Jaris Büchergebrabbel

30.06.2010 um 21:37 Uhr

Jari liest... Szilárd Rubin

von: Jari   Kategorie: Jari liest...

Rückentext: 
Attila, der herumstreunende Dichter, und Orsolya, die fleissige Studentin aus gutbürgerlichem Haus. Sie lieben und hassen sich, sie trennen sich vor der Hochzeit und wieder in der Hochzeitsnacht, um schliesslich ihr Leben lang getrennt vereint zu sein. Eine obsessive Liebesgeschichte vor dem Hintergrund der untergehenden bürgerlichen Welt, ein Meisterwerk der europäischen Literatur.
 

30.06.2010 um 20:22 Uhr

Büchernews Ausgabe 05/2010

Hier nun also das Interessanteste und Wissenswerteste der letzten Zeit:

Ehrengast der nächsten Frankfurter Buchmesse ist: Argentinien. Freut euch auf die Messe!

  

Jari gratuliert nachträglich Antoine Saint-Exupéry zum 110ten Geburtstag. Wenn auch einen Tag verspätet. Aber ich glaube, den stört das nicht mehr grossartig... 

Lena-Hype: So wie es aussieht, wird eventuell doch nichts aus der Lena-Biografie. Stefan Raabs Produktionsfirma hat nämlich einige Verlage, die eine Biografie des Goldkelchens rausbringen wollten, angeschrieben. Raab meinte, der Name Lenas (den ganzen kann ich mir eh nicht merken), gehöre ihm alleine. Den Verlagen wiederum passt das nicht, die wollen schliesslich ihre Lena-Bücher veröffentlichen. Mal sehen, wie's weitergeht.

  

Neues Sortiment: Bastei Lübbe hat eine neue Abteilung namens "Bastei Entertainment". Der Schwerpunkt liegt auf E-Publishing und Crossmediale Verwertung (fragt mich nicht, was das ist).

   

Gleich und gleich: Jeffrey Deaver schreibt die neuen James Bond-Romane. Wir können gespannt sein!  

   

Google: Veröffentlicht und verkauft bald auch die geklauten E-Books. Der Gewinn geht wohl zu 100% an Google... 

   

 

Verfilmungen: Isabel Abedis "Whisper" wird verfilmt. Die Firma Film1 wird sich des Buches annehmen.

 

Auch die berühmte Kinderbuchfigur Conni wird animiert. Und zwar als 26-teilige Animationsserie ins Fernsehen. "Conni" von Liane Schneider wird vom ZDF verfilmt.

   

Auszeichnungen: Amazon verleiht jetzt den "Amazon Breakthrough Award". Ziel ist es, Autoren, Leser und Verlage zusammenzubringen und neue Talente zu finden. 2010 wurde der Preis, der mit 15'000 Dollar Preisgeld aufwartet, zum ersten Mal vergeben. Dies erfolgte in den Kategorien "General Fiction" und "Young Adult Fiction".
Gewinner General Fiction: Farishta von Patricia McArdle
Gewinner Young Adult Fction: Sign Language von Amy Ackley

Noch mehr Auszeichnungen: "Kein & Aber" wird vom Schweizer Buchhandel zum Verlag des Jahres gewählt. Autor des Jahres ist Daniel Keel.

   

Endlich: Fans haben bestimmt lange darauf gewartet, nun endlich kommt "Titenherz" als Taschenbuch auf den Markt. Das Buch erscheint bei Oetinger.

   

Kinder, Kinder: Langenscheidt plant, demnächst auch Kinderbücher zu veröffentlichen. 

   

Grün, grüner, Bibliothek: In Eisenstadt hat eine "grüne Bibliothek" eröffnet. Der offene Bücherschrank wurde -logischerweise- von den Grünen eröffnet. 

   

Automaten: Neuerdings kann man Bücher auch aus dem Automaten ziehen. Guckt am besten mal hier vorbei: http://www.automatenverlag.de 

   

Dunkel wars: Anlässlich des 19. Gothic Festivals in Leipzig wurde die "Gothic-Bibel" herausgegeben. Warum auch nicht?

   

Comics: Janet Evanovichs Romane werden nun auch als Graphic Novel adaptiert. 

