Jaris Büchergebrabbel

31.01.2011 um 18:54 Uhr

[Rezension] Liebe ohne Alter

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Im Jahre 1918 macht sich ein 17-jähriger Junge namens Léon auf, um eine Stelle als Morseassistent auf einem Landbahnhof anzutreten. Dort, bei Saint-Luc-sur-Marne hört er sie das erset Mal: Als Louise ihn von ihrem mit ihrem quietschenden Fahrrad überholt.
In den nächsten Wochen kommen sich die beiden näher, doch ein grosses Unglück trennt die Liebenden für viele Jahre. Bis sie sich eines Tages als Erwachsene wiedersehen. Doch können Léon und Louise unter den Bedinungen, wie sie nun einmal sind, zusammenfinden? Und, wichtiger, können sie ohne den jeweils anderen sein?

Meine Meinung:

"Léon und Louise" von Alex Capus beginnt am Ende, um dann von Léons Enkel erzählt zu werden. Die Ich-Person des Enkels unterbricht jedoch nur ab und und zu die Geschichte und wird eher als auktorialer Erzähler empfunden.

Capus schafft es, schon auf den ersten Seiten seines neuesten Werkes, mit seinen einfachen, aber bezaubernden Worten eine Stimmung heraufzubeschwören, dass man beinahe schon den Sommerwind auf den Wangen fühlen und die Möwen im Meerwind schweben sehen kann.
Leider nimmt dieser Zauber mit der Zeit etwas ab, was aber auch daran liegen kann, dass die Protagonisten erwachsen werden und den Zauber der Jugend hinter sich lassen. Faszinierend ist, dass Capus eben jenen Zauber im allerletzten Absatz wieder hervorholt und dem Leser somit mit einem angenehm warmen Gefühl aus der Lektüre entlässt.

Erzählt wir in "Léon und Louise" selbstverständlich die Geschichte von Léon und Louise, wobei eindeutig Léon im Mittelpunkt steht. Von Louise erfährt man nicht viel, dennoch schwebt ihr Charakter über allen Geschehnissen, ebenso wie sie Léons Leben begleitet.
Wir begleiten Léon durch sein Leben, das von zwei Kriegen, einer Ehefrau und einer Frau im Kopf und seinen Kindern gezeichnet ist. Und wir erleben, wie Louise in sein Leben tritt, wieder heraustritt und wieder auftaucht. Nur um dann wieder abzutauchen...

Das Buch liest sich leicht, obwohl sich Capus definitv keiner trivialen Sprache bedient. Oftmals folgt man einem einfachen Hin- und Her von Gesprochenem, verliert dabei aber nur selten den Faden, wer was sagt. Man muss jedoch damit rechnen, dass Capu innerhalb von Seiten Zeitsprünge von zehn Jahren macht, die Charaktere plötzlich um einiges älter und somit auch reifer sind. Die verpassten Stellen werden jedoch nacherzählt, sodass keine Lücken entstehen. Jedoch lässt Capus einige kleinere Fragen offen, die man sich als Leser selbst beantworten muss.

Spannung im eigentlichen Sinn findet man im Buch nicht, da es sich um eine Familiengeschichte handelt und natürlich um die Liebesgeschichte zwischen Léon und seiner Louise, die eine sehr eigensinnige Geschichte ist. Genauso eigensinnig wie es Louise nun mal ist. 
Ich bin Léon und seiner Entwicklung mit einer gespannten Neugiergde gefolgt und habe mich oft gefragt, was nun aus ihm und Louise wird. Ebenso habe ich Léons Frau und ihre Stärke bewundert. Die Charaktere machen alle eine Entwicklung durch, wie wir Menschen es alle tun, die Charaktere haben alle Stärken und Schwächen, das lässt sie so menschlich werden und wir schliessen sie früher oder später ins Herz und wünschen ihnen das Beste.

Fazit: 

"Léon und Louise" ist eine berührende und zarte Liebesgeschichte und die Geschichte einer einfachen Familie und wie es ihr gelingt, die Kriegszeiten und das Leben im Allgemeinen zu überstehen.
Wer unkonventionelle Liebesgeschichten mag, sollte sich überlegen, Capus' Werk zu lesen. Jene, die Familiengeschichten mögen, werden mit diesem Buch nicht enttäuscht werden.
Das Buch von Capus schafft es, Gefühle in uns anzusprechen und bringt uns Menschen und ihre Erlebnisse in schwierigen Zeiten nahe. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, alle Charaktere sind mir sehr ans Herz gewachsen und ich habe das Buch mit einem leichten Hauch von Traurigkeit darüber, dass das Buch nun zu Ende ist, weggelegt.

Alex Capus
Léon und Louise
HC mit Schutzumschlag, 2011
Hanser

978-3-446-23630-1
erscheint am 07.02.2011 

Danke an das Team von Vorablesen.de und den Hanser Verlag für das Leseexemplar! 

30.01.2011 um 08:16 Uhr

Jari liest... Alex Capus

von: Jari   Kategorie: Jari liest...

Rückentext:

Alex Capus erzählt mit wunderbarer Leichtigkeit und grosser Intensität von der Liebe in einem Jahrhundert der Kriege, von einem Paar, das sich auf märchenhafte Weise der Zeit widersetzt, gegen alle Konventionen an dieser Liebe festhält und ein eigentsinniges, zuweilen unerhöhrt komisches, zugleich verborgenes und allgemein bekanntes Doppelleben führt. Léon und Louise sind ein unvergessliches Paar unserer Gegenwartsliteratur. 

  

29.01.2011 um 21:07 Uhr

[Rezension] Der Fluch der Karibik

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Fukú, so nennen es die Alten. Die Jungen glauben heutzutage nicht mehr daran, aber auch sie werden davon heimgesucht. Früher oder später findet es sie. Fukú, der Fluch einer ganzen Generation und der Generation danach.

