indalo

06.08.2017 um 09:04 Uhr

Snowbow

von: indalo

Erst ein Knacken, dann doch noch eine Durchsage. Es ist morgens um sieben, dichter Nebel und auf Grund der Wetterbedingungen sind wir über Nacht so langsam unterwegs gewesen, dass wir erst in vier Stunden ankommen. Während ich darüber nachdenke, dass sie das Frühstück dann auch nach hinten schieben könnten, vergeht tatsächlich mehr Zeit als ich denke, und plötzlich ist es kurz vor acht. Dann aber los, denn nach meiner Rechnung sollte es heute wieder Waffeln geben. Leider rechnen sie an Bord anders, sodass es ein eher trauriges Frühstück wird. Keine Waffeln und nicht einmal arme Ritter. (Ja, ich jammere gerade auf sehr hohem Niveau.) Der Blick aus dem Fenster variiert von Minute zu Minute. Bei Zeiten sieht man kaum weiter als zehn Meter, doch manchmal entdeckt man sogar den Horizont. Doch das Spannendste ist die extrem ruhige See. Alles spiegelt sich, nichts bewegt sich. Es hat etwas Beruhigendes. Und so langsam kommt auch ein wenig Sonne durch. Das ist Grund genug um sich warm einzupacken und auf Deck die Sicht zu genießen. Und während alle nach vorne starren in der Hoffnung, Eisbären oder Wale zu sehen, bewundere ich lieber den perfekten Kreisausschnitt über dem vermutlichen Horizont. Das ist doch ein Regenbogen, oder nicht? Aber von Farbe keine Spur, er ist genauso weiß wie der Nebel. Und weil rainbow einfach die falsche Bezeichnung ist, nenne ich ihn snowbow. Korrekt wäre vermutlich eher fogbow, aber snowbow klingt so viel schöner!

Und ein echtes Post Scriptum:

Keine drei Tage später erfahre ich, dass es den Begriff fogbow bzw. Nebelbogen tatsächlich gibt. Für mich wird der erste Nebelbogen meines Lebens aber immer ein snowbow bleiben. 


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