Jaris Büchergebrabbel

29.11.2009 um 12:43 Uhr

Der Mann, der Junge und die tote Ente

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Marcus ist für seine 12 Jahre schon älter als andere 12-Jährige. In Cambrigde war noch alles in Ordnung, doch seit der Scheidung seiner Eltern und dem Umzug nach London ist nichts mehr, wie es sein sollte. Er findet keine Freunde, keinen Anschluss an die Klasse und wird gemobbt. Hilfe bekommt er von niemandem, denn auch seine Mutter ist keine grosse Hilfe. Weint sie doch in letzter Zeit sehr oft und Marcus empfindet sie nicht als "richtige" Mutter.
 
Will ist für seine 36 Jahre jünger als andere 36-Jährige. Er hält nichts von Familie, Babies und einem normalen Leben. Lieber zieht er durch die Clubs, nimmt hier und da ein paar Drogen und sieht fern. Da sein Vater einen berühmten Jingle geschrieben hat, kommt Will auch ohne Job gut aus. Auch ist Will dem weiblichen Geschlecht nicht unbedingt abgeneigt. 
 
Als Will zum ersten Mal mit einer alleinerziehenden Mutter geschlafen hat, kommt er auf die Idee, sich als alleinerziehenden Vater auszugeben und so einsame und verzweifelte Frauen abzubekommen.
Er meldet sich bei einer Gruppe an und nimmt sofort die dortige Frauengemeinschaft unter die Lupe.
 
Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt: Bei einem gemeinsamen Picknick lernt er Marcus kennen. Viel kann er nicht mit dem Jungen anfangen. Doch dieser Tag, der Tag der toten Ente, wird das Leben aller Anwesenden ändern.
 
Nachdem Marcus aus Versehen eine Ente umgebracht hat, kommt zu allem Übel auch noch heraus, dass Marcus' Mutter einen Selbstmordversuch hinter sich gebracht hat.
 
Seit diesem Tag hängt Marcus immer öfter bei Will rum. Und Will muss sich nun Wohl oder Übel die Frage stellen, ob er erwachsen wird, und damit lernt, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen, oder ob er so bleibt, wie er ist und sich weiter vom Leben treiben lässt.
 
Ebenso macht Marcus einige Veränderungen durch. Dank Wills Hilfe findet er sogar Freunde. Wenn auch die rebellische Ellie nicht als Prototyp eines guten Freundes her halten kann.
Doch so kann auch Marcus endlich mal lernen, wie man ein Junge ist, anstatt immer ein Mann sein zu müssen.
 
 

Nick Hornby's "About a boy" ist nicht erst seit der Verfilmung ein moderner Klassiker. Das Buch ist für jedes Alter ein zu empfehlendes Buch. Auch auf Englisch lässt es sich gut lesen und verliert nichts von seinem Charme.
Das Thema ist zwar nicht wirklich einfach zu verdauen, doch hat Hornby einen unverwechselbaren Stil, mit dem er die Charactere gut darstellen kann, ohne sie unglaubwürdig erscheinen zu lassen. Jede der Personen hat ihre eigenen Probleme, mit denen wir alle schon mal in Berührung gekommen sind. Und doch lässt einen das Buch nicht alleine und zeigt, dass alles irgendwann gut kommen wird, wenn man bloss nicht aufgibt.
 
Die Geschichte, die so in jeder Vor- oder Hauptstadt vorkommen kann, ist eine Geschichte über Freundschaft, Erwachsen werden und Erwachsen sein. Jeder, der sich einmal gefragt hat, ob er in seinem Leben alles richtig gemacht hat, sollte sich dieses Buch zu Gemüte führen.
 
Nick Hornby
About a Boy
Penguin Books, 2000 (erste Auflage 1998)
978-0-14-028567-3 

29.11.2009 um 11:10 Uhr

Jari liest...

von: Jari   Kategorie: Umfrageergebnisse

Und der ist somit auch der Gewinner der Abstimmung :)
Da dieses Buch jedoch ein kleiner Schunken ist, wird es wohl seine Zeit dauern, bis ich es ausgelesen hab. Den Film werd ich mir übrigens erst anschauen, wenn ich das Buch gelesen habe.

26.11.2009 um 20:46 Uhr

Unter weiter...

von: Jari   Kategorie: Umfrageergebnisse

(Co-Post @ Boulevard of Broken Dreams)

Jetzt kommt's drauf an, Leute :D Votet für die beiden übrig gebliebenen. Diese Umfrage läuft, bis ich das Buch, das ich momentan lese fertig habe. Bzw. bis jemand abgestimmt hat ;)
Hoffentlich gibts nicht wieder Gleichstand :) 

23.11.2009 um 16:10 Uhr

Gepardenliebe

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Als Lilliys geliebter Kater Frodo stirbt, ist sie untröstlich. Doch die Trauer ist vergessen, als Lillys Eltern ihr auf den Geburtstag ein ganz spezielles Geschenk machen: Lilly darf in den Sommerferien für vier Wochen nach Namibia um bei der Organisation Cheetah Fondation, eine Organisation, die sich die Rettung und Zucht von Geparden zur Aufgabe gemacht hat, mitzuhelfen.
Die junge Lilly fühlt sich auf der Farm Ounene eúlu sofort heimisch und sie darf sich sogar um zwei junge Gepardenbabys kümmern, die sie von einer Farm gerettet haben.
 
Doch als Lilly sich in den Farmerssohn Erik verliebt, ändert sich alles. Nicht nur ist Erik der Sohn eines Farmers, der Geparden lieber tot als lebendig sieht, ausserdem geschehen plötzlich merkwürdige Dinge. Nicht nur, dass Lilly plötzlich verschläft und ihr beinahe ein paar Geparden entlaufen, plötzlich sind auch die wildlebenden Geparden in Gefahr.
 