Oscar hat es nicht leicht. Er ist übergewichtig, verliebt sich viel zu schnell viel zu fest und ausserdem ist er ein ausgemachter Nerd mit allem Drum und Dran. Natürlich kriegt er nie ein Mädchen ab, aber aufgeben tut Oscar trotzdem nicht.
So kämpft er sich mit seinen Pfunden durch sein Leben und steckt eine Enttäuschung nach der anderen ein. Kann es sein, dass er der einzige Dominikaner ist, der als Jungfrau sterben wird? Doch was heisst es überhaupt, ein Dominikaner zu sein, der in New Jersey lebt? Und irgendwann wird auch der gutmütige Oscar vom Fukú eingeholt. Bis er eines Tages jemanden findet, für den es sich zu kämpfen lohnt...

Meine Meinung:

"Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao" von Junot Díaz hat mich von der ersten Seite an gefangen genommen und nicht mehr losgelassen. Es hat mir den Atem geraubt, mich zum Lachen gebracht und mir die Tränen in die Augen getrieben.

Das Buch ist vor allem eines: ehrlich. Man erhält ein glaubhaftes Bild, wie es einer Einwandererfamilie im heutigen New Jersey ergeht. Ebenso ehrlich ist das Bild, das Junot von der Dominikanischen Republik aufzeigt: Grausam und wunderschön zugleich, Traum und Alptraum in einem. Das echte Leben eben.
In diesem Buch kommt man um Mord, Prügel und Vergewaltigungen nicht herum, aber gibt es auch Zeilen, die einen zum Lachen bringen, wenn unser ungebundener Erzähler sich frei von der Leber weg über Nerd Oscar auslässt.

Yunior, den Erzähler dieser Geschichte, lernen wir erst etwa ab der Mitte des Buches kennen. Bis dorthin müssen wir mit einem namen- und gesichtslosen Freund Oscars rechnen. Dennoch springt auch die Erzählperspektive ganz plötzlich um, denn auch Lola hat ihren Teil beizutragen.
Und so erfahren wir mehr und mehr über die Familie "Oscar Waos", wir lernen ihre Mutter besser kennen, Lola und auch die Grosseltern der beiden. Jedoch wird die Geschichte sehr unkontinuierlich erzählt, sodass man am Ende die Teile selber noch zusammensetzen muss.

Da dies ein ehrliches Buch ist, wird auch in einer ehrlichen Sprache geschrieben und da es sich hier um spanischsprechende Dominikaner handelt, trifft man in Díaz' Werk auf praktisch jeder Seite auf spanische Ausdrücke. Leider ist das Glossar am Ende des Buches nicht ganz komplett, sodass es sich für Neugierige lohnt, nebenher noch Google Translator o.ä. zu benutzen. Manche Wörter tauchen jedoch derart häufig auf, dass man sie mit der Zeit kennt und dann plötzlich auf Spanisch fluchen kann, denn geflucht und geschimpft wird hier im seitentakt.
Dies trägt meiner Ansicht nach jedoch umso mehr dazu bei, dass man Junot Díaz und sein Buch um den dominikanischen Nerd ernst nimmt und nicht als Möchtegern-Werk abtut.

Neben dem Blättern, um spanische Worte zu übersetzen, muss man auch mit den Fussnoten rechnen, die Díaz eingeschoben hat, um uns die Geschichte der Dom. Republik näher zu bringen. Somit erzählt uns "Oscar Wao" nicht nur die Geschichte Oscars, sondern auch die Geschichte der Dominikanischen Republik. 

Fazit: 

"Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao" ist ein Werk, das einen zu fesseln vermag, sofern man sich auf die eigensinnige Erzählform einlässt. Für ungeübte Leser wird das Buch überaus anstrengend sein, da Díaz nicht nur mit spanischen Fluchwörtern und Fussnoten aufwartet, sondern auch sonst über eine gewöhnungsbedürftige Art des Erzählens verfügt.
Wer sich darauf einlässt, findet sich in einer harten Welt wider, gemeinsam mit einem sympatischen, aber verlorenen Helden, den man am liebsten mal in die Arme schliessen würde. Ausserdem erfährt man sehr viel über die Dominikanische Republik und die Zustände in denen sich das Land auch heute noch befindet.
Wer gerne Literatur liest, die einem auch noch etwas lehrt, und wer Familiengeschichten mag, sollte sich das Buch mal genauer anschauen. Meiner Ansicht nach lohnt es sich auf jeden Fall!

Junot Díaz
Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao
TB, 2010
Fischer Taschenbuchverlag

978-3-596-18862-8

Aus dem Amerikanischen von Eva Kemper
Originalausgabe: The Brief Wondrous Life of Oscar Wao
Riverhead, New York 2007

28.01.2011 um 15:05 Uhr

[Challenges] Tage vergehen #4

von: Jari   Kategorie: Tage vergehen

Heute habe ich  mich gefragt, ob wirklich schon sieben Tage um sind, seit ich das letzte Mal zum Thema "Tage vergehen" gepostet habe. Und siehe da - es sind tatsächlich sieben Tage vergangen. Wie seltsam... Überhaupt scheinen die Dinge von letzter Woche schon so weit entfernt zu sein...
 
Aber es war eine gute Woche! Denn vor einigen Tagen ist das Leserundenbuch zu "Hundeherz" eingetroffen! Es ist viel kleiner und schmaler, als ich gedacht habe! Das Buch werde ich sicherlicher rasch fertiglesen.
Ausserdem ist gestern dann noch mein vorablesen-Gewinn eingetroffen: "Léon und Louise" von Alex Capus. Das wird das erste Werk von Capus sein, das ich lesen werde. Es hiess zwar immer "Capus ist toll, musst du mal versuchen", aber bisher hat er mich einfach nicht wirklich angesprochen. Aber jetzt hab ich die Gelengenheit, ihn kennenzulernen! 
 
