indalo

25.01.2018 um 19:37 Uhr

Freundschaft meines Lebens

von: indalo

Den Begriff „Liebe meines Lebens“ kennt man irgendwie. Der Eine sagt’s zum Anderen, und alle fühlen mit. Ich hab die Liebe meines Lebens gefunden, schon vor langer Zeit. Auch wenn ich es erst vor nem knappen halben Jahr formulierte. Ich bleib dabei, die Liebe meines Lebens ist mein Beruf. Doch letzte Nacht kam mir die Formulierung für dich. Denn du bist nicht die Liebe meines Lebens, auch wenn ich genauso leide als wärst du es gewesen. Aber du bist es nicht, du warst es nicht, sonst wären wir heute nicht wo wir sind. Aber: Du warst die Freundschaft meines Lebens. Und ich überlegte kurz, ob es fatal ist, das so allumfassend zu beschreiben. Denn „was-auch-immer meines Lebens“ beinhaltet doch, dass es das nie wieder geben kann. Doch wenn es der Wahrheit entspricht, dann kann man es auch aussprechen. Einen Menschen wie dich wird es in meinem Leben nie wieder geben. Genauso wenig wie es Hoffnung darauf gibt, dass es diese Freundschaft wieder geben wird. Die Jahre ziehen ins Land und ich denke immer noch jeden Tag an dich. Ich liege im Bett, werde nachts wach, kann nicht wieder einschlafen und denke an dich. Immer noch. Jeden Tag. Jeden verdammten Tag. Ich weiß schon, dass das nicht normal ist, doch heute setzte dem Ganzen wieder eine Krone auf. Denn offensichtlich kann ich dich auch immer noch spüren. Auch wenn das womöglich Zufall bzw. Einbildung ist, da die Wahrscheinlichkeit, dir über den Weg zu laufen nachdem ich an dich gedacht habe, ziemlich hoch ist, wenn ich doch täglich an dich denke. Doch meistens denke ich abends an dich, oder nachts. Dann, wenn ich zur Ruhe komme. Und heute war ich auf dem Weg zu einem Termin. Letzte Woche hatte ich schon so einen Termin und erinnere mich nicht daran, auf dem Weg dahin an dich gedacht zu haben. Doch als ich heute in die Straße einbog, gingen mir direkt mögliche Erklärungen durch den Kopf, die ich dir als Reaktion auf eine mögliche Frage, was ich denn hier mache, gegeben hätte. Und prompt stehst du vor mir. Erst im Laden an der Kasse, doch ich gehe noch einmal zurück. Ich möchte immer noch nicht entscheiden, ob ich an dir vorbei gehe oder bei dir stehen bleibe. Du nimmst das hin, okay. Ich verweile noch eine Weile, komme mir albern vor und gehe dann raus. Gerade als ich mich in Sicherheit wiege, kommst du auf mich zu. Mannomann, ist das bescheuert. Du willst reden, also tun wir das. Nicht reden reden, nur plänkeln. Du siehst grausig aus, und so geht es dir auch. Doch du traust dich, auch eine Frage in meine Richtung zu werfen. Total unverfänglich, aber klar und direkt. Okay. Kurz darauf muss ich los, du fragst nicht, wohin. Wir gehen einfach auseinander. Und ich komme nicht umhin zu denken, dass ich Mitleid mit dir habe. Ja, du warst die Freundschaft meines Lebens, doch das ist vorbei. Und dass ich auch wirklich an einem anderen Punkt bin, zeigt mir der Umstand, dass ich dich bemitleide. Und in meiner Welt bemitleidet man seine Freunde nicht. Aber da spielen wieder Formulierungen eine große Rolle, doch diese basieren auf Gefühlen, nicht wahr? Und es macht für mich einen Unterschied, ob ich mit jemandem mitfühle, ich mir Sorgen mache, jemand mir Leid tut, oder ob ich jemanden bemitleide. Bei Letzterem bin ich viel distanzierter. Und für dich empfinde ich Mitleid. 


Diesen Eintrag kommentieren

Bitte beachte: Gästebucheinträge in diesem Weblog werden erst nach Freigabe durch den Autor angezeigt.