Jaris Büchergebrabbel

31.12.2011 um 10:31 Uhr

[Rezension] Betrunkener Rollstuhlfahrer gestoppt

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

In den Nachrichten ist meistens von Tod und Verderben die Rede. Gute Neuigkeiten, oder gar lustige, sind Fehlanzeige. Deshalb gibt es jetzt eine Sammlung der verrücktesten Nachrichten aus aller Welt, die zeigen, wie irrwitzig Zeitungsberichte eigentlich sein können.
Ob geblitzte Enten, lebensrettende Riesenkaninchen oder ein 300 000 Wörter langer Liebesbrief - hier findet man die verrücktesten Nachrichten der Welt versammelt.

Meine Meinung:

Anne und Ingo Reichardt haben mit "Katze führte Doppelleben" ganze Arbeit geleistet und die lustigsten und unterhaltsamsten Neuigkeiten aus der ganzen Welt zusammengetragen.

Die Berichte sind in mehrere Kapitel unterteilt, so kann man sich mit der Tierwelt beschäftigen, der Politik oder Kuriositäten aus anderen Kulturen dieser Welt. Obwohl die Nachrichten zwar keine wahren Brüller beinhalten, so bringen sie den Leser dennoch dazu, ungläubig den Kopf zu schütteln, darüber, was in der Welt so geschieht. Unterhaltsam ist das Buch allemal!

Wohl um die Copyright-Angabe zu umgehen, hat das Paar die originalen Zeitungstexte umgeschrieben, sodass alle Texte gleich klingen und oft auch einige Wortstellungsfehler vorhanden sind. Diese kommen wohl aus der Übersetzung, fallen jedoch trotzdem negativ auf. Eine Sammlung von Zeitungsartikeln mit Kommentar (im Stil von "Happy Aua" zum Beispiel) wäre bestimmt auch interessant gewesen.

Fazit: 

Ein Buch, das jede lange Zugfahrt im Flug vergehen lässt. Es ist perfekt zum Schmökern geeignet. Vor allem jene, die sich für sinnlose Fakten interessieren, werden hier Einiges erfahren, das sie auf der nächsten Party zum Besten geben können. Zum Beispiel dies, dass in China rosarota Waschmaschinen mit Herzchen der Renner sind.

Anne und Ingo Reichardt
Katze führte Doppelleben
Die verrücktesten Nachrichten aus aller Welt
TB, 2001
Marlon Verlag

978-3-943172-03-4 

30.12.2011 um 21:38 Uhr

Jari liest... NK Jemisin

von: Jari   Kategorie: Jari liest...

Rückentext:

Natürlich befolgt Yeine Darr den Befehl ihres Grossvaters, sich unverzüglich aus der Provinz zu seinem Palast zu begeben. Schliesslich ist er der Herrscher über die ganze Welt. Doch als er sie zu seiner dritten Erbin ernennt, gerät sie unvermutet in das Zentrum tödlicher Palastintrigen. Ihre einzige Hoffnung auf Überleben ist ein Bündnis mit Nahadoth - dem zwar versklavten, aber immer noch ebenso mörderischen wie verführerischen Gott der Finsternis...

30.12.2011 um 19:28 Uhr

[Rezension] Katze unterm Weihnachtsbaum

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Ein frisch geschiedener Mann zieht in seine neue Wohnung. Als er des Morgens seinen Briefkasten öffnet, findet er einen Brief. Er enthält eine Geschichte. Von diesem Tag an erhält er ehemalige Beamte jeden Tag eine neue Geschichte, die eines gemeinsam haben: Sie handeln allesamt von Katzen. 
Doch wer ist der heimliche Bote der Geschichten? Wir er sich am 24. Dezember zu erkennen geben?

Meine Meinung:

"Adventskätzchen" ist ein literarischer Adventskalender für Katzenfreunde. Jone Heer hat 24 kätzische Geschichten gesammelt und Thommie Bayer hat die Rahmenhandlung beigesteuert.

Die Geschichten sind sehr unterschiedlich und deshalb unterhaltsam zu lesen. Es ist für jeden etwas dabei. Man trifft auf Geschichten, die einem gefallen, jedoch muss man natürlich auch damit rechnen, dass man manche der Erzählungen nicht so gut finden.
Die Auswahl geht von Haruki Murakami über Andrea Schacht zu Ann Granger und Ernest Hemmingway. Manche Geschichten sind lustig, manche traurig und es gibt sogar welche, die einen erschauern lassen.

Leider spielen die Geschichten nicht alle in der Weihnachtszeit, sodass vor allem zu Beginn des Buches keine wirklich weihnachtliche Stimmung aufkommt. Da spielen die meisten der Erzählungen im Hochsommer.

Ausserdem ist die Rahmenhandlung von Bayer ebenfalls ziemlich lasch und hätte man eigentlich auch weglassen können. Das Ende ist vorhersehbar und auch etwas kitschig. Das Büchlein lebt definitv von der gelungenen Mischung der einzelnen Beiträge.