   

Und last but not least: Schaut mal hier vorbei
http://www.ninakatchadourian.com/languagetranslation/sortedbooks.php 

25.06.2010 um 19:14 Uhr

Traue keinem Dänen - auch wenn er Geschenke bringt

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

In Skandinavien läuft das Leben etwas anders ab als bei uns. Alles ist flach, die Schüler klug und die Mädchen blond. Wer kann da schon widerstehen?
Wer sein Herz bereits an den hohen Norden verloren hat, wird um dieses Buch nicht herum kommen. In "Dänen lügen nicht - Kuriose Geschichten aus Skandinavien" tummeln sich die unterschiedlichsten Autoren mit unterschiedlichsten Geschichten. Ob heiter, ob seltsam, ob traurig - für jeden ist etwas dabei. Das blaue Buch ist genauso vielfältig wie es die nordischen Länder sind.
Wer bisher noch keine Erfahrungen mit skandinavischen Ländern gesammelt hat, wird sich vielleicht ab der seltsamen Ereignisse in diesem Buch wundern und sich fragen, ob es dort wirklich so zu und her geht. Doch dazu kann man nur sagen: Selbst reisen und selbst lesen!
 
 
Kristof Magnusson (Herausgeber)
Dänen lügen nicht
Kuriose Geschichten aus Skandinavien
TB, Mai 2010
Piper
978-3-492-25916-3 

23.06.2010 um 12:48 Uhr

Jari liest... Christine Anlauff

von: Jari   Kategorie: Jari liest...

Rückentext:

Vorhang auf für den Bullen aus Berlin und den König der Katzen: Kommissar Liebermann und Kater Serrano ermitteln auf eigene Faust und Pfote, um ihre verschollenen Herzensdamen aufzuspüren. Bald merken sie, dass sie die Fälle nur gemeinsam lösen können.

  

19.06.2010 um 17:02 Uhr

BücherQuotes #6

von: Jari   Kategorie: BücherQuotes

"Guten Morgen. Ich bin Kemal Kayankaya, habe zu Weihnachten eine Lizenz für Privatermittlungen geschenkt bekommen und will, nachdem ich Sankt Nikolaus als Schwulen enttarnt habe, nun beweisen, der langhaarige Sohn Gottes war der grösste Haschisch-Hippie von Jerusalem."
 
Fröhlich Fröhlich 
 
  

19.06.2010 um 12:47 Uhr

Vampire im Ausnahmezustand

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Vampire gelten als schön, stark und gefährlich. Alles Quatsch. Die Vampire, die sich jeden Dienstagabend treffen, sind ein jämmerlicher Haufen: bleich, krank und feige. Deshalb fällt es Nina auch schwer, zu akzeptieren, dass sie seit über 30 Jahren selbst ein Vampir ist.
 
Doch als eines Tages einer der ihren ermordet wird, herrscht helle Aufregung bei den Vampiren aus Sidney. Wer hat Casimir umgebracht? Und sind sie alle auch in Gefahr? Endlich kommt Leben in die Gruppe und Nina erklärt sich sogar freiwillig dazu bereit, nach Wolgaroo Corner zu fahren, wo die Untoten einen "Verdächtigen" vermuten - eine ungeheure Leistung, wenn einem ständig übel ist und sich von Meerschweinchenblut ernährt.
 
Als Nina und ihre Gefährten in Wolgaroo Cornen einen misshandelten Werwolf retten, dessen Kidnapper auch noch in Vampire verwandelt werden und ein übereifriger Vampirjäger aus Ninas Badezimmer springt, geht die ganze Sache eigentlich nur noch drunter und drüber...
 
"Blutsbande" von Catherine Jinks rechnet mit den "Super-Vampiren" ab, die sich momentan überall in der Literatur und im TV tummeln. Jinks' Vampire sind weder schön, noch haben sie übermenschliche Kräfte. Ganz im Gegenteil: Sie sind ein Haufen Elend und alles andere als edel.
 
