indalo

10.09.2017 um 23:24 Uhr

Er hat sich einfach nur gefreut

von: indalo

Vor ein paar Wochen starrte jemand entsetzt meinen Desktop Hintergrund an und ich reagierte mit den Worten „sobald ich mein Leben wieder auf der Reihe habe, wird der auch wieder geordnet“. Mich erstaunte diese Aussage auch ein wenig, aber ich glaube, das trifft es. Ich habe mein Leben im Griff, das schon, aber so richtig geordnet ist nichts. Weder mein Desktop, noch meine Emailadresse - heute versuchte ich dem Chaos dort zumindest etwas Herr zu werden. Von meiner Wohnung wollen wir lieber nicht reden… Oder doch? Denn ich kenne mein Chaos, und ich kenne meine Grenzen. Ich kannte meine Grenzen. Denn sie weiten sich. Der Müll trifft nicht immer den Eimer, Hauptsache die Richtung stimmt. Der Weg zwischen Bett und Bad ist nicht mehr frei, er gleicht einem Hindernislauf. Abwasch? Alle paar Wochen. Ich versinke im Chaos, mehr denn je. Ich muss mir wieder Ziele setzen, Ordnung schaffen. Um mich herum, und in mir. Doch gerade das „in mir“ fällt schwer. Irgendwie sind bestimmte Aspekte meines Lebens aus den Fugen geraten. Unerwartet. Auch wenn ich andererseits in den Tiefen meiner Überzeugungen bestätigt wurde. Gleich mehrmals diese Woche. Und heute Abend auf überraschend schöne Weise. Denn er hat sich einfach nur gefreut. 

Ich stand in seiner Küche, er ging am Fenster vorbei und strahlte seine kleine Tochter an. Dann fiel sein Blick auf mich und… sein Blick war herzzerreißend. Vielleicht las ich es auch nur in seinen Augen, doch es brachte mich seufzend zu der zweifelsfreien Aussage „ich werde es ihm sagen“. Seine Frau guckte mich an „keine Hektik“, doch ich würde es nicht ihretwegen tun, sondern seinetwegen. So schnell wie möglich. Das bin ich ihm schuldig. Und im Auto sitzend freute er sich, die Geste war deutlich, die Arme flogen in die Höh’ eh die Ellenbogen zur Hüfte gezogen wurden. Ein Erfolg. Nicht sein Erfolg. Und selbst wenn ein Teil von ihm die aktuellen Ereignisse bedauert, so war diese Reaktion so spontan, so ehrlich, dass ich weiß, dass sie vom Herzen kam. 

„Du hast mir Hoffnung gemacht, und dafür bin ich dir unheimlich dankbar.“


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