indalo

30.01.2017 um 17:40 Uhr

frustriertes Warten

von: indalo

Hallo Frustration, wie unschön, dass du mir Gesellschaft leistet. Weder möchte noch brauche ich deine Gesellschaft, aber vor einigen Stunden hast du mich heimgesucht und machst dich in meinem Gemüt breit. Das ist nicht fair, insbesondere da ich mich dir nicht hingeben möchte. 

Ich habe Pläne, drei an der Zahl. Der erste Plan ruht in der vergangenen Woche, da ich den zweiten Plan aktiv verfolgte und zwar noch vor einer Woche schrieb, dass dem einiges im Weg stehen könnte, ich davon aber sämtliche Hindernisse in den vergangenen Tagen aus dem Weg räumte. Bis mir ein neues vor die Füße geworfen wurde. Wieso? Das ist nicht fair! Ich habe alles nach bestem Wissen und Gewissen gemacht und nun liegt es wieder in der Hand einer mir unbekannten Person. Und diese Person steht auch in keinem Verhältnis zu mir. Sprich sie kennt mich ebenso wenig und weiß vermutlich nicht einmal von meiner Existenz. Es wirkt wie ein Glücksspiel, deren Wahrscheinlichkeit ich nicht einmal einschätzen kann. Bzw. schätze ich sie gerade gering ein, daher rührt auch die Frustration. 

Doch unabhängig von der Wahrscheinlichkeit drehen Prinzipien ihre Kreise in meinen Gedanken. Bockigkeit kommt auch hinzu. Stehe ich mir selbst im Weg? Ich war doch noch gerade so euphorisch, so hoch motiviert und so… begeistert. Und jetzt heißt es achtundvierzig Stunden warten. Ich hasse warten. 

24.01.2017 um 18:50 Uhr

neunzig Minuten bei der Polizei

von: indalo

Als ich gestern durch die Gegend radelte, dachte ich so bei mir, dass ich ruhig noch hier und da hin kann, morgen würde ich dafür ja früh zu Hause sein. Doch ahnte ich keineswegs, dass ich am nächsten Tag ganze neunzig Minuten auf der Polizeiwache verbringen würde. Und wer jetzt total gespannt auf eine mysteriöse Geschichte wartet, der kann an dieser Stelle aufhören zu lesen. Es kommen weder Verbrechen, noch Verbrecher vor. Es ist nur wieder eine dieser Geschichten, die das Leben schreibt. Hach ja.

So, was mache ich also so lange bei der Polizei? Reden. Einfach nur reden. Worüber? Nicht über die bösen Nachbarn, auch nicht über die Kleinkriminellen, die mir tagtäglich begegnen, noch weniger über die Falschparker oder die Dame in Uniform, die vor knapp zehn Tagen durch meine Wohnung lief. Nein, wir haben uns über meine Weltreise unterhalten. Und ich kann es immer noch nicht fassen. Da stolpere ich ganz spontan in die Wache, krame noch in meinem Rucksack, als mich ein Herr in Uniform auffordernd anguckt und fragt, ob mir schon geholfen wird. Da stammel’ ich etwas vor mich hin, was er nicht wirklich versteht. Gestern saß ich vorm Computer und suchte etwas zur… Straßenverkehrsordnung. Regeln, Gesetze, ähnliches. Schlau wurde ich daraus nicht. Auch die Fahrschulen in der Nähe konnte mir bei meinen Fragen nicht weiterhelfen, sodass ich überlegte, einfach mal die Polizei zu fragen. Denn wenn mich jemand im Straßenverkehr aufhält, dann doch wohl die Polizisten. Ich meinte noch, dass er mir auch gerne sagen kann, dass ich hier völlig falsch bin, ich aber beim besten Willen nicht weiß, wo ich sonst verlässliche Aussagen bekommen kann. Er sah ein wenig so aus, als wär ihm das Thema zu banal, was im Grunde mein Einstieg war. „Das ist eine total banale Frage, aber…“ Denn mir ist durchaus bewusst, dass sie auch besseres zu tun haben. Doch wer sonst kann mir diese Fragen beantworten? Er entschied kurzerhand, mit mir in ein Verhörzimmer (das stand wirklich an der Tür) zu gehen und meinte: „Wir suchen das jetzt gemeinsam.“ Okay. Also suchte er im Computer und rief jemanden an, doch die konnten mir nicht weiterhelfen. Verkehrspolizisten. Wirklich versucht hat der gute Mann am Telefon es leider auch nicht. Egal. Ich bedankte mich zig mal bei meinem Uniformierten für seine Mühen und wollte mich auf den Weg machen. Mehrmals. Doch dann begann er den verhängnisvollen Satz „Entschuldigen Sie meine Neugier…“ und das Gespräch begann. Keine Ahnung, was ich vorher eigentlich sagte, aber plötzlich sprachen wir über meine Reise. Neunzig Minuten. Über alles. ALLES. Einmal kam eine Kollegin rein und forderte ihn auf, dass da draußen im Blick zu haben. Hatte er nicht. Er machte auch keine Anstalten, weiter arbeiten zu wollen. Ich hingegen war dauerhaft - nein, nicht dauerhaft - auf dem Sprung. Denn ich halte doch niemanden von der Arbeit ab, noch weniger die faulen Beamten ;-) Und so sprachen wir immer weiter, sagte ich schon, über alles? Er vertat sich ein paar Mal und duzte mich, was ich mit einem „wir können das hier gerne per Du machen“ abtat, und er ein paar Sätze später meinte „ich sag jetzt Du“. Okay. Wie verrückt. Ich würde gerne alles wiedergeben, was ich erzählte, was er dazu sagte, doch das würde jeglichen Rahmen sprengen. Ich halte fest, dass es mir unheimlich gut tat, dass ich total die Zeit vergaß, zwischendurch auch den Raum. Denn ich war so gefesselt, dass ich zwischendurch wirklich nicht auf dem Sprung war. Verloren im Moment. 

