gedanken vom leben

27.08.2009 um 23:13 Uhr

ich weiß wie es war

von: inge   Kategorie: erlebtes

heute vor einem jahr. wie ich extra früher aufgestanden bin, um die restliche gewaschene wäsche trocken zu föhnen. wie ich zum frühstück meinen chai-tee getrunken habe. draußen strahleblauer himmel. anders als dieses jahr konnte man ihn schon spüren, den herbst. ich weiß, wie ich hinten im auto meiner freundin saß. lag. schlief. döste. meine schwester und meine freundin vorne. und all das nicht in meinen kopf reinging. ich weiß, wie wir irgendwann bei mc oder burgerking pause gemacht haben. wie wir dann zu früh am flughafen waren. im auto saßen, bei offenen türen, in der sonne. ausgeruht. die letzten minuten. wie wir das letzte mal für lange zu dritt eine zigarette geraucht haben. und ich durch die sicherheitskontrolle ging. weg. neues leben. schrecklich das warten in der halle. das dazwischen. die sms meiner mutter. von j. das schöne, meine andere schwester, die anrief. genau da. nur kurz. aber sie tats. draußen immer noch sommer. sonnenschein. blauer himmel. dann, das fliegen. fensterplatz. die landung in göteborg. alles grau. grün und grau. regen. viel regen. der druck auf meinem linken ohr, zusammen mit meiner erkältung. die sicherheitsbeamten, die sich meine koffer ansehen wollten. mit mir auf englisch unterhalten, wo ich doch noch gar nicht auf englisch eingestellt war. mein aupairpapa, der mich abholte. es schüttete aus kübeln und ich dachte mir, wo bin ich hier gelandet. die strecke vom flughafen bis zu uns bin ich später oft gefahren. von dieser fahrt hab ich nur die felder in erinnerung, die auf dieser seite göteborgs sind. dann durch den tunnel, unter dem fluss durch. und, den müll wegbringen. das erste, was ich in schweden gemacht habe, war mit meinem aupairpapa den müll einzusortieren. etwas, an das ich mich bald gewöhnt habe. ich erinnere mich, dass mir der weg von der bushaltestelle, vom kindergarten, bis zum wohnhaus verdammt lange vorkam. geschwungene straße, eng, viele bäume, viel grün. und dann, der see. mein see. grau. zwei hügel weiter. das haus. die kinder. völlig überdrehte, begeisterte kinder, wie immer bei besuch, bei neuen menschen. ich durfte es später mehrmals miterleben.... eine hausführung hab ich bekommen. trotz halb tauben ohren. wir saßen im zimmer der großen, unten, beim tramplolin und redeten über fußball und wise guys. kurz darauf gab es abendessen - extra für mich köttbullar, kartoffeln, rotkohl und die helle soße. nach dem essen durfte ich endlich meine sachen rüberbringen, in mein häuschen. immer noch, alles nass. grau. und mein häuschen... so klein. so leer. mir wars beinahe egal, mit meinen ohrenschmerzen. ich hab eine kanne tee bekommen, lag in meinem bett und war erstmal ganz schön fertig. völlig verwirrt. ich sagte zu meiner aupairmama, ich käme nachher nochmal rüber. tat ich auch. saß im wohnzimmer. und bin prompt eingeschlafen. einfach so. auf dem roten sofa. hinterher wars mir ein bisschen peinlich, aber meine aupairmama sah das gar nicht so, im gegenteil.... und mich... beruhigte es irgendwie. klar war ich müde, und es war nur logisch, trotzdem beruhigend - dort, wo ich schlafen kann, kann es nicht "gefährlich" sein. ein bisschen was haben wir noch besprochen, an dem abend. aber bald, sehr bald lag ich in meinem bett.
heute vor einem jahr.

