indalo

27.07.2015 um 16:43 Uhr

I would like a date with you.

von: indalo

Eigentlich wollte ich am Flughafen weiter schreiben, eigentlich wollte ich dort meine Erfahrungen auf dieser wunderbaren Insel festhalten, doch plötzlich waren die vierundzwanzig Stunden Aufenthalt um. Unglaublich, aber wahr. Ich chattete, sicherte Dateien via Internet und guckte ein paar Folgen einer Serie. Da war eh keine Ruhe, sich auf anderes zu konzentrieren. Nun bin ich fünf bis sechs Flugstunden weiter westlich, konnte meine größte Sorge der Einreise hinter mir lassen und bin total fasziniert vom Leben. Auf dem Weg in die Stadt konnte ich nicht aufhören, vor mich hinzugrinsen. Die Leute im Bus, der grünen Subway und der nostalgischen Straßenbahn haben mich für irre gehalten. Das dürfen die auch, irre glücklich. 

 

Im ersten Land angekommen, war ich doch irgendwie frustriert. Der Flug war gut, doch auszusteigen, erst einmal nur ne Wechselstube statt eines Geldautomaten zu finden (Mist, hätte ich doch Geld mitnehmen sollen?) und dann ein recht teures Busticket in die Stadt (mit Kreditkarte) zu bezahlen, waren keine Highlights. Dass mir die Frau im Touristenbüro dann für ein Bett im günstigsten Zimmer in der großen Jugendherberge am Rande der Stadt einen Preis von über dreißig Euro nennt, schockierte mich erst recht. Dank Internet (und ich bin wahrhaft dankbar für diese Erfindung) fand ich eine andere, preiswertere Unterkunft, die auch noch fußläufig war. Hier begann das Glück vermutlich, auch wenn ich es noch nicht erkannte. Wobei ich es auch schon magisch fand, den letzten Platz im Bus in die Stadt zu ergattern. 

 

Ich stapfte also zu meinem Hostel, zahlte gleich für zwei Nächte (immer diese Entscheidungsfragen) und bezog mein Bett - natürlich mit Deutschen im Zimmer. Müssen die eigentlich überall sein? Nachdem wir ein wenig quatschten saß ich auf dem Bett und starrte aus dem Fenster. „Das will ich jetzt ein Jahr mitmachen? Oh je. Hilfe, zweifle ich schon am ersten Tag? Das kann ja heiter werden. Was ist los mit mir? Rausgehen und die Sonne genießen? Null Elan. Vielleicht sollte ich einfach schlafen, auch wenn es nicht einmal neun Uhr ist. Ja, das mach ich.“ Und so versuchte ich zu schlafen, was trotz großer Müdigkeit eine wahre Herausforderung war. Alle halbe Stunde kam oder ging jemand. Und das ist keine Untertreibung. Rücksichtsloses Pack mit vielen Plastiktüten und lauten Stimmen. Am Morgen war ich immer noch gerädert, aber machte mich auf den Weg in den Gemeinschaftsraum, wo es Toast mit Marmelade (laut Rezeptionistin kein Frühstück!) gab. 

Zurück im Zimmer quatschte der Deutsche alle automatisch auf Deutsch an, was ich zugegebenermaßen recht unschön fand. Oben auf dem Bett saß eine Frau, die ihn auf Englisch anquatschte. So weit, so gut. Auch wenn sie sehr männerorientiert war, verbrachten wir den Tag zusammen. Meiner Meinung nach wär sie viel lieber mit den Jungs mit, aber die wollten sie nicht mitnehmen. Wir spazierten durch die Stadt und sprachen über die vergangenen und kommenden Tage, sodass der Plan entstand, ein Auto zu mieten und damit rumzufahren. Am Nachmittag drehte sie sich mit ausgestreckter Hand zu mir: „By the way, I am Rasa.“ Ich musste lachen. Sehr sympathisch. Denn nein, auch wenn wir schon für das gemeinsame Abendessen (Suppe mit Kartoffeln, Möhren, Zwiebeln, Blumenkohl und Tortellini) eingekauft hatten und die Automietung planten, kannten wir noch nicht unsere Namen. Mit einigem hin und her mieteten wir am nächsten Tag ein Auto, sie war noch recht unsicher, aber sie machte es mit. [Ich schreib das hier jetzt zwar vollkommen entspannt nieder, bin aber über die Maßen fasziniert davon, wie das alles zusammen passte. Einfach so.] Die nächsten achtundvierzig Stunden verbrachten wir im Auto (auch die Nächte) und erkundeten den Südwesten der Insel. Am zweiten Vormittag kam ich an meinen Lieblingsort, vielleicht sogar weltweit. Ich stieg auf den Felsen und fühlte so viel auf einmal. Es war wie fliegen, es war Wasser, es war grandios. Ich komme wieder, und ich weiß auch mit wem. Also schrieb ich ne SMS an jene Person und überrumpelte sie damit. Jetzt wünsche ich mir von ganzem Herzen, dass wir da wirklich mal gemeinsam hinkommen. 