Hat etwa Eriks Vater etwas damit zu tun? Oder gar Erik selbst? Denn dass er ihr irgendetwas verschweigt, spürt sie von Anfang an. Und was hat die freundliche Dessie damit gemeint, dass ihr jemand Böses will?
 
In "Gepardensommer" vereinigen sich alle Elemente, die ein gutes Buch ausmachen: Spannung, wilde Tiere und Gefühle.
Das Buch ist für Jugendliche geschrieben und liest sich dementsprechend einfach. Doch versteht es die Autorin ausgezeichnet, Spannung aufzubauen. Durch raffiniert gesetzte Übergänge möchte, nein, muss!, man einfach wissen, wie es denn nun weitergeht.
 
Doch ist das Buch nicht nur eine Liebesgeschichte, sondern greift ein sehr aktuelles Thema auf: Zum einen erfährt man viel über das Leben der Geparden und die faszinierenden Tiere an sich. Zum anderen beschreibt die Autorin ebenfalls das Leben der weissen Farmer in Namibia und ihre Lage. Dies in Verkörperung des hübschen Erik.
 
Für alle, die Tiere oder Afrika mögen, ist dieses Buch eine gute Lektüre. Nicht übertrieben kitschig, spannend bis zum Schluss und mit einem lehrreichen Hintergrund, ist es gut für Jugendliche ab 12 geeignet. Oder für alle, die Geparden genauso lieben wie Lilly.
 
Katja Brandis
Gepardensommer
Überreuter, 2009
978-3-8000-5454-1 

22.11.2009 um 11:01 Uhr

Zwickmühle

von: Jari   Kategorie: Umfrageergebnisse

(Co-Post @ Boulevard of Broken Dreams)

Tja, es herrscht Gleichstand zwischen zwei Büchern/Filmen. Doch leider kann ich mir momentan keine zwei DVDs leisten... Deshalb lass ich die Umfrage einfach noch ein bisschen laufen und les solange das, was mir passt. SUB muss abgebaut werden ;)
Also stimmt ab :D

21.11.2009 um 17:38 Uhr

Von Gummihälsen und Bergvölkern

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Immer mehr Deutsche zieht es in die Schweiz. Ob in der Uni, im OP oder im Büro. Es "deutschelt" immer mehr. Manchen Deutschen gefällts, doch viele verstehen die Schweizer nicht. Und die Schweizer - die sind wohl auch nicht ganz einverstanden...
Autor Bruno Ziauddin, seines Zeichens Schweizer mit Wurzeln in Indien, macht sich auf die Suche, nach dem Grund, warum sich Schweizer und Deutsche einfach nicht verstehen (wollen). 
 
Das Verhältnis zwischen Deutschen und Schweizern ist nicht ganz einfach zu verstehen. Deshalb hat sich der Autor mit vielen Schweizern unterhalten. Und auch mit ein paar Deutschen. Selbstlos hat er sich sogar auf eine Deutschlandreise begeben.
 
Auf sehr lustige und heitere Art erzählt Ziauddin aus dem Leben von Schweizern und Deutschen, von ihren Unterschieden und -ja, die gibt es- auch von ihren Gemeinsamkeiten. In mehreren Kapiteln führt der Autor den Leser (welcher Nationalität auch immer) durch Geschichte, sprachliche Differenzen und Fussball. Zwischen all den Deutschen und Schweizern finden dann sogar noch ein paar Österreicher Platz.
 
Alles in allem ist das Buch für beide, Schweizer wie Deutsche, eine unterhaltsame Lektüre, die dem Leser viel über die Art und Weise des jeweilig Anderen offenbart. Jeder Deutsche, der sich in der Schweiz niederlassen möchte, sollte sich mit diesem Büchlein ausstatten, das einen gut auf einen möglichen Kulturschock vorbereitet.
 
Mir hat das Buch sehr gefallen und die irritierten Blicke, die mir Mitpassagiere im Zug zuwarfen, weil ich angeblich sinnlos vor mich hingiggelte, steigerten das Vergnügen sogar noch mehr.
Obwohl das Buch für Deutsche geschrieben ist, habe ich sehr viel über Deutschland, Schweizer und Kühe erfahren, oftmals Dinge, die ich mir gar nicht hätte vorstellen können.
Doch vor allem lebt das Buch von Ziauddins Humor. Und im Gegensatz zu manch anderen Büchern, die lustig sein wollen, aber dafür viel zu lang sind, hat Ziauddins Büchlein die perfekte Seitenzahl getroffen, damit das Buch nicht ausfranst.
 
Wer also eine leichte und unterhaltsame, und manchmal nicht ganz Ernst zunehmende, Völkerstudie lesen möchte, ist mit diesem Buch nicht falsch beraten. Sagte die Schweizerin.
 
PS: Warum Deutsche in der Schweiz oft Gummihälse genannt werden, wird natürlich auch erwähnt. 
 
  
Bruno Ziauddin
Grüezi Gummihälse
 Warum uns die Deutschen manchmal auf die Nerven gehen
 Rowolth, 2008
978-3-499-62403-2 

20.11.2009 um 20:06 Uhr

Jari präsentiert: Büchernews

Schon seit Längerem gab es keine Büchernews mehr, deshalb möchte ich alle Leser mal wieder verzapfen, was sich in der Bücherwelt so getan hat. Here we go!