 
Wenn wir schon bei vorablesen sind: Da habe ich nämlich schon wieder gewonnen! Und dieses Mal ein Buch, das ich mir wirklich ganz dolle gewünscht habe! "Mein fahler Freund" erzählt die Geschichte eines Zombies, der sich in ein sterbliches Mädchen verliebt.
Die Leseprobe hat mich total fasziniert, der Zombie ist tiefgründig! Nun bin ich ja mal gespannt, wie der Rest des Buches sein wird.
 
Vorläufig möchte ich jedoch "Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao" fertig lesen, da fehlen mir noch etwa 80 Seiten. Ich muss sagen, das Buch ist topp! Es ist lustig, ironisch, tragisch, dramatisch - alles in einem. Leben pur, hier wird nichts schön geredet. Danach beginne ich natürlich mit Léon und seiner Louise, damit ich die Rezi abliefern kann - vorablesen wartet schliesslich ;)
 
Übrigens läuft die Umfrage noch, ob ich nun ein Punktesystem einführen soll oder nicht. Aber bisher tendiere ich dazu, es so zu lassen wie es ist...
 
  

28.01.2011 um 12:45 Uhr

[Dänische Bücher] Welch ein Hundeleben!

von: Jari   Kategorie: Dänische Bücher

Inhalt:

Er kam eines Tages zu ihr und Talia ist sich sicher, dass er sie ausgesucht hat. Halbtot fällt dem Mädchen eines heissen Sommertages ein Hund vor die Füsse. Das Tier wurde entsetzlich gequält und misshandelt. Talia setzt alles daran, um den Hund, der sich selbst den Namen Wasserman aussucht, zu retten. Niemand glaubt gross an ein Überleben des Tieres, doch Wasserman kommt durch und wird zu einem engen Freund Talias.
Als Wasserman jedoch eines Tages sein Geheimnis offenbart, ruft das auf der Stelle grosse Reaktionen hervor. Plötzlich findet Talia sich umringt von Fotografen und Journalisten und Fernsehreportern. Doch diese Aufmerksamkeit ruft eben genau jenen Mann auf den Plan, der den armen Wasserman so gequält hat. Und der Mann will den Hund um jeden Preis zurück...

Meine Meinung:

"Wasserman - En fortælling om mødet med en hund" (Wasserman - Eine Geschichte über die Begegnung mit einem Hund) von Yoram Kaniuk erzählt eine ergreifende und herzerwärmende Geschichte über die Freundschaft zwischen Hund und Mensch und gleichzeitig über das Erwachsenwerden.

Denn Talia beschäftigt sich nicht nur mit Hunde-retten und Fisch-sitten, sondern ist in Gedanken auch oft bei ihrem einzigen und besten Freund Gidi. Das Thema Liebe verwirrt und fasziniert sie zugleich. Überhaupt ist Talia eine grosse Denkerin und im Buch, das aus der Ich-Perspektiver erzählt wird, erhalten wir immer wieder Einblick in ihr tiefes Seelenleben. Oftmals sind ihre Gedanken und Erlebnisse von einer solch versteckten Tiefgründigkeit, dass ich mich frage, ob es sich wirklich um ein Kinderbuch handelt. Für einen erwachsenen Leser machen aber genau diese Zeilen dieses Werk zu so einem wundervollen Buch, während für den jüngeren Leser eher die Freundschaft zu Wasserman und die Abenteuergeschichte im Vordergrund steht.

Die Geschichte ist im Tel Aviv der 80er-Jahre angesiedelt, doch wird darauf eher weniger eingegangen, das Ganze könnte sich so auch bei Müllers um die Ecke abspielen, obwohl Kaniuk gerne mit den mysitschen Elementen spielt. Was hat es mit dem "Röntgen-Blick" von Talias Vater auf sich? Woher kommt Talias tieferes Verständnis für das Leben? Und welche weiteren Gaben besitzt Wasserman? Alles Fragen, auf die der Leser selbst eine Antwort finden muss.

Talia erzählt ihre Geschichte in einer passend kindlich-erwachsenen Sichtweise. Wir fiebern mit, wenn Talia alles daran setzt, das arme Tier zu retten, wir lachen über Wassermans Fröhlichkeit und erinnern uns an unsere erste Liebe zurück, wenn sich Talia und Gidi langsam näher kommen. Und wir staunen mit, wenn Talia Herr Chaims Fische "fisch-sittet" und plötzlich hunderte Fische vor unserem inneren Auge auftauchen... All dies vermag Yoram Kaniuk mit seiner einfachen, aber einprägsamen und gestaltenden Sprache bei uns auszulösen.

Fazit: 

"Wasserman" ist eine wunderschöne und tiefgründige Geschichte, die mehr beinhaltet, als sie preisgibt. Ein Buch für Kinder und Erwachsene und jene, die Bücher gerne ein zweites Mal lesen.
Ein Buch über Freundschaft, innere Stärke, Verzweiflung und das Mysteriöse im Alltag. "Wasserman" unterhält und verzaubert gleichermassen!

  

Yoram Kaniuk
Wasserman
En fortælling om mødet med en hund
TB, 1988
Gyldendal

 87-00-14136-4

Aus dem Hebräischen von Anna Poulsen Schier
Originalsausgabe: Hakibbutz Hameuchad Publishing House, 1988

25.01.2011 um 10:49 Uhr

Jari hört... Walter Moers

von: Jari   Kategorie: Jari hört...

Beschreibung:

Rumo, der Wolpertinger aus Water Moers "Die 13 1/2 Leben des Käptn Blaubär", macht sich selbstständig und geht seinen Weg: Wie er kämpfen und lieben lernt, Feinde besiegt, Freunde gewinnt und das Böse kennenlernt, und wie er schliesslich auszieht, um das grösste Abenteuer seines Lebens zu bestehen, davon erzählt das bislang spannendste, ergreifendste und komischste Werk von Walter Moers.