Empfehlen kann ich übrigens die Geschichte von Cat, einer seefahrenden Katze. Und natürlich auch Haruki Murakamis wundersam-schöne Geschichte von Herrn Nakata.
Weniger gefielen mir die Erzählungen der amerikanischen Autoren, diese ähnelten sich diesbezüglich ziemlich starkt, dass die Geschichten immer damit begonnen, dass die Katze erstmal verjagt oder sich über das Tier beklagt wird. 

Fazit: 

Eine Sammlung für Katzenfreunde, die sich das Warten auf Weihnachten mit einer täglichen Dosis "Katze" verschönern wollen. Länger als 20 Seiten sind die Geschichten nicht, so kann man sie auch gut seinem Stubentiger vorlesen.

Herausgegeben von Jone Heer
Adventskätzchen
Die schönsten Geschichten zum Fest
HC, 2011
PIPER

978-3-492-27269-8 

30.12.2011 um 18:52 Uhr

[Challenges] TopTenThursday #45

von: Jari   Kategorie: TopTenTuesday

 
10 Bücher, die ihr euch auf Weihnachten wünscht
 
Hm... Weihnachten ist ja schon um... Trotzdem!
 
1. Nalini Singh - Im Feuer der Nacht
2. George Orwell - 1984
3. France Hodgson Burnet - Der kleine Lord
4. Tolstoi - Anna Karenina
5. Jane Austen - Emma
6. Johann G. Herder - Journal meiner Reise im Jahr 1769
7. Kai Meyer - Das steinerne Licht
8. Derek Landy - Das Groteskerium kehrt zurück
9. John Conolly - Hell's Bells
10. Yasmine Galenorn - Hexenküsse
 
Thema vom 12.01.2012: Eure zehn Most-Wanted-Bücher im Jahr 2012
Bis dahin ist TTT-Pause. 

23.12.2011 um 21:35 Uhr

Jari liest... David Benioff

von: Jari   Kategorie: Jari liest...

Rückentext:

Mit "Stadt der Diebe" ist David Benioff ein modernes erzählerisches Meisterwerk gelungen, das Kritiker wie Leserschaft gleichermassen in seinen Bann zieht. Es ist ein fesselnder Abenteuerroman und zugleich die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft zwischen zwei jungen Männern, die eine schier unlösbare Aufgabe zu erfüllen haben: Im belagerten, ausgehungerten Leningrad sollen sie ein Dutzend Eier auftreiben. 

19.12.2011 um 17:20 Uhr

[Challenges] TopTenThursday #44

von: Jari   Kategorie: TopTenTuesday

 
10 Bücher, die eine Zahl im Titel beinhalten 
 
1. 1984 - George Orwell (wieso hab ich das noch immer nicht gelesen?)
2. Zwei an einem Tag - David Nicholls 
3. In 80 Tagen um die Welt - Jules Verne
4. Alle sieben Wellen - Daniel Glattauer
5. In 80 Tagen um die Welt - Helge Timmerberg
6. Der siebte Tod - Paul Cleave
7. Tausend strahlende Sonnen - Khaled Hosseini (wäre bestimmt auch interessant)
8. Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär - Walter Moers (lesen will)
9. Journal meiner Reise im Jahr 1769 - Johann G. Herder (Wunschzettel)
10. Abends um 10 - Kate de Goldi (Wunschzettel)
 
Thema der nächsten Woche: 10 Bücher, die ihr euch zu Weihnachten wünscht 

19.12.2011 um 14:04 Uhr

[Challenges] Tage vergehen #50

von: Jari   Kategorie: Tage vergehen

 
Worüber soll ich nun berichten? Darüber, dass ich momentan überhaupt nicht zum Lesen komme? Dass ich "Marmorera" abgebrochen habe? Dass ich ein Katzen-Adventskalenderbuch lese? Nun ja, in Beziehungen ist es so, dass sich die Hobbys nach einer gewissen Zeit wieder einpendeln, dann muss man auch nicht mehr jede freie Minute zusammen sein. Aber in der sind der Hexenmeister und ich noch nicht ;) Also heisst es momentan: Keine Zeit für Bücher und bloggen.

Aber ich könnte irgendwann mal die Bücher vom Hexenmeister-SUB auflisten und in meinen "normalen" SUB integrieren. Dann habe ich auch wieder einen besseren Überblick. Aber es ist schon hart, wenn die Bücher über mehrere Häuser und Länder verstreut sind...
 
Ach ja, ich plane, 2012 auf dem Bücherblog ein kleines Gewinnspiel zu veranstalten. Was denkt ihr? 

19.12.2011 um 11:23 Uhr

[Abgebrochen] Marmorera

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Dominik Bernet - Marmorera

Wenn ich für zwei Seiten zwei Tage brauche, ist das kein guter Start. Wenn ich nach fünfzig Seiten das Buch genervt zuschlage und zur Seite schiebe, dann ist das kein gutes Zeichen. Auch wenn das Buch nur knappe 250 Seiten aufweist, ist mir meine Zeit dafür doch zu schade.

Ich kann mit Schweizern nicht, ich mag ihren Schreibstil nicht. Mochte ich nie. "Marmorera" hätte ich nicht angerührt, hätte meine Mutter nicht den Wunsch geäussert, dass ich es lese. Also gab ich mir Mühe. Doch schon die erste Seite war so deprimierend, dass ich lieber nichtstuend in der Kälte stand.

