Jaris Büchergebrabbel

27.01.2012 um 20:20 Uhr

[Challenges] TopTenThursday #46 - 48

von: Jari   Kategorie: TopTenTuesday

 
Eure 10 Most-Wanted-Bücher im Jahr 2012
 
Gail Carriger - Brennende Finsternis
N.K. Jemisin - Gefährtin des Lichts
Kai Meyer - Das steinerne Licht
Derek Landy - Das Groteskerium kehrt zurück
Yasmine Galenorn - Hexenküsse
John Connolly - Hell's Bells
Eoin Colfer - Die verlorene Kolonie
Michelle Raven - Pfad der Träume
Kathryn Lasky - Die Wanderschaft
Nalini Singh - Sengende Nähe
 
10 Bücher, deren Cover eurer Meinung nach nicht zum Thema passen
   
         
        
 
10 Bücher zum Thema Musik/Tanz
 
David Nicholls - Zwei an einem Tag
(die Musik zum Buch ist dem Autoren sehr wichtig)
Nick Hornby - Juliet, naked
Steve Galloway - Der Cellist von Sarajevo
Donna Milner - River
(River mit seiner Gitarre)
Relient K - The unknown infrastructure also known as the female mind
(geschrieben von der Band Relient K)
Hollow Skai - In A Da Da Da Vida
Urs Augstburger - Gatto Dileo
Eva Baronsky - Herr Mozart wacht auf (Wunschliste)
John Beagle - Die Sonate des Einhorns
 
Das Thema der nächsten Woche: 10 Bücher, bei denen ihr euch ein anderes Ende gewünscht hättet 

26.01.2012 um 18:32 Uhr

[Rezension] Jäger & Sammler

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Beeren schmecken lecker und sind gesund. Wer kann schon einer saftigen roten Erdbeere wiederstehen? Doch noch besser schmeckt es, wenn man die Beeren selbst gefunden, gepflückt und verarbeitet hat.
Wie man ganz einfach und ohne weit zu reisen die schmackhaftesten Beeren findet und wie man sie am besten zubereitet, zeigt das Büchlein "Beeren finden!".

Meine Meinung:

Christine Schneider hat mit "Beeren finden!" einen sehr handlichen Begleiter für Ausflüge in die Natur geschrieben. Das Buch ist dünn, lässt sich gut in der Tasche tragen und ist mit einer Schutzhülle versehen, sodass sich auch gelegentliche Drecksspritzer leicht abwaschen lassen.

Das Büchlein selbst ist übersichtlich aufgebaut. Vor allem Anfänger bezüglich der Beerensuche werden so Schritt für Schritt an die Materie herangeführt.
Man erhält einen allgemeinen Überblick über die Welt der Beeren, die besten Hilfsmittel werden erklärt und natürlich werden auch die unterschiedlichsten Beeren und Nüsse auf je einer Doppelseite vorgestellt. Die Vorstellung umfasst alles, was man als Sammler wissen muss. Wie, wo, wann und worauf man achten sollte.

Giftige Beeren werden ebenfalls genannt. Doch fehlte mir dort eine genauere Angabe darüber, was die Einnahme der Pflanze bewirken würde. Dafür gibt es im Schlussteil einen umfassenden Part mit Notfallnummern, falls wirklich einmal etwas schief gehen sollte.
Abgerundet wird "Beeren finden!" mit einigen Rezepten. Manche lassen sich rasch zubereite, andere sind ausgefallen, manche klassisch. Jedoch lief mir bei praktisch jedem das Wasser im Mund zusammen.

Die Gestaltung des Führers ist sympathisch und jung. Man sieht alles Wichtige auf einen Blick, durch die Fotos kann man sofort erkennen, um welche Beerensorte es sich handelt. Die Illustrationen von Daniel Stieglitz passen ins Ambiente und unterstreichen den lockeren Ton dieses Buches. 

Fazit: 

Ein Buch, das sich vor allem für jene eignet, die gerne einmal selbst Beeren sammeln wollen, sich aber noch nicht sicher sind, wie sie das anstellen sollen. Das Buch "Beeren finden!" bietet Antwort auf die wichtigsten Fragen und lässt sich einfach einpacken.
Aufgrund seines schlanken Umfanges ist es jedoch kein Universalratgeber! 

Christine Schneider
Beeren finden!
TB, 2011
Ulmer

978-3-8001-7660-1 

Mit Illustraionen von Daniel Stieglitz 

Herlichen Dank an den Ulmer Verlag!
www.ulmer.de 

25.01.2012 um 10:05 Uhr

Jari liest... Corina Bomann

von: Jari   Kategorie: Jari liest...

Rückentext:

Als Annekes Mutter stirbt, ist sie im Deutschland des 17. Jahrhunderts auf sich allein gestellt. 
Ein neues Leben beginnt für sie, denn ihr bislang unbekannter Vater nimmt sie bei sich auf. Doch das Familienglück wird nach kurzer Zeit von den Wirren des Krieges zerstört: Anneke muss vor der Belagerung Stralsunds nach Schweden fliehen. 
Dort lernt sie den jungen Schiffsbauer Ingmar kennen und lieben, doch auch diesmal schlägt das Schicksal zu. Nach dem Untergang der Vasa werden die Schiffsbauer verfolgt und Anneke ist mit Ingmar wieder auf der Flucht...

 

24.01.2012 um 21:23 Uhr

[Challenges] 52 Bücher - Woche 11 & 12

von: Jari   Kategorie: 52 Bücher

 
 Die beste und die schlechteste Buchverfilmung
 
Ach herrje! Ich und Buchverfilmungen. Nun gut. Machen wir es einfach, kurz und schmerzlos. Einverstanden?

Gute Buchverfilmungen: "Jakob der Lügner" von 1974 (DDR-Film), "Der Name der Rose" von 1984 (oder so) und die schwedische (!!!) Verfilmung von "Verblendung".
Schlechte Buchverfilmungen: -endlose Liste- oder zumindest sehr viele. Wovon die meisten in Amerika produziert wurden. 
 