  

23.01.2011 um 14:56 Uhr

Jari liest... Junot Díaz

von: Jari   Kategorie: Jari liest...

Rückentext:

Liebenswürdig, romantisch, unsportlich: Das ist Oscar. Der Sohn dominikanischer Einwanderer träumt davon, der nächste Tolkien zu werden, aber New Jersey schert sich  nicht um Träume. Junot Díaz ist ein furioser Roman über eine Latino-Familie gelungen, die im Land der Freiheit angekommen ist, aber den Fluch der Karibik noch nicht hinter sich gelassen hat. 

  

23.01.2011 um 13:48 Uhr

[AA - Alles Andere] Konformitätsdruck

von: Jari   Kategorie: AA - Alles Andere

Jaja, das ist typisch Mensch - was alle machen, macht man selber auch. Bisher habe ich mich ja brav dagegen gewehrt, hier auf dem Blog irgendwelche Blümchen, Kätzchen oder Punkte zu verteilen. Aber natürlich hat die Punktevergabe so ihre Vorteile.
Deshalb frage ich jetzt einfach mal die, die hier lesen - nämlich euch. Wollt ihr eine Punktevergabe oder nicht? Bitte stimmt ab, dann hab ich meine Ruhe ;)

23.01.2011 um 00:46 Uhr

[Rezension] Schwein im Glück

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Alles, was Schwein Gryllus will, ist ein einfaches Leben zu führen. Wenn möglich mit ganz viel Futtern und Mittagsschläfchen dazwischen. Doch nichts da! Als plötzlich die Seherin Sybille auftaucht, die ihm erklärt, dass ihr der Gott Apollon erschienen ist, wird Gryllus' Leben so ziemlich auf den Kopf gestellt:
Auf einmal heisst es, er sei an der Rettung der Welt beteiligt, diese ist nämlich gerade so ziemlich aus den Fugen geraten.
Gryllus, edel wie er ist, will von dem Ganzen nichts wissen und lieber in sein altes Leben zurückkehren. Doch es scheint so, als hätten die Götter -und Sybille- andere Pläne mit ihm...

Meine Meinung:

"Schwein gehabt, Zeus!" ist ganz im Stil von Paul Shiptons vorherigen Wanzenkrimis geschrieben: Eine aussergewöhnliche Hauptperson, eine skurrile Geschichte und jede Menge Witz.

Shipton lässt Schwein Gryllus in einer selbstgefälligen, aber durchaus sympatischen Art erzählen. Man kann nicht anders, als an manchen Stellen loszuprusten. Vor allem, da Shipton in seinem Buch einen fröhlichen Zeitenmix beschreibt, plötzlich haben wir es mit Toastern und Atombomben zu tun. Seltsamerweise erscheint das auch noch in einem annehmbaren Rahmen zu geschehen. Ausserdem treffen wir auf bekannte Namen wie Homer oder Epikur und erfahren endlich, wie sie wirklich zu dem wurden, was sie heute sind.

Leider gibt es im Buch auch ein paar weniger interessante Stellen. Wegbeschreibungen und Gryllus' ewiges Genörgel nerven an dieser Stelle leider etwas. Auch fehlt es dem Buch eindeutig an Spannung. Es hat viel Witz, was einiges wieder gut macht, aber leider ging dabei wohl die geschichtliche Entwicklung etwas verloren. Man fragt sich selten, was wohl als nächstes passieren mag und lässt sich mehr durch die Geschehnisse tragen. Dies könnte jedoch auch daran liegen, dass Shipton für junge Leser schreibt, das Buch also original ein Kinderbuch ist. 

Fazit: 

Ein witziges Buch, das durch einen speziellen Hauptcharakter besticht und leider auch ein paar Längen hat, die man aber verschmerzen kann.
Wer neue Ideen und starke Charaktere in einem Buch schätzt, kann sich an diesem Buch versuchen. Das Zielpublikum sind jüngere und jugendliche Leser, für die Shipton hauptsächlich schreibt, aber auch Erwachsene sollen sich bei diesem Buch keinen Zwang antun, es ist lustig zu lesen und könnte sogar etwas an unserem heutigen Weltbild wackeln.
"Schwein gehabt, Zeus!" ist eines jener Bücher, die man in einer längeren Zugfahrt liest, wenn man sich nicht an den seltsamen Blicken der Nachbarn stört, weil man immer wieder auflachen muss.

Paul Shipton
Schwein gehabt, Zeus!
TB, 4. Auflage 2009
Fischer Taschenbuch

978-3-596-80634-8

Aus dem Englischen von Stephanie Menge
Originalausgabe: The Pig Scrolls
Puffin Books. London 2004

22.01.2011 um 14:25 Uhr

[Neuerrungenschaften] LitSchock-Post

von: Jari   Kategorie: Neuerrungenschaften

Dieses nette Päckchen ist heute bei mir eingetrudelt! *freu*

Die Leserunde im LiteraturSchock-From zum Buch "Hundeherz" startet im Februar und ich hab heute mein Freiexemplar auspacken dürfen!

Vielen Dank an das LiteraturSchock-Forum und den Piper Verlag!

 

21.01.2011 um 17:27 Uhr

[Challenges] Tage vergehen #3

von: Jari   Kategorie: Tage vergehen

Wow, schon wieder eine Woche um? Das geht ja echt zackig... Hätte beinahe den Tag verpasst.

In dieser Woche wurde bekannt, dass ich ein Freiexemplar von "Hundeherz" bekomme, an dessen Leserunde ich teilnehme. Ich hoffe nur, dass das Buch rechtzeitig eintrifft...
In "Hundeherz" geht es um die Freundschaft zwischen Mensch und Hund, also passende Lektüre für Jari.