Zur Analyse.

Der Schreibstil: Total aufgeblasen und wichtigtuerisch. Der Autor erinnert mich an einen kleinen Jungen, der zeigen will, wie toll er ist und allen beweisen will, was er schon alles kann. Doch hinter dem Ganzen steckt nicht mehr als heisse Luft.

Die Figuren: Oberflächlich und unsympathisch. Sie verhalten sich so, wie der Autor schreibt. Sie nehmen sich zu wichtig und bestätigen viele Vorurteile Züchern gegenüber. Bernet machte sich nicht die Mühe, die Personen mit einem Charakter auszustatten, sie sind lediglich Figuren, die sich für wichtiger halten, als sie sind. Sie sind kalt, gefühl- und konturlos.

Die Geschichte: Ein Mädchen, das hingeht und wahllos Leute umbringt. Zumindest scheint dies nach fünfzig Seiten die Zusammenfassung zu sein. Wäre das Buch spannend, wäre es bestimmt eine Geschichte gewesen, die mich interessiert hätte. Leider ist es nicht spannend. Als das Mädchen irgendwann in einem Topf voller Fisch stand, fragte ich mich, weshalb ich das wissen muss und ob mich das tatsächlich interessiert.

Nein, tut es nicht.

Obwohl die Geschichte in meiner Heimat spielt und mit dem Hintergrund des gefluteten Dorfes Marmorera eine wahrlich interessante Geschichte hätte hergeben können, hat der Dominik Bernet alles in den Sand gesetzt. Buchflop.

12.12.2011 um 14:04 Uhr

[Rezension] Grosser Glaux!

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Der junge Soren ist noch nicht einmal flügge, als er aus dem Nest fällt. Doch bevor seine Eltern ihn retten können, wird Soren entführt! Man bringt die junge Schleiereule in ein Internat für Waisen, dafür ist er doch gar keine Waise...
Im Sankt-Ägolius-Internat lernt Soren Gylfie kennen und gemeinsam entdecken sie, welche dunklen Machenschaften hinter Sankt-Ägolius stecken. Die Beiden wissen: Sie müssen schnellstmöglich fliehen. Doch wie, wenn man von Feinden umgeben ist und noch nicht einmal fliegen kann?

Meine Meinung:

"Die Entführung" ist der erste Band der "Legende der Wächter"-Reihe von Kathryn Lasky. Das Buch ist ein gelungener Auftakt und macht Lust, die Folgebände zu lesen.

Die Welt, in die Lasky uns versetzt, ist eine Welt, die von Menschen noch unberührt ist. Soren wächst behütet auf, hat eine Schwester, die ihn anhimmelt und Eltern, die ihn lieben. Nur sein grosser Bruder ist eine Nervensäge. Doch Sorens Leben ändert sich dramatisch, als er plötzlich aus dem Nest fällt und nach Sankt-Ägolius gebracht wird.

Bis zu dem Moment, in welchem sich Soren in Sankt-Ägolius wiederfindet, hielt ich "Die Entführung" für ein einfaches, seichtes Jugendbuch. Tatsächlich lässt sich die Geschichte leicht durchlesen, das Buch ist ein wahrer Page-Turner.

Doch Lasky überraschte mich mit Sankt-Ägolius. Denn was dort vor sich geht ist wirklich schauderhaft, auch mir als erwachsenem Leser lief es einige Mal kalt den Rücken hinunter. Die Welt, in der die kleine Gylfie und Soren ums Überleben kämpfen, erinnert sehr stark an KZs oder den Kommunismus: Aufgabe der eigenen Identität, man soll in der Masse untergehen, tatsächlich erhalten die Vögel keine Namen, sondern Nummern. Man marschiert, rezitiert immer dieselben Floskeln und arbeitet unermüdlich.
Ob jüngere Leser das Setting ebenfalls als so bedrückend empfinden, kann ich nicht beurteilen. Vielleicht braucht es dafür den Blick eines erwachsenen Lesers. Ich konnte jedoch oft nur staunen, wie die beiden Jungvögel sich gegen diese Machenschaften im Internat wehren können.

Überhaupt muss man die Autorin für ihre gefiederten Charaktere loben. Nicht nur kann man nicht andrers als Soren und vor allem die vorlaute Gylfie einfach gern haben, auch erlebt man während des Lesens, wie sich die Figuren weiterentwickeln. Sie lernen dazu, sie wachsen über sich hinaus und ihnen gelingt die Flucht. Somit ein grosses Lob an die Charakterentwicklung!

Leider fehlte mir ab und zu der Zusammenhang zwischen den einzelnen Abschnitten. Von einem Satz zum nächsten vergehen einfach so Tage oder Entschlüsse werden gefasst, von denen der Leser erst später erfährt. Auf diese Weise entsehen Löcher und der Lesefluss wird gestört, da man erst einmal stutzt und sich fragt, ob man etwas überlesen hat.

Auch fehlte mir an manchen Stellen die Ausarbeitung der Gefühle. Soren wird entführt, doch er beobachtet das Ganze überaus distanziert. Hat er keine Angst? Denkt er nicht an seine Eltern? Ruft er nicht um Hilfe? Daran hätte Lasky, obwohl sie den Spannungsaufbau ansonsten gekonnt vorantreibt, noch etwas arbeiten können.