27.08.2009 um 10:52 Uhr

vor einem jahr

von: inge   Kategorie: erlebtes

gings los. auf und davon, gib mir sonne, gib mir wärme, gib mir licht. schweden. es ist unfassbar, dass es schon so lange her ist. aber es war richtig und wichtig. genau für mich genau dort hin in genau diese familie kommen zu können. heute in zwei wochen fliege ich wieder hoch, zu besuch, eine woche. zu meinem kleinen, der geburtstag hat, und zu den beiden großen. zu meinem see. meinem wald. meinem lieblingsplatz, farfars sten. zu meiner norwegerin. und ihren söhnen. bevor es dann ganz weit in den norden geht - trondheim. ich freu mich.

klargeworden ist mir gestern, wie notwendig schlussstriche manchmal sind. ich tu mich schwer damit, normalerweise, ich warte ab, gebe chancen, ziehe erst gestrichelte striche. aber manchmal ist es dann an der zeit, richtige, dicke echte striche zu ziehen. radikal gelöscht. ballast abgeworfen. in all den VZs, im icq, handynummern, auch die dazugehörigen "schlimmen" lieder auf meinem mp3-player. es machte mich traurig, kurz, aber ich weiß, dass es gut war. lange genug hats gedauert.

26.08.2009 um 18:11 Uhr

wieder

von: inge   Kategorie: gefühltes

ich hab es wieder, das kribbeln im bauch. nicht das, wenn man verliebt ist. sondern das fernwehkribbeln. morgen in zwei wochen ist es wieder soweit. es geht weiter. ich freu mich. auch wenn ich angst habe. herausforderung, die ich brauche. bis dahin hoffe ich, alles "richtig" zu machen. wie ein freund es gestern sagte - ein paar alte leichen möchte ich wieder hochholen, noch einmal, einfach so. reden. sehen, was geblieben ist.

26.08.2009 um 10:41 Uhr

die letzten tage

von: inge   Kategorie: gedachtes

ich verstehs nicht. das alles, und überhaupt. warum ich lieber heute als morgen schon wieder weg wäre. meine schwester hat immer noch schmerzen, wegfahren konnten wir nun nicht. wenn wir schonmal einen urlaub planen... aber ich hab gar nicht die energie, mich darüber aufzuregen. ihr geburtstag war denke ich trotzdem ganz schön, mit maulwurfkuchen und ein paar freunden. unschön die schmerzen....  ich genieße den sommer, ich genieße das hiersein, nur manches ist eindeutig zuviel in meinem kopf. seltsame gedanken an b., samstagnacht dachte ich unglaublich viel an ihn und seine familie, manches wurde mir klarer, und als ich sonntag dann bei seiner schwester anrief, die lösung des rätsels - just an diesem tag war er von zuhause ausgezogen. nicht hier in der nähe, sondern eine ecke weiter. auf den tag genau ein jahr später als ich. nicht in den kopf will mir, dass er auf eine normale, einfache sms nicht anwortet. ich hab ihm nichts getan, ich frage mich, wovor er angst hat. selbst wenn er einfach keine lust hat, mal einen kaffee mit mir zu trinken und zu quatschen, hat er eigentlich soviel anstand, das zu sagen. und nicht nur nichts. strange.

21.08.2009 um 17:02 Uhr

mein boot

von: inge

Wenn dein Boot, seit langem im Hafen vor Anker, dir den Anschein einer Behausung erweckt,
wenn dein Boot Wurzeln zu schlagen beginnt in der Unbeweglichkeit des Kais:
Such das Weite.
Um jeden Preis müssen die reiselustige Seele deines Bootes
und deine Pilgerseele bewahrt bleiben.
 