Nina erzählt die Geschichte aus der Ich-Perspektive und nimmt kein Blatt vor den Mund. Dass sie keine wirklich gute Meinung von den Ihren hat, merkt man ziemlich schnell. Auch, dass sie sich trotz ihrer eigentlichen 51 Jahren, noch immer wie eine 15-Jährige verhält. Genau das macht aus Nina eine sehr sympathische und ehrliche Erzählerin.
Auch die anderen Vampire wachsen einem mit ihren Ticks rasch ans Herz, Jinks hat in diesem Buch eine grosse Bandbreite an Charakteren geschaffen. Mit Reuben, dem hyperaktiven Werwolf, hat die Autorin eine sehr interessante Figur geschaffen, die Schwung unter die passiven Vampire bringt.
 
Die Geschichte ist, manch trockener Abschnitte zum Trotz, sehr unterhaltsam und die Autorin schafft es immer wieder, neue Ereignisse einfliessen zu lassen, sodass es nie langweilig wird. Irgendetwas geht bestimmt wieder schief.
 
Wer also genug hat, von supercoolen, heroischen Vampirjünglingen, wird mit "Blutsbande" seinen Spass haben, auch wenn einem die Krankheiten der Vampire ab und zu etwas zu viel werden.
Auch wer unterhaltsame und lustige Geschichten mag, wird mit diesem Buch einige angenehme Stunden verleben. Denn ab diesem Haufen kann man manchmal einfach nur den Kopf schütteln und loslachen.
 
  
 
Catherine Jinks
Blutsbande
Bekenntnisse einer Vampirin
Broschiert, Deutsche Erstausgabe 2009
dtv 
 
 978-3-423-24779-5
 
Aus dem Englischen von Christa Broermann
Originalausgabe: The Reformed Vampire Support Group
Allen & Unwin, Crows Nest, 2009 

17.06.2010 um 21:30 Uhr

Leselisten (Überblick)

von: Jari   Kategorie: Bücherlisten

Zeitlich unbegrenzt:

Jari-Liste: 

Audrey Niffenegger - Die Frau des Zeitreisenden
Vikas Swarup - Rupien Rupien
Catherine Jinks - Blutsbande (aktuelles Buch)
Guy Browning - Never hit a Jellyfish with a Spade
Gianrico Carofiglio - Das Gesetz der Ehre
Dilek Güngör - Das Geheimnis meiner türkischen Grossmutter
Bertina Henrichs - Die Schachspielerin
Georges Simenon - Der Outlaw
Jan-Philip Sendker - Das Flüstern der Schatten
Nalini Singh - Jäger der Nacht

Gelesen: 4

Die "Napoleonfisch-Liste":

Gwen Bohnenkamp - Was Katzen wirklich brauchen
Charles Dickens - Oliver Twist
Catherine Jinks - Blutsbande (aktuelles Buch)
Stephen King - Different Seasons
Christian Kracht - Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten
Milena Moser - Möchtegern
Joseph Nassise - Der Schattenseher
Vikas Swarup - Rupien! Rupien!
Mark Twain - Tom Sawyer
Gelesen: 1
 

Die "Gorilla-Liste":

Mark Walden – H.I.V.E
Nury Vittachi – Der Fengshui-Detektiv im Auftrag Ihrer Majestät 
Und Gott chillte – Die Bibel in Kurznachrichten
Yann Martel - Life of Pi 
Monika Matsching – Körpersprache 
Douglas Adams – The Restaurant at the End of the Universe
Gelesen: 
2
 

Und neu hinzu kommt die "Schimpansen-Liste"

 

DouglasAdams – The Restaurant at the End of the Universe
Douglas Adams– Life, the Universe and Everything
KristinCashore – Die Beschenkte
StephenKing – Different Seasons
George Mann - The Affinity Bridge
MaryShelley - Frankenstein

Mit zeitlicher Begrenzung:

Bis 31.12.2010

Seychella-Liste:

David Safier - Jesus liebt mich (J wie Jari)
Stieg Larsson - Verblendung (Schweden)
Jules Verne - Reise um die Welt in 80 Tagen (Geschenk von meinem Vater)
Gwen Bohnenkamp - Was Katzen wirklich brauchen