 

Gemeinsam haben wir viel gesehen, uns erstaunlich gut arrangiert und bei der Verabschiedung hieß es ihrerseits „I would like a date with you.“ Und das meinte sie keineswegs im freundschaftlichen Sinne wie ich es im Deutschen oft nutze. Nein, sie möchte wirklich und wahrhaft ein romantisches Date mit Hintergedanken. Und das ist meine erste Begegnung auf dieser Reise? Na das kann ja heiter werden. 

 

Und so verließ ich mit eintägiger Verspätung und voller neuer Eindrücke, Gedanken und Sehnsüchte die Insel im Norden Europas gen Westen. 

 

25.07.2015 um 20:15 Uhr

der Aufbruch

von: indalo

Vor einigen Tagen zog ich los die Welt zu umrunden. Es ist nur ein paar Tage her und ich bin jetzt schon so gefüllt von Emotionen, Erfahrungen und Erlebnissen, dass es schwer zu glauben ist, dass es erst so wenige Tage waren. 

 

Der Abschied war chaotisch. Als ich tatsächlich um Punkt elf Uhr mein Arbeitszimmer abschloss, ertönte von innen ein Wecker. Der Alarm (oder der Applaus?), dass es jetzt soweit ist. Ich stand in der Küche und betrachtete den Dreck um mich herum. Alles aufgeräumt, Schränke geputzt, Badewanne geputzt, doch nicht einmal gestaubsaugt, geschweige denn gewischt. Mein armer Untermieter. Aber nein, die Rettung in Person stand vor mir und sagte „Das ist doch kein Stress, ich saug einmal durch.“ Ich fiel ihr in die Arme und mir wurde klar, dass es das jetzt war. Der Abschied. Keine großen Worte, einfach eine lange Umarmung. Ich war so durcheinander. Die letzten vierundzwanzig Stunden waren chaotisch und so unrealistisch. Sogar eine meiner langjährigsten Freunde habe ich total überfordert. „Du hast mich mit deinem Anruf vorhin total nervös gemacht.“ und später „Das kenn ich gar nicht von dir.“ Ich glaub, ich war nervös. Ich war auf alle Fälle total hibbelig und einfach nur erleichert, als ich pünktlich fertig war. Meine Sachen packte ich am Morgen, einfach nur in den Rucksack schmeißen. Als ich vor dem Haus auf mein privates Taxi wartete, suchte ich nur noch meinen Reisepass, die Kreditkarte und den Impfausweis. Alles andere war mir egal. Das sind die drei wichtigsten Dinge. Alles andere kann ich mir kaufen. Doch bis jetzt vermisse ich nichts.

 

Am Flughafen gab es viele unterdrückte Tränen, von Fotoapparaten genervte Sicherheitsmenschen und dann die SMS, als ich am Gate saß: „Du siehst voll entspannt aus. Jetzt jedenfalls. Dreh dich mal um und schau nach oben!“ Ich hielt das für nen schlechten Scherz und suchte die Sicherheitskamera. Aber nein, da stand sie wirklich und leibhaftig. Nein, nicht nah genug zum Anfassen oder reden. Getrennt von dicken Glasscheiben machten wir also unseren letzten Spaziergang. Sie vorbei an einer Moschee und einem Gebetsraum, ich an verschiedenen zollfreien Läden. Man könnte es für romantisch halten, und es tat so gut. Ich musste mich nicht mehr fragen, wie ich die letzten Minuten in Deutschland verbringe. Danke. 

