Jaris Büchergebrabbel

28.02.2011 um 20:27 Uhr

[Rezension] "Hmmmmmmh...", machten die Buchlinge

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Von seinem Dichtpaten erhält der junge Hildegunst von Mythenmetz etwas ganz Besonderes: Das perfekte Manuskript! Mythenmetz ist hin und weg von der Lektüre, noch nie hat es in Zamonien ein so gutes Schriftstück gegeben.
Also macht sich der Bewohner der Lindwurmfeste auf nach Buchhaim, in die Stadt der Träumenden Bücher. Dort will er sich auf die Suche nach dem unbekannten Verfasser machen.
Doch kaum in Buchhaim angekommen, steht Mythenmetz' Leben plötzlich Kopf. Denn eher er sich's versieht, hat er die Aufmerksamkeit der falschen Leute auf sich gezogen.
Und plötzlich findet sich der arme Hildegunst alleine und verlassen in der Welt unter Buchhaim wieder. Ein Labyrinth in dem tödliche Gefahren lauern und der geheimnisvolle Schattenkönig herrscht...

Meine Meinung:

"Die Stadt der Träumenden Bücher" von Walter Moers ist ein Buch über Bücher. Kann es etwas Besseres geben? Ja, ein Buch über Bücher, das spannend und berührend ist und voll von neuen Ideen. Genau damit kann man bei diesem Buch rechnen!

Moers entführt uns in eine fremde, doch zugleich irgendwie vertraute Welt. Die erwähnten Buchtitel haben wir noch nie gehört, dennoch klingen sie uns in den Ohren nach, sind vertraut. Natürlich hat der Autor das so gewollt. Immer wieder stösst man auf bekannte Titel aus unserer Welt, die etwas verdreht in Zamonien gelandet sind. Das alleine schon ist ein herrliches Rätselraten für Bücherfreunde.

Bücherfreunde kommen hier sowieso total auf ihre Kosten. Im gesamten Buch dreht es sich um nichts anderes als Bücher und alles, was mit ihnen zu tun hat. Welcher Bücherfreund würde nicht einmal gerne durch Buchhaim streichen, sich die Antiquare dort anschauen und Leckereien vernaschen, die aussehen wie Bücher!

Moers Welt namens "Zamonien" wimmelt nur so von tollen Ideen. Jedoch muss man sich in der fremden Welt erst einmal zurecht finden. Man muss sich zudem auch erst daran gewöhnen, dass man es mit einem Protagonisten zu tun hat, der aussieht wie ein Dinosaurier.

Dennoch fand ich in Hildegunst von Mythenmetz einen tollen Freund. Da er seine Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählt, erhält man einen guten Einblick in sein Innenleben und wie er die ganze Geschichte erlebt. Gegen Ende wurde mir Mythenmetz jedoch ein klein wenig unsympatisch, da er in meinen Augen zusehends jämmerlicher und weichlicher wurde.

Nichtsdestotrotz ist Hildegunst ein guter Erzähler, der uns auch oft zum Lachen bringen kann. Er bringt uns seine Welt näher, sodass wir uns bald in Buchhaim und dem unterirdischen Buchlabyrinth zu Hause fühlen.
Die wunderschönen Illustrationen von Walter Moers unterstreichen seine tollen Einfälle noch, auch wenn ich sie anfangs als etwas störend empfand, da ich mir die Figuren oftmals anders vorgestellt hatte. Doch schon bald wurde ich die Faszination, die vom Buch und den dazugehörigen Illustrationen ausgehen, nicht mehr los und konnte mich an den Bildern gar nicht mehr sattsehen.

Ein weiteres Mal muss ich Walter Moers Einfallsreichtum loben. Seine Figuren, Welten, Ideen sind wirklich neu und unverbraucht. Staunend betreten wir eine neue Welt und werden von ihr verschlungen. Nur schon für die Erfindung der wahnsinnig niedlichen Buchlinge sollte man Moers danken. Aber in dem Buch wimmelt es noch von anderen interessanten Figuren; da gibt es Haifischmaden, Hundlinge, Schrecksen und so vieles mehr. Auf jeder Seite lauert eine neue Figur darauf, entdeckt zu werden.

Darüberhinaus ist die Geschichte wahnsinnig spannend. Leute, die keine grossen Bücherfreunde sind und mit Ausdrücken wie "Das Buch riecht so toll" nichts anfangen können, werden einige Stellen im Buch für langatmig und öde halten, während richtige Bücherratten nur seufzen und mitfühlen können. Sich schnüffelnd an Büchern orientieren, ist das toll oder ist das toll?
Ausserdem erlebt Mythenmetz im Labyrinth so viele Abenteuer, da verschlägt es einem geradezu den Atmen. Immer neue Gefahren lauern auf ihn und wenn man denkt, jetzt hat er's geschafft, geschieht wieder etwas Unerwartetes. Somit ist "Die Stadt der Träumenden Bücher" neben einer Hymne auf die Buchwelt auch ein sehr gut geratener Abenteuerroman mit jeder Menge Action und vielen schaurigen Ungeheuern.

Wie ihr merkt bin ich hin und weg von diesem Buch und ich bin froh, dass ich den vielen Empfehlungen nachgekommen bin und dieses Buch endlich gelesen habe! Was für eine Verschwendung, wenn ich es nicht getan hätte! 

Fazit: 

Ein Buch, das jeder, aber auch wirklich jeder, Büchernarr gelesen haben muss. Für Leute, die Bücher nicht so mögen, ist die Schwärmerei über Bücher eventuell bald zu viel, aber Bücherratten werden sich in einer Welt, in der Bücher töten oder noch schlimmeres mit einem anrichten können, sofort wohl fühlen.
Also liebe Bücherfreunde: Auf nach Buchhaim, in die Stadt der Träumenden Bücher!

Walter Moers
Die Stadt der Träumenden Bücher
TB, 15. Auflage 2010
Piper

978-3-492-24688-0

Aus dem Zamonischen übersetzt und illustriert von Walter Moers 

28.02.2011 um 14:31 Uhr

[Challenges] Tage vergehen #7&8

von: Jari   Kategorie: Tage vergehen

 
Wie es scheint habe ich meine Lesehemmung überwunden!

Als wir auf der Farm waren, las ich recht viel. Vor allem in Brenderup, irgendwie scheint da die Stimmung fürs Lesen richtig aufzuflackern.
Ich las Paul Austers "Nacht des Orakels" zu Ende und da ich sonst nichts zu lesen hatte, "lieh" ich mir ein Buch aus der Schulbibliothek aus: Stefan Zweigs "Schachnovelle". Dann auf der Party las ich praktisch ununterbrochen bis ich das Buch zu Ende gelesen hatte.
Auch während der Party am Wochenende war ich mit Lesen beschäftigt. Ich habe mit Walter Moers "Die Stadt der Träumenden Bücher" begonnen und las das Buch praktisch in einem Zug bis über die Hälfte durch. Ich habe vor, die letzten 60 Seiten heute noch zu Ende zu lesen.
Nun bin ich auch mit "Medizinische Soziologie" fertig - darauf bin ich doch ein wenig stolz. Ein solches Fachbuch liest man nicht alle Tage. Schon gar nicht, wenn es nur zum Spass geschieht! Jedoch glaube ich, dass dieses Buch einiges zu meiner Lesehemmung beigetragen hat, schliesslich ist es harte Lektüre und jedes Mal war ich total ermattet und das nach nur zehn Seiten! Fachbücher halt...
 
Der SUB hier in Dänemark ist nun auf 20 Exemplare runtergeschrumpft - bald sind es nur noch 19! Somit ist mein Gesamtsub auf 92 (bald 91). Nicht schlecht, würde ich sagen. Leider scheint es so, als hätte ich bald die Gelegenheit, mich wieder am Gesamtsub zu bedienen, da ich nach Hause fahre... Nicht sehr verlockend, der Gedanke... Aber wenigstens habe ich dort wieder Bücherregale...
 
