indalo

26.09.2017 um 23:32 Uhr

Tinnitus

von: indalo

Vorgestern war ich auf Mückenjagd. Trotz meiner Serienmorde vernahm ich ein Summen im Zimmer als ich mich schlafen legte. Dank Mückenstecker schlief ich trotzdem ein und hatte auch keine Stiche am Morgen. Gestern dann lag ich am Nachmittag im Wohnzimmer und hörte etwas. War es ein Surren? Ein Piepen? Ein Rauschen? Mücken bewegen sich doch sonst mehr. Ich ignorierte es. Vielleicht gibt der Router neuerdings Geräusche von sich. Doch schon als ich mich erhob und das Geräusch sich nicht ansatzweise änderte, war ich irritiert. Und als ich dann gestern Nacht schlafen wollte, nutzte ich keinen Mückenstecker, da mir so langsam dämmerte, dass dieses Geräusch nicht in meiner Wohnung war. Denn egal wie ich mich drehte, egal wo ich mich befand, das Geräusch änderte sich nicht. Dafür gab es nur eine Erklärung: Das Geräusch ist in mir. Und dann ging mir der Begriff Tinnitus durch den Kopf. Und es folgte „jetzt nicht im Ernst, oder?!“ Denn ich kenne Lautstärke, und ich kenne Stress. Beides verbinde ich nicht mit gestern, oder vorgestern. Vielleicht war das Wochenende zu ruhig? Meine Gedanken suchten nach Antworten. Soll das jetzt Tinnitus sein? Wirklich? Und… warum? Ich lag also noch eine Weile wach und lauschte, versuchte das Rätsel zu lösen, versuchte es hinzunehmen, anzunehmen und auf morgen zu vertagen. Ich schlief. Doch morgens war es nicht weg. Auf dem Weg zur Arbeit fiel mir der ein oder andere Stressfaktor des Vortags ein, aber nichts davon rechtfertigt einen Tinnitus. 

Mein Arbeitsalltag ist zu laut um ihn zu hören. Ich wusste, dass ich bis abends warten musste. Doch dank meines aktuellen Kommunikationsbedürfnisses sagte ich heute „bei mir piept’s“ und wurde natürlich nicht verstanden. Ich führte es aus, wir sprachen darüber und es hieß, ich müsse direkt zum Arzt gehen. Ärzte sind ja nicht so meins, und im Ernst, was soll der denn beim Piepen im Ohr machen? Ich arbeitete lang und sitze nun schon eine Weile zu Hause. Ich erinnere mich an dieses kurzzeitige Piepen, was andere auch kennen. Kennt das eigentlich jeder? Manchmal piept’s einfach in einem. Doch das ist kurz und veränderlich, das jetzt war es nicht. Es war konstant, monoton. Und wenn ich jetzt lausche, könnte ich etwas vernehmen. Auf Mückenjagd gehe ich nicht, dazu ist es zu subtil. Möge es wegbleiben. Ich bin ein Mensch der Ruhe, der Stille, ich vertrage keinen Tinnitus. 

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenZwischenweltler schreibt am 27.09.2017 um 08:59 Uhr:Das mit dem Kurzzeit-Tinitus kenne ich auch, wobei ich noch immer daran glaube, was mir meine Großmutter damals sagte: Da denkt jemand liebevoll an dich.
    Einen dauerhaften, monotonen Ton würde ich jedoch ernst nehmen. Eine Freundin von mir hat das, und ihr konnte ein Arzt tatsächlich helfen.
    Ich würde sagen: Uberwinde Dich und geh mal zu einem, bevor es schlimmer wird. Stress muss nicht zwingend die Ursache dafür sein.

    Gute Besserung!
  2. zitierenSweetFreedom schreibt am 27.09.2017 um 16:00 Uhr:Ich hatte das letztens auch. Ursache: Nebenhöhlenentzündung mit geschwollenem Gehörgang. Nach einer Ohrspülung war der Spuk gegessen.

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