 

Oh, ich merke gerade, wie gut es tut, diese doch sehr unfreiwillige Pause einzulegen. Ich scheine auf dieser Reise weit mehr Kreuze auf der „been there, done that“-Liste zu setzen als ich je in Erwägung zog. Und das in wenigen Tagen. Ich hab es nämlich allen ernstes geschafft einen Tag zu früh am Flughafen gestrandet zu sein. Der Check-In wollte nicht so recht funktionieren, also zeigte ich der bereitstehenden Flughafenangestellten meine Buchung und stellte fest, dass mein Flug morgen geht. Im Bus auf dem Weg zum Flughafen dachte ich noch kurz darüber nach, dass ich in den letzten Tagen gar nicht mehr auf das Abflugdatum geguckt hatte, nur die Uhrzeit. Und siehe da, ich bin tatsächlich am falschen Tag zum Flughafen. Das schieb ich eindeutig auf das ganze Chaos vor dem Abflug aus Deutschland. Nun gut, been there, done that. 

Es gibt mir die Zeit, den Abschied zu verknusen und ein wenig durchzuatmen. Denn ich bin direkt in einem großen Abenteuer gelandet, das ich mir nie hätte erträumen können. 

17.07.2015 um 12:32 Uhr

Rückhalt mit Rückenwind

von: indalo

Das war ja mal wieder eine Talfahrt. Kurz und knapp, aber ziemlich nervig. Der letzte Arbeitstag lag hinter mir. Es gab viele nette Worte, Umarmungen und Aufmerksamkeiten für mich. Es war schön, die Traurigkeit hielt sich in Grenzen, ich blieb durchgängig tapfer, denn ich werde ja wiederkommen. Das war also geschafft. Alles in allem ein schöner Abschluss. 


Doch dann kam abends eine bitterböse Email, die durchaus unter die Gürtellinie ging. Ich selbst hätte es noch nicht als beleidigend beschrieben, aber als drohend und sehr abschätzend. Mal wieder wurde ich als Abschaum dargestellt. Die Erinnerungen an die letzte derart böse Email kamen wieder hoch. Nein, ich konnte nicht drüber stehen, es ärgerte mich. Es verletzte mich nicht unbedingt, aber es beschäftigte mich doch sehr. Am allermeisten ärgerte mich jedoch, dass das nun das letzte sein sollte, was ich arbeitstechnisch erlebe. Warum mit dem schlechten gehen, wenn doch sonst so vieles (und eben auch so viel mehr) so gut war. 

Ich schrieb kurz und knapp zurück, ließ mich auf keine Provokation ein, erklärte nichts, äußerte mich nahezu gar nicht. Nach außen stand ich über den Dingen, nach innen gewiss nicht. Sehr spät ging ich ins Bett um so wenig wie möglich darüber grübeln zu können. 

 

Am nächsten Morgen rief ich bei den Vorgesetzten meiner Vorgesetzten an, da ich sozusagen einen neuen Arbeitsvertrag brauche. Da hieß es, meine seit zweieinhalb Jahren angedachte Beförderung (für die ich ebenso lange auch schon arbeite) wird nun nicht stattfinden. Und aller Wahrscheinlichkeit nach auch erst in zwei Jahren, sodass ich um ein paar Tausend Euro gebracht werde. Der Status geht mir nach wie vor sonst wo vorbei, und ich mache es auch nicht in erster Linie wegen des Geldes, aber wenn das Geld vor mir auf der Straße liegt, heb ich es ja auch auf. Und die Bürokratie dahinter ist wieder nur eine Sparmaßnahme. Der totale Humbug. Das ärgerte mich also ebenso. Da kann ich aber nichts tun. In den nächsten drei Werktagen würde sich herausstellen, um welche Summe ich gebracht werde, nur einfach vierstellig oder gar das doppelte?

 

Ich fuhr zu meiner Tante und wir quatschen für viele Stunde. Ich beschwerte mich über beides. Die böse Email und das doofe Telefonat. Denn ich arbeite seit Januar daran, dass nicht passiert, was jetzt passieren soll und irgend so ein Depp in der obersten Etage hat meinen Papierkram einfach acht Wochen auf dem Schreibtisch liegen lassen. Einfach so. 

 

Auf dem Heimweg überzeuge ich mich eine Stunde lang davon, dass ich diese Email abhaken muss, soll und auch kann. Ich rufe mir immer wieder in Erinnerung, was alles schönes lief, die ganze gute Bestätigung im Gegensatz zu dieser vernichtenden Email. Und ich überzeuge mich davon, dass es nur Geld ist. Geld hat nichts mit Glückseligkeit zu tun. Und ich bin glücklich, auch ohne Geld. Ich habe genug um glücklich zu sein. Ich steige also aus der Bahn aus, es geht mir gut, ich habe meinen Frieden geschlossen. Mit beiden Knüppeln, die mir zum Abschluss hingeworfen wurden. 

