indalo

02.10.2017 um 10:49 Uhr

Ich kann mit dir nicht über mich reden

von: indalo

So viele Gespräche werden in meinem Kopf geführt. Und es mag irre sein, weil sie vielleicht nie in der Realität geführt werden, doch es ändert nichts an den Gedanken, an den Überlegungen. Es wird Fragen geben. Du wirst Fragen stellen. Und ich kann darauf nicht reagieren. Vielleicht wirst du sie deswegen auch nicht stellen. Weil du merkst, dass ich auf so vieles nicht angemessen reagiere. Denn ich schaff es nicht. Ich kann nicht halb. Ich kann nur ganz oder gar nicht. Du und ich, wir sind verloren. Oh wie sehr wünschte ich mir, das nicht gelernt zu haben. Ich habe nie verstanden, wie Menschen, die sich einst so nahe waren, plötzlich nicht mehr miteinander können. Doch auch das hast du mich gelehrt. 

Ich habe akzeptiert, dass du nicht mehr in meinem Leben bist. Ehrlich. Ich kann damit leben, ich kann damit umgehen, ich habe es verstanden. Aber ich kann nicht damit leben, dass du es beobachten willst, dass du Komparse sein willst. Das funktioniert für mich nicht. Und seit Monaten versuche ich, das zu verstehen. Denn ich kann stundenlang mit dir auf der Straße stehen und reden. Stundenlang. Und das verstehen andere auch nicht. Verstehst du es? Wir können über unsere Freunde reden, wir können über dich reden, aber keine Chance, über mich können wir nicht reden. Doch du hast es versucht, ich habe geblockt und ich werde es wieder tun. Denn ich komme nicht gegen den Teil von mir an, der dir alles erzählen würde. Der dir gegenüber so ehrlich wäre wie früher, wie immer. Ich möchte, dass du die Wahrheit erfährst, alle meine Gedanken, nicht diese Halbwahrheiten, die ich anderen gebe und immer geben werde. Ich kenne die Menschen in meinem Leben, und ich weiß, wem ich was erzählen kann und möchte. Ich weiß, wer mich auf welcher Ebene versteht. Und ich weiß, dass du mich in aller Tiefe verstanden hast. Ich weiß nur nicht, warum du das aufgegeben hast. 

Jedes Mal, wenn ich mich frage, warum ich nicht einfach ehrlich antworte, taucht die Überlegung auf, dass ich dir das nicht gönne. Vielleicht auch, dass ich dich verletzen möchte. Doch jedes Mal glaube ich, dass ich besser bin als das. Denn ich schweige seit so vielen Monaten, ich schweige, weil ich dich nicht verletzen möchte. Und womöglich schweigst du aus den selben Gründen. Und jedes Mal, wenn ich die Dinge, die dich verletzen würden, von den anderen Dingen getrennt bekomme, stelle ich fest, dass ich dir auch die anderen Dinge nicht sagen kann. Und die Erklärung habe ich vor knapp einem Jahr schon gefunden: Ich vertraue dir nicht. Du hast mir alles genommen, und solange darüber nicht geredet wird, wird es mit uns beiden nicht weiter gehen. Ich - ja, ich - stehe einem Neuanfang im Weg. Und nur ich. Denn du möchtest ihn, du möchtest so tun als ob nichts gewesen wäre, du möchtest mich freudig umarmen, weil du vermutlich einfach so weitermachen möchtest wie früher. Doch so sehr du womöglich glauben magst, dass ich dich verarscht habe, so sehr hast du es getan. Es ist skurril bei all den Fakten davon zu reden, dass du diejenige bist, die mich belogen, betrogen, verarscht und allein gelassen hast. Aber das ist meine Realität. Und ich bin mir ziemlich sicher, dir all das verzeihen zu können, aber ich muss auch einsehen, dass das nicht geht, ohne dass du um Verzeihung bittest. Denn ohne das bin ich nicht bereit, dieses Risiko einzugehen. Der Schmerz ist zu groß, die Wunde zu tief. Ich bin durch mit uns beiden. Wenn von dir nichts kommt, bleiben wir verloren. Vergessen werde ich dich und das alles trotzdem nie. 


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