Jaris Büchergebrabbel

30.06.2011 um 19:45 Uhr

[Challenges] TopTenThursday #20

von: Jari   Kategorie: TopTenTuesday

  
 
10 Bücher, in denen du gerne eine Hauptrolle spielen würdest
 
 
Nury Vittachi - Der Fengshui-Detektiv (Reihe)
 
Es wäre einfach zu toll, an der Seite des verrückten Fengshui-Meisters kuriose Fälle zu lösen! Auch wenn mir sein Gemecker bestimmt irgendwann auf die Nerven gehen würde... ;)
 
 
Jonathan Stroud - Bartimäus (Trilogie - nicht mehr so ganz)

Wer braucht schon Kitty?
 
 
Nalini Singh - Leopardenblut etc. (Psy-Challenging-Reihe)
 
Ich wäre auch gerne ein Gestaltwandler... *träum* Auch wenn es aus mir wohl nur ein Meerschweinchen gäbe... Aber hey, warum nicht? ;)
 
 
Catherine Jinks - Teuflisches Genie
 
Obwohl eine Trilogie, ist hier wirklich nur Band eins gemeint. Ich würde nämlich auch gerne mal wissen, wie es so ist, auf eine Schule für zukünftige Bösewichte zu gehen :D Ausserdem würde ich gerne mit Gazo abhängen!
 
 
Eoin Colfer - Artemis Fowl (Reihe)
 
Gegen so einen Artemis Fowl als Verlobten hätte ich nichts einzuwenden ;) (wer braucht schon Edward Cullen?!)
 
 
Yasmine Galenorn - Die Schwestern des Mondes (Reihe)
 
Ich wäre gerne die Vierte im Bunde :D
 
 
Isaac Marion - Mein fahler Freund
 
Wer würde nicht gerne mit einem Zombie durch die Lande fahren?
 
 
José Saramago - Eine Zeit ohne Tod
 
Weil ich einfach zu gerne wüsste, was aus unserer Gesellschaft wird, wenn plötzlich keiner mehr stirbt.
 
 
Cornelia Funke - Herr der Diebe
 
Durch Venedig streifen...
 
 
Garth Nix - Die Schlüssel zum Königreich (Reihe)
 
Ich möchte gerne die Bekanntschaft von Susi Türkisblau schliessen. Und mit Arthur durch die Welten streifen :)
 
Thema der nächsten Woche: Die 10 besten Buchreihen
(diese Frage habe ich mit diesem Eintrag beinahe schon beantwortet ;) 

29.06.2011 um 10:32 Uhr

[Rezension] Ihr seht aus wie Kartoffeln

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Maik ist reich. Reich und langweilig. So langweilig, dass er noch nicht einmal zur Geburtstagsparty von Tatjana eingeladen wird, in die Maik so schrecklich verliebt ist.
Tschick heiss eigentlich Andrej Tschichatschow, ist Russe und auch nicht zu Tatjanas Party eingeladen. Russen, Nazis und Idioten sind dort nicht willkommen.

Und dann kreuzt Tschick bei Maik auf. In einem "ausgeliehenen" Lada und die Jungs entschliessen sich dazu, in die Wallachei zu fahren. Um Urlaub zu machen wie ganz normale Leute auch. In einem geknackten Lada...

Meine Meinung:

Wolfgang Herrndorfs "Tschick" ist ein Buch, in dem alles drunter und drüber geht. Der Lada übrigens auch. 

Herrndorf lässt Maik seine Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählen und zwar so, wie ein ganz normaler Fünfzehnjähriger redet. Deswegen geht an manchen Stellen die Grammtik schon einmal flöten, aber ich fand, dass dies die Authenzität des Buches erhöht hat. Denn auf diese Weise hat man Maiks Stimme konstant ihm Ohr und es ist fast so, als würde er neben einem sitzen und die ganze verrückte Geschichte erzählen.

Dabei ist die Sprache nicht nur authentisch, sondern auch mit einem sehr trockenen Humor ausgestattet. Das Buch ist durch und durch witzig, nicht nur die Abenteuer der Jungs sind genial, sondern auch die Jungs selber. Ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen, ich musste einfach wissen, wie es weitergeht.

Tschick und Maik tuckern quer durch die Umgebung Berlins und obwohl Landschaftsbeschreibungen vorkommen, so lebt das Buch doch von seinen Figuren. Nicht nur Tschick und Maik sind wahre Originale, der Autor lässt noch viele andere kurlige Personen auftauchen. Die Sprachtherapeutin, Ina oder der letzte Einwohner eines verlassenen Dorfes, der mit der Flinte auf den Lada schiesst.

Herrndorf wartet mit originellen Einfällen auf und Maiks einfache Sprache lassen das Buch zu einem richtigen Page-Turner werden.
So erleben wir mit, wie die beiden Jungen sich anfreunden und langsam über sich hinauswachsen. Vor allem Maik, der sich zu Beginn des Buches noch fast gar nichts traut, entwickelt sich ein grosses Stück weiter. Ob nun zum Guten oder zum Schlechten, das bleibt dem Leser überlassen.

Mich rührte vor allem die Freundschaft, die zwischen Tschick und Maik entsteht. Während Maik Tschick anfangs noch misstraut und ihn lieber loswerden will, werden sie durch die Abenteuer, die sie erleben, zu richtigen Freunden und stehen auch füreinander ein. Man merkt sofort, dass die beiden ein tolles Team sind. Und vielleicht hätten sie es sogar bis in die Wallachei geschafft - Ich hätte es ihnen gegönnt! Auch wenn keiner zu Beginn überhaupt wusste, wo die Wallachei liegt... 

Das Ende war für mich zwar nicht wirklich zufriedenstellend, aber hier wurde darauf zurückgegriffen, wie so ein Abenteuer auch im realen Leben ausgegangen wäre. Somit trübt der Schluss meine Freude an diesem Buch nur wenig.

Obwohl in "Tschick" zwei Jugendliche die Hauptrolle spielen, würde ich das Buch nicht als Jugendbuch bezeichnen und auch nicht zu jungen Lesern empfehlen. Vieles, das in diesem Werk angesprochen wird, ist nur zwischen den Zeilen vorhanden. Man erfährt viel über das Leben, das Erwachsenwerden und unseren Alltag, aber ohne dass es direkt angesprochen wird. 

Fazit: 

"Tschick" ist ein Buch, das man unbedingt im Sommer lesen solle. So kommt volle Stimmung auf wenn Maik und Tschick durch Deutschland fahren.
Wer Coming-of-Age-Bücher mag, sollte mal einen Blick riskieren. Auch Leser, die lustige Bücher schätzen, denn Tschick ist lustig durch und durch. Jene, die Roadmovies mögen, werden "Tschick" lieben.