Ein Buch mit einem Tier im Titel
 
 
Jiang Rong - Der Zorn der Wölfe
 
Ein faszinierender Bericht über das Leben in der Wildnis und die Bedrohung durch die Zivilisation. Ein Buch über Liebe und Hass und ein Buch über Wölfe (nein, keine Werwölfe). Es ist ein Buch über Mutter Natur und unseren Umgang mit ihr, aber ohne gleich mit erhobenem Zeigefinger daherzukommen.
Jedoch ist es nichts für schwache Nerven, denn es zeigt die brutale Realität der Natur und des Menschen. Aber auch die Schönheit der Welt und des Lebens in ihr.

24.01.2012 um 16:30 Uhr

[BücherNews] Buchpreisbindung als Konsumentenschutz

 Heute wurde auf konsumentenschutz.ch ein interessanter Artikel zum Thema "Buchpreisbindung" veröffentlicht. Sara Stalder berichtet über die hohen Buchpreise in der Schweiz und macht darauf aufmerksam, dass mit der Buchpreisbindung zwar die hohen Aktions-Rabatte auf Bestseller zurückgehen würden, aber auf Dauer sind tiefe Bücherpreise auf das gesamte Buchsortiment der Schweiz mehr im Sinne des Konsumentenschutzes.

24.01.2012 um 08:58 Uhr

[Rezension] Blutroter Mond

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Daggorhorn ist ein düsterer Ort, der in ständiger Angst vor dem Wolf lebt.
Die Schwestern Valerie und Lucie könnten unterschiedlicher nicht sein, dennoch hängen die Beiden sehr aneinander. Doch dann färbt der Vollmond sich blutrot und Lucie fällt dem Wolf zum Opfer.
War es etwa Peter, Valeries Jugendfreund, der nach zehn Jahren wieder ins Dorf zurückgekehrt ist? Und wieso vermag Valerie mit dem Wolf zu sprechen?

Meine Meinung:

"Red Riding Hood - Unter dem Wolfsmond" von Sarah Blakley-Cartwright basiert auf dem Drehbuch von David Leslie Johnson zum gleichnamigen Film. Es ist eine düstere und freie Erzählung des Rotkäppchen-Märchens.

Der Beginn des Buches ist vielversprechend und richtig spannend. Man lernt das Leben in Daggorhorn kennen, die Bewohner und wie sie sich vor dem Werwolf schützen, der das Dorf jeweils zum Vollmond heimsucht. Ebenfalls treffen wir auf die Schwestern Lucie und Valerie. Lucie scheint ein Überwesen zu sein, jung, hübsch und gutherzig. Valerie dagegen ist wild und kann sich nur schlecht in die Dorfgemeinschaft einfügen.

Als die Ménage à troi zwischen Peter, Valerie und Henry beginnt, verlor das Buch für mich etwas an Spannung. Valerie weiss nicht, für wen sie sich entscheiden soll und wem sie trauen kann. Zwar trauert sie um ihre Schwester, aber seltsamerweise griffen ihre Gefühle nicht auf mich über. Es geht mehr darum, wer jetzt das Mädchen bekommt. Die Zielgruppe des Buches mag dies interessieren, für mich persönlich war es aber eher belanglos.

Faszinierend fand ich jedoch das Thema des religiösen Fanatismus, der im Buch zum Vorschein kommt. Vater Solomon wird gerufen, um dem Werwolf den Garaus zum machen. Solomon ist, wie Valerie rasch erkennt, ein Mensch, der nur in Schubladen denkt: gut oder böse. Böses wird gnadenlos zerstört.
Dabei fragte ich mich allerdings, ob dieses Gemetzel und Blutvergiessen in einem Jugendbuch wirklich nötig ist oder ob man jugendliche Leser nicht auch auf andere Arten faszinieren und packen kann. Zwar störten mich die blutigen Szenen nicht, aber ab und an fand ich sie etwas übertrieben.

An einigen Stellen merkt man, dass das Buch auf einem Drehbuch basiert. Manche Bilder, die aufgezeigt werden, sind definitiv leinwandreif: Die weissen Blüten, das schwarze Pferd, das durch die Flammen rennt etc. 
Auf diese Weise werden von der Autorin Bilder beschrieben, die im Kopf bleiben. Leider fehlte mir trotzdem etwas in der Geschichte. Ich kann nicht genau sagen was, aber wirklich gepackt hat es mich nicht. Bis zum Schluss blieb ich relativ teilnahmslos und betrachtete Valerie bloss, wie sie dies tut und jenes geschieht.

Fazit: 

"Red Riding Hood - Unter dem Wolfsmond" ist eine flüssig erzählte Geschichte, die sich gut für Zwischendurch eignet. Das Buch liest sich flott, ist aber teilweise sehr blutig.

Wer Neuerzählungen von Märchen mag, kann sich das Buch sicherlich mal ansehen. Jedoch reicht es meiner Ansicht nach nicht an Broms "Der Kinderdieb" o.ä. heran. Es ist eine Geschichte vor allem für jugendliche Leser, die eine düstere Liebesgeschichte mit Fantasy-Elementen zu schätzen wissen.

Ich meinerseits wurde zwar gut unterhalten, jedoch lässt mich die Geschichte bloss mit einem Schulterzucken zurück. 

Sarah Blakley-Cartwright & David Leslie Johnson
Red Riding Hood
Unter dem Wolfsmond
TB, 1. Auflage 2011
CBT

978-3-570-16124-1

Originalausgabe: Red Riding Hood
Poppy, New York 2011 

23.01.2012 um 16:04 Uhr

[BücherNews] Meinungsfreiheit oder Internetkriminalität

Apres hat auf ihrem Blog bereits davon berichtet ( http://www.blogigo.de/apres_kunstundmehr/Nieder-mit-der-Meinungsfreiheit/747/), das Bücherforum diskutiert heiss und vor allem die Buchblogger sind alamiert.
 
Alles beginnt mit einer Rezension zum Buch "Twin-Pryx" von John Asht aus dem Roder Verlag. Myriel (http://buecherzeit.wordpress.com) begann das Buch, musste es aber abbrechen und schrieb eine negative Rezension darüber. Etwas, das ich auch schon einige Male getan habe. Hier findet ihr die Rezension: http://buecherzeit.wordpress.com/2011/11/16/john-asht-twin-pryx-zwillingsbrut/
Weder beschimpft Myriel den Autoren oder den Verlag, sie meint bloss, dass es zu viele Dinge gibt, die sie am Buch stören, sodass sie nicht weiterlesen möchte.
 
