indalo

05.08.2017 um 22:38 Uhr

Zwei Geburtstage und eine Art Sonnenuntergang

von: indalo

Wenn man in die Arktis fährt und nach einem Tag wunderbaren Sonnenscheins noch einen Eisbären hat, der nicht nur auf einen zukommt, sondern auch noch wunderbar für die Kamera post, dann fragt man sich doch glatt, was man noch erwarten darf. Die Reise hatte kaum begonnen, und wir hatten bereits zwei grandiose Tage. Nun sind zwei weitere vergangen, und es fühlt sich wie eine halbe Ewigkeit an. Im Positiven, versteht sich. Denn schon am frühen Nachmittag reden wir vom Vormittag als wär es gestern gewesen. Und als unser Reiseleiter meint, dass drei Tage in Folge mit Eisbären schon etwas sehr Besonderes sind, dann kann ich gar nicht fassen, dass es wirklich schon drei Begegnungen mit Eisbären waren, und das in nur drei Tagen!

Heute entdeckte der gute Mann auch noch einen arktischen Fuchs. Wie er das am Steuer eines Zodiacs und im Vorbeifahren gemacht hat, ist mir ein Rätsel, aber ich war live dabei. Entgegen meiner Vorstellung war der Fuchs nicht weiß, dafür entpuppten sich die weißen Punkte auf den Klippen als eine Eisbärin samt Jungem. Wir kamen dichter ran und konnten sie beim Klettern beobachten. Faszinierend. Auch das Junge war gut dabei, auch wenn beide eher ausgehungert waren. Ob sie den Sommer überleben, steht in den Sternen. Das ist dann eben der Kreislauf des Lebens. 

Am Nachmittag stolperten wir (zumindest bemerkte ich erst spät meine Umgebung) über eine große Gruppe männlicher Walrösser - oder Walrosse? Ohne Internet kann ich das nicht einmal nachgucken. Doch das soll keine Beschwerde sein, denn ich genieße dieses zeitlose Leben. Ich achte weder auf Tage, noch auf Zeiten. Am Morgen werden wir geweckt, die Essenszeiten kann man gar nicht verpassen und zu jedem Ausflug wird man extra aufgerufen. Es ist Urlaub, wie er im Buche ist. Und doch bin ich oftmals hundemüde. So müde, dass ich mich aufs Bett werfe und vor mich hinschlummer. Ist es das Schaukeln des Schiffes? Die Unmengen an Essen, die man auch verdauen muss? Die viele Seeluft? Oder womöglich doch die Anstrengung der Aufregung? Dabei fühle ich mich gar nicht so überwältigt, während ich meine Umgebung betrachte. Es ist ein schlichtes Aufsaugen und entspannt genießen. Es ist ein wunderschöner Fleck auf der Erde, den ich irgendwann wieder besuchen werde. 


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