 

Das Wichtigste gleich zu Beginn: Das Google Books Settlement 
Der neue Vertragsentwurf ist nun veröffentlicht worden und folgende Punkte sind aufgeführt:

 

 

Kontinentaleuropa wird von der Scan-Aktion herausgenommen. Bücher, die noch unter Urheberrecht stehen, werden also vorerst nicht eingescannt und dargestellt.
Vom Beschluss nicht betroffen sind die Britischen Inseln.

 

 

Ausserdem soll ein Treuhändler eingesetzt werden, die sogenannte Books Rights Registry, der sich um die verwaisten Werke kümmert und sich stellvertretend für die Autoren für die Bücher einsetzt.
Ein Teilbetrag der von Google gezahlten Gelder soll für die Suche nach den Autoren der Bücher verwendet werden.

 

Ausserdem sollen weiterhin 63% der Einnahmen an den Rechteinhaber (also Verlage etc.) gehen. 

Richter Chin hat die Vorlage vorläufig genehmigt. 

  

Bleiben wir gleich in der elektronischen Welt: Von nun an braucht man keinen Kindle-Reader mehr, um E-Books von Kindle auch auf den Computer laden. Einfach Software installieren und Bücher runterladen. 

 

Nun zurück in die Welt der realen Bücher.  Kurzmeldung für Fans des Penguin-Verlages: Den Verlag gibt es nun auch mit einem Ableger in China.

 

Nun wechseln wir mal rasch nach Frankfurt, denn dort finden Bücherfreunde von nun an ein sehr interessantes Gebilde: Nämlich den "Offenen Bücherschrank". 
Leser aus Köln wissen vielleicht, worum es sich handelt, denn ein solcher steht seit 2003 auch schon in der erwähnten Stadt. Ebenso steht einer in Frankfurt.

 

Beim "Offenen Bücherschrank" handelt es sich um ein Bücherregal, mit passenden Stühlen und Büchern, die in der Öffentlichkeit aufgestellt werden und für jeden zugänglich sind. Die tolle Idee stammt von Trixy Royeck.

   

Für Fans von Elke Heidenreich und ihre Sendung lesen!: Hier findet ihr alle Bücher, die Frau Heidenreich 2009 vorgestellt hat: http://lesekreis.org/2009/11/05/buchempfehlungen-von-elke-heidenreich-2009-im-uberblick/

Und für Fans vom "Kleinen Nick" ein kleines Bonbon: Le Petit Nicolas, wie der Racker auf Französisch heisst, kommt ins Kino. In Frankreich ist der liebevoll gemachte und schön in Szene gesetzte Film schon angelaufen und hat bereits an die 5 Millionen Zuschauer gefunden. Die offizielle Homapage des Films ist übrigens genauso hübsch anzusehen: http://www.lepetitnicolas-lefilm.com/

Kürzlich wurde übrigens eine interessante Studie über das Vorlesen publiziert: 
Die Lesesozialisierungsforschung zeigte auf, dass Kinder lieber von demjenigen Elternteil vorgelesen bekommen, bei dem sie sich sicherer fühlen und dem sie näher sind.
Jedoch wollen Väter beim Vorlesen mehr Wissen vermitteln, ihr Vorlesestil ist eher dozierend und oftmal überfordern sie die Fähigkeiten des Kindes dabei. Jedoch sind diese Eigenschaften auch fördernd für das Kind, solange es nicht überfordert wird. Also Männer, an die Bücher!

Einmal im Jahr publiziert Amazon.com die Liste der Top Bücher des Jahres. Die Liste von 2009 möchte ich euch nicht vorenthalten bzw. die Top 10 möchte ich euch nicht vorenthalten. Alle 100 Bücher der Liste würden den Rahmen meines Blögchens sprengen. Wer wissen möchte, welche Bücher es sonst auf die hoch angesehene Publikation geschafft haben, soll einfach einen Kommi schreiben :)
Ausserdem habe ich versucht, die deutschen Titel der Bücher herauszufinden :)

(Um die Spannung zu erhöhen, läuft der Countdown von 10 runter)
10. William Kamkwamba: The Boy who harnessed the Wind
9. David Small: Stitches
8. China Miéville: Die Stadt und die Stadt (erscheint 2010)
7. Stieg Larsson: Verblendung
6. Norman Ollestad: Süchtig nach dem Sturm (erscheint 2010)
5. Kami Garcia: Beautiful Creatures
4. Colm Tóibín: Brooklyn (wird 2010 unter demselben Titel auf Deutsch veröffentlicht)
3. Hilary Mantel: Wolf Hall (auch deutscher Titel)
2. Tracy Kidder: Strenght in What Remains
1. Colum McCann: Die grosse Welt

Colum McCann hat übrigens mit demselben Buch auch den National Book Award in der Rubrik "Fiction" gewonnen. 

Und zum Schluss noch ein Hinweis, der nun auch durch die Marktforschung bestätigt wurde: Bücher gehören immer noch zu den beliebtesten Geschenken! PS: Wer einer der praktischen Kalender von Paperblancs verschenken will sollte sich beeilen, denn diese gehen langsam aber sicher aus...

16.11.2009 um 18:55 Uhr

Tiere von England, erhebet euch!

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Kurz vor seinem Tod ruft das Schwein Major alle Tiere der Farm, die Mister Jones gehört, zusammen, um ihnen eine wichtige Mitteilung zu machen: Es ist Zeit für eine Revolution! Die Tiere sollen nicht länger unter dem Menschen zu leiden haben. Sie sollen endlich wieder nur für sich selber arbeiten und nicht für die gefrässigen und egoistischen Menschen.
 