Zitat von Myriel:
Denn auf diesen Seiten sind mir schon so viele Dinge aufgefallen und haben mir quer im Magen gelegen, so dass ich gar nicht erst wissen möchte, wie es weiter geht. 
 
Damit geht der Spass aber erst richtig los, denn Asht stösst auf die Rezension. Selbstverständlich ist es für einen Schriftsteller nicht erfreulich, wenn ein Leser sein Buch nicht mag. Aber was Asht bietet ist unfassbar. Er beschimpft Myriel und meint, dass sie eine "Pseudo-Rezensentin" sei.
Doch Asht hat noch nicht genug, in einem zweiten Kommentar meint er, dass er rechtliche Schritte gegen Myriel einleiten wird, da sie angeblich versuche, einen Autoren zu "vernichten".
 
Antje Roder, ihres Zeichens Verlegerin, schliesst sich Asht an und hinterlässt ebenfalls einen Kommentar auf Myriels Blog "Bücherzeit". Sie meint, Myriel sei unprofessionell und verstecke sich hinter ihrem Pseudonym. Ironisch finde ich persönlich folgende Zeile Roders:
 
Zitat Roder:
Jeder Leser nimmt ein Buch unterschiedlich wahr.  
 
Unterdessen hat Asht mehrere Einträge auf seinem Blog (http://john-asht.blogspot.com/) veröffentlicht. Darin geht er gegen die Internetblogger vor und natürlich vor allem gegen Myriel selbst. Mein Lieblingspart:
 
Zitat Asht: 
Es ist dies aber ihre 90. Rezension allein im Jahre 2011 - was ja bedeutet, dass sie bei dem Tempo wohl alle drei Tage ein neues Buch fertig gelesen haben müsste und in eben dieser Zeit auch noch rezensieren. Da kann man beim besten Willen nicht mehr von Seriosität sprechen, denn diese Frau muss ja auch noch essen und schlafen, neben ihrem Dauerstudium - selbst wenn sie nicht jobben geht. 
 
Nebenher nennt er sie auch "pseudo-erpresserische Rezensentin", nur weil Myriel nicht klein beigibt und kuscht.

Da frage ich mich wirklich, ob der Autor und der Verlag unter Verfolgungswahn leiden. Vor allem sind unterdessen weitere negative Rezensionen zum erwähnten Buch erschienen. Normalerweise heisst es ja, besser negative Kritik, als gar keine. Aber hier hat der Verlag und auch der Autor daneben gegriffen, Asht und der Roder-Verlag sind auf vielen schwarzen Listen von Lesern gelandet, unter anderem auch auf meiner.
Der Autor ist definitv nicht kritikfährig und dieses ganze Getue erinnert mich sehr an den Kindergarten. Ich hoffe für Myriel, dass sich das Ganze bald wieder beruhigt. Immerhin hat sie wohl alle Online-Rezensenten auf ihrer Seite.
 
Denn - wer hat nicht auch schon einen Verriss geschrieben? 

16.01.2012 um 21:04 Uhr

[Rezension] Ene, mene, muh

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Robert mag weder die Mathematik, noch seinen Mathelehrer. Ebenso wenig mag er seine Albträume, die ihn des nachts heimsuchen. Doch dann bekommt Robert in seinen Träumen besuch vom Zahlenteufel. Dieser nimmt den Jungen in die Lehre, um aus ihm einen Zauberer zu machen - einen Zahlenzauberer...

Meine Meinung:

Hans Magnus Enzensbergers Buch "Der Zahlenteufel" ist ein Buch für jene, die mit der Mathematik nicht viel anfangen können und sich nicht weiter mit ihr beschäftigen wollen. Robert selbst ist auch einer jener Menschen, die die Mathematik nicht mögen und ihr am liebsten aus dem Weg gehen. Doch mit Hilfe des Zahlenteufels ändert sich das.

Zusammen mit Robert erfährt der Leser die Geheimnisse der Mathematik. So wird zum Beispiel erklärt, welche Bedeutung die Null in unserem Zahlensystem hat, die "Bonatschi"-Zahlen werden durchgenommen und gewissen Zahlenreihen werden Farben zugeordnet.

Das Buch ist einfach und verständlich geschrieben, damit auch jüngere Leser verstehen, was hier eigentlich genau erklärt wird. Meistens besteht die Geschichte aus Gesprächen zwischen Robert und dem Zahlenteufel, die den trockenen mathematischen Begriffen oft lustige Übernamen geben. Die mathematischen Beispiele sind mit bunten Bildern untermalt und der Leser wird Schritt für Schritt an den Kern der Sache herangeführt.
In späteren Kapiteln wird immer wieder auf bereits Erwähntes zurückgegriffen, sodass das Gelesene wieder aktiviert wird. So wird verhindert, dass man eine Erklärung liest und sie gleich daraufhin wieder vergisst.

Zwar brachte mir das Buch nichts grundlegend Neues bei, aber altes Wissen aus der Schule wurde wieder in Erinnerungen gerufen. Das meiste kannte ich bereits von anderen Orten, es war jedoch interessant, die Dinge auf eine solch unterhaltsame Weise erklärt zu bekommen.

Jedoch muss ich auch sagen, dass mir manche Schritte, die im Buch unternommen wurden, bereits wieder verwirrten und ich an anderer Stelle noch einmal nachfragen musste, was dies nun zu bedeuten hätte.

Sagen, dass mir "Der Zahlenteufel" die Angst oder die Abscheu von der Mathematik genommen hat, kann ich nicht. Weder ist mir ein grosses Licht aufgegangen, noch fällt mir der Umgang mit Zahlen nun leichter. Für mich war die Lektüre bloss ein weiterer Ausflug in die unendlichen Weiten der Mathematik.