Unterdessen warte ich also auf drei Bücher.
Da wäre mal der Gewinn des letztjähren SWL-Wettbewerbs. Aber da ich bisher noch keine Bankverbindung bekommen habe, wohin ich die vier Euro Porto überweisen soll, könnte das noch eine Weile dauern...
Dann ist da noch mein vorablesen-Buch, das sollte unterwegs sein. Ich warte jeden Tag gespannt auf die Post. Bisher aber noch nichts. Aber ich bin geduldig.
Und nun eben noch das Freiexemplar für die Leserunde. Beeil dich, Post!

Gestern wurde ausserdem bekannt, dass ich im Literaturschock-Forum die nächste monatliche Leserunde führe. Jeden Monat gibt es eine neue Leserunde, die unter einem bestimmten Thema steht, jeder liest ein dazu passendes Buch.
Ich habe mich für Schokolade entschieden xD 
Und ich muss sagen, die Leute sind echt kreativ in ihren Gründen, weshalb ihr Buch zum Thema passt. Und da ich ja brav bin, habe ich bisher noch jedes gelten lassen.

Auserdem habe ich in dieser Woche mein erstes Hörbuch rezensiert (ich sollte mal die Seitenleiste updaten...). "Vollidiot" von Tommy Jaud. Es macht echt Spass, sich nebenher noch etwas anzuhören, während man doofe Onlinespiele spielt :D
Jetzt brauche ich ein neus Hörbuch... Leider gibt es nicht so viel gratis. Leider hab ich kein Geld, um mir momentan Hörbücher (oder Bücher oder Kleidung oder Essen)  zu kaufen, weshalb ich mir das Hörbuch auf youtube angehört habe. Mal sehen, was sich da sonst noch so finden lässt.

Leider geht es beim Lesen momentan nicht wirklich voran... Obwohl das letzte Buch, das ich gelesen habe, und auch mein momentanes ganz leichte und seichte Lektüre ist, komme ich mit dem Lesen einfach nicht voran... Ich muss wohl endlich wieder etwas Ernsthaftes lesen! Aber erstmal Gryllus fertig lesen.

  

19.01.2011 um 11:50 Uhr

[Lesezeichen] Jedem Buch das seine

von: Jari   Kategorie: Lesezeichen

So, hier nun die Lesezeichen zu den letzen Büchern, die ich gelesen habe:

Wenn man ein Buch über ein wichtiges PETA-Mitglied liest, sollte das Lesezeichen ja auch etwas mit Tieren zu tun haben, oder nicht? Ich war versucht, jene Karte zu wählen, auf der steht, dass der Mensch ein komisches Tier ist. Da ich diese aber schon einmal verwendet habe und ich meine Füchse einfach total liebe, musste ich dieses Lesezeichen wählen.
Das hat dann auch besser gepasst, weil Dan oft von den Pelzfarmen erzählt und Füchse ja auch ein beliebter "Pelzlieferant" sind.

Bei "Götter ohne Manieren" war ich erst etwas ratlos. Soll ich etwas Lustiges nehmen? Etwas Pinkes? Etwas mit Tieren? Doch dann fiel mir diese schöne Karte in die Hände, die ich in Brenderup von einer Japanerin erhielt, die als Sonderfall an der Schule war. Ich hab ihr irgendetwas ausgeliehen, ich weiss gar nicht mehr was. Ich sagte ihr sogar, dass sie es behalten kann.
Natürlich bekam ich das Ding zurück und dazu diese Karte mit den Kindern, die zum Hasen im Mond aufschauen. Ja, die Japaner haben einen Hasen und keinen Mann im Mond. Komischerweise erkenne ich auch nur den Hasen - den Mann habe ich noch nie gesehen...
Im Mond steht übrigens "arigatou" - "Danke" auf japanisch :) Ich mag die Karte so sehr, dass ich sie dazu auserkoren habe, eines meiner Lesezeichen zu werden.

Das ist nun das dänische Buch um den Hund namens Wasserman. Die Wahl war von Anfang an klar: Etwas mit Tieren und da ich den Steinbock schon lange nicht mehr hatte, bekam er den Auftrag.
Der Steinbock ist das Logo des Buchladens, für den ich gearbeitet habe, und dieses Bild stammt von einem Gutschein. Somit ist das Lesezeichen auch eine schöne Erinnerung an die alten Zeiten.

Noch mehr Tiere! Zu meinem aktuellen Buch wusste ich defintiv NICHT, welches Lesezeichen wählen. Also nahm ich das nächste, das mir in die Hände fiel - es war das Lesezeichen, das ich von Tinky zu Weihnachten bekam. Mit einem sich bewegenden Eisbärenbaby. Passt zwar nicht wirklich zum Buch, aber was soll's ;)

19.01.2011 um 08:42 Uhr

Jari liest... Paul Shipton

von: Jari   Kategorie: Jari liest...

Rückentext:

Wie ungerecht! Alle reden von Homer, Odysseus und Troja - aber niemand von Gryllus, dem sprechenden Schwein. Dabei wäre die altgriechische Geschichte anders verlaufen, wäre Gryllus den verzweifelten Göttern nicht rettend zu Hilfe geeilt.

Witzung und umwerfend komisch erzählt Paul Shipton den Stoff der griechischen Mythen und Sagen - aus der Perspektive eines Schweins. 

  

18.01.2011 um 20:23 Uhr

[Rezension] Götter und ihre Sorgen

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Einst waren die Götter des Olymps mächtig und stark, die Menschen fürchteten und respektierten sie. Sie wurden angebetet und verehrt. Doch jetzt,  im 21. Jahrhundert, ist von all dem nicht mehr viel übrig. Die Götterfamilie wohnt in einem abbruchreifen Haus in London und verdienen sich mit mittelmässigen Jobs ihren Unterhalt. Artemis führt Hunde aus, Apoll moderiert eine Sendung mit Zuschaueralter 50+ und Aphrodite bietet Telefonsex an.

Alice führt ein unscheinbares und einfaches Leben als Putzfrau und schwärmt schon lange für Neil, mit dem sie eine langjährige Freundschaft verbindet.
Als Alice jedoch ihren Job verliert, macht sie sich auf die Suche nach einer neuen Stelle - und landet mitten in einem Haus voller Götter...