Peter Høeg: Fräulein Smillas Gespür für Schnee
Ernő Szép - Die Liebe am Nachmittag (Budapest)
José Saramago - Die Stadt der Sehenden (Rezi folgt)
Ulrich Knellwolf - Tod in Sils Maria
Jonathan Stroud - Drachenglut
Konrad Hansen - Die Kinder der Meerfrau (gewählt von Seychella) 

Gelesen: 8

Bis 31.10.2010

Die Wonderworld-Liste:

Steve Feasy – Changeling
George Davidson – Gargolye
Milena Moser – Möchtegern
Jonathan Stroud – Die Pforte des Magiers
Amber Kizer - Meridian
 

Bis 31.12.1020

Die Natira-Liste:

England
Nury Vittachi
Der Fengshui-Detektiv im Auftrag Ihrer Majestät 

Türkei
Dilek Güngör
Das Geheimnis meiner türkischen Grossmutter

Italien
Gianrico Carofiglio
Das Gesetz der Ehre

Ungarn
Ernö Szép
Die Liebe am Nachmittag

Und dann geht's noch in internationale Gewässer:

Indien
Vikas Swarup - Rupien! Rupien!  

 


 

 

 

17.06.2010 um 19:16 Uhr

Von der Schuld unschuldig zu sein

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Vor vier Jahren wurde die Stadt von einer unerklärlichen Epidemie heimgesucht, die alle Bewohner der Stadt blind werden liess.
Doch kaum hat man in sein altes Leben zurück gefunden, sucht eine neue Seuche die Stadt heim: Das Weisswählen.
An den lokalen Wahlen werden über 80% der Stimmen leer abgegeben. Auch ein zweiter Durchgang fällt kaum anders aus. Die Politiker sind entsetz, der Ausnahmezustand wird ausgerufen. Die Stadt im angeblichen Chaos zurückgelassen.
Aber anstatt im Chaos zu versinken, leben die Städter ihr Leben einfach weiter. Ausnahmezustand hin oder her.

Als der Präsident eines Tages einen Brief erhält, der aussagt, dass es eine Frau gibt, die vor vier Jahren seltsamerweise nicht erblindet ist und die dazu noch einen Mord begangen hat. Für die Regierung ist schnell klar, dass diese Frau für das Geschehen in der Stadt verantwortlich gemacht werden kann. Nur der ermittlenden Komissar zweifelt...
 
Es ist nicht einfach, José Saramagos Buch "Die Stadt der Sehenden" zusammenzufassen, da ein eigentlicher Handlungsstrang erst gegen Ende des Buches auftaucht. Zuvor wird das Handeln, das Denken und die Verzweiflung der Politiker und des Volkes behandelt und die Geschehnisse ändern sich immer wieder. Sie erscheinen wie einzelne Geschichten in der Geschichte.
 
Dieses Buch stellt eine interessante "Was-wäre-wenn"-Frage. Denn ist es nicht unser gutes Recht, weiss zu wählen? Doch was würde geschehen, wenn dies plötzlich die Mehrheit des Volkes tun würde? Wie würden wir reagieren? Was würden wir tun?
 
Wie wir das von Saramago kennen, ist das Buch aufgrund der speziellen Sprache nicht für Zwischendurch geeignet. Das politische Thema und die langen Gespräche zwischen den verschiedenen Politikern fordern den Leser zusätzlich.
Dennoch sollten Fans von Saramago auch "Stadt der Sehenden" nicht verschmähen. Wer den ersten Roman "Stadt der Blinden" mochte, kann sich auf ein Wiedersehen mit einigen Personen aus dem vorhergehenden Buch freuen. Wer dieses nicht gelesen hat, wird jedoch keine Probleme damit haben, den Ereignissen zu folgen, da das Geschehen des ersten Buches erst am Ende von  "Die Stadt der Sehenden" aufgegriffen wird und die Geschichte nochmal repetiert wird.
Ungeübten Lesern wird jedoch von der Lektüre abgeraten, da der Schreibstil des Autors sehr anstrengend und deshalb nicht für jedermann geeignet ist. 
 