Fazit: 

Ein gutes Buch für jene, die mehr über die Hintergründe der Mathematik erfahren wollen. "Der Zahlenteufel" bietet einige gute Tricks und Kniffe für das Überleben im Matheunterricht. Es lehrt das Verständnis für Zahlen bis zu einem gewissen Grad.

Für mich leider keine Revolution, aber eine nette Kopfkissenlektüre.

 

Hans Magnus Enzensberger
Der Zahlenteufel
Ein Kopfkissenbuch für alle, die Angst vor der Mathematik haben
HC, 1997
Hanser

3-446-18900-9 

Mit Bildern von Rotraut Susanne Berner 

16.01.2012 um 20:30 Uhr

[Neuerrungenschaften] Gewonnen!

von: Jari   Kategorie: Neuerrungenschaften

Ich habe doch tatsächlich mal etwas gewonnen! Und zwar dieses Buch:

Beeren finden! von Christine Schneider

 Vielen Dank an den Ulmer Verlag 
http://ulmer.de/ 

15.01.2012 um 21:30 Uhr

[Büchergebrabbel] Jaris Büchergebrabbel #1

von: Jari   Kategorie: Jaris Büchergebrabbel

Da die Aktion "Tage vergehen" Ende 2011 ja beendet wurde, habe ich mir eine eigene Laberkiste zugelegt: Jaris Büchergebrabbel. Einfallsreich, nicht wahr?
In dieser Sektion werde ich euch mindestens einmal im Monat, vielleicht auch öfter, darüber informieren, was Jari so tut und was es im Schilde führt.
 
Nun ist 2012 bereits zwei Wochen alt und der Hexenmeister und ich haben unseren eigenen Tagesrythmus. Zum Glück komme ich öfter zum Lesen, als ich anfangs dachte. Meine Rekordwerte von bis zu 15 Bücher im Monat werde ich zwar nicht halten können, aber immerhin habe ich bereits vier Bücher gelesen und habe zwei begonnen. An Rezensionen wird es hier also nicht mangeln ;)
 
Im Februar werde ich dann an der Leserunde zu "Anna Karenina" mitmachen und im März steht Jane Austen auf dem Programm. Da diese Bücher ziemliche Wälzer sind, frage ich mich jedoch, wann ich Zeit finden werde, um "Die Kathedrale des Meeres" zu lesen. Dieses Buch ist ja auch ziemlich umfangreich und diesen Monat werde ich es wohl nicht schaffen. Arme Pelegrina, es wird wohl April werden... Bitte verzeih mir!
 
Jedoch kann ich ankünden, dass das Gewinnspiel, welches ich bereits erwähnt habe, zu meinem 1000sten Eintrag auf "Jaris Büchergebrabbel" gestartet wird. Dies hier ist der 801te, lange wird es also nicht mehr dauern. So viel wird verraten: Es wird eine kleine Aufgabe geben ;)
 
Im Übrigen möchte ich irgendwann mal wieder Einträge zu "Büchernews" und den Bücherregalen schreiben. Da hat sich unterdessen einiges angesammelt.
 
So viel zum Monat Januar. 

15.01.2012 um 15:43 Uhr

[Rezension] Future Semi-Conditionally Modified Subinverted Plagal Past Subjunctive Intentional

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Nach der Zerstörung der Erde stecken Arthur Dent und seine Freunde in ziemlichen Schwierigkeiten. Eigentlich wären die Schwierigkeiten ja gar keine Schwierigkeiten, wäre das Raumschiff "Heart of Gold" nicht gerade damit beschäftigt, eine Tasse Tee herzustellen.
Als Zaphod Beeblebrox, seines Zeichens Präsident der Galaxie, sich auf macht, den Herrscher des Universums zu suchen, geht die Odyssee durchs Weltall in die nächste Runde...

Meine Meinung:

"The Restaurant at the End of the Universe" ist der zweite Teil der Hitchhiker-Reihe von Douglas Adams. Wieder einmal besticht der Autor mit munteren Einfällen und kurzweiligen Jagden durch die unendlichen Weiten des Weltraums.

Jedoch sollte man unbedingt den ersten Teil gelesen haben, bevor man sich ins Restaurant begibt. Zwar werden die Ereignisse des ersten Bandes auf zwei Seiten noch einmal kurz zusammengefasst, doch reicht dies bei Weitem nicht aus, um die Charaktere zu verstehen. Auch ich hatte etwas Mühe, da es schon einige Jahre her ist, seit ich den ersten Band "The Hitchhikers Guide to the Galaxy" gelesen habe.

Wer den ersten Band mochte, wird auch vom zweiten Teil nicht enttäuscht sein. Der Humor wird nicht weniger und Adams bringt wieder viel Schwung in die Geschichte. Es bleibt kaum Zeit, einmal richtig Atem zu schöpfen. Auch nicht, als die Charaktere es endlich ins "Restaurant am Ende des Universums" schaffen. Es gibt viel zu Lachen und vor allem Douglas' Ideen (u.a. von wem die Menschheit eigentlich absteht) sind einfach herrlich. Der Autor schafft es, auf eine feine englische Art, die menschliche Lebensweise zu mokieren. 

Die vielen unterschiedlichen Planeten und Landschaften machen es einem leider ab und zu schwierig, einzuordnen, wo man sich örtlich und bezüglich der Geschichte gerade befindet. Diese Sprünge machen es vor allem jenen schwierig, die das Englische noch nicht so gut beherrschen. Für jene empfiehlt es sich, die deutsche Ausgabe zu lesen. 

Fazit: 

"The Restaurant at the End of the Universe" knöpft direkt an den Vorgänger an. Dies nicht nur, was die Handlung betrifft, sondern auch sprachlich. Douglas hat eine gelungene Fortsetzung geschrieben, die Lust macht, sich sofort auf den nächsten Teil zu stürzen.

Douglas Adams
The Restaurant at the End of the Universe
TB, 2010
MacMillan

978-0-330-50881-0

Deutsche Ausgabe

Douglas Adams
Das Restaurant am Ende des Universums
TB, 2009
Heyne

978-3-453-40781-7

Aus dem Englischen von Benjamin Schwarz 

14.01.2012 um 20:31 Uhr

[Rezension] Sommernachtstraum

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

In einer wundervollen Nacht, die auf einen wundervollen Tag folgte, trifft der Erzähler auf das Mädchen Nastenka. Er hilft ihr in einer Notsituation und schon bald merken die Beiden, dass sie ein ganz besonderes Band miteinander verbindet. Doch Nastenka hat ihr Herz bereits verschenkt...