Wie schon erwähnt, würde ich das Buch erst ab einem gewissen Alter empfehlen. Junge Erwachsene werden ihren Spass mit den beiden Ausreissern haben und vielleicht plötzlich selber Lust bekommen, die Welt zu entdecken. Ältere Leser werden die Feinheiten, mit denen "Tschick" aufwartet, jedoch eher herausspüren können.

Ich bin noch immer begeistert von diesem Buch und habe grosse Lust, es gleich noch einmal zu lesen! 

Wolfgang Herrndorf
Tschick
HC mit Schutzumschlag, 6. Auflage 2010
Rowohlt

978-3-87134-710-8

28.06.2011 um 23:06 Uhr

Jari liest... Marjorie M. Liu

von: Jari   Kategorie: Jari liest...

Rückentext:

Während des Tages ist Maxine Kiss unverwundbar, geschützt von den magischen Tätowierungen auf ihrem Körper. Nachts jedoch lösen sich die Tattoos von ihrer Haut und verwandeln sich in Dämonen - und die junge Frau wird wieder zu einem verletzlichen Menschen. Maxine und ihre "Jungs" sind die Einzigen, die zwischen unserer Welt und den grausamen Mächten der Finsternis stehen. Doch wie lange werden sie sich dem Bösen noch entgegenstemmen können?

28.06.2011 um 20:09 Uhr

[BücherStöckchen] Bist du bibliophil?

von: Jari   Kategorie: Bücherstöckchen

(Was für eine Frage, natürlich bin ich das!)
Dieses Stöckchen geistert momentan gerade auf allerlei Blogs herum. Also hab ich es auch einmal mitgenommen. Von: http://prettytigerbuch.blog.de
 

[x] Du gehst nie ohne Buch aus dem Haus.

[x] Dein Bücherregal nimmt den größten Teils deines Zimmers ein. (meine BücherregalE, bittesehr!)

[x] Du teilst dein Bett mit Büchern. (ich bin mal eingeschlafen mit einem Buch im Bett, rundherum verteilt sind sie sowieso)

[ X ] Du inhalierst den Geruch von Büchern.

[ X ] Du streichelst Bücher.

[ ] Du kaufst jedes Mal etwas, wenn du in eine Buchhandlung gehst. (dafür reicht mein Geld nicht aus...)

[ ] Dein SuB ist dreistellig und tendiert zur Vierstelligkeit. (nicht mehr!)

[x] Du unterhältst dich mit den Buchcharakteren.

[x] Du gibst im Monat mehr Geld für Bücher, als für Lebensmittel aus. (ich ernähr mich doch eh nur von Cola ;)

[x] Du bereist die Orte, die in deinen Büchern genannt werden. (ich bin ein paar Mal im Kreis gelaufen, um das La Fenice zu finen ;)

[x] Du hälst Bücher für eine bessere Altervorsorge, als Aktien etc.

[ ] Du zeltest am Tag der neuen Bucherscheinung deines Lieblingsautor vor der Buchhandlung deines Vertrauens, um als erste/r ein Exemplar zu ergattern.

[x] Deine Familie und Freunde wissen nicht mehr, welches Buch sie dir zum Geburtstag schenken sollen, weil du schon alles hast. (ich hab doch eine Wunschliste! ...und Gutscheine tun's doch auch...)

[x] Du verbindest mit mindestens 1/4 deiner Bücher im Regal ein Ereignis, an das du dich gerne zurück erinnerst.

[x] Bei dem Wort Buch, wirst du sofort aufmerksam. (aber ja doch!)

[ ] Deine Familie und Freunde wissen nicht mehr wie du aussiehst, weil du ständig ein Buch vor der Nase hast.

[ ] Menschen, die Bücher nicht mögen, magst du nicht. (schwer zu entscheiden... es ist definitiv ein Pluspunkt, wenn sie Bücher mögen ;)

[ ] Du gehst auf die Lesung jedes Autors, dessen Buch du im Regal stehen hast.

[x] Du benutzt Bücher als (Kuschel-) Kissen. (auch schon geschehen)

[x] Du vergleichst deine Freunde mit Buchcharakteren. (auch schon geschehen...)

[ ] Deine besten Freunde heißen Bertelsmann, Carlsen, Heyne, Lyx &Co. und heißen alle „Verlag“ mit Nachnamen.

[x] Dein SuB weigert sich verhement dagegen kleiner zu werden. (der sträubt sich extrem und ich tu ihm ein riesiges Mass an Gewalt an, damit er ein wenig schrumpft!)

[ ] Du versuchst Buch-Flatrates mit den Verlagen auszuhandeln.

[ ] Du lernst eine neue Sprache, damit du nicht warten musst, bis das Buch endlich auf Deutsch erscheint.

[ ] Wenn du einmal ein Buch angefangen hast, legst du es bis zum Schluss nicht mehr weg.

[x] Du verleihst keine Bücher, weil du Angst hast, dass jemand deinen Lieblingen Schaden zufügen könnte. (oder dass es gar nicht mehr zurückkommt!)

[x] Man könnte meinen, du besitzt eine eigene Bücherei oder Buchhandlung.

[ ] Deine besonderes Schätze bekommen einen Platz in deiner (gesicherten) Vitrine.

[x] Wenn dich dein Partner vor die Wahl stellt „Ich oder das Buch“, antwortest du „Von welchem Buch reden wir denn?“ (Zitat Tinky: "Sie liebt ihre Bücher mehr als mich." Ich weiss, ich hab den schon einmal gebracht, aber er ist so... passend xD)

[x] Du verbringst mehr Zeit mit Lesen als mit anderen Dingen (Job, Schlafen, Freunde und Familie). (einzige Konkurrenz: Internet)

[x] Du magst keine eBooks. (AARGGHH)

[x] Buchverfilmungen findest du in der Regel schlecht und du hättest es viel besser umgesetzt.

[ ] Du schreibst ein Buch darüber, wie es mit deinen Buchlieblingen weitergeht.

[ ] Du besitzt immer noch das Buch, welches du als erstes gelesen hast.

[ ] Du kennst dich besser mit der aktuellen Beststellerliste aus als die meisten Buchhändler/innen.

Mein Ergebnis:  21 Punkte

0-5 Punkte: Du brauchst dir keine Sorgen machen. Mit dir ist alles in Ordnung. Vielleicht solltest du aber mal öfter ein Buch in die Hand nehmen.

6-10 Punkte: Mit dir ist noch alles in Ordnung. Du bist ein ausgeglichener Viel-Leser, der neben Büchern noch viele andere Hobbies hat.

11-15 Punkte: Dein Zustand ist kritisch. Aber du kannst immer noch damit umgehen, wenn du mal kein Buch zur Hand hast.