Ich persönlich hatte etwas Mühe mit dem Buch. Das liegt nicht daran, dass es etwa schlecht wäre, ganz im Gegenteil, es ist ein sehr intelligentes und spannendes Stück Literatur. Aber mir schien die feine Poetik aus "Die Zeit ohne Tod" zu fehlen. Doch zeigt dies nur die unterschiedlichen Fähigkeiten dieses aussergewöhnichen Autors auf. 
 
  
 
José Saramago
Die Stadt der Sehenden
TB, 2. Auflage 2007
Rowohlt
 
978-3-499-24082-9 
 
Aus dem Portugiesischen von Marianne Gareis
Originalausgabe: Ensaio sobre a lucidez
Editorial Caminho, Lissabon

17.06.2010 um 17:30 Uhr

Tag 31 – Das Buch, das du als nächstes liest/lesen willst

von: Jari   Kategorie: Bücherstöckchen

Jaja, ich weiss, ich weiss, ich bin zu spät. Egal. Ich hab auch wichtigeres zu tun. Gut, was lese ich als nächstes?
 
Falls mein Leseexemplar noch rechtzeitig eintrifft, würde ich gerne mit dem anfangen:
 
  
Christine Anlauff - Katzengold
 
Falls es nicht pünktlich zur Leserunde eintrifft, muss ich halt sehen, was ich lese... Genug Lesestoff hab ich ja ;) 

14.06.2010 um 20:21 Uhr

Tag 30 – Das Buch, das du zurzeit liest

von: Jari   Kategorie: Bücherstöckchen

So, da bin ich jetzt zu faul zu. Das steht nämlich im Eintrag untendran. Fertig.

13.06.2010 um 23:01 Uhr

Jari liest... Catherine Jinks

von: Jari   Kategorie: Jari liest...

Rückentext:

Vampire sind romantisch, sexy, stark... Kompletter Unsinn!

Vampire sind tot. Und wenn sie nicht gepfählt werden wollen, sollten sie aufhören, Menschen zu beissen, und lernen, ihre Sucht zu akzeptieren, regelmässig ihre Selbsthilfegruppe aufsuchen und endlich anfangen, ihr "Leben" in den Griff zu kriegen.
 
  

 

13.06.2010 um 23:00 Uhr

Welten(ver)wandler

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Will ist auf der Flucht. Die Männer, die ihn verfolgen, sind hinter den Briefen her, die sein Vater vor Jahren geschrieben hat. Ganz auf sich allein gestellt, versucht Will nun, seinen Vater zu finden.
Geleitet von einer fremden Katze findet er den Zugang zu einer anderen Welt, die ihm zuerst ein sicheres Versteck scheint. Hier werden ihn die Männer nicht finden.
In dieser seltsamen Welt, die nur von Kindern bewohnt ist, trifft Will auf Lyra und ihren Dæmonen Pan. Ihn ihnen findet er seine einzigen Verbündeten.
Aber bald müssen Will und Lyra rausfinden, dass es keine Welt gibt, in der sie sicher sind. Überall warten Feinde auf sie und geheimnisvolle Gespenster umgeben sie, die nur darauf warten, ihren Lebenswillen auszusaugen.
Doch dann findet Will auf schmerzhafte Art und Weise heraus, dass er der Träger des Magischen Messers ist: Ein Gegenstand, der nicht nur eine mächtige Waffe ist, sondern auch Türen zu anderen Welten öffnen kann...
 
Philip Pullmans "Das Magische Messer" ist der zweite Teil der "His Dark Materials"-Reihe. Neueinsteiger sollten unbedingt darauf achten, mit dem Buch "Der goldene Kompass" zu beginnen. Ansonsten werden sie sich in den Folgebänden nicht zurecht finden können, denn die Geschichte schliesst direkt dort an, wo der vorhergehende Band aufgehört hat.
 
Mir scheint es, als habe Pullman den ersten Band nur geschrieben, um uns auf diesen Teil vorzubereiten. Die Erzählweise ist vollkommen anders und neben Lyra wird nun auch Will als Hauptperson eingeführt.
Und auch bei diesem Band muss man sagen: Es ist definitiv KEIN Kinderbuch. Manche Szenen sind sehr blutig und vor allem hat Pullman an sehr vielen Stellen kritische Aspekte aus unserem Umfeld angesprochen. So kritisiert er auch in "Das Magische Messer" die Kirche sehr stark. Manche Äusserungen wiederum sind derartig subtil, dass jüngere Leser sie gar nicht begreifen würden.
 