Meine Meinung:

Fjodor Dostojewski entführt den Leser in "Weisse Nächte" in die sommerlichen Nächte St. Petersburg. Die Liebesgeschichte, die auf nur 100 Seiten erzählt wird, vermag trotz der Kürze zu überzeugen und man schlägt das Buch schlussendlich mit einem tiefen Seufzer zu.

Der Erzähler der Geschichte ist ein Träumer, ein einsamer Träumer. Er kennt die Stadt St. Petersburg in- und auswendig, doch mit den Menschen kann er nicht besonders gut umgehen. Doch als er auf Nastenka trifft, ändert sich das. Das Mädchen erobert sein Herz im Sturm und obwohl er weiss, dass sie einen Anderen liebt, treffen sie sich die nächsten vier Nächte und kommen sich immer näher.

Es mag wie eine Geschichte klingen, die bereits hundert Male erzählt wurde, das mag es vielleicht auch sein. Doch Dostojewskis "Weisse Nächte" hat aus seiner kurzen Liebesgeschichte das Maximum herausgeholt. Der Untertitel "Ein empfindsamer Roman" passt perfekt zur Stimmung. Die Sprache im Buch ist sehr gefühlvoll, die Ich-Perspektive lässt uns direkt an den unterschiedlichen Stimmungslagen des Erzählers teilhaben. Ich fieberte mit, hoffte und bangte um das Glück des Paares.

Nur Nastenka ging ab und zu etwas gegen den Strich, da sie immer gleich zu weinen begann, doch dies unterstreicht nur noch mehr, dass "Weisse Nächte" ein sehr russisches Buch ist. 

Fazit: 

"Weisse Nächte" ist eine wunderschöne, tiefgründige und romantische Geschichte, die durch eine besondere und ergreifende Sprache besticht.

Wer gerne in einer schönen Sprache schwelgt, der sollte dieses Büchlein einmal zur Hand nehmen. Es eignet sich hervorragend als Kopfkissen-Lektüre. Wer sich an einen Russen heranwagen möchte, findet hier einen sehr guten Einstieg.

Ich war sofort hin und weg von der wunderschönen Sprache Dostojewskis, die man wirklich als "russisch" bezeichnen kann. Die Geschichte war weder kitschig noch langweilig und hielt mich bis zum Schluss in Atem. 

Fjodor Dostojewski
Weisse Nächte
Ein empfindsamer Roman
(Aus den Erinnerungen eines Träumers)
HC, 2007
Anaconda

978-3-86647-181-8

Aus dem Russischen von Hermann Röhl 

12.01.2012 um 22:16 Uhr

Jari liest... Douglas Adams

von: Jari   Kategorie: Jari liest...

Rückentext:

In a galaxy where absolutely everything (including space, time and alien anatomy) is uncertain, only one thing is guaranteed: at some point, you will need a decent meal.
Feeling a bit peckish following a long, unsettling journey across the universe, Arthur Dent finds himself on a mission that will end in death or dinner - or maybe both. And there's nowhere better for the ultimate meal than Milliways, the Restaurant at the End of the Universe.

12.01.2012 um 22:07 Uhr

[Rezension] Vom Vater zum Sohn

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Es ist immer der erstgeborene Sohn der Familie Csillag, der mit einer besonderen Gabe gesegnet ist: Er kennt die Vergangenheit. Dies ist das Erbe seiner Väter. Mit diesem Erbe kommt auch "Das Buch der Väter", in dem jeder Erstgeborene seine Lebensgeschichte niederschreibt und es an seinen Sohn weitervererbt.
Die Geschichte beginnt im Jahr 1705. Wie lange wird die Familie Csillag überdauern und wie gehen die Erben mit ihrem Segen um, der gleichzeitig auch ein Fluch sein kann?

Meine Meinung:

Miklós Vámos's Werk "The Book of Fathers" (deutsch: Das Buch der Väter) ist ein Werk, das die Familiengeschichte der Familie Sternovszky/Stern/Csillag von ihren Ursprüngen im 18ten Jahrhundert bis in die Gegenwart verfolgt.

Vámos ist ein geduldiger Beobachter und ein treuer Erzähler. Obwohl im Buch viel Tragisches geschieht, bleibt die Erzählweise immer ruhig und besonnen. Dennoch wurde ich von der Geschichte der ungarischen Familie gepackt und verlor mich ganz und gar in diesem wundervollen Buch.

Man erlebt Freud und Leid mit dem jeweils erstgeborenen Sohn der Familie. Ist auf seinen Reisen dabei, bei der Familiengründung und erfährt ebenfalls viel über sein Innenleben, da die Söhne jeweils ihre eigenen Notizen ins "Buch der Väter" übertragen. Auch die unterschiedlichen Charaktere der Figuren wurden vom Autoren gut herausgearbeitet, sodass man die Unterschiede zur vorhergehenden Generation deutlich anmerkt.

Doch erlebt man als Leser nicht nur die Entwicklung der Familie, sondern nebenbei erhält man auch einen Einblick in die Geschichte Ungarns. Dieser Part hätte für mich jedoch auch etwas umfassender und detaillierter gewesen sein können, doch dann wäre das Buch wahrscheinlich aus den Nähten geplatzt.

Toll fand ich, dass sich der Autor wirklich Gedanken um sein Buch gemacht hat. So hat er zum Beispiel die Sprache der jeweiligen Epoche so detailgetreu wie möglich wiedergegeben. Dies macht vor allem den Anfang der Geschichte etwas schwieriger zu lesen, doch macht genau dies das Buch so authentisch.