Ab 16 Punkten: Bitte besuche sofort ein Treffen der anonymen Bibliophilen! (da bin ich die Vorsitzende!)

28.06.2011 um 15:22 Uhr

[Neuerrungenschaften] Wenn die Postbotin einmal klingelt

von: Jari   Kategorie: Neuerrungenschaften

Wenn die Postbotin einmal klingelt, rennt Jari nach unten und sieht sofort, dass das nette Päckchen für sie ist. Jari erkennt auch, dass es das bestellte Buch von http://www.bloggdeinbuch.de/ ist. Jari ist glücklich. Und wird wohl innerhalb der nächsten Stunden eine Rezi über dieses Buch veröffentlichen:
 
 
 

28.06.2011 um 10:11 Uhr

[Rezension] Abschied nehmen

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Als ihre Tante im Krankenhaus stirbt, verliert die Ich-Erzählerin eine wichtige Person in ihrem Leben. Gemeinsam mit ihrer Familie erlebt sie die letzten Tage der Tante, ihre Krankheit, das Spital. Den Tod. Man kümmert sich um die Beerdigung. Und Erinnerungen kommen zurück...

Meine Meinung:

Es ist nicht einfach Aglaja Veteranyis "Das Regal der letzten Atemzüge" zusammenzufassen und zu rezensieren. Es ist ein wirklich besonderes Buch.

Veteranyi erzählt uns sprunghaft von ihrem Leben, ihrer Familie und ihrer Tante. Sie springt in der Zeit umher und der Leser muss ihr folgen, was ihm jedoch nicht einfach gemacht wird. Auch die Sprache der Autorin ist keine simple, sie erzählt viel mit wenigen Worten. Vieles ist nur angedeutet, oft versteckt sich Veteranyi hinter Metaphern. Ihre kurzen Sätze wirken wie abgehackt, doch wenn man den Vorhang zur Seite schiebt, kommt sehr viel Gefühl, Tiefgründigkeit und eine enorme Masse an Traurigkeit zum Vorschein.

Doch trotz dieser Traurigkeit bringt uns Aglaja Veteranyi ab und zu auch zum Lachen. Denn ihre Verwandtschaft ist einzigartig und Veteranyi schildert sie uns in ihrer ganzen Brilliantheit. Aber auch die Familie trägt ihre Geheimnisse mit sich, doch die Autorin überlässt es dem Leser, herauszufinden, wo sich diese verstecken.

"Das Regal der letzten Atemzüge" ist kein einfaches Buch. Obwohl mit wenigen Worten geschrieben, obwohl sehr kurz, ist es ein bedrückendes Buch. Es nimmt einen gefangen und lässt einen so leicht nicht wieder los. Veteranyis Niederschlagenheit und ihre Verzweiflung gehen allzu leicht auf den Leser über.
Ich hatte das Buch innerhalb eines Nachmittages gelesen und musste mich für den Rest des Tages mit einem unbequemen Gefühl in der Magengegend herumschlagen. Ja, dieses Wort beschreibt das Buch sehr gut: unbequem.

Fazit: 

"Das Regal der letzten Atemzüge" ist nicht für jedermann geeignet. Wer anfällig ist für die Gefühle eines anderen und nicht damit umgehen kann, der sollte dieses Buch nicht lesen.

Aber vor allem Literaten, die gerne eine ausdrucksstarke Sprache lesen, sollten sich Aglaja Veteranyi einmal genauer ansehen. Auch all jenen, die sich gerne mit einem Thema und dem Buch selber auseinandersetzen, könnte dieses Werk gefallen.

Aglaja Veteranyi
Das Regal der letzten Atemzüge
HC mit Schutzumschlag, 2002
DVA

3-421-05377-4 

27.06.2011 um 21:12 Uhr

[Rezension] Geschmäcker sind verschieden

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Seit fünfzehn Jahren ist Annie in soetwas wie einer Beziehung mit Duncan. Duncan ist ein obsessiver Fan von Tucker Crowe, einem Sänger, der vor zwanzig Jahren einmal beinahe berühmt war, dann aber Knall auf Fall von der Bühne verschwand.

Eines Tages flattert eine CD mit Demoaufnahmen von Tuckers erfolgreichstem Album "Juliet" bei Annie und Duncan in den Briefkasten. Der Name der neuen CD: Juliet, naked.
Duncan ist natürlich entzückt von den Aufnahmen, während Annie an ihrer Meinung, dass das Album nicht gut ist, festhält.

Beide veröffentlichen sie ein Review zu "Juliet, naked" im Internet. Duncan ein sehr begeistertes und Annie ihr kritische. Dann merkt Annie zum ersten Mal, dass ihre Beziehung mit Duncan reine Zeitverschwendung war und in ihr wächst der Wunsch, ihr Leben zu verändern.

Dann landet eines Tages eine Mail in ihrem Postfach. Der Absender: Tucker Crowe... 

Meine Meinung:

Nick Hornby ist Nick Hornby und "Juliet, naked" ist Nick Hornby. Nick Hornby, wie wir ihn kennen und lieben. Dennoch kann ich mich immer noch nicht entscheiden, ob ich das Buch jetzt gut finde oder nicht.

Hornbys Schreibstil ist locker und sehr englisch. Der Leser sollte also einen einigermassen sicheren Englischwortschatz aufweisen, um das Buch auch wirklich zu verstehen. Der Humor des Autors ist trocken und einfach herrlich. Typisch Hornby.

Was ich von Annie halten soll, weiss ich bis jetzt auch noch nicht wirklich. Sie wirkte irgendwie fahl. Das aber auch nur manchmal, an manchen Stellen hätte ich sie am liebsten umarmt.
Ansonsten hat Hornby seine Figuren wieder sehr liebevoll gestaltet. Vor allem Tucker ist eine Figur, über die man nur den Kopf schütteln kann, aber die man doch irgendwie mögen muss. Seinen neurotischen Sohn Jackson habe ich vom ersten Moment an geliebt, er ist ein Charakter, wie ihn nur Nick Hornby schaffen kann.

In "Juliet, naked" begegnen uns konstant zerbrochene Menschen, die mehr oder weniger versuchen, ihr Leben wieder in die richtige Richtung zu bringen. Annie, die an ihrer Kinderlosigkeit leidet, Duncan, dessen einzige Leidenschaft Tucker Crowe ist, und Tucker selber, der fünf Kinder von vier verschiedenen Frauen und irgendwann irgendwo seine Kreativität verloren hat.
Es ist ein Buch über das Leben und was wir daraus machen. Darüber, dass es nie zu spät ist und wir immer noch über uns herauswachsen können. Dass wir können, wenn wir wollen.