Nach Majors Tod wird dieser Plan auch in die Tat umgesetzt. Angeführt von den Ebern Schneeball und Napoleon wird Jones von der Farm gejagt und die Revolution für erfolgreich erklärt. Endlich sind die Tiere selbstständig! Es werden sieben Gebote aufgestellt und ehrenvoll das Lied "Tiere von England" gesungen.
Allen voran tun sich die Schweine heraus, die sogar lesen und schreiben gelernt haben.
 
Grosse Freude herrscht nun auf der Farm, denn endlich dürfen die Tiere wieder Tiere sein und sind selbstständig für die Farm zuständig. Obwohl die verfeindeten Nachbarfarmen und überhaupt alle Menschen in England der Farm keine Chance geben, scheint die Farm unter Leitung der Schweine zu gedeihen und die Tiere sind sehr glücklich mit ihrem neuen Leben.
 
Doch schon bald beginnen die Schweine ihre Vormachtsposition auszunutzen. Es beginnt harmlos, indem die Schweine die Milch der Kühe für sich selber beanspruchen. Doch ihr Machtanspruch wächst und wächst. Die beiden Eber Schneeball und Napoleon zerstreiten sich und Schneeball wird von der Farm gejagt. Von nun an hat Napoleon das sagen.
 
Und was Napoleon will ist, im Gegensatz zu seinem Leitspruch, dass er alles was er tut in den Dienst der Tiere stellt, rein eigennützig. Bald schon schlafen die Schweine im Bett von Jones, während die anderen Farmtiere weiterhin hart und mühselig an der Errichtung eines Turmes für den Windmotor arbeiten. Doch schliesslich ist dieses Leben immer noch besser, als das Leben, das sie unter Jones zu führen hatten. Leider erinnert sich bald keines der Tiere mehr, wie es früher war. Und so können die Schweine weiterhin ihre Macht spielen lassen, werden dadurch jedoch menschlicher als jeder Mensch...
 
George Orwell's "Farm der Tiere" ist längst ein moderner Klassiker geworden, in Schulen wird er im Deutsch- und Englischunterricht vorgesetzt und das Buch erscheint immer wieder in neuen Auflagen. Doch haben wir auch begriffen, was uns Orwell durch dieses Buch sagen wollte?
 
Während die Farmtiere weiter ihr strenges Leben leben, lassen es sich die Schweine auf Kosten der Anderen gut gehen. Dies ist leider ein sehr bekanntes Bild aus unserer heutigen Gesellschaft. Das Verhalten der Schweine zeigt sehr eindrücklich, wie man jede neue Idee für seine eigenen Zwecke missbrauchen kann. Und dass die Opfer selten überhaupt realisieren, dass sie zu Opfern ihrer eigenen Revolution geworden sind.
 
Im Verlauf der Geschichte eigenen sich die Schweine immer mehr Eigenschaften des Menschen an, bis sie nicht mehr von jenen zu unterscheiden sind. Doch dies war nicht Majors Gedanke, als er damals, vor vielen vielen Jahren, die Tiere zur Revolution aufrief...
 
Der Erzähler der Geschichte übernimmt eine sehr distanzierte Sicht. Er erzählt nur. Von den Grausamkeiten, die auf der Farm geschehen, und auch vom normalen Alltag der Tiere nimmt er Abstand. Doch dadurch erscheint dem Leser alles nur noch grausamer.
Das Buch empört den Leser auch. Wir sind empört darüber was da geschieht, empört über die Schweine, empört darüber, dass sich die naiven Tieren mit zweitklassigen Erklärungen abspeisen lassen und empört darüber zu wissen, dass es im realen Leben genau so zugeht.
Wir sind selten anders als diese Tiere. Vielleicht sind wir eines der hart arbeitenden Pferde, vielleicht die Katze, die es meisterhaft versteht, sich zu drücken, oder wir sind eines der fetten Schweine, die es sich so richtig gut gehen lassen können... 
 
Über dieses Buch muss man diskutieren. Man muss sich richtig damit auseinandersetzen, denn einfach nur lesen kann man es nicht. Es geht einem zu nahe. Zumindest erging es mir so. Und ich hoffe sehr, dass das Buch weiterhin gelesen wird. Gerade weil es einen sehr bitteren Nachgeschmack hat. 
 
George Orwell
Farm der Tiere
Eine Fabel
TB, erste Auflage 1972 
978-3-257-20118-5
 
Originaltitel: Animal Farm 

15.11.2009 um 12:08 Uhr

Der Schweizer Buchpreis geht an...

Heute am 15.11.09 wurde an der buch09 in Basel zum zweiten Mal der Schweizer Buchpreis vergeben. Der Gewinner des Preises vom letzten Jahr war Rolf Lappert mit seinem Titel "Nach Hause schwimmen".

Nun wurde also der Gewinner bzw. die Gewinnerin des Jahres 2009 bekanntgegeben:

 Die Preisträgerin des Jahres 2009 ist Ilma Rakusa.

   

Sie erhielt den Preis für ihr Buch "Mehr Meer", das im Droschl Verlag erschienen ist. Ilma Rakusa wurde als Tochter einer Ungarin und eines Slovaken 1946 geboren. Sie ging in Zürich zur Schule und besuchte dort auch die Universtiät. Dort lehrt sie nun auch, und ist nebenberuflich auch als Schriftstellerin und Übersetzerin tätig.

  

Das Buch "Mehr Meer" erzählt die Geschichte eines Mädchens, das als Tochter eines Slovaken und einer Ungarin aufwächst. Sie wächst in einer Welt auf, die noch stark vom Zweiten Weltkrieg geprägt ist, der gerade erst beendet wurde. Somit trägt das Buch stark autobiografische Züge.