Ebenfalls hat er jedem Charakter ein Tierkreiszeichen zugeordnet und somit den gesamten Sternkreis in "Das Buch der Väter" einbezogen. Der Anfangsbuchstabe der aktuellen Hauptperson deutet an, um welches Sternzeichen es sich handelt. Jedoch handelt es sich dabei um die ungarischen Bezeichnungen, da Vámos Ungare ist. Mir hat das Rätseln sehr viel Spass gemacht, überhaupt ging mir bei den ungarischen Namen und Bezeichnungen das Herz auf.

Trotzdem ist dieser Titel kein Buch für jedermann. Man muss Familiengeschichten mögen, ansonsten ist "Das Buch der Väter" nichts für einen. Ausserdem muss man sich bewusst sein, dass man es mit einer ganzen Fülle von Namen, Daten und Tatsachen zu tun bekommt. Auch ich wusste oftmals nicht mehr, wer wer war oder was in der Geschichte zuvor passiert ist. 

Was ist sehr schade fand, war, dass gegen Ende des Buches, der phantastische Part stark abnahm. War dieser vor allem in der Mitte stark ausgeprägt und ein wichtiger Teil der Geschehnisse, nahmen die Berichte über die Visionen der Männer immer mehr ab.

Fazit: 

Ein Buch für alle, die "Die Buddenbrooks" lieben. Ein Buch für alle, die Familiengeschichten mit realem Hintergrund mögen. Ein Buch für alle, die Ungarn mögen. Wer sich jedoch unsicher ist, sollte besser erst einmal in das Buch hineinlesen. Nicht jeder wird es mögen.

Ich bin froh, dass ich "The Book of Fathers" endlich gelesen habe, es hat es definitv nicht verdient, so lange auf dem SUB zu liegen. Es war eine Lektüre, in die ich mich total versenken konnte, auch wenn sie teilweise ziemlich langatmig und verwirrend war. Dennoch kam ich vom Schicksal der Familie Csillag einfach nicht mehr los.

Miklós Vámos
The Book of Fathers
TB, 2006
Abacus

978-0-349-1931-1 

Aus dem Ungarischen von Peter Sherwood 
Originalausgabe: Apák könyve
Ovo, Budapest 2000

Deutsche Ausgabe: 

Mikós Vámos
Buch der Väter
TB, 2006
BTB 

978-3-442-73490-0

08.01.2012 um 18:08 Uhr

[Challenges] 52 Bücher - Woche 10

von: Jari   Kategorie: Challenges

 
Dieses Mal habe ich mich dazu entschlossen, direkt von Fellmonsterchens Blog zu kopieren, da ich keine Lust hatte, alles abzuschreiben :D
 
Schließe die Augen und nimm  irgendein Buch aus dem Regal.
Alternativ nimm einen Stift, Block und mindestens einen Würfel (6 Seitig)
Bestimme die Anzahl deiner Realböden (Doppelreihig zählt als je Reihe ein Boden) wenn du zu den
Bibliophilen mit wenig Platz gehörst, jeder Karton im Keller oder Dachboden etc. zählt auch als ein Boden.
Würfle jetzt für jeden Boden 2 mal und notiere die Werte als Wert 1 und Wert 2.
Würfle je einmal für jeden Boden bei 1-2 streiche Wert 2 durch, bei 3-4 streiche Wert 1 Durch, bei 5-6 lasse beide stehen.
Addiere nun alle Werte, die nicht durchgestrichen wurden .
Nimm den Würfel nochmals, bei ungeraden Zahlen zähle die Bücher ab dem ersten Boden,bei geradem rückwärts ab dem letzten Boden.
Das letzte mal würfeln bestimmt, wie viele Böden du noch überspringen darfst/musst, bevor das Zählen beginnt (Zählweise der Böden, wie bei den Büchern) . 
 
Ich hätte so gerne gewürfelt, aber hier beim Hexenmeister habe ich gar keine Regale... Die Bücher liegen hier einfach so in Tüten verpackt auf dem Boden rum. Arme Schatzis, ich weiss. Aber sobald sie gelesen sind, werden sie meinen roten Koffer gepackt und sobald es nicht mehr schneit und die Bücher in Sicherheit sind, werden sie zu meinem Vater transportiert und dort in mein Bücherregal einsortiert. 
 
Mein Zufallsbuch:
 
Walter Moers - Wilde Reise durch die Nacht
 
 
Das Buch habe ich mit einer Mitschülerin für die Schule gelesen. Wir mussten ein Jugendbuch lesen und rezensieren. Obwohl ich anmerkte, dass der Moers eigentlich kein Jugendbuch ist, haben wir es ausgewählt.
 
"Wilde Reise durch die Nacht" erzählt Gustaves nächtliche Reise durch eine wilde und brutale Welt. Die Geschichte basiert auf Gustaves tatsächlichen Bildern, die auch im Buch abgedruckt sind. Es ist ein kurzes Büchlein, das aber gut zu lesen ist. Es ist spannend und grotesk - ein Moers für Zwischendurch. 

07.01.2012 um 22:08 Uhr

[Rezension] Prinzessin auf der Erbse

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Yeine lebt ihr Leben im hohen Norden des Landes. Doch eines Tages wird sie zu ihrem Grossvater berufen. Ihrem Grossvater - dem Herrscher der gesamten Welt. Offiziell heisst es, dass Yeine als Erbin in Frage kommt und gegen ihre verfeindeten Cousins antreten soll. Doch schnell findet sie heraus, dass hinter den Palastmauern einiges faul ist. Um zu überleben und mehr über den Tod ihrer Mutter herauszufinden, lässt Yeine sich auf einen Handel mit den Göttern ein. Doch diese haben ihren eigenen Plan...

Meine Meinung:

Nora K. Jemisin hat mit "Die Erbin der Welt" einen vielschichtigen und ergreifenden HighFantasy-Roman geschrieben, der einen nicht mehr loslässt. Das Buch ist ein richtiger Page-Turner, die Geschichte fliegt nur so dahin und man möchte gar nicht mehr aufhören zu lesen.