Meine Meinung:

Marie Phillips hat mit "Götter ohne Manieren" eine interessante Idee aufgegriffen. Was machen eigentlich die die griechischen Götter im 21. Jahrhundert? Auf diese Frage liefert die Autorin eine nette, aber auch trostlose Antwort: Sie altern.

Alle Gottheiten haben mit ihren Sorgen und Ängsten zu kämpfen. Artemis trauert den Zeiten nach, als sie durch die Wälder gestreift ist, Aphrodite sucht nach Männern und Sex und von Zeus hat schon langer keiner mehr etwas gehört. Nur Ares und Hermes sind auch in der heutigen Zeit noch vielbeschäftigte Leute und Athene versucht vergeblich, ihren Mitgöttern wichtige Dinge mitzuteilen.

Wie man sieht, schafft Phillips es, jedem Gottheit eine entsprechene Aufgabe in unserer Zeit zuzuteilen, die sogar überaus passabel und nachvollziehbar sind. Warum sollte Apoll, der nach Aufmerksamkeit lechzt, nicht in einer TV-Show auftreten?

Doch leider schafft die Autorin es nicht, die Geschichte mit dem nötigen Elan rüberzubringen. Es gibt eine lustige Stellen, die einen oft zum Schmunzeln und manchmal sogar zum Lachen bringen, aber leider ziehen sich diese Stellen nicht durchs Buch hindurch und dort, wo es Spannung oder Gefühl benötigt, fehlt oft jegliches Gefühl. So muss man sagen, dass Marie Phillips noch keinen passenden Schreibstil entwickelt hat, was sehr schade ist, denn hätte die Autorin das richtige Geschick bewiesen, hätte man aus dieser Geschichte so viel mehr machen können. Denn, wie schon erwähnt, das Grundgerüst des Buches gefällt mir sehr gut und ist auch gut durchdacht. Nur am Schreibstil happert es, sodass es oft zähe Strecken gibt.

Mit Alice ist mir jedoch ein Charakter begegnet, den ich von Anfang an ins Herz geschlossen habe. Sie erinnert mich mit ihrer Schüchternheit und ihrer Zurückhaltung sehr stark an mich selbst, jedoch kann ich mir gut vorstellen, dass sie manchen Lesern mit ihren begonnen und nicht zu Ende gesprochenen Sätze auf die Nerven gehen kann.
Es gefällt mir auch, dass sich dieser Charakter zwar im Verlauf der Geschichte weiterentwickelt, sich aber dennoch treu bleibt. Während die Gottheiten von Natur aus Helden sind, stehen ihnen mit Alice und Neil zwei Personen gegenüber, die überhaupt nichts Heldenhaftes an sich haben. Ein weiteres interessantes Konzept im Buch.

Fazit: 

Das Lesen von "Götter ohne Manieren" hat sich länger hingezogen, als ich gedacht hätte, vor allem das es über einige trockene Stellen verfügt. Dennoch macht die Geschichte Spass und die Querelen der Götter ist einfach nur herrlich (Dionysus als DJ gefällt mir einfach super).
Alles in Allem hätte das Buch um Längen besser sein können, dennoch ist es ein lockeres Buch, gut geeignet für eine längere Bahnfahrt, in der man sich etwas beschäftigen möchte. Ausserdem erfährt man nebenbei noch ein paar Dinge über die griechische Mythologie.

Marie Phillips
Götter ohne Manieren
TB, 1. Auflage 2010
Goldmann

978-3-442-47292-5 

Aus dem Englischen von Sabine Herting
Originalausgabe: Gods Behaving Badly
Jonathan Cape, London 2007

18.01.2011 um 16:52 Uhr

[Hörbücher] Der Single der Nation!

von: Jari   Kategorie: Hörbücher

Inhalt:

Simon ist Verkäufer in einem T-Com-Laden, fast schon dreissig und -das Allerschlimmste- er ist single. Und obwohl Simon wirklich alles tut, um dem weiblichen Geschlecht zu imponieren, scheint es einfach nicht zu klappen. Der Singleurlaub geht baden, das Fitnesscenter stellt sich als homosexueller Treffpunkt heraus und dann findet auch sein dickbäuchiger Kumpane Flick vor ihm eine Freundin!
Doch dann trifft er SIE, seine Traumfrau, seine Göttin: Marcia. Das Mädchen aus dem Coffeeshop. Aber wie macht man sich am besten an ein solches Wesen ran? Simon ist hoffnungslos überfordert. 

Meine Meinung:

Gelesen wird die Hörbuchversion von Tommy Jauds "Vollidiot" von Christian Maria Herbst, der sich als Komedian bereits einen Namen gemacht hat.
Nun überzeugt Herbst jedoch auch als "Vorleser", schafft er es doch, Jauds Bestseller auf kurzweilige Art und Weise zu vertonen. Da lallt Simon ins Handy, beschwert sich Flick lautstark oder kreuzt Simons türkische Putzfrau Lala auf. Ihnen allen gibt Herbst ihren ganz eigenen Ton, sodass die Charaktere direkt wiederzuerkennen sind.

Die Geschichte selbst ist seicht und schnell erzählt, dennoch sind Simons Erlebnisse und seine Abenteuer im Fettnapf durchaus lustig. "Vollidiot" lässt sich gut einfach so nebenbei hören, hat man mal kurz weggehört, ist man rasch wieder in der Erzählung drin. Das Verpasste lässt sich leicht zusammenreimen.

Fazit: 

Ein lustiges Hörbuch, das einen zum Lachen bringt und Unterhaltungswert besitzt. Kein Titel, der die Welt verändert, aber mit Christian Maria Herbst als stimmungsvoller Erzähler kann man sich mit diesem Hörbuch sicher die ein oder andere Putzstunde versüssen.