Trotzdem fragte ich mich an manchen Stellen, was mir das Buch sagen will. Oftmals quälte ich mich durch die Seiten. Die Betrachtungen der Figuren über ihr Leben und ihre Schlussfolgerungen gingen oft spurlos an mir vorüber.
Dies änderte sich jedoch zum Besseren ab dem Moment, in dem Tucker (und Jackson) auftauchen. Das Buch ist durchgehend witzig, aber das Männer-Duo ist absolut genial. Meiner Ansicht nach lebt das Buch vor allem durch diese beiden Figuren. 

Fazit: 

Ein Must für Fans von Nick Hornby, jedoch vielleicht nicht unbedingt als Einsteigerlektüre geeignet.

Geeignet für alle, die sich auf unterhaltsame Art mit einem ernsten Thema beschäftigen wollen. Und obwohl Hornby ein sehr jugendlicher Autor ist, ist "Juliet, naked" bestimmt auch eine Augen öffnende Lektüre für ältere Leser. Da Hornby sich hier an Themen gewagt hat, die einen vor allem später heimsuchen wird.

Und ich sollte mich vielleicht mal entscheiden, ob ich das Buch jetzt mag oder nicht... 

 

Nick Hornby
Juliet, naked
TB, 2009
Penguin Books

978-0-141-02064-0 

27.06.2011 um 09:34 Uhr

[Rezension] Von der Schönheit

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Nachdem sie von ihrem Mann verlassen wurde, fährt Leonora Manin nach Venedig um das zu tun, was sie am meisten liebt: mit Glas zu arbeiten. Doch es ist nicht so einfach, in einem reinen Männerberuf Fuss zu fassen.
Daneben ist sie auch noch auf der Suche nach dem Geheimnis ihres berühmten Vorfahren Corradino Manin, der berühmteste und talentierteste Glasbläser der Geschichte. Doch war er wirklich ein Verräter, wie manche behaupten? Was brachte Corradino dazu, das Geheimnis der Glasherstellung an den französischen König zu verkaufen?

Meine Meinung:

Marina Fioratos Roman "Die Glasbläserin von Murano" spielt in einer schönen und zerbrechlichen Welt: In der der Glasbläser von Murano, die das berühmte und beliebte Murano-Glas herstellen.

Leider hält der Roman nicht, was er verspricht. Zumindest für mich nicht, da es mir allzu sehr wie ein typischer Frauenroman erschien, die ich leider nicht gerne lese.

Die Hauptperson Leonora erschien mir durch das ganze Buch hindurch unreif und verhielt sich eher wie ein pubertierender Teenager als wie eine erwachsene Frau. Ihr dramatisches Selbstmitleid fand ich ebenfalls unnötig.
Auch dass die Autorin auf jeder zweiten Seite erwähnen musste, wie wunderschön Leonora doch sei, missfiel mir. Ich identifiziere mich gerne mit den Personen in einem Buch. Doch wer identifiziert sich schon mit jemanden, der angeblich so schön ist wie die berühmte La Primavera? Überhaupt schienen in diesem Roman alle Figuren irgendeinem Gemälde entstiegen. Leider muss ich sagen, dass ich dies eher unrealistisch fand.

Der historische Teil des Buches gefiel mir um einiges besser. Er war ergreifender gehalten, ohne die übertriebene Dramatik mit der Leonora auftaucht. Leider war dieser Part des Buches um einiges zu kurz gehalten und allzu schnell kam die Autorin wieder auf Leonora zurück.
Da das Buch in der Gegenwart und in der Vergangenheit spielt ist das Buch somit auch kein "reiner" historischer Roman. Meiner Ansicht nach hätte es die Geschichte um Leonora aber eindeutig nicht gebraucht.

Ebenfalls fehlten mir die Angaben, wie viel des Romans erfunden waren und was wirklich geschehen ist. Doch falls das den Leser interessiert, muss er es selber aufarbeiten. Da die Autorin es anscheinend nicht für wichtig empfindet, ihm die historischen Details mitzuteilen.

Fiorato versucht, uns Venedig nahe zu bringen. Jedoch kommt sie leider nicht über den Markusplatz hinaus. Dennoch lässt sich das Buch flüssig lesen, die Seiten fliegen dahin. Die Sprache der Autorin ist eine simple und fordert nicht gross. Die Geschichte ist grösstenteils vorhersehbar, dadurch lässt sich dieser Roman ohne grosse Anstrengung lesen.

Fazit: 

"Die Glasbläserin von Murano" ist ein Buch für Frauen, die Bücher mit realem Hintergrund mögen. 
Wer ein Buch lesen möchte, das einen in ein atmosphärisches Venedig entführt, sollte jedoch die Finger von Fiorato lassen.

Für mich war es leider ein Reinfall. 

Marina Fiorato
Die Glasbläserin von Murano
TB, Neuausgabe 2011
Rowohlt

978-3-499-25642-4

Aus dem Englischen von Carola Kasperek 

26.06.2011 um 21:22 Uhr

[Rezension] Phönix aus der Asche

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Der berühmte Dirigent Helmut Wellauer wird tot in seiner Garderobe aufgefunden. Mitten in der Aufführung von "La Traviata". Zyankali im Kaffee.
Commissario Guido Brunetti macht sich daran, den Fall zu lösen. Er steht unter grossem Druck, denn die Öffentlichkeit pocht darauf, zu wissen, wer der Mörder ist.
Wellauer war ein Genie auf seinem Gebiet, aber auch ein schwieriger Mensch. Brunetti spürt, dass die Lösung genau dort liegt: Im Menschen Wellauer.

Meine Meinung:

"Venezianisches Finale" von Donna Leon ist der erste Krimi um den Ermittler Guido Brunetti, der unterdessen Kultstatus erreicht hat. Vor Kurzen ist mit "Auf Treu und Glauben" der neunzehnte Fall mit und um Brunetti bei Diogenes erschienen.

Mit Commissario Guido Brunetti hat Leon einen durchwegs sympathischen und greifbaren Charakter geschaffen, der sich zwar auch nachdenklich zeigt, jedoch ohne den Leser in ein konstantes Tief zu ziehen.

Dies gefiel mir an Leons Krimi ausgezeichnet. Im Gegensatz zu manchem Genrekollegen schlägt man sich nicht ständig mit einem unangenehmen Gefühl im Magen herum. Die Autorin schafft es, Menschen so zu zeigen wie sie sind: Nicht nur gut, nicht nur böse. Sondern beides. Dabei bleibt das Buch flüssig und unaufgeregt. Genau wie Venedig selbst, in welches wir uns sofort versetzt fühlen.