Das Buch lässt einem kaum Zeit, zu Atem zu kommen. Ein Ereignis folgt auf das nächste und ständig werden neue Fragen aufgeworfen. Kaum werden diese beantwortet, tauchen wieder neue Fragen auf. Pullman versteht es, die Leser neugierig zu machen und sie zu packen. Somit ist für Fans des ersten Teiles auch dieser Band ein absolutes Muss, das man sich keinesfalls entgehen lassen sollte!
 
 
Philip Pullman
Das Magische Messer
His Dark Materials 2
TB, 4. Auflage 2007
Heyne

978-3-453-40548-6
 
Aus dem Englischen von Wolfram Ströle
Originalausgabe: His Dark Materials 2: The Subtle Knife
Scholastic Children's Books, 1997

13.06.2010 um 22:24 Uhr

Reise um die Welt

von: Jari   Kategorie: Bücherlisten

Natira hat zu einer tollen Challenge aufgerufen: Die Weltreise!
Gewählt werden 5 Bücher aus 5 Ländern. Natürlich macht das Jari sogleich mit!

England
Nury Vittachi
Der Fengshui-Detektiv im Auftrag Ihrer Majestät 

Türkei
Dilek Güngör
Das Geheimnis meiner türkischen Grossmutter

Italien
Gianrico Carofiglio
Das Gesetz der Ehre

Ungarn
Ernö Szép
Die Liebe am Nachmittag

Und dann geht's noch in internationale Gewässer:

Indien
Vikas Swarup - Rupien! Rupien! 

13.06.2010 um 21:01 Uhr

Tag 24 - 29: Nachträge

von: Jari   Kategorie: Bücherstöckchen

Da ich ja lange nicht mehr online war, hatte ich auch keine Zeit, das Stöckchen weiter zu verfolgen. Da ich es aber nicht hängen lassen möchte, fasse ich hier die letzten Aufgaben zusammen:
 
Tag 24 – Ein Buch, von dem niemand gedacht hätte, dass du es liest/gelesen hast
 
  
Paul Cleave - Der siebte Tod
 
Normalerweise lese ich sowas ja auch nicht. Aber es gibt Momente, da braucht es einfach Bücher, in denen eine Frau einem Mann die Hoden abschneidet. 
 
Tag 25 – Ein Buch, bei dem die Hauptperson dich ziemlich gut beschreibt
 
  
Régis de Sá Moreira - Das geheime Leben der Bücher
 
Meine Mutter meinte, nachdem sie das Buch gelesen hatte, dass ich bestimmt irgendwann so Ende wie die Hauptperson in "Das geheime Leben der Bücher". Die Geschichte dreht sich um einen Buchhändler in Paris, der seine Buchhandlung niemals schliesst und eine sehr besondere Beziehung zu diesen Büchern hat.
 
Tag 26 – Ein Buch, aus dem du deinen Kindern vorlesen würdest
 
Mira Lobe - Das kleine Ich bin Ich 
 
Das beste Kinderbuch überhaupt. Ein wunderschönes Buch über die Selbstfindung und die eigene Identität. Und hinterher kann man sich selbst ein kleines Ich bin Ich basteln. Ich hab meins übrigens noch :)
 
Tag 27 – Ein Buch, dessen Hauptperson dein „Ideal“ ist
 
 Ich hab kein Ideal...
 
Tag 28 – Zum Glück wurde dieses Buch verfilmt!
 
Jurek Becker - Jakob der Lügner 
 
Im Allgemeinen verabscheue ich Literaturverfilmungen. Vor allem diejenigen, aus Hollywood. Nein, in Hollywood hat man keine Ahnung von Büchern und denkt nur an den Kommerz. Doch als ich vor einigen Wochen die Verfilmung asu der DDR (!) von 1974 gesehen habe, war ich hin und weg. Was für eine tolle Verfilmung!
Der neue Film, der demnächst in die Kinos kommt, ist reinster Hollywood-Schrott dagegen.
 
Tag 29 – Warum zur Hölle wurde dieses Buch verfilmt??? 
 