Obwohl das Buch definitv in die Rubrik der HighFantasy gehört, kommt man nicht mit den typischen Völkern der Fantasywelt in Kontakt. Die einzigen übernatürlichen Wesen sind die Götter. Es gibt keine Magier, die Familie Arameri, der auch Yeine angehört und die über die gesamte Welt herrscht, benutzt bloss die Kräfte der gefallenen Götter. Auch wird man nicht gleich von vielen Landschaftsbildern erschlagen, die Geschichte spielt eigentlich bloss im Palast der Arameri-Familie. Hinzu kommt noch die süffige Sprache, was das Buch zu einem geeigneten Einstieg in die HighFantasy macht.

Was mich an "Die Erbin der Welt" vor allem fasziniert hat, ist Yeine selbst und das Leben im Palast. Jemisin beschreibt die junge Protagonistin mit viel Fingerspitzengefühl und beweist Feingefühl beim Ausdruck der Gefühle. Man leidet mit Yeine mit, denn sie hat es wirklich nicht leicht. Yeine ist nicht perfekt, sie wird wütend, traurig, verzweifelt, entscheidet sich falsch - all dies lässt sie menschlich und greifbar machen. Nur durch das blosse Lesen wird einem klar, wie einsam dieses Mädchen eigentlich ist. Mehr als einmal hätte ich sie am liebsten in den Arm genommen.

Dasselbe Gespür beweist die Autorin, wenn sie beschreibt, wie schrecklich es ist, im Hause Arameri zu leben. Die Intrigen, der unterschwellige Hass, der Kampf auf Leben und Tod, die Familiengeheimnisse, Yeines eigenes Schicksal...
Jemisin wirft viele Fragen auf und man erhält viele Fakten. Ab und zu sogar zu viele. Man erhält als Leser viele Informationen, doch erfährt man erst später, was diese zu bedeuten haben. Davon kann einem schon ein wenig der Kopf schwirren. Ebenfalls weiss man zu Beginn nicht, was die angeblichen Selbstgespräche Yeines zu bedeuten haben.
Doch zum Glück erhält man am Schluss die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Daneben wirkt die Liebesgeschichte von Yeine und dem Gott der Dunkelheit Nahadoth etwas gewollt und schon allzu bekannt. Sie ist interessant, bringt aber nichts wirklich Neues.
Die Geschichte, wie die Götter in Gefangenschaft gerieten, ist um einiges spannender.

Fazit: 

Ein Buch, das einen nicht mehr loslässt und sich gut für Leser eignet, die sich nicht an epochale HighFantasy-Werke herantrauen. Man sollte sich jedoch klar darüber sein, dass die Stimmung in der Geschichte ziemlich düster ist, dafür ist sie auch umso packender.

Ich konnte mit dem Lesen gar nicht mehr aufhören. Yeines Schicksal ging mir sehr nahe, obwohl ich den Schluss etwas seltsam fand. 

N.K. Jemisin
Die Erbin der Welt
Broschiert, 1. Auflage 2010
Blanvalet

978-3-442-26669-2 

Aus dem Amerikanischen von Helga Parmiter
Originalausgabe: The Hundred Thousand Kingdoms
Orbit, 2010

07.01.2012 um 18:51 Uhr

Jari liest... Miklós Vámos

von: Jari   Kategorie: Jari liest...

Rückentext:

In 1705 Kornél Csillag's grandfather happens across a miraculous gold fob-watch which is to improve dramatically the family's shipwrecked fortunes - for the timepiece bestows an unexpected gift on succeeding generations of male Csillags: the gift of seeing. And each clairvoyant first-born son in turn passes down the Book of Fathers, a batteres folio in which the family records its astonishing vivid and revelatory visions.

Headlong, exuberant, riotous, and packed tight with stories, jokes and tragedy, The Book of Fathers is an irresistibly rich Central European feast of a book, parable, folk-tale and epic all rolled into one. 

07.01.2012 um 17:40 Uhr

[Challenge] Weltenbummler-Challenge

von: Jari   Kategorie: Challenges

Eigentlich wollte ich an keiner weiteren Challenge mehr teilnehmen, aber als ich von der Weltenbummler-Challenge hörte, musste ich einfach mitmachen.

Es geht natürlich darum, im Jahr 2012 die Welt zu bereisen. Es zählen alle Länder (auch Fantasyreiche) ausser den deutschsprachigen Gebieten: Deutschland, Österreich, Schweiz, Luxemburg. Für jedes Land, das man bereist, erhält man 5 Punkte, für jeden Wieder-Besuch 2. Auf der Seite von Ayanea (http://bookparadies.blogspot.com/) könnt ihr euch auch die Bonusländer anschauen, diese geben Extrapunkte.
 
Ich bin ja schon gespannt, wohin es mich verschlagen wird! 

03.01.2012 um 19:01 Uhr

[Dänische Bücher] Die heimatlose Prinzessin

von: Jari   Kategorie: Dänische Bücher

Inhalt:

Die Prinzessin, die kein Königreich hat, reist mit ihrem Pony Bella durch die Welt, immer auf der Suche nach ihrem Königreich. Einmal dachte sie beinahe, dass sie es gefunden hätte, doch sie irrte sich und zog weiter. Kann denn eine Prinzessin ohne Königreich jemals eine Königin werden?

Meine Meinung:

Leider gibt es von Ursula Jones und Sarah Gibbs Bilderbuch "Prinsessen som ikke havde noget kongerige" (Die Prinzessin, die kein Königreich hatte) noch keine deutsche Ausgabe. Ich hoffe wirklich sehr, dass dieses wunderbare Buch bald auch auf dem deutschen Markt erhältlich ist.

Ich habe mich auf den ersten Blick in der verträumte Cover verliebt und der Inhalt hat mich nicht enttäuscht. Es ist ein zauberhaftes Bilderbuch, das nicht nur durch die wunderschönen Illustrationen von Sarah Gibb überzeugt, sondern auch durch eine zarte und feinfühlige Geschichte.

Manchen mag das Buch etwas kitschig erscheinen, was es vielleicht durchaus sein mag, aber ich war hin und weg davon. Vor allem durch die schon erwähnten Illustrationen, die an Scherenschnitte erinnern. Gibb hat ein wirklich feines Gespür für Details und man kann sich an den Bildern gar nicht satt sehen. Deshalb möchte ich euch hier einige präsentieren:

Die Geschichte um die Prinzessin ohne Königreich ist lieblich, wie das gesamte Buch, und obwohl es ein modernes Märchen ist, hebt es sich von den altbekannten Mustern ab. Ja, es ist eine Liebesgeschichte, doch der Traumprinz erhält in diesem Buch einen Korb (oder eher eine Torte).