Man kann sich herrlich in diesem Buch versenken, obwohl es ganz ohne grosses Trara auskommt. Die Auflösung am Schluss ist zum Teil überraschend, obwohl genug Fährten gelegt werden, damit auch der Leser sich die Antwort zusammenreimen kann.

Der Sprachstil Leons ist einfach, ohne zu unterfordern. Sie hat ein Faible für Vergleiche mit griechischen Gottheiten, ein Aspekt, der mir positiv aufgefallen ist. Obwohl das Thema eines Krimis ein ernstes ist, gibt es in "Venezianisches Finale" auch immer wieder etwas zu Lachen, so zum Beispiel wenn Brunetti Zeit mit seiner Familie verbringt. Ein weiterer Punkt, den den Commissario so lebendig erscheinen lässt.

Fazit: 

Leon hat ihren Ruhm eindeutig verdient, "Venezianisches Finale" hat mir überaus gut gefallen und ich konnte während des Lesens alles um mich herum vergessen. Es war interessant, vor dem La Fenice zu stehen oder durch Gassen zu gehen, die auch Brunetti durchschritten hat.

Brunetti ist empfehlenswert für alle, die Krimis mögen, die ohne grosses Blutvergiessen und Schiessereien auskommen. Wer eine ruhige Literatur schätzt, in der man versinken kann. Und natürlich für alle, die gute Bücher in und mit Venedig lesen wollen.

Donna Leon
Venezianisches Finale
Commissario Brunettis erster Fall
TB, 1995
Diogenes

978-3-257-22780-2

Aus dem Amerikanischen von Monika Elwenspoek
Originalausgabe: Death at La Fenice
HarperCollins Publishers, New York 1992 

26.06.2011 um 10:15 Uhr

Jari liest... Wolfgang Herrndorf

von: Jari   Kategorie: Jari liest...

Rückentext:

"Ich muss dir ein Geheimnis verraten", sagte ich. "Ich bin der grösste Feigling unter der Sonner. Der grösste Langweiler und der grösste Feigling, und jetzt können wir zu Fuss weiter. Auf einem Feldweg würd ich's vielleicht versuchen mit dem Wagen. Aber nicht auf der Autobahn."

Zwei Jungs. Ein geknackter Lada. Eine Reise voller Umwege durch ein unbekanntes Deutschland. 

25.06.2011 um 22:10 Uhr

[Rezension] In den dreckigen Strassen Londons

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Der Junge Oliver Twist wird unter keinem guten Stern geboren. Kein Vater weit und breit, die Mutter stirbt bei der Geburt. Mit der Hoffnung auf ein besseres Leben macht sich Oliver auf den Weg in die Grossstadt London. Doch auch die Stadt hält nicht, was sie verspricht. Oliver trifft auf den Juden Fagin und seine zwielichtigen Leute, die den gutherzigen Burschen zu einem Dieb ausbilden wollen. Wird Oliver jemals ein glückliches Leben führen können oder wird er für immer ein Strassenjunge bleiben?

Meine Meinung:

Charles Dickens Roman um das Leben des jungen Oliver Twist gehört ohne Wenn und Aber zu den grossen Erzählungen der Weltliteratur und zeigt uns das Leben in London von seiner dunkelsten Seite.

Wer sich an die englische Version von "Oliver Twist" wagen will, sollte über gute Englischkenntnisse verfügen, denn Charles Dickens verlangt einem einiges ab, sollte man kein Muttersprachler sein. Das Englisch des 19ten Jahrhunderts ist für uns zumeist fremd und wartet mit Ausdrücken und Worten auf, die wir selten oder gar nie gebrauchen. Man sollte sich also im Klaren darüber sein, worauf man sich einlässt.
Nichtsdestotrotz ist es ein wunderbares Erlebnis, Dickens im Original zu lesen. Denn der Autor bedient sich einer sehr schönen Sprache. Anstrengend, aber schön. Auch erhält man einen guten Eindruck der sprachlichen Gepflogenheiten Englands zur damaligen Zeit. Dickens schreckt nämlich nicht davor zurück, einen Strassenjungen wie einen Strassenjungen reden zu lassen.

Überhaupt bietet uns Dickens einzigartige Einblicke in das Leben in London Ende des 19ten Jahrhunderts. Wir erleben die damaligen Umstände mit, unter denen die Armen litten und die Reichen es sich gut gehen liessen. Wir folgen Oliver durch dunkle und dreckige Gassen und übernachten in verwitterten Häusern. Daneben flanieren wir durch duftende Gärten und sitzen in warmen Küchen, wir treffen auf undurchschaubare Gestalten und aufopferungsvolle alte Damen.
Dickens schafft es also, nicht in die eine oder andere Stimmung abzukippen, sondern versucht, die Balance zwischen dem Schönen und dem Hässlichen zu bewahren. Jedoch behalten die Szenen auf den Strassen und in der Armut die Oberhand, da Dickens uns ja vornehmlich das Leben auf den Strassen schildern möchte.

Olivers Abenteuer sind zwar spannend und durchaus real gestaltet, dennoch darf man dem Autoren eine gewisse Langatmigkeit nicht absprechen. Viele Szenen ziehen sich unnötig in die Länge und fordern die Geduld des Lesers.
Die vom Verlag gewählte Gestaltung des Buches ist dabei wenig dienlich. Da die Schrift sehr klein ist, hat man das Gefühl, man trete ständig auf der Stelle und komme mit dem Lesen nicht vom Fleck.

Ich persönlich störte mich leider auch etwas an der Persönlichkeit Oliver Twists. Zwar ist er, wie alle Charaktere im Buch, liebevoll gezeichnet und in all seinen Gefühlen gut getroffen, aber mir erschien er als eine viel zu passive Hauptperson. Es kam mir so vor, als liesse er sich bloss von den Ereignissen treiben. Die Geschichte wird von den Personen um ihn herum gemacht.

Obwohl ich mit Oliver selbst nicht gut klar kam, hat Dickens ein Händchen für interessante Charaktere. In seinem Buch wimmelt es nur so von Figuren, die man erst in ihrer ganzen Persönlichkeit erfassen muss.
Zwar sind viele von ihnen stark "gut" oder "böse" gezeichnet, aber es gibt auch einige Figuren, die nicht so klar darstehen. Was hält man von Fagin? Und schliesst man Dodger nicht doch irgendwie ins Herz? Vor allem hat Dickens eine grosse Bandbreite an Charaktertypen, sodass man immer wieder einen neuen Typus Menschen trifft. Dies macht das Buch sehr atmosphärisch. Leider muss man sich dabei oftmals manche Namen wieder ins Gedächtnis rufen.

Das Ende des Buches fand ich etwas kitschig und leicht unrealistisch, dennoch ist es gut zu wissen, dass alles irgendwie gut kommt. Aber das weiss man bei diesem Buch bereits, wenn man die erste Seite gelesen hat. Das gehört wohl einfach dazu.