Alle anderen Buchverfilmungen? Aber was mich wirklich entsetzt hatte, war die Nachricht, dass
 
Sara Gruen - Wasser für die Elefanten
 
verfilmt wird und bald in die Kinos kommt. Mit Robert Sparkling Vampire Pattinson in der Hauptrolle. Es tut mir Leid, aber ER PASST NICHT IN DIE ROLLE! 
Auch die Nachricht, dass "Artemis Fowl" verfilmt wird, liess mich würgen. Als ich dann die ersten Bilder sah, wurden meine Zweifel bestätigt.
 
Es sollte ein Literaturverfilmungsverbot für Hollywood geben. Punkt. 

07.06.2010 um 21:03 Uhr

Tag 23 – Das Buch in deinem Regal, das die wenigsten Seiten hat

von: Jari   Kategorie: Bücherstöckchen

Mit nicht einmal 100 Seiten ist dies Klaus Gordons "Ich möchte eine Möwe sein".

  

06.06.2010 um 21:50 Uhr

Tag 22 – Das Buch in deinem Regal, das die meisten Seiten hat

von: Jari   Kategorie: Bücherstöckchen

Das ist eindeutig:

Thomas Mann - Buddenbrooks

Über 700 dünne Seiten mit ganz kleinem Text. Puh, was man nicht alles liest, wenn alle anderen verfügbaren Bücher ungarisch sind... 

05.06.2010 um 23:00 Uhr

Jakob der Lügner

von: Jari   Kategorie: BücherFilme

Hier findet ihr die Rezension zu Jurek Beckers "Jakob der Lügner".

Am Anfang spielt die Geige. Sie wird uns durch den Film begleiten und alle wichtigen Szenen unterstreichen, ihr Lied wird uns auch später noch in den Ohren klingen. 
Doch macht nicht nur die Musik die Stimmung dieses wunderbaren Filmes aus, sondern auch die Farben. Das Leben im Ghetto ist grau und eintönig. Die Erinnerungen, die Träume und Wünsche der Protagonisten sind jedoch in satten bunten Farben gehalten.

Und auch wenn die Darsteller oft etwas hilflos wirken und ihr Text auswendig gelernt klingen mag, machen sie ihre Sache doch sehr gut und man nimmt ihnen ihre Rolle ab. Man erkennt sie auf den ersten Blick wieder und auch ihre Art ist derer aus dem Buch derart ähnlich, als ob die Buchfiguren in die Schauspieler geschlüpft seien.

Überhaupt ist das ganze Buch in diesen Film geschlüpft! Textzeilen wurden 1:1 übernommen, nur einige kleine Szenen fallen weg, aber da man heutzutage ob gut gemachter Buchverfilmungen nur noch staunen kann, fällt einem das gar nicht mehr auf.

Ja! Eine gelungene Buchverfilmung! Wunderbar in seiner Machart, auch wenn ich bezweifle, dass die Mädchen im Ghetto mit hochhackigen Schuhen rumgelaufen sind...

Zwar wirkt das Buch insgesamt poetischer, da man alle Gedankengänge mitverfolgen kann. Doch wurden diese so gut wie möglich mit Erinnerungen und Selbstgesprächen einbezogen. Auch fehlt im Film der auktoriale Erzähler, der die Tragik des Endes mit seiner Sehnsucht nach Bäumen unterstreicht.

Ob die amerikanische Neuverfilmung mit Robin Williams mit diesem Film mitzuhalten vermag, bezweifle ich sehr stark, kommt doch dieser Film aus der DDR von 1974 ohne jedes amerikanische Pathos aus, ohne Kitsch und ohne Special-Effekts. Der Film entbehrt jeglicher Effekthascherhei. Er ist ruhig, unaufgeregt und geht ans Herz.

Für Bücherfreunde, die ab den schlechten Buchverfilmungen der letzten Jahre verzweifeln, sei dieser Film wärmstens empfohlen. Er ist Balsam für die geschundene Bücherseele!