Tommy Jaud
Vollidiot

Gelesen von Christian Maria Herbst
3 CDS

Patmos
978-3-491-91178-9

18.01.2011 um 09:31 Uhr

Jari hört... Tommy Jaud

von: Jari   Kategorie: Jari hört...

Beschreibung:

Simon liebt die Frauen, leider gibt es kaum einen Menschen, der das schöne Geschlecht weniger versteht, als der erfolglose T-Com-Verkäufer. Ob es um die schöne Verkäuferin im Coffeeshop gegenüber oder seine eulenhafte Chefin geht, Simon ist ein Meister darin, die Zeichen falsch zu deuten. Und das für zu Verwicklungen, die tragisch wären, wenn sie nicht so brüllend komisch wären...

  

16.01.2011 um 17:02 Uhr

[Stöckchen] Figuren und Charaktere

von: Jari   Kategorie: Bücherstöckchen

Bei "My life as a Donut - Luna's Eck" (http://my-life-as-a-donut.jimdo.com) habe ich folgendes Stöckchen entdeckt:

Welche ist deine Lieblingsfigur? Wieso?

Ich liebe Mephisto aus Goethes "Faust". Seine Durchtriebenheit gefällt mir, er ist zynisch und einfach böse. Aber irgendwie hat er irgendwo auch einen guten Kern. Mephisto ist nicht DER Teufel, sondern EIN Teufel - und das, was er macht, macht er richtig!
 
Welche Figur magst du nicht? Wieso?
Ginny Weasley. Punkt. Ich konnte sie von Anfang an nicht ausstehen, sie ist der Grund, weshalb ich die Harry-Potter-Serie abgebrochen habe. Ihre Rolle wurde mir zu gross und das Ende der Reihe ist ja wirklich fürchterlich! Dieses Mädel löst in mir eine noch grössere Antipathie aus als Bella Swan, die ist nämlich einfach nur lächerlich und naiv (womit sie sich den zweiten Platz ergattert). 
 
Ist dir eine Figur ähnlich? Welche?
Meine Mutter sieht eine grosse Ähnlichkeit zwischen dem Buchhändler aus "Das geheime Leben der Bücher" und mir, sie meint, ich würde irgendwann so enden wie er. Wo sie Recht hat...
Ausserdem ist da noch Alice, eine Figur aus dem Buch "Götter ohne Manieren". Sie ist schüchtern, rücksichtsvoll und still. Ausserdem putzt sie gerne. Ich kann mich total gut in sie hineinversetzen, weil ich einfach weiss, was gerade in ihr vorgeht.
 
Wie welche Figur würdest du gerne aussehen? 
Das... weiss ich nicht... Jeder stellt sich ja seine Figuren anders vor. Deshalb kann ich diese Frage nicht so einfach beantworten. Ich weiss sehr wohl, wie ich gerne aussehen würde, aber wäre ich dann noch ich selbst?
 
Welcher Name eines Buchcharakter gefällt dir am besten? 
Das ist eindeutig Inigo. Er ist der talentierte Schwertkämpfer aus dem Buch "Die Brautprinzessin" und zählt auch zu meinen liebsten Figuren. Und sein Name gefällt mir besonders gut, weil er so einen schönen Klang hat.
 
Welche Fähigkeit einer Figur würdest du gerne besitzen? 
Ich wäre sehr gerne ein Gestaltwandler wie in Nalini Singhs Psychangeling-Serie und anderen. Ob ich jetzt lieber ein Leopard, ein Panther oder ein Wolf wäre ist nicht so wichtig. Aber ich würde schon gerne wissen, wie es ist, sich in ein Tier zu verwandeln und mit dessen Sinnen durch die Welt zu streifen.
 
Welche Figur könnte dein guter Freund sein? 
Ach, ich glaube, mit Joy aus Nury Vittachis "Fegshui-Detektiv-Reihe" würde ich mich ganz gut verstehen. Zwar ist sie noch ein ziemlicher Teenager, aber wir haben so einige gemeinsame Interessen und ich könnte mir eine Scheibe von ihrer Frechheit abschneiden ;)
 
Über den Tod welcher Figur warst du am traurigsten?
Natürlich war ich traurig, als Inigo (s.o.) strab. Aber als am Ende von Markus Zusaks "Die Bücherdiebin" so viele tolle Charaktere ihre Leben lassen mussten, ja, da habe ich Rotz und Wasser geheult.
 
Das perfekte Buchpaar? 
Sascha und Lukas aus Nalini Singhs "Leopardenblut". Immer noch  meine Lieblinge der Serie.
 
Der lustigste Buchcharakter? 
Es gibt einige Charaktere, die einfach total lustig sind. Aber unter den Top ist ganz sicher Biff aus Christopher Moores "Die Bibel nach Biff". Wie er die Erlebnisse von Jesus schildert ist einfach herrlich!
 
Dein Lieblingswesen/-tier?
Gestaltwandler & Werwölfe. Ich finde diese Wesen einfach total faszinierend.
 
Hast du ein Buch schon mal wegen einer Figur (z.B. weil du sie nicht mochtest) abgebrochen? Welches? 
Diese Frage habe ich bereits beantwortet (s.o.)
 
Hättest du eine Buchfigur gerne als Partner? Welche?
Ich wäre ja total gerne mit Artemis Fowl zusammen *g* Der ist superreich, sieht gut aus und ist ein toller Bösewicht, der gar nicht so böse ist. Und super intelligent... Obwohl das meine Minderwertigkeitskomplexe steigern würde, aber dann würde ich Arty dazu bringen, mir den Psychodoktor zu zahlen. Geld hat er ja ;)
 
Welche Figur(en) waren in einer Buchverfilmung gut besetzt?
Vlastimil Brodsky überzeugt als Jakob der Lügner, Henry Hübchen ist ein toller Mischa (auch aus Jakob der Lügner) und Ron Perlman ist in "Der Name der Rose" ein grandioser Salvatore.
 