 

Abends lese ich dann eine Email, die mir mitteilt, dass es die geringere Summe an Geldverlust ist. Ich hab nur halb dran geglaubt, wenn überhaupt. Der Schreck ist also nur noch halb so groß, die Talfahrt bremst. Auch im Hinblick auf die Außeneinwirkung. Innerlich war ich ja schon friedlich. Und eine weitere Email von dem bösen Mann. Eine Reaktion auf meine Email. Doch ich kann nur lachen, jetzt macht er sich lächerlich. Ich merke, ich stehe jetzt auch innerlich über den Dingen. Das habe ich geschafft, allein. Ich habe für mich verarbeitet, wie es ist, ich habe an mir gearbeitet und fühle mich damit gut. Ich antworte nicht mehr auf diese Mail, ich leite sie auch nicht an meinen Chef weiter. Ich gehe ins Bett und schlafe. 

 

Und heute morgen passiert das Wunder. Einerseits wird mir wegen des Vertrages hinterher telefoniert, ich könne schon heute vorbeikommen. Egal, das schiebe ich auf nächste Woche. Ich bin entspannt. Doch andererseits das wahre Wunder. Ich lese es erst verspätet, es ist eine Email, die ich mir ausdrucken möchte. Es ist grandios. Noch bevor ich sie zu Ende lese, greife ich zum Telefon um sie jemandem vorzulesen. Die Email ist zu groß, zu wichtig, ich muss sie teilen. Denn die erste miese Mail des Mannes leitete ich mit dem Kommentar „zur Kenntnisnahme“ an meinen Chef weiter. Einen Chef mit dem ich mich in den letzten Jahren arrangiert habe und vorgestern von ihm noch zu hören bekam: „Du weißt doch, dass ich kein Problem mit dir habe. Wenn dann ist das nur andersherum der Fall.“ Ich habe nichts erwartet, ich habe mir nichts gewünscht. Ich hatte sie nachts noch weitergeleitet, weil ich da noch nicht damit umgehen konnte. Es war irgendwie ein Hilfeschrei, ein „da siehste mal, was ich mir anhören muss.“ Aber es waren keine Erwartungen daran geknüpft. Ein wenig war es auch mein Pflichtbewusstsein, da mir ja mit höheren Stellen gedroht wurde, wollte ich, dass mein Chef vorgewarnt ist, falls da von höheren Stellen was auf ihn zukommen sollte. Ich würde sogar sagen, dass es mehr das war als der Hilfeschrei. Und heute lese ich diese wunderbare Email, die mein Chef an diesen bösen Mann schickte. Eine Email, die auf den Punkt bringt, was ich dachte. Die Email ist grandios und ein großes Kompliment an mich. Ich bin stolz darauf, richtig gehandelt zu haben, als ich die andere Mail an meinen Chef weiterleitete. Mein Gesprächspartner am Telefon sagte nur „Das nenn ich mal Rückhalt.“ Und das ist es. Da steht mein Chef sowas von hinter mir, dass er sogar formuliert, dass man nicht mit höheren Stellen drohen muss, sondern sich einfach an sie wenden soll, wenn der Wunsch besteht. Derartiges wollte ich selbst zurückschreiben. „Mach doch“. Doch ich war ja beherrscht. Mein Chef schreibt es auf coole Weise und verbietet dem Mann künftig den Schriftverkehr, da seine Mail sowohl Drohung als auch Beleidigung ist, nur Entschuldigungen würden akzeptiert. Ich bin immer noch fasziniert. Ich ziehe meinen Hut vor meinem Chef. Diese Mail ist grandios und mir ganz, ganz viel Wert. Ich lese sie wieder und wieder und stelle dabei fest: Zum ersten Mal in all den Jahren bin ich meinem Chef dankbar. Wirklich dankbar. Auch wenn ich zuvor allein damit umgegangen bin und es für mich gelöst hatte, so schiebt mich die Mail ganz oben auf den Berg und lässt mich in einem Jahr anders auf meinen Chef zu gehen, anders über ihn reden und auch denken. Er ist doch zu etwas zu gebrauchen. Ich bin begeistert. 

 

Und so wurde das eine Problem weitgehend gelöst, das andere für mich gänzlich. Zwei Schrecken, die ich mit Überredungskünsten für mich klärte und die dann trotzdem noch von anderen gebessert wurden. Welche Energien da auch immer gerade unterwegs waren, ich bin daran gewachsen und glücklich damit. 