Fazit: 

"Oliver Twist" von Charles Dickens ist ein sehr schöner Klassiker, den man jedoch nicht unbedingt gelesen haben muss.
Wer sich für England, und London insbesondere, im 19ten Jahrhundert interessiert, sollte sich dieses Werk jedoch nicht entgehen lassen, da es uns einen ungetrübten Blick auf die Lebensumstände von damals gibt.

Für mich war es eine gewisse Herausforderung, das Buch zu lesen und ich bin froh, dass ich es getan habe, auch wenn ich mich nicht wirklich mit Oliver Twist anfreunden konnte. Eine Lektüre in meinen Repertoire, die ich nicht mehr missen möchte. 

Charles Dickens
Oliver Twist
TB, 1992
Wordsworth Classics

978-1-85326-012-4

Mit Illustrationen von George Cruikshank 

25.06.2011 um 19:51 Uhr

[Challenges] Tage Vergehen #25

von: Jari   Kategorie: Tage vergehen

 
So, nun zurück aus Venedig habe ich gleich einen ganzen Stapel Bücher zu rezensieren. Da wäre ja mal Oliver Twist, den ich noch vor dem Urlaub beendet habe, dann meine zwei Venedig-Bücher, nun noch die nackte Juliet und so wie es aussieht, werde ich heute gleich noch ein Buch zu Ende lesen, das dann rezensiert werden will. Ach herrje...

Na, dafür habe ich ein paar wirklich hübsche Lesezeichen aus Venedig mitgebracht :D
Das Einzige, was sonst noch zu erwähnen wäre, ist die "Tolle et Legge"-Aktion. Ja, sie hat einen Namen! Und Jari ist ganz alleine darauf gekommen *pat pat*. Tolle et legge ist lateinisch und heisst "nimm und lies". Hat Jari aus "Der Name der Rose". 
Eigentlich wollte ich die Aktion zweimal durchführen, aber ich glaube, mir ist es lieber, wenn ich jetzt erst einmal die Bücher kaufe/hole, die vorgeschlagen wurden und die nächste Aktion erst dann starte, wenn auch alle vorgeschlagenen Titel gelesen sind. Ich hoffe, ihr seid nicht böse :)
 
Heute ist übrigens Lesenacht im Literaturschock-Forum. Da ich eh nix besseres zu tun hab, werd ich doch gleich ein wenig mitlesen :) 

25.06.2011 um 00:20 Uhr

[Challenges] TopTenThursday #19

von: Jari   Kategorie: TopTenTuesday

 
Beim TTT hat sich so einiges geändert. Nicht nur der Banner ist neu, auch der Tag ist ein anderer: Anstellte des TopTenTuesdays tritt der TopTenThursday. Deshalb bin ich auch gar nicht zu spät dran ;)
 
 Eure 10 liebsten Kinderbücher
 
Mira Lobe - Das kleine Ich bin Ich
Meiner Meinung nach noch immer das beste Bilderbuch überhaupt.
 
Cornelia Funke - Drachenreiter
Schöne Vorlesestunden mit Mutti ;) 
 
Cornelia Funke - Herr der Diebe 
Vorgelesen bekommen und Jahre später noch einmal gelesen. Einfach herrlich! 
 
 Christine & Christopher Russell - Die Schaf-Gäääng
22 Jahre alt und hellauf begeistert von diesem Buch :D 
 
Hanna Johansen - Felis, Felis
Wer Katzen mag, wird auch dieses hübsche Buch mögen! 
 
Michael Bond - Olga da Polga: Das frechste Meerschweinchen der Welt
Da werden Kindheitserinnerungen wach!
 
Roald Dahl - James und der Riesenpfirsich
Jah! Das Leben in einem Riesenpfirsich!
 
Joanne K. Rowling - Harry Potter und der Gefangene von Askaban
Mein Liebling der ganzen Reihe (so weit ich gekommen bin *hust* Ginnys Schuld *hust*)
 
Thomas Brezina - Sieben Pfoten für Penny (Reihe)
Die Bücher habe ich verschlungen!
 
Federica De Cesco - Der rote Seidenschal
Ich habe früher sehr viel De Cesco gelesen, dieses ist nur eines von vielen ihrer Bücher, die ich verschlungen habe.
 
Thema der nächsten Woche: 10 Bücher, in denen du gerne die Hauptrolle spielen würdest

19.06.2011 um 23:15 Uhr

[Challenges] Tage Vergehen #24

von: Jari   Kategorie: Tage vergehen

 
Der wahrscheinlich letzte Eintrag hier, bevor Jari nach Venedig abdüst. Was hat sich in dieser Woche so getan? 
 
Ich habe einige Bücher beendet, die ich begonnen habe. So zum Beispiel "Oliver Twist", das ich soeben zu Ende gelesen habe. Nach Venedig kommt dann auch die Rezension dazu.
 
Nun habe ich also auch O und Q der ABC-Challenge abgeschlossen. Paul Austers "Unsichtbar" ist besorgt, "Der Zorn der Wölfe" wartet darauf, gelesen zu werden, und "X.Tra" muss ich mir noch kaufen. Und dann lesen. Super.
 
Auch die SUB-Challenge geht voran. Zwar werde ich "Juliet, naked" für ein paar Tage pausieren, aber danach möchte ich das Buch schnellsmöglich beenden. Dann liegen nur noch zwei Titel auf dem Dänemark-SUB!
 
Überrascht war ich davon, dass ich im Juni bereits neun Bücher gelesen habe, dafür ist es erst etwa Mitte Monat. Natürlich sind zwei Kinderbücher dabei, aber dennoch: Ich bin positiv überrascht. Hoffentlich kommen noch mehr dazu, dann schaff ich vielleicht mein Jahresziel, 2011 mehr Bücher zu lesen als 2010 :P 
 
Es gibt auch ein paar Neuzugänge auf dem Nicht-SUB-SUB, aber der zählt ja eh nicht ;)
So, nun machen Brunetti und ich uns aber auf den Weg nach Venedig!

19.06.2011 um 17:53 Uhr

[Rezension] Höhlenmänner und Wellenfrauen

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Männer und Frauen sind verschieden, das wissen wir von klein auf. Deshalb kann es ja gar nicht gut gehen, wenn Männer und Frauen zusammen kommen. Da die Geschlechter beide eine total unterschieldich Sprache sprechen ist es ja klar, dass sie sich niemals verstehen werden...

Spätestens hier würde John Gray Einsprache erheben: Männer und Frauen können sich sehr wohl verstehen! Nur müssen die Geschlechter dabei akzeptieren, dass Männer vom Mars stammen und Frauen von der Venus. Dies ist der erste Schritt in eine neue Art miteinander umzugehen. 