Und welche nicht?
Alle anderen. Buchverfilmungen = nein! 

 

16.01.2011 um 13:15 Uhr

[Bücherregale] Stauraum für Bücher

von: Jari   Kategorie: Bücherregale

Das Eckige muss ins Runde! Heisst soviel wie:
 
Das "Reading Hideaway" findet man hier: http://www.openingthebook.com
 
Alles Gute kommt von oben! Ausserdem ist doch irgendwann auch der letzte Rest der Zimmerwand verbraucht... Dann muss man die Bücher eben an die Decke hängen!
 
 

 
Sonnenschein sorgt für gute Laune, genau wie die Lieblingsbücher. Beides zusammen ergibt eine wunderschöne Verstauungsmöglichkeit.
 
  

 
Wer reich ist und über viel Platz verfügt, kann sich dieses originelle, aber eigentlich für Bibliotheken gemachte, Bücher"regal" anschaffen:
 
    
 
 
Wer seinen Büchern endlich mal ein richtiges "Heim" bieten will, hat mit diesem netten Bücherregal endlich seine Chance: 
 
    
 

15.01.2011 um 15:58 Uhr

Jari liest... Marie Phillips

von: Jari   Kategorie: Jari liest...

Rückentext:

Unsterblich zu sein ist schwer. Vor allem für die griechischen Götter im 21. Jahrhundert: Sie wohnen im Norden Londons unter einem Dach mit zu vielen Geschwistern und zu wenig warmen Wasser und verdingen sich mit den unmöglichsten Beschäftigungen. Artemis, die Göttin der Jagd, führt Hunde aus. Aphrodite, die Göttin der Liebe, bietet Telefonsex an, und Apoll, der Sonnengott, moderiert eine Fernsehshow. Da kann einem die Ewigkeit schon lang werden! Doch dann holt Artemis eine Putzfrau ins Haus, und plötzlich steht die Götterwelt Kopf. 

 

15.01.2011 um 13:37 Uhr

[Rezension] Flüstern der Vergangenheit

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Im Jahre 1933 betritt Frederick Watson die Buchhandlung von Monsieur Saurant. Freddie hat eine Bitte und beginnt Saurant seine Geschichte zu erzählen, die in ein kleines Dorf in Südfrankreich des Jahres 1928 führt:
Auch mehr als zehn Jahre nach dem Tod seines grossen Bruders George kann Freddie nicht Abschied nehmen. Auf Anraten seines Arztes unternimmt der junge Mann eine Reise durch das winterliche Südfrankreich.
Als Freddie unterwegs unterwegs einen Autounfall hat, begibt er sich in das abgelegne Dorf Nulle. Dort findet er Hilfe und eine Unterkunft. Die freundliche Gastgeberin lädt Freddie ein, am Dorffest, das jährlich stattfindet, teilzunehmen. 
Auf eben jenem Fest mach der innerlich zerbrochene Freddie die bedeutenste Begegnung seines Lebens: Er trifft die geheimnisvolle Fabrissa. Doch Fabrissa hat ein Geheimnis und nur Freddie kann ihr helfen, sich von diesem Fluch zu erlösen. Aber ist Freddie jemand, der wahr von falsch unterscheiden kann?

Meine Meinung:

Kate Mosse entführt den Leser mit "The Winter Ghosts" in eine mysteriöse Welt. Die Geschichte, angesiedelt in einem imaginären Dorf im Süden Frankreichs, schafft es, einen von der ersten Seite an zu fesseln und zu faszinieren.

"The Winter Ghosts" ist in einer Rahmen- und einer Binnenhandlung angelegt. In der Rahmenhandlung wird auktorial von Freddie erzählt, der wiederum in der Binnenhandlung aus der Ich-Perspektive seine Geschichte wiedergibt. Dieser Aufbau macht die Geschichte umso interessanter.
 
Mosses Erzählstil ist wunderschön, sie schafft es, mit einfachen Worten die winterliche Umgebung so real werden zu lassen, dass man Freddies Schritte auf dem harten Schnee direkt knirschen hört. Ebenso passt die winterliche Atmosphäre wunderbar zu der mysteriösen Aura, die Fabrissa umgibt.
Schon die Art, wie Freddie sie beschreibt, lässt uns ahnen, dass da mehr dahintersteckt. Und schon bald erfahren wir, dass wir richtig lagen. Und auch wenn das Buch nicht durch seine Spannungselemente, sondern eher durch seine Feinfühligkeit lebt, ist man doch ab diesem Moment derart neugierig, was weiter geschieht, dass man es fast nicht mehr aushält. Jedenfalls erging es mir während des Lesens so.
 
Das Buch lässt einen mitfühlen, mit Freddie, der noch immer um seinen Bruder trauert, und mit Fabrisse, die eine ebenso traurige Geschichte zu erzählen hat.
Kate Mosse ist eine unglaublich talentierte Erzählerin, die es schafft, in "The Winter Ghosts" eine unglaubliche Atmosphäre zu schaffen, der man sich fast nicht mehr entziehen kann. 

Fazit: 

"The Winter Ghosts" vereingt alles, was man sich wünschen kann: Liebe, Verzweiflung, Hoffnung und Spannung. Man wird in eine verzauberte, aber dennoch reale Welt versetz, und das Buch eignet sich ebenso für jene, die ansonsten keine Bücher über Geister lesen.
Das Buch enthält eine feine, zarte Liebesgeschichte und ist auch für Leser interessant, die Bücher mögen, die sich vor einem historischen Hintergrund abspielt. Aber vor allem ist das Buch jenen zu empfehlen, die Bücher lieben, die verzaubern. Denn das tut Kate Mosses "The Winter Ghosts" mehr denn alles andere: verzaubern.
 
 
Kate Mosse
The Winter Ghosts
TB, 2009
Orion Books Ltd.
 
978-1-4091-1799-5