14.11.2009 um 20:12 Uhr

Für Gelangweilte: Ein Stöckchen

von: Jari   Kategorie: Bücherstöckchen

Geklaut von http://www.flying-thoughts.de/

1. WELCHES IST DAS LÄNGSTE UND/ODER LANGWEILIGSTE BUCH, DURCH DAS DU DICH, AUS WELCHEN GRÜNDEN AUCH IMMER, ERFOLGREICH HINDURCHGEKÄMPFT HAST?
Ich glaube, ich habe auch schon Bücher mit mehr als tausend Seiten gelesen, aber die fallen mir momentan nicht ein, darum nenn ich jetzt als längstes Buch "Die Buddenbrooks". Das Langweiligste? "Zwei Affen" von Silvio Blatter oder "Agnes" von Peter Stamm. Ballter hat zwar "nur" 350 Seiten, aber es schien mir trotzdem wie das längste Buch, das ich je gelesen hatte...

2. VON WELCHEM AUTOR KANNST DU BEHAUPTEN: VON DEM (ODER DER) HABE ICH WIRKLICH JEDES BUCH GELESEN.
Leider wohl noch von keinem... Ausser von jenen Autoren, die bisher nur ein Buch veröffentlicht haben ;) 

3. WELCHES IST DEIN LIEBSTER KLASSIKER (VOR MINDESTENS 50 JAHREN VERÖFFENTLICHT)?
Faust von Goethe.

4. WELCHEN TITEL HAST DU IN DEN LETZTEN JAHREN SICHERLICH AM HÄUFIGSTEN VERSCHENKT?
Naja, wenn ich Bücher schenke, dann immer verschiedene, da alle Leute, die ich kenne, einen anderen Buchgeschmack haben. Ich habe heute ein paar Bücher gekauft, die ich verschenken werde.

5. VON WELCHEM AUTOREN WÜRDEST DU NIE WIEDER FREIWILLIG EIN WEITERES BUCH IN DIE HAND NEHMEN?
Schweizer? Peter Stamm: Weil er einen Schreibstil hat, mit dem ich mich nicht anfreunden kann. Viel zu kalt, zu distanziert, zu desinteressiert und zu schweizerisch. Silvio Blatter: Viel zu ausgedehnt, Altmännerliteratur, zu egozentrisch und  zu langezogen. Ekelhaft.

6. WELCHES BUCH HAST DU MEHR ALS 2 MAL GELESEN?
Ich lese selten Bücher zwei Mal, da es einfach zu viel gibt, was ich lesen möchte. Ich habe "Der Vorleser" und Kafkas "Verwandlung" aufgrund Schulbeschluss je zweimal gelesen. Das ist wohl Rekord.

7. WELCHEN TITEL HAST DU ERST NACH EINIGEN SEITEN BEISEITE GELEGT UND DANN TATSÄCHLICH SPÄTER NOCHMALS IN DIE HAND GENOMMEN UND DURCHGELESEN?
Schwierige Frage... Ich habe "Die Stadt der Sehenden" einige Tage zur Seite gelegt und bin nun wieder am Lesen. Auch Prechts "Liebe - ein unordentliches Gefühl" hat einen zweiten Anlauf gebraucht.

8. WENN MAN DICH 3 WOCHEN IN EINE MÖNCHSZELLE IN KLAUSUR STECKEN WÜRDE, UND DU DARFST NUR 3 BÜCHER MITNEHMEN, WELCHE DREI TITEL WÜRDEST DU WÄHLEN?
WAS? Omigosh! NUR 3?! Ich würde wohl Oplatkas "Der erste Riss in der Mauer" mitnehmen, das steht schon lange im Regal und wird wohl auch in nächster Zeit nicht gelesen werden. Dazu käme der dritte Teil der Bartimäus-Trilogie, aus denselben Gründen ;) Dann noch... ein Buch, das mir einfach so gefällt und ich eh gelesen hätte :) Hoffentlich ist so ne Zelle warm...

9. BEI WELCHEM TITEL SIND DIR SCHONMAL ERNSTHAFT DIE TRÄNEN (NICHT VOR LACHEN!) GEKOMMEN, OBWOHL ES DOCH NUR EIN BUCH WAR?
Bei "Wasser für die Elefanten" und bestimmt noch ein paar anderen. 

10. WELCHES SONST RECHT ERFOLGREICHE BUCH IST DIR BIS HEUTE EIN GROSSES RÄTSEL GEBLIEBEN, D. H. DU HAST ES EINFACH NICHT VERSTANDEN?
Twilight...

13.11.2009 um 21:08 Uhr

Secondhand-Bücher

von: Jari   Kategorie: Neuerrungenschaften

Heute waren wir in einem Brockenhaus. Ob es das Wort auch auf Deutsch gibt, weiss ich nicht. Zumindest kann man da alte Sachen anderer Leute kaufen, weil die das Zeug nicht mehr haben wollen.
Lange Zeit war ich kein grosser Fan von diesen Einrichtungen und mit bereits gelesenen Büchern konnte ich genau so wenig etwas anfangen. Doch teilweise kann man da richtige Schätze ausgraben:
 
Rolf Dobelli - Turbulenzen
ungelesen und praktisch wie NEU
 
Marina Lewycka - Geschichte des Traktors auf ukrainisch
ist eigentlich noch gar nicht so schlimm zerlesen...
 