Zuhören ist eine Fähigkeit, die Polizisten haben sollten. Dieser hat sie. Sicherlich auch des Themas wegen, doch auch unabhängig davon. Denn er kam am Ende auf das Kind zurück, und zwischendrin auf die werdenden Ochsen. Und hätte er nicht auf zweimaliges Nachfragen von seiner Freundin gesprochen, würde ich jetzt meinen, einen neuen Fan zu haben. Wobei ich den sicherlich auch so habe, denn mit dieser Begegnung hat er genauso wenig gerechnet wie ich. Wow. 

„Das klingt jetzt womöglich deprimierend, aber ich habe in den vergangenen Monaten mit niemandem so viel darüber geredet wie jetzt gerade.“ 

Danke. 

21.01.2017 um 20:51 Uhr

Wenn man die Zukunft plant, stolpert man über die Vergangenheit

von: indalo

Huch. Meine letzte… ähm… Affäre hat mir erzählt, dass ihr Bruder Musiker ist. Irgendwann wurde ich dann ja doch neugierig und versuchte etwas über ihn herauszufinden. Vergeblich. Und heute, ganz plötzlich, stolpere ich über sie. Dieses blöde Spionagewerkzeug schlug sie mir vor, als ich gerade auf der Suche nach jemand anderem war. Und als ich mich dann über sie informierte, lief mir sogleich ihr Bruder über den Weg. So kann’s gehen, ewig später gibt es dann die Antworten. Wenn man sich schon gar nicht mehr fragt. 

Doch eigentlich war ich auf der Suche nach meiner Zukunft. Ich hab einen, ach was, drei Pläne. Dem einfachsten und kleinsten Plan kann niemand im Weg stehen, dem doch recht großen, zweiten Plan kann einiges dazwischen kommen, doch der dritte und wichtigste Teil, der steht in den Sternen. Die funkeln zwar für mich, doch werden sie mir auch bei der Umsetzung dieser Planung behilflich sein? Es ist kein Wunsch, es ist ein Plan. Es ist kein Traumschloss, es ist Realität. Ich weiß, was ich will. Ich weiß nur noch nicht, wie ich dahin kommen kann. Und eben um verschiedene Möglichkeiten auszuloten, stöberte ich rum, suchte alte Bekanntschaften, die ich womöglich wieder aufleben lassen muss. 

20.01.2017 um 20:08 Uhr

Redet Indalo mit dir?

von: indalo

Beim Anziehen im Flur heißt es „Sandra hat mir neulich eine interessante Frage gestellt.“ Kunstpause. „Redet Indalo mit dir?“ Dann kamen noch Erklärungen dazu, dass es bei der Verabschiedung war, in meinem Kopf rasten die Gedanken, doch für den Moment konnte ich nur eine Frage stellen: „Was war deine Antwort?“ - „Ja, hä, klar. Also ja, wir reden doch.“ Pause. Dann weiteres Gestammel dazu, dass wir zwei doch kommunizieren. Doch ich kann nur trocken sagen „Das war aber nicht ihre Frage.“ Und bekomme eine Form von Zustimmung. Erst jetzt, Stunden später, dämmert mir die Ironie, dass auch dieser Informationsaustausch bei der Verabschiedung stattfindet. Wollte sie etwas fragen? Wollte sie fragen, ob es etwas zu reden gibt? Beim Schuhe anziehen schließe ich das Thema mit den Worten „Sie macht sich also Gedanken. Das ist eine völlig neue Information, die mich jetzt wieder Tage beschäftigen wird.“ Damit ist das Thema (vorerst?) erledigt. Wie so oft springt es von einem zum anderen. Und erst einige Zeit später merke ich eine gewisse Frustration. Auch wenn es im Laufe der gemeinsamen Zeit heute hieß: „Indalo, ich mag dich.“ Ich grinste. „Das ist dir bekannt, aber hach, ich mag dich.“ Und das beruht auf Gegenseitigkeit. Doch ich merke auch eine gewisse Fluchttendenz meinerseits. 

Wie auch immer, ob ich mit ihr rede? Nein. Und sie merkt es noch nicht einmal. Sie zeigt mir lieber Kochbücher, da sie einfach nicht versteht, was mir da genommen wurde.

