber reden. Noch nicht. Oder gar nicht. Ich weiß nicht, wie. Ich merke, dass da Chaos ist. Ich fühle mich wie in einer Affäre. Ständig meine Wohnung absuchend nach Hinweisen. Der Pizzakarton einer Sorte, die ich nicht esse. Die Kaffeebecher. Ich bringe den Müll raus, eh jemand darüber stolpern kann. Ich entferne Limoflaschen, damit es niemandem auffällt. Ich überlege, was noch bemerkt werden könnte. Wie war das? Wer von uns beiden ist doch gleich verheiratet? …bekloppt…
Und die mitgebrachten Aufmerksamkeiten lass ich liegen. Falls sie entdeckt werden, kann ich es mit einem Achselzucken abtun. Die bedürfen doch bitte keiner Erklärung? Oder doch? Kaum hab ich Besuch, kommt der skeptische Blick. Mein Kopf geht alles ab, was ich vergessen haben könnte. Und bemerke dann die kleinen, abgepackten Kekse aus den Cafés. Und natürlich eine Nachfrage. 

Ich fühle mich nicht schuldig, aber irgendwas ist da. Doch ich sehe gar nicht ein, mich schuldig zu fühlen. Ich bin nicht gebunden, ich bin niemandem etwas schuldig, auch keine Rechenschaft. Woher also diese Überlegungen?

Ich verheimliche das nicht, um dich zu schützen. Egal, wer du gerade bist. Es geht nicht darum, irgendwen zu schützen, irgendwem einen Streich zu spielen oder sonst irgendwas. Ich möchte nur nicht reden. (Und auch das gehört zu den eventuellen Contra Argumenten.) Ich schäme mich auch nicht. Ich fühle mich im Recht, auch mir selbst gegenüber. Und doch bleibt der Gedanke, niemanden verletzen zu wollen. Und ich weiß, dass ich das jetzt schon tue. Egal wie es weitergeht, es wird jemandem wehtun…

Doch was ist eigentlich gerade mein Beziehungsstatus? Warum auch immer ging mir heute irgendein Gedanke durch den Kopf, den ich bremste um festzustellen: „Nein, halt, so überzeugt kannst du nicht mehr sagen, Single zu sein.“ Deinen Status kenn ich. Verheiratet. Aber meinen? Hast du den gerade geändert? Für dich? Es fühlt sich so an, auf dich bezogen. Als wäre das für dich nun klar. Für mich ist gar nichts klar. Und das wird vorerst auch so bleiben. 

09.07.2014 um 17:30 Uhr

"Kannst du mich mal in den Arm nehmen?"

von: indalo

„Kannst du mich mal in den Arm nehmen?“ war die Frage des Abends. Keine Antwort, nur eine Reaktion. Ein Versuch, jemanden in den Arm zu nehmen, den man kaum kennt. Jemanden, mit dem man keine körperliche Ebene hat. Dann, einige Zeit später, geht man wieder auseinander. Bis… „Ich beantrage eine Verlängerung.“ - „Vom in Arm nehmen, oder vom Kuscheln?“ Und das leitete eine lange Nacht ein.

Es war anders, es war neu. Es war bestimmt ganz viel, doch was war es wirklich? Was fühle ich wirklich? Was will ich? Was zum Henker?

Und dann die SMS… ein Wochenende Ende August? Bitte was?

 

Ich halte nichts von Verhaltensregeln, wird meine Antwort sein. Das tue ich auch nicht. Aber ich halte auch nichts von großen Plänen. Ein Kuss am Morgen. Sanft, vorsichtig, testend. Ein Tag voller Rückblicke, voller Müdigkeit. Was wird das jetzt?

Gib mir Zeit, verdammt. Es ist offenkundig, dass du mehr als normales Gepäck dabei hast. Das ist gerade Thema. Aber was ist mit meinem Gepäck? Lass es mich verstauen. Irgendwo. Lass es mich sortieren, in mir. Denn mein Kopf ist überall, viel mehr als dir lieb ist. Das hab ich heut Nacht schon gemerkt.
Ich ahne, dass ich anders bin. Mir fehlt Erfahrung, aber die Erfahrung, die ich habe, die sagt mir das sehr eindeutig. Seeehr eindeutig. Und das muss ich auf die Reihe kriegen. Und so lange ich von “ich“ rede, so lange wird sich das auch nicht ändern.

Ich brauch einen Teampartner. Beruflich habe ich mich stark dagegen ausgesprochen, und bin damit auch durchgekommen, doch im Privaten, da brauch ich einen Mitspieler. Nur wie lerne ich Teamfähigkeit? Ich hatte sie doch… irgendwann… damals… doch irgendwas ist schief gelaufen, die Rechnung ging nicht auf. Es ist geendet.

Und jetzt? Jetzt sind einige Jahre ins Land gegangen und ich bin kein Stück schlauer. Und du? Du bist verheiratet. Verdammt nochmal, du hast einen Ehemann. Was soll ich dazu sagen? Es ist nicht so, dass ich nicht schon eine verheiratete Frau geküsst hätte, aber zu dir und diesem Riesenkoffer habe ich noch keine Meinung. 