Doch ein wahres Schätzchen ist dieses Buch:
 
Audrey Niffenegger - Die Frau des Zeitreisenden
praktisch neu und in einer VERGRIFFENEN Auflage! Jetzt gibt es nämlich nur noch diese kleinen, komischen Kreuzdinger zwischen Taschenbuch und Hardcover, das sich nicht lesen lässt, und Taschenbuchausgaben, die einfach nur hässlich gestaltet sind. Ich wollte immer den Titel haben, auf dem die Blüten abgebildet sind. Leider vergriffen... Jah, da hab ich mich echt gefreut, als ich das Buch im Regal fand und dann auch noch lesbar! 

10.11.2009 um 13:54 Uhr

Interessante Bücherregale

von: Jari   Kategorie: Büchergooddies

In diesem Eintrag geht es nur um interessante und stilische Verstauungsmöglichkeiten für eure Bücher. Dieser Eintrag enthält viele Bilder, da ich euch diese tollen Objekte zeigen möchte und deshalb viele Bilder im Eintrag eingebaut habe. Aber es lohnt sich!
Starten wir gleich mit folgendem Exemplar:
 
 
Diese netten Objekte bieten zwar nicht viel Platz, sind jedoch hervorragend dafür geeignet, besonders hübsche Exemplare eurer Büchersammlung hervorzuheben.
 
 
Dieses überaus interessante Werk ist leider nicht für den Hausgebrauch erhältlich, sondern ist nur für Bibliotheken gedacht. Dennoch, wäre es nicht toll, an so einem Ort zu lernen?
http://www.point-tokyo.jp
 
    
 
Da ist die "Bücherharfe" doch weitaus praktischer und perfekt, für jedes Haus, in dem der Platz knapp ist. Dieses überaus praktische Bücherregal stammt übrigens von Hanspeter Steiger, einem Schweizer Designer :)
http://www.hanspetersteiger.com
 
 
Für Leute, die gerne selber basteln, könnte dieses "Bücherregal" ein Vorbild sein. Es ist aus verschiedenen Boxen gebaut, die von dem roten Band zusammengehalten werden. Das Highlight dieser Konstruktion ist, dass man sie im Gegensatz zu manch anderen Bücherregalen, ganz einfach transportieren kann, da am Regal Räder angebracht sind.
http://www.likecool.com
 
 
Wer auch gern mobil ist, aber etwas mehr Wert auf Individualität und Einfallsreichtum legt, ist mit dem "Lectus" gut bedient. Hübsch anzusehen, einzigartig und mobil.
http://en.pidltd.com
 
  
 
Wer in seiner Wohnung nicht wirklich viel Platz hat, hat mit dem "Felt Stool" sein perfektes Bücherregal gefunden, lässt sich dieser Stuhl doch leicht umfunktionieren. Je nach Platz, kann man die Bücher überall reinstopfen oder man funktioniert das "Bücherregal" ganz einfach zu einem Stuhl um, auf dem es sich wunderbar schmökern lässt. So lässt sich wunderbar Platz sparen.
http://www.yankodesign.com
 
 
Wer es origineller mag, ist mit dem "Book Porcupine" gut bedient. 18 einzelne Abteilungen für eine chaotische Ordnung eurer Bücher. 
http://www.hollypalmeronline.co.uk
 
 
Für Comicfans oder Leute, die es unkonventionell mögen: Das ComicBuch-Regal
http://www.behance.net 
 
Und nun zum Schluss ein Problem, das wir wohl alle kennen ;)

  

08.11.2009 um 13:08 Uhr

"Wie geil ist das denn?" - Ein Klip aus der Branche

Dieser Klip zeigt einfach nur die Wahrheit. Gucken!

08.11.2009 um 10:38 Uhr

Donnerstags-Errungenschaft

von: Jari   Kategorie: Neuerrungenschaften

Von Ihrer Valestäht empfohlen bekommen. "Du wirst es mögen. Ich kenne dich gut genug!" Da bin ich mal gespannt:
 
  

07.11.2009 um 16:32 Uhr

Umfrageergebnisse

von: Jari   Kategorie: Umfrageergebnisse

(Co-Post @ Boulevard of Broken Dreams)

Der Sieger dieser Umfragerunde ist ganz klar George Orwell mit seiner "Farm der Tiere". Also werdet ihr demnächst die Rezi dazu bekommen :) 
Ich danke wieder fürs Mitmachen!

In der nächsten Umfrage geht es um die Buchverfilmungen. Ich hab mir die genannten Filme notiert und mich sonst noch etwas umgehört, was aktuell ist. Da ich mir jedoch je nachdem noch eine DVD oder ein Buch oder ein Kinobilett kaufen muss, werde ich die Buchverfilmungs-Abteilung nur alle zwei, drei Monate machen. Man muss schliesslich auf sein Geld achten ;)

Also stimmt ab und entscheidet, was sich Jari reinziehen soll :) 

06.11.2009 um 18:15 Uhr

Stöckchen für Bücherleser

von: Jari   Kategorie: Bücherstöckchen

Dieses Stöckchen habe ich im Internet gefunden. Es klingt echt lustig, deshalb habe ich es auf Deutsch übersetzt und hier gepostet. Klaut es, wenn ihr wollt :)
 
So geht's: Beantworte die Fragen mit Buchtiteln von Büchern, die du 2009 gelesen hast. Wiederholungen sind nicht erlaubt.
(Man könnte die Regeln etwas erleichtern, falls ihr wünscht *g* Ich versuchs mal mit den Titeln von 2009) 
 
