indalo

28.12.2017 um 19:21 Uhr

Es tut mir Leid

von: indalo

Erst heute wird es mir so richtig bewusst. Gestern schon ein wenig, vorgestern noch gar nicht. Ich entschuldige mich nicht dafür, so zu sein, wie ich bin. Aber für dich tut es mir unendlich Leid. Wirklich, unendlich Leid. Ich bin so wie ich bin. Ich will etwas, ich hole es mir. Ich stelle mir etwas vor, ich verwirkliche es. Ich träume von etwas, ich setze es um. Mein ganzes Leben lang. Und du bist der Leidtragende. Immer und immer wieder. Das ist eine Schuld, die man mir schon sehr früh eingeredet hat. Ich habe mich dagegen gewehrt, denn was kann ich denn dafür, dass es so ist? Soll ich deswegen anders sein? Das ergibt doch keinen Sinn. Immer und immer wieder gab es Diskussionen dazu, Vorwürfe, Unterstellungen, manchmal auch nur Feststellungen. Nie von dir. Kein einziges Mal hast du mir die Schuld für irgendetwas gegeben. Auch jetzt ging es nicht um Schuld. Aber da war Traurigkeit. Einfach nur Traurigkeit. Und leider eine Traurigkeit, die ich ausgelöst habe. 

Da fallen mir wieder Kuba und die Galápagos Inseln ein. Zwei Momente der langen Reise, in denen mich beschäftigte, dass ich einfach etwas mache, verdammt spontan, und andere ein Leben lang davon träumen und es nie erreichen. Ich fühlte mich irgendwie schuldig, auch wenn ich es nicht an konkreten Menschen festmachen konnte. Es war mehr der allgemeine Blick auf die Situation. Von heute auf morgen, von jetzt auf gleich habe ich entschieden dahin zu fliegen und kurz darauf war ich da. Ich habe es geliebt, geschätzt, genossen. Und doch weiß ich darum, dass der alleinige Umstand dort zu sein, für manche Menschen so viel mehr bedeutet hätte als für mich. 

Und jetzt? Jetzt sprichst du aus, was ganz offensichtlich der Realität entspricht. „Du wolltest es nie und machst es jetzt, und ich wollte es immer und werde es nie haben.“ Warum gerade du? Warum habe ich darüber nie nachgedacht? Bin ich wirklich so blind, so egoistisch? Es tut mir Leid. Es tut mir von Herzen Leid. 

…auch wenn mich wirklich keine Schuld trifft. 


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