Meine Meinung:

"Männer sind anders. Frauen auch" von John Gray ist bestimmt einer der bekanntesten Ratgeber auf dem Markt und wird seit Jahren immer wieder frisch aufgelegt. Ausserdem sind unterdessen viele weitere Titel von Gray erschienen, in denen er die Mars-Venus-Thematik weiter aufgreift.

Was mir gleich zu Beginn des Buches aufgefallen ist, ist die totale Abwesenheit irgendwelcher Forschungsberichte oder Erklärungen, weshalb Männer und Frauen so und nicht anders reagieren. Gray stützt sich nicht auf solche Fakten, sondern berichtet mehr aus dem Gefühl und seinen eigenen Erfahrungen heraus. Das, was Gray uns weitergeben will, muss nicht von Fakten untermauert werden.
Ich jedoch hatte vor allem zu Anfang das Gefühl, mir fehle etwas. Die Beweise, das Handgreifliche von Grays Ansatz. Doch mit der Zeit verflüchtigte sich dieses Gefühl.

Ebenfalls leicht negativ aufgefallen sind mir die Stereotypen. Frauen sind so. Männer so. Natürlich ist es schwierig, in einem solchen Ratgeber auf die Differenzen einzugehen, dennoch ist es so, dass jede Frau einen männlichen Teil in sich trägt, und Männer einen weiblichen. Dieser Punkt hat mich durch das ganze Buch hindurch gestört.

Das sind jedoch bereits alle Negatvipunkte. Ich muss zugeben, ich war überrascht. Sehr sogar. Denn mir half dieses Buch mich selbst besser zu verstehen! Und das war nun wirklich das letzte, was ich erwartet habe.

Gray beschreibt die Differenzen zwischen Marsianern und Venusianerinnen. Er erklärt, weshalb sich Männer oft in ihre Höhle zurückziehen müssen und manchmal plötzlich still und abweisend werden. Dieser Teil alleine war für mich schon sehr aufschlussreich.
Doch der Autor erklärt uns auch die Wellennatur der Frauen. Dieses Kapitel war wirklich ergreifend, da ich mich selbst in Grays Schilderungen wiedererkannte und einiges über mein eigenes Verhalten gelernt habe. Dass ich eine solche Erfahrung von einem Buch erhalte, das ich anfangs als leicht oberflächlich eingestuft hatte, damit hatte ich nicht gerechnet.

Weiter führt John Gray Möglichkeiten auf, wie Mann und Frau besser miteinander umgehen können, indem sie sich vor Augen führen, dass sie unterschiedlich sind und deshalb auch auf andere Weise miteinander kommunizieren. Auch dies ein wirklich interessanter Teil, denn aller Stereotypisierung zum Trotz habe ich viele der geschilderten Reaktionen bereits selber erlebt und auch die beschriebenen Gefühlsbäder durchlaufen.

Die Ratschläge Grays, angewandt auf meinen Freund und meinen Vater, zeigen tatsächlich schon erste Erfolge. Es ist sehr interessant, zu erfahren, was in Männern vorgeht, wenn sie uns Frauen nur noch wie ein Buch mit sieben Siegeln erscheinen. Für Männer ist es bestimmt ebenfalls aufschlussreich, zu erfahren, was in Frauen so vor sich geht, wenn sich ihre Stimmung von einer Sekunde auf die andere ändert.

Da die Zielgruppe des Buches breit gefächert ist, passt sich der Autor auch sprachlich an. Das Buch ist sehr einfach geschrieben, viele einzelne Kapitel und Abschnitte machen das Buch überblicklich und leicht lesbar.

Fazit: 

Ein sehr amerikanischer, aber durchaus empfehlenswerter Ratgeber für Männer und Frauen. Dabei muss man sich nicht unbedingt in einer Partnerschaft befinden, um das Buch zu lesen. Die Tipps zur besseren Kommunikation lassen sich auch auf Väter, Mütter, Kinder und Kunden anwenden.

Wer sich an den Stereotypen nicht stört, hält ein Buch in den Händen, das einem tatsächlich dabei helfen kann, den Anderen besser zu verstehen. Oder, wie in meinem Falle, auch sich selber.

Ich bin sehr froh, dass ich dieses Buch gelesen habe, da es mir viele Fragen beantwortet hat, auf die es anscheinend keine Antwort gab. Vor allem in Verbindung mit anderen Ratgebern über Partnerschaft und Männer und Frauen kann ich das Buch wirklich nur jedem ans Herz legen, der sich für die Thematik interessiert. 

John Gray
Männer sind anders. Frauen auch.
Männer sind vom Mars. Frauen von der Venus
TB, 1998
Mosaik bei Goldmann

3-442-16107-X

Aus dem Amerikanischen von Matthias Schossig
Originalausgabe: Men are from Mars; Women are from Venus
HarperCollins, New York 1992 

18.06.2011 um 21:00 Uhr

[Neuerrungenschaften] Urlaubslektüre

von: Jari   Kategorie: Neuerrungenschaften

Da ich ja nach Venedig fahre (*freu*), dachte Jari, dass das ein guter Grund ist, sich auch etwas Ferienlektüre einzukaufen:
 
   
 
Donna Leon - Venezianisches Finale: Wer fährt schon nach Venedig, ohne Donna Leon im Gepäck? Eben, keiner! 
Marina Fiorato - Die Glasbläserin von Murano: Schon von Anfang an war klar, dass ich auch einen Ausflug auf die Insel Murano machen möchte. Dabei kam mir dieses berühmte Buch in den Sinn und irgendetwas sagte mir, dass es nun an der Zeit ist, das Buch zu lesen.
 
 
Sally Rippin - Shanghai Love Story: Das kommt davon, wenn man auf den Zug warten muss! Ich konnte nicht widerstehen, schliesslich geht es um China, Liebe und ein diktatorisches Regime. Klingt nach einem spannenden und berührenden Jugendbuch. Ich hoffe sehr, dass es das auch ist. 
 
 
Paul Auster - Unsichtbar: Vom Vertreter als Leseexemplar erhalten - ach, wie ich mich freue! Jetzt fehlt mir nur noch ein Buch, um die ABC-Challenge-Titelliste komplett zu haben. Dann müssen die Bücher natürlich noch gelesen werden ;)

16.06.2011 um 18:12 Uhr

[BücherNews] Eichborn insolvent

Eichborn, der berühmte "Verlag mit der Fliege", hat sich heute beim Insolvenzgericht in Frankfurt am Main insolvent gemeldet. Dies berichtet buchmarkt.de. Zu diesem Schritt war der Verlag aufgrund drohender Zahlungsunfähigkeit gezwungen.
Boersenblatt.de meldete soeben, dass der Partnerverlag Aufbau das Programm des Eichborn Verlages weiterführen möchte.
 