Ebenfalls sollte man erwähnen, dass die Geschichte an manchen Stellen etwas blutig wird und Charaktere auch ihr Leben lassen müssen. Oft muss man sich schon viel zu früh wieder von faszinierenden Eulen verabschieden. 

Fazit: 

Ein spannendes Buch mit einer rasch voranschreitenden Geschichte, von der man nicht genug kriegen kann.
Für Fans von "Warrior Cats" und Eulen. Denn in "Die Legende der Wächter" erfährt man einiges über Eulen, aber vielleicht sollte man ein Nachschlagewerk neben sich liegen haben, um sich die unterschiedlichen Rassen besser vorstellen zu können.

Ich war hin und weg und total in Sorens Abenteuer versunken. Hoffentlich kann ich bald den nächsten Teil lesen und erfahren, wie es mit meinen Lieblingen weitergeht. Gylfie finde ich übrigens herzallerliebst! 

Kathryn Lasky
Die Legende der Wächter
Die Entführung
HC, 2010
Ravensburger

978-473-36807-5

Aus dem Amerikanischen von Katharina Orgass
Originalausgabe: Guardians of Ga'Hoole. The Capture
Scholastic Inc., New York 2003 

11.12.2011 um 21:30 Uhr

Jari liest... Dominik Bernet

von: Jari   Kategorie: Jari liest...

Rückentext:

Wer ist die rätselhafte junge Frau, die im Marmorera-Stausee in den Bündner Bergen bewusstlos aufgefunden wird? Schon bald sieht ihr Psychiater, der junge Simon Cavegn aus Zürich, Zusammenhänge zwischen seiner Patientin und dem 1954 gefluteten Bergdorf am Grund des Stausees. Und dann häufen sich in der Gegend von Marmorera auch noch merkwürdige Todesfälle... Trägt die junge Frau einen Fluch aus einer vergangenen Zeit, den die Bewohner von Marmorera am liebsten verbergen wollen? 

11.12.2011 um 16:23 Uhr

[BücherFilme] Veronika decides to die

von: Jari   Kategorie: BücherFilme

Das Buch:

Der Film "Veronika decides to die" beruht auf dem Roman von Paulo Coelho mit dem Namen "Veronika beschliesst zu sterben". Meine Rezension zum Buch findet ihr hier: 
http://www.blogigo.de/jaris_buechergebrabbel/Rezension-Leben-unter-Verrueckten/764/ 

Der Film:

12 Minuten. 12 Minuten des Filmes habe ich gesehen, dann habe ich ausgeschaltet, da er es nicht wert ist, 90 Minuten meines Lebens darauf zu verschwenden. 

Wie es dazu kommt? Hier folgt die Begründung:

Schon nach dieser kurzen Zeit, die ja eigentlich nur die Einführung in den Film beinhaltet, hatte sich meine Plus/Minus-Bilanz deutlich ins Negative verändert. Einen Punkt auf der Plus-Seite, eine ganze Liste von Punkten auf der Minus-Seite.

Als positiv habe ich notiert, dass Passagen aus dem Buch zitiert wurden. Veronikas Gedanken über ihr Leben wurden direkt übernommen. Das war es jedoch auch schon, was ich als positiv empfand. Den Rest beschreibe ich als "amerikanischen Einheitsbrei". 

Mein grösster Kritikpunkt ist das Setting.
"Veronika beschliesst zu sterben" spielt im Sloweninen der 90er Jahre.

Doch anscheinend sind die Amerikaner unfähig, dieses Land auf der Karte oder Google Maps zu finden, denn die ganze Geschichte wurde einfach so ins Amerika des 21. Jahrhunderts versetzt.

Der Grund, weshalb mich diese Änderung derart stört, ist dass damit Veronikas ganzer Hintergrund einfach ausgelöscht wird.
Die Herkunft prägt einen, man identifiziert sich mit seinem Land, seiner Heimat. Ebenso hat Coelho in sein Buch das Land in die Geschichte einfliessen lassen. Veronika ist eine Slowenin und keine Amerikanerin. 

So schreibt sie keine E-Mail an ein Modejournal, sondern einen Abschiedsbrief an einen Journalisten, der die Frage stellt: "Wo liegt denn Slowenien?". Im Film beschäftigt sich Veronika mit der Frage, ob Gründ das neue Schwarz ist. Doch wen interessiert das bitteschön?

Zwar ist Sarah Michelle Gellar bestimmt eine talentierte Schauspielerin und spielt ihre Rolle wirklich gut, doch sie ist keine Veronika. Nicht Coelhos Veronika. Nicht die echte, originale Veronika, sondern eine Plastikversion.

Während der 12 Minuten Film musste ich oft an meine letzte Buchverfilmung zurückdenken. Diese war "Slumdog Millionaire (http://www.blogigo.de/jaris_buechergebrabbel/BuecherFilme-Slumdog-Millionaire/534/). Der Film hat mir deshalb so gut gefallen, weil man das Buch und den Film gut auseinander nehemen konnte. Der Film erzählt eine andere Geschichte als das Buch und ist deshalb keine Beleidigung für die Geschichte.