Jakob der Lügner
DDR, 1974
FSK 12
Regisseur: Frank Beyer
Jakob: Vlastimil Brodsky
Kowalski: Erwin Geschonneck
Mischa: Henry Hübchen
Lina: Manuela Simon

  

05.06.2010 um 20:15 Uhr

Tag 21 – Das blödeste Buch, das du während der Schulzeit als Lektüre gelesen hast

von: Jari   Kategorie: Bücherstöckchen

Viele? Dieses "Zwei Affen" war ja rein theoretisch auch ein Buch, das ich für die Schule lesen musste. Aber nehmen wir ein anderes. Weit suchen muss ich nämlich nicht:

Peter Stamm - Agnes

 

Nein, ich hab es wirklich nicht mit den Schweizern. Mit dem schon gar nicht. Was will mir der Autor mit diesem Buch mitteilen? Was soll ich mit dem Gelesenen anfangen, ausser mich zu ekeln?
Schon wieder sind die Figuren so platt wie der auch schon erwähnte Frosch, vielleicht haben sich Blatter und Stamm gegenseitig beeinflusst? Könnte ja sein. Wenigstens hat Stamm sich kurz gefasst und nicht 350 Seiten angefüllt. Ich glaube, wenn dieses Buch 350 Seiten gehabt hätte, wäre ich jetzt in der Klapse.
Gibt es irgendwo gute Schweizer Schriftsteller? 

 

04.06.2010 um 23:58 Uhr

Tag 20 – Das beste Buch, das du während der Schulzeit als Lektüre gelesen hast

von: Jari   Kategorie: Bücherstöckchen

Schulbücher sind im Allgemeinen ja weniger beliebt :D Aber das erste Buch, das wir im ersten Lehrjahr gelesen haben, war dieses:

Carlos Ruiz Zafón
Der Schatten des Windes

 

"Der Schatten des Windes" ist natürlich auch nicht die typische Schullektüre, aber ich finde es toll, dass wir es gelesen haben. Es ist ein wunderbares Buch über Bücher, Geschichten und das eigene Leben.
Komischerweise gehörte ich zu den Wenigen der Klasse, die das Buch mochten. Ich weiss gar nicht, was die an dem Buch auszusetzen haben... Ich fand es wunderschön!

 

04.06.2010 um 21:49 Uhr

Von Superlativen, vitalen Rollen und First Ladies (oder doch First Ladys?)

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Bastian Sicks "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" gehört zu den modernen Klassiker unserer Zeit. In diesem Buch, das seine berühmtesten Zwiebelfisch-Kolumnen sammelt, rechnet er mit allen Sprachakrobaten ab: Mit Journalisten, Politikern und Rundfunkmoderatoren.
Sick hat nachgeforscht und bringt die erstaunlichsten Fehler der heutigen Sprache ans Licht. Von "-ierungen", über eingedeutschte Wörter, bis hin zu falschen Mehrzahlformen - Sick öffnet uns die Augen!
 
Doch gehört der Autor nicht zu denen, die unbedingt in den Fehlern anderer rumstochern will, sondern er möchte den Leser aufklären, ihn klüger aus der Lektüre hervorgehen lassen und ihm zeigen, dass man manche Dinge auch anders sagen kann.
Das macht er dabei so locker und unterhaltsam, dass wir als Leser gar nicht anders können, als immer wieder "AH!" und "OH!" zu rufen und an manchen Stellen einfach nur laut aufzulachen. Oft werden wir auch auf unsere eigenen Fehler in der deutschen Sprache hingewiesen - doch genau hierfür wurde das Buch schliesslich konzipiert!
 
Jeder, der Wert auf eine reine und gepflogene Sprache legt, sollte Sicks Bücher lesen, man wird definitiv gescheiter sein, wenn man das Buch zur Seite legt. Deutschlehrer und Journalisten sollten das Buch schon berufswegen lesen.
Auch für Schüler eignet sich das Buch hervorragend. Das abschliessende Dossier erklärt die wichtigsten grammatischen Regeln und da sich das Buch auch als Nachschlagewerk eignet, schadet es nicht, das Buch zu Hause stehen zu haben.
 
  
 
Bastian Sick
Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod
Ein Wegweiser durch den Irrgarten der deutschen Sprache
TB, 36. Auflage 2009
KiWi
 
978-3-462-03448-6