Die Prinzessin ist zwar niedlich und süss, steht jedoch auf ihren eigenen Beinen und hört auf ihr Herz. Sie tut, was sie für richtig hält und gibt ihre Träume nicht auf. Sie ist "Die Prinzessin, die kein Königreich hat", also muss sie eine Prinzessin sein und irgendwo muss sich ihr Königreich befinden!

Fazit: 

Ein Bilderbuch, das nicht nur die kleinen Mädchen anspricht, sondern auch die grossen, die noch immer an Märchen glauben und auf der Suche nach ihrem eigenen Königreich sind. Es ist ein Buch, das verzaubert und zum Verweilen einlädt.
Im Übrigen eignet sich dieses Bilderbuch auch hervorragend als Hochzeitsgeschenk. 

Das Buch gibt es bereits in folgenden Sprachen: Englisch, Französisch, Dänsich, Niederländisch, Ungarisch. Hoffen wir, dass auch die deutschen Prinzessin bald in den Genuss dieses Buches kommen dürfen! 



Ursula Jones & Sarah Gibb
Prinsessen som ikke havde noget kongerige
HC, 1. Auflage 2010
Carlsen

978-87-1143-935-7

Aus dem Englischen von Kina Bodenhoff
Originalausgabe: The Princess Who Had No Kingdom
Orchard Books, England 2009

 

02.01.2012 um 19:37 Uhr

[Rezension] Ein Elefant in Nokia

von: Jari   Kategorie: Leseeindrücke

Inhalt:

Schon seit ihrer Geburt kümmert sich Lucia um die Elefantendame Emilia. Doch seit ein neues Tierschutzgesetz in Kraft getreten ist, ist Emilia als Zirkuselefant arbeitslos. Lucia beschliesst, nach vielen Abenteuern mit dem treuen Dickhäuter, ihren Schützling zurück nach Afrika zu bringen. Eine Reise quer durch Finnland steht den beiden Damen bevor.

Meine Meinung:

Arto Paasilinnas "Ein Elefant im Mückenland" verspricht ein unterhaltsamer und witziger Roadmovie mit einer lustigen Idee zu sein. Die Grundidee wäre auch wirklich reizend, wäre die Umsetzung nicht dermassen misslungen.

Der Rückentext lockt mit der niedlichen Idee, immerhin ist ein Elefant die angebliche Hauptperson, und mit pechschwarzem Humor. Das Einzige, was im Buch davon zu finden war, war der Elefant. Der ist auch der Grund, weshalb ich das Buch nicht abgebrochen habe.

Zum einen störte mich Paasilinnas viel zu einfachen Schreibstil. Er erinnerte mich an einen Schüler, der einen längeren Aufsatz schrieb. Es gab keinen roten Faden, keinen Spannungsaufbau, die Figuren sind seicht und lustig war das Buch eigentlich bloss an einigen kurzen Stellen. Schwarzer Humor fand sich in keiner einzigen Passage.

Während des Lesens musste ich ausserdem ständig den Kopf schütteln. Die selbstverständlich wunderschöne Lucia reist mit ihrem Elefant zuerst durch Russland, diesen Teil der Geschichte war noch einigermassen interessant zu lesen, da man vieles über Russland und Finnland erfährt.

Schon zu diesem Zeitpunkt merkte ich, dass das Buch nicht das ist, was ich mir vom Rückentext versprochen hatte. Dennoch hätte es noch immer zu drei Punkten gereicht.
Doch nachdem sich die in meinen Augen ziemlich oberflächliche Lucia entschlossen hatte, den Elefanten nach Afrika zurückzubringen, sackte die Qualität noch einmal ab.

Es ist einfach unrealistisch, dass Lucia auf so viele Leute trifft, die ihr helfen. Jede Person, die wir im Buch treffen, schenkt dem Elefanten entweder einfach so 200 Kilogramm Kartoffeln oder meint, dass das Tier dort und dort untergebracht werden kann und dass die Miete von dieser Person übernommen wird. Oftmals fragte ich mich, ob die Finnen wirklich so reich sind, dass sie ihre gesamte Ernte oder alle ihre Einkünfte einer vorbeiziehenden Zirkusprimadonna mit Elefant verschenken.
Ebenfalls macht der Elefant oft Dinge kaputt. Da kann Emilia natürlich nichts dafür. Aber wie kommt es, dass keiner, dem etwas kaputt gemacht wird, wütend wird? Ich weiss nicht, ob so verständlich wäre, wenn ein Elefant mir meine Hütte zertrampeln oder meinen Hund töten würde.

Mit diesen Punkten einher geht, dass das letzte bisschen Spannung verloren geht. Die Geschichte treibt so dahin, man kann das Metronom im Hintergrund direkt hören. Bam - bam - bam, immer im gleichen Takt, so liest man sich durch die 250 Seiten. Und wenn der Elefant oder Lucia in Bedrängnis geraten weiss man bald, dass irgendwo wieder ein nobler Helfer wartet und die Beiden beschenkt.

Auch Lucias Überlegungen sind naiv und kindisch. Ein Elefant, der sein Leben lang in Gefangenschaft gelebt hat, kann man nicht einfach in Afrika aussetzen und hoffen, dass er überlebt. Doch genau davon geht das Mädchen aus. Ihr Handeln ist zwar nobel, aber verantwortungslos. 

Fazit: 

All die genannten Punkte machen das Buch "Ein Elefant im Mückenland" zu einem Buch, das ich wirklich nicht weiterempfehlen würde. Es mag leichte Lektüre für zwischendurch sein, doch davon gibt es weitaus Besseres!

Arto Paasilinna
Ein Elefant im Mückenland
TB, 1. Auflage 2008
BLT

978-3-404-92276-5 

Aus dem Finnischen von Regine Pirschel
Originalausgabe: Suomalainen kärsäkirja
WSOY, Helsinki 2006