...ob sie noch andere gefragt hat? Nur eine Person würde mir einfallen. Auch wir reden gerade nicht. Worüber soll ich auch reden? Ich werde ja doch nicht verstanden. Die Monate gehen ins Land und zeigen mir, dass niemand versteht. Du nicht. Ich nicht. Und andere sowieso nicht. Monate, und es werden Jahre werden. Doch ich hoffe, dass es wieder Tage geben wird, an denen ich nicht an dich denke. Ich möchte nicht mehr jeden Tag darüber nachdenken. Jeden verdammten Tag. Und ich könnte dir wieder seitenweise schreiben. Doch die auf Weihnachten verschobene Reaktion deinerseits ist nie gekommen. Und ich warte auch nicht darauf. Ob ich es brauche? So sehr, wie diese kurze Frage mich heute aus der Bahn geworfen hat, vermutlich. Doch mein Leben geht weiter. Ich hüpfe trotzdem zur Arbeit und zurück, ich blühe wieder auf. Ich stecke meine Energie in andere Dinge, nicht in dich. Ich plane mein weiteres Leben, ohne dich. Doch ohne diesen Gedanken geht es nicht. Du bist in allem, was ich tue. Du warst in allen Vorstellungen, immer. Und vielleicht sollte ich es dir doch schreiben, da es dann vielleicht aus meinem Kopf geht… Seit Jahren steht im Raum, dass ich keine Risiken eingehe(n kann) und mir fehlt seither ein Gegenargument. Es gab damals den Konsens, dass man ein Risiko nur eingehen kann, wenn man die Konsequenzen nicht abschätzen kann, bzw. nicht sicher sein kann, mit allen möglichen Ausgängen leben zu können. Doch du bist der Beweis. Du bist mein größtes Risiko, und - wenn auch erst Jahre später - ich habe verloren. Du bist zwar im Glauben, dass ich mit diesem deinem Handeln leben kann, und ich wünschte, ich könnte. Doch dem ist nicht so. Daran scheitere ich. Daran scheiterte ich. Das hier, das überlebe ich nicht. Es gibt keinen Ausweg mehr. Der Krug unserer Freundschaft fiel vor vielen, vielen Jahren zu Boden. Es gab einen Knacks, an dem Punkt, an dem für dich alles begann. Doch diesmal ist er zerscheppert und die Scherben verstauben. Sie werden nicht einmal aufgesammelt und zusammen gesetzt, und es gibt nichts, was du tun kannst, um das rückgängig zu machen. Auch für mich nicht. Das Leben wird weiter gehen und wir werden uns wieder sehen, auch früher als mir lieb sein wird. Doch den Menschen, den du all die Jahre kanntest, den gibt es nicht mehr. Leider. 

09.01.2017 um 23:05 Uhr

gefühlte Liebe

von: indalo

Da ist sie wieder. Die Liebe. Es ist ein Gefühl. Es hat nichts mit Rationalität zu tun. Überhaupt nichts. Ich sitze einfach nur hier und fühle. Diese immense Liebe. Und würde mir jemand davon erzählen, ich würde ihn für verrückt erklären. Verrückt, das scheine ich zu sein. Absolut verrückt. Nein, mir ist nicht mehr zu helfen. 

Der Urlaub ist vorüber. Es war ein guter Urlaub, ein wirklich guter. Ein… lebensverändernder, oder eher lebenserweiternder. Horizonterweiternd. Und mein soziales Umfeld ist gewachsen. Ich lasse Menschen in mein Leben, ich gehe sonntags einfach zum Pizza essen zu ihnen. Ich gehe unter der Woche einfach mit ihnen spazieren. Einfach so. Und es fühlt sich verdammt gut an. Verdammt gut. 

Vor dem Urlaub war echt Schicht im Schacht. Es gab Gedanken dazu, mir einen anderen Job zu suchen. Einen ganz anderen. Jetzt, durch und nach dem Urlaub, kann ich mir in der Tat einen anderen Job vorstellen. Ganz unabhängig von meinem Gemütszustand vor dem Urlaub. Einfach weil der Urlaub so gut tat. Und weil ich etwas gefunden habe, was ich mir durchaus auch vorstellen kann. Sozusagen ein Plan B. 

…doch ich brauche keinen Plan B. Noch nicht. Denn ich sitze hier, an meinem ersten Arbeitstag in diesem Jahr, und fühle mich wie frisch verliebt. Es ist unbeschreiblich. Ich verstehe es selbst nicht. Da müsste Frustration sein, von Erfolgserlebnis keine Spur, und trotzdem fühlt es sich so verdammt richtig an. Ich liebe meinen Job. Ich liebe ihn von ganzem Herzen. 

01.01.2017 um 16:22 Uhr

Ein weiterer Sinn

von: indalo

Ich gehöre zu den glücklichen Menschen, die sehen, riechen, schmecken, hören und sogar auf verschiedene Arten fühlen können -doch was, wenn mir noch etwas entgeht? Was, wenn ich eigentlich noch jennen können sollte, ich die Signale aber einfach nicht verstehe? Vielleicht sendet mein Körper sie, aber weil ich sie nicht erwarte, bin ich nicht empfangsbereit.