Wie ich auch schon berichtet habe, ist ein weiterer Gewinn eingetroffen: Agnes Hammers "Dorfbeben". 
Natürlich werde ich das Buch sofort lesen, damit es auch ja nicht auf den SUB kommt.
Bevor wir in die Ferien gefahren sind, habe ich mir im Ausverkauf übrigens noch ein dänisches Buch ergattert: Kim Langers "Kongen af Kandy" (Der König von Kandy)
Das hübsche Hardcover kostete original 200 Kronen (ca. 27 Euro), wurde dann aber auf 30 Kronen herabgesetzt. Das sind vier Euro. Als ich dann an der Kasse stand, hiess es plötzlich "15 Kronen bitte", was somit 2 Euro sind. Ich hätte nicht gedacht, dass das Schild "Auf alles 50%" auf den schon gegebenen Rabatt gilt! Von 27 Euro hinunter auf 2, für ein wirklich hübsches Jugendbuch - cool!
 
  
  

28.02.2011 um 12:21 Uhr

[Neuerrungenschaften] GewinnPost

von: Jari   Kategorie: Neuerrungenschaften

Als wir aus dem Urlaub heimkamen, lag für Jari ein Päckchen vor der Türe. Was mag es wohl sein? Ein Buch natürlich! Mein Gewinn für den beendeten SLW des Literaturschock-Forums! Und welches Buch hat Jari gewonnen? Dieses hier:

Dorfbeben von Agnes Hammer

Toll! Ich danke dem Team vom Literaturschock-Forum für den tollen Gewinn *freu* 

28.02.2011 um 09:50 Uhr

[Rezension] Die Gesellschaft und ihre Krankheiten

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Was sollten junge Ärzte in der Ausbildung über die Gesellschaft, in der sie leben, wissen? Ist das Wissen über Funktion und Disfunktion einer Gesellschaft überhaupt wichtig?
Ja, dieses Wissen ist durchaus wichtig. Immer wieder wird bewiesen, dass die Gesellschaft an der Entstehung von Krankheiten beteiligt ist. Auch dass Umfeld, aus dem ein Patient stammt, sollte ein Arzt nicht ausser Acht lassen. Aus welcher Klasse stammt der Patient? Nachweislich haben Menschen aus einer niederen Schicht ein anderes Verhältnis zu ihrem Körper als jene aus der Oberschicht. Auch der Umgang mit Präventionsmassnahmen wird anders angegangen.

Meine Meinung:

"Medizinische Soziologie" von Johannes Siegrist ist ein Fachbuch, das in der Ausbildung von jungen Ärzten konsultiert wird. Es ist ein Lehrwerk, das die Auszubildenden auf alle wichtigen Themen des Gebietes "Soziologie in der Medizin" hinweist und auch Kontra- und Minuspunkte von System (u.a. auch in Krankenhäusern und in der Arzt-Patienten-Beziehung) aufdeckt und erläutert.
 
Ich als Laie habe das Buch aus reinem Interesse glesen. Vieles war mir schon aus dem Psychologie-Unterricht bekannt, so zum Beispiel, dass sich sozioler Rückhalt positiv auf unser Selbstbewusstsein auswirkt, was wiederum eine bessere Gesundheit zur Folge hat. Jedoch habe ich dank der Lektüre dieses Fachwerkes viel Neues über die Gesellschaft (was ist eine Gesellschaft überhaupt?) und das Handeln von Gruppen und Auswirkungen von Krankheiten gelernt.
 
Siegrist hat sein Werk in sechs Teile gegliedert, die aufeinander aufbauen. Man beginnt mit dem Kapitel "Entstehung und Verlauf von Krankheiten" arbeitet sich dann über Methoden der wissenschaftlichen Untersuchungen zur Frage, was eine Gesellschaft ist, vor. Die nächsten Kapitel haben dann das ärztliche Handeln thematisiert. Hier wird vor allem behandelt, wie man die Beziehung zwischen Arzt und Patient verbessern kann.
 
Das gesamte Buch ist mit vielen Tabellen illustriert, die methodische Untersuchungen der letzten Jahre belegen. Die Gliederung des Werkes ist übersichtlich und die blau unterlegten Informationsboxen geben das Wichtigste noch einmal wieder, jedes Kapitel endet mit einer Zusammenfassung und weiterführender Lektüre.
Jedoch ist der Aufbau des Buches auf Dauer etwas öde, da es sich jedoch um ein Fachwerk handelt, das sich auf Wissensvermittlung spezialisiert, kann man sich damit abfinden.
 
Überraschend kam für mich, dass das Buch auch für Laien einigermassen verständlich ist. Fremdwörter werden meist direkt erklärt und falls man mal den einen oder anderen Ausdruck vergisst, hilft ein umfangreiches Glossar am Ende des Buches wieder auf die Sprünge.
Natürlich ist die Lektüre dieses Buches kein Spaziergang wenn man sich nicht gerade in Ausbildung befindet, aber Siegrist benutzt eine Sprache, die zwar auf dem Niveau von Ärzten ist, sich aber trotzdem an der Sprache der Allgemeinheit orientiert.

Man muss jedoch darauf hinweisen, dass es im Buch zwar auch um Psychologie geht, diese aber nicht im Vordergrund steht. In der Soziologie wird das Augenmerk auf die Gesellschaft gelegt, die Psychologie spielt dabei eine wichtige Rolle, wird aber also solche nicht genauer thematisiert.

Fazit: 

Leider werde ich, da ich das aufgenommene Wissen nicht oder nur selten verwenden werde, vieles wieder vergessen, dennoch profitiere ich nun von einem tieferen Verständnis in die Gesellschaft und die Entwicklung von Krankheiten. Ausserdem fühle ich mich für meinen nächsten Arztbesuch besser vorbereitet, da ich mich etwas in seine Welt vorgewagt habe.

"Medizinische Soziologie" eignet sich tatsächlich nur für die Aus- und Weiterbildung von Ärzten, da sie dieses Wissen benötigen. Auch Pflegekräften wird das Buch empfohlen.
Laien sollten das Buch nur lesen, wenn sie sich wirklich für das Thema der medizinischen Soziologie interessieren und sich damit auseinandersetzen wollen. Für wenig Interessierte, die sich an das Buch heranwagen, könnte die Lektüre anstrengend und strapaziös werden.
 
 
Johannes Siegrist
Medizinische Soziologie
TB, 6. neu bearbeitete und erweiterte Auflage 2005
Elsevier / Urban & Fischer

978-3-437-41232-5

27.02.2011 um 21:44 Uhr

[Umfragen] Schubladendenken

von: Jari   Kategorie: Umfragen

Die nächste Umfrage: Wollt ihr eine genauere Kategorisierung der Rezensionen?

Ich habe damals nur mit "Leseeindrücke" angefangen, da ich dachte, dass ich einfach während des Lesens ab und zu mal ein paar Sätze schreibe, aber unterdessen hat sich das Ganze hier auf richtige Rezensionen ausgedehnt.

Die Frage ist jedoch, ob es diese Kategorisierung überhaupt braucht. Sucht ihr nach alten Rezis? Das glaube ich eher nicht, ich gehöre schliesslich nicht zu diesen berühmten Rezensenten, die man immer wieder konsultiert.
 
Falls ihr euch jedoch Kategorieren wünscht, kann ich diese einrichten. 

27.02.2011 um 18:28 Uhr

[Rezension] Das Spiel des Kaisers

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Eine Schiffahrt von New York nach Buenos Aires: Der namenlose Ich-Erzähler erfährt, dass sich der berühmter Schachweltmeister Mirko Czentovic ebenfalls auf dem Dampfer befindet.
Czentovic hat es geschafft, von einem armen Bauernsohn zum Star der Schachwelt zu werden. Bisher ungeschlagen gilt er als Genie. Jedoch scheint der Meister über ein Defizit im zwischenmenschlichen und kognitiven Bereich, was den Ich-Erzähler derart fasziniert, dass er beschliesst, Czentovic näher zu kommen.
Dies erreicht er durch ein ganz einfaches Mittel: Schach spielen.
Eine Gruppe Hobby-Schachspieler spielt gegen den Weltmeister. Natürlich verlieren sie haushoch. Doch im zweiten Durchgang erscheint ihnen ein geheimnisvoller Fremder als Helfer. Wie kein anderer kann er Züge vorraussehen und schafft es, den Weltmeister aus der Reserve zu locken.
Doch was steckt hinter diesem Genie? Von Dr. B erfährt der Ich-Erzähler die ganze Geschichte. Eine Geschichte darüber, wie das Spiel der Könige einen Mann beinahe ins Verderben gestürzt hatte. Oder stürzen wird...

Meine Meinung:

Steifan Zweigs "Schachnovelle" gehört zu den Klassikern der Schulliteratur und steht regelmässig auf Prüfungslisten, zahlreiche Sekundärliteratur existiert dazu. Man kann das Buch jedoch auch aus reinem Interesse lesen - so wie ich das gemacht habe.

Zweig erzählt seine Geschichte in einer angenehmen und leicht gehobenen Sprache, in der man sich wunderbar verlieren kann. Ausdrücke wie "Seine Züge verwirrten sich" liessen mich aufseufzen, weil ich sie einfach wunderbar finde. Einfach und doch sehr speziell. Oft benutzt Zweig auch Worte, die wir heutzutage nicht mehr verwenden, diese kann man jedoch leicht überlesen oder nachschlagen.

Da es sich um eine Novelle handelt, hat man das Büchlein auch ziemlich rasch durch. Auf nicht einmal hundert Seiten hat Zweig seine Geschichte erzählt. Und es braucht keine einzige Seite mehr. Zweig erzählt alles, was erzählt werden muss. Nicht mehr und nicht weniger.

Dabei bedient er sich einer Rahmen- und einer Binnenhandlung. Die Rahmenhandlung wird vom unbekannten Ich-Erzähler aus erlebt und handelt in der Gegenwart während der Überfahrt nach Südamerika. Die Binnenhandlung erzählt Dr. B aus seiner Sicht, also auch wieder in der Ich-Perspektive. Dieser Erzählstrang hat Zweig mit einem wirklich feinen Spannungsaufbau ausgestattet und mehr und mehr verliert sich der Leser in Dr. Bs Erlebnissen.

Jedoch muss man auch dazu in der Lage sein, sich in Dr. B hineinfühlen zu können, ansonsten geht ein Grossteil des Buches verloren. Ich persönlich konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen. Dr. Bs Geschichte packte mich und die psychologische Seite dieses kleinen Meisterwerkes faszinierte mich unheimlich. Was geschah mit Dr. B? Und wie wirkt sich seine Geschichte auf die Gegenwart aus? Kann ein Mensch so etwas aushalten?

Fazit: 

"Die Schachnovelle" von Stefan Zweig gehört verdientermassen zur Weltliteratur und den Klassikern. Es ist ein kleines, aber sehr intelligentes Büchlein, das vor allem Leser interessieren wird, die sich gern in die Psyche anderer einarbeiten und sich für die dunkleren Seiten hinter den Fassaden interessieren.
Es gibt viel zu spekulieren, da Zweig sich einer einfachen, aber dennoch nicht ganz so leicht zu verstehenden Sprache bedient.
Man kann das Buch im Übrigen auch lesen, wenn man von Schach nicht viel versteht, denn das Spiel ist zwar ein wichtiger Teil der Geschichte, jedoch wird es eher als Symbol gehandelt.

 

Stefan Zweig
Schachnovelle
TB, 1974
Fischer Taschenbuch Verlag

3-436-01993-3 

26.02.2011 um 21:15 Uhr

Jari liest... Walter Moers

von: Jari   Kategorie: Jari liest...

Rückentext:

Der junge Dichter Hildegunst von Mythenmetz erbt ein makelloses Manuskript, dessen Geheimnis er ergründen möchte. Die Spur weist nach Buchhaim, der Stadt der Träumenden Bücher... 
Walter Moers entführt uns in das Zauberreich der Literatur, wo Bücher nicht nur spannend oder komisch sind, sondern auch in den Wahnsinn treiben oder sogar töten können.

@ame: Ich liebe dieses Buch! :D Bin schon fast durch. Die Buchlinge sind soooo toll <3 

24.02.2011 um 19:56 Uhr

[Rezension] Der Fluch der Wörter

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Der fragliche Tag begann für den gerade eben von einer schweren Krankheit genesenen Sidney Orr wie jeder andere Morgen auch: Mit einem Spaziergang. Doch an diesem Samstagmorgen betritt der Schritsteller ein seltsames Papiergeschäft und stösst auf ein wunderschönes blaues Notizbuch aus Spanien.
Das Heft hilt Sid, seine Schreibhemmung zu überwinden. Stundenlang sitzt Sidney in seinem Schreibzimmer und geniesst es, endlich wieder zu schreiben. Doch schon bald geschehen eigenartige Dinge. Sidneys Frau verhält sich plötzlich überaus merkwürdig, der Chinese Chang taucht in Sids Leben auf und ein drogensüchtiger Jugendlicher verschwindet...
Haben diese Geschehnisse etwa mit den Geschichten zu tun, die Sidney in das blaue Notizbuch geschrieben hat? Wie stark ist die Macht des Buches und wird alles je wieder gut werden?

Meine Meinung:

Wer Paul Auster liest, muss sich auf eine Gratwanderung zwischen Realität und Traumwelt einlassen. Ebenso verhält es sich mit "Nacht des Orakels", wenn auch hier die Abgründe nicht so offensichtlich sind.

Sidneys Geschichte liest sich rasch und flüssig und man erfährt vieles über seinen Alltag seit der Krankheit und über sein allgemeines Leben. Doch mehr und mehr verändert sich Sidneys Leben und viele geheimnisvolle Dinge geschehen. Auch als Leser fragt man sich, was seine Frau vor ihm zu verbergen hat. Es werden Fragen aufgeworfen, die nur auf einer Möglichkeitsebene gelöst werden. Was wirklich hinter den Dingen steckt - das bleibt dem Leser überlassen.

Obwohl sich Auster einer allgemein verständlichen Sprache bedient, ist das Buch doch nicht allzu leicht zu lesen, da sich das Buch auf verschiedenen Ebenen abspielt. Sidney erzählt seine Erlebnisse aus der Gegenwart und blickt in das New York der 80er-Jahre zurück.
Ausserdem wird man mit den Geschichten, die Sidney erfindet, konfrontiert und erlebt diese auch real als Binnenhandlungen mit. Daneben hat Auster viele Fussnoten in die Erzählung eingebunden, die weitere Erlebnisse berichten, leider jedoch den Lesefluss erheblich stören.
Leser, die weniger geübt sind, sollten sich die Namen und Geschichten während des Lesens eventuell nebenher notieren, um nicht in ein Durcheinander zu geraten.

Auster baut die Spannung gekonnt, aber nur unterschwellig, auf. Erst fragt man sich, was der Autor einem eigentlich erzählen will, doch immer mehr fragt man sich, was es nun mit dem Zusammenhang zwischen Notizbuch und Realität auf sich hat.
Jedoch wäre ich selber erst gegen Ende der Geschichte auf diesen Zusammenhang gestossen, wenn mich nicht der Rückentext darauf hingewiesen hätte. So konnte ich während des Lesens immer wieder vergleichen und mich fragen, welchen Einfluss das blaue Notizbuch nun auf Sidneys Leben hat. Aber auch ohne dieses Wissen wird der Leser früher oder später durch Sidney selber darauf hingewiesen, dass mit dem Notizbuch etwas nicht stimmt. Was es jedoch ist - das muss sich der Leser auch selber beantworten.

Somit spielt Auster wieder mit den Elementen des Traumes und unserer gewohnten Umwelt. Was sollte ein normales Notizbuch schon gross auslösen können? Doch in einer Welt des Paul Auster ist so einiges möglich und wer hat sich nicht schon einmal gefragt, ob eine gewisse Handlung zu etwas Grösserem geführt hat? In "Nacht des Orakels" führt dies jedoch direkt ins Chaos...

All diese Gedanken und Zusammenhänge wurden mir jedoch erst nach Beendigung dieses tollen Buches bewusst. Während des Lesens kam bei mir oftmals sogar Langeweile auf und ich fragte mich, ob ich das Buch wirklich gut finde. Als ich es jedoch ausgelesen und achtlos etwas beiseite geschoben hatte - da traf es mich. Das Buch liess mich nicht mehr los, immer wieder kehrte ich in die Geschichte zurück, fragte mich, was es mit den einzelnen Geschichten und Geschehnissen auf sich hatte, suchte Zusammenhänge, versuchte zu verstehen. Und da wurde mir bewusst:
"Nacht des Orakels" ist ein wirklich gutes Buch!

Die Faszination traf mich spät. Doch oft versank ich auch in den Geschichten, die Sidney schrieb. Ich schlug mir sogar die Hand vor den Mund, als er einen seinen Charaktere in eine ausweglose Situation brachte. Jedoch schien sich Sid damit selbst in eine ähnliche Situation gebracht zu haben...
Solche Zusammenhänge werden jedoch erst nach Beendigung der Lektüre klar, wenn man einen Blick auf das Grosse Ganze werfen kann.

Fazit:
Paul Auster hat mich ein weiteres Mal nicht enttäuscht und kann sich unter den raren Vertretern von "Jaris Lieblingsautoren" halten. Diesmal wurde ich zwar nicht von den eigentlichen Geschehnissen im Buch und der Sprache mitgerissen, wie es bei "Mann im Dunkel" war, doch nachdem ich "Nacht des Orakels" ausgelesen hatte, wurde mir klar, wie sehr ich Paul Austers Bücher liebe.

Auster ist nicht für jedermann zu empfehlen. Leser von Haruki Murakami werden auf ihre Kosten kommen, da beide Autoren auf eine Gratwanderung zwischen Realem und Nicht-Existentem einladen. Wer solche Bücher nicht mag, sollte von beiden Schriftstellern die Finger lassen. Wer sich jedoch auf eben diese Mysterie des Normalen einlassen kann, wird voll auf seine Kosten kommen.



Paul Auster
Nacht des Orakels
TB, 2005
Rowohlt Taschenbuch Verlag

978-3-499-23987-8

Aus dem Amerikanischen von Werner Schmitz
Originalausgabe: Oracle Night
Henry Holt, New York 2003

22.02.2011 um 14:10 Uhr

[Dänische Bücher] Weihnachtsdebakel

von: Jari   Kategorie: Dänische Bücher

Inhalt:

Es ist eine Woche vor Weihnachten und die Gebrüder Neshov gehen ihren alltäglichen Arbeiten und Pflichten nach. Der älteste Bruder, Tor, kümmert sich um die Schweine der elterlichen Farm in Nordnorwegen, Margido arbeitet als Bestattungsunternehmer und muss einen 17-jährigen Selbstmörder beerdigen und der jüngste, Erlend, lebt mit seinem Lebensgefährten in Kopenhagen und hat seit seiner Jugend keinen Fuss mehr auf das elterliche Gründstück gesetzt.

Doch dann erleidet Anna, die Mutter der drei Brüder einen Schlaganfall und wird ins Krankenhaus eingeliefert. Ein Ereignis, das die Familie seit Jahren wieder zusammenbringt...
 
Meine Meinung:

Anne B. Ragde erzählt in "Berlinerpoplerne" die Geschichte der Familie Neshov, wobei die drei Brüder Tor, Margido und Erlend im Mittelpunkt stehen.

Das Buch ist in drei Teile unterteilt. Der erste erzählt die Tagesroutine der Brüder, ihre Erlebnisse, ihre Gedanken, ihr Umfeld. Im zweiten Teil wird mit Torunn, Tors unehelicher Tochter, eine weitere Hauptfigur eingeführt. Hier wird der Krankheitsverlauf der Mutter erzählt und wie die Brüder wieder zusammenkommen. Im letzten Teil erfahren wir, wie die Figuren mit der Tragödie umgehen und sie bewältigen.

Wer aufgrund des hellen Covers eine heitere Familiengeschichte erwartet, wird schwer enttäuscht werden. Die Geschichte ist alles andere als heiter, was auch am Schreibstil der Autorin liegt. Gleich zu Beginn des Buches wird man mit dem Selbstmord eines Jugendlichen konfrontiert. Die Grundstimmung im Buch ist trist und traurig.

Genauso tirst und traurig erschienen mir die Figuren. Sie alle schienen keinerlei Beziehung zueinander oder anderen Figuren zu haben und sich in ihren eintönigen Alltag eingefügt zu haben. Eine Ausnahme ist dabei Erlend, der in Krumme die Liebe seines Lebens gefundet hat. Auch die Beziehung von Erlend zu seiner Nichte Torunn ist eine Ausnahme im Buch, da die beiden sich sehr nahe kommen und einander ins Herz schliessen.
Alle anderen Figuren scheinen nur für sich selbst zu agieren. Dabei bleiben einem auch Erlend und Torunn seltsam fremd. Ragde macht sich selten die Mühe, die Personen zu beschreiben, so sahen für mich alle Brüder in etwa gleich aus. Auch sind ihre Gefühle und Taten sehr konstruiert und manchmal wenig glaubhaft. Dass Ragde beinahe die Hälfte des Buches damit verbringt, uns die Tagesabläufe der Brüder zu erzählen, hilft dabei auch nicht sonderlich. Die Geschehnisse sind zähflüssig und als Leser fragt man sich, was man mit all den Informationen anfangen soll und wann die eigentliche Geschichte endlich losgeht.

Doch auch nach nachdem die Brüder aufeinandergetroffen sind, steigert sich die Atmosphäre nicht. Die Kälte zwischen den Agierenden bleibt bestehen. Nur am Ende, als Weihnachten gefeiert wird, erwärmt sich das Verhältnis ein wenig. Dass dabei noch ein erschreckendes Geheimnis zu Tage gefördert wird, macht das Ende spannend. Diese Offenbarung gibt dem Buch einen spannenden Schluss. Schade, dass dies erst auf den letzten zehn Seiten geschieht.

Fazit:

Ich muss leider sagen, dass mir das Buch weniger gefallen hat. "Berlinerpoplerne" ist eine Familiengeschichte, die gut mit 100 Seiten weniger ausgekommen wäre. Die Figuren blieben mir bis zum Schluss fremd. Die depressive Grundstimmung des Buches und der fehlende Spannungsbogen liessen bei mir keine Lesefreude aufkommen.
Da ich bisher kein weiteres Buch der Autorin gelesen habe, habe ich leider keinerlei Vergleichsmöglichkeiten. Deshalb würde ich das Buch nur Fans der Autorin empfehlen.


Anne B. Ragde
Berlinerpoplerne
TB, 2. Auflage 2009
Rosinante pocket

978-87-638-0878-1

Aus dem Norwegischen von Karen Fastrup und Niels Lyngsø
Originalausgabe: Berlinerpoplene
Forlaget Oktober, 2004

17.02.2011 um 11:31 Uhr

Jari hört... Kerstin Gier

von: Jari   Kategorie: Jari hört...

Beschreibung:

Manchmal ist es ein echtes Kreuz, in einer Familie zu lesen, die jede Menge Geheimnisse hat. Der Überzeugung ist zumindest die sechzehnjährige Gwendolyn. Bis sie sich eines Tages aus heiterem Himmel im London um die letzte Jahrhundertwende wiederfindet. Und ihr wird klar, dass ausgerechnet sie das allergrösste Geheimnis ihrer Familie ist. Was ihr dagegen nicht klar ist: Dass man sich zwischen den Zeiten möglichst nicht verlieben sollte. Denn das macht die Sache erst recht kompliziert.

  

16.02.2011 um 10:04 Uhr

[Challenges] Tage vergehen #6

von: Jari   Kategorie: Tage vergehen

Schon wieder zwei Tage zu spät... Das wird ja schon fast zu einem Rhytmus... 

http://buecherelfe.cloudroom.de

Was hat sich also in der letzten Woche so getan? Nicht viel, muss ich zugeben.

Ich habe einen Award bekomen! Das ist so das Erste, was mir auffällt, wenn ich durch die Posts der letzten Woche scrolle. Ja, ich tu das. Wer kann sich schon an alles erinnern, was während einer Lesewoche (oder mehr) passiert ist? Ausserdem hab ich noch anderes im Kopf. Ja, tut mir Leid, wenn euch das schockiert.

Ausserdem habe ich es endlich geschafft, "Mein fahler Freund" fertig zu lesen. Tolles Buch! Nun habe ich mit Paul Austers "Nacht des Orakels" angefangen. Ich bin nach ein paar Tagen lesen erst auf Seite 50, obwohl der Text gross und die Seiten dick sind.

  

Ja, ich bin immer noch in einer Lesekriese. Ich komme einfach nicht voran. Nebenher lese ich ja noch zwei andere Bücher, von denen ich jeden Tag mindestens zehn Seiten lesen muss. Wahrscheinlich stresst mich das auch ein wenig.
Ausserdem lasse ich mich vom Druck mancher Bücherforen zu sehr stressen. Mir scheint es, als ginge es manchen Lesern nur darum, möglichst viele Bücher in einem Monat zu lesen, um dann besser dazustehen. Bisher wollte ich da unbedingt mithalten und habe in den letzten Monaten ein Buch in zwei Tagen versucht wegzulesen. Aber eigentlich ist es doch egal, wie viele Bücher ich in einem Monat lese, Hauptsache, es macht Spass, oder nicht? Und momentan macht es leider keinen Spass...

Was ist sonst noch so geschehen? Ach ja, die Lesezeichen von Lovelybooks sind eingetroffen! Vielen Dank an das Team von lovelybooks.de :)

  

Und zu guter Letzt habe ich Walter Moers "Rumo und die Wunder im Dunkeln" als Hörbuch abgebrochen. Ich habe schon lange nicht mehr weitergehört und ich konnte mich mit Rumo nicht wirklich anfreunden. Hoffentlich klappt es mit dem Buch "Die Stadt der träumenden Bücher" besser...
Dafür habe ich das wirklich lustige Hörbuch von Susanne Fröhlich "Frisch gepresst" angehört und mich prächtig amüsiert. Kinder kriegen? NEIN DANKE :D

Jetzt mach ich mich bald auf die Suche nach einem neuen Hörbuch. Aber ich habe da schon was im Sinn... ;)

15.02.2011 um 11:23 Uhr

[Hörbücher] Geburtshelferlein

von: Jari   Kategorie: Hörbücher

Inhalt:

Frisch gepresst - das ist Claudia. Claudia ist die Tochter von Frau Schnidt und ihrem Christoph. Während Claudia all das tut, was man als Neugeborene so tut, hat ihre Mutti mit ganz anderen Sorgen zu kämpfen.
Frau Schnidt verbringt nämlich die ersten Tage nach der Geburt stationär im Krankenhaus. Eingepfercht mit drei anderen Frauen, die gerade entbunden haben und die auch wieder mit ihren eigenen Sorgen und Problemen zu tun haben. Dazu kommen Männer, Chefs und Presshelfer, die das Ganze auch nicht gerade einfacher machen...

Meine Meinung:

Susanne Fröhlich liest ihr Buch "Frisch gepresst" selbst und versetzt uns so direkt in den Entbindungsraum. Schliesslich wird hier frisch gepresst.
Fröhlich gibt ihrer Protagonistin eine charakterstarke Stimme und auch die anderen auftretenden Personen werden mit den passenden Stimmen versorgt.

Dabei kämpft sich Frau Schnidt durch mehrere Tage Krankenhausaufenthalt nach der Geburt ihrer Tochter. In diesen fünf Tagen erlebt sie alles, um zu verstehen, warum viele Frauen nach der Geburt gleich wieder nach Hause verschwinden. Man lernt ihre Zimmergenossinnen (und deren Männer) kennen, man trifft auf übereifrige Ärzte in der Ausbildung und macht gelegentlich einen Abstecher in die Vergangenheit und erfährt so, wie es dazu gekommen ist, dass Claudia zur Welt kam.

Der Grundton des Hörbuches ist ironisch und trocken. Man kann sich gut in Frau Schnidts Lage versetzen und ihre Schlagfertigkeit, die auch vor sich selbst nicht Halt macht, bringt den Hörer oft zum Lachen und in gute Stimmung. Man kann das Hörbuch gut nebenher hören und sich dabei gut amüsieren.

Leider ist der Genuss viel zu kurz, nach gut einer Stunde ist schon wieder Schluss. Meiner Meinung nach hätte das Hörbuch gut ein paar Minuten mehr vertragen. Ausserdem nimmt es mich Wunder, wie sich unsere Protagonistin mit Mann und Tochter im Alltag so schlägt, doch die Geschichte selbst spielt sich bloss im Krankenhaus ab.

Fazit: 

Ein viel zu kurzes, aber durchaus lustiges Hörbuch über Babies, Mütter und Krankenhäuser.
Wer eigene Kinder hat, wird sich beim Hören an die Zeit nach der Geburt zurückerinnern, und wer sich vorgenommen hat, keine Kinder zu bekommen, wird nach Abschluss des Hörbuches noch fester an diesem Vorsatz halten.
Somit ein Hörbuch für jene, die wenig Zeit haben und sich z.B. eine Autofahrt etwas versüssen möchte. Für Eltern sehr geeignet und für zukünftige Eltern eine gute Vorbereitung auf die erste Zeit nach dem Pressen.
 
 
Susanne Fröhlich
Frisch gepresst
 
Autorenlesung
1 CD
 
Eichborn Verlag
978-3-821-85424-3 

 

14.02.2011 um 13:15 Uhr

Jari liest... Paul Auster

von: Jari   Kategorie: Jari liest...

Rückentext:

Der Schriftsteller Sidney Orr ist nach einem Unfall auf dem Weg der Genesung. Als er ein wundervolles blaues Notizbuch kauft, verschwindet seine Schreibhemmung. Die Geschichten fliegen ihm nur so zu. Eine gebiert die andere, bis ihm dämmert: Sie führen immer häufiger in ausweglose Situationen. Wie sein Leben. Seine Frau verschliesst sich vor ihm und hütet ein Geheimnis. Was ist da im Spiel? Zufall? Magie?

  

14.02.2011 um 10:51 Uhr

Jari hört... Susanne Fröhlich

von: Jari   Kategorie: Jari hört...

Beschreibung:

Von führenden Hebammen empfohlen! Da wird der Kreissaal zum Kreischsaal: Mit schrägem Witz und viel Sinn für die Absurditäten beschreibt die Erfolgsautorin Susanne Fröhlich fünf Tage im Leben von Frau Schnidt. Fünf Tage, die sie nach der Entbindung im Krankenhaus verbringt. Fünf Tage voller Turbulenzen, Erinnerungen und Einsichten in das Leben von Männern, Frauen und Kindern.

Da ich mit Rumo leider nicht weiterkam, entschloss ich mich dazu, mich mal wieder mit etwas Lustigem. 

13.02.2011 um 01:26 Uhr

[Rezension] Mein Name ist R

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

An seinen Namen kann R sich nicht mehr erinnern. Auch nicht an seinen Beruf. Was er weiss, ist, dass er elegante Kleidung trägt. Und dass er ein Zombie ist. Warum? Wie? Seit wann? All diese Frage kann er nicht beantworten. Rs Zeitvertreib besteht aus rumstehen, stöhnen, sich einsilbig mit seinem Mit-Zombie M unterhalten und Gehirne essen.

Dann geschieht etwas Sonderbare und was eine ganz normale Jagd hätte sein sollen, verändert nicht nur R von Grund auf, sondern die ganze Welt.
Nachdem R das Gehirn eines Jungen gefressen hat, wird er auf ein Mädchen aufmerksam. Julie. R wird von Erinnerungen durchflutet, die nicht die seinen sind. Es sind Perrys Erinnerungen. Erinnerungen an Zeiten mit Julie, an Zeiten bevor Julie. Erinnerungen.

Im Affekt rettet R Julies Leben und mehr und mehr verliebt er scheint er sich in das Mädchen zu verlieben. Doch kann ein Herz, das schon so lange still steht, für jemanden schlagen? Vor allem, wenn es sich dabei um einen Menschen handelt?

Doch ohne es zu wissen, setzten R und Julie eine Welle in Bewegung, die nichts mehr aufzuhalten scheint... 

Meine Meinung:

Isaac Marions "Mein fahler Freund" ist ein Buch mit einer neuen Idee. Nicht nur gibt es hierzulande noch nicht sehr viel Literatur zum Thema "Zombies", ausserdem mixt Marion das Ganze noch mit einer sehr speziellen Liebesgeschichte. Doch was mich an diesem Buch am meisten begeistert hat, ist, dass Marion nicht einfach nur einen typischen 0815-Zombiestreifen in Romanfassung gepresst hat, sondern, wie eben schon erwähnt ein wirklich spezielles, eigenständiges Werk geschaffen hat.

Marion bietet in seinem Buch eine ganz neue Sicht auf die Untoten. Zwar geht es auch in "Mein fahler Freund" erstmal darum, genügend Hirne zu fressen, doch schon nach den ersten Sätzen merkt man, dass R anders ist, als seine Zombiekollegen. Ausserdem ist er total anders als das Bild der Zombies, das wir in unseren Köpfen haben. R ist sensibel, nachdenklich, melancholisch. R ist nahezu menschlich.
Ausserdem hat Marion die Zombies nicht einfach in Strassenschluchten plaziert, wo sie vor sich hingammeln; die Zombies gammeln in einem verlassen Flughafen und haben eine richtige "Gesellschaft" - sie heiraten, erhalten Kinder, haben sogar eine Schule. All diese Ideen machen dieses Buch zu etwas Anderem, zu etwas Neuem. Hier muss ich jedoch anmerken, dass dies mein erster Ausflug in die literarische Zombiewelt ist, somit habe ich keine wirklichen Vergleichmöglichkeiten mit anderen Werken. Diese Wissenslücke möchte ich jedoch schnellstmöglich füllen.

Wer Isaac Marions Buch liest, sollte sich jedoch darauf einlassen, dass er es nun einmal mit Zombies und einer Welt am Abgrund zu tun hat. Herumfliegende Körperteile gehören zur Tagesordnung. Doch auch tragische Erinnerungen und tiefgründige Gedanken werden im Buch behandelt - und genau das ist es, was dieses Buch auszeichnet. Man fühlt mit einem Zombie mit.
R kann man in seiner stillen Verzweiflung und mit seiner Abneigung dagegen, was er ist, einfach nicht nicht mögen. Und mit jedem seiner feinfühligen Gedanken schloss ich ihn mehr ins Herz.
Nur mit Julie hatte ich anfangs meine Schwierigkeiten. Sie kam mir unreif und ungehobelt vor, wie ein richtiger Teenager eben. Doch dann schien sie auf einmal erwachsen zu werden und schlussendlich fand ich auch sie wirklich cool. 

Fazit: 

"Mein fahler Freund" von Isaac Marion ist ein berührendes Buch zum Mitfühlen, das jedoch einige Fragen offen lässt, dafür mit vielen neuartigen Ideen aufweist.

Wer gerne mal etwas Neues ausprobieren möchte, sollte sich überlegen, dieses Buch zu lesen. Fans von Zombies werden in diesem Buch mit einem frischen Bild der Untoten überrascht.
Da Marion grossen Wert auf das Innenleben der Figuren, vor allem jedoch Rs, legt, ist das Buch auch für jene lesenswert, die gerne in tiefere Ebenen abtauchen und sich mit den Gefühlen und Gedanken anderer auseinandersetzen.

Mein abschliessendes Fazit ist, dass es sich bei "Mein fahler Freund" um ein wirklich ergreifendes Buch handelt, das mich von der ersten Seite an emotional gepackt hat, auch wenn ich bei manchen Dingen noch nicht ganz durchblicke. Sicherlich werde ich in nächster Zeit gedanklich wieder in dieses Buch zurückkehren - es lohnt sich!

Isaac Marion
Mein fahler Freund
HC mit Schutzumschlag, 2011
Klett Cotta

978-3-608-93914-9
erscheint am 21.02.2011

Aus dem Amerikanischen von Daniel Sundermann
Originalausgabe: Warm Bodies
Atria Books, New York 2009

10.02.2011 um 14:54 Uhr

[Challenges] 12 Bücherzeiten #2 - Dein Leseverhalten

von: Jari   Kategorie: Challenges

 
1. In welcher Zeit liest du ein Buch mit 500 Seiten?
Das kommt, wie bei jedem anderen Buch, ganz auf den Spannungsfaktor an. Ich würde sagen, dass ich dafür 2 - 5 Tage brauche. Ein spannendes und packendes Buch kann ich innerhalb zwei Tagen weglesen, ist es eher spröde, brauche ich dafür schon die 5 Tage, bis ich es durch habe.
 
2. Wie lange brauchst du für 50 Seiten?
Etwas weniger als eine Stunde, 50 Minuten ca. 
 
3. Was tust du, wenn ein Buch dich nicht fesselt? Abbrechen oder nochmal eine Chance geben?
Ich gebe grundsätzlich jedem Buch seine Chance. Es kommt sehr selten vor, dass ich ein Buch abbreche, d.h. es ist ein wirklich schlechtes Buch, wenn ich abbreche. Normalerweise quäle ich mich auch durch die öden Bücher. Dafür schreibe ich dann einfach die schlechte Rezi, die das Buch verdient ;) 
 
4. Was bremst dich beim Lesen aus? Was beschleunigt dich beim Lesen? 
Ausbremsen tut mich meine momentane Kondition. In den letzten zwei Monaten habe ich praktisch nichts anderes gemacht, als gelesen. Jetzt macht es einfach keinen Spass mehr. Das ist sehr traurig...
Dazu kommen natürlich "normale" Bremser, wie eine langweilige Geschichte oder ein langweiliger Schreibstil.
Was ich mich sehr stark ausbremst, ist ein Charakter, den ich nicht mag. Das erlebe ich gerade an meiner jetztigen Lektüre. Das Buch an für sich ist toll und die männliche Hauptperson finde ich toll, mit der weiblichen kann ich mich jedoch überhaupt nicht anfreunden und sie verdirbt mir so ziemlich jeden Spass am Lesen. Wie schade...
 
Beschleunigt werde ich natürlich durch Spannung, Spass und Freude an der Geschichte. Das Übliche halt. Seltsamerweise lese ich auch schneller, wenn es sich um ein Buch mit kurzen Kapiteln handelt, weil ich dann immer denke: "Ach, das Kapitelchen schaffste auch noch!"
 
5. Zeige ein Buch deines zuletzt gelesenen Buches. (optional)
Von "Engelskuss" habe ich kein Foto, dafür habe ich eines meiner aktuellen Lektüre. Ich bin so frech und poste einfach mal das:
 

10.02.2011 um 13:49 Uhr

[Stöckchen] Entweder oder

von: Jari   Kategorie: Bücherstöckchen

Sternthaler (http://sternthaler75.blogspot.com/) hat mir ein Stöckchen zugeworfen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich es vor einigen Jahren schon einmal gemacht habe, aber  das hält mich nicht davon ab, das Stöckchen trotzdem noch einmal auszufüllen ;)
 
Gebunden oder Taschenbuch? 
Früher hätte ich sofort gesagt, dass ich gebunden bevorzuge, weil die einfach schöner sind. Was auch stimmt. Aber seit einem Jahr (oder etwas mehr) habe ich die Taschenbücher wieder zu schätzen gelernt. Vor allem deshalb, weil sie einfacher zu transportieren sind. Ein Hardcover passt nun einmal wirklich schlecht in meine Handtasche, ein TB kann man da einfach reinstopfen. Und da Taschenbücher eh nur Abfallprodukte sind, muss man ihnen auch nicht wirklich Sorge tragen. Bei Hardcovern bin ich immer vorsichtiger. 
Huch, ich bin ein Rassist!
 
Amazon oder Buchhandel? 
Buchhandel! (Und davon sind Thalia und Co. ausgenommen => das sind keine Buchhandlungen, sondern riesige Fressmaschinen, die alles kaputt machen). Ich liebe Buchhandlungen und kann an keinem vorbeigehen, es ist einfach nicht möglich.
Leider bin ich jetzt, wenn ich deutschsprachige Bücher will, auf Amazon angewiesen, auch wenn ich sicher bin, dass Amazon keinen Deut besser ist als Thalia. Aber wenn ich in meiner Buchhandlung Bücher bestelle, bezahle ich wahnsinnig viel Porto, wenn ich mir die Bücher nach Dänemark schicken lassen will.
Zum Glück kann ich mich auf meinen SUB verlassen ;)
 
Lesezeichen oder Eselsohr? 
ARGH, bitte keine Eselsohren! Das ist ja schrecklich! Nein nein, da hab ich meine Lesezeichen. Punkt. Und wenn mal kein typisches Lesezeichen vorhanden ist, kann man immer noch improvisieren. Ich habe mal ein Blatt Klopapier als Lesezeichen benutzt (hey, es war nix anderes da!). Auch Kassenzettel funktionieren gut. Aber Eselsohren? Also wirklich!
 
Ordnen nach Autor, Titel oder ungeordnet? 
Eine gewisse Zeit lang hatte ich meine Bücher sortiert nach HC, TB und Fach/Sachbücher/Comics. Jetzt habe ich Belletristik & Fach/Sachbücher/Comics. Innerhalb dieser Sortierung geht es natürlich nach Autor. Irgendwann hab ich jedoch vor, die Bücher nach Farbe zu sortieren, einfach so ;) Oder irgendwann vielleicht auch nach Verlag.
 
Behalten, wegwerfen oder verkaufen?
BEHALTEN. WTF wegwerfen? Ich habe den Fehler, mein Regal auszumisten ein Mal gemacht - nie wieder. MEINE BÜCHER. PFOTEN WEG!
 
Schutzumschlag behalten oder wegwerfen?
WER WIRFT BITTESCHÖN DEN SCHUTZUMSCHLAG WEG?
 
Mit Schutzumschlag lesen oder ohne?
Ohne. Früher mit, aber seit der Umschlag trotz sorgfältiger Pflege Risse bekam, habe ich festgestellt, dass man ihn auch gut entfernen kann *g* 
 
Kurzgeschichten oder Roman?
Lieber Roman. Kurzgeschichten. Ab und zu auch ganz nett.
 
Aufhören, wenn man müde ist oder wenn das Kapitel zu Ende ist? 
Wenn das Kapitel zu Ende ist, natürlich. Gut, wenn mir die Augen wirklich weh tun, dann höre ich auch zwischen drin auf, aber lieber natürlich wenn das Kapitel zu Ende ist. Das passt einfach am besten.
 
"Die Nacht war dunkel und stürmisch" oder "Es war einmal"?
Ersteres. Irgendwie. 
 
Kaufen oder leihen?
Kaufen. MEINE Bücher. Wie oft muss ich das noch sagen? 
Ja, ich bin besitzergreifend.
 
Neu oder gebraucht?
Neu viel, viel lieber. Aber seit letztem Jahr kann ich auch gebrauchte Bücher lesen. Als ich noch in der Buchhandlung gearbeitet habe, war ich dazu nicht in der Lage. Aber die gebrauchten Bücher müssen noch über bestimmte Anforderungen verfügen. Gebrochene Rücken und zerlesene Seiten sind ein No-Go. 
 
Kaufentscheidung: Bestsellerliste, Rezension, Empfehlung oder Stöbern?
Rezension, Empfehlung, Stöbern und persönliches Gutdünken. Bestellerliste? Twilight? Nein Danke. 
 
Geschlossenes Ende oder Cliffhanger?
Geschlossenes Ende bitte. Auch bei Serien. Ich mag in sich abgeschlossene Romane um einiges lieber. 
 
Morgens, mittags oder nachts lesen?
Wann immer man Zeit hat? Obwohl ich die Sonnenstunden bevorzuge, da es für meine Augen besser ist, wenn ich im Sonnenlicht bzw. natürlichen Licht lese.
 
Einzelband oder Serie?
Einzelband. Ich mag diese momentane Manifestierung auf Serien nicht. Da ist man gezwungen, die anderen Bände auch zu kaufen und es ist gerade im Trend, zu jeder Serie zehn Bände zu lesen. Will ich verpflichtet sein, zehn Bände zu lesen? Nein. Ausserdem sehen angefangene Serien im Regal einfach nicht hübsch aus. 
 
Lieblingsserie?
Die Psy-Challenging-Serie von Nalini Singh. 
 
Lieblingsbuch, von dem noch nie jemand etwas gehört hat?
"Eine Zeit ohne Tod" von José Saramago. Von Saramago haben einige schon mal ein bisschen was gehört, aber viele kennen nur "Stadt der Blinden". Dafür ist "Eine Zeit ohne Tod" ein wirklich tolles Buch. 
 
Lieblingsbuch, das du letztes Jahr gelesen hast?
Die Bücherdiebin von Markus Zusak. 
 
Welches Buch liest du gegenwärtig?
"Mein fahler Freund" - Isaac Marion
"Medizinische Soziologie" - Johannes Siegrist
"Berliner paplerne" - Anne B. Ragde 
 
Lieblingsautoren?
José Saramago, Catherine Jinks und Nalini Singh natürlich. 
 
Stöckchen kann mitnehmen, wer will. 

09.02.2011 um 20:53 Uhr

[AA - Alles Andere] Blogaward #3

von: Jari   Kategorie: AA - Alles Andere

BlueNa (http://bluenaversum.blogspot.com/) hat mir einen Award verliehen! Vielen Dank dafür, ich freue mich wirklich sehr :)
 
Der Award: 
 
 
Ist er nicht süss? Ich mag die Farbe ;)
Ach ja, ein paar Regeln gibt es angeblich auch. Mal sehen:
 
Regeln: 
 
1. Danke der Person, die dir den Award gegeben hat und verlinke sie im deinem Post (check, hab ich gemacht. Nochmal danke, BlueNa :D)
2. Erzähl uns sieben Dinge über dich (öhm... muss ich mal kurz überlegen)
3. Vergib den Award an 15 kürzlich entdeckte, neue Blogger
4. Kontaktiere die Blogger und lass sie wissen, das sie den Award bekommen haben
 
Sieben Dinge über mich: 
 
  1. Mein Lieblingswort ist "Skumfidus" (dänisch für Marshmellow), am liebsten in Grossbuchstaben bzw. laut! Dazu habe ich sogar ein Figürchen erfunden, das in Brenderup zu meinem Markenzeichen wurde.
  2. "Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust" - ich habe auch eine dunkle Seite (die momentan leider die Oberhand hat). Ich bevorzuge es aber, wenn diese Seite sich wieder dahin verkriechen würde, wo sie herkommt. Oder auszieht. Oder was auch immer.
    Oft kämpfe ich wirklich mit diesen beiden Seiten. Die eine möchte überall hinreisen, die andere wünscht sich ein Haus mit Garten. Die eine Seite will ein freies, wildes Leben, während die andere es sich gerne mit einem Buch gemütlich macht. Ist ja klar, dass ich oft nicht weiss, was ich will!
  3. Ich lerne gerne. Ich mag Grammatik. Und Sprachen. Ich lese Fachbücher, einfach nur weil das Thema interessant klingt. Ich höre aufmerksam zu, wenn mir jemand irgendetwas erklärt, das mit interessiert. Ich wünschte, ich hätte Biologie und Physik und Chemie in der Schule gehabt. Ich wünschte, ich wäre weise(r). Aber wiederum denke ich, dass es einen wahnsinnig macht, alles zu wissen. Aber ja, ich lerne gerne.
  4. Meine Lieblings- und vor allem meine Krafttiere sind der Fuchs, die Eule und der Elefant. Ich sammle gerne Dinge, die mit diesen Tieren zu tun hat. Einer meiner besten Freunde ist mein Plüschfuchs aus Ungarn namens Róka (ungarisch für Fuchs - sehr einfallsreich, ich weiss). Ausserdem plane ich, mir diese Tiere als Tattoo stechen zu lassen.
  5. Ich habe eine sehr esoterische Seite. Ja, ich glaube an Traumdeutung, Handlinien und Horoskope (NICHT die Zeitungshoroskope! Also bitte!) Ich glaube, dass all diese Dinge einen wahren Kern haben, man sollte sie jedoch nicht zu ernst nehmen. Aber als jemand, der noch immer bzw. wieder auf der Suche nach sich selbst ist, können diese Dinge sehr hilfreich sein und einen auch einen gewissen Halt geben.
  6. Wenn es mir schlecht geht, bete ich. Gehört wohl auch zu meiner esoterischen Seite, aber hier gebe ich es zu. Ja, ich gehöre zu jenen Scheinheiligen, die nur dann beten, wenn es nicht gut um sie steht. Ich bin kein Atheist, sondern Agnostiker und das Gute daran ist, dass man sich seinen Glauben sozusagen selber zusammenschustern kann. Somit stehe ich in keinem Widerspruch wenn ich sage, dass ich an eine gottähnliche Existenz und an die Wiedergeburt glaube. Aber wirklich wissen tun wir es nicht, können wir nicht, dafür ist der Mensch viel zu klein und zu bedeutungslos.
  7. Ich liebe Zombies!!!
So, das waren sieben nutzlose Dinge über mich.
Weitergeben möchte ich den Award an Sandsturm's Bücherkiste (http://www.blogigo.ch/Sandsturm)! Das sind war nicht 15 Blogs (sagen wir es so, ich bin sehr schlecht in Mathe) und auch nicht mehr sooo neu entdeckt, aber das braucht ja keiner zu wissen ;)

08.02.2011 um 09:48 Uhr

[Challenges] Tage vergehen #5

von: Jari   Kategorie: Tage vergehen

Dieser Eintrag war nun spätestens gestern fällig. Aber heute klappt auch ganz gut.

 

Gelesen hab ich einiges, u.a. "Léon und Louise" in nur zwei Tagen. Leider hab ich momentan die Lust zu lesen eher verloren, was ich echt schade finde. Momentan lese ich nämlich ein weiteres vorablesen-Buch:
 Isaac Marion - Mein fahler Freund

 

 

Hoffentlich kommt die Lesestimmung bald zurück, denn auf den ersten Seiten ist das Buch wirklich gut! 

Momentan lese ich ausserdem zwei andere Bücher:

Medizinische Soziologie von Johannes Siegrist, ein sehr interessantes Fachbuch u.a. über die Rolle der Gesellschaft bezüglich der Entwicklung von Krankheiten. Es ist ein Lehrbuch für Medizinstudenten, aber ich lese es aus reiner Neugierde.

Dann lese ich noch ein dänisches Buch, das mir Tinky mitgebracht hat. Er meint, ich könne es gut lesen. Scheinbar dachte er, das Buch sei, aufgrund der Covergestaltung wahrscheinlich, ein luftig-leichter Frauenroman. Ist es aber nicht. Anne B. Ragdes "Berlinerpaplerne" (Berliner Pappeln) ist eher deprimierend und nicht ganz so leicht zu lesen. Viele Wörter kenne ich nicht, so viele, dass ich sie gar nicht mehr nachschlage.
Aber hey! Ich habe ein Buch geschenkt bekommen! Einfach so! :D

Da der Monat Januar zu Ende ist, wurden natürlich wieder die üblichen Listen fällig. Wobei mir auffällt, dass ich letztes Jahr meine Fortschritte bezüglich des SWLs etc. in eigenen Beiträgen geführt habe. Aber das muss ich jetzt nicht mehr tun, dafür gibt es die Seitenleiste ;)

Zum Buch des Monats Januars wurd Alan Bradleys "Flavia de Luce: Mord im Gurkenbeet" gekürt.
Im ganzen Monat Januar habe ich 12 Bücher gelesen. Das sind drei Bücher mehr als letzen Januar, da habe ich 9 Bücher gelesen.
Ausserdem habe ich mich dazu entschieden, ein Wertesystem einzuführen. Dies wird aber bloss Ende Monat für die Bücherlisten verwendet. In die Rezensionen wird KEIN Wertesystem eingebunden.

Am 31.12.2010 hatte ich 102 Bücher auf dem SUB. Ende Januar waren es noch 96. Der SUB-Abbau geht somit voran, acht Bücher weniger wurden verzeichnet. 

Am fünften Februar fand dann die Leserunde zum Buch "Hundeherz" von Kerstin Ekman auf dem Plan. Leider ist das Buch so kurz, dass man da gar nicht viel darüber diskutieren kann. Ich hatte es noch am selben Tag durch.

Momentan spiele ich übrigens mit dem Gedanken, mein aktuelles Hörbuch von Walter Moers "Rumo und die Wunder im Dunkeln" abzubrechen. Die Geschichte hat mich bisher zu wenig gepackt und ich höre es nur sporadisch... Wahrscheinlich werde ich mich wieder dem unterhaltenden Genre zuwenden. 

07.02.2011 um 23:18 Uhr

[Quicknews] Zum Thema Kettenbuchhandlungen

 

Wie gewisse Kettenbuchhandlungen beste Konditionen bei den Verlagen erpressen, ist schon länger bekannt, nun stellt sich heraus, dass unsere allseits beliebt-bekannten Grossbuchhandlungen nicht in der Lage sind, ihre riesigen Flächen zu bezahlen. Wer soll dafür aufkommen? Die Anderen natürlich.
Der AUB - Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Buchhandlungen hat sich nun mit einem offenen Brief zu Wort gemeldet.
 
Hier der Brief:
(Quelle: boersenblatt.net -> http://www.boersenblatt.net/412699/)
 
Liebe Verlage,

wir kleinen und mittleren Sortimente fühlen mit Ihnen. Bitte seien Sie unserer aufrichtigen Anteilnahme versichert!

Erst mussten Sie sich von den Ketten Konditionen abpressen lassen, die nicht zu rechtfertigen waren, nicht zu rechtfertigen sind und niemals zu rechtfertigen sein werden. Beflügelt von diesen vielen Konditionenwundern eröffneten die Ketten große Flächen, mit denen sie vielerorts Ihre bis dahin besten Kunden, die inhabergeführten Mitbewerber, im Handumdrehen platt zu machen vermochten. Nun, da größere unabhängige Sortimente weitestgehend verdrängt sind, eröffnen uns die Ketten, dass die großen Flächen gar nicht wirtschaftlich zu betreiben sind. Das wussten wir - und Sie - zwar auch vorher schon. Jedoch haben Sie - und unfreiwillig auch wir, irgendwo mussten Sie den Ausgleich ja wieder eintreiben - diese Marktverwerfungen befördert. Nur nebenbei: Solch rabiate Machtausübung als ´Strukturwandel´ zu verharmlosen, wäre lachhaft ... wenn es nicht zum Weinen wäre.

Nun, da in den Innenstädten und Einkaufszentren nur noch Ketten mit zu großen Flächen herrschen, wird die nächste Stufe gezündet. Da sagen die Ketten, dass ihre bloße Anwesenheit in den Zentren gefälligst von den Verlagen (mit)finanziert werden müsse! (Die Idee ist super, wir kleinen und mittleren Sortimente müssen mal drüber nachdenken, ob wir etwas Ähnliches erfinden können.) Lassen Sie uns raten. Natürlich werden Sie auf diese Ansinnen eingehen - schließlich ist es verdammt schwierig umzukehren, wenn man einmal auf eine schiefe Ebene geraten ist. Wir können Ihnen da ein leidvoll Liedlein singen, denn auch wir sind - nicht ohne Ihr Zutun - auf einer schiefen Ebene unterwegs. Vielleicht sollten wir uns zusammensetzen, damit wir Ihnen ein paar Ideen vorlegen, wie Sie die kommenden, abermals nicht zu rechtfertigenden Über-Konditionen an die Ketten wieder hereinholen können. Denkbar wäre eine Spendensammlung bei den Resten des unabhängigen Sortiments. Oder wir senken den Standardreiserabatt von 40 auf 35 Prozent  (30 Prozent geht leider nicht, da machen die Banken nicht mehr mit). Wäre Ihnen damit vorerst geholfen?

Mit mitfühlenden Grüßen 
Ihr AUB-Vorstand

Eine Frage zum Schluss: Wie lange wollen Sie sich das eigentlich noch antun und Schippe um Schippe Ihre eigenen Ruhestätten schaufeln?