Bei Veronika klappt das nicht. Die Macher des Filmes schienen sich die Vorlage vorgenommen zu haben, um dann überall mit Rotstift Änderungen einzufügen. Ein Beispiel war der erwähnte Abschiedsbrief.

Des Weitern wurde Veronika als depressive junge Frau dargestellt. Doch Coelhos Veronika ist nicht depressiv, sie ist gefasst und zu Allem entschlossen. Der Film ist diesbezüglich überdramatisiert und will auf die Tränendrüse drücken, typisch für amerikanische Filme. Ich muss sagen, die Buch-Veronika war mir um einiges sympathischer als die Filmversion.

Fazit:

Amerikaner sollten ihre Finger von Büchern lassen. Wer das Buch mag sollte sich diese Verfilmung nicht ansehen. 

11.12.2011 um 14:39 Uhr

[Gewinnspiel] Happy Birthday, Favola!

von: Jari   Kategorie: Gewinnspiele

Favolas feiert Geburtstag! Alles Gute, liebe Favola! Geburtstage sind toll, nicht wahr?
Um den Tag auch gebührend zu feiern, hat Favola ein Gewinnspiel ins Leben gerufen, bei dem es ganz tolle Preise zu gewinnen gibt! 

Zum Beispiel:
- ein Wunschbuch im Wert von 15 Euro
- tolle Magnetlesezeichen
- und natürlich Bücher! 
(mehr dazu auf Favolas Blog: www.favolas-lesestoff.ch)
Um am Gewinnspiel teilzunehmen muss man folgende Kriterien erfüllen:

- Leser von Favolas Blog sein (wer schon länger Leser ist, bekommt ein Los extra!)
- Für Werbung gibt es ein weiteres Los
- Man muss im Mail an Favola sein Wunschbuch angeben
Ihr könnt noch diesen Monat am Gewinnspiel teilnehmen. Viel Glück! 

10.12.2011 um 22:48 Uhr

[Rezension] Es begann auf einer Parkbank

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Germain will Margueritte adoptieren. Seine eigene Grossmutter aus dem Park. Dort hatten sich die zwei ungleichen Menschen kennengelernt. Der muskulöse Schrank von einem Mann und die kleine, zierliche Margueritte.
Langsam entwickelt sich eine tiefe Freundschaft zwischen den Beiden und mehr und mehr fasziniert sich der zuvor ungebildete Germain für die Welt der Bücher. Dies wirkt sich mehr und mehr auf sein Leben aus...

Meine Meinung:

Auf dem Rücken von "Das Labyrinth der Wörter" von Marie-Sabine Roger steht "Ein zauberhaftes Buch". Dies, das Cover, die Beschreibung und viele positive Rezensionen haben mich auf das Buch aufmerksam werden lassen und ich wollte es sehr gerne lesen.

Leider blieb der oben versprochene Zauber aus. Das Buch war keine Enttäuschung in dem Sinne, jedoch hält es nicht, was es verspricht. Es ist eine nette und süsse Geschichte, die einen auch mal zum Lachen bringen kann. Aber der Zauber fehlt in der Geschichte, er kam auch nicht hinterher, wie das bei Büchern manchmal der Fall ist. Nachdem ich die Geschichte ausgelesen hatte, klappte ich es zu und damit war auch die Geschichte zu Ende.

Die Idee, einen hünenhaften Sozialempfänger mit einer älteren Dame Freundschaft schliessen zu lassen, ist wirklich schön und das Buch hat Szenen, die wirklich hübsch sind. Die Protagonisten sind sympatisch und man fühlt sich als Leser im Setting wohl.

Dennoch blieben mir alle Charaktere zu flach. Auch Germain, der aus der Ich-Perspektive die Geschichte von ihm und Margueritte erzählt und dabei eine einigermassen authentische Sprache benutzt, blieb kontur- und farblos. Die Figuren erlebten Gutes und Schlechtes, dabei blieben sie mir, bis auf eine Ausnahme am Schluss, völlig gleichgültig. 

Es ist hübsch, zu sehen, wie Germain von Margueritte profitiert und Margueritte wiederum von Germain. Dass also jeder eine Wirkung auf den Anderen hat. Doch da die Personen, wie schon erwähnt, zu wenig ausgearbeitet sind, zog auch dies mehr oder weniger an mir vorüber. Das ist wahnsinnig schade, da mir die Idee des Buches eigentlich sehr gut gefallen hätte.

Zugesagt haben mir jedoch die Szenen, in denen die Zwei sich über Bücher unterhielten. Dank Margueritte verspüre ich zum ersten Mal Lust, Camus zu lesen. Es ist interessant, wie Roger Zitate aus Büchern in die Geschichte einbaut. In "Das Labyrinth der Wörter" bekommt man den einen oder anderen Lesetipp mitgegeben, was bestimmt für das Buch spricht.

Fazit: 

Ein nettes Buch für Zwischendurch, das jedoch zu flach bleibt, um wirklich "zauberhaft" zu sein.

"Das Labyrinth der Wörter" ist sicherlich ein Buch für jene, die gerne lesen. Aber es ist kein Must zum Thema, man muss es also nicht wirklich gelesen haben.