verfasser unbekannt

20.08.2009 um 00:25 Uhr

was soll ich sagen

von: inge

ich stehe an vielen kreuzungen, an vielen weggabelungen. viele entscheidungen. vieles, das mir klarer geworden ist. wo ich für mich sagen kann - es ist gut so.
im moment, jetzt, gerade heute abend, große kathastrophe, eigentlich angebahnt, schon länger, meine kleine schwester, vorhin haben wir sie ins krankenhaus gebracht. im moment wird sie wohl operiert. abszess im analbereich. schmerzen hatte sie die ganze zeit schon, schön wars nicht, im gegenteil. und vorhin war sie so fertig, dass wir sie in die notaufnahme gebracht haben. meine kleine schwester!!!
meine andere ist auf kreta, im urlaub, gesagt haben wir ihr noch nichts. aber ich bin jetzt alleine hier, in der wohnung meiner schwestern. und ich merke, wie es ganz schön viel ist.
auch meine mutter habe ich besucht, nur so lange, dass es nicht zu viel für mich war. zusammen bei ikea waren wir, schwedische mandeltorte haben wir gegessen. eine kleine maus, eine feldmaus, hat sie mir gekauft, wir haben uns wie die kinder auf die kuscheltiere gestürzt *lächel* und die braune maus ist jetzt bei meiner kleinen schwester.... zum drücken und beschützen.
meine großeltern habe ich besucht, beide. ich sehe, wie sie älter werden, erkenne muster wieder, in meinem verhalten. ich sehe die ähnlichkeiten zwischen meiner mutter und meiner tante. es ist wahnsinn, wie komplex das alles ist. ein buch habe ich heute gekauft, runtergesetzt war es, ich hoffe, es ist gut, aber es liest sich sehr interessant, "streit gehört dazu". handelt viel von dem, was erziehung mit uns anrichten kann, was passiert, wenn eltern ihre eigene kindheit nicht verarbeitet haben. also genau das thema, um das es bei uns geht.
und gleichzeitig... freundschaften, freunde, für die ich die verantwortung nicht mehr tragen kann. weil es letztendlich sein leben ist. und wenn er beschließt, es mit trinken und rauchen zu verbringen, ist es seine entscheidung. ich hab nicht zum ersten mal versucht, ihm zu helfen.... es sind prioritäten, die ich lerne, zu setzen.
gestern habe ich, zum ersten mal seit ich in deutschland bin, mit schweden telefoniert. mit meiner aupairfamilie, mit dem kleinen. beinahe hätte ich geheult, so glücklich war ich. freue mich sehr, wenn ich komme!!!! 10. september.... und der kleine wollte sogar mit mir reden, hat auch geredet, am telefon... dabei kann ich mich noch sehr gut erinnern, wie er am anfang das telefon nur staunend ans ohr gehalten hat....
auch mit meiner norwegerin habe ich geredet, es tat so gut, einfach ihre stimme zu hören... das alles fehlt mir schon sehr. auch als ich das fotobuch für meine aupairfamilie zusammengestellt habe, das war schon heftig...
es ist wahnsinn, das alles. und ich mittendrin.
und meine schwester..... ich hoffe, alles wird gut.

06.08.2009 um 20:14 Uhr

selbstschutz

von: inge

Zu bemerken,
wie oft Selbstschutz unseren Umgang
mit anderen bestimmt,
ist bereits ein Schritt
aus dem Gefängnis der Angst.

 

Wie du dich auch fühlen magst,
setz dich einfach hin und spüre dem nach,
was sich gerade in Körper und Geist abspielt
und dann lass es einfach so
sein.

 

 

Ezra Bayda

03.08.2009 um 16:06 Uhr

pause

von: inge

so. heimat schon wieder rum, besuch bei meinen großeltern. bewerbungen schreiben. das versuche ich.... suche alles raus, adressen, zeiträume, ansprüche haben sie alle... nicht den umschlag oder nur das formular oder jenes gutachten. ein schrecklicher wust, aber da muss ich durch.... internetverbindung habe ich heute glücklicherweise auf die reihe gekriegt, lang genug gedauert hats. aber immerhin muss ich froh sein, dass meine großeltern sowas überhaupt haben!!! meine schwestern sind mit hier, unglaublich, hätte ich nicht gedacht, mal sehen, wie es wird, eine woche, so zusammen.... div verwandtenbesuche hab ich noch geplant, von hier aus, konfliktpotential ist da, allem voran das thema meine mutter, aber ich werds schon schaffen.

und geschrieben... hat er mir noch nicht, der zivi. gestern im icq, ganz kurz, nachdem meine cousine mir sagte, das ist doch das normalste (ja, ich hatte schon wieder angst), da fügst du ihn einfach dazu und wenn er online ist, kannst du  ihn ja anschreiben.... hatte jedenfalls die äußerst spontane idee, ihn einzuladen. zu meinen schwestern und mir, da schwester nr 1 da ohnehin im urlaub ist, die wohnung also nicht zu überfüllt... bin gespannt, er überlegts sich. seine adresse hab ich jetzt auch, ich konnte es ja nicht lassen, hab schon vor zwei tagen angefangen, einen brief zu schreiben.... jaja. so. jetzt ist meine selbstauferlegte pause vorbei und ich stürz mich weiter auf seltsame formulare... hoffe, euch gehts gut!!!