Fragen:
Beschreibe dich: Das Kleine Ich bin Ich (Mira Lobe)
Wie fühlst du dich?: Hand aufs Herz (Anthony McCarten)
Wo wohnst du?: Am kürzeren Ende der Sonnenallee (Thomas Brussig)
Wenn du gehen könntest, wohin auch immer du willst, wo würdest du hingehen?: Dänemark (Bernd Henningsen)
Bestes Fortbewegungsmittel: Flughafenfische (Angelika Overath)
Dein bester Freund: Das geheime Leben der Bücher (Régis de Sá Moreira) 
Du und deine Freunde seid...?: Zwei Affen (Silvio Blatter)
Wie ist das Wetter?: A cool Head (Ian Rankin)
Wovor hast du Angst?: Rauer Donnerstag (Garth Nix)
Der beste Ratschlag, den du geben kannst: Coach dich selbst, sonst coacht dich keiner (Talane Miedaner)
Der Gedanke des Tages: Ab ins Ausland (Norbert Winisdörfer)
Wie möchtest du sterben?: Fast im Jenseits (David Eagleman)
Dein momentaner Seelenzustand: Das Herzenhören (Jan-Phillip Sendker)

06.11.2009 um 12:53 Uhr

Fische am Flughafen - Flughafenfische

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Es ist einer der grössten Fluhäfen der Welt. Die Reisenden kommen und gehen, wie Fischschwärme im Meer ziehen sie vorbei. Mittendrin eine übermüdete, aber schlaflose, Fotografin, ein verlassener Ehemann und ein Aquarist, der besser mit Fischen als mit Menschen kann.
 
Und während der erfolgreiche Biochemiker Zigaretten raucht und Whiskey trinkt, treffen Elis, die Fotografin, und Tobias, der Aquarist, aufeinander, ohne dass sie es wollten.
Es sind die Fische, das Aquarium, um das sich der ganze Flughafen zu drehen scheint. Langsam nähern sich die beiden Menschen einander an, ohne die Einsamkeit das Anderen berühren zu wollen.
Sie reden, über Fische, Piloten, reisen. Aneinander vorbei und doch treffen sie sich genau in der Mitte.
 
Ein Paar, das leben lernt, und ein Mann, der das Leben erkennt.
 
Angelika Overaths "Flughafenfische" ist ein besonderes Buch, das man Stückchen für Stückchen in sich aufnehmen muss. Wie bei einer Umarmung, der man sich hingeben muss, muss man sich dem Buch hingeben, um zu fühlen, was das Buch einem sagen will.
 
Das, was zwischen Elis und Tobias ist, lässt sich noch nicht Liebe nennen. Es ist noch zu früh. Die knapp 170 Seiten des Buches sind zu wenig, um diese tiefgründigen und vielschichtigen Charakteren gleich von Liebe sprechen zu lassen. Es ist eine langsame Annäherung, ein Abtasten und Davonrennen. Sie umkreisen sich, treffen sich wieder.
 
Und immer die Fische. Sie sind das Zentrum ihres Universums. Ohne die Fische wäre das Buch bloss eine Geschichte. Man kann sich das grosse Aquarium vorstellen, die langsamen Bogen des Rochens, die raschen Flossenschläge der Anemonenfische. Nicht nur Elis lernt von Tobias viel über das Leben unter Wasser und die Pflege eines Aquariums, der Leser selbst erfährt durch ihn auch sehr viel neues. Überraschendes. Unglaubliches. Und die Anziehungskraft zwischen Tobias und Elis wird stärker.
 
Man kann das Buch nicht einfach so lesen. Es öffnet einem eine ungeheure Seelenwelt. Ein Innenleben voller Traurigkeit und doch voller Hoffnung. Das Herz wird einem beim Lesen schwer. Man fühlt die Einsamkeit des Flughafens. Und die geheime Dankbarkeit der Beiden, sich gefunden zu haben.
 
Nur der Chemiker, er hat verloren. 

05.11.2009 um 21:24 Uhr

Überlegungen

von: Jari   Kategorie: Umfrageergebnisse

(Co-Post @ Boulevard of Broken Dreams)

Jaja, Klein-Jari mit ihren Doppelposts...

Ok, worum's mir nun eigentlich geht ist folgendes: Am Dienstag haben wir uns im Geschichtsunterricht aus der Verfilmung von Umberto Ecos Werk "Der Name der Rose" angesehen. Ich wollte den Film unbedingt weitersehen, gleichzeitig fragte ich mich, wie sich wohl das Buch lesen würde.
Da kam mir die Idee, dass ich doch auf "Jaris Büchergebrabbel" eine Serie starten könnte, in der Bücher und ihre Verfilmungen verglichen werden. Oder zumindest das Buch gelesen und den Film geguckt. Sowas würd ich nämlich total gerne machen.

Als soziales Wesen (das ich nunmal bin ;) wollte ich die paar Leser, die sich auf den Bücherblog verirren, jedoch gerne einbeziehen. Nun fragte ich mich, in welcher Form das geschehen soll bzw. ob überhaupt Interesse von Leserseite da ist.
Umfragen... Naja, da hab ich ja schon die Bücherliste, die ich ja sehr nach meinem Geschmack gestalten kann. Ihr könntet mir natürlich Kommis hinterlassen, mit den Bücherverfilmungen, die ihr entweder gut findet, oder die euch interessieren. Und ich würde mir die dann nach und nach durcharbeiten.

Aber erstmal: Was haltet ihr davon? 

01.11.2009 um 18:13 Uhr

Bücher & Umfragen - Part 2

von: Jari   Kategorie: Umfrageergebnisse

(Co-Post @ Boulevard of Broken Dreams)

Das mit den Umfragen scheint gut zu laufen. Ich danke allen, die abstimmen :) Es sind noch nicht sehr viele Stimmen, aber die Umfragen laufen schliesslich auch nicht wirklich lange. Z.B. habe ich "Valerias letztes Gefecht" schon ausgelesen und komme somit schon zur nächsten Umfrage. 