Ich für meinen Teil werde keine weiteren Bücher der Autorin lesen, da sie mich zu wenig gepackt hat. 

Marie-Sabine Roger
Das Labyrinth der Wörter
HC mit Schutzumschlag, 2. Auflage 2010
Hoffmann und Campe

978-3-455-40254-4 

Aus dem Französischen von Claudia Kalscheuer
Originalausgabe: La tête en friche
Éditions du Rouergue, 2008

09.12.2011 um 23:34 Uhr

[Challenge] 52 Bücher - Woche 6

von: Jari   Kategorie: 52 Bücher

 
Magisches/Magie
 
Och Leute, dazu gibt es ja unheimlich viel! Wo soll ich denn da anfangen?
Zum einen kann man ja über Fantasy berichten. Davon gibts ja tonnenweise Bücher für alle Geschmacksrichtungen und Interessen. Jedoch kann man, vor allem wen man das erste Wort isoliert betrachtet, auch an Bücher denken, die einen verzaubert haben.
 
Aber da gibt es auch wieder sehr vieles. Ich glaube, ich bin mit der Qual der Wahl überfordert...
Deshalb habe ich etwas Besonderes ausgebuddelt:
 
 
Peter J. Beagle - Die Sonate des Einhorns
 
Dieses Buch fasziniert nicht nur durch seine magische Geschichte und die schöne Erzählweise, sondern auch durch die liebevolle Gestaltung. Und dadurch, dass ich mich überhaupt an nichts mehr erinnern kann...
Ich habe das Buch vor über zehn Jahren gelesen, es war ein Ausschussexemplar aus der Bibliothek. Es hat mir damals sehr gefallen, doch irgendwann vergass ich den Grossteil der Geschichte. Mir blieb nur noch das Bild einer leeren Strasse, durch die mit dem Wind eine wunderschöne Musik weht.
Diese Szene und die hübsche Aufmachung haben das Buch davor bewart, aussortiert zu werden. Seit Jahren plagt mich die Lust, es wieder zu lesen und zu sehen, ob es mir auch jetzt, als Erwachsene, noch so sehr gefällt.

09.12.2011 um 17:47 Uhr

BücherQuotes #28

von: Jari   Kategorie: BücherQuotes

"Gefühle zum Beispiel, die sind nicht angeboren, überhaupt nicht. Essen, Trinken, das ja: Das ist Instinkt. Wenn du es nicht tust, krepierst du. Aber die Gefühle, das sind Extras, da hast du die Wahl, du kannst sogar ganz ohne leben."
Seite 39
 
"Wissen Sie eigentlich, Germain, dass Bildung einsam macht?"
Seite 49
 
"Die Art, wie man schenkt, ist mehr wert als das, was man schenkt."
Seite 121

"Germain, wissen Sie, wozu Wörterbücher wirklich gut sind?"
(...)
"Sie dienen vor allem dazu, zu reisen. (...) Stellen Sie sich vor, Sie suchen ein Wort, ja? (...) Gut. Sie haben es also gefunden, und da sehen Sie neben einer Definition den Buchstaben S., gefolgt von einem oder mehreren anderen Wörtern. Dieses S. bedeutet <Siehe>, aber es könnte auch <Suche nach neuen Welten> heissen. Es wird Sie zwingen, weiterzublättern, nach neuen Hauptwörtern, Eigenschaftswörtern oder Tätigkeitswörtern zu suchen, die Sie ihrerseits weiter auf die Reise schicken werden, hinter anderen Wörtern her..."
Seite 128
 
"Wenn man jemanden liebt, der unglücklich ist, dann macht der allein einem mehr Kummer, als wenn alle zusammen, die man nicht leiden kann, einem das Leben schwermachen."
Seite 160 
 

09.12.2011 um 08:53 Uhr

[Challenges] Tage Vergehen #49

von: Jari   Kategorie: Tage vergehen

 
Mein Aufenthalt in Dänemark geht dem Ende zu, bald bin ich wieder zu Hause. Da werde ich in erster Zeit bestimmt weder zum Lesen noch zum Bloggen kommen, aber ich werde sicherlich nicht ganz verschwinden. Aber bitte gebt mich nicht auf, auch wenn es erst einmal ruhiger wird. 
TTTs und alles wird natürlich wie immer nachgeholt.
 
Gestern habe ich "Das Labyrinth der Wörter" fertig gelesen und die Rezi dazu wird heute oder morgen geschrieben. Somit bleiben mir noch drei Bücher des "Reading-Countdowns" übrig. "Marmorera" werde ich auf dem Nachhauseweg im Zug lesen und dieses Wochenende kümmere ich mich endlich um die Eulen! (Ihr wisst schon, was ich meine ;)
 
Ausserdem habe ich eine neue Liste für den Sub-Listenwettbewerb vom Literaturschock-Forum. Die Bücher werden ab Januar in der Seitenleiste zu finden sein. Ich habe einige englische Bücher auf der Liste, sodass sie perfekt zur "Let's read it in English"-Challenge passt.
 