08.07.2015 um 21:40 Uhr

Versicherungen

von: indalo

Versicherungen sind echt nicht mein Ding. Für viele scheint das die Lösung schlechthin zu sein, aber für mich ist das ein Graus. Ich zahle tausende von Euro für nichts und wieder nichts. Ja, ich kann krank werden, aber ich bin es nicht. Trotzdem habe ich mich damit abgefunden, schon bevor ich selbst diese Unsummen bezahlen musste. Aber Zusatzversicherungen hab ich nicht. Keine, zu der ich nicht verpflichtet bin. Also auch keine Auslandsreisekrankenversicherung. Den ersten mehrmonatigen Auslandsaufenthalt bestritt ich ohne Versicherung, für den zweiten hat man für mich einfach eine abgeschlossen, und - oh Wunder - ich brauchte sie auch… Ich fühlte mich mal wieder darin bestätigt, dass man Plan B braucht, wenn man ihn hat. Also machte ich weiter ohne Plan B und somit ohne Versicherung. 

 

Meine Ansprechpartnerin im Reisebüro machte mir sehr deutlich, dass sie mich nicht fliegen lässt, wenn ich keine Versicherung für die Reise abschließe. Im Laufe der Monate stellte sich heraus, dass wir uns nicht ganz grün sind und es ihr dann letztlich auch egal war. Dennoch wussten meine Freunde um meine Antipathie gegenüber Versicherungen und wollten mir für die Reise eine schenken. Ich warf ein, dass ihnen der Preis wohl unbekannt sei, da es sich hier um mehr als die üblichen paar Euro handelt. Der Bruder einer Freundin schickte mir ein Angebot, welches ich nicht zu zahlen bereit war. Und ich würde es meine Freunde auch nicht zahlen lassen. Hilfe, so eine Weltreise kostet ein Vermögen. Auch ohne Flug, Essen und Dach überm Kopf. 

 

Letzten Endes setzte ich mich mit den für mich zuständigen Vereinen auseinander und bekam am Telefon zu hören, dass das alles total unproblematisch sei. Ich wurde stutzig. Es kostet mich keinen Cent mehr, wenn ich verreise? Ich bin trotzdem versichert - wenn auch nur zu deutschen Standards? Auch über die EU hinaus?

Der Skepsis wegen schickte ich Briefe um mir dies schriftlich bestätigen zu lassen. Die Post streikt, der Briefkasten bleibt leer. Doch dank der modernen Technik bekam ich heute auf Nachfrage eine Kopie per Mail und siehe da, es kostet mich nichts. Ich nehme das einfach so hin, denn das reicht mir. Am Ende zahl ich bestimmt etwas, sollte ich wirklich krank werden, aber darum kümmere ich mich dann. Ich habe eine Bestätigung, dass ich versichert bin und kann damit sämtliche Bedenken anderer in den Wind schlagen. 

Zum ersten Mal in all den Jahren, die ich nun allein versichert bin, freue ich mich darüber, wie ich versichert bin. Zum ersten Mal ärgert es mich nicht, es freut mich sogar. Und es ist schön, das zu erleben. 

 

Vor ein paar Monaten fragte mich mein Betreuer, ob ich die Versicherung wechseln möchte - dies sei meine letzte Chance. Ich reagierte, dass ich bis dato nichts mit meiner Versicherung zu tun gehabt hätte, weshalb ich keine abschließende Meinung habe. 

Seit den letzten drei Telefonaten und dem dazugehörigen Briefverkehr steht für mich eins fest: Ich bleibe dieser Versicherung treu. Die Herren bei der Hotline sind dermaßen kompetent und freundlich, dass ich am Liebsten schon wieder anrufen würde. Die sind nicht nur höflich und beantworten alle Fragen, sie haben auch noch Humor und sind so zuvorkommend, dass sie mir Fragen beantworten, die ich mir selbst nie gestellt hätte. 

Bei der Frage, ob sie mir eine englische Bestätigung schicken könnten, damit ich unterwegs zeigen kann, dass ich versichert bin, liefert er mir gleich die Info, dass für die USA, Cuba und Russland besondere Formblätter ausgefüllt werden müssen und sie mir diese gerne zur Verfügung stellen. Und auch diesmal kam der Hinweis, in welchen Sprachen die Rechnungen ausgestellt werden müssen. Eine Info, die mir schon bei meinem letzten Telefonat sehr bereitwillig gegeben wurde. Ich bin begeistert.