02.07.2014 um 21:35 Uhr

Only you (are?) straight

von: indalo

Was für ein Tag. Gestern war schon so ein Tag - oder auch vorgestern? Die Emails, die ich gerade mit einer ganz bestimmten Person schreibe, fordern verdammt viel von mir. Aufmerksamkeit, Gedankenfkapazitäten und Gefühle. Da ist einiges im Gange. Und das mal eben so nebenbei in einer Woche, in der ich jeden Tag mindestens zehn Stunden auf Arbeit bin, gern auch mal vierzehn, so wie gestern. Heute waren’s dann nur zwölf und morgen? Da reichen dann die zehn hoffentlich. Ich empfinde es auch gar nicht als so anstrengend. Ich bin voller Energie und Tatendrang. Die Emails fordern mich - doch die Arbeit? Die ist so anders gestaltet, dass die Abwechslung mir gut tut. Und außerdem versuch ich Mittagspausen einzubauen und konnte dabei gestern ja dieses zauberhafte Kind kuscheln.

Und heute bekam ich in meiner Mittagspause ein selbstgenähtes Monster mit nem angenähtem Herz und dem Schriftzug „only you“ auf der Brust. Only you. Und ein Augenklimpern. Ist es nicht nur Zufall? Oder will sie mir damit etwas sagen? Only you. 

Ach, aber davor. Meine Chefin. Ich mag meine Chefin. Und meine Chefin mag mich. Das ist so toll. Als ich gestern im Theater ankam, schoss sie auf mich zu. Die Neugier war nicht zu übersehen, naja, zu übermerken. Ich hab sie so sehr gemerkt und so eiskalt ignoriert. Ich unterhielt mich mit ihr wie ich es immer tat. Doch dieses Strahlen in ihrem Gesicht kann ich nicht vergessen. Und dann verlief der Abend. Ich sah sie zwar noch, sprach aber kein Wort mehr mit ihr. Bis heute. Sie kam zu mir und fragte mich nach meiner Meinung zum gestrigen Abend. Da kam ich noch gar nicht auf die Idee, dass sie noch mehr wollen könnte. Und sie setzte sich. Sie brauchte Mut, Zeit, im Grunde Zeit um Mut zu sammeln. Im Nachhinein total offensichtlich, doch ich kam gar nicht auf die Idee, darüber nachzudenken. Und so palaverten wir ne Weile, bis sie genug Mut gesammelt hatte um zu fragen: „War das deine Freundin?“ Als ich das völlig entspannt mit einem „eine Freundin, nicht meine Freundin“ beantwortete und dann ganz normal das Gespräch weiterführte, war ihr das unheimlich peinlich und sie lief schnell von dannen. Ach wie süß. Dass meiner Chefin mit ihrer in allen Angelegenheiten steckenden Nase mal etwas peinlich sein würde, hätte ich nicht vorhersagen können. 

Und dass heute der Kollege, den ich gerade heute in der Luft hätte zerfetzen können, in einem zweistündigen Zwiegespräch von sich gab: „Du bist einfach total straight.“ machte diesen Tag irgendwie rund. Da war noch viel mehr. Eine Mutter, die mich gerade auf den Mond wünscht, zwei Kolleginnen, die mir vollste Zustimmung zuriefen, und ein ganzer Haufen junger Menschen, die mich gerade für das Schicksal eines Freundes verantwortlich machen. 

01.07.2014 um 22:46 Uhr

weiße Rose

von: indalo

Vor mir steht eine weiße Rose. Eine wohlriechende weiße Rose, die mir heute Abend überreicht wurde. Von einem jungen Mann, der sie kurz davor auf der Bühne erhielt. Warum er sie mir gab? Ich weiß es nicht. Ich sah schon, dass er beim Abgang von der Bühne zu seinem Nebenmann etwas sagte und dabei in meine Richtung guckte. Und dann lehnte er sich in meine Reihe und überreichte sie mir mit einem strahlenden Lächeln. Danke. Für die Blume, aber auch für das Lächeln.

Es war ein schöner Tag. Es war schöner, sehr amüsanter Abend. Ich habe viel gelacht und viel gelernt. Vor allem gelacht. Und ne Menge gegessen, wobei das weniger mit dem Abend zu tun hatte. Doch das schönste an diesem Tag war diese zauberhafte kleine Kind, das mir in die Arme fällt. Dieses Kind, das sich an mich schmiegt, mich anstrahlt und mit mir spazieren geht. Ihre Mutter sagte vor ein Monaten voller Schadenfreude: „Ich habe mich immer darauf gefreut, dass meine Tochter sich zwischen meinen Beinen verstecken wird.“ Ich wusste nur zu gut, was sie damit meinte. Der Moment, in dem Kinder bei dir Schutz suchen. Ein so zauberhafter Moment, weil er so voller Vertrauen ist. Zuneigung. Und heute brachte sie mir all das entgegen. Sie brauchte Mama nicht, ich war gut genug. Sie hatte keine Angst, aber irgendwie sagten ihr die anderen nicht zu. Aber ich, ich bin in Ordnung. Und es erfüllt mich mit immenser Freude, dass sie mich kennt. Dass ich für sie eine Person des Vertrauens bin. Ein Rückzugsort. Oh, wie liebe ich Kinder.