Vielleicht finde ich noch ein paar andere Challenges fürs nächste Jahr ;) 

08.12.2011 um 17:51 Uhr

[Challenges] TopTenThursday #43

von: Jari   Kategorie: TopTenTuesday

 
Eure 10 liebsten Verlage
 
1. Diogenes
2. Kosmos
3. Ulmer
4. GU
5. Piper
6. Knaur
7. Rowohlt
8. Ullstein
9. Goldmann
10. LYX 
 
Thema der nächsten Woche: 10 Bücher, die eine Zahl im Titel enthalten 

07.12.2011 um 09:23 Uhr

[Challenges] Let's Read it in English!

von: Jari   Kategorie: Challenges

 
In zwei Wochen ist Weihnachten und bald ist 2011 vorbei. 2012 steht vor der Türe! Deshalb sucht Jari auch noch ein paar Challenges, die sie im neuen Jahr absolvieren könnte. Hier kommt die erste:
 
Let's read it in english!
gehostet von: Lisa (http://booksandsenses.blogspot.com)
 
Worum geht es?
 
Im Verlauf vom 18.12.11 bis am 17.06.2012 sollen 10 englische Bücher gelesen werden. Also die Challenge läuft schon, ich fang jedoch erst im Januar an. Hoffentlich schaffe ich es dennoch.
Die Bücher sollen rezensiert werden und es gibt natürlich auch etwas zu gewinnen.
 
Da ich mehr als zehn englisch-sprachige Bücher auf dem SUB habe, hilft mir die Challenge dabei, dass diese endlich, endlich auch gelesen werden!
Wie man es von hier kennt, werde ich die rezensierten Bücher in der Seitenleiste verlinken. Aber wie gesagt, erst ab dem 1.1.2012, sonst komm ich mit dem Reading-Countdown in Konflikt und das will ich mir nicht antun :) 

06.12.2011 um 22:29 Uhr

[SUB] Ungelesene Bücher

von: Jari   Kategorie: SUB

SUB sind ja ständig in Bewegung. Meistens aufwärts. Aber in Bewegung (mein SUB ist sportlicher als ich...). Da jetzt endlich die Kriterien für den LitSchock-SUB-Wettbewerb 2012 draussen sind, brauche ich eine Übersicht, was sich auf dem Sübchen so getan hat, damit ich mich ans Listenbasteln machen kann.
Übrigens zähle ich die dänischen Bücher nicht mehr mit. Da ich in einer Woche wieder in die Schweiz fahre, habe ich kein Interesse mehr daran, Bücher auf dänisch zu lesen. Mitnehmen tu ich sie natürlich trotzdem. Wer weiss, vielleicht lese ich sie irgendwann einmal? Bis dahin sehen sie im Regal einfach hübsch, interessant und fremdländisch aus. Mit sowas kann man bei Besuchern angeben ;)
Ausserdem habe ich bereits einige Challenges fürs neue Jahr ins Auge gefasst.
 
Des Jaris SUB - Stand 06.12.2011: 
 
Adams, Douglas - The Restaurant at the End of the Universe
Adams, Douglas - Life, the Universe and everything 
Adler-Olsen, Jussi - Erbarmen
Ahern, Cecilia - PS: Ich liebe dich
Blakley-Cartwright, Sarah - Red Riding Hood 
Benioff, David - Stadt der Diebe
Bernet, Dominik - Marmorera
Berryman u.a. - Psychologie
Bielenstein, Daniel - Jordan. Die Jagd
Bohjalian, Chris - Skeletons at the Feast 
Bomann, Corina - Sturmsegel 
Brandis, Katja - Der Elefantentempel 
Camuglia, Monica - Irrtum 2012 
Dath, Dietmar - Die Abschaffung der Arten
Eckstein, Warren & Fay - Wie sag ich's meiner Katze 
Esquivel, Laura - Malinche
Falcones, Ildefonso - Die Kathedrale des Meeres
Ford, Jamie - Keiko 
Fox, Michael - Massier dein Tier
Francis, Pauline - A World Away
Gray, John - Von Menschen und anderen Tieren
Gruen, Sara - Das Affenhaus 
Hansen, Konrad - Die Männer vom Meer 
Hardebusch, Christian - Die Werwölfe
Howard, Jonathan L. - The Necromancer 
Hunter, Erin - Warrior Cats: Feuer und Eis
Hunter, Erin - Warrior Cats: Geheimnis des Waldes
Hüther, Gerald - Männer: Das schwache Geschlecht und sein Gehirn
Jemisin, N.K - Die Erbin der Welt
King, Stephen - Different Seasons
Klassen, Lena - Magyria 
Kracht, Christian - Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten
Kureishi, Hanif - The Body 
Lasky, Kathryn - Die Legende der Wächter 1: Die Entführung
Levy, Andrea - Eine englische Art von Glück
Lewycka, Marina - Kurze Geschichte des Traktor auf ukrainisch 
Loevenbruck, Henri - Die Stimme der Wölfe 
Magyari, Martina - Auf Samtpfoten mitten ins Herz 
Mann, George - The Affinity Bridge 
Martel, Yann - Life of Pi 
McConnell, Patricia B. - Das andere Ende der Leine
Moers, Walter: Das Labyrinth der Träumenden Bücher
Mosby, Steve - Tote Stimmen
Nicholls, David - Zwei an einem Tag 
Palma, Félix J. - Die Landkarte der Zeit 
Petterson, Per - Ist schon in Ordnung
Pratchett, Terry - Die Farben der Magie
Pratchett, Terry - Voll im Bilde 
Rippin, Sally - Shanghai Love Story 
Safier, David - Plötzlich Shakespeare 
Santagati, Steve - ManNual 
Saramago, José - Die Reise des Elefanten
Sator, Günther - Feng Shui
Schächtele, Petra - Mehr Schlagfertigkeit!
Schlederer, Victoria - Des Teufels Maskerade
Scott, Michael - The Magician
Scott, Micheal - The Sorceress 
Sendker, Jan-Philipp - Das Flüstern der Schatten
Sheldrake, Rupert - Der siebte Sinn der Tiere
Shelly, Mary - Frankenstein 
Singh, Nalini - Gefangener der Sinne
Stroud, Jonathan - Bartimäus: Der Ring des Salomo
Stroud, Jonathan - Die Eisfestung
Suter, Martin - Lila, lila 
Thomas, Scarlett - Troposphere 
Thomas, Scarlett - PopCo 
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Ward, Rachel - Numbers 
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Zafon, Carlos Ruiz - Das Spiel des Engels
 