In dieser Woche habt ihr euch eindeutig für Frau Overath mit ihren "Flughafenfischen" entschieden. Sie erhielt vier der acht abgegebenen Stimmen. Auf Platz zwei folgte ihr Stieg Larsson. Davidson mit seinem "Gargoyle" und "Meridian" erhielten je eine Stimme.
Interessant, dass es eigentlich nur ein paar Stimmen braucht, um ein eindeutiges Ergebnis zu bringen...
Aber natürlich würde es mich auch freuen, wenn noch mehr Leute abstimmen würden //Werbung *räusper*//

Gut, verlassen wir also die Abgründe der Werbeindustrie und legen fest, dass das nächste Buch auf meinem Bücherblog (Jaris Büchergebrabbel) "Flughafenfische" von Angelika Overath sein wird.
Frau Overath wurde übrigens in Karlsruhe geboren und wohnt jetzt -ja, ratet mal- in der Schweiz. Und wo genau? In Graubünden. Und wo lebt das Jari? Genau, in Graubünden. Also beinahe schon Nachbarn.
Dass sie in der Schweiz wohnt, hat auch den Ausschlag gegeben, dass ihr Buch für den Schweizer Buchpreis 2009 nominiert wurde. Am 15. November wird bekannt gegeben, wer den Preis erhält. 

01.11.2009 um 11:24 Uhr

Ménage à trois mit Schornsteinfeger

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Zivatar heisst übersetzt "Gewitter". Und wie der Name des kleinen ungarischen Dorfes am Ende der Welt, an dem sogar die russischen Panzer desinteressiert vorbeirollten, lautet, braut sich über dem Dörfchen etwas zusammen.
 
Es beginnt damit, dass Valeria, die strenge und gehässige Dorfhexe, die an nichts und niemandem ein gutes Haar lassen kann, sich auf dem Markt Hals über Kopf in den Töpfer verliebt. Auf einmal verhält sie sich merkwürdig. Die beinahe schon 70-jährige Valeria mischt sich auf einmal unters Volk, zieht Kleider mit Blümchenmuster an und lächelt sogar!
Auch der Töpfer scheint nicht abgeneigt zu sein und nimmt sich vor, Valeria den schönsten Wasserkrug zu töpfern, den er je zustande gebracht hat. Und von Valeria inspiriert, entdeckt er sogar den Künstler in sich.
Doch eine sieht dieses Geschehen gar nicht gerne: Ibolya. Ihres Zeichen Besitzerin der einzigen Kneipe im Dorf und knallharte Geschäftsfrau. Zwar hat sie mit dem Töpfer eine Affaire, doch nie wollte sie etwas Ernstes. Doch jetzt, da sie plötzlich eine Konkurrentin hat, merkt sie, wie viel ihr der Töpfer bedeutet. Ausserdem mag Ibolya es gar nicht, wenn ihr etwas weggenommen wird.
Als dann auch noch der etwas kleinwüchsige Schornsteinfeger auftaucht, steht das kleine Dorf erst recht Kopf.
 
In Marc Fittens "Valerias letztes Gefecht" geht es drunter und drüber. Mag man Zivatar anfangs noch als kleines, verschlafenes Nest sehen, ist es mit der Ruhe bald vorbei. Intrigen werden geschmiedet, es wird betrogen und bestochen und sich geprügelt. Aber es wird sich auch geliebt, Veränderungen werden in Gang gesetzt und schlussendlich kommt doch alles so, wies kommen muss.
 
Die Geschichte lebt vor allem durch ihren Charme. Man leidet mit den Charakteren und kann sogar die resolute und etwas egoistische Ibolya verstehen, die alles versucht, um den Töpfer zurückzubekommen. Ebenso liest sich das Buch sehr leicht, was auch am einfachen und luftigen Schreibstyl von Marc Fitten liegt.
Wer keine Ungarischkenntnisse aufweisen kann, muss sich nicht scheuen, das Buch zur Hand zu nehmen, denn auf ungarische Sätze wird verzichtet. Und wenn man daran denkt, dass ein "s" ein "sch" und ein "c" ein "z" ist, kann man auch die ungarischen Vornamen ohne weiteres aussprechen.
 
Bei diesem Buch handelt es sich sehr wohl um eine Liebesgeschichte mit all ihren Tücken und Schönheiten, doch mit dem Unterschied, dass sich die Protagonisten alle schon in etwas gehobenerem Alter befinden. Auch dies gibt dem Buch einiges an Pluspunkten und dadurch hebt dich der Titel auch aus den anderen Titel des Genres ab.
 
Das Buch geht einem sehr ans Herz und man ist mitten in der Geschichte drin. Auch wird sie nie langweilig oder kitschig (Valeria verhindert das in ihrer alles anderen als romantischen Art). Wer eine Geschichte lesen möchte, die den Sommer zurückbringt und in der er richtig schwelgen kann, sollte zu "Valerias letztes Gefecht" greifen. Man sollte sich weder vom Alter der Personen, noch von den beschriebenen Sexszenen abschrecken lassen. "Valerias letztes Gefecht" ist ein Buch für Herz und Seele! 
 
Marc Fitten
Valerias letztes Gefecht
Broschiert, 2009, 2te Auflage
Deutscher Taschenbuchverlag (dtv)
978-3-423-24717-7
 
Originalausgabe:
Valerias last Stand
Bloomsbury, 2009