15.06.2011 um 20:45 Uhr

Jari liest... Nick Hornby

von: Jari   Kategorie: Jari liest...

Rückentext:

Annie's put fifteen years into safe, slightly obsessive Duncan, and now she'd like her money back, please. It's time to move on. But she lives in Gooleness, the north's answer to a question nobody asked. Is she really going to find real, proper, feel-it-deep-down-in-your-boots love on a damp and windy seafront? Or perhaps she should follow her heart and pursue Tucker, the reclusive American rock star, who keeps emailing her his smart advice.

But between Annie and her second chance lie a few obstacles. There's Malcolm, the world's most judgemental therapist, and Barnesy, the north's most extrovert dancer. There's what men and women will do and won't do for love.
And, of course, there's Tucker...

15.06.2011 um 19:34 Uhr

[Challenges] TopTenTuesday #18

von: Jari   Kategorie: TopTenTuesday

http://annikki04.wordpress.com
(da es momentan Probleme mit dem Banner gibt, werde ich bis auf weiteres darauf verzichten)
 
Eure 10 liebsten Bücherblogs
 
Sandsturms Bücherkiste
 http://www.blogigo.ch/Sandsturm
 
 
 
 
 
 
Fantastische Bücherwelt
http://www.fantastische-buecherwelt.de
 
 
 
 
Thema der nächsten Woche: Eure 10 liebsten Kinderbücher 
 
 

15.06.2011 um 09:58 Uhr

[Rezension] Ich verwandle mich gleich in eine Blume

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Seit fünf Jahren hält der Kapitän die junge Hazel auf der abgelegenen Insel Mortes-Frontières fest. Als Hazel krank wird, holt der alte Mann die Krankenschwester Françoise auf die Insel, um das Mädchen zu pflegen. Schon von Anfang an wittert Françoise ein Geheimnis und sie wird Recht behalten...

Meine Meinung:

"Quecksilber" von Amélie Nothomb ist kein dickes Buch, mit gerade einmal 166 Seiten liest man das Büchlein rasch durch. Doch da Amélie Nothomb nun einmal Amélie Nothomb ist, wird man die Lektüre so schnell nicht wieder vergessen.

Die Autorin schafft es, in diesem kurzen Werk alle unsere Wertvorstellungen anzusprechen und sie über den Haufen zu werfen. Was ist richtig, was falsch? Was ist gut, was ist böse? Wie weit darf man aus Liebe gehen? Alle diese Fragen werden uns von Nothomb gestellt und es gesellen sich praktisch auf jeder Seite neue dazu. Die Grenzen zwischen Gut und Böse gibt es hier nicht, sie sind nicht bloss verwischt, sie sind inexistent.

"Quecksilber" ist in kurzen, pragmatischen, fast kalten, Sätzen gehalten, der Grossteil des Buches besteht aus Diskussionen. Das macht Sinn, denn so erfahren wir, wie die Figuren denken, was sie antreibt und was sie fühlen. Dies ist der Grundstein des Werkes, das ist es, worauf Nothomb hinaus will. Sie will uns zeigen, wie unterschiedlich die Realität wahrgenommen wird. Das Buch führt uns vor Augen, dass das Gleiche oftmals eben nicht das Gleiche ist und von jedem Menschen anders aufgefasst wird. Nothomb bedient sich hier eines sehr harten Themas, um dem Leser diesen Sachverhalt nahe zu bringen.

Die Figuren sind allesamt glaubhaft dargestellt, obwohl nicht immer nachvollziehen können, weshalb sie so handeln (beim Kapitän ist das fast unmöglich und bei Hazel dachte ich mir oft, ob sie wirklich so doof ist, aber es hatte alles seinen Grund). Die Figuren beschränken sich auf Hazel, den Kapitän und Françoise, die sehr gut gezeichnet sind. Vor allem bei Françoise können wir nachvollziehen, was in ihr vorgeht. Der Kapitän und Hazel dagegen sind wahre Wunderwerke, mit denen man sich auseinandersetzen muss, um sie zu verstehen.

Es ist nicht einfach, wenn es um das Thema der Opfer- und der Täterrolle geht. Nothomb bringt sie knallhart auf den Punkt, oftmals ist man als Leser schockiert. Schockiert über das Verhalten der Personen und auch über die Autorin, die es schafft, uns den Atem zu rauben.
Wir sind auf uns alleine gestellt, wenn es darum geht, Opfer- und Täterrolle zuzuweisen. Doch eigentlich will Nothomb uns genau davon abhalten. Fliessend wird der Täter zum Opfer und das Opfer zum Täter.

Nothomb überrascht den Leser immer wieder. Immer wieder kommen neue Thesen zur Sprache und die Spannung steigt kontinuierlich. Die Autorin hat zwei Enden für ihr Werk verfasst und beide sind hier abgedruckt. Auch hier kommt der Übergang vom Opfer zum Täter wieder eindrücklich zum Vorschein.

Nein, Nothomb ist keine Autorin für schwache Nerven. Ihre Bücher sind oft kalt, man kann es fast schon gefühllos nennen und dennoch geht es drunter und drüber. Ich für meinen Teil liebe Amélie Nothomb genau deswegen. Sie packt einen mit kalten Händen und stösst einen in den Dreck. Ob man etwas aus dieser Lektion lernt, das ist dem Leser selbst überlassen.

Fazit: 

Wer Literatur zum Denken, und nicht nur zum Zeitvertreib, mag, sollte sich die Autorin Amélie Nothomb nicht entgehen lassen. "Quecksilber" eignet sich gut als Einstieg in ihr Werk.
Nothomb schreibt keine Wohlfühlbücher, sondern zeigt uns die harte Realität auf eine Art und Weise, die uns nach Luft schnappen lässt. Man muss mit dieser Autorin umgehen können, sonst sollte man es lieber bleiben lassen.
Wer tiefgründige Literatur mag, wer es sich beim Lesen nicht einfach machen möchte, der ist mit Amélie Nothomb gut bedient.

Auch jetzt noch kriege ich eine Gänsehaut, wenn ich an das Buch denke. Noch immer spuken Hazel, der Kapitän und Françoise in meinem Kopf herum. Darum muss ich sagen: Ein wirklich gutes Buch, ganz nach meinem Geschmack! Wieder einmal! 

Amélie Nothomb
Quecksilber
TB, 2004 
Diogenes

978-3-257-23382-7

Aus dem Französischen von Wolfgang Krege
Originalausgabe: Mercure
Albin Michel, Paris 1998