SUB: 73 Bücher 

06.12.2011 um 16:07 Uhr

[Rezension] Frühlingserwach(s)en

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Cassie ist tot. Sie starb einsam und allein im Zimmer eines Motels.
33 Anrufe waren es. 33 Versuche, ihre ehemalige Freundin Lia zu erreichen. Aber Lia ist nicht ans Telefon gegangen.

Jetzt, nach Cassies Tod, kämpft Lia mit sich und der Welt. Sie führt einen aussichtslosen Kampf gegen Kalorien und Nährwerte. Lia kämpft darum, das dünnste Mädchen ihrer Schule zu werden...

Meine Meinung:

Selten habe ich so ein eindrückliches Jugendbuch wie Andersons "Wintermädchen" gelesen. Doch gerade wegen seiner Eindrücklichkeit ist dieses Buch nicht für jeden geeignet.

Es fällt mir nicht leicht, meine Meinung zu "Wintermädchen" wiederzugeben, da ich noch immer zu stark in der Geschichte gefangen bin.
Mia erzählt ihre Erlebnisse aus ihrer Sicht, sie kam mir sehr nahe und oft hat mir das Buch den Atem geraubt. Wir erfahren nicht nur, wie Mia mit den Geschehnissen umgeht, sondern in Rückblicken erzählt sie auch von der tiefen Freundschaft zu Cassie, wie die beiden Mädchen in die Magersucht rutschten und wie sie sich schworen, die dünnsten Mädchen der Schule zu werden. Nur um die genaueren Umstände, weshalb die Freundschaft in die Brüche ging, erfahren wir wenig. 

Zuerst muss man sich jedoch an den besonderen Schreibstil von Anderson gewöhnen, es dauert ein wenig, bis man sich darin zurechtgefunden hat. Die Autorin bedient sich einer Sprache, die wie keine andere darstellt, was in der magersüchtigen Lia vor sich geht. Die Wörter treffen den Leser in seinem Innersten, es ist, als würde man selber Lia sein, derartig real kommen einem die Beschreibungen vor.
Genau deswegen würde ich das Buch nicht jedem Leser empfehlen. Lias Gratwanderung zwischen Realität und Traum, Leben und Tod ist blumig, aber überaus realistisch dargestellt. Nicht jeder kann dies verkraften.

Während des Lesens dachte ich ab und zu, dass Mia eine sehr passive Hauptfigur ist, doch stimmt das nicht. Sie agiert und reagiert auf ihre eigene Weise. Ausserdem steht in "Wintermädchen" nicht die Spannung oder die Auflösung im Mittelpunkt der Geschichte, sondern die Gefühlswelt eines Mädchen, das aus der Bahn geraten ist und verzweifelt irgendwo Halt sucht.

Ich kann mich nur wiederholen und sagen, bisher hat mich noch kein Jugendbuch derart berührt und fasziniert, abgeschreckt und betroffen gemacht wie "Wintermädchen". 

Fazit: 

Jeder, der ein intensives Buch lesen möchte, sollte zur Andersons Geschichte greifen. Ebenfalls jene, die mehr über das Leben mit Magersucht erfahren möchten. Mit diesem Buch erhält man einen realitätsnahen Einblick in das Gefühlsleben einer Betroffenen. 
Wer jedoch für düstere Szenerien und Gedanken anfällig ist, sollte das Buch besser meiden.

"Wintermädchen" ist bei Weitem kein Wohlfühlbuch, aber unbedingt wert, gelesen zu werden! 

Laurie Halse Anderson
Wintermädchen
HC mit Schutzumschlag, 2010
Ravensburger Buchverlag

Aus dem Amerikanischen von Salah Naoura
Originalausgabe: Wintergirls
Viking, 2009

978-3-473-35321-7 

Dieses Buch ist Teil der Aktion "Tolle et Lege" und wurde vorgeschlagen von Sandsturm (http://www.blogigo.ch